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Ler Reichspräsident empfing gestern nachmittag den Reichskanzler Dr Brüning und den Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft Dr. Schiele zu einer gemeinsamen Besprechung über die Durchführung der zum Schutze der deutschen Landwirtschaft sowie zur Durchsetzung der Lebensmittelpreissenkung von der Reichsregierung in Aussicht genommenen weiteren Maßnahmen. *

Der Preußische Landtag nahm nach längerer Debatte das vom Hauptausschuß vorge­legte Hilfsprogramm zur Linderung der Hochwasser­schäden an.

* Graf Bernstorff hat dem Vorbereitenden Abrüstungsausschuß den angekündigten Vorschlag über die Offenlegung des gegenwärtigen Rüstungs­standes aller Staaten, die an der künftigen Ab­rüstungskonferenz teilnehmen, unterbreitet.

Dem Preissenkungsausschuß der Reichsregierung steht der Kanzler selbst vor. Ferner gehören ihm Dietrich, Schiele und drei wei­tere Minister an. Der Präsident des Städtetages tritt in einem Rundschreiben an die Oberbürger- Meister für eine energische Preissenkung ein»

Die Deutsche Liga für Völkerbund hat mit der Deutschen Welle eine Verein­barung getroffen, nach der an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 19 bis 19.30 Uhr ein Dortrag übertragen wird, der sich mit den Prob­lemen des Völkerbundes auseinandersetzt. Der erste Vortrag wird heute gehalten. Der Geschäfts­führer der Deutschen Liga für Völkerbund, Dr. Kirchhofs, wird zu der FrageWas halten Sie vom Völkerbund?" Stellung nehmen.

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Heute früh ftürzte eine Stützmauer eines in einem alten Stadtviertel in Lyon ge- reWE,,âl-ââ. ^. .Mrch_.â Lââ wurde ein von Ordensschwestern bewohnter Pavillon eingedrückt. Es sollen mehrere Personen ums Leben gekommen sein.

5m Laufe der Nacht hat die Newyorker Polizei im Stadtteil Manhattan und Brooklin sowie auf dem gegenüberliegenden Ufer des Hudson eine der größten Organisationen von Rauschgifthändlern gesprengt. Am Montag wurden 25 Männer und Frauen verhaftet. Die Organisation bezog ihr Rauschgift aus Süd­europa. Unter den Verhafteten befinden sich drei Frauen und zwanzig griechische Seeleute, die das Hist an Land gebracht haben sollen.

Der hessische Landtagspräsident Delp hat die Abgeordneten informiert, daß das Plenum des Landtages am Montag, 24. November zu einer Sitzung einberufen werden wird. Die Tagesord­nung wird demnächst noch festgelegt werden. Der Finanzausschuß wird in den nächsten Tagen noch einmal zusammentreten.

Der Prinz von Wales unternahm gestern nachmittag einen Flug mit dem deutschen Flugschiff D o X. Nach einem halbstündigen Flug landete der Do. X wieder an seinem Anker­platz. *

Das deutsche Riesenflugzeug G. 38, das gern um 11 Uhr vormittags auf dem Flugplatz aria in Spanien aufgestiegen war, ist nachmittags 13.15 Uhr in Merignac bei Bordeaux gelandet. Es hatte außer dem Flugleiter Bohn und dem Chef­piloten Zimmermann 12 Passagiere an Bord. Seit seinem Abflug aus Deutschland hat G. 38 bisher be- reits 7500 Kilometer zurückgelegt.

Der König von Spanien hat, wie aus Madrid berichtet wird, ein Dekret unterzeichnet, das tinen Ankauf von 27 Torpedobooten genehmigt.

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Die liberalen Abgeordneten aus der belgischen Kammer und Senat haben den größten Teil des Aachmittags zu einer Besprechung der Lage benutzt, Die mit einer Vertrauenserklärung für die zurück- Setretenen liberalen Minister endigte. Die Versamm­lung sprach sich ferner für eine weitere Zusammen­arbeit mit den Katholiken in der Regierungs- kealition aus. Nach diesen Beschlüssen der liberalen Abgeordneten dürste die belgische Regierungskrise Ols beseitigt angesehen werden können.

Die Arbeitervertreter der belgischen Me­tallindustrie haben sich vor der Gemischten Schiedskommission mit der von den Arbeitgebern ungeschlagenen öprozentigen Lohnherabsetzung ein­verstanden erklärt. Demgemäß werden die Löhne am 1 Dezember und am 1. Januar um je 2,5 Pro- Mt gekürzt. *

Ein schweres Autounglück hat sich Wern auf der Chaussee zwischen Kowno und Maletai ereignet. Ein Wagen, in dem sich sieben Personen befanden, stürzte beim Passieren einer Brücke in den Fluß. Dabei ertranken fünf Per­sonen. Zwei konnten sich durch Schwimmen retten.

*1 Näheres siehe im politischen Teil.

Die -Konferenz am runden MO

GvSffnuns dnvO den ^Suis - Die Anwrachen Macdonalds und dev MahavadßOas

London, 12. Nov. Die heutige Eröffnung der indischen Konferenz am Runden Tisch fand unter starker Anteilnahme der Öffentlichkeit statt. Zum ersten Mal in der Ge« schuhte der britischen Verbindung mit Indien führte ein König von England als König und Kaiser von Indien den Vorsitz in einer Konferenz, die zusammengetreten war, um ein für das britische und das indische Reich gleich bedeutsames Problem zu behandeln. Die histo­rische Halle war bis zur äußersten Fassung gefüllt. Anmitkelbar zur Rechten des Throns saßen die regierenden indischen Fürsten und ihre Minister, zur Linken der Premier­minister und andere Staatswürdenträger. Vor dem Thron hatten die britisch-indischen Dele­gierten Platz genommen. Die indischen Fürsten trugen gewöhnliche schwarze Anzüge, und die Leute, die eine Schaustellung ihrer historischen Juwelen erwartet hatten, waren tief enttäuscht. Am Punkt 12 Ahr trat der König in die Halle ein, und alle Anwesenden hoben sich von ihren Sitzen.

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erenz

Maharadscha von Patiala

Vizekonig von Indien

Die nicht dabei sein dürfen

Saroniji Naidu, die Führerin der indischen

Frauen

Pandit Motilal Nehru, der Führer des National- kongresses

Dev âSnis erdUnet Me âonsssvenz Der König eröffnete die Jndienkonferesiz mit einer Ansprache, die durch den Rundfunk auch in Deutschland verbreitet wurde. Er wies auf das Ver­sprechen hin, das die englische Regierung vor zehn Jahren dem indischen Volk in der Verfassungsfrage gemacht habe, und betonte die Schwierigkeiten der Aufgaben der Konferenz und die Tragweite ihrer Entscheidungen. Besonders erwähnte er den Bericht des Simon-Ausschusses, der mit anderen Beiträgen zu dieser Frage den Konferenzmitgliedern vorliege. Zu diesen andern Beiträgen wird an erster Stelle der Bericht des Vizekönigs gehören, der am Freitag veröffentlicht wird und der über die Vorschläge des Simon-Berichts in manchen Punkten erheblich hinausgeht.

Die Rede «iaedoualds

Nach seiner Rede zog sich der König zurück. So­dann schlug der Maharadscha von Patilla Macdo­nald als Vorsitzenden der Konferenz vor. Aga Khan unterstützte diesen Vorschlag, der einstimmig ange­nommen wurde. Hierauf erhob sich Macdonald zu einer Ansprache, in der er u. a. erklärte: Die Ver­antwortung lastet schwer auf uns allen; denn wir erleben jetzt die Geburtsstunde einer neuen Ge- fchichtsperwde. Wir sind zusammengetreten, um zu versuchen, durch Uebereinfunft_ festzustellen, daß Indien in seiner verfassungsmäßigen Entwicklung einen gewissen Höhepunkt erreicht hat. Was auch immer dieses Uebereinkommen sein wird es wird Leute geben, die sagen werden, daß es nicht gut genug ist. Wir müssen mutig an eine intelligente und unterrichtete öffentliche Meinung appellieren. Bürgerliche Unordnung ebnet der Reaktion den Weg.

'ga, Khan,

der Vorsitzende der Dele- gation Britisch-Jndiens

Mahatma Gandhi

Indiens Freiheitsführer

Die Männer, die an unserer Aufgabe mitarbeiten, sind die Pioniere des Fortschritts. Die Aufgabe, die vor uns liegt, ist riesengroß. Es sind miteinander im Widerspruch befindliche Interessen vorhanden, die sich bisher als unversöhnlich erwiesen haben. Laßt

MudenienSrawatte in Berkin

Die vo r,ei mußte mit Gummiknüppeln einschrette»

Berlin, 12. Nov. Im Vorhof der Berliner Uni­versität kam es heute vormittag erneut zu Studentenkrawallen. Einem Mitglied der Sozialistischen Studentenschaft, das am Eingang in der Dorotheenstraße Flugblätter verteilte, wurden diese von einem nationalsozialistischen Studenten entrissen. Ein anderer sozialistischer Student rannte darauf dem Nationalsozialisten nach, und es kam zwischen beiden zu Tätlichkeiten, in deren Verlauf der Student, der die Flugblätter dem Verteiler ent­rissen hatte, am Halse gewürgt wurde. Die Polizei führte beide der Abteilung la zu. Im Anschluß daran kam es zu erneuten Ansammlungen der nationalsozialistischen Studenten i m Vorhof der Universität. Als die Polizei erschien, wurde sie mit gellenden Pfiffen empfangen, Kampf­lieder wechselten mit höhnischen Zurufen auf die Beamten ab. Die Polizei verhielt sich außerhalb des Universitätsgartens abwartend, bis um halb 13 Uhr der dienhabende Offizier die Anweisung gab, angesichts des wachsenden Lärms die An- sammlungen zu zerstreuen. Mit dem Gummi­knüppel in der Hand drangen die Beamten in den Universitätshos ein und zerstreuten die Studenten.

uns den Problemen gegenübertreten als Männer, die entschlossen sind, sie zu überwinden. Die Anwesen- heit des Königs bei der Eröffnung-Unserer Bera­tungen ermöglichte uns, sowohl die Stärke als auch die Dehnbarkeit des Bandes zu verstehen, das unser gesamtes Gemeinwesen von Nationen in Loyalität und Ergebenheit gegenüber der Krone zusammen- knüpft. Wir müssen, so schloß Macdonald, jetzt un­sere Arbeiten beginnen. Dinge sind in der Vergangen­heit gesagt worden, sei es im Aerger, in Blindheit oder 'um'Unherl zu stiften, die wir an diesem Tisch besser vergessen. Laßt uns nach besten Kräften danach streben, das Ergebnis dieser Konferenz dem Genius unserer Völker würdig zu machen.

Dev weitere Devkanf dsv GitzttttS

Wenn Macdonald davon sprach, daß man jetzt die Geburtsstunde einer neuen Epoche erlebe, so machte der Vertreter der Mohammedaner, Jinnah, später das Ziel der Vertreter BritischJndiens deut­licher, indem er das Wort Macdonalds wiederholte, dabei aber von der Geburtsstunde eines neuen Dominiums sprach.

Bemerkenswert waren die Ausführungen der Vertreter der Fürstenstaaten, die ihre Abhängigkeit von der britischen Krone zum Ausdruck brachten, dabei aber deutlich hervorhoben, daß sie mit der bri­tischen Krone vertraglich verbunden und innerhalb ihrer Gebiete unabhängige Herrscher seien, wobei sie die Politik der indischen Fürsten klar umrissen. Sie wollen sich unter keinen Umständen ihre vertrag­lichen Rechte nehmen lassen, die durch den angestreb- ten Ausbau Indiens zu einem Bundesstaat bis zu einem gewissen Grad gefährde' sind Der Maharad­scha von Kaschmir drückte zwar die Versicherung der Fürsten aus. daß die Konferenz nicht an ihnen schei­tern werde, erklärte aber auch, daß die Fürsten sich nicht eingefunden hätten, den Frieden zu diktieren oder entgegenzunehmen.

Nach Abschluß der Reden in der Königs-Galerie des Oberhauses bildete sich ein aus 16 Mitgliedern

besehender Gejchäflsjührender Ausschuß, der heute nachmittag seine erste Sitzung abhielt. Die Konfe­renz selbst ist bis auf den 17. ds. Mts. vertagt und

wird an diesem Tag im St.-James-Palast zu­

sammentreten.

Die heutige Eröffnungssitzung zeigte keine neuen Gesichtspunkte und brachte auch keinerlei Ueber- raschungen. Die Lage ist die gleiche wie seit Mo­naten. ' Die Vertreter Britisch-Jndiens verlangen, wenn auch in manigfachen politischen Schattierungen, die Dominalveitassung für Indien. Die indischen Fürsten sprechen zwar nicht ausdrücklich von Domi­nalverfassung, sondern von Gleichheit innerhalb des britischen Reichs. Sie legen aber den Hauptwert auf die Erhaltung ihrer Verträge mit der britischen Krone, durch die ihnen Unabhängigkeit zugesichert wurde. Die britische Regierung endlich spricht von Selbstregierung, vermeidet aber das Wort Dominal­verfassung. Ueber allen schwebt der^Schatten Gand­his und der andern Führer der Swarajisten, die nicht an dem Runden Tisch sitzen, aber unsichtbar doch die Verhandlungen in erheblicher Weise beeinflußen.

Ein Schiffbrüchiger nach 72 Stunden gerettet

Eureke (Kalifornien), 12. Nov. Der Erste Offi­zier des SchonersBrooklyn", der letzten Samstag vor Port Humboldt kenterte, wurde heute auf See treibend aufgefunden und gerettet. Er war völlig erschöpft und fast bewußtlos, da er an ein Wrack- stück geklammert 72 Stunden ohne Nahrung und ohne Trinkwasser hatte aushalten müssen. Man brachte ihn ins Krankenhaus. Es besteht Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.

Dabei wurde eine Reihe von Zwangsgestellungen vorgenommen.

Inzwischen hatten sich zwischen nationalsozialisti­schen und jüdischen Studenten weitere Prü­geleien abgespielt. Dem herbeigerufenen Rektor der Universität, Professor D e i ß m a n n , und dem Polizeikommandeur Heimannsberg gelang es dann, durch kurze Ansprachen an die Studenten­schaft, die besonders von dem Rektor ermahnt wurde, die politischen Gegensätze mit geistigen Waffen auszutragen, wenigstens auf dem Hof Ruhe zu stiften. Die sozialistischen Studenten brachen die Zettelverteilung ab.

Im Innern der Universität kam es aber trotz dieser Beruhigungsversuche wiederum zu Schlägereien. Ein Student wurde mit einem Totschläger schwer verletzt. Die Studenten pfiffen und johlten, ferner wurden aus einer Schreckpistole plötzlich zwei Schüsse abgegeben. Da-

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