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Nr. 3C4 Dkeusta« de«

3C. Dezember 1930

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch aüf Lieferung ober Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. / Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956,3957,3958

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Reichskanzler Brüning wird in Begleitung der Ostkommissare, des Generaldirektors der Reichsbahn und des Reichsbankpräfiden-ten am kom­mendem Sonntag eine Of t r e i s e antreten, die über Lauenburg, Rum-melSÄurg, Schneidemühl nach Ostpreußen und von dort nad) Schlesien führt.

* Die deutschen Minderheitsblätter in Polnisch- Oberschlesien wessen die polnische Stim­mungsmache in Pariser Blättern energisch zurück. *

Der polnische Innenminister hat eine Informa­tionsreise nach Oberschlesien unternommen, um die deutschen Beschwerden nachzuprüfen.

* Dieser Tage wurde im Bundeshaus des Be- omtenbundes auf Veranlassung des Reichsoerban­des des deutschen Handwerks eine Aussprache abge­halten, in der versucht wurde, zu einer Klärung der in beiden Lagern bestehenden gegenseitigen Mißstimm i gk e ite n zu gelangen. Die Be­sprechungen sollen fortgesetzt werden.

Professor Wiese, der von der Tagung der Aera- arktis zurückkehrte, berichtete in Leningrad^üaß die Teilnahme des Arktisforschers Professor Samoilo- wissch an dem Ä r tti sflug des Zeppelins sichergestellt sei. Der Zeppelin werde über Lenin­grad nach Nowaja Semlja fliegen und in Lenin­grad haltmachen. Der ganze Flug von Friedrichs­hafen ab solle etwa acht Tage dauern.

Zu den wiederholt in der Presse ausgestellten Be­hauptungen, das Auswärtige Amt habe Material für den Film1914 Die Schüsse von <56 = rajewo" zur Verfügung gestellt, wird von zu- stänMer Stelle mitgeteilt, daß das Auswärtige ^> '...~ -; . VsnriiMü' lâikTsr^ 9fii tsfiimf» prfoiH imh

Mitwirkung

der Herstellung des Films hat in keiner Form statt­gefunden. *

Kie Abgeordneten Dr. Hugenberg und Dr, Oberfohien haben in Ergänzung ihres gro» feen Antrages betreffend die Entschuldung der Landwirtschaft namens der deutschnationalen Reichstagsfraktion einen weiteren Antrag eingebracht, demzufolge die Reichsregierung unter anderem ersucht werden soll, im Interesse der not­leidenden Landwirtschaft, insbesondere des Ostens, als eventuelle Uebergangsmaßnahme die laufenden Reichssteuern in den landwirtschaftlichen Betrieben besonders gefährdeter Gebiete ganz oder zum Teil nicht zn erheben, sowie Mittel bereit zu stellen, um eine Senkung der kommunalen Realsteuern und der ilnfallvcrsichcrungslasten herbeizuführen.

*

Gelegentlich des Neujahrsempfanges des deutschen Botschafters beim Vatikan hat der Papst in warmen Worten seinen Wünschen für die glückliche Zukunst Deutschlands und für das Wohl­ergehen des Herrn Reichspräsidenten Ausdruck ge-

.Professor Sauerbruch, der sich seit einigen Tagen in Kairo aufhält, hat eine Anzahl Vorträge in englischer Sprache gehalten, die, wie auch besonders seine dort ausgeführten Operationen, Men Erfolg hatten. Ihm zu Ehren gab cs eine Arihe von Veranstaltungen.

An der N o r d k ü st e Frankreichs herrschen schwere Stürme. Bei Boulogne wurden zwei Mann der Besatzung eines Fischdampfers durch eine Sturzwelle über Bord gespült und kamen daher ums Leben.

In Cochrane in Ottawa brach in er nein Hotel ein Brand aus, bei dem zehn Perso. ums Leben kamen. Man fürchtet jedoch, daß weitere Opfer sich unter den Schuttmaison ^efmden.

Wegen Schleichhandels wurden in N o - ^osjdirsk vier leitende Beamte einer Konsum­genossenschaft von der GPU. zum Tode durch Erschießen verurteilt.

»Morningposl" meldet aus Tiensin, zwischen *finfd)äo und Tschaoyang brachten Räuber ^nen Eisenbahnzug zum Entgleisen, der 20 Meter tief in ein Flußbett stürzte. Mehrere Personen fanden den Tod. 40 wurden verletzt. Die Räuber plünderten die Ueberlebenden aus und flohen vor der Polizei. *

Das Präsidium des Zentrolexkutivkomitees hat beschlossen, dem stellvertretenden Vorsitzenden,ber staatlichen Planwirtschaftskommission K r s ch« - I ch a n o w s k i), der vor zehn Jahren die staatliche Kommission zur Aufstellung eines Elektrifizierungs- f.länes leitete, in Anerkennung feiner außerordent­lichen Verdienste auf dem Gebiete der Elektrifi- 8'erung in der Sowjetunion den Lenin-Orden verleihen.

*1 Näheres stehe im politischen Teil.

Gegen

die VavZiev Sekundanten

Die deutsche Uvekke w Nolttlsch-SbevschleKe« wehvt sich

Sattowitz, 29. Dez. Heute nehmen auch die deutschen Minderheitenbläkler ausführ­lich zu der polnischen Stimmungsmache in pariser Blättern Stellung.

So schreibt dieKattowitzer Zeitung": Ein Versuch, diese falschen und zur. Irreführung der öffentlichen Meinung bestimmten Informationen der französischen Presse richtigzustellen, dürfte wenig Aussicht auf Erfolg haben, da es den Pariser Blät­tern offenbar garnicht auf die Erforschung der Wahrheit ankommt. Es bleibt deshalb nur die Hoff­nung, daß schließlich nicht die zur Stimmungsmache bestimmten Auslassungen der Pariser Presse den Ausschlag bei den Genfer Verhandlungen geben wer­den, sondern die sachliche und gerechte Prü­fung der deutschen Beschwerde über den Gesamt­komplex jener Vorfälle, die Herr Zaleski als den natürlichen Prozeß der Entgermanisie- r u n g" bezeichnet. Schon j:tzt aber muß noch ein­mal mit Entschiedenheit der Versuch zurückgewiesen werden, aus einer reinen Rechtsfrage eine macht­politische Diskussion zu machen. Worum die deutsche Minderheit und ihre vertraglich berufenen Sach­walter in Genf kämpfen, das ist ihr v e r b r ie ft e s Recht und hat nichts zu tun mit angeblichenehr­geizigen Plänen", die den Leitern der deutschen Poli­tik von der chauvinistischen französischen Presse un­terstellt werden, um die Basis der Genfer Verhand­lungen über die Beschwerden der deutschen Minder­heit von vornherein zu vernebeln.

DerO b e r s ch l e s i s ch e Kurier" schreibt in seinem Kommentar zu den Auslassungen des Mat in" u. o - Herr Zalèski streitet allo die T-"'-

Gchtveve «-vwüvfe «oloKeeS - Seetote w diesen See- wüvfen - srnSernftma des «avteischredsseeUbtS

Berlin, 29. Dez. In der Wirkschaftspartei hat es eine heftige Auseinandersetzung ge­geben. Der Abg. Colosser, der seit langem schon mit dem parkeivorsitzenden Drewitz auf Kriegsfuß lebt, hatte allerlei Behauptungen über die Verwendung von Parteigeldern durch Drewitz für seine privaten Zwecke in die Welt gesetzt. Diese Behauptungen hatte er in einer Denkschrift zusammengefaßt, die schon vor einiger Zeit in einem besonderen Prüfungsaus­schuß der Wictschafkspartei eine große Rolle spielte. Drewitz konnte damls die Haltlosigkeit der Angriffe Colossers Nachweisen, so daß Colosser seine Anklagen damals in vollem Um­fange zurückzog. Das Kriegsbeil hatte er aber damit noch nicht begraben. Er ist jetzt mit feinen Vorwürfen gegen Drewitz erneut in die Erscheinung getreten, so daß am Montag der Parteivorstand der Wirkschaftspartei zusammentrat um sich mit diesen Dingen zu beschäftigen.

Jm einzelnen erklärte der Abg. Drewitz dem Nachrichtenbüro des VdZ. zu dem Inhalt der Denk­schrift Colossers, daß die darin enthaltenen Vorwürfe unwahr seien. Er, Drewitz, hätte gar nichts mit der Partcikasse zu tun und bekäme keine Gelder von der Partei in die Hände.

Im übrigen hätte der Prüfungsausschuß der Par­tei bereits alle Vorwürfe Cülossers nachgeprüft. Colosser selbst habe auch die Vorwürfe zurückgenom­men, worauf die Denkschrift eingezogen worden sei. Man hätte sich dann geeinigt und zwar dahin, daß Colosser weiterhin im Einvernehmen mit dem Pär­teivorstand, aber nicht nur, wie bisher, selbständig die Mittelstandszeitung herausgeben sollte (in der Angriffe u. a. gegen die Beamten erschienen waren, die der Parteiführer nicht decken wollte). Colosser hatte aber nachträglich seine Zustimmung zu diesem Beschluß wieder zurückgezögen, worauf der Partei- ausschuß, dem 20 Personen aus allen Teilen des Reiches angehören, beschlossen habe, die Zeitungs- gefelfchaft aufzulösen und Colosser als Geschäftsfüh­rer abzuberufen. Drewitz meint, daß sich vielleicht hieraus der neuerliche Vorstoß Colossers erkläre. Drewitz bestreitet weiterhin, seinem Schwiegervater oder sich selbst für einen Wohnungsbau Kredite aus der Mittelstandsbank verschafft zu haben. Er sagt, die Mittelstandsbank sei keine Parteibank: im Auf- sichtsrat wären vielmehr auch Deutschnationale. Zwar befinde sich unter den Kreditnehmern der Mittel- standsbank auch der Schwiegervater des Abg. Dre­

Deutsche Note übe» «au- euvopa

Genf, 29. Dez. Zu den Beratungen des Studien­ausschusses für die europäische Union, die am 16. Januar hier beginnen, hat die Reichsregierung dem Völkerbundssskretariat eine kurze Note mit einigen Anregungen übersandt. Die Note hält sich in den Gedankengängen der Antwort, welche die Reichs- regierung seinerzeit auf die Denkschrift Briands gab, und schlagt in erster Linie die förmliche Festlegung des Arbeitsprogramms des Studienausschusfss vor.

Auch die Regierung von S ü d s l a w i o n hat eine Note mit Vorschlägen für die Bearbeitung der größeren Fragen übersandt. Beide Noten find den

rorakte gegenüber Angehörigen der deutschen Min­derheit ab, obwohl ihm, wie wir wohl annehmen dürfen, der Präsident der gemischten Kommission, Herr Calonder, bei seinem Warschauer Besuch aus eigener Anschauung gesagt haben dürfte, welche Tat­bestände in Oberschlesien während der Wahlen zu verzeichnen waren. Nach dem Ausspruch Zaleskis dürfen wir uns bei den kommenden Auseinanderset­zungen im Völkerbundsrat aus allerlei gefaßt machen. Es wird wohl in Genf diesmal eine Sprache geführt werden müssen, die sonst in der Genfer Atnwsphäre nicht üblich ist; denn das Wort vomnormalen Cnt- nationalisierungsprozeß" könnte sonst in Genf Schule machen. Es könnte auch dazu mißbraucht werden, einen illegalen Zustand sozusagen zu legalisieren. Demgegenüber möchten wir mit aller Entschieden­heit betonen, daß es Aufgabe unserer Sachverwal­ter im Völkerbundsrat sein wird, die Verletzung der eingegangenen Verträge festzustellen. Der Völkerbundsrat hat je schließlich Nicht über die poli­tischen .Streitfragen, sondern nur darüber. zu ent­scheiden, ob die verschiedenen Verträge, das Genfer Abkommen über Oberschlesien und der Allgemeine Minderheitèn-Schutzvertrag, verletzt worden sind oder nicht. Es ist nicht seine Aufgabe, zu entschei­den zwischennormalen Entnationalisierungs- prozessen" und anderen Methoden.

witz, er hätte aber nicht 40 000, sondern nur 6000 Mk. Kredit erhalten und das Besitztum des Schwieger­vaters fei auch nicht zwangspersteigert. Richtig sei dagegen, daß Herr Colosser selber bei der Mittel­standsbank einen Kredit von 26 000 Mk. entnommen habe, obwohl er selbst Vorstand der Schöneberger Bank sei. Diesen Kredit habe Herr Colosser erst jetzt abgesetzt.

Der Parteivorstand teilt als Ergebnis feiner Verhandlungen folgendes mit:

Der Vorstand der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) tagte am Montag nachmittag unter dem Vorsitz des Vorstandsmit­gliedes Freidel-Hildesheim. Cr beschäftigte sich noch­mals eingehend mit den Anschuldigungen gegen, den Parteivorsitzenden Drewitz. Es wurde beschlossen, das Parteijchiedsgericht einzuberufen und bei diesem zu beantragen, die Parteimitglieder C o l o s s e r und Dannenberg aus der Partei auszu­schließen. Weiter soll der Reichsausschuß am

4. Januar nach Berlin einberufen werden. Der Parteivorsitzende Drewitz sah sich veranlaßt, auf Grund der erneut gegen ihn gerichteten Singriffe in der Presse, die der Vorstand nach Prüfung de^ Ver­hältnisse als völlig unberechtigt ansieht, von der Aus­übung seines Vorstqndsamtes bis zum Spruche des Schiedsgerichtes Abstand zu nehmen."

Das Parteischiedsgericht wird am gleichen Tage wie der Reichsausschuß, also am 4. Januar zusam­mentreten.

europäischen Mitgliederregierungen des Ausschusses übermittelt worden.

Eine besondere Rolle wird die Heranziehung europäischer Staaten bilden, die nicht Mitglieder des Völerbundes sind. Italien machte die Mitwir­kung ausdrücklich von der Beteiligung des Räts- bundes und der Türkei abhängig. Diese Frage wird der Studienausschuß wohl als erste regeln müssen.

Man erwartet hier, daß das neue französische Kabinett mit dem bekannten Loucheurschen Plänen über eine Kontrolle der internationalen Industrie­kartelle und -konzerne wieder aufniarten und daß zu dissem Zweck auch Loucheur, der jetzt wieder Hyndelsminister ist, zur Tagung des Studienaus, schusses kommen wird.

DeMKlandS Zukunft rmivKurSMÄenSvtesel

Im allgemeinen lebt der Franzose so sehr im Banne der eigenen Kultur, daß sein Blick nur selten über den heimischen Horizont hin­ausreicht. Umso bemerkenswerter ist es, daß in der letzten Zeit wiederholt der Versuch ge­macht worden ist, in der französischen Öffent­lichkeit Verständnis für die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands zu erwecken. Offenbar setzt sich doch die Erkenntnis durch, daß bet den modernen Wirtschaftsbedingungen zwischen den großen Ländern eine Art von Schicksalsverbundenheit besteht u. daß Frank­reich nicht auf die Dauer aus dem Vollen leben kann, wenn es den anderen Ländern und narstentlich dem Hauptschuldner Deutschland schlecht geht. Daher gibt man sich Mühe, in das deutsche Wirtfchaftsproblem einzudringen und dem französischen Publikum klar zu machen, um was es sich handelt.

DerPetit Parisien", eine der meistge­lesenen Pariser Zeitungen, hat in den letzten Dezember-Tagen der französischen Oeffentlich- keit einen bemerkenswerten Eigenbericht über die wirtschaftliche Lage Deutschlands unter­breitet. Man kann dem Sonderberichterstatter, den es nach Berlin entsandt hat, einen ge­wissen Willen zur Objektivität nicht absprechen. Es wird in dem Berichte offen anerkannt, daß Deutschland zweifellos die Folgen der Welt­wirtschaftskrise am schwersten verspürt. Diese Krise wird auf die Ueberproduktion der Welt­industrie und die Uebersättigung des Welt­marktes zurllckgefUhrt. Seit dem Jahre 1913 ist bie Tdektprobnktitivt ati Koht« uiib EtsLÜ âMMM WMMMU â Arozent, an Kup­fer um 200 Prozent und an Alummrum und Petroleum um 400 Prozent gestiegen. Nach dem Witzderausgleich der Kriegsverluste merkt man heute, daß die Länder nicht entfernt im- ftanbe sind, diesen Zuwachs an Produktion aufzunehmen. Eine Stockung in der Güter­erzeugung ist also unvermeidlich und der Rück­schlag, der die deutsche Erzeugung betroffen hat, besonders empfindlich. Denn so fährt der französische Sonderberichterstatter in seiner Argumentation fort die deutsche Wirtschaftsparole ist immer gewesen: Produk­tion, Erhöhung der industriellen Leistungs­fähigkeit und Ausfuhr um jeden Preis. Diese Parole hat ihrs Geltung verloren. Im Jahre 1929 ist die Kohlenförderung um 20 Prozent, die Erzeugung von elektrischem Strom um 10 Prozent und die Produktion von Rohstahl um 40 Prozent zurückgegangen. Im Jahre 1930 hat sich. der Rückgang fortgesetzt und wenn die deutsche Handelsbilanz im Jahre 1930 mit einem Aktiv-Posten abschließt, so ist das kein Beweis für dis deutsche Wirtschaftsblüte, son­dern nur ein Beweis dafür, daß die deutsche Industrie unter allen Umständen sogar unter Verlust ausführen muß.

Man wird zugebsn müssen, daß der fran­zösische Beobachter mit diesen Darlegungen die Dinge richtig sieht und schildert. Er hat auch recht, wenn er darauf hinweist, daß die be­sitzende Mittelschicht in Deutschland infolge der Inflation bereits stark zusammengeschmolzen und heute infolge der andauernden schweren Wirtschaftskrise fast im Verschwinden be- Kiffen ist. Es stellt fest, daß rund V« der deut­schen Bevölkerung ohne Eigenbesitz an Kapital dahinleben und in bem. Proletariat aufzugehen drohen. Wenn diese Entwicklung sich forsetzt, so wird nach der Ansicht des französischen Be­obachters der Mittelstand eines Tages vsr- schwunden sein und wenn das deutsche Volk auch nach seiner Auffassung kulturell zu weit fortgeschritten ist, um dem asitischen Bolsche­wismus anheimzufallen, fo steht ihm doch die Gefahr einer Proletarisierung des gesamten deutschen Bürgertums vor Augen. Gelingt es nicht, die gebildete Mittelschicht in Deutschland zu befestigen und zu neuem Leben zu erwecken, io ist es nach dem französischen Beobachter sehr leicht möglich, daß das deutsche Reich dem Bürgertuin und seiner Kultur als sichere Zu­fluchtsstätte verloren geht.

Man wird dem Sonderberichterstatter des Pariser Blattes kaum den Vorwurf machen können, daß er zu schwarz malt. Er zeichnet sein Bild mit kräftigen Strichen und beweist auf jeden Fall, daß er für die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und die Möglich-

Die heutige Kumm« «msatzt 14 Seiten