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Dienstag, den 11. November 1930
Nr. 165
Dev iebenoe Leichnam von Rastenbuvs
Kaufmann Saffran aus Rastenburg, der — nachdem er sein Möbelgeschäft in Brand gesetzt hatte — seinen Tod in den Flammen vortäuschte, jetzt aber auf Reisen erkannt und verhaftet wurde.
auf dem Nachhausewege von Darmstadt nach Ar- hsilgen sich befunden hatte und etwa einen halben Kilometer vor Arheilgen von dem Auto erfaßt worden ist. Der Lenker der Lieferwagens ging bei der Feststellung in Arhellgen flüchtig, konnte aber ergriffen werden. Man darf annehmen, daß er von dem Unglück überhaupt nichts bemerkt hatte.
Abenteuerliches Leben eines Revolverhelden
— Koblenz, 10. Nov. Vor einiger Zeit wurde ein Einbrecher in eine Schießerei mit Koblenzer Polizeibeamten verwickelt, wobei er einen Schuß in den Oberschenkel erhallen hatte. Er kam in das Kobenzer Krankenhaus, aus dem er aber in der folgenden Nacht trotz seines verletzten Beines fliehen konnte. Er wurde erst nach längerem Suchen von einer Schupostreife völlig erschöpft im Walde gefunden. Vor etwa 14 Tagen wurde er wegen der Schießerei und der Flucht aus dem Krankenhaus zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Kaum in die Zelle zurückgekehrt, wurde er „sterbenskrank", so daß er ins Krankenhaus überführt wurde. Der „Kranke" wurde von einem Schupomann bewacht, aber der Arzt hielt angesichts des „bedenklichen Zustandes" des Häftlings die Schupowache für überflüssig. Der Schupomann ging, unb eine Stunde später stand der „Totkranke" aus und ging. Er verschwand spurlos und wurde erst nach 14 Tagen in Köln bei einem Raubzug wieder gefaßt. Dort wollte er in ein Uhren- geschäst einbrechen, wurde aber überrascht und auf der Flucht durch einen Schuß verletzt. Mit einem Ripenschuß begab er sich ins Mülheimer Krankenhaus, wo er sich vorläufig in sicherem Verwahr befindet.
Ättwa i-Ve^eins
München, 9. Nov. Die Abgeordneten-Versamm- lung des Deutschen Anwaltvereins hat in ihrer Tagung am 8. und 9. November in München eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt:
Die Anwaltschaft weiß, daß sie in der gegenwärtigen Notlage trotz ihrer eigenen Bedrängnis ihr Opfer beisteuern muß. Sie wird sich daher mit einem mäßigen prozentualen Abschlag auf ihre Armenrechtsgebühren, auch in Ehesachen, auf die Dauer der Not abfinden. Die lehnt aber mit Entschiedenheit ab, a) jede Erhöhung der amtsgericht- lichen Zuständigkeit, b) jede weitere Beschränkung der Rechtsmittel. — Als berufene Vertreterin der Rechtsuchenden betrachtet sie die von der Regierung vorgeschlagenen Maßregeln als eine Verkümmerung der Rechtssicherheit und des Rechtsschutzes, insbesondere für die Minderbemittelten.
(Wiederholt, da nur in einem Teil unserer letzten Ausgabe).
Zwei Todesopfer der Hildener Schlägerei
Düsseldorf, 10. Nov. Die schweren politischen Zusammenstöße in Hilden, über die bereits berichtet wurde, haben zwei Todesopfer gefordert, während ein r drittes Opfer, ein Mädchen, noch in Lebensgefahr schwebt.
Ueber die Ursache des Zusammenstoßes wird weiter bekannt, daß diese auf die Weigerung der Kommunistengruppe aus Düsseldorf-Äerresheim zurückzuführen ist, der Auflösungsanordnung der Polizei nachzukommen. Bei dem sich dann entwickelnden Tumult wurden vier Personen schwer, mehrere leicht verletzt. Die Schwerverletzten mußten ins Hildener Krankenhaus geschafft werden. Die Leichtverletzten wurden von den Kommunisten selbst in Sicherheit gebracht. Ein Toter hat einen Lungenschuß, einer einen Kopfschuß. Das schwerverletzte Mädchen mußte einer Schädeloperation unterzogen werden und schwebt noch in Lebensgefahr. Bei der Durchsuchung des Hildener Volkshauses, in das die Kommunisten sich zurückgezogen hatten, wurden Schußwaffen, Messer und Schlagringe beschlagnahmt. Mehrere Kommunisten wurden verhaftet.
Buntes Allerlei
Tvasik-mUche DevstcheZungSichiwen
Auf einer Tagung des Verbandes amerikanischer Versicherungsgesellschaften kamen mehrere seltsame Unglücksfälle zur Sprache, für welche die Versicherten Entschädigungen verlangt haben. Einem Mann waren von seinem kleinen Kind mit der Milchflasche die Schneidezähne eingeschlagen worden, ein anderer war verletzt worden als er bei der Operation eines Pferdes half. Jemand nochm unvorsichtigerweise einen Nagel in den Mund und verschluckte ihn, während andere Leute im Schlaf ihr falsches Gebiß verschluckten. Ein Landwirt brach sich den Fuß, mit dem er ein störrisches Schwein gestoßen hatte, einem anderen explodierte auf unerklärliche Weise eine Wärme- flasche in der Hand und verbrühte ihn. Ein temperamentvoller Redner brach die Hand, als er Hau lebhaft auf den Tisch schlug. Das Op- Gewohnheit, Schnapsflaschen in der rück-
damit all,
fer der Gewohnheit, Schnapsflaschen in der rückwärtigen Hosentasche mitzuführen, wurde ein Mann, der ausglitt und dem die Splitter der zer-
brochsnen Flasche eine schwer« Verletzung zu fügten. Ein Glasauge, das in der Augenhöhle zersprang, war vielleicht schlecht gekühlt, voll innerer Spannungen. Ein Vater trug sein Kind auf beiden Armen und konnte ein Insekt nicht abwehren, das ihm ins Ohr kroch. In zwei Fällen wurden Männer von allzu zärtlichen Freundinnen die Rippen gebrochen, noch schlimmere Folgen der Zärtlichkeit mußte jener Mann hinnehmen, auf dessen Knien ein Mädchen saß, bis ihm die Beine ein« schliefen; denn als er aufstand, ^verlor er das Gleichgewicht und brach sich beim Sturz den Knöchel. Das Opfer einer Frau wurde jener Tänzer, dem eine Haarnadel feiner Partnerin ins Ohr drang und das Trommelfell durchlöcherte. Ein Ehepaar sah, wie der Hund vom Tisch ein Stück Braten fortholen wollte; beide stürzten sich gleichzeitig auf den Räuber, um ihn wegzujagen, dabei schnitt die Frau mit dem Messer dem Mann einen Finger ab.
Shayli« als ONseUvielev
Charlie Chaplin, der unversöhnlichste Gegner der Ton- und Sprechfilme, zweifelt keinen Augenblick daran, daß der stumme Film verjüngt und erneut aus der Asche wieder erstehen wird. Erst kürzlich wieder versicherte er einem amerikanischen Berichterstatter, daß der stumme Film seinen Platz an der Sonne finden müsse und finden werde, weil
er noch unbegrenzte Vorstellungsmöglichkeiten in Reserve habe. Chaplin glaubt besonders, daß nach seinem neuen Film rund 60 Prozent der gesamten Filmproduktion wieder stumm sein werden. Er weist dabei darauf hin, daß der Sprechfilm heillose Verwirrung in der Industrie angerichtet habe, nachdem er die künstlerischen Werte, wie die mimische Ausdrucksfähigkeit des Darstellers aus feiner Rechnung ausgeschaltet habe. Nur wenige Eingeweihte dürften übrigens wissen, daß Chaplin ein starkes musikalisches Talent besitzt. Er spielt ausgezeichnet Violine und Klavier, für die Komposition benutzt er aber als bevorzugtes Instrument die riesige Orgel im Vorführungssaal, der seinem Arbeitszimmer benachbart ist. Stundenlang sitzt er auf der Orgelbank, während gleichzeitig gewisse Teile und Szenen eines Films auf der Leinwand projiziert werden. Diese Vorführungen werden sooft und so lange wiederholt, bis er den musikalischen Einfall gefunden hat, der ihm eine dargestellte Situation am treffendsten zu illustrieren scheint. Die Verwendung synchronisierter Musik ist die einzige Konzession, die Chaplin der mechanisierten Musik macht. Außer der synchronisierten Begleitung gedenkt er aber auch dieser Begleitung neuartige Klänge einzufügen, die besonders geeignet sind, bestimmte komische Effekte zu unterstreichen.
AttdAvss Tagebüchev - ein eviOüi evndes Dokument
Der erste Deutsche, der die mit außerordentlicher Spannung erwarteten Tagebücher von Andrèe lesen konnte, ist Prof. Dr. Theodor Geiger von der Technischen Hochschule in Braunschweig. Prof. Geiger hat die schwierige Aufgabe der Uebersetzung des gesamten der schwedischen Regie- rungsfommif.fi on vorliegenden Materials ins Deutsche übernommen. Diese wertvollen Dokumente werden allein in dem bei F. A. Brockhaus, Leipzig, Ende dieses Monats erscheinenden Originalbericht „Dem Pol entgegen" enthalten fein. Das Buch soll das erschütterndste Dokument fein, das seit Nansen und Scott in der Entdeckungsgeschichte überhaupt erschienen ist. Prof. Geiger schreibt der „Wissenschaftlichen Korrespondenz": „Straff, nüchtern und bescheiden erzählen Andrée und Strindberg ihr Schicksal. Die herb-männlichen, ja kargen Worte sind mehr als persönliches Vermächtnis. Sie fügen sich zu der polaren Heldensage schlechthin."
Mndsv-Ltntevwelt" in Min
Zu dem welt. —
beispiellosen Word an dem Uhrmacher Ulbrich. — Die Organisation der Sinder-Unler- Die Rummelplätze, die Brutherde der „Cliquen". — 60 verbrecherische Kindercliquen in Berlin. — Die Wedding-Rummelplätze — Bullen und Kühe.
Der beispiellose Mord an dem Uhrmacher, Ulbrich, bei dem ein ibjähriges Mädchen die Hauptmitwirkende war, lenkt die Aufmerksamkeit
Oe^entlichkèft^äuf dte ,, Unterwelt der "Jügèrid-' lichen" oder „Cliquen", wie sie der Fürsorgefach- mannn Herbert Schön nennt. Diese Cliquen sind die Sammelstellen all der jugendlichen Verbrecher, der Knaben und Mädchen im Aller von 12 bis 20 Jahren, die in der letzten Zeit bei zahlreichen Verbrechen beteiligt waren. Es ist kein Zufall, daß der Mordplan an dem Uhrmacher Ulbrich von dem 16jährigen Lieschen und ihren Kumpanen auf einem Rummelplatz am Wedding entworfen wurde, denn die Rummelplätze — besonders im Norden der Stadt — sind Brucherde der Verbrechercliquen, denen fast alle männlichen und weiblichen jugendlichen Verbrecher angehören. Es gibt in Berlin ungefähr 600—700 Cliquen, von denen 60 verbrecherisch sind. Auch wenn kriminelle Jugendliche nicht gerade einer dieser Cliquen angehören, so haben sie doch eine so furchtbare Schule durchgemacht, lernen von den wüsten Mitgliedern der Jugendcliquen, die sich tagsüber auf den Rummelplätzen herumtreiben und werden von chnen zu
Verbrechen aller Art angestiftet, wenn Anstiftung überhaupt noch notwendig ist. Es wäre verkehrt, anzunehmen, daß nur Knaben und Jugendliche bis zu 20 Jahren männlichen Geschlechts in diesen Cliquen vereinigt sind. Die weiblichen Mitglieder spielen sogar hier eine traurige Rolle, denn seltsamerweise zeichnen sie sich durch besondere Rohheit und besondere Ausschweifungen aus. Es ist selbstverständlich, daß in diesen Cliquen allerlei Hörigkeitsverhältnisse herrschen, die z. T. auf körperlicher Kraft, zum Teil auf sexuellen Grundlagen beruhen. Der „Bulle", wie der Führer der Clique heißt, ist eine Art von unumschränktem Gebieter und verlangt nicht nur von den männlichen Mit- gliedern der Clique unbedingten Gehorsam, sondern auch von den „Kühen", wie die weiblichen Mitglieder heißen, die dafür zu sorgen haben, daß der „Bulle" immer über Geld verfügt. Es gibt übrigens auch reine weibliche Cliquen, also Vereinigungen von jungen Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die völlig selbständig auf verbrecherische Unternehmungen aller Art ausgehen, allerdings sich in der Hauptsache damit begnügen, auf den Rummelplätzen Bekanntschaften zu machen und ein in ihrem Sinne lustiges Leben zu
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Es gibt sogar Lokale, in denen nur Mitglieder dieser Iugendctiquen verkehren, und wo sie eine Art von Zuflucht haben Am betonn’
die sogenannte „Klause" im Norden Berlins. Die Cliquen haben z. T. blutrünstige, z. T. romantische Namen. Eine Mädchenclique heißt „Leckermäulchen". Aber auch Namen wie „Jndianerbräute" kommen vor, während sich die Knaben-Cliquen „Blutiger Speer", „Tartarenblut" usw. nennen. Namen von amerikanischen Verbrechern oder Verbrecherstädten sind übrigens besonders beliebt. Die Cliquen ersetzen den Jugendlichen Heimat und Eltern, denn man darf nicht vergessen, daß es sich um zum größten Teil Knaben und Mädchen handell, die durch die Ungunst der sozialen Verhältnisse entweder aus dem bürgerlichen Leben ausgestoßen sind oder trotz ihrer Jugend keine Möglichkett haben, ein geordnetes Leben zu führen und in der Bürgerlichkeit festen Fuß zu fassen. Es sind meist Kinder, die kein Elternhaus haben, uneheliche Abkömmlinge, die Vater und Mutter nicht kennen, entwichene Fürsorgezöglinge, die sich vor der Polizei verborgen halten und wohl schon früher zu allerlei Ungesetzlichkeiten geneigt haben, da sie sonst nicht mit der Fürsorge Bekanntschaft hätten machen müssen. Vielfach sind es aber auch Verführte, die auf Wanderungen das freie Leben dieser Cliquenmitglieder kennengelernt haben und sich nun den Cliquen anschlossen, denn sie sehen nur die falsche Romantik, aber nicht die Smenver- derbnis, die hier droht. Zahlreiche Cliquen sind von vornherein durchaus nicht verbrecherisch, sondern sie sind von Naturschwärmerei und Wanderlust erfüllt und ziemlich harmlos. Gefährlich sind aber die Mitglieder der Kinder-Unterwelt, die überhaupt über keine Zufluchtstätte verfügen, sondern ganz darauf angewiesen sind, auf Gedech und Verderb mit ihren Kumpanen zu leben, irgendwo auf Neubauten oder an anderen windgesicherten Stellen zu übernachten und sich auf alle mögliche Art und Weise die paar Pfennige verschaffen, die sie zum Lebensunterhalt brauchen. Diese Cliquen sind durch das gleiche Schicksal und die gleiche Hoffnungslosigkeit zusammengeschweißt, und aus diesen traurigen Lebensverhältnissen entstehen dann die Pläne zu Verbrechen aller Art, die ihnen als der einzige Ausweg aus der Not des Augenblicks zu einigen besseren Tagen erscheinen. Hin und wieder werden einige von ihnen ge= faßt, und Jugendrichter und Berufsberater können manches Liedchen davon singen, wie kraus und falsch romantisch sich in diesen unreifen Hirnen die Welt darstellt. Auch chre Wahlsprüche, die sie z. T. in
Tätowierungen auf dem Körper tragen, und die etwa lauten: „Leben in Freiheit!" zeigen, daß dich Kinder von einer Räuber- und JndianerromaMik â füllt sind, aber durchaus besserungsfähig und sd- ein gesittetes Leben nicht verloren sind.
^vettzel-Uvosetz
Berlin, 10. Nov. Die heutige Sitzung im Frw. zel-Prozeß beschränkte sich in der Hauptsache auf die Gegenüberstellung des Ersten Staatsanwalts Dr. Fuhrmann mit der Frau des Angeklagten. & handelte sich um die Frage, ob die ersten Proh- tolle, wie es der Erste Staatsanwalt behauptet, die ersten Aussagen der als Zeugen vernommene» Personen einwandfrei wiedergeben, oder aber ob diese Protokolle, wre Frau Frenzel es behauptet, gefärbt sind. Nach der Darstellung des Ersten Staatsanwaltes Dr. Fuhrmann habe Frau Fren, zel seinerzeit ihre Tochter Gertrud als ihr Lieb- lingskind hingestellt, das sie stets besonders gut behandelt habe. Demgegenüber erklärt Freu Frenzel, sie habe jetzt erst gesehen, wie »erlogen Gertrud sei. Deswegen wolle sie jetzt die volle
Wahrheit sagen.
Eine Zeugin, Frau Vogel aus Potsdam, bereit Tochter früher mit den Frenzelschen Mädels befreundet war, sagt aus, daß sowohl Hilde auch Else Frenzel manches Schlechte über Vater mitgeteilt hätten. Frau Vogel habe Kindern anqeraten, Frau Frenzel von den liegenden Dingen Mitteilung zu machen. Zeugin bekundet auf Befragen des Staatsanwalt-, daß sie im übrigen an die Erzählungen der Kin-
wie dm den nor Sie
der ebensowenig geglaubt habe, wie ihr Mann. Der Staatsanwalt teilt dann mit, daß er sich vollkommen erschöpft fühle. Das Gericht beschlich hierauf, die Verhandlung auf Dienstag zu vertagen. Es soll am Dienstag Frau Pfarrer Schon! der Hildegard Frenzel gegenübergestellt werden. Mittwoch und Donnerstag bleiben sitzungsfrei. Wie man hört, soll auch Frenzels Tochter Eh Frau Vogel geaenübergestellt werden. Else ist die dritte Tochter Frenzels. Sie soll belastende Aussagen gegen ihren Vater machen wollen, die bisher noch nicht zur Sprache gekommen seien.
Geheimrat Dr. Goerz f
Berlin, 10. Nov. Gestern starb kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres Geh. Baurat Dr.-Jng. e. h. Hermann Goerz vom Siemens-Konzern. Goerz wurde am 31. Januar 1861 zu Mainz geboren. Nach dem Studium der Elektrotechnik m Darmstadt fand er die erste Anstellung im Jahre 1884 bei den Berliner Elektrizitätswerken. Im Jahre 1886 trat er zur Allgemeinen Elaktrizitäts- Gesellschaft über und 1893 als Direktor zur Firme Siemens u. Halske in St. Petersburg, wo er unmittelbarer Mitarbeiter des Gründers der Russischen Siemens-Gesellschaft, Karl von Siemens, wurde. In dieser Eigenschaft hat er an dem Weiterbau und Emporbluhen der Russischen Siemens- Gesellschaft entscheidend mitgewirkt, deren Leitung er später selbständig übernahm. /
Tierwärler von Löwen zerfleischt
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Stettin, 9. Nov. Der 27jährige Tiei Max Wilhau betrat am Sonntag einen — rasig, den der Schauspieler Dilly Bachmai
vorübergehend auf einem Hofe in der Casias Untergestells hatte. Als der Wärter die drei streicheln wollte, fiel ein Löwe über ihn her, t« ihn zu Boden und verletzte ihn schwer. Die bekè anderen Tiere stürzten sich darauf gleichfalls â den am Boden Liegenden. Auf die gellenden hilft' rufe des Schwerverletzten eilten vier auf dem Hofe befindliche Personen herbei. Unter eigener Lebensgefahr gelang es ihnen schließlich, die wütenden Tiere mit Forken von ihrem Opfer abzuhallen und den Wärter auf dem Käfig holen. Wilhan wurde ft' fort ins Krankenhaus gebracht, wo er aber wenige Zeit später seinen Verletzungen erlag. Die polizeilichen Ermittelungen sind eingeleitet.
Dieder ein Kasfenbote überfallen
Essen, 9. Nov. Ein dreister Raubüberfall wurde I am Samstag abend auf einen 60 Jahre aller I Kassenboten der Deutschen Volksbank in Essen ver- I übt. Als der Bote gerade die Konsumanstalt I Wohlfahrt verlassen hatte, wurde er von einem | unbekannten jungen Manne niedergeschlagen. Der I Täter entriß ihm die Aktentasche mit 11700 Mark, I bestehend aus mehreren Paketen 100=, 50«, 20= und 1 10-Markscheinenn und etwa 200 Mark Silbergeld. Um sich die Verfolger vom Leibe zu halten, gab der Täter auf der Flucht einen Schuß ab, durch den jedoch niemand verletzt wurde.
parabeetefanten gegen Zuschauermenge
London, 10. Nov. Als der traditionelle Festzug j des neuen Bürgermeisters von London sich heute ■ nachmittag an der Universität vorbeibewegte, kam es zu einem Ausbruchsversuch der vier riesigen Elefanten, die, wie gemeldet, in der indischen Gruppe des Zuges mitgeführt wurden. Eines der Tiere wurde auf eine von Studenten emporgehobene große Puppe, die einen roten Löwen darstellte, aufmerksam, stürzte sich auf die Puppe und ergriff sie mit dem Rüssel. Die drei anderen Elefan- ten folgten ihm und brachen gleichfalls aus dem Zuge aus. Die Zuschauer stoben entsetzt nach allen Seiten auseinander. Mehrere Frauen und Kinder wurden von der Menge zu Boden getreten- Im ganjen wurden etwa 20 Personen verletzt Die Wärter konnten die Tiere nach kurzer Zeit beruhigen und wieder in den Zug einordnen.
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Aus unserem November- Programm empfehlen wir:
IVAR ANDRÉSEN
mit grossem Opernorchester, Leitung i Dr, Weissmann P 9534 „Tristan und Isolde", „Tatest du's wirklich" EMMY BETTENDORF mit Orchester
P9535 Hallelujah (Hummel)
Caro mio ben
EDITH LORANO-ORCHESTER
"9531 „Die Czardasfürstin" (E. Kalman), Potpourri
LILIAN HARVEY UND WILLY FRITSCH
in dem Ufa-Tonfilm „Die Drei von der Tankstelle"
B266 Liebling, mein Herz lässt dich grüssen . . . .
Ein Freund, ein guter Freund ....
HARRY STEIER mit Orchester
B12 294 Mondscheinwalzer
Schunkelwalzer
BARNABAS VON GÉCZY
und sein Orchester spielt täglich im Hotel Esplanade
268 Keiner hat dich je so heiss geliebt wie ich . . . ,1
aus dem Tonfilm „Die grosse Sehnsucht"
___________Weisst du, was das ist . . . .1
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