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Dienstag, den 18. November 1930

Nr. 251

Dv. Sviedensbnvg über Sevwattnngsvefoem

Die Reihe der diesjährigen Gastvorstäge an - her Forstlichen Hochschule in Hann.-Münden er­öffnete Regierungspräsident Dr. Friedensburg ent einem Vortrag über die Verwaltungsreform in Preußen. Als Forderungen über die Verwal- tungsreform nannte er: 4. die Angleichung der Verwaltungsorganisation an die veränderten staatsrechtlichen Verhältnisse (Republik und Demo­kratie), 2. eine territoriale Umgliederung (die Große der Regierungsbezirke schwankt zwischen 1100 und 20 000 qkm, ihre Einwohnerzahl zwi- schen 72 000 und 4 Millionen, ähnlich verhält es sich mit den Kreisen, deren Einwohnerzahl zwischen 140 000 und 16 000 schwankt). Ferner forderte der Redner: Möglichst Kreise von 40 000 Einwoh­ner, Beseitigung der Zwergbezirke, Bildung einer Jndustrieprooinz oder eines Jndustrie-Rgierungs- bezirkes. Beseitigung der Ex- und Enklaven und endlich Rücksicht auf die Reichsreform. An britter Stelle sei eine Vereinheitlichung des Rechtszustandes im Staatsgebiet nötig. Die zahlreichen neuent­standenen mittleren Behörden müssen beseitigt, der Dualismus zwischen Ober- und Regierungspräsi­dent aufgehoben werden. Dem Oberpräsidenten fei eine lediglich repäsentative Stellung als Statt­halter zuzuweisen. Eine Selbstverwaltung in der FoistverwaUung sei nicht wünschenswert, da die Loslösung der Forstverwaltung aus der allge­meinen Verwaltung eine Gefahr in sich berge. Der Forstbeamte sei auf dem Lande der wichtigste Trä­ger der Saatsgewalt, und die Ueberführung in einen wirtschaftlich-technischen Sonderverwaltungs' zweig würde diese repräsentative Stellung zweifel­los beeinträchtigen.

Umkehr in der Erziehung ?

Schweigepflicht des Arries -

Vevtvauen des Patienten

Es gibt kaum ein Verhältnis von Mensch zu Mensch, das dem von Patient und Arzt verglichen werden könnte. Es sind nicht Bande des Blutes, die hier in Frage kommen, es ist nicht Liebe, nicht Freundschaft und doch tiefstes bis an die Grenze der innersten Seele gehendes Vertrauen,

Vertrauen von Patient zu Arzt ist — so über­trieben das manchem klingen mag — tatsächlich die Basis für alle weiteren Maßnahmen zur Gesun­dung. Immer wieder hört man: „Ich kann nur zu diesem Arzt gehen, ich habe nun einmal Vertrauen zu ihm." Und der Patient hat recht, muß er doch sein höchstes Gut, feine Gesundhell und damit sein Leben, in die Hände eines Fremden geben. Wie könnte er das, wenn nicht eben dies Gefühl des Sichverlasfenkönnens, das wir Vertrauen nennen, vorhanden wäre.

Vor noch nicht allzuvielen Jahren rief man nach einer „höheren geistigen Ausbildung" der jungen Mädchen. Sie verblödeten im Hauswesen, so sagte man, sie müßten und könnten ebenfalls erwerbstätig sein usw. Inzwischen hat man so mancherlei Ziele erreicht, überall sind „höhere" Mädchenschulen ent­standen und auch sogar Mädchengymnasien, die Unioerfitäten sind ihnen geöffnet, weibliche Handels­schulen wurden gegründet, in alle Berufe, auch viele wissenschaftliche, sind die jungen Mädchen eingedrun­gen; man sieht sie als Richter, Rechtsanwälte, Aerzte, Studienräte, Architekten, als Polizeibeamte, Re­dakteure u. a. m. Da aber auch diese Berufe überall überfüllt sind und die Mädel, die sonst Hausfrauen und Mütter wurden, schon Hunderte Ehemänner und Väter erwerbslos aufs Trockene gesetzt haben, weil sie die wissenschaftlichen Arbeiten der Männer über» nommen hatten, hält man Umkehr, man sieht ein, daß man mit solcherlei Frauenbewegung der Mensch- hell nicht nützt. In den Volksschulen wird schon lange „hauswirtschaftlicher Unterricht" erteilt, aber die höheren Töchcer vesuchen eben keine Volksschule und gehen dadurch der Vortiele einer praktischen Er­ziehung verlustig Und dieses ist doch gerade das Not­wendigste und Wichtigste. Jetzt will man nun, wie aus einer Konferenz der Hauspflegevereine in Bern (früher auch schon in Frankfurt am Main) disku­tiert wurde, um die „erhöhte Geistesarbett" der jun­gen vielgeplagten Mädchen zu ergänzen, diesen auch ganz allgemein wirtschaftlichen Unterricht zuteil wer­den lassen: es sollen auch Gartenschulen, Kinder­pflegekurse usw. angegliedert werden, damit auch „die höher gebildeten jungen Mädchen in jeder Werse die verantwortungsvolle Aufgabe, die ihrer später als Frau und Mutter harrt, in ihrem vollen Umfang kennen lernen " — Recht so!

Zurück zur Familie muß der Ruf heißen. Heute steht die ganze Familie, das ganze Volk im Dienste der Wirtschaft, statt daß wir eine Wirtschaft im Dienste des Volkes haben. Die bestehenden Ehen werden wieder aufgelöst, weil die Frau nicht mehr, wie einst, stolz zum Manne aufsieht, sondern sich dem Manne überlegen fühlt. Die neuen 'Ehen sind mei­stens Gesellschaftsverträge für Gemeinsamkeit auf Zell und werden, wie jeder andere Gesellschaftsver­trag, wenn er dem einen Gesellschafter nicht mehr patzt, nach kurzer Zeit aufgelöst. Und hier sind — statistisch nachgewiesen — die „höheren" Töchter prozentual am stärksten beteiligt. Je höher der er­leuchtete Geist, desto höher die Ansprüche; desto leich­ter aber werden auch die Ehen geschlossen. Sobald man die schnellaufgeflammte Liebe zur Ehe verur­teilt, überlebt sie diese nur noch selten. Die moderne Zell, die alles zum Sport treibt, läßt auch die Liebe

in vielen Ehen nur als Gast erscheinen, weil die Frauen heute ^edem Beruf^gewachsen.sind, aber nur noch wenige dem der Ehe. Zum Glück aber wird manche Ehe heute noch durch das Band der öffent­lichen Meinung zusammengehallen, die sonst schon Schiffbruch erlitten hätte.

Die Kirche und zahlreiche Vereinigungen sind eifrig bemüht, die gute deutsche Familie wieder ganz zur Geltung zu bringen, leider ist die Unterminier­arbeit dèr Umstürzler hier reichlich weit vorge­schritten, trotzdem mutz es gelingen, wenn das deutsche Volk wieder gesunden soll.

Auch in anderen Ländern, besonders in Eng­land und Oesterreich ist man bestrebt, die Ehe wie­der stabiler und ehrlicher zu gestalten. Das intime Zusammenlausen Jugendlicher, das mit den Worten Sudermanns: „Er jetzt mit ihr", gekennzeichnet ist, führt überall zum Verderb und zum Abbau der Ehe von einst. Bei den geistig Wildwest-Jugendlichen ist die heutige Ehe unmodern, überholt und eine Knebelung aus dem Mittelalter.

In den amerikanischen Weststaaten haben sich deshalb die Väter heiratsfähiger Töchter zu einem Geheimbund zusammengeschlossen, um diesen zu taug­lichen Ehemännern zu verhelfen. Macht der Jüng­ling der Tochter eines Mitgliedes den Hof, so wer­den vertrauliche Erkundigungen über ihn eingezogen, deren Ergebnis dem Vater mitgeteilt wird. Ist dieser der Meinung, daß der Betreffende als Schwieger­sohn für ihn nicht in Betracht kommt, so soll der Verehrer brieflich aufgefordert werden, seine Be­werbung einzustellen. Weiter wird dem Herrn, der der Tochter eines Bundesmitgliedes fein Interesse schenkt, einer Aussprache aber aus dem Wege geht, von Vereins wegen die nachstehende Mitteilung übermittelt: „Sehr geehrter Herr! Wir wünschen von Ihnen betreffs der offensichtlichen Aufmerksam­keit, die sie der Tochter des Herrn I bezeugen, eine Aufklärung zu erhalten. Haben Sie ernste Heirats­absichten, so sprechen Sie sich bitte aus. Im anderen Falle ersuchen wir Sie, Ihre Besuche einzustellen und für Ihre Bemühungen sich ein anderes Objekt zu suchen Der gute Ruf seiner Tochter muß unbe­dingt geschützt werden." Nach Angabe der Vereins­mitglieder soll die an die Adresse schwankender Lieb­haber gerichtete Mahnung von überraschender Wir­kung sein. Sie ziehen ab und kommen nicht wieder. Ein Beweis, daß die Liebe nur ein Strohfeuer war.

Man erziehe die Tochter für das Haus und die Familie, dann wird die Zahl der unglücklichen Ehen sehr bald geringer werden, und Ehescheidungen wird es weniger geben.

Ganz abgesehen davon, daß man dèm Arzt blindlings in seinen Anordnungen folgen muß, weil man als Laie die Richtigkell seiner Maßnahmen nicht nachprüfen kann, so kann man auch rücksichts­los dieses Verstauen haben, weil ja der Arzt mit seiner Ehre für die Sicherheit seiner Patienten haf­tet. Jedem ist auch der Begriff der Schweigepflicht des Arztes geläufig. _$er Arzt macht sich sogar straf- ^bgr,. wenn er r ' “' \ ".........

tri bester Absicht, verletzt.

SchweigeMcht des MM -

äufig. Der Arzt macht sich sogar straf- diese Schweigepflicht, und sei es selbst

spricht sich's manchmal nicht ganz leicht. Sind hier psychische und physische Leiden leider nur allzu ost eng verknüpft! Etwas Erleichterung findet manche Frau darin, sich dem weiblichen Arzt anzuvertrauen, weil sie nicht ganz unrichtig vermutet, daß die Aerz- tin, die häufig auch Frau und Mutter ist, sie intu- llio besser versteht. Diese Ansicht soll durchaus nicht verallgemeinert werden, denn es ist bekannt,. Latz

Angabe eines Patienten über 21 Jahre Muß das absolute Geheimnis zwischen Patient und Arzt blei­ben, wenn nicht etwa der Patient den Arzt aus­drücklich von dieser Schweigepflicht entbindet. Auch Eltern oder Ehegatten können vom Arzt keine Auskunft erhalten. Bei jungen nicht mündigen Menschen, also solchen unter 21 Jahren, ist anderer­seits der Arzt verpflichtet, den Eltern oder dem Vor­mund aus Verlangen Auskunft zu erteilen. Andere Menschen, wie Verwandte oder Arbeitgeber, erhal­ten ohne Erlaubnis, auch des Minderjährigen, keine Mitteilung eines Arztes über den Charakter der Er­krankung. Männliche Patienten haben im allge­meinen wenig Hemmungen und auch wenig Ur­sache, dem Arzt unvollständige, unrichtige Angaben zu machen. Bei den Frauen liegt die Sache begreif­licherweise sehr viel schwieriger. Ihre Erkrankun­gen hängen sehr oft mit ihrer Aufgabe als Ehestau und Mutter.zusammen. Und über diese Fragen

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irremës

blichen Mitglieder der Familie gar nicht selbst an er Krankheit leiden, sie aber ihren Söhnen und die e wiederum ihren Töchtern vererben können. Bei die er Erkrankung fehlt es an der Gerinnfähigkeit des Blutes Unbedingt muß vor jedem Eingriff der betreffende Arzt auf diese Familienkrankheit auf­merksam gemacht werden.

Dies nur wenige Beispiele, wie wichtig, ja lebens- rettend '

we die

Stadttbeatev Kana«

„Dcei alte <$»a»teln*

o Es kann über alten Operetten jener zarte

Lavendelduft liegen den wir in allen Schränken aus Großmutterszeit lieben. Dann ist alles wie ein liebes Erinnern an eine vergangene Zett, wie ein Durchblättern alter Briefe. Man freut sich hier und da etwas bekanntes zu finden und dann wieder neues was man gar nicht im Gedächtnis hatte und man möchte ein bißchen mitsummen (aber ja nicht ausführen lieber Theaterbesucher!) oder ein wenig den Takt mit dem Fuße wippen und sich freuen, über soviel Harmlosigkeit aus vergangenen Tagen.

über soviel Harmlosigkeit aus vergangenen Ich kann mir vorstellen, daß so leise gespielt eine Operette die gar nicht mehr zellgemäß ist, doch noch wirkt. Leider, leider, gab man die „Drei alte Schach­teln" so ganz anders. Laut und turbulent ging es da auf den Brettern zu, nur um ja recht modern zu, fein. Statt Biedermeier-Operette gab man Kal- man-Stil. Schade drum, es hätte sehr hübsch sein können, so blieb es eine Angelegenheit für harmlose Gemüter, die sich über jede Gliederverrenkung freuen. Die Stimmung gerade in diesem Stück so vielbedeutend, blieb aus, es triumphierte der Schla-

lungsvermögen verfügen. -Für den Arzt ist es nicht nur wichtig, Wissen und Können zu besitzen, son­dern auch ein guter Psychologe zu sein, d. h. auch aus Andeutungen und halben Mitteilungey durch ge­schicktes Fragen die zur Erhebung einer Vorge­schichte der Erkrankung nötigen Tatsachen zu er­mitteln. Es sei aber jedem Patienten geraten, die Scheu, die Dinge rückhaltlos beim Namen zu nen­nen, zu überwinden. Das spart dem Arzt viel Zeit und Kraft und kommt dem Patienten zugute.

Eine andere sehr wichtige Angabe sollte nie ver­gessen werden, nämlich ob in der Famlie Geistes­krankheiten, Krämpfe, Stoffwechselerkrankungen, wie Gicht oder Zuckerharnruhr vorgekommen sind. Wenn auch selten, so gibt es doch Familien in denen sich seit Jahrhunderten die Haemophilie, d. h. die Bluterkrankheit, vererbt. Wobei man die merkwür­dige Tatsache nicht außer Acht lassen darf, daß die

gewachsen. Das groteske Paar Cornelius und Auguste war bei Heinz Schirmer und Selma Mangel gut aufgehoben. Heinz Schirmer trug zwar so dick auf, wie man es sonst nicht gewohnt ist, er hatte damit Erfolg, aber ein wenig gedämpf- er wird auch am Sonntag niemand enttäuschen. Selma Mangel hatte den Ton der Berliner Köchin da besser getroffen, sie hütete sich vor Ueberbetonung und gefiel ganz außerordentlich. So viel Selbst­persiflage hatte man chr gar nicht zugetraut. Licca Cornes als Ursula konnte nicht recht den Stil des gealterten Mädchens finben. Einige Typen waren noch gut besetzt.

Die musikalische Leitung hatte Herbert H i l d e b r a n d t, der sich mit einem wahren Feuer­eifer für das Werk einsetzte, der seinem Tempera­ment Ehre macht. Die Musik klang frisch und flüssig. Das Publikum war sehr beifallsfreudig. Rü.

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Die aus Kriegstagen stammende Operette mit dem Schicksal des gealterten Mädchens, das den Mann nicht mehr zu halten versteht, ist wie gesagt wenig zeitgemäß. Damals war es das Schicksal Tau­sender von den Heimkehrern verkannt zu werden, heute ist es unaktuell und die Musik Walter Kollos ist auch nickt besser geworden durch die Ablagerung von 15 Jahren. *

Otto Stübler der diesmal Regie führte, hatte alles auf äußere Wirkung angelegt. Das wäre für eine heutige Operette gut gewesen nicht für die­ses von Stimmungen lebende Werk. Er selbst gab den Hauptmann Kersting mit jener vornehmen Geste und Zurückhaltung, die ihm eigen ist und es ent­stand eine sympathische Leistung, auch stimmlich hatte er einen guten Abend und konnte glänzen. Christl Kuhl seine Partnerin gewann durch ihren prächtigen strahlenden Sopran und durch ihr Aussehen. Nur schauspielerisch war sie der Rolle noch lange nicht

Und häufig hilft er schon' durch'Schweigen.

* Silberne Hochzeit. Morgen feiert der Bäcker­meister Eduard Ecke, hier, Langstraße 79 und seine Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit.

* Seinen 70. Geburtstag feiert morgen, 19. November, der Dienstmann Friedolin K in körperlicher Frische.

raus

* jubilarenfeier der „Fröhlichkeit". Am Sonntag abend fand in der „Centralhalle" eine Feier zu Ehren der Jubilare des Gesangvereins „Fröhlichkeit" statt. In diesem Jahre waren es zwei Mitglieder, die für 40jährige Mitgliedschaft geehrt werden konnten und zwar die Herren Jèan Peter und Martin Junker. Die Jubilare wurden bei ihrem Erschei­nen mit dem Sängergrutz empfangen. Der zweite Vorsitzende begrüßte die mit Familie zahlreich Er-

Größen seines Faches geworben: Wir gratulieren!

Paul Meyers Begleitung war ein Genuß für sich und dem großen Solisten ebenbürtig. Seine César Frank-Sonate und das Goldmarkkonzert spielte er höchsten Beifalls wert; technisch restlos überlegen und musiktlisch mit feinstem Fingerspitzengefühl, ohne jemals den Solisten zuzudecken, immer in gemein­samem Musizierkomplex, ein köstlicher Genuß für die Zuhörer.

Tobender Beifall feierte das große künstlerische Ereignis Hoffentlich bleibt der große Künstler auch im nächsten Jahre seiner großen Gemeinde in Hanau treu. Auf Wiederhören! Dr. E. H.

«»»«-Abend

Lai,Io @$etti’#»ee8i

Gestern abend im großen Saale der Stadthalle das Solistenereignis des Konzertwinters für Vwlm- fpieler: Der junge Ungar Laszlo Szentgydrgyi aus Budapest spielte mit Paul Meyer (Frankfurt) am Flügel Cäsar Frank (Sonate in A), Goldmark (Vio­linkonzert), Händel-Hubay, Pugnani-Kreisler, Doo- râk-Kreisler und Paganini (Moses-Fantasie). Der hier durch zwei Konzerte schon berühmte Kunstler wurde durch sein geniales Geigenspiel wiederum zum Erlebnis für die zahlreichen Zuhörer. Glanzende Technik, deren selbstverständliche Meisterung an die Kunst allergrößter Geigenvirtuosen erinnert, blü­hende Tonfülle und -Schattierung, ein unglaublich feuriges Temperament, das einen Urmusiker aller­größten Formats offenbart, und ganz überlegene Ge­staltung des Technisch Schwierigsten, ja fast unmög­lichen (vergl das Hexenstück auf der g-Satte non Paganini Mit den geradezu unglaublichen Ton­effekten im Flageolett) und das Musikalische im Stoff: Szentgyörgyi hat in seiner künstlerischen Entwicklung bis setzt das gehalten, was bei seinem heute noch nicht vergessenen ersten Auftreten im Frankfurter Saalbau während der Internationalen Mu ikausstellung die - Musikkritik von ihm erhost Hat- Es ist jetzt einer der allerersten Künstler und

Monzevt «Gemrschiev Ehov" AKEmAen

Am Sonntag gab der „Gemischte Chor" in Rückingen sein diesjähriges Konzert unter Mitwir­kung eines ausgezeichneten Sängers, des Tenoristen Leo Maaido aus Mailand-, (zurzeit in Frankfurt). Dieser Kunstler zeigte in seinen italienischen Arien von Donizetti, Verdi und Puccini eine an sich kleine Stinzme, aber von einem • so echten Tenor­schmelz, von solcher bestrickenden Leichtigkeit, in technischer Beziehung, daß man John Glaser ober einen ähnlichen Großen seiner Kollegen singen zu hören wähnte. Das Publikum begeisterte sich natur­gemäß bis zur Raserei an dieser herrlichen Stimme und zwang durch tobenden Beifall den freundlichen Sänger (zu zwei Zugaben zu den oben erwähnten Arien von Verdi).

Um diese für Rückingen sicher nicht oft gebotene Gesangssensation gruppierten sich sehr ansprechende Chordarbietungen, die in zwei Volksliedern und dem bekannten Straußwalzer „An by: schönen blauen Donau" ihren Höhepunkt erreichten. Der Choc besitzt sehr gutes Material in den Männer­stimmen und ebenso in den Frauenstimmen viel Metall und Klang. Die Aussprache ist flüssig, der Ansatz gut und die gegenseitige Angleichung schon ziemlich weit vorgeschritten; in dynamischer Be­ziehung wurde saubere Arbeit gezeigt, die Chor- disziplin war gut und die Führung durch den eifrigen Dirigenten Heinrich Oppermann, Klein- Auheim. dem musikalischen und chortechnischen Ge­halt des Dargebotenen äquivalent.

Das begleitende Orchester spielte recht anspre-

schienenen, besonders die Vertreter der VereiniM Hanauer Gesangvereine und nach Vortrag des ChU„ „Äbendfrieden" feierte er die Verdienste der beide, Jubilare, von denen Herr J. Peter aktiv als Sana« tätig ist. Als leuchtende Vorbilder von Pflichttreu, wurden sie der jüngeren Generation als Nachahmer wertes Beispiel empfohlen, damit man auch von ihnen späterhin einmal mit derselben Anerkennung sprechen könne.. Auch derjenigen.Veteranen, die vor 40 Jahren an der Spitzen des Vereins standen und die heute der kühle Rasen deckt, wurde in der M, ehrend gedacht.. Als Anerkennung für die bewiesen! Treue wurde beiden Jubilaren je ein Diplom unter Glas und Rahmen überreicht, das die Ehrenmitglied, fchaft bekundet Der Verein zählt nunmehr 12 M, glieber mit mehr als 40jähriger Zugehörigkeit R mit mehr als 25 Jahren und 58. mit mehr als 10 Jahren. Anschließend übermittelte Herr Jean Paul die Grüße und Glückwünsche der Vereinigten Hanauer Gesangvereine und übermittelte als Eob­an den Sängerjubilar ein Schubertbildnis. Auch da Dirigent des Bereins, Herr J. Milbach fanh ehrende herzliche Worte für die Jubilare und er­mahnende Worte für die jungen und jüngsten Mit­glieder. An 23 Sänger mit 10iähriger Mitgliedschaft konnte nunmehr die silberne Sängernadel zur Aus­gabe gelangen. Den Dank der Jubilare stattete Herr Jean Peter ab mit dem Gelöbnis der ferneren Treue dem Verein gegenüber. In bunter Reihen­folge wechselten nun Musikstücke, Chöre und hum- ristische Vorträge des Herrn Ihm und den Be­schluß des überaus harmonisch und familiär ver­laufenen Abends bildete ein Tanz.

* „Rund um den Erdball". Unter diesem Titel veranstaltete die Hamburg-Amerika-Linie, vertreten durch das Reisebüro V. Holly, am Samstag inder Stadthalle einen Filmabend. Zunächst wurde ein Film der Deutschen Lufthansa gezeigt, der gleich dem Lustreisefilm „Graf Zeppelin", großes Interesse erregte. Der Hauptfilm, ein Kulturfilm der Ham- burg-Amerika-Linie, ausgenommen auf einer Welt­reise der Hapagdampfers Resolute, führte den Be­sucher zu den markantesten Punkten der M. Kaleidokopartig zogen Bilder aus dem roWN> tischen Orient, dem geheimnisvollen Indien, bem in letzter Zeit viel genannten China und 3âpan und dem gigantischen Amerika an den Augen her Besucher vorüber. Der Fllm zeigte in lebendiger und interessantester Weise neben herrlichen Land- schaftsaufnahmen. Sitten und Gebräuche in ins­gesamt 33 verschiedenen Ländern in 5 Erdteilen. Die gesamte Vorführung war begleitet von einem gut besetzten Orchester.

* Gefundene und gestohlene Fahrräder. Am 15. November wurde am Arbeitsamt ein gut er­haltenes Herrenrad Marke „Perfekt" gestohlen. Das Fahrrad hat schwarzen Rahmenbau, ebensolche Felgen und Schutzbleche, graue Bereifung, eng­lische Lenkstange mit schwarzen Griffen, einfache Glocke. Am Tatort ließ der Täter ein altes Herren­rad ohne Markenschild Nr. 99614 zurück. Das Rad hat stark verrosteten Rahmen, gelbe Felgen, Tor­pedofreilauf, englische Lenkstange mit flacher Glocke. Auf der Glocke befindet sich ein vier­blätteriges Kleeblatt. Die Schutzbleche, ein Halter für die Rahmenpumpe und der Rückstrahler sind mit Draht befestigt. In der Satteltasche 1 blinden sich 6 Schlüssel. Die dunkle Vorderdecke ist M W Hälfte mit grauer Decke überlegt. SachdWW'

itteilung . erbittet ‘ps Kriminälkommissariat^'t. i

Rahmen mit braunem Stern, gelbe Felgen, , roter Bereifung. Vorne Continental, hinten Union. Kleine defekte Glocke, die mit SilberlW überstrichen ist. Am Fahrrad , befindet sic dem noch eine Rahmenpumpe. — S i stellt wurde ein altes Damenrad ohne. arken- schild Nr. 177168, schwarzer Rahmen, stark ver­rostete gelbe Felgen, graue Bereifung. Das vordere Rad ist an 2 Stellen von ca. 50 Zentimeter über­legt. Das Rad hat englische Lenkstange mit schwar­zen Gummigriffen (der linke Griff ist nur noch halb.) Der Laternenhalter und der Sattel ist N

erae-

z*6w gegen

y^ Sodenep Heiserkeit

chend und verhalf dem Chorwalzer mit 3» volle Erfolge. Die Solistbegleitung (Heinrich NeuoeS lt. Vortragsfolge) war dem Sänger Stütze und g r harmonische Ergänzung. Der Pianist spielte m reicher Tongebung und musikalisch sehr ansprrM"?

Stürmischer Beifall dankte für das genußreich Konzert. Dr. E.

DeutLchlattd Mit den N§demve!svekovd (Zur Verleihung des Nobelpreises für Chemie °"

Professor Fischer.)

o Deutschland hält den Nobelpreisrekord, dem es steht mit der Anzahl feiner Nobelpreistrog unter allen Völkern weit an der Spitze. Dies m besonderer Ehrentitel, denn die Nobelpreise wer nur für hervorragende Leistungen auf dem ®e° des Kultur- und Geisteslebens verliehen. kann man schließen, daß Deutschland in den Jahrzehnten am meisten für die Entwicklung Menschheit getan hat. Besonders auf dem Ge der Wissenschaften wurden die deutschen SSertreie ungewöhnlicher Weise ausgezeichnet. Es v»« » selten ein Jyhr, in dem nicht ein Deutscher nur Nobelpreis ausgezeichnet wurde und im 3<W” / » fielen sogar mit Ausnahme des Literaturpreise-- § Preise an deutsche Vertreter, wenn man -ver Suttner, die damalige Trägerin des Friedensp zu den Deutschen rechnet. ' _ . M

Auf dem Gebiete der Physik, und AeimL Deutschland bisher nicht weniger als 24 Nobel pr erhalten, und zwar 14mal für Hervorragenoe miker und lOmal für Physiker. Die Chemiker i van't Hoff-Berlin, Fischer-Berlin, v. Bayer-»» eben, Buchner-Berlin, Ostwald-Leigzig, J» ‘L^ Göttingen. Werner-Zürich, Willstadter-Wr nH Haber-Berlin, Nernst-Berlin, Szigmond>-Gott » 6 Windaus-Göttingen und Wieland-München Fischer-München Den Physikpreis erhieltenriu +> fefforen und zwar im Jahre 1901 RöntgemM m ! 1905 Lenard-Heidelberg, 1909 Braun- StE zusammen mit Marconi, 1911 Professor W'üses Wien, der zur Zeit der Verleihurig des Robe p ^ in Würzburg lehrte und, seit 1920 in Mancher - 1914 Professor M. v. Laue-Frankfurt a. M-, Professor Planck-Berlin, der Entdecker der oua theorie, 1919 Iohannes Stark (n OftifswalD,