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sGenerwl Anzeiger fiW

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Vana« Stadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Sezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IZ, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Ossertengebühr 50 R-Psg.

ErMungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. z Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ^Geschäftsstelle: Hammerstr. 9 / Fernspr. 3956, 3952,3958

Kr. 284

Mittwoch de«

29. Sstobee

1939

KËz» ^w^w^f^ew

Das Reichskabinett hat gestern die Be ratung der Finanz, und @teu er _'. , die zur Balanzierung des Etats für 1931 not­wendig sind, fortgeführt. Da es sich um nahezu 30 Gesetze handelt, konnte ein Abschluß noch nicht er­zielt werden. Die Beratung wird deshalb am Donnerstag fortgesetzt werden. Morgen findet keine Kabinettssitzung statt, weil einige Minister durch die Sitzung dès Auswärtigen Ausschusses in An­spruch genommen sind. Der Ausschuß will, wie schon in voriger Woche bestimmt wurde, morgen dèe verschiedenen Anträge, die sich auf den Doung- plan beziehen, behandeln, und hierzu ist die An­wesenheit des Ministers des Auswärtigen und des Reichsfinanzministers notwendig.

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Reichspräsident von Hindenburg empfing gestern den französischen Botschafter, der ihm die Teilnahme des Präsidenten der französischen Repu­blik an der Grubenkatastrophe von Alsdorf über­mittelte.

Der Verband Berliner Mstallindu­strieller hat nach einer Mitteilung des Gewerk­schaftsbundes der Angestellten feine Mitgtiedsfir- men aufgefordert, vom 31 Oktober alle Ange­stellten mit Wirkung zum 31. März 1931 z u kündigen. Dann sollen niedrigere Gehälter beantragt werden Da- Schreiben kündigt auch an, daß der Verband Berlin r Metallindustrieller zum 28. Februar 1931 den zurzeit laufenden Gehalts­tarif. kündigen wird und vom 1 April 1931 ab mit niedrigeren Tariflöhnen rechne.

Der Reichsrat wird sich in feiner nächsten Sitzung am Donnerstag nachmittag u. a, mit einer Verordnung zur Senkung der Verkehrs»

Das FlugfchiffOo. X" hat gestern feiner letzten Probeflug gemacht Es wird in den nächsten Tagen zum großen Amerikaflug starten.

Jm Arbeit-zsitstre't der Angestell­ten im engeren Mitteldeutschen Braunkoh­lenbergbau war vom Arbeitgeberverband für den Braunkohlenbergbau nach Ablehnung des Schiedsspruches vom 29 September durch die An­gestelltenverbände die Verbindlichkeitserklärung vom Reichsarbeitsminlster beantragt worden Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr diesen Schieds­spruch für verbindlich erklärt. Danach tritt das bis zum 30 9. 1930 in Kraft gewesene Mehr- arbeitsabkommen für die kaufmännischen und tech­nischen Büroangestellten unter Abkürzung der bis­herigen Kündigungsfrist und mit kleinen Abände­rungen ieber in Kraft.

Die Verhandlungen über. den Abschluß eines neuen Rahmentarifs für die Metall­industrie des Solinger Industrie- bezirks der bisherige Tarif ist vom Arbeit» eroerband zum 31. Okt. gekündigt sind ge- itert. In einer Betriebsräteversammlung berich­tete der Vorsitzende der Verhandlungskommission der Gewerkschaften über das Ergebnis der Ver­handlungen und die Forderung der Arbeitgeber. Er erklärte, daß weitere Verhandlungen zwecklos seien angesichts der Abänderungsforderungen der Arbeitgeber,

Der Parteiausschuß der Sozialde­mokratischen Partei hielt, demVorwärts zufolge, eine Sitzung ab, die sich mit Fragen der Agitation beschäftigte. Es herrschte im Partei- ausschuß Uebereinstimmung darüber, daß die Par­tei jetzt die Aufgabe hat, gegen die nationalsoziali­stische Propaganda aufzutreten. Der Parteiausschuß stimmte ferner einer Vereinbarung zu, nach der die Angestellten der Arbeiterorganisationen ein monat­liches Notopfer leisten, damit arbeitslosen Genossen 'm kommenden Winter eine Beihilfe gegeben wer­den kann.

*

* Bei einem Austand der altmalaiischen Stämme 'm Innern der Insel Formosa sollen 190 Japaner niedergemetzelt worden sein.

Nach einer Funkmeldung aus Havanna hat die Regierung von Kuba ein Umsturzkomplott auf. gedeckt und mehrere Revolutionäre verhaftet, unter denen sich auch eine Reihe von Studenten befinden soll. Die Revolution zütn Sturze der Regierung vor in allen Einzelheiten vorbereitet und sollte noch vor den Neuwahlen stattfinden, die am 1. November zur Durchführung gelangen.

Lage der Arbeitslosen kn rf ist so ernst, daß die Polizisten von eine Sammlung zu ihren Gunsten veran- i setzen, sich

Dis 1 ^ew^or. .,. ........ -

âwyork eine Sammlung zu ihren ^» staltet haben, uni sie in die Lage zu .

Lebensmittel zu kaufen. Die Beträge der Polizisten gehen von einem halben bis zu fünf Dollar. Man wmmt an, daß diese Sammlung in drei Mo- »aten 35 000 Dollar ergeben wird.

*) Näheres stehe im politischen Teil.

Abbruch des Verttuer Sireiss

Ginsiwelllge wiedevaukuahms See Siedelt - «euev Lch edssvr«»

Berlin, 28. Ott. Anler dem Vorsitz des Reichsarbeiksmimslers Dr. Slegerwald fan­den heute im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen mit Vertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Berliner Metallindustrie statt.

Die Verhandlungen endeten mit folgender Ver- embavung:

1. Die Arbeit wird sofort unter den alten Be­dingungen wieder ausgenommen. Maßregelungen aus Anlaß dieses Streiks finden nicht statt.

2. Die Entscheidung der im Schiedsspruch vom 10. Oktober behandelten Fragen erfolgt durch Schiedsspruch einer Schlichdungsstelle. Diese besteht aus drei Unparteiischen, die vom Reichsarbeits­minister nach Benehmen mit den Parteien er­nannt werden.

3. Di« Verhandlungen vor der Schlichtungsstelle sind möglichst bald zu beginnen. Die Entscheidung hat spätestens m der ersten Woche des November zu erfolgen und ist endgültig.

Am Mittwoch den 29. Oktober, setzen sich die Betriebsräte mit den Firmen wegen der Wieder­aufnahme der Arbeit in Verbindung.

vertagt. Zunächst fanden Bespreuungen mit der Vertrauenskommission der Arbeitgeber statt, die aus Generaldirektor Köttgen, Generaldirektor Kremmner, Geheimrat Ernst von Borsia, Rechtsanwalt Oppen­heimer und Syndikus Dr. Lutz sich zusammensetzte. Nachdem in diesem Kreise etwa eine Stunde ver­handelt worden war, wurden die Arbeitnehmer hinzugezogen, die durch Urich und Eckert Deutschen Metallarbeiteroerband, Ortmann

Mussolinis Sankave

Mit seiner großen Rede zur Feier der acht­jährigen Wiederkehr des Faschistenmarsches auf Rom hat Mussolini einen bestimmten außenpolitischen Zweck verfolgt. Er hat Akten­bündel vorgezeigt, die den Beweis für mili­tärische Vorbereitungen gegen Italien erbrin­gen sollen und die aus den letzten vier Jahren stammen. Es versteht sich von selbst, daß der italienische Diktator mit diesen seinen Be­merkungen auf Frankreich abgezielt hat. Italien und Frankreich sind die ernsthaftesten militärischen Rivalen auf dem europäischen Festlande und es ist schon deshalb kein Wun-

der, daß sich der Gegensatz zwischen diesen den Mächten immer mehr zuspitzt. Es

bei­hat

Zu den gestern geführten Verhandlungen wird

vom vom

Gesamtoerband, Bredow vom A. D. G B-, sowie durch den Vorsitzenden des Metallarbeiterverbandes Brandes und das Vorstandsmitglied Tost vertreten

wurden.

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, dürfte den Vorsitz des vereinbarten neuen Schiedsgerichts der frühere Reichsarbeits­minister Dr. Brauns übernehmen.

Die Obleute des Deutschen Metallarbeiter­verbandes werden heute mit den Direktionen über die einstweilige Wiederaufnahme der Arbeit sich ins Benehmen setzen, es ist damit zu rechnen, daß schon

im Laufe des heutigen Mittwochs, spätestens aber am Donnerstag, die Arbeit in sämtlichen Betrieben «r ausgenommen wird und der Streik somit

uvu tjC|Uiii yt.|ui;i4cii <jciyauviunyi.H wt*.w um ^umicisiuy, uns noch ergänzend gemeldet: Die Verhandlungen be- wieder ausgenommen gannen um 17 Uhr, wurden dann aber auf 19 Uhr l nach genau 14tägiger Dauer sein Ende erreicht hat.

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L i e g N i tz, 28. Off. Bei Alk-Beckern ist am Dienstag vormittag der große Satzbach- Damm d u r ch g e b r o ch e n. Die Aluleu setzen die in der Nähe gelegenen Gehöfte unter Wasser. Das Vieh konnte noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Der Schaden, den das Wasser angerichtet hak, und noch anrichten wird, übersteigt alle Befürchtungen. Der Damm hinter der Schleuse, der den gewöhnlichen Wasserspiegel der Katzbach um etwa sechs Meter überragt, war bereits in der Nacht zum Dienstag überspült worden. Das Wasser hatte in den Dammrand tief eingerissen. Noch in der Nacht wurden die um­liegenden Feuerwehren alarmiert. Die Risse wurden mit Sandsäcken ausgefüllt. Das Wasser spülte die Säcke jedoch rasch hinweg. Das nieder gelegene âlein- Beckern stand schon vorher fast vollständig unter Wasser. Noch bis zur letzten Stunde setzte man alles daran, um die katastrophalen Folgen eines Dammbruchs zu verhindern.

Görlih, 28. Okt. Die infolge der anhaltenden Regenfälle eingetretenen Ueberschwemmungen haben in vielen Teilen Schlesiens katastrophale Ausmaße erreicht. Die Neiße erreichte hier heute früh um 5 Uhr einen Höchststand von 3.98 Metern und ist seither langsam im Fallen begriffen. In Görlitz sind mehrere Straßen überflutet. In der Gegend von Freystadt stehen die Ortschaften Strei delsdorf, Luisdorf und Teichhof voll­kommen unter Wasser und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Pioniere aus Glogau sind damit be­schäftigt, die Orte zugänglich zu machen.

3m Löwenberger Kreis erreichte das Hochwaffer gestern abend seinen Höhepunkt.

Wild schäumend rasten die gewaltigen Wasser- massen dahin. Zäune, Holzgerät und Tier- kadaver mit sich führend.

Heute morgen bildete das ganze Bobertal einen langgestreckten See, aus dem einzelne Ge­höfte als einsame Inseln hervorragen. Auch die Bahnstrecke nach Kirschberg ist vom Hochwasser bei Grunau zerstört worden. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Das Dorf Nieder- GörrisseifeN bietet heute früh ein grauenhaftes Bild der Verwüstung.

Zahlreiche Gebäude find unterspült und dem Einsturz nahe.

Die vom Wasser eingeschlossenen Bewohner ver­lebten in den oberen Stockwerken ihrer Häuser eine bange, kalte Nacht. Die Talsperre-Mauer hatte heute früh 10,375 Millionen Kubikmeter Wasser.

Auf sächsischem Gebiet sind in Nieder- oderwitz, Mittelherwigsdorf, Haine- walde. Groß-Schönau, Seifhenners­dorf usw. verschiedene Straßen unpassierbar. Die unteren Stockwerke einzelner Häuser sind überflutet.

Die ganze Gegend stellt eine Kette von Seen dar.

Die beiden Talsperren von Marklissa und Golden­traum sind gefüllt und laufen über. In Ulbersdorf (Kreis Goldberg-Haynau) ist das ganze Deichseltal überschwemmt. Viele Häuser mußten geräumt wer­den. Das Vieh wurde nach höher gelegenen Ställen geschafft. Die Brücke in Niederberg ist völlig über­flutet. Im Waldenburger Bergland hat der seit Sonntag ununterbrochen niedergehende Schneefall erhebliche Schäden angerichtet. Mehrere Landstraßen waren durch die Verwehungen un-

passierbar geworden, so daß der Schneepflug ein» gefetzt werden mußte.

Eine schreckliche Nacht verlebten die Dorfbewoh­ner von Bramberg (Kreis Jauer) Am Montag gegen 10 Uhr kam die Nachricht, daß die Landwirte die in Niederdorf wohnen, das Vieh aus den Ställen holen sollten. In der stockfinsteren Nacht war das Unterbringen des Viehes bei den Nachbarn eine schwere Arbeit. Dienstag früh um M3 Uhr wurde zum Schutz des Neiße-Dammes die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, da das Hochwasser in be­ängstigender Weise stieg. Weite Landstrecken standen unter Wasser und sind für den Verkehr gesperrt.

Wie aus Breslau gemeldet wird, führt auch die Oder starkes Hochwasser, besonders im oberen Teil. Aus dem Hochgebirge wird orkanartiger Sturm ge­meldet. Auch im Flachland find vielfach Böen bis zu 100 Kilometer Stundengeschwindigkeit auf­getreten.

Dev dvßsie rstatzbach-Damm -usch^vocheu

L l e g n i tz, 28. Off. Dienstag mitag ist auch der Schutzdamm zwischen dem Frauenhag und der Um­gehungsbahn bei Pfaffendorf an vier Stellen von den Fluten durchbrochen worden. Das wasser kann ungehindert in das Gelände des Frauenhag, auf dem auch das Telegraphen- und Zollamt steht, ein- dringen. 3m allgemeinen kann gesagt werden, daß das Hochwasser der Kahbach am Nachmittag des Dienstag etwas zurückgegangen ist.

_ Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle (Saale) teilt mit: Durch Hochwasser der Weißen Schöps (Nebenfluß der Spree) ist die Bahnstrecke zwischen Horka und Uhsmannsdorf gesperrt. Der Durchgangsverkehr KottbusGörlitz wird umgeleitet über ÄottbusSorauKohlfurt. Der Ortsverkehr wird durch Pendelverkehr aufrechterhalten.

Einstellung der Oderfchiffahrl

Oppeln, 28. Okt. Das anhaltende Regenwetter hat in Verbindung mit der Rückstauung der in den Unterläufen bereits angeschwollenen Flüsse auch in Oberschlesien Hochwasser verursacht. Bei der Oder wirkt sich der andauernde Regen am meisten aus. Da sie in ihrem Oberlauf den höchsten schiffbaren Wasierstand erreicht hat, wird die Schiffahrt mor- gen eingestellt.

nicht an Versuchen gefehlt, die Gegensätze aus­zugleichen. Aber das Scheitern der italienisch- französischen Flottenverhandlungen zeigt zur Genüge, daß die Spannungen doch viel zu stark sind, um in gegenseitiges Wohlgefallen aufgelöst zu werden. Es ist auch nicht das erste Mal, daß Mussolini als Redner gegen Frankreich vom Leder zieht. Er hat vielmehr in der letzten Zeit wiederholt die Gelegenheit seines öffentlichen Auftretens benutzt, um sich das Herz durch offene oder versteckte Vorwürfe gegen Frankreich zu erleichtern.

In diesem Zusammenhangs gewinnt man dafür Verständnis, daß Mussolini das heuchle­rische Europa geißelt, das in Genf vom Frie­den schwätzt und dabei zum Kriege rüstet. Man versteht es, daß er die Genfer Abrüstungs­komödie ins Lächerliche zieht und die Unhalt­barkeit eines Systems brandmarkt, das be­waffnete und unbewaffnete Staaten als an-

der Friedensverträge fordert, denn der Haupt­nutznießer der Friedensverträge ist eben Frankreich, das auf den Trümmern des Welt­krieges seine Machtstellung errichtet hat.

Viele Sätze in der Rede Mussolinis haben für deutsche Ohren einen angenehmen Klang. Wir sind ganz damit einverstanden, wenn der italienische Diktator die Ungerechtfertigkeit der Friedensverträge betont, wenn er von den Verleumdungen spricht, mit denen man Deutsch­land zu Beginn und während des Krieges überschüttet hat, wenn er die Heuchelei der Genfer Abrüstungsverhandlungen mit Spott übergießt und wenn er für die Rechte der zwangsweise entwaffneten Staaten eintritt. Aber wir werden uns doch vor der Annahme hüten müssen, als ob Mussolini uns hier vor aller Welt die Freundeshand reiche, in die Deutschland nur einzuschlagen brauche, um einen wertvollen Bundesgenossen zu besitzen. Der Faschismus hat nicht umsonst das Wort

von dem heiligen Egoismus geprägt, ganz selbstverständlich, daß es :

eprägt. Es ist Mussolini aus«

'chließlich auf die Wahrung italienischer In­teressen ankommt. Wenn er dabei zur Be­kämpfung Frankreichs Worte findet, die für uns einen angenehmen Klang haben, so dür­fen wir doch nicht vergessen, zu welchem Zwecke sie gesprochen worden sind. Mussolini denkt nicht an eine Revision der Friedens­verträge, soweit sie Italien Vorteile gebracht haben und alle Hoffnungen auf eine tatkräftige Unterstützung Deutschlands durch Italien in irgendeinem Konfliktsfalle haben sich bisher noch stets als eine große Illusion erwiesen. Daran wird sich wohl auch trotz aller schönen Worte Mussolinis nichts ändern.

In Paris hat die Rede Mussolinis wie eine

Bombe eingsschlagen und einen allgemeinen Schrei der Entrüstung zur Folge gehabt.Echo de Paris" zieht die Schlußfolgerung, daß Italien

ememen

sich heute stark genug kühl«, um seinemDrang nach dem Osten" freien Lauf zu lassen. Der Steift feiner Erklärungen sei nur eine Verzierung des Kerns. Die letzten Zweifel feien nunmehr zerstreut. Zwischen Frankreich und Italien tue sich ein Ab­grund auf, den zu überbrücken der Diplomatie nicht leicht fallen würd«. Frage man nach den Grün­den. weshalb Mussolini gerade diesen Zeitpunkt gewählt habe, um seine Redeschlacht wieder zu er« yffnen, so müsse man daran denken, daß am 6. Novsnrber die letzten Vorbereitungen der Ab­rüstungskonferenz begännen und er daher noch einmal darauf Hinweisen wolle, daß die Abrüstung o lange eine Utopie bleibe, bis man den For- lemngen Italiens nicht statigegeben habe. Durch die heftigen Worte des deutschen und österreichischen Faschismus ongestachelt, habe Mussolini sich ausge-

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