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Nr. 276

Dienstag den 25. November

Settel

eis, die Schwester der Ehefrau zehn Tage Gesang- eis' unb der Ehemann 20 RM Geldstrafe. Die ®e< jingnisstrafen wurden bedingt ausgesetzt.

Heues Produktionsprogramm der Opelwerke.

: Auf einer großen Versammlung der Opel- Mmobilhändler, die heute und morgen hier ab« gehalten wird, gab die Verwaltung der Adam Opel

Rüsselsheim Kenntnis von ihrem Produk- tioasprogramm für 1931. Das Progr Bähe von neuen Typen vor. Der AI

ramm sieht eine

Stetige von neuen Typen vor. Der Absatz der neuen Igpen soll gefördert werden durch eine erhöhte I Garantie für den Käufer auf Ersatz und Einbau sich I etwa nicht bewährender Teile des Wagens. Daneben I fallen bei einem verbesserten Kundendienst Repara- I leren in den Opel-Werkstätten nur noch nach festen I Preisen ausgeführt werden.

I JM Unglück auf der Saalburgbahn. — Eingestelltes Ermittlungsverfahren. : Das folgenschwere Straßenbahnunglück vom ■ 18. Mai d. J. auf der Saalburgstrecke wird kein ge= I richtliches Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft I bat das Ermittlungsverfahren eingestellt, weil ein I strafbares Verschulden irgend einer beteiligten Per- I ion nicht erwiesen ist, der Unfall vielmehr auf eine

■ ^glückliche Verkettung widriger Umstände zurück- I geführt werden muß. Warum die elektrische Bremse I des zu Tal fahrenden Zuges versagt hat, ist nicht I aufgeklärt. Vielleicht ist das Versagen auf einen I Blitzschlag zurückzuführen. Die beiden Schaffner I heben bei der Abfahrt nicht zu viel Fahrgäste zum I fassen. Erst unterwegs drangen gegen ihren Wille so viele Leute ein, daß sie nicht mehr die nötige Be- I megungsfreifjeit hatten und den -Sandstreuer, sowie I die Handbremse nicht rechtzeitig betätigen konnten.

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Sein letzte» Geheimnis.

: Durch ein Heiratsinserat machte eine 42jährige Ätze Frau aus.'der Gegend von Groß-Gerau die I Bekanntschaft des 46jährigen Möbeltransporteurs I ®eorg Feile, der sich als ledig und kinderlos aus- I gab und sich mit ihr verlobte. Er behauptete, eine I Zahresrente von 1000 Mark zu haben und gab die I Absicht kund, eine Elektrogroßhandlung zu kaufen. I Nach und nach gelang es ihm, der Braut und ihrer ??jährigen Mutter in bar und in Wechseln alle I Mittel, nämlich insgesamt rund 11920 Mk., zu ent­ziehen, und als er fein Schäfchen so weit im Trock- I neu hatte, verriet er der Braut fein letztes Geheim- I nis: daß er schuldlos geschieden sei. Die Braut I hatte sich lange vorher mehrfach und eindringlichst I bei ihm erkundigt, ob er ledig und kinderlos sei, was er stets bejahte. In Wirklichkeit hatte F. aus erster Ehe Kinder, war von der zweiten Frau als schuldiger Teil geschieden worden und besaß nur eine Rente von 200 Mk. pro Jahr, die obendrein verpfändet war. Noch ehe F. seine Beziehungen zu der Braut gelöst hatte, fing er schon ein weiteres Verhältnis an und heute besitzt er die dritte Frau, während jene Braut ihr Geld los ist und keinen Mann hat. Das Große Schöffengericht gab dem rückfälligen Betrüger, gegen den eine Zuchthaus­strafe beantragt war, zweieinhalb Jahre Gefängnis. $5 fand nur darin einen Milderungsgrund, daß der Angeklagte das Geld, das er von der Geschädigten bekam, nicht benutzte, um in Saus und Braus zu leben, sondern um sich eine Existenz zu gründen, was ihm aber nicht gelang.

Früherer Beginn der Sommerschulferien.

romnz Hessen-Nassau in Kassel den Antrag gestellt, ie Sommerschulferien im Jahre 1931 wieder mit lnfang Juli beginnen zu lassen. Dieser Wunsch ent- «predje nicht nur den weitesten Kreisen der Wirt- sondern auch dem der Lehrer, Eltern und »Zchüler. Eine gleiche Eingabe wurde bereits- von jber Reichsbahndirektion Frankfurt, der Jndustrie- ' 'and Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau und dem Provinzial-Gastwirte-Verband für Hessen- Nassau und Waldeck eingereicht.

Die Sokainaffäre.

: Der Fall Pache und Genossen wird, wie nun endgültig feststeht, am 19. Dezember vor dem Troßen ' Schöffengericht unter Vorsitz des Land- Serichtsdirektors Dr. Messerschmidt zur Verhand- lung gelangen. Die Anklagebehörde wird von I Aaatsanwaltsschaftsrat Dr. König vertreten sein. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.

Aus Kâ «Kd FE«.

Freitod eines jungen Mädchens

— Offenbach a. M., 24. Nov. Am Mainufer, unweit der Fechenheimer Brücke, wurde die Mappe eines 19jährigen hiesigen Mädchens gefunden. Aus Mem Abschiedsbrief geht hervor, daß das Mäd- Mn den Tod im Main suchen wollte. Sofortige Absuchung des Wassers trotz des hohen Wafferstan- war vergeblich.

Inthronisation des neuen Bischoss von Limburg

— Limburg. 24. Nov. Am 8. Dezember (Mariä Empfängnis) findet der feierliche Einzug und die Inthronisation des Bischofs Dr. Antonius Hilfrich statt. In feierlicher Prozession wird man den Bischof nach dem hohen Dom geleiten, wo ein Pontifikalamt stattfindet. Weiter' ist eine akade­mische Feier vorgesehen. Wegenn der Not der Zeit wird man von einer öffentlichen Serenade oder Fackelzug absehen.

Aus Liebskummer in den Tod

-- Rüsselsheim, 24. Nov. Aus Liebeskummer hat sich der 24jährige Kaufmann Georg Klingel- Höfer von hier im Gebüsch am Maindamm er­schossen. Man fand bei der Leiche zwei Selbstlade­pistolen, wodurch man zu der Annahme kam, es liege ein Verbrechen vor. Die Untersuchung ergab jedoch, daß Selbstmord in Frage kommt. Vermut­lich hat die eine Pistole versagt, weshalb Klingel­höfer von der zweiten Waffe Gebrauch machte. Er hat sich zwei Schußverletzungen in der Herzgegend beigebracht.

Rektorats-Aebergabe in Abwesenheit der Studentenschaft

--Heidelberg» 24. Nov. Die Heidelberger Uni­versität feierte am Samstag den Jahrestag ihrer Gründung und die offizielle Uebergabe des Rektorats mit einem Festakt. Dieser Festakt hatte allerdings dadurch ein besonderes Gesicht, als in Auswirkung des Falles Gumbel die Studentenschaft nicht er­schienen war. Von der badischen Regierung war nie­mand erschienen, dagegen waren der Vizepräsident des badischen Landtags, Dr. Waldeck, und der Präsi­dent der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, der frühere badische Hochschuldezernent, Geheimrat Schwörer, anwesend. Prorektor Professor Dr. Gotschlich erstattete den Jahresbericht über sein Rektoratsjahr, aus dem hervorgehoben werde, daß die Zahl der Studierenden weiterhin ansteigend ist. Die Festrede hielt der neue Rektor, Professor Dr. Meister, indem er, aus seinem eigentlichen Wissens­gebiet schöpfend, über die Tugenden der Römer sprach.

Karneval in Mainz

— Mainz, 23. Nov. Der Karneval-Verein will

unter Berücksichtigung der Zeitoerhältnisse eine Herren- und eine Damen-Sitzung ausfallen lassen, aber im Interest« Fremdensitzung abh gebnis nicht hi

e des Fremdenbesuchs eine 2.. galten. Wenn das finanzielle 6t*d unter den Erwartungen zurückbleibt, ist mit der Abhaltung des Rosenmontagszuges zu rechnen.

Den Tod im Rhein gesucht

— Mainz, 24. Nov. In der vergangenen Nacht gegen 3 Uhr sprang der 60jährige Masseur August Schumann aus Wiesbaden mit seiner Ehefrau nach reichlichem Alkoholgenuß hier am Kaisertor in den Rhein. Während der Ehemann, der sich an der Kette eines Schiffes festhielt, von Schiffern gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden konnte, er­trank Me Frau. Am Ufer wurden Mäntel, Rock, Schirme und Handtasche des Ehepaares gefunden, wobei sich ein Zettel befand, auf dem das Ehepaar zum Ausdruck brachte, unschuldig zu fein. Diese Unschuldbeteuerung bezieht sich wahrscheinlich auf

Unter dem verdacht des Mutlermordes verhaftet

— Landau (Pfalz), 24. Nov. In Walsheim bei Landau wurde in der Nacht vom 20. züm 21. No­vember die 58 Jahre alte Anna Maria Koch tot aufgefunben. Nach den näheren Umständen nahm man als Todesursache zunächst Selbstmord durch Erhängen an. Es mürben aber alsbald gewichtige Verdachtsmomente dafür festgestellt, daß der Selbst­mord nur vorgetäuscht, und daß der Tod auf ge­waltsame Einwirkung Dritter zurückzuführen ist. Der Verdacht richtet sich gegen die nächsten Ange­hörigen der Verstorbenen; ihre Tochter, die Küfers­ehefrau Lina Sturm, wurde am Samstag vorläufig festgenommen.

Auf der Jagd verunglückt

— Neuwied, 24. Nov. Während der Jagd in den Wiedtalbergen stürzte der Postagent Johann Strunck aus Mustadt an der Sieg von einem Fel­sen ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern am Fuße des Felsens liegen. Als man am nächsten Tage der Verunglückten in der verlassenen Gegend auffand, erlag er während des Transporles seinen Verletzungen.

Eine ganze Familie vergiftet

— Koblenz, 24. Nov. In den Morgenstunden des 21. November wurden zwei aus Hessen gebürtige Geschwister und ein 1% Jahre altes Kind in der von ihnen seit kurzer Zeit bewohnten möblierten Woh­nung auf der Karthause vergiftet aufgefunden.

Während die Mutter des Kindes bereits tot war, konnten die ledige Schwester der Verstorbenen und das Kind durch den Eingriff eines sofort hinzuge­zogenen Arztes dem Leben erhalten bleiben. Das Motiv zur Tat ist wahrscheinlich auf unglückliche Familienverhältnisse zurückzuführen. Der Ehemann der Verstorbenen hat bereits vor einigen Tagen in Baden-Baden aus bisher unbekannten Gründen durch Vergiftung den Freitod gefunden.

Drei jugendliche Räuber festgenommen

— Koblenz, 24. Nov. Während der letzten drei Wochen sind in Koblenz mehrere Raubüberfälle vorgekommen. Vorwiegend wurden ältere Damen angefallen und ihrer Handtaschen beraubt. Wenn ein Opfer sich der Beraubung widersetzte, wurde es so lange mit Faustschlägen bearbeitet, blis es zu Boden fiel. Einige, Damen sind durch die Berau­bung der Handtasche mit Inhalt, sowie der körper­lichen Mißhandlung erheblich geschädigt worden. Der Polizei ist es nun gelungen, die Räuber fest­zunehmen. Es handelt sich um drei junge Burschen im Alter von 16 bis 19 Jahren, von denen zwei vor einiger Zeit aus der Fürsorge entwichen find. Außer den Raubdelikten haben die Festgenom­menen auch mehrere Diebstähle in Koblenz und Umgebung verübt. Das Geld teilten die Räuber unter sich.

Aufruf dev Beamte«- und A«sefteUtsuvevHâ«de

Berlin, 22. Nov. Der Allgemeine Deutsche Ge­werkschaftsbund, der Allgemeine Freie Angestellten­bund, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Gewerk­schaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Be­amtenverbände, der Allgemeine Deutsche Beamten­bund und der Deutsche Veamtenbund verbreiten einen Aufruf zur Mithilfe, in dem es heißt:

Die schwere soziale Krise der Gegenwart bedroht immer weitere Kreise des deutschen Volkes mit Hun­ger und Elend. Sie erfordert gebieterisch den nach­drücklichsten Einsatz aller Abwehrkräfte. Neben der Kürzung der Arbeitszeit und die anderen Maß­nahmen zur Entlastung des überfüllten Arbeits­marktes muß die Sorge um die Erhaltung der Massenkaufkraft treten. Die von der Regierung ein­geleitete Aktion zur Senkung der Preise muß wirk­samer gestaltet werden, insbesondere für die Lebens­mittel und Gegenstände des notwendigen Massen­bedarfs.

In der Erkenntnis der Bedeutung dieser Auf­gabe fordern die unterzeichneten Spitzenverbände alle ihre Unterorganisationen auf, sich an ihrer Durchführung tatkräftig zu beteiligen. Darum er­geht unser Ruf an alle unsere Mitglieder:

Organisiert eine gemeinsame Bekämpfung der un­berechtigt hohen Lebenshaushaltskosten! Stellt euch den Behörden zur Verfügung. Sichert euch gegen Uebervorteilung durch ständige Kontrolle der Preise von Laden zu Laden, von Stadt zu Stadt! Ver­öffentlicht die billigsten Preise mit samt ihren Be­zugsstellen, damit die Hausfrau weiß, wo sie am wohlfeilsten einkaufen kann! Beteiligt euch an dem großen Werke, unseren Brüdern und Schwestern zu helfen und der deutschen Wirtschaft wieder die Grundlage zur Gesundung zu bereiten.

im SveMev-NrozeH

Kassel, 24. Nov. Das Große Schöffengerücht ver­urteilte nach sechstägiger Verhandlung den Kasseler Führer der Nationalsozialisten Rechtsanwalt Dr. Freisler wegen übler Nachrede und Beleidigung des Polizeipräsidenten Dr. Hohenstein zu einer Geldstrafe von 300 RM und wegen Hausfriedens­bruchs zu einer solchen van 100 RM. Bezüglich der Beleidigung des Schupokommandeurs wurde auf Freispruch erkannt. Der Grund zur Anklage greift zurück auf die blutigen Vorgänge am 18. Juni v. I., an dem die Nationalsozialisten in Kassel gleichzeitig vier Versammlungen abhielten. Nach deren Schluß kam es in verschiedenen Straßen der Stadt zu schweren Zusammenstößen zwischen Nationalsozia- ßften und Andersdenkenden, wobei 15 bis 16 Na­tionalsozialisten teils mehr, teils weniger schwer verletzt wuichen. Einer der Verletzten erlag einige Wochen später dem erhaltenen Messerstich in das Rückgrat. Dr. Freisler nahm diese Schlägerei zum Anlaß, um als Stadtverordneter im Stadtparla­ment einen Antrag einzubringen, den Magistrat zu ersuchen, der Polizei das Mißfallen auszusprechen. In der Begründung führte er aus, daß der Polizei­präsident und der Kommandeur der Schutzpolizei „Blut hätte fließen sehen wollen", daß also die Po­lizei absichtlich die Schlägerei hevbeigeführt habe. Als Dr. Freisler wegen dieser Aeußerung dreimal zur Ordnung gerufen worden war, wurde er aus der Sitzung ausgeschlossen, leistete aber einer drei­maligen Aufforderung zum Verlassen des Saales

keine Folge, worauf er durch Kriminalpolizistin entfernt werden mußte. Die Beweiserhebung er­gab nicht das geringste, was den Polizeipräsidenten irgendwie zu belasten geeignet war, so daß selbst Dr. Freisler die Unhaltbarkeit seiner Behauptung eingestand. Bezüglich der Haltung des Komman­deurs der Schutzpolizei wurde lediglich bemerkt, daß die taktischen Maßnahmen in einem Falle nicht ausgereicht hatten und daß dadurch der Schutz für die Versammlungsteilnehmer versagte und die Schlägerei entstehen konnte.

Die DachbeschviftuttS kommt

Orientierung für Flugzeuge

Berlin, 23. Nov. Der Aufruf des Deutschen Luftfahrt-Verbandes, die Orientierung im Luftver­kehr über Deutschland durch Anbringung der Na­men von Städten und Gemeinden auf Dächern oder Freiflächen zu erleichtern, hat den Erfolg ge­habt, daß did)t nur Reichsbahn und Post sich grundsätzlich mit der Förderung dieser Bestrebun­gen einverstanden erklärt haben, sondern daß sich auch viele Privatpersonen, ferner Schulleiter, Be­sitzer größerer Gastwirtsbetriebe usw. gemeldet haben, die auf ihren Dächern den Ortsnamen an­bringen wollen. Die einheitliche Durchführung dieser Dachbeschriftung, die für den Flieger eine wesentliche Unterstützung in der Orientierung be- deutet, hat der Deutsche Luftfahrt-Verband über­nommen, und zwar sollen die Ortsnamen mit zwei Meter hohen weißen Buchstaben auf schwarzem Grund angebracht werden.

Selbstmord zweier Chemnitzer in München.

München, 23. Nov. Der 37jährige Fabrikant Dr.-Jng. Walter Tolle und die 61jährige Kauf­mannswitwe Meta Tolle aus Chemnitz, die sich auf der Durchreise in München aufhielten, wurden in einer Pension tot aufgesunden. Nach Mitteilung der Polizei liegt Selbstmord durch Vergiftung vor. Aus hinterlassenen Briefen ist zu entnehmen, daß die beiden durch Betrug in wirtschaftliche Notlage gerieten und beschlossen hatten, gemeinsam zu ster­ben.

Die Vergiftung erfolgte durch Blausäure, die der Fabrikant, ein Chemiker, selbst hergestellt haben dürfte. Mutter und Sohn hatten Briefe nach Chem­nitz geschrieben, in denen sie ihre Absicht, Selbstmord zu begehen, mitteilten. Daraufhin rief man von Chemnitz aus telephonisch in München an und bat dringend, der Sache nachzugehen. Auf die telepho­nischen Anrufe in der Pension, in der die beiden Wohnung genommen hatten, eilte das Zimmermäd­chen nach oben, klopfte an der Tür, bekam aber keine Antwort. Es war schon zu spät. Als man die Tür öffnete, fand man Mutter und Sohn tot vor. Die Polizei öffnete die Briefe, aus denen vorläufig nur das eine hervorgeht, daß beide die Absicht hatten» wegen wirtschaftlicher Notlage, in die sie durch Be­trügereien geraten waren, gemeinsam in den Tod zu gehen.

Ein Auto fährt in einen Gesangverein Stuttgart, 23. Nov. Am Samstag abend gegen H 9 Uhr ereignete sich in der Schurwaldstrahe in r g ein schweres Unglück, bei dem 29 ertönen vKleU wurven, ouvänv styiaer" MA?" Person wurde getötet. Die Freie Sänger- vereinigung Stuttgart-Ost brache einem Mitglied, das ihr 40 Jahre angehört, zu seinem Geburtstage ein Ständchen als plötzlich ein von Wangen kommendes Auto mitten in die Sängerschar hineinfuhr. Ein wirrer Knäuel ver­letzter Menschen wälzte sich am Boden. Schmerzen- und Angstschreie gellten durch die Nacht. Das Geburastagsständchen hatte ein grauenhaftes Ende gefunden. Rasch war die Feuerwache alarmiert, die mit einem Mannschaftswagen auf der Unfall­stelle erschien und den verletzten Beistand leistete. Mehrere Sanitätswagen brachten nach Anlegung von Notverbänden siebzehn Verwundete in das Karl-Olga- bzw. in das Cannstatter Krankenhaus. Einer der Verletzten ist leider im Krankenhaus gestorben. Schutzleute der Gaisburger Wache mußten den Wagenführer vor dem Zorn der Menge schützen und nahmen ihn fest. Die Er­regung auf der Straße war eine ganz ungeheure.

Der Kempinski-Defraudank in Köln festgenommen

Köln, 22. Nov. In der vergangenen Nacht wurde der von der Berliner Kriminalpolizei ge­suchte Geschäftsführer Carl Kormannshaus von der hiesigen Polizei festgenommen. Er hatte seiner Firma, den Berliner Kempinski-Betrieben, 11000 RM unterschlagen. In feinem Besitz wurden noch 900 RM in barem Gelde gefunden. Er befand sich im Besitz einer Quittung, derzufolge er 10 000 RM an die geschädigte Firma in Berlin zurückgesandt hat.

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