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2Y. November
Samstag de«
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Anzeiger Mr^
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♦ Die deutsche Protestnote an den Dölkerbundsrat wegen Ostob erschlesien ist gestern abgeschickt worden. Sie zielt zunächst auf eine Erörterung des Minderheitenschutzes. Territoriale Fragen sollen nicht angeschnitten werden.
Der Reichskanzler empfing Freitag vor- iniitag in Abwesenheit des Staatsministers Dr. Frick den stellv. Fraktionsvorsitzenden
!.D. Abg. Göring, zur
ptechung nfeitigem
Frick den st
der N.S.P. ..... , „ über die Regierungsvorlagen. In gegenseitigem Einverständnis wurde bis auf weiteres Stillschweigen über die Besprechung vereinbart.
Das Gesetz über die B'ür'g e'r st's u'e r wurde gestern im thür.i ngischen Landtag ab- gelehnt, und zwar mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten gegen die Ler Deutschen Volkspartei, des Landvolkes, der Wirtschaftspartei, der Deutsch- nationalen und der Deutschen Staatspartei.
Zu den Gerüchten, nach denen der Reichs- »erkehrsministers von GuèrarL das Amt des zurückgetretenen Reichs- justizministsrs übernehmen und Minister Treviranus Reichsverkehrsminister werden soll, ist festzustellen, daß die Entscheidung dieser ganzen Angelegenheit erst nach der Rückkehr des erkrankten Professors Bredt nach Berlin fallen dürfte.
.Welja W u k i t s ch e w i t s ch ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Er war nach dem Tode Paschitschs, Führer der ehemaligen Radikalen Partei. Während seiner Amtstätigkeit als Ministerpräsident kam es zu den blutigen Ereignissen in der Smpschtina, in deren Verlauf der Führer der Kro- «L«. Stephan lltaüitlcd.. tödlich verwundet und , lern
Der preußische Handelsmini st er hat aus Anlaß der am 30. November seit dem Erlaß der preußischen Verfassung vergangenen zehn Jahre angeordnet, daß am Montag, dem 1. Dezember, im Unterricht an den ihm unterstehenden Fach- und Berufsschulen der Bedeutung des Verfassung s w e r k s in würdiger Weise gedacht werde. Der preußische Unterrichtsminister hat ebenfalls angeordnet, daß in allen ihm unterstellten Schulen der Bedeutung des Verfassungstages in würdiger Weise gedacht werde.
Die Delegierten-Konferenz der englischen Bergarbeiter hat mit großer Mehrheit den Antrag einiger Distrikte, die Annahme einer abgestuften Arbeitszeit anstelle des starren
Stundentages zu genehmigen, abgelehnt. Der Führer des Bergarbeiterverbandes, Cork. erklärte hierauf, es sei möglich, daß in Wales, Schottland und Cumberland am Montag gestreikt werde, wenn in der Zwischenzeit kein Umschwung eintrete. Mch gewisse Teile Mittelenglands könnten von der Bewegung betroffen werden.
Die Wirtschaftspartei hat einen Gesetzentwurf über die sofortige Aufhebung des Mineralwasser steuergesetzes vom 15. April 1930 eingebracht.
Ein Vertreter der Dornierwerke erklärte Journalisten, Do X werde heute nach Kadrz starten, um dort genau überprüft zu werden. Die bisherige Fahrt habe die Mannschaft in dem Entschluß bestärkt, den Ozeanflug nach Südamerika zu wagen. Der Flug soll im Januar durchgeführt werden.
Das Kreisgericht in Posen verurteilte den verantwortlichen Redakteur des Posen e r T a g e- blatts, Jursch, wegen „groben Unfugs„ zu einem Monat Haft. Der „grobe Unfug soll in einem Aufsatz „Keine Kontrolle der Wahlergebnisse?" liegen, worin eine Unterredung des Marschalls Pilsudski behandelt wurde.
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Wie wir erfahren, hat der Zechenverband die bestehenden Lohn- und G e h a l t s a r i s e für den Bereich des rheinisch-westfälischen Steinkohlenreviers Mn 31. Dezember gekündigt.
In der Arbeitszeit st reitigkeit im Ruhrbergbau hat der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch vom 12. November, der die Beibehaltung der gegenwärtigen Arbeitszeitregelung vorschlägt, für verbindlich erklärt.
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Der Italiener Bassanesi, der, wie geweidet, am 22. er. von der Strafkammer des schweizerischen Bundesgerichtes zu Lugano, wegen Uebertretung der schweizerischen Luftverkehrsord- nung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war wurde gestern vom Bundesrat aus- tzewicsen, ebenfalls seine Helfershelfer Tarchiani Und Roselli.
•J Näheres siehe im politischen Teil.
Koch Seine Entscheidung des Reichseabinetts
Me Svase ob RerchsiagsbesvLechung oder Artikel 48 noch immer offen
Berlin, 28. Nov. Die Entscheidung darüber, ob das Sanierungsprogramm auf parlamentarischem Wege oder durch Notverordnung in Kraft gesetzt werden soll, ist auch heute nicht gefallen. Die für heute abend in Aussicht genommene Zustimmung des Reichs- kabinetts ist auf morgen nachmittag verschoben worden. Aber auch am Samstag werden noch keine endgültigen Entschlüsse zu erwarten sein; vielmehr wird das Kabinett seine Beratungen voraussichtlich noch am Sonntag vormittag fortsehen.
Der Grund der Verzögerung liegt einmal darin, daß der Reichsrat heute erst noch über das Steuervereinfachungsgesetz beraten hat, das bei den ganzen Verhandlungen mit den Parteiführern auch eine Rolle spielt. Es ist heute erneut mit den Sozialdemokraten verhandelt worden.
Sie sind bereit, den Stegerwaldfchen Kompromißvorschlag in der Krankensckeinfrage im großen und ganzen anzunehmen.
Auch die Deutsche Volkspartei dürfte bereit sein, sich mit diesem Kompromiß abzufinden. Die Sozialdemokraten haben aber offenbar noch einige andere Einzelwünsche, die noch besprochen werden müssen. Unter diesen Umständen wird die vom Kanzler er-
betens schriftliche Antwort erst für morgen er« glaubt
wartet. In unterrichteten politischen Kreisen glau man aus dem Gang der Verhandungen folgern ;
zu
können,
daß der Kanzler nicht zur Notverordnung zu schreiten braucht,
um das Finanz- und Wirtschafisprogramm durchzu- brinaen. Atan rechnet jetzt also mit der ^xarlamen- tapischen Erledigung- Wem: die Svzmiaenmkrvleu für das Finanz- und WirLschastsprogramm stimmen, so verfügt das Kabinett rechnerisch über eine Mehrheit von mindestens 294 Stimmen, die sich folgendermaßen zusammensetzt: Sozialdemokraten 143, Zentrum 68, Deutsche Volkspartei 30, Bayerische Volkspartei 19, Demokraten 14, Christlich-Soziale 14, Volksnationale 6. Dazu kommen noch einige kleinere Gruppen wie z. B. die Welfen. Das Sanierungsprogramm hätte also eine zwar nicht große aber ausreichende Mehrheit. Der Kanzler könnte sich dann darauf beschränken, auf dem Wege der Notverordnung lediglich die agrarischen Fragen zu regeln, ine im Reichsernährungsministerium vorbereitet werden und eventuell auch noch die Wünsche der Sozialdemokraten zum Krankenschein usw. in einer Abänderungsnotverordnung zusammenzufassen.
Das brüchige âabineit Tardieu
DemMon zweier iU«tsvstaais§ekvetSve - Gevwse Mehrheit von 14 Stimme« - Die £m& fordert die DemiMo« des âhittetts
Varis, 28. Nov. Der Unlerstaatssekretär für Kunstpflege Abg. Lautier und der Unlerstaatssekretär im Ministerium für öffentliche Arbeiten Ja lco 3 sind, ebenso rote vor einigen Tagen der 3uffi3tninifter, im Zusammenhang mit der Oustric-Affäre zurückgetrelen. Die beiden Unterstaalssekrelärc erklärten dem Ministerpräsidenten, daß sie zur Bank Dufttic vollkommen klare und einwandfreie Beziehungen als Bankkunden gehabt hatten. Sie wünschten sich hierüber in der ersten Sitzung dec gebildeten Enquètekommission zu äußern, mochten dies jedoch in voller Unabhängigkeit tun. Nunmehr haben bereits drei Mitglieder des Kabinetts Tardieu sich gezwungen gesehen, wegen der Affäre Duftric ihre Demission zu nehmen.
In der Kammer wurde am Freitag im Zusammenhang mit Lem Oustric-Fall ein sozial- demokrascher Antrag, der feststellte, daß die Regierung nicht mehr die notwendige moralische Autorität besitze, um LieGeschäfte des Landes zu leiten, mit 293 gegen 279 Stimmen a b - gelehnt. Die Regierung hat also nur eine kleine Mehrheit von 14 Stimmen erhalten.
Wie in parlamentarischen Kreisen gerüchtweise verlautet, sollen angeblich noch vier Mitglieder des Kabinetts die Absicht haben, im Zusammenhang mit Ler Oustric-Angelegenheit ihren Austritt einzureichen. Es handelt sich dabei um den Gesundheitsminister Ferry /den Unterstaatssekretär im Arbeitsministerium Cathala, den Unterstaäts- sekretär im Kolonialministerium Delm 0 nt und den Unterstaatssekretär der Finanzen Petoche. Diese Gerüchte werden vorläufig mit größter Vorsicht ausgenommen. Andeutungen über den Rücktritt Les Kolonialministers Pietri gehören zweifellos dem Reich der Fabel an. In politischen Kreisen wird unterstrichen, daß die Stellung des Kabinetts Tardieu trotz der letzten Vorkommnisse nicht erschüttert sei.
Ministerpräsident Tardieu hatte eine Erklärung abgegeben, daß die Regierung Len beiden lUnterstaatssskretären den Rücktritt bewilligt habe,
genommene Zustimmung des Reichs-
âiue Einigung mit dsv Gorlalvemvkvatie7
Berlin, 28. Nov. Die Verhandlungen, die zwischen der sozialdemokratischen Reichskagsfraktion und der Regierung über die sozialdemokratischen Acnderungsanträge zur Notverordnung vom Juli geführt worden sind, haben, wie von sozialdemokratischer Seite jetzt mitgeteilt wird, zu keinem Ergebnis geführt. Die Vertreter der sozialdemokratischen .Fraktion im Haushallsausschutz werden daher bei Beginn der Verhandlungen zu den von ihnen angegriffenen Punkten der Verordnung ihre angekündigten Anträge zur Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung stellen.
ÄM dis TavrrSöttkttttS
Berlin, 28. Nov. Der Preissenkung-- ausschuß des Reichskabinetts hat heute abend eine Sitzung ab gehalten, in der vor allem Lie
Dr. v. Guerard und der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, teil. Es liegt auf der Hand, Laß Dr. Dorpmüller auf die Schwierigkeiten hinwies, die sich aus den finanziellen Ausfällen für die Reichsbahn ergeben. Der Reichsverkehrsminister hat Vorschläge gemacht, die sich im Endeffekt auf einen Betrag belaufen, der in Reichsbahnkreisen zwischen 30 und 40 Millionen Mark geschätzt wird. Morgen werden diese Vorschläge dem Reichskabinett vorgelegt werden, das entsprechende Beschlüsse fassen wird. Instanzenmäßig wird dann auch der Verwaltungsrat der Reichsbahn sich mit den Dingen zu befassen haben. Es handelt sich nicht um eine allgemeine Tarifsenkung, sondern um bestimmte Sozial- und Spezialtarife.
um sie von allen Hemmungen zu befreien. Die Genehmigung des Rücktritts bedeute nicht, daß das Kabinett an eine Schuld der beiden Unterstaatssekretäre glaube. Aus diesem Grunde würden die Posten vorläufig für die Zurückgetretenen offen gelassen. Es folgte die Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag, der das oben angeführte Ergebnis hatte. t .
Als in der Kammer das gemeldete Ergebnis der Abstimmung über den Mißlrauensanlrag des Abgeordneten Landry bekanntgegeben wurde, for- decke die Linke die Demission des Kabinetts. Ls entstand großer Lärm. Tardieu verlangte daß die Regierung durch die Annahme einer Tagesordnung Fabry das vertrauen direkt zum Ausdruck gebracht werde. Leon Blum und Daladier erwiderten, daß für sie und ihre Freunde durch die erste Abstimmung die Debatte geschlossen sei. Das Ministerium besitze nicht mehr die notwendige Einheit, um Frankreich regieren zu können. Die Sozialisten würden an einer weiteren Abstimmung nicht teilnehEn. Es kam zu erregten Auseinandersetzungen zwischen Tardieu und den Führern der Sozialisten und der Radikalen. Tardieu wandte sich zum Schluß an seine rllehrheit mit der Aufforderung, gegen den (Fortsetzung auf Seite 2)
Die Woche
Nur noch drei Tage trennen uns von dem Wiederzusammentritt des Reichstages und noch immer nicht läßt sich klar sehen, ob das Reichskabinett bei der weiteren Durchführung seiner Reformpläne auf eine parlamentarische Mehrheit rechnen kann, oder ob es wiederum zu Artikel 48 greifen muß. Die ganze Woche über haben Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern stattgefunden, die zwar einen Abschluß gefunden, aber nicht zu einem Ergebnis geführt haben, das klar erkennen ließe, was nun wird. Zu Beginn der Woche hatte man den Eindruck, als ob sich die Stellung des Kabinetts nicht unwesentlich gebessert hätte. Der Reichsrat hatte dem Reformwerk zugestimmt und auch in weiten Kreisen der Oeffentlichkeit konnte man ein Plus für das Kabinett insofern feststellen, als es letzterem gelungen war, mit der Aufstellung des Etats — den es um eine volle Milliarde gesenkt hatte — positive Arbeit zu leisten. Dann aber tarn plötzlich ein Rückschlag, nicht weil die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten und die Kommunisten zu erkennen gaben, an ihrer scharfen ablehnenden Haltung gegenüber dem Reformwerk der Regierung Brüning festzuhalten, sondern weil die Wirtschaftspartei den Beschluß faßte, ihren Minister aus dem Kabinett zurückzuziehen und die Erklärung abgab, daß sie die weitere Unterstützung des Kabinetts Brüning ablehnen müsse. Aus diesem Beschluß bzw. jener Erklärung mußte gefolgert werden, daß die Wirtschaftspartei die Absicht habe, bei den kommenden Reichstagsverhandlungen zur Opposition überzutreten. Inzwischen haben führende Kreise dieser Partei jene Erklärung dahin interpretiert, daß die Wirtschaftspatte; nicht etwa in grundsätzliche Opposition zu allen Maßnahmen der Reichsregierung treten wolle, sondern es handle sich für die Wirtschaftspartei lediglich darum, die volle Freiheit der Entscheidung über alle einzelnen Maßnahmen der Regierung zurückzugewinnen. Diese Interpretation läßt zwar immer noch die Möglichkeit offen, daß die Wirtschaftspartei schließlich doch noch für das Reformwerk der Regierung stimmt, andererseits kann sie nichts daran ändern, daß durch das Vorgehen der Wirtschaftspartei die parlamentarische Grundlage des Kabinetts Brüning wesentlich geschwächt worden ist. Darüber helfen alle Beschönigungen nicht hinweg. Darüber täuscht sich auch der Kanzler nicht, der in den letzten Tagen bei seinen Besprechungen das Hauptgewicht auf die Gewinnung der Sozialdemokraten gelegt hat, auf die Gewinnung der Sozialdemokraten nicht für eine unmittelbare Zustimmung zu den Finanzgesetzen, sondern für die Ablehnung der zu erwartenden Oppositionsanträge aus Aufhebung der Notverordnung vom Juli d. I., bzw. einer neuen Notverordnung. Gelingt die Gewinnung der Sozialdemokraten für diese Ablehnung, dann würde eine abermalige Parlamentsauflösung vermieden werden. Denn, obwohl die radikale Opposition im Reichstag ziemlich stark ist — ja man kann sagen, daß diese Opposition noch niemals so stark war, wie im gegenwärtigen Reichstag —, 0 wird sie parlamentarisch erst ausschlaggebend, wenn die Sozialdemokratie noch hinzutritt. Dies gilt es zu verhindern und nach dem geurteilt, was bis jetzt laut geworden ist, scheinen diese Bemühungen des Kanzlers auch Erfolg zu haben. Bereits ein „Vorwärts"-Artikel vom Mittwoch ließ deutlich erkennen, daß bei der Sozialdemokratie die Bereitschaft zum Paktieren vorhanden sei. Die einzigen zurzeit gegebenen Möglichkeiten, so wurde in jenem Artikel auseinandergesetzt, seien eine Rechtsregierung als Diktaturregierung, oder eine Rechtsregierung als Mehrheitsregierung mit dem Zentrum, oder aber die Regierung Brüning, die, wenn es gehe, parlamentarisch regiere. Wenn es aber nicht gehe, mit einem irgendwie usurpierten Verordnungsrecht. Eine weiter linksstehende Regierung sei kaum möglich und in solcher Situation bedeute das Kabinett Brüning immer noch das kleinste Uebel. Am gleichen Tage erklärte aber auch der sozialdemokratische Abgeordnete Sollnwnn in einer Kundgebung der S. P. D. in Köln: „Die deutsche Sozialdemokratie wird sich auch ihre Taktik nicht von
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