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KMamMnzeiger

UZMGeneralAnreiger Kr^W^VSa««, «Stadt und land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag ick, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.» im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. , Offertengebühr 50 R-Pfg.

K«. 286

Dienstag den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Sei unverschuldetem Ausfall der Liefemng infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aüf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.--Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958

25. «ovembev

1930

Vor einem deutschen Schritt in Voten

Die Reithsvegievung kann den polnischen "Tatendvang" nicht mehr mit anseben - Minister­präsident Seann erklärt: Die Grenzziehung im Osten mied immer einen Stachel im deutsche« Solkskövvev bilden

ÄlWJ«- %m^U&\^0M

Das Reichskabinett hat sich gestern mittag in einer zweiten Sitzung mit den Möglichkeiten einer Senkung der Eisenbahntarife im Zusammenhang mit dem allgemeinen Preisab­bau beschäftigt. Angesichts der Vielgestaltigkeit und

bau beschäftigt. Angesichts der Vielgestaltigkeit und Schwierigkeit des Problems ist das Kabinett gestern noch zu keinem Beschluß gekommen. Die Beratun­gen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

* Im Anschluß an die Kabinettssitzung hat der Reichskanzler die Führer der Sozialdemo­kratie zu einer Aussprache über das Sanierungs- Programm empfangen.

Der Rektor der Albertus-Univer­sität in Königsb erg, Professor Dr. Andree hat, um die notwendige Neuregelung der Univer­sitätsverhältnisse nicht durch seine Person zu er­schweren, sein Rektoramt mit sofortiger Wir- 1 kung niedergelegt. *

Die Meldung eines Berliner Blattes, daß der ' Polizeipräsident von Berlin beabsichtige, im Zu- b sammenhang mit den Zusammenstößen zwischen k. Nationalsozialisten und Arbeitersportlern im Eden-

Jibiums erfahren, falsch.

Der ungarische Ministerpräsident Graf Beth- len hat gestern abend Berlin verlassen, um nach Budapest zurückzukehren. Der Reichspräsident übersandte dem Graf Bethlen zur Erinnerung sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift.

Maßnahme« der Reichs regieruns gegen OoSen

Berlin, 24. Nov. Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit der in Oberschlesien durch den Wahlterror der polnischen Aufständischen gegen die deutsche Minderheit in Oberschlesien geschaffenen Lage. Wir wir von unterrichteter Seite erfahren, ist der deutsche Generalkonsul in Satkowitz, der gleichzeitig Reichs- und Staatsvertreter ist, beauftragt worden, an Ort und Stelle Erhebungen über die gemeldeten Ausschreitungen

! gegen die deutsche Minderheit anzustellen.

Nach Eingang seines Berichts im Auswärtigen Amt, der für morgen, spätestens Mittwoch erwartet wird. wird die Reichsregierung prüfen, welche weiteren Schritte unternommen werden sollen. Auf Grund der Bestimmungen der Genfer Konven- lionen über vbrschlesien und der anderen Minder- Heitenverlräge, die die Freiheit der Wahlhandlung für die Minderheit sichern, wird gegebenenfalls in Genf Beschwerde eingelegt und verlangt wer- den, daß die nächste Völkerbundskagung sich mit der Angelegenheit beschäftigen soll. Unabhängig von dieser Beschwerde läuft zurzeit das Verfahren, das

Eku pvoöeft des deutschen Genevarkonsuls

Berlin, 24. Nov. In den Nachmittagsstunden des 22. November hat sich durch die Straßen von Kattowitz ein Demonstrationszug polnischer staat­licher Eisenbahn- und Postbeamter bewegt, in dem auf einem der polnischen Eisenbahnverwaltung ge­hörenden Kraftfahrzeug eine an einem Galgen hängende Puppe mitgèsührt wurde, Äe einen deut­schen Offizier in voller Uniform mit Originalorden darstellte.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat einen Antrag eingebracht, wonach die Mitglieder des Reichstags verpflichtet sein sollen, dem Präsidenten mitzuteilen, ob und in welchen Unternehmungen (Privatunternehmungen, gemischt-wirtschaftlichen Unternehmungen und öffentlichen Unternehmungen) sie Posten als Aufsichtsratsmitglieder innehaben. Der Präsident des Reichstags soll eine Liste der Auf­sichtsratsmitglieder führen, um sie halbjährlich zur Kenntnis des Reichstags zu bringen.

In dem oldenburgischen Landesteil Lübeck waren gestern die Wahlen für die Gemeindevertretung. In Eutin erzielten die Nationalsozialisten 7, die Sozial­demokraten 5 und die bürgerliche Liste insgesamt 3 Sitze. *

Der Reichspräsident hat dem bekannten Boden- r e f 0 r m e r D r. h. c. D a m a s ch k e zu seinem 65. Geburtstage in einem herzlich gehaltenen Schreiben leihe Glückwünsche ausgesprochen. Auch der Reichs­kanzler hat Dr. h. c. Adolf Damaschke zu seinem Fest zugleich im Namen der Reichsregierung tele- Bisch die herzlichsten Glückwünsche ausge- jen.

Es wäre das erste Matl, daß wir den erwähn» ten Artikel dèr Genfer Vereinbarung gegen Polen anwenden und man will sich offenbar im Kreise der Regierung den Fall noch genau überlegen, ehe man diesen Schritt tut. Gewiß soll man nicht übereilt handeln, aber man sollte in diesem Falle auch nicht zaudern und zögern. Die Behandlung der deutschen Minderheit in Polen ist so brutal, daß die Regierung die Pflicht hat, von jedem Abwehrmittel Gebrauch zu machen. Es wäre durchaus gerechtfertigt, wenn Deutschland ein beschleunigtes Zusammentreten des Völkerbundsrates verlangte und dadurch der Welt­öffentlichkeit zum Bewußtsein brächte, daß die in Polen begangenen Schändlichkeiten ein rasches Ein­schreiten erfordern.

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A ^Vt ÄCM WOjiBOösA ^djrFfnTuT*^^^ liche Vorstellungen erhoben. In dem Schreii- wird darauf Hingewiesen, daß das öffentliche chaustellung einer solchen Puppe eine grobe

Zurschaustellung

Verunglimpfung des deutschen Volkes bedeute und die deutschen Empfindungen aufs schwerste verletzte;

es wird ferner das Befremden des Generalkonsu­lats darüber zum Ausdruck gebracht, daß staatliche Beamte es sich herausnehmen konnten, in derartig ungehöriger Form ihren feindseligen Gefühlen ge­genüber Deutschland Ausdruck zu verleihen, und daß die staatlichen Sicherheitsorgane es nicht als ihre selbstverständliche Pflicht angesehen haben, ge­genüber dieser provozierenden Demonstration von den Machtmitteln des Staates Gebrauch zu machen. Daraufhin hat sich der Stellvertreter des Woj- woden heute mittag beim Leiter des Deutschen Ge­neralkonsulats persönlich entschuldigt.

Das endgültige SvgebnW dev VsMSW. SenatswaAeu

Warschau, 24. Nov. Die endgültigen Zählungen verändern das Ergebnis der gestrigen Senats­wahlen nicht unwesentlich. Den Deutschen ist es gelungen, neben Posen und Oberschlesien noch ein drittes Mandat in der Wojwodschaft Lodz zu er­obern, so daß neben dem pommerellischen Mandat nur noch das Staatslistenmandat verloren gegangen ist. Hingegen werden die Ukrainer und Weiß­russen im neuen Senat nur über vier Sitze ver­fügen gegenüber 13, die sie im vorigen Senat be­saßen. Die Juden konnten überhaupt kein Mandat erringen gegenüber 6 im vorigen Senat, so daß sich â LLLtretunL derMnderheileii Polens auf 7 Senatssine der Deutschen und Ukrainer verringeri

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Senat. Das Wahlergebnis zum Senat lautet somit folgendermaßen: Regierungsblock 76 (früher 46), Zentrolinke 14 (31), Nationaldemokraten 12 (9), Ukrainer 4 (13), Deutsche 3 (5), Korfanty-Gruppe 2 (1), Juden - (6).

Dev ^ovvwov untvasbar

Bva«« üdev As rKovvidovsvase

Der Reichsausschuß der Wirtschafts- partei hielt am Montag im Reichstag eine Sitzung ab, die den ganzen Tag andauerte. Neben der Erörterung der politischen Lage stand, wie das VDZ-Büro hört, in erster Linie der Konflikt zwi­schen dem Parteivorsitzenden Drewitz und dem Ab­geordneten Eolosser zur Verhandlung. Der Abg. Colosser nahm an der Sitzung des Reichsausschußes teil und legte seinen Standpunkt ausführlich dar. Der Reichsailsschuß setzte einen Unterausschuß ein, der die Streitpunkte klären soll.

ge stand, ^ v~= der Konflikt zwi-

Einbeeuftttts des Ausweise« Ausschusses

Inzwischen hat sich bereits der Auswärtige Ausschuß des Reichstages eingeschaltet. Er wird in der nächsten Woche zusammentreten. Die National­sozialisten wollen mit einer Interpellation über die Ausschreitungen in Oberschlesien auf­treten. Der Abg. Frick, der den Vorsitz im Aus­schuß inne hat, trug sich ursprünglich mit der Ab­sicht, die Einladungen an die Ausschußmitglieder kurzfristig hinausgehen zu lassen. Auf Anraten des Reichsaußenministers hat er jedoch den Termin in der nächsten Woche gewählt, weils bis dahin die Reichsregierung sich über ihre weiteren Schritte im klaren ist, so daß dann auch der Reichsaußen- minister Dr/ Curtius irrt Ausschuß Rede und Ant­wort stèhen kann.

Eine vegewechie Schlacht

Die Hauptverhandlung im Polizeistreit. Reich gegen Thüringen vor dem Staatsgerichtshof ist auf den 20. Januar festgesetzt worden.

Gegen die Einführung der Gemeinde- lsetränke st euer und die Erhöhung der Biersteuer protestierten gestern, wie dasB. aus Breslau meldet, sämtliche Breslauer Gast­wirtsbetriebe durch Schließung ihrer Lokale. Kein Restaurant, Café, keine Konditorei oder Früh- stücksstube war geöffnet. An dem Protest beteilig­ten sich die Unternehmer- ând Angestelltenorgani- fationen in voller Einnmütigkeit. Nachmittags fand eine öffentliche Kundgebung im Großen Saal des bchießwerder statt.

Aus Jol;annesburg wird gemeldet: Bei einer Grubenexplosion im fühl. Randgebiet wurden ein Europäer und neun Eingeborene getötet und drei Eingeborene schwer verletzt.-

) Näheres siehe im politischen Teil.

Beulhen, 24. Nov. Im Dorfe Golasowic im Be­zirk Pleß haben polnische Aufständische am ver­gangenen Samstag, wie erst jetzt bekannt wird, einen neuen Terrorakt gegen deutschstämmige Dorf­bewohner verübt. Polnische Aufständische belager­ten am Samstag nachmittag die deutsche Schule und

Königsberg, 24. Nov. Der preußische Minister­präsident Dr. Braun ging in seiner Rede bei dem Festakt in der Stadthalle (Grundsteinlegung zum Neubau der Handelshochschule) auch auf das Korridorproblem ein und führte u. a. aus:

Niemand wird dem polnischen Volke sein Recht auf staatliches Eigenleben bestreiten. Aber so wenig ich das an der polnischen Nation verübte Unrecht früherer Zeit gebilligt habe, ebensowenig kann ich es billigen, daß dieses Volk sein staatliches Dasein auf ein Unrecht gegen ein anderes, das deutsche Volk, aufbllut. Ich bestreite nicht das Interesse Polens an einem Ausgang zum Aleer. Aber wie er dem neuen tschechischen Staat durch Elbe und Hamburg gesichert wurde, konnte er Polen auch durch weichet und Danzig eröffnet werden, ohne daß Ostpreußen vom Ulutkerlande losgerissen, hunderttausende deutscher Volksgenossen ohne Befragung unter fremde Staatshoheit gepreßt, wo sie jetzt schlimmstem Terror ausgesetzt sind, oder gar aus ihrer Heimat verdrängt wurden. Gegen dieses Unrecht werden wir immer protestieren.

Die gewaltsam durchgeführte, willkürliche, unge- rechte neue Grenzziehung werden wir niemals als berechtigt anerkennen.

Sie wird immer einen Stachel im deutschen Volks­körper bilden und einer wahren Befriedung Europas hindernd im Wege stehen. Gleichwohl dür­fen wir nicht uns in Protesten erschöpfen, sondern müssen mit dem durch die Siegerlaune geschaffenen Zustand als Tatsache rechnen.

ten am Samstag nachmittag die deutsche Schi verhinderten Lehrer und Schüler an dem B

verhinderten Lehrer und Schüler an dem Verlassen des Schulgebäudes. Gegen 5 Uhr nachmittags zogen die Aufftändisechn wieder ab. Sie erschienen jedoch erneut am Wend. Da die Deutschen neue Gewalt-

akte befürchteten, sammelten sie sich nun auch ihrer­seits. Als die Aufständischen dies sahen, bildeten sie eine Schützenlinie und gingen gegen die Deutschen zum Angriff vor. Es kam zu einer regelrechten Schlacht zwischen beiden Parteien. Ein polnischer Polizeibeamter, der sich an dem Vorgehen der Auf­ständischen beteiligt hatte da er Line Uniform trug, als Polizist jedoch nicht kenntlich war, wurde bei dem Handgemenge erschlagen. Der amt­liche polnische Nachrichtendienst verbreitet eine Nachricht über die Vorfälle von Golasowic, in der von der Ermordung eines polnischen Polizisten ge­sprochen wird. Wie sich aus den oben geschilderten Einzecheiten klar ergibt, ist diese Darstellung durch­aus unzutreffend.

Bvau« an die Studenten

Königsberg, 24. Nov. Bei der Grundsteinlegung zum Neubau der Handelshochschule ergriff während des Festaktes in der Stadthalle der preußische Mi­nisterpräsident Dr. Braun das Wort zu einer Rede, in der er u. a. ausführte: In der heutigen Zeit gehört sehr viel Mut und eiine große Portion Optimismus dazu, bem. Aufbau einer akademischen Lehranstalt das Wort zu reden, denn auf dem Ge­biet der Ausbildung unseres akademischen Nach­wuchses hat sich in den letzten Jahren eine Ueber« Produktion, wenn man dieses Wort anwenden darf, herausgebildet, die schon die bedenklichsten Erschei­nungen in unserem öffentlichen Leben zeitigt. Das hat bereits zu betrüblichen Vorkommnissen an ver­schiedenen Hochschulen geführt, aber bei der Be­urteilung dieser Vorkommnisse sollen wir die durch die Zeitumstände in geistige Wirrnis geratenen jun­gen Menschen nicht schelten. Müssen wir auch die

Staatsautorität gegen Unbotmäßigkeit und Gesetzes­verletzung zur Geltung bringen und auch der aka­demischen Jugend klarmachen, daß akademischer Bo­den nicht Freistatt für Gesetzeswidrigkeit und Zucht­losigkeit ist, so müssen wir andererseits uns aber auch bemühen, die jungen Menschen zu ver­stehen.

Auf ihre Kindheit fielen die Schatten der Kriegsnöte. Ihre sindrucksempfindliche Zeit, die für die Formung ihres Charakters entscheidenden Enwicklungssahre fielen in die Periode der stärksten Gärung und Umwälzung der Nachkriegszeit mit ihren geistigen und wirtschaflichen Nöten, und^jetzt stehen sie zum Teil bereits von wirtschaftlichen «ar­gen bedrückt vor einer gewiß wenig Aussicht bie­tenden Zukunft. Kein Wunder, wenn sie da oft Opfer bedenkenloser politischer Demagogen werden. Es ist daher unsere Aufgabe, vor allem auch eine der vornehmsten Aufgaben der akademischen Lehr­körper, diesen jungen Menschen den Weg aus der geistigen Wirrnis unserer Tage zur wenn auch noch so bitteren Wahrheit und Klarheit $u zeigen. Bei allem Verständis für Tradition und Vergangenes muß der Blick der Jugend doch in die Zukunft ge­richtet werden.

90 rNiUionen Sebibeteas in Seelitt

Ergebnislose Besprechung

Berlin, 24. Nov. Die Fraktionsführer der Stadt­verordnetenversammlung waren heute zu Bürger­meister Scholtz zur Besprechung der Haushalt- und Finanzlage geladen. Der Bürgermeister teilte mit, daß der für das Haushaltsjahr 1930 zu erwartende Fehlbetrag nach den derzeitigen Berechnungen des Stadtkämmerers ungefähr mindestens 90 Millionen betragen würde. Daher sei trotz aller Drosselung bei dèn Ausgaben aus haushalt- und kassenmäßigen GrüiÄung die Schaffung neuer Einnâien drin­gend erforderlich, ganz besonders bei Berücksichti­gung der Haushaltslage 1931, wo der vorläufige Üeberschlag ebenfalls eine Fehlsumme von über 100 Millionen ergebe. Die Fraktionen müßten da- her nochmals dringend um Zustimmung zur Real­steuererhöhung gebeten werden, nachdem sie die Einführung der Bürqersteuer und der Schankver­zehrsteuer abgelehnt hätten. Die sich an die Aus­führungen des Bürgermeisters anschließende Be­sprechung ergab kein positives Ergebnis.

Die heutige Kummer umfaßt 10 Sekte«