Nr. 246
Montag, den 20. Oktober 1930
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Das «vankenbaus ««es Woikelbewachuns wird das Srankenasyl Diamonds in die Lust gesprengt? — Diamond soll wieder abgeschoben werden
I Aewyork, 18. Okt. Jack Diamond, der durch die I Jugeln rachsüchtiger Rivalen schwer verwundete I Newyorker Alkoholschmuggler, soll wieder einmal I als unwillkommene Persönlichkeit abgeschoben wer- I dm. Diamond ist dank seines bewunderungswer- I M Lebenswillens der unmittelbaren Lebensgefahr I entronnen. und schon wollen ihn seine Aerzte los- tserben, weil sie nach der gestrigen Attentatsdrohung Newyorker Berbrecherbanden befürchten müssen, daß das gesamte Krankenhaus mit Bomben in die Lust gesprengt wird. Bedeutungsvoll hat die Kran- lmhausleitung der Polizei mitgeteilt, Diamond sei stulsportfähig, und könne an ebnen anderen Ort âbergeführt werden. Die Polizei tat dem Kran- ' tenhaus jedoch nicht den Gefallen, sie erklärte, sie wolle nichts von Diamond, dieser sei Patient und sein Gefangener. Die Aerzte des Hospitals sind über den Fall Diamond völlig ratlos. Don dem Augenblick an, als Diamond vor einer Woche schwer verwundet eingeliefert wurde, ist die bis dahin peinlich beachtete Hausordnung einfach über den Haufen geworfen worden. In den stillen Kran- kenhaushallen hört man jetzt die schweren Schritte der im Innern postierten Polizeibeamten und alle Ligenblicke kommen und gehen Polizeikommissare ober versuchen Zeitungsleute, sich Zugang zu Diamond zu verschaffen. Seit dem gestrigen telephonischen Anruf über das bevorstehende Bomben- attentat lebt das Krankenhauspersonal trotz des starken Polizeischutzes in und vor dem Gebäude in ständiger Todesangst und auch die amerikanische Üeffentlichkeit erwartet mit großer Spannung, ob die Verbrecher es tatsächlich wagen werden, den Anschlag aus das Krankenhaus durchzuführen.
Ammer noch Sklavenhandel
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Ein neuer Sivatzenbahnivv in Dresden
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Tod vor dem Mikrophon
Berlin, 18. Okt. Im Senderaum der Berliner
Funkstunde erlitt heute nacht der Dirigent des "ter Julius Einöds-
Nachtkonzerts, der Kavellmeist
Hofer, während der Sendung eines Konzerts einen Herzschlag, dem er sofort erlag. Gegen 23,45 Uhr hatte der Regisseur der Funkstunde ein Musikstück
angekündigt. Er wollte, wie üblich, während des Spiels den Senderaum verlassen, als er bemerkte, das Einödshofer plötzlich zusammenbrach. Ein Arzt
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konnte nur noch den Tod des Dirigenten feststellen. Das Konzert mußte abgebrochen werden. Den Hörern gegenüber wurde die Störung mit einem „Unwohlsein" des Dirigenten entschuldigt. Einödshofer hat ein Alter von 67 Jahren erreicht. Er ist vor allem durch das Spiel von Militärmärschen bekanntgeworden. In den letzten Jahren hatte ein Orchester gegründet, mit dem er oft im Rui funk gespielt hat.
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Ein Filmdirektor beim Kunstsliegen tödlich verunglückt.
Aus Berlin wird gemeldet: Der Mitinhaber der Maxim-Fftmgsftllschaft, der Direktor Paul Dbener, stürzte bei einem Kunstflug mit seinem ^VLr^y.-kijs.l 1^,2 /VI t^t STß.n.W-ä^ /-M*Ä A.VvtAv ^nihißf Mifirt ^QQ
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ener war auf der Stelle tot. Das Flugzeug wurde vollkommen zertrüm- mert. Nach einer weiteren Mitteilung soll der Absturz darauf zurückzuführen fein, daß eine Tragfläche des Flugzeuges abbrach.
Todesfahrk auf dem Rübenwagen.
Eilenburg, 18. Okt. Auf der Landstraße nach Halle bewegte sich ein von einem Trecker gezogener Rübeuwagen. Mehrere HaUdwerksburfchen, die ein Stück mitfahren wollten, sprangen auf den Wagen. Einer von ihnen, der Arbeiter Joseph Fuhrmann aus Hindenburg (Oberschlesien) stürzte dabei ab und wurde so schwer verletzt, daß er bald darauf starb.
Eisenbahnunfall im Bahnhof Opladen
Sklavenhandel! Heute, im Zeitalter des Luftverkehrs und des Radio! Ist denn so etwas iroch möglich I Es klingt unwahrscheinlich, ist aber dennoch wahr, daß die Zahl der Sklaven, die es in der heutigen Welt gibt, in die MUronen geht. Seit einem Jahrhundert beschäftigt sich die Zivilisation mit der Abschaffung dieses abscheulichen Gewerbes. Im Jahre 1830 verbot Brasilien als erster Staat auf Grund eines Vertrages mit England den Sklavenhandel; im geheimen wurde der Negerhandel immer noch getrieben, und der Absatz der vorhandenen farbigen Sklaven erfolgte hauptsächlich in den amerikanischen Staaten und Kolonien. Im selben Jahre hat die britische Regierung sämtliche Kronsklaven ihrer Kolonien freigegeben. Im Jahre 1833 erfolgte die völlige Emanzipation der Sklaven in den englischen Kolonien gegen Entschädigung der Plantagenbesitzer mit der damals ungeheuren Summe von 20 Millionen Pfund. Erst im Jahre 1848 wurde — nach der Revolution — die Sklaverei in den französischen Kolonien abgeschafft. Nach dem amerianischen Bürgerkriege gab es in den Vereinigten Staaten offiziell keine Sklaven mehr; in Afrika und Asien blühte der Sklavenhandöl bis zu Ende des 19. Jahrhunderts in nahezu offener Form weiter. Trotz der Maßnahme der engilschön Regierung waren in . Zentrala-frika Sklavenhandel in der abscheulichsten und grausamsten Weise eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Entsetzliche MenlschenDwubzüge, die ganze Länderstriche verödeten, waren der Schrecken der schwarzen Bevölkerung. Sklaven wurden aus -Zentral- afriba nach Marokko, Tunis und Tripolis, teil« weise auch nach Aegypten ausgeführt. An der ost- afrikanischen Küste waren es seit jeher arabische Sklavenhändler, die den widerwärtigen Negerhandel betrieben und ihre Beute auf Sklavenschiffen weiter fortschafften. Die Sklave njagden sind durch Forschungen von Livingstone und Stanley der ganzen Welt bekannt geworden. In Sansibar, der berüchtigten Zentrale des Sklavenhandels, ist der Sklavenhandel erst im Jahre 1897, nachdem es unter das Protektorat Groß-Britanniens gekommen war, gesetzlich abgöschaifst worden.
Die Abschaffung der Sklaverei in Deutsch-Afrika ist von dem Fürsten Bismarck im Januar 1889 dem deutschen Reichstag zur Diskussion gestellt worden. In durchgreifendster Weise wurde die Bekämpfung des afrikanischen Sklavenhandels erst ermöglicht durch die auf Einladung des Königs von Belgien zufammengetretene Brüsseler Konferenz im Sommer 1890.
Jehl ist die Frage des Sklavenhandels wieder aktuell geworden.
Der soeben veröffentlichte Bericht der Völker- buNdskommifsion für die Bekämpfung des Sklavenhandels enthält aufschlußreiche Berichte von Missionaren. Diese Berichte stellen einwaNdfrsi fest, daß die Zahl der Sklaven 10 Millionen erreicht. Im Auftrage der Genfer Kommission wurde vor kurzem die Küstenstrecke um das 91 öle Mer unterlucht. Diese Strecke ist der Schlupfwinkel der Sklavenhändler seit Menschengedenken. Ein STbS^
Segler im Roten Meer bemerkte, der auf sonderbare Art bewaffnet zu sein schien. Ein Wald von Gewehrläufen lugte über die Reeling. Das Schiff der Kommission näherte sich dem verdächtigen Fahrzeug. Es gelang, mit großer List, die Erlaubnis zu erlangen, an Bord des geheimnisvollen Schiffes zu gehen. Der Bssuch brachte erschreckende Tatfachen ans Licht.
Der ganze Schiffsraum war mit gefangenen Kindern und Frauen vollgestopft.
Keiner von den Leuten, die den Geheimagenten der Kommission als Sklavenhändler bekannt sind, befand sich jedoch an Bord. Nur die Opfer waren es, die man auf eine kleine Insel in der Nähe der abessinischen Küste bringen sollte. Es gelang den Mitglieder n der Kommission, an dieser Insel zu landen. Es ist ein kleiner Landfleck vulkanischen Ursprungs, wild und öde. Kein menschliches Leben regt sich auf dieser einsamen Insel, die furchtbare Atenfèchnleiden verbirgt. Hier warten die unglücklichen Opfer des Sklavenhandels auf ihre weitere Aotmnsportierung.
Ls stellte sich heraus, daß Menschenraubzüge in das Innere des afrikanischen Landes, genau wie vor 50 Jahren, heute noch unternommen werden.
Die Gefangenen — meistenteils sind es, wie ge- jagl, Kinder und Frauen — werden sogenannten Sklave ntreilbern übergeben. Die unheimlichen Transportzüge gehen des Nachts vor sich. Die Opfer müssen lange Strecken ohne Rast zurücklegen, wobei sie oft weder Speise noch Trank bekommen. Nachts werden die Sklaven auf arabische Schiffe geladen, die an versteckten Orten an der Küste lauern. Die Reift geht dann nach der Sklaoeninsel im Roten Meer, wo an bestimmten Tagen ein regelrechter Sklavenmarkt abgehalten wird. Sklavenhändler finden sich ein und taufen ihre Leute. Ist der Handel perfekt, so werden die gekauften Sklaven an einen Ort der Küste verschifft, wo sie von Käufern in Empfang genommen werden.
Der Sklavenhandel ist, obwohl ein lleberbleib- fei des finstersten Mittelalters, nach den Methoden der modernen Zeit glänzend organisiert.
Er ist in einem richtigen Trust der Straßenhändler verkörpert, der seine Filialen und seine Agenten sowohl in Afrika als auch in Asien hat. Die Zahl der Agenten beträgt meiere Tausende. Die Einnahmen sollen außerordentlich lohnend sein, wobei allerdings auch die Unkosten hoch genug sind. Die Arbeit wird geradezu nach den Grundsätzen der wissenschaftlichen Organisation geleitet. Die geheimen Sklavenhändler haben die besten Verbrn- idungen in der bürgerlichen Gösellschäst und sind oft iMstgliöder von Wohltätigkeitsveveinen und wirtschaftlichen Unternehmungen. Eine Filiale des .SklavenhäilÄlertrusts beschäftigt sich z. B. ausschließlich mit Wohltätigkeit. Sie veranstaltet einen Pilgerzug nach Mekka und scheut sich nicht, lockende Inserate in Zeitungen und auf Plakaten unterzu- bringen. Das Inserat sftht vollkommen harmlos «aus und gleicht der Einladung eines Touristenbüros zu einer Gesellschaftsreise. Die Unkosten sind minimal und die Bedingungen sehr günstig. Es melden sich selbstverständlich zahlreiche Pilger, hauptsächlich Frauen. Der Pilgerzug setzt sich in Bewegung und wird an einer öden Stelle in der Wüste überfallen.
Junge Frauen werden weggeschleppl, während die arrderen Pilger ihrem Schicksal überlassen werden.
liebt alles^ Wieder .einmal ganz Äch" aus Ist es ein Wunder, wenn sin Pilger- zug in der Wüste von Räubern überfallen wird?
Die Sklavewhänidler gshen nach dem Beispiel der Ehlvagoer Verbrecher vor. Es ist schwer, Beweise gegen ihre menschenunwürdige Tätigkeit aufzubringen. Die Genfer Kommission wird noch viel zu tun haben, che der Sklavenhandel, dem die Lebensverhältnisfe in Afrika und in Asien oft äußerst günstig sind, ganz verschwindet.
Der spitze Triebwagen in der Montage-Halle
Der Wagen ist mit 4 starken Motoren und drei osrschiödenen Bremsen ausgerüstet. Das Wageninnere ist ein einheitlicher, ungeteilter Raum und mit Gummi-Fußbodenbelag, bequemen Ledersitzen, tiefliegenden Fenstern mit Tischchen daran ver- sthen. Das Bemerkenswerteste an dem neuen Magentyp .ist, daß er vorn unlb hinten spitz ausläuft
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Wuppertal, 19. Okt. Bei der Einfahrt in Bahnhof Opladen entgleisten um 14.04 Uhr an Einfuhrweiche infolge vorzeitiger Umstellung Wèiche zehn Wagen des Güterzug^s 6062. Drei fielen um. Die letzten fünf Wagen rissen ab und liefen auf den im Gleis 36 stehenden, zur Abfahrt vorbereiteten Personenzug 423, der noch ohne Lokomotive war, auf. Dabei wurden zwci^Elirnbahn- tediensiete nichr unerheblich verletzt. Sie wurden sofort in das Krankenhaus übergefichrt Der Personenverkehr erlitt geringe Verspätungen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
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Zwei Brüder unter Mordverdacht verhaftet
Düren, 19. Okt. Die Aachener Kriminalpolizei verhaftete gestern abend im benachbarten Gürzenich die 38- und 40jährigen Brüder Johann und Martin Muhren, die dringend verdächtig sind, am 26. Juni 1927 die 40jährige Adele Franken in Gürzenich ermordet zu haben.
Ein Alarmruf der Stadtverwaltung Bottrop.
Bottrop, 18. Okt. Die Stadtverwaltung Bottrop kündigt unter Hinweis aus die. durch die Lage im Bergbau beim DöMoWmachungskommisfar beantragte Stillegung der Schachtanlage Arenberg- Fortisetzung an, daß sie mit der Geifahr einer Ein- sièllung ihrer Zahlungen rechnen müsse. Der un- Sedeckte Fehlbetrag werde sich voraussichtlich auf 1125 000 RM belaufen. Das WohnungseleUd Mvfiis durch die Exmittierung entlassener Bergleute Mastrophal werden. Die Stadtverwaltung ersucht “j5 Staatsministerien alles zu tun, um die Zechen- Mtegwng zu vermeiden oder hinauszuschisben.
Folgenschwerer Slraßenbahnzusammenstoß bei Wien
Wien, 19. Okt. In Untersievering fuhr heute abend ein Wagen der Straßenbahn mit voller Wucht in einen haltenden Triebwagen hinein. 12 Personen wurden schwer und 8 leicht verletzt. Die beiden Wagen hatten sich derartig ineinander verkeilt, daß die Feuerwehr das Verkehrshindernis beseitigen mußte. Ueber die Ursache des Unglücks herrscht noch Unklarheit.
Zwei Touristen verunglückt
Meiningen, 19. Okt. Von drei Touristen, die eine Besteigung des MiUelhorns unternommen hatten, sind unterwegs zwei abgestürzt. Eine Rettungskolonne sucht nach den Verunglückten, die aus Meiningen stammen.
Raubüberfall auf einen Postzug
Breslau, 19. Okt. Auf den Personenzug 820 wurde am Samstag in den späten Abendstunden in der Nähe von Striegau ein Raubllberfall verübt. Als der Zug gerade den Bahnhof Rohnstock verlassen hate, sprangen zwei maskierte Männer auf den Postwagen, schlugen den dort anwesenden Ober- postschaffner nieder, knebelten ihn und räubert 9500 RM in bar. Darauf sprangen die Räuber wieder vom Zuge ab und sind unerkannt entkommen.
Auf die Flurhüter geschossen
Unter der Anklage des versuchten Totschlages hatte sich der 37jährige Schlosser Max Bauer aus Sonneberg vor dem Halleschen Schwurgericht zu verantworten. Er hatte am 6. Juli in Eisleben, als ihn der Flurhüter Conintzki wegen eines Einbruchdiebstahls verfolgte, eine Pistole gezogen und auf den Flurhüter geschossen. Die Pistole versagte jedoch und der Flurhüter konnte den Einbrecher überwältigen. Das Gericht erkannte auf zwei
Jahre und drei Monate Zuchthaus und drei Jahre Ehrenrechtsoerlust.
Ein Bauunternehmer legt Brände an, um sich Aufträge zu verschaffen
In Oßmannstedt bei Weimar brannten dieser Tage die Scheunen der Landwirte Kellner und Michael nieder, nachdem erst zwei Wochen vorher die große Scheune des Rittergutes einem Brande zum Opfer gefallen war. In allen Fällen wurde Brandstiftung angenommen. Diese Annahme hat sich bestätigt, denn der Brandstifter konnte bereits festgestellt und verhaftet werden. Es ist der Bauunternehmer Otto Krause in Oßmanstedt, der die Brände angelegt hat, um sich Bauaufträge zu verschaffen. Daß der Brandstifter von Oßmannstedt so schnell ermittelt werden konnte, scheint darauf zurückzuführen fein, daß bei einem ehelichen Streit die Missetaten des Bauunternehmers zur Sprache gekommen und dabei an die Oeffenlichkeit gedrungen sind.
Großfeuer in einem Kaulschuklager in Lüttich
Lüttich, 17. Okt. In einem Kautschuklager brach heute ein Feuer aus, das sich so schnell ausbreitete, daß bald das ganze Gebäude in Flammen stand. Die Arbeiter suchten sich zum Teil dadurch zu retten, daß sie aus den Fenstern auf die Straße sprangen. Zehn Personen werden als verletzt gemeldet. Durch den Luftdruck verschiedener Explosionen, deren Ursachen noch nicht geklärt sind, wurden alle Fenster der umliegenden Häuser zertrümmert. Die Löschung des Brandes war in den Nachmittagsstunden noch nicht gelungen. Es wird befürchtet, daß noch weitere Opfer in dem brennenden Gebäude eingeschlossen sind.
Ueberfall auf den Kassierer des Laibacher Zollamtes
Belgrad, 17. Oktober. Wie aus Laibach gemeldet wird, drangen heute abend drei Männer in den
Kassenraum des Zollamtes ein und verletzten den Kassierer Panteltitsch durch mehrere Revolverschüsse. Auf die Detonationen hin eilten die Beamten des Zollamtes herbei, worauf die drei Männer die Flucht ergriffen. Panteltitsch ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Die Polizei hat sofort die Untersuchung des Falles ausgenommen.
Ausländische Aukobesuche in Deutschland.
In ber Zeit vom 1. Juli 1929 bis 30. Juni 1930 Überschritten 108119 Kraftftchrzöuge, die im Ausland beheimatet sind, die deutsche Grenze. Davon haben die Personenkraftwagen mit 92 787 oder 85,8 Prozent den größten Anteil; die Krafträder sind mit 10 251- oder 9,5 und die Lastkraftwagen mit 5081 öder 4,7 Prozent beteiligt. Gegenüber dem Vorjahre hat sich die Zahl der Kraftfahrzeuge, die Deuitschlands-Grenze überschritten, um. 41,7 Prozent vermehrt, besonders stark haben dabei die Mfe top M EöGâ zugeno.nni.cil. Ä meisten Kraftfahrzeuge- kamen aus den Niederlanden, dann folgen die Schweiz, die Tschechoslowakei, Oesterreich, Frankreich, Dänemark, Belgien, England, Polen, Danzig, Italien, Luxemburg und ichließlich die Bereinigten Staaten von Amerika. Oesterreich und die Tschechoslowakei, die bisher nur einen geringen Bestand an Kvaiftfahrzeugen aufzu- weifen hatten, haben in letzter Zeit stark aufgeholt. Die Zahl der aus diesen beiden Ländern ins Deutsche Reich gekommenen Kraftfahrzeuge ist um 59,5 bei Oesterreich und 59,3 bei der Tschechoslowakei gestiegen. . Während bei allen anderen Staaten eine Zunahme der nach Deutschland gekommenen Kraftfahrzeuge ftstzustellen ist, ist allein bei Polen eine Abnahme, und zwar um 1,7 Prozent (im Vorfahre 4 Prozent), zu verzeichnen. Innerhalb des ganzen Jahres zeigt der Monat August die größte Zahl von Grenzüberschreitungen frember Fahrzeuge; dies gilt naturgemäß von den Personenkraftwagen und Krafträdern. Die vier Reisemonate Mai, Juni, Juli,, August umfaßten zusammen 57,5 Prozent aller gezählten Fahrzeuge.
Lin Massenmörder — auf dem Papier
Mit fünfzig falichön Stempeln aller Behörden gelang es einem Betrüger, der kürzlich in Köln festgenommen wurde, nicht existierende Personen, die er angeblich vorher anstellte, zuerst krank und dann erwerbslos werden zu lassen. In zehn Fällen „starben" die Versicherten, und der Arbeitgeber kassierte das Sterbegeld für sie ein. Er fertigte sämtliche Formulare vom Totenschein des Standesamtes bis zu den Heftalsurkunden der „Toten", Krankenhausrechnungen, Quittungen von Bestat- tungsgèfchästen und Vermerken des Amtsgerichtes an. Alle Kölner Krankenkassen und Arbeitsämter wurden von ihm um insgesamt 5000 Mark geprellt. Alle Kassen, auch die Berufskmnkenkasftn der Innungen, betrog er so um Hunderte von Mk., aber an jede Kasse wandte er sich nur einmal.
Zuletzt brauchte er eine Witwe, die für ihren toten Mann die Beträge eintaffieren sollte. Obwohl er vecheiratet war, suchte er sich eine Braut und schickte sie mit einer Abtretungsurkunde über Sterbegelder zur Kasse. Bald merkte die Frau aber, Laß mit ihrem Bräutigam nicht alles stimmte. Sie fühlte sich betrogen und erstattete Anzeige gegen ihn. Bei der Aufklärung des Falles fand man, daß der Mann ein Doppelleben geführt hatte. Seine Frau betreibt ein gut gehendes Molkerel- geschäft. Am Morgen brachte er dft Milch Zu den Kunden, dann ging er ans Arbeitsamt stempeln,
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