Nr. r
Samstag, den 3. Januar 1931
Seife r
; lana es schließlich, die inzwischen auf über 100 Mann angewachsene Schar der Radaubrüder aus dem War- ' tesaal auf den Bahnsteig zu drängen, der nun in sei- i ner ganzen Ausdehnung von einer schreienden und skandalierenden Menschenmenge angefüllt war, die sich immer noch mehr verstärkte. Erst gegen 6 Uhr , gelang es den Bahnsteig zu säubern und die Menge aus den Bahnhofsplatz abzudrängen, während die » Eingänge zum Bahnhof selbst gesperrt wurden Auch 1 auf dem Bahnhofsplatz setzten sich die Skandalszenen ( zunächst fort, bis sich schließlich gegen 7 Uhr die Menge nach und nach zerstreute und endlich Ruhe eintrat. Während des Haupttumultes wurden von ), her Polizei mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die Schlägerei unter den Gästen des Wartesaales hatte ii zeitweise ganz wüste Formen angenommen, doch ist d von Schwerverletzten nichts bekannt geworden. Bei , dem Tumult im Wartesaal erster Klasse entstand auch beträchtlicher Sachschaden. Tische und Stühle wurden in utnoeiDorfen un!) zertrümmert und Emvichtungsgegen- i stände beschädigt. Eine große Fensterscheibe wurde « eingeworfen Man erzählt sich, daß diese Unruhen » von den Kommunisten von langer Hand vorbereitet worden seien. Auf Anordnung der Bahnhofspolizei blieben die Wartesäle in der vergangenen Nacht von 1—6 Uhr geschlossen, um eine Wiederholung der un« g liebsamen Vorgänge von vornherein zu verhindern. » Im Laufe der 'Schlägereien wurde auch mehrfach die ^Aeußerung vernommen, daß derartige Störungen der & öffentlichen Ruhe sich in der nächsten Zeit öfters wie- 6 verholen würden.
Zum Bensheimer Mord
den Aerzten festgestellt, daß der Tod Stich in die Halsschlagader eintrat. Im
— Bensheim, 2. Jan. Bei der Sektion der Leiche des erstochenen Schlossermeisters Satorius âurde von i “ ‘
1 durch einen Stich I „
, ganzen wurden 11 Stiche gezählt. Die Leiche wies 3 außerdem am Kopf und am ganzen Körper Stockschläge auf. Der Täter, Holzner, hat sein bereits " am Boden verblutendes Opfer noch mit einem
” Stock in brutaler Weise mißhandelt.
Familienlragödie.
— Lamperlheim, 2. Jan. Vom Unglück heimgesucht Q. ist die Familie des verstorbenen Philipp Stroh- ^ Menger. Anläßlich eines Wirtshausstreites wurde ... Sirohmenger vor einigen Monaten, obwohl unbe- festigt, die Hirnschale zertrümmert, so daß er starb. 5 Seine Frau starb einige Wochen später. Jetzt hat ei sich der Schwiegersohn der Eheleute, Nikolaus j« Bauer, ein Mann anfangs der 20er Jahre, in J feiner Wohnung erhängt. Der Unglückliche Hinter- J läßt Frau und Kind. Ueber die Beweggründe des ^ Freitodes ist nichts bekannt.
^X Schwerer Unfall durch Blihlichlpulver.
Ludwigshafen, 2. Jan. In der Silvesternacht £eit darauf verstarb. Noch am Abend hatten Beyer
jus entzündete ein 21 jähriger Arbeiter in der Gellert- giMraße eine mit Blitzlichtpulver gefüllte Blechdose, < wobei diese mit gewaltiger Detonation auseinander- L^ gerissen wurde. Die Sprengstücke verletzten mehrere x Personen. Ein>-m ctfiaöligen Knaben zerschnitt ein ^.^er das rechte Auge völlig. Der Verletzte ~ wurde dem Krankenhaus zugeführt.
? 5000 Mk. Belohnung.
:!? — Mainz, 2. Jan. Von den Mainzer Räubern,
me zwei Bankboten 90 000 Mk. entrissen und mit -dem Auto nach Bonn fuhren, wo sie,es vor einem Cafs stehen ließen, fehlt bis jetzt jede weitere Spur. Wenn nicht ein Zufall mitspielt, dürfte der Raub- überfall wohl kaum einmal aufgeklärt werden. Auf die Wiederbeschaffung des Geldes hat die Versicherungsgesellschaft eine Belohnung von 5000 Mk. ausgesetzt.
Totschlag in dec Silvesternacht
— Kreuznach, 2. Jan. In Schweppenhausen lauerte der Arbeitslose Rudolf Seckler seinem
Dev Staudamm des Obev-NN eingeweiht
Oben: Der neue Nilstaudamm bei Nag Hammadi.
Unten: König Fuad von Aegypten zerschneidet das Band.
Mit der Einweihung des neuen Staudamms am Lbernil ist ein jahrtausendealtes Problem der Menschheit, die Regulierung der Nilüberschwemmung, seiner Lösung näher gebracht. Der Bau verschlang 50 Millionen Mark, ein Betrag, der durch die Sicherung der Baumwollernten bald wieder eingebracht sein dürfte.
gleichfalls arbeitslosen Freunde Wilhelm Bayer in der Silvesternacht auf und verletzte ihn durch
Messerstiche in die Brust so schwer, daß er kurze
und Seckler zusammen gezecht.
Mysteriöser Tod eines Dienstmädchens
— Bendorf a. Äh., 2.' Ian. Das bei einem Gastwirt in Kreyersmühle bei Sayn in Diensten stehende 22jährige Dienstmädchen ließ morgens nichts von sich sehen noch hören. Auch auf das Anklopfen an ihrer Zimmertür kam keine Antwort. Darauf stieg der Dienstherr mit einem andern Hausbewohner durch das Fenster in das Zimmer des Mädchens ein. Hier fand man das Dienstmädchen, nur notdürftig bekleidet, tot unter dem Tisch liegen. Die Todesursache war bisher nicht festzustellen, weshalb die gerichtliche Obduktion der Leiche veranlaßt worden ist. Während der Weihnachtsfeiertage weilte das Mädchen bei ihren Angehörigen in Stromberg (Westerwald) und war noch kurz vor ihrem Tode vergnügt und guter Laune.
Schulter, die zu 1 Lire das Bild der Unbefleckten Jungfrau. Die Nickelmünzen zu 50 Centesimi zeigen das Bild des Erzengels Michael, die zu 20 die Büste des heiligen Petrus, die Kupfermünzen zu 10 die Büste des heiligen Petrus und die 5 Centesimi einen Oelzweig.
5 Millionen Mark für ein ekrzZsss Best
Arbeitslose demonstrieren gegen die Verschwendungssucht des Oelkönigs Doherty.
Äewyork, 2. Jan. Der Spleen regiert noch immer in Amerika und in ihrem Uebermut wissen die Dol- larsürsten manchmal nicht, was sie anfangen sollen. Sie wollen um jeden Preis auffallen. Der Mutti- millionär und Oelkönig Henry Latham Doherty hat aber durch ein Fest, das er gab, allem die Krone aufgesetzt und in den weitesten Kreisen der Bevölkerung nicht Bewunderung, sondern Verstimmung hervorgerufen, da bei dem Fest eine unglaubliche Verschwendung getrieben wurde. Der Oelkönig wohnt in Washington und gab anläßlich der Einführung seiner 17jährigen Tochter in die Gesellschaft
ein Fest, das die runde Summe von 5 Millionen Millionen Mark kostete.
800 Gäste hat der Dollarmächtige geladen, während die sieben besten Orchester und die besten Künstler Amerikas die Gäste unterhielten. Viele Künstler waren aus allen Teilen Amerikas mit dem Flugzeug herangeholt worden. Während des Festes, das am Samstag mittag anfing, wurden 100 Sportautomobile unter den Gästen verlost, auf jede achte Person fiel ein Auto. Die Verstimmung über die Laune des Oelkönigs war deshalb so groß, da das Land äugen« blicklich von einer schweren Wirtschaftskrise und einer großen Arbeitslosigkeit heimgesucht wird. Die Arbeitslosen haben bereits vor dem Palais des Oelkönigs demonstriert und das Gebäude mit Steinen bombardiert. Polizei mußte eingreifen und die Demonstranten zurückdrängen. Die Presse hatte schon vorher den Oelkönig gewarnt und ihn darauf vorbereitet, daß die vielen Arbeitslosen wahrscheinlich nicht stillschweigend einer solch unglaublichen Prasserei zusehen wurden.
Die neuen Münzen des MM
Stabt des Vatikans, 2. Jan. Heute wurde das vatikanische Münzgesetz veröffentlicht, durch das die zwischen Italien und dem Vatikan abgeschlossene Konvention bezüglich der Gülligkeit der Münzen beider Staaten zur Durchführung gelangt. Gleichzeitig werden mit dem Gesetz Münzen folgender Werte in Umlauf gesetzt: Goldmünzen zu 100 Lire, Silbermünzen zu 10 und 5 Lire, Nickelmünzen zu 2 und 1 Lire und 50 und 20 Centesimi, Kupfermünzen zu 10 und 5 Centesimi Alle Münzen tragen die Aufschrift: „Stadt des Vatikans" und das Emissionsdatum. Die Goldmünzen zeigen auf der Vorderseite die Büste des Papstes, mit Chorrock und Kappe, die Silbermünzen die Büste des Papstes mit dem Bischofsmantel mit der Stola und der kleinen Kappe: die Nickelmünzen tragen das päpstliche Wappen. Auf der Rückseite zeigen die Goldmünzen das Bildnis von Christus als König, die Silbermünzen zu 10 Lire das Bild der auf dem Throne sitzenden Mutter Gottes, die zu 5 Lire die Figur des Heiligen Petrus, der in einer Barke fitzt, die rechte Hand erhebt und mit der Linken das Steuer hält. Die Nickelmünzen zu 2 Lire tragen das Bildnis des guten Hirten mit dem Schaf auf der
«Mue meeffmrW werdtttts mb Fremden testen
Das Unglück wird ausgenützt
paris, 2. Jan. Ein nicht alltäglicher Fall, der zu gleicher Zeit ein merkwürdiges Licht auf die Methode wirft, mit der man in Frankreich zur Fremdenlegion anwirbt, ereignete sich auf der belgisch-französischen Grenzstation Ieumont. Der Warschauer Schnellzug traf gegen 2 Uhr nachts an der Grenze ein und die Zollrevision war in vollem
Der
Gange, als einer der Zollbeamten unter dem einen Wagen einen jungen Menschen entdeckte, der unter allgemeinem Erstaunen erklärte, von Warschau aus die Reise unter dem Eisenbahnwagen mitgemacht zu haben. Auf Befragen gab er an, daß ihn die Arbeitslosigkeit in Polen zu diesem abenteuerlchcu Schritt veranlaßte und daß er zu allem bereit sei, wenn man ihm ein Stück Brot gebe. Man habe ihm erzählt, daß in Frankreich sehr gut Arbeit zu finden sei und daß man dort mühelos sein Brot verdienen könne. Der Berichterstatter des „Petit Journal" erklärt, daß er den Grenzbeamten ae« a habe, was nun mit dem Polen geschehe. Die lort, die dieser erhielt, beweist deutlich, daß die sogenannten „Märchen", die man im Auslande angeblich über die Anwerbung in die französische Fremdenlegion erzählt, in jeder Weise den Tat
in We «i Me« Sie’s lo: Sie behalten Ihre gewohnten Mahlzeiten bei, trinken aber dazu eine Flasche „Köstritzer Schwarzbier". Sie werden sehen, wie Ihnen das bekommt. Schon nach kurzer Zeit werden die nervösen Beschwerden verschwinden. Sie werden gut schlafen und Ihr ganzer Organismus wird eine Erneuerung erleben. Beginnen Sie aber noch heute damit. — Vertretung: O. Müller, Glockenstraße 8, Fernsprecher 3534.
Bestes! “
verkauft Kaus
Witwer, Enos 80er I., mit 2 Kd., 15 u. 3 I., sch. Haushalt u. Wohnung vorh., wünscht mit Fräulein (auch Witwe ohne Anhang) im Alter von 28—38 I. zw. spät. Heirat bekannt zu werden Off m. Bild, welch, vertrauensvoll wieder zurückges. wird, unter 13 an die Ge-
Mchästsstelle erbeten. Anonym zwecklos.
evtl, mit Geschäft ob.
sonst. Anwesen hier ob. Umgebung? Nur Angeb. direkt d. Besitzer unter V. 2 an b. Verlag der „Vermiet.- u. Berkaufszentrale", Frankfurt a. M.,
Goetheplatz 22. 60
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die im Grundbuch von Hanau, Band 97, Blatt Nr. 4580 eingetragenen, nachstehend beschriebenen Grundstücke
am 21. Januar 1931, vormittags 9% Uhr an der Gerichtsstelle, Nußalle 17, Zimmer Nr. 17, versteigert werden:
Gemarkung Hanau.
Nr. 2, Ktbl. EE., Parz. 792/1, Wiese zur Rühlstraße. Größe: 3,64 ar, Grundsteuerreinertrag: 0.60 Tlr.
Nr. 3. Ktbl EE., Parz. 772/1, Wiese, der Pulvergarten. Größe: 18,88 ar, Grundsteuerreinertrag: 4.44 Tlr.
■ Nr. 4, Ktbl. EE., Parz. 716/0, 1, Garten am Sandeldamm. Größe: 1,35 ar, Grundsteuerreinertrag: 0,11 Tlr.
Nr. 5, Ktbl EE.. Parz. 771/1, Wiese am Sandeldamm Größe: 14,62 ar, Grundsteuer- reinertrag. 3.44 Tlr. Bebauter Hafraum, Sandeldamm Nr. 26. Größe: 10 ar, Gebäudesteuer- nutzungswert: 1200 Mk., Grundsteuermutterrolle Art 3672, Gebäudesteuerrolle Nr. 3482a.
Der Versteigerungsvermerk ist am 9. August 1928 in das Grundbuch eingetragen.
Als Eigentümer waren damals die Eheleute Fabrikant Georg Schneider und Frieda geb. öalh in Hanau — je zur ideellen Hälfte — eingetragen. 83
Hanau den 5. November 1930.
Das Amtsgericht, Abt. IV.
tiwinf^^
pw DM- â 5. ]oww beginnend.
71™ hontinow r?oityw&nlttoi££e.iA ^^.numo
Qjuälttüt^pidw
Sämtliche Artikel sind zum
Inventur-Ausverkauf
erheblich im Preis herabgesetzt.
Spezialität: Wäsche — Ausstattungen — Damenstrümpfe —* Herren-Artikel — Stores — Übergardinen
bis 1819 bekannt 8 /VT d ia ■
für Qualitätswaren M. O« » ”HSSIB1 Markt
MEâW^ttâ l&stesMbß
W^lÄto "
KPWWIM ÄL oâ /
P TEPPICH HAUS
BERHARD
FRANKFURT AM NEUE MAINZERSTR22 ECKE FRIEDENSSTR
ChHÜttatiSctoJl GUiQÜtâtS’^
iÄBMeeeeeeeeHHeae™