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General Anzeiger für^

wan Giadt und Land

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28. Sriovev

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Neue Veegwertstatasteophe im Saavgebiet

Visbev W Tote gezahlt - Zahlreiche verletzte - Steine H»jV»«»s süv etwa 10 noch Lin- geschlossene - Nie Vesache noch unbekannt

Ätwyt ^GsHs^^

Der R eichspx 8 s ident hat sich dem Beschluß des Reichskanzlers und der Reichsminister, bereits ab 1. November d. I. auf 20 Prozent ihrer Gehaltsbezüge zu verzichten, ange­schlossen und dementsprechend dem Reichsfinanz­minister 20 Prozent seiner Gehaltsbezüge zur Ver­fügung gestellt.

Wie der Sozialdemokratische Pressedienst mitteilt, hatte der preußische Ministerpräsident Dr. Otto Braun am Samstag eine längere Unter­redung mit dem Reichskanzler, in deren Verlauf zahlreiche schwebende politische Fragen er­örtert wurden. 3m Laufe der Woche wird der Reichskanzler zunächst mit Vertretern der mittel­deutschen Länder und dann mit der sächsischen Re­gierung Besprechungen führen. Das Ziel dieser Unterredungen ist, für das Finanzprogramm der Regierung im Reichsrat eine möglichst breite Basis zu schaffen und damit den Gang bei den Beratungen dieses Programms im Reichstag zu erleichtern.

Die Ausschüsse des Reichsrats haben die erste

November in Aussicht genommen. Die Verab­schiedung der Wahlreformüorlagè durch das Ple­num des Reichsrats dürfte dann am Donnerstag, 6. November erfolgen.

*

DerMontag Morgen" meldet: Die angekün­digte Ernennung G r z e s i n f k i s z u m B e r-- liner Polizeipräsidenten wird nach einer Mitteilung von unterrichteter Seite im Laufe der kommenden Woche erfolgen. Die vielfach geäuüerté Vermutung, daß Grzesinskis Einzug in das Poli­zeipräsidium, der ursprünglich gleichzeitig mit dem Wechsel im preußischen Innenministerium stattfm- den sollte, auf ernstliche Schwierigkeiten gestoßen sei, entspricht nicht den Tatsachen. Von den maß? gebenden Zentrumsstellen in Preußen ist der Er­nennung Grezesinskis nicht widersprochen worden.

Die Erdbebenwarte Hohenheim bei Stuttgart verzeichnete am Sonntag vormittag 8.15 Uhr und 8.31 Uhr zwei starke Nahbeben, Herdent- fernung 390 Kilometer, voraussichtlich am Fuß der oberitalienischen Alpen. *

* Bei der Beschießung des Hapag- d a m p f e r sBaden" in Rio des Janeiro find 27 Personen getötet worden.

Wie verlautet, soll die Nordpolexpe- d i t i o n der Aeroarktik mit dem Luftschiff Graf Zeppelin" bis zum Jahre 1932 ver­schoben werden, und zwar aus verschiedenen Grün­den. Zunächst aus Rücksicht darauf, daß 1932 das große Polarjahr ist, in dem im Po'.arbassin Beobach­tungsstationen errichtet und eine ganze Anzahl von Polarunternehmungen veranstaltet werden. Ferner wünscht man, daß das neue Zeppelin-Luftschiff L. Z. 128" fertig sein soll, wenn die Nordpolfahrt unternommen wird, damit es als Reserveschiff dienen kann. Die Führung desGraf Zeppelin" soll Dr. Eckener übernehmen. Der endgültige for­melle Beschluß hinsichtlich der Expedition soll in einer Sitzung der Aeroarktik erfolgen, die Ende November abgehalten wird. In dieser Sitzung wer­den die endgültigen Pläne für die Expedition vor­gelegt werden, die sich also dem großen Polarjahr einstigen sollen.

Nach einer Meldung aus Innsbruck wurde vor Beginn einer sozialdemokratischen Versammlung, in der der österreichische Abgeordnete Dr. Bauer sprach, unter der Rednertribüne eine Bombe mit Zündschnur gefunden, die von politischen Gegnern derart angebracht worden war, daß es dem Täter, der die Zündschnur in Brand setzen wollte, gelungen wäre, durch eine Hintertür zu entkommen. Es sind mehrere Ver­haftungen erfolgt. Gleich nach Eröffnung der Ver- ammlung wurden Stinkbomben geworfen, so daß

Frauen in Ohnmackst fielen.

_ Die Berliner russische ZeitungRul" bringt die Reibung, daß Storno nja kow, der frühere lahrelange Leiter der russischen Handels- Abteilung in Berlin, der Räteregierung ^slgeteilt habe, daß er nicht mehr zurückzukehren beabsichtige. Er will sich verpflichten, sich politisch mcht zu betätigen, falls er wie der frühere Leiter er Staatsbank, Scheinmann, eine Pension erhielte..

Die neue LrauerSolfchaft

Saarbrücken, 26. Otf. Am Samstag um 15.30 Uhr ereignete sich im Hauptquer­schlag der vierten Tiefbau-Sohle der Schachtanlage Maybach bei Ariedrichstal 12 Kilometer nördlich von Saarbrücken eine Schlagwetter explosiv». Bis Sonntag abend 6 Uhr waren aus dem Unglücksschacht 91 Tote geborgen. Nach zuverlässigen Informationen befinden sich noch etwa 10 Bergleute in der Grube, von denen man kaum annehmen kann, daß sie noch am Leben sind. Die Zahl der Verletzten beträgt 50, davon 30 Leicht- und 20 Schwerverletzte.

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Die Hügel über den 262 Gräbern in Als­dorf waren noch nicht geschichtet, die Ange­hörigen der auf Anna II verunglückten Berg­knappen standen noch trauernd vor den Gräberreihen auf dem neuen Friedhof in Als­dorf, die in Preußen auf Halbmast gesetzten Flaggen waren noch nicht eingezogen, als am Samstag vom Saargebiet her die Nachricht kam: Schlagwetterkatastrophe auf Grube Maybach. Deutschlands Schicksal

Saarlandsschicksal! Bergmannslos!

Die ersten Meldungen ließen nicht in vollem Umfang erkennen, was sich am Samstag um abgespielt hatte. Im Hauptquerschlag her vierten Tiefbausohle habe sich eine Schlag- wetterentzündüng ereignet, vier bis fünf Ver­letzte seien geborgen. Aber stutzig wurde man schon durch die Tatsache, daß eine große Zahl Bergarbeiter genannt wurde, etwa 90, die unter Tage eingeschlossen waren. Die Oeffent- lichkeit hat gerade in diesen Tagen erfahren, was es heißt, Bergleute find im Schacht einge­schlossen, und bildete sich gleich ihr Urteil selbst, ehe ihr weitere Nachrichten vorlagen. Und es dauerte Stunden, bis Saarbrücken neue Ein­zelheiten meldete, da die Verwaltung vor­läufig schwieg. Dann hieß es, 4 Tote, 20 Ver­letzte, darunter 5 Schwerverletzte, seien ge­borgen. Die Zahl der Toten stieg dann, und in später Nachtstunde kam die Meldung, daß wahrscheinlich alle verloren seien und mit rund 90 Toten zu rechnen sei.

Am Sonntag morgen fand dann diese Annahme ihre Bestätigung. Wieder rund 100 Tote! Wieder schweres Leid, für das es kein Maß gibt, mit dem es gemessen werden könnte. Viel Jugend soll unter den Opfern sein. Als wir durch die Todesschrecken des Krieges gingen, waren sie noch Kinder heute sind auch sie in dem Kampf gestorben, der nie enden wird.

Am Mittwoch vormittag 10 Uhr wird die Verlesehalle in eine Kapelle sich wandeln, der

An der Lln

Saarbrücken, 26. Okt. Das Unglück geschah gegen 15,30 Uhr. Niemand im Verwaltungsge­bäude hörte die Entzündung, die sich mit großer Wucht in der Tiefe ausgewirkt hat. Gegen 16 Uhr bemerkten Bewohner von Quierschied, wo ein Luftschacht der betroffenen Sohle ist, dichte Rauchwolken, die aus dem Wetterführungs­schacht herausdrangen. Die Bevölkerung sammelte sich erregt in großen Scharen, die zu Unmengen anwuchsen, an der Zeche, die ziemlich weit abliegt von den nächsten Wohnsiedlungen, hineingebettet in bergiges und waldiges Gelände. Von den Höhen zogen sie herab, auf dem Talgrunde kamen sie heran, zu erfahren, ob ihre Ahnung sie nicht be­trogen habe. Die ersten leicht erreichbaren Toten lagen mittlerweile schon geborgen da.

Die Verwaltung nimmt an, daß sich im Flöz 4A der vierten Tiefbausohle eine Schlag- wetterkohlenstaubexplosion ereignet hat. In Frage kämen schlagende Wetter und eine dar­auffolgende Kohlenstaubentzündung, vermutlich aber beides zusammen.

Die beiden Abbauflügel der Steigerabteilung 9 wurden von der Explosion durcheilt. Diese konnte auf die beiden benachbarten Abteilungen nicht übergreifen, da die Gesteinstaubsperren in Tätig­keit traten und auch die Gesteinstaubtrennung das weitere Umsichgreifen der Explosion verhinderte.

Bischof Dr. Bornewasser von Trier wird die Totenmesse für die Entschlafenen aus der Grube Maybach im Saargebiet lesen. Dann kehren sie heim, ein jeder dorthin, woher er kam. Ein schmerzhaftes Valete, ein er­schütterndes und alle erschütterndesMiserere Domine!" Das wird es sein . . .

Bevsams ètbe LNitieilnns übsv das Gru enungMtk

Saarbrücken, 26. Ott. Das Oberbergamt teilt mit: Am Samstag, 25. Oktober gegen 15.30 Uhr ereignete sich im Flöz 4a der vierten Tiefbau- ! johle der Grube Waybach eine Schlagwekterkohlcu- staubexplosion. Die beiden Abbauflügel der Stei­gerabteilung 9 wurden von der Explosion durcheilt, die auf die benachbarten Abteilungen nicht übergreisen konnte, da die Gesteinsstaubsperre das weitere Um­sichgreifen der Explosion verhinderte. Da die Wetterführung nicht gestört wurde, konnten die Retkungsarbeiten sofort ausgenommen werden.

Bis Sonntag vormittag 10 Uhr waren 8 2 Tote und 2 4 Verletzte geborgen. 3n den bei­den Abbauflügeln befinden sich noch sieben Tote, die wegen der heceingebrochenen Gesteinsmassen nicht geborgen werden konnten.

Die bergbaupolizeiliche Untersuchung, die sofort eingeleilek wurde, hat bis jetzt noch keine Klärung der Ursache der Explosion erbringen können.

ArrteLbrschung -ev Bev ungsarbe ien

Saarbrücken, 26. Okt. Die Bergungs­arbeiten in der Grube Maybach mußten heute gegen Abend unterbrochen werden, da die Hitze vor Ort so groß ist, daß die Rettungsmann­schaften nicht mehr zu arbeiten vermochten. An eine Rettung der in der zu Bruch gegangenen Strecke verschütteten Opfer ist infolgedessen nicht mehr zu denken.

Einschließlich der im Lazarett Verstorbenen werden jetzt 91 Tote gezählt, die Zahl der in der Grube noch Verschütteten schwankt zwischen 4 und 9, so daß die Zahl der Opfer nicht über 100 hinausgehen dürfte.

X ung/ückssfe/fe

mit großem M u t dem drohenden Qualm und den Nachschwaden entgegen. Oft . mußten sie zurück, weil sie selbst in stärkste Lebensgefahr gerieten, aber immer wieder drangen sie vor. Sie gelangten zum großen Teil durch die 3. Sohle über einen Brems­berg auf die vierte Tiefbäusohle und erreichten so den Hauptherd der Explosion in Abtei­lung 9. Diè Strecke ist hier zu Bruch gegangen auf 300 bst 400 Meter. Kein Stempel, kein Holz steht hier mehr.

Die Verwünstungen sind schauerlich Die Mannschaften gingen unter stärkster Gefahr bis zum Ende der Strecke. In der letzten Nacht wurden cor Ort am Hauptherd keine Toten mehr gefunden. Aber Vermißte sind gemeldet, und unter den Trümmern und an den einzelnen Arbeitsstellen liegen bestimmt, wie auch die Verwaltung zugibt, noch Leichen. Aber starke Hitze, Rauch und Gas erschweren in stärkstem Maße die Such- und Aufräumungsarbeiten. Heute in den frühen Mor­genstunden vollbrachte eine Rettungsmannschaft eine beispiellose Heldentat. Unter größten Mühen und Anstrengungen konnte sie vier sehr schwer Verlegte bergen und sie über Trümmerhaufen, durch Rauch und stickige Luft aus dem dunklen Schacht her ausbringen. Auf Lebende hatte man wirklich nicht mehr gehofft. Leider sollen von diesen armen Menschen drei bereits ihren schweren Ver­letzungen erlegen sein. _

Am Sonntag stieg die Gefahr in den Stollen für die Rettungskolonnen so stark, daß die Arbeiten zeitweise unterbrochen werden muß­ten Die Leute sind überdies überanstrengt und erschöpft. Mit der letzten Kraft schleppten sich manchmal die Sanitäter mit ihren Rettungsgeräten ans Tageslicht und brachen dann zusammen. Auf der Tragbahre fortgetragene Sanitäter bildeten keine Seltenheit. Erschütternd war es, wenn die Kolonnenmitglieder, schweißtriefend und voller Kohlenstaub im Gesicht, aus der Grube kommen mit leeren Händen und berichten, hier und dort liegen Leichen, an die sie nicht heran künnren, trotz stunden­langem Bemühen. Auch will man verzweifeltes Klopfen von einigen Eingeschlossenen gehört haben, denen man bis zur Stunde leider noch nicht helfen kann. In der Verlesehalle der Grube liegen

die bisher geborgenen etwa 90 Toten

in Reih und Glied auf Stroh gebettet. Weiße Leinentücher bedecken ihre entstellten Gesichter, ihre verstümmelten Körper. Blumen brachten die Ange­hörigen, die draußen in großer Zahl das Gitter um­lagern, das den Eingang zur Zeche verwehrt. In kleinen Abteilungen werden sie zugelassen. Sie wanken hinein. Wieder diese trauigen Szenen miejn Alsdorf, Schreikrämpfe, Heulen und Wimmern. Sa­nitäter und Polizeibeamte stützen umsinkende Frauen, trösten weinende Kinder. Plötzlich gellende Kommandorufe in der Verlesehalle. Was ist los? Draußen versuchte die Menschenmenge ohne An­wendung von Gewalt die Absperrung zu durchbrechen, die Masse rückte auf das Tor zu: schneller vorgelassen wollte sie werden zu ihren Toten. Verzweiflung und Schmerz hatten sie ge­trieben. Der Eingang zur Verlesehalle wurde ge­schlossen, eine dichte Kette von Beamten hielt Wache, und dann warteten sie wieder geduldig, bis sie an

Die bergpolizeiliche Untersuchung, die sofort eingeleitet wurde, hat bis jetzt noch keine Klärung der Ursache der Explosion erbringen kön­nen. Selbst unter Tage hat man teilweise die Ent­zündung nicht vernommen, da sie örtlich begrenzt liegt. Der in Mitleidenschaft gezogene Hauptquer­schlag der vierten Tiefbausohle liegt etwa 600 Meter tief.

Die ganze Abteilung 9, die mit 91 Mann statt mit 160 wie sonst eingefahren war, starb den Bergmannstod. Die Arbeitskolonne war bis auf wenige Schwerverletzte dem Tode ver­fallen.

Insgesamt waren 778 Mann eingefahren. Die gefährdete Abteilung 3 rettete sich dem Jungwald- schacht zu. Vermißt werden insgesamt noch etwa, 12 bis 15 Knappen, die in die Reichweite der Ent­zündung gerieten und von denen acht schon als tot festgestellt, aber noch nicht heraufgebracht werden konnten. Zu den Todesopfern kommen noch vier bis fünf schweren Verletzungen Erlegene. 25 Schwer­verletzte liegen noch in den Krankenhäusern, von denen wohl leider noch einige sterben werden. D i e Opfer sind meist schwarz verbrannt, andere erstickt oder von zufammenbrechenden Stempeln erschlagen und zerquetscht.

Die Rettungsmannschaften, Knappen, Feuerwehrleute und Sanitäter, gingen

Die heutiae Nummer umfavt 10 Seite«