ble Dotantker Cyclamen coum nennen. Diese beiden Cyclamen benötigen bei uns leine Gewächshäuser, sondern kommen auf dem Sterngarte» im Freien leicht zur Blüte.
Freilich geben sie keine so schöne Zimmerpflanze ab, wie das Kulturalpenveilchen, das aber bei unS nur im Topf gedeiht und im Zimmer leider nur zu oft schnell verblüht. Wer sich lange an der blühenden Topfpflanze freuen will, muß. sie in ein kühles Zimmer, und zwar recht hell, stellen. Dann kommen alle Knospen zur Entfaltung. Ist die Blühwilligkeit erschöpft, so muß die Pflanze weniger gegossen werden und wird zum Frühjahr hin nur noch so feucht gehalten, daß die Knolle nicht vertrocknet. Im August kann man dann die gesunden Knollen neu eintopsen und nun im warmen Zimmer neu pflegen. So gelingt es auch ohne Gewächshaus, ein Alpenveilchen wieder zur Blüte zu bringen. Alle Alpenveilchen aber wollen entsprechend ihrer Heimat einen Hellen Standort haben und sie brauchen zum guten Gedeihen eine humose Erde.
Neues aus Stall un-Hof.
Fretzunkust der Ziegen. Viel wird von der „Kiehsätigkeit" der Ziegen gesprochen, und es kommt auch sehr oft vor, daß diese trotz aller Mühe nicht hum Fressen zu bringen sind. Die . Sre^unluft rührt in sehr vielen Fällen davon her, daß sie sich das Futter verunreinigt haben und dieses sie anekelt. Hier tut man gut, das ganze Futter wegzuschütten und den Tieren einen frischen Trank zu geben, nachdem vorher bas Gefäß sorgfältig gebrüht und gescheuert worden ist. Sind sie genügend hungrig, werden sie sich auch sofort über den Trank hermachen. Die Frehunlust kann auch daher kommen, daß die Ziegen des stets gleichbleibenden Futters überdrüssig werden. Man sorge also für Ab. wechslung. Auch kann eine Verstopfung die Ursache der Freßunlust sein. Diese entsteht da» durch, daß sich das Futtermehl in der warmen Tränke zusammenhallt und so als Klumpen im Magen liegen bleibt. Hier hilft in den meisten Fällen das Eingeben einiger Löffel reinen Leinöls. Rü.
Die Behausung des Hofhundes. Wenn man an kalten Wintertagen über Land geht, fällt es ost auf, wie wenig für den treuen Wächter des Hofes, für den Kettenhund, getan wird. Die Unterkunft, die Hütte, ist schlecht. Der Wind stößt hinem. Es ist kein Wunder, wenn in den Winternächten die armen Hunde vor Kälte heulen. Das Wärme» bedürfnis des Hundes ist sehr groß, das kann man leicht beobachten. Darum schaffe man dem Hund ein möglichst warmes Lager. In dieses bringe man auch im Winter reichlich Stroh, so viel, daß sich der Hund ganz darin verkriechen kann. Daß' das Lager zugfrei sein muß, ist selbstverständlich. Um nun das Lager weicher und wärmer zu machen, bringe man eine Schicht Torfmull unter das Stroh. Auch im Sommer ist das zu empfehlen, weil dann der Hund nicht so leicht auf den blanken Brettern liegt. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Torfmullschicht bei Aer Ungezieferbekämpfung. Bei Verwendung von Torfmull verschwindet das Ungeziefer mit der Zeit, weil es die Humussâure des Torfes nicht erträgt. Die Wirkung des Torfmulls wird noch erhöht, wenn man ein Inlektenvertilgungsmittel darunter mischt. Gedeckte Zwingerräume lassen sich auch sehr schön mit Torfmull streuen. Kl.
Neues aus §el- und Garten, Treibhaus und Slumenzimmer.
Don dem Leben im Erdboden. Der scheinbar leblose Erdboden beherbergt ein ungeheuer reiches Leben in sich. Legt man ein winziges Bröckchen einer Garten-, Acker» oder Walderde unter ein Mikroskop, so kann man einen tiefen Einblick tun in die gewaltige Vielgestaltigkeit dieser Lebewelt, deren einzelne Vertreter ja so winzig klein sind, daß mehr als eine Million davon in einem Erdklümpchen von der Größe eines Stecknadelknopfes enthalten sind. Da gibt es denn die mannigfaltigsten Formen und Farben, solche, wie wir sie in unserer Pflanzen- und Tierwelt nicht kennen, Stäbchenförmige, stangenartige, fadensörmige, kreisrunde, spiralige Lebewesen, und sie alle sind von verschiedener Durchsichtigkeit. Es sind das Kieselalgen, Nädertierchen, Fadenwürmer, Wurzelfüßler, Bodenpilze und unzählige andere, alle verschieden nach Art und Form. Diese gesamte Kleinlebewelt des Erdbodens faßt man unter dem Namen Edaphon zusammen. Ihm kommt eine lebenswichtige, überaus praktische Bedeutung zu, denn die Bodenorganismen bewirken erst die Fruchtbarkeit der Ernte, das Wachsen und Gedeihen aller Garten- und Feldfrüchte. Ohne sie könnten weder Getreide noch eine Koylstaude, weder Bäume noch Blumen gedeihen. Das Edaphon erschließt erst den Boden für die Pflanzenwurzel, es bindet überdies den Stickstoff aus der Luft und schafft so ohne unser Zutun Ernten, wenn nur möglichst günstige Lebens- und Entwicklungsdedmgungen geschaffen worden sind. E—w.
Zwei Verfahren zur veberwinterung von Knollensellerie. Bei dem ersteren Verfahren werden anfangs November die Knollen sorgfältig und unter Vermeidung jeder Beschädigung aus dem Boden genommen, dann werden alle Blätter bis auf die Herzblätter entfernt, worauf die Knollen an einer trocknen und sandigen Stelle des Gartens im Abstand von etwa 5 cm so eingeschlagen werden, daß sie bis auf die herausragenden Herzblättchen mit Erde bedeckt sind. Nunmehr wird als Kälteschutz Torfmull übergestreut und bei zunehmender Kälte noch Laub oder Stroh darüber gestreut. Bei Eintritt milderen Wetters kann diese Schutzdecke verringert und sckließlich ganz beseitigt werden. Der Sellerie hält sich bet diesem Verfahren außerordentlich frisch und {chmackhast. Darauf sei aber bei diesem Berühren ausdrücklich aufmerksam gemacht: Es st ohne Verlust nur dort durchführbar, wo mit Sicherheit keine Mäuse über Winter das Sellerielager aussuchen werden, geschieht das nämlich, dann dürfte auch nicht viel Genieß- bares von ihm übrigbleiben. Auch ist dieses Uèberwinterungsverfahren nur dort angebracht, wo trockner und sandiger Boden vorhanden ist. Auf einem feuchten, lehmigen Boden würde
der Sellerie über Winter verfaulen. Hier tp bei kleinen Mengen das Einbringen im Keller schon angebrachter. Man legt den Sellerie in Steintöpfe und deckt ihn mit abgestochenem Rasen zu oder mit einem gutsthließenden Deckel. E—w.
Neues aus Haus, Rüche und Keller.
Ein einfaches Fleckenmittel, das keine Ränder hinterläßt und das man besonders auf Reisen seiner praktischen Verwendungsmöglichkeit halber immer mitführen soll, ist Talkum. Durch Aufstreuen dieses Pulvers kann man nach einigen Stunden durch Ab- bürsten schlimme Flecken (von Tunke z. B.) mühelos selbst aus empfindlichen Stoffen entfernen, ohne daß deren zatte Farbe oder das Dünne Gewebe irgendwie Schaden leidet. Vorteilhaft ist es, wenn man den Puder auf der Rückseite des Stoffes aufstreut. — Die Anwendung von Talkpuder bei der Körperpflege ist allgemein bekannt. Er nimmt aber auch aus der Wäsche durch einfaches Einstreuen und späteres Abbürsten den fataUn Schweißgeruch, der im Sommer bei Wanderungen usw. sich unliebsam zeigt, aber auch an kühlen Tagen oft schon nach nur stundenlangem Tragen bei Personen, welche leicht transpirieren, der Wollwäsche anhaftet. Al.
Zum Einschlagen der Gemüse im Keller sollte man in jedem Herbst frischen, reinen, gelben oder weißen Sand in den Keller schaffen und den vorjährigen entfernen. Denn dieser schon einmal zum Einschlagen benutzte Sand enthält viel Fäulniskeime von den Gemüs«- überreften. Ueberhaupt ist eine gründliche Reinigung des Kellers, wozu auch das Aus» weißen und Ausschwefeln gehört, stets anzu» raten. Je sauberer der Keller, desto größer die Haltbarkeit der eingelagerten Vorräte. Daß nur völlig ausgereiftes, sorgfältig und bei trocknem Wetter geerntetes Gemüse eingekellert werden sollte, ist eigentlich selbstverständlich. Und damit kein zu frühes Welken im Keller eintritt, wird der Sand ganz schwach angefeuchtet, so daß es eine Bodenfrische, wie im Garten, erhält. Auch das eingeschlagene Gemüse darf nötigenfalls etwas angefeuchtet werden, wobei aber streng daraus zu achten ist, daß kein Wasser in die Herzen und geschlossenen Köpfe dringt. E—w.
Sauerkraut-Pastete mit Wildgeflügel. Man legt eine Pastetenform mit Butterteig aus, tut zuerst eine Schicht Sauerkraut hinein, das man mit Fett und Weißwein recht saftig ein- geschmort hat. Auf diese Schicht kommt entweder ein Ragout von Rebhühnern oder Fasan mit sehr dick eingekochter Tunke oder Rest« von gebratenen Rebhühnern oder Fasanen, die man mit der Bratentunke beträufelt, darüber wieder Sine Schicht Sauerkraut, die man mit Sveckscheibchen und kleinen Butter- flöckchen belegt. Dann verschließt man das Ganze mit einem Tcigdeckel. Die Pastete wird eine Stunde gebacken und als Vorgericht ge» reidjt Frau A. in L.
Zitronrn-Pläßchen. 250 g Zucker, fünf Eidotter und die abgeriebene ochgle von Lwe Zitronen werden ---.
Dann mischt man den Saft der Zitronen, 90 g geriebene süße Mandeln, 70 g Weizenmehl und 250 g gesiebtes Kartoffelmehl darunter und zuletzt den Schnee der Eier. Von dieser Masse setzt man kleine Häufchen auf ein Blech und bäckt sie bei mäßiger Hitze. Frau A. in L.
Neue Bücher.
Neues Bauen auf dem Lande. Von Stav- Wölfle. Verlag H. W. Köbner & Co., Altona.
Wir haben ein neues Bauen in der Industrie, für deren Gebäude es keine Tradition gibt, wir haben auch im Wohnbau der Großstadt eine neue Ausdrucksform, welche sich zum Teil herleitet aus der Verwendung neuartiger Baustoffe: Stahl, Glas und Eisenbeton. Aber nur tastend haben diese Neuanlagen ihren Weg gefunden auf das Land. Der gesunde konservative Sinn der Landbevölkerung hat sich instinktiv lange Zeit in Abwehrstellung gegen Das überstürzte Eindringen von Neuerungen befunden, deren Bewährung nicht ganz sicher schien. Wenn noch vor zehn Jahren die meisten, die sich für den Heimatschutz einsetzten, für bodenständige Heimatkunst eintraten, ent» jetzt gewesen wären bei dem Gedanken, groß« Bauteile mit Blech bekleidet zu sehen — ich glaube angesichts dessen, was in dem oben erwähnten Werkchen geboten ist, würden sie verstummen. „Die gegenwärtige Unklarheit im Bauen ist groß auf dem Lande, wo vielfach noch ohne Not, sei es aus Unverstand, Interesselosigkeit usw. Schönheiten im Orts- und Landschaftsbild zerstört, einheimische, altbewähtte Baumaterialien nicht weiter genutzt, neue Bauformen und neue Techniken ohne fachlichen Grund und namentlich in mißverstandenen Formen aus der Stadt übernommen werden. Hier zu raten und hier zu helfen tut heute mehr denn je not." So schreibt noch vor kurzem ein bekannter Führer der Heimatschutz, bewegung. Rat und Hilfe kann wirklich dieses Buch dem Landwitt werden, als dem Träger der ländlichen Kultur, Rat und Hilfe wird es ihm auch nach der betriebstechnischen Seite geben können. Blechdach, Ziegeldach und Rethdach, Bauernhos und Herrenhaus, Scheune und land, liche Schule ziehen an dem Betrachter der vorzüglichen Bilder vorbei. Reg.-Daurat Neumann.
Zrage und Antwort.
Ein Ratgeber für jedermann, vedingnnse» für die Beantwortung von «»fragen: Der größte Teil der Fragen mutz ichriftlich beantwortet werden, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muh jede Anfrage die genaue Adre ffe der Fragesteller» enthalten. Anonym« Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Auherdem ist jeder Frage ein Ausweis, das Fragesteller Bezieher «njere» Blatte» ist, sowie #15 Portoersaz der Betrag von 50 Rpf. beizufügen. Für jede weitere Frage sind gleichfalls je 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen weniger Porto beigefügt wurde, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet ivorden lit. Im Briefkasten werden nur rein landwirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die Nch nicht dem Rahmen unsere» Blatte» anvafien, kann Auskunft nicht erteilt werden. Die Schriftleitung.
Frage Nr. 1. Eine Kuh hat vor drei Monaten gekalbt und gibt jetzt täglich 21 Liter
' DM» mir 5,3 Prozent trat. ste FlM-nmg besteht aus gutem Wiesenheu zum Sattwerden. Als Kraftfutter verabreiche ich je Tag 1 kg Weizenfuttermehl, 1 kg Roggenschrot, 1 kg Kokoskuchen und 4 kg gekochte warme Kartoffeln. Dieses wird alles mit Wass«« zusammengerührt und als dünne Tränke verabreicht. 3ft diese Fütterung richtig, oder welche Aenderung muß ich eintreten lassen, um den Milchertrag und Fettgehalt zu erhöhen? Ist es richtiger, das Kraftfutter trocken vor dem Tränken oder nach dem Tränken zu verabreichen? H. D. in Pl.
Antwort: Ihre Futterration ist nicht schlecht, wie auch der verhältnismäßig hohe Milchertrag beweist. Wir empfehlen Ihnen jedoch, anstatt Weizenfuttermehl Weßzenkleie äu verabreichen. Um den Fettgehalt zu erhöhen, ist es angebracht, der Kraftfutt ergäbe
1 kg Palmkernkuchen beizufügen. Das Krafd- futter muß unbedingt in trockener Form' verabreicht werden, damit eine volle Ausnutzung gewährleistet wird. Die Fütterung ist am zweckmäßigsten so einzurichten, daß zunächst gekochte und gequetschte Kartoffeln gegeben werden. Es können diese aber auch in roher Form Verwendung finden. Sodann wird das Kraftfutter verabreicht. Nachher erfülgt die Heugabe. Das Tränken ist bei Beginn der Hsufüttettlng vorzunehmen. Nach eingetretener Sättigung ist dem Tiere nochmals leicht verschlagenes Wasser anzubieten. Dr. Bn.
Frage Nr. 2. Vor einem halben Jahre habe ich ein Bullenkalb abgesetzt, das jetzt des öfteren Durchfall hat. Während dieser Zeit zeigt es geringere Freßlust, namentlich nimmt es kein Heu auf. Dagegen säuft es an Tränk« die regelmäßige Menge. Die Tränke besteht aus einer Kleinigkeit gebrühter Kleie mit einer reichlichen Menge frischer Schleudermilch und Leinschrot. Was kann ich gegen den Durch- fall tun? O. P. in Dr.
Antwort: Bei den Wiederkäuern besteht bekanntlich der Magen aus vier Abteilungen: Pansen, Haube, Blättermagen und Labmagen. Die drei ersten Abteilungen sind vorbereitende Mägen, während die Verdauung des Futters allein im Labmagen erfolgt. Flüssige Nahrungsmittel gehen ohne Berührung der vorderen Magenabteilungen unmittelbar in den Labmagen. Sn Ihrem Falle kommen Kleie und Leinschrot mit der Schleudermilch unmittelbar in den Labmagen, werden infolge der ungenügenden Vorbereitung nicht richtig verdaut und rufen den Durchfall hervor. Wir empfehlen Ihnen Kleie und Leinschrot dem Tiere trocken zu verabreichen und daneben Grünfutter und Heu zu geben. Die Tränke hat aus leicht verschlagenem Brunnenwasser zu bestehen. Bei dieser Futtermethode wird der Durchfall aufhören und das Tier auch stets gute Freßlust zeigen. Dr. Bn.
Frage Nr. 3. Im vorigen Herbst trat bei zwei Kühen die Drüllerkrankheit auf, so daß ich diese verkaufen und neue Kühe einstellen mußte. Diese neuen Kühe sollten zum dritten Male kalben. Von denselben ist schon wieder «ine von der Brüllerkrankheit be- ‘ ~ MIM sich? Liegt etwa die Schuld an der Fütterung?
Die Fütterung bestand in diesem Winter aus Heu, Rüben, Haferschrot, ^Sojaboh nenschrot und Erdnußmehl. Der Stall ist gründlich mit Chlorkalk desinfiziert und nachher auch noch mit Kalk ausgeweißt worden. Ist die Brüllerkrankheit heilbar? H. D. in S.
Antwort: Die Brüllerkrankheit bei weiblichen Tieren entsteht infolge eines übermäßig vorhandenen Geschlechtstriebes. Diese Krankheit vererbt sich in der Anlage. Es liegen aber fast stets krankhafte Zustände der Geschlechtsorgane, meistens der Eierstöcke, zugrunde. Ansteckend ist diese Erkrankung nicht. Die Behandlung ist sehr schwierig und bietet keine großen Aussichten. Es empfiehlt sich, von einem Tierarzt vom Mastdarm aus ein Zerdrücken der Eierstockzysten vornehmen zu lassen. Im übrigen ist eine knappe Fütterung, versehen mit Ab- führmitteln, zu empfehlen. Auch Mittel, die den Geschlechtstried herabdrücken, wie Brom, Kalium, Morphium, Cloralhydrat, können1 angewendet werden, haben aber meistens nur einen vorübergehenden Erfolg. Bei Rindern ist am besten, die Tiere baldmöglichst ab» schlachten zu lassen. vr. Bn.
Frage Nr. 4. Meine Zuchtsauen sollen, wenn sie abgeferkelt haben, statt Wasser als Tränke 50 »/# in Form von Magermilch erhalten. Ist dies ratsam? E. T. in M.
Antwort: Die Magermilch ist ein ganz ausgezeichnetes Futter, die einen Teil der bisherigen Tränke nebenbei wohl ersetzen kann, da ihr Wassergehalt außerordentlich hoch ist. Es ist zu empfehlen, schon bei den hochtragenden Zuchtsauen mit der Magermilch-Verfütterung langsam zu beginnen, damit ihre plötzliche Zufütterung nach dem Ferkeln keine Aenderung der Muttermilch hervorruft und Schaden des Wurfes verursacht. Die ganz süße oder ganz saure Magermilch wird je nach der vorhandenen Menge den Sauen als Tränke vorgesetzt. Es kann eine Gabe von 10 bis 15 Liter je säugende Sau täglich verabfolgt und hierdurch der größte Teil des sonst zu verabfolgenden Eiweißfutters ersetzt werden. Man wird zweckmäßigerweise eine kleine Fischmehlgabe weiterhin im Futter beibehalten. Die Magermilch wird zu jeder Fütterung vorgesetzt. Es ist darauf zu achten, daß die Sauen sie bis zum letzten Rest sofort aufnehmen. Bis zur Satti- gung kann dann als Tränke klares Wasser nachgereicht werden. Wo.
Frage Nr. 6. Wie erkennt man das Geschlecht der jungen Gänse? W. B. in S. Antwort: Das Geschlecht der Gänse er- kennen Sie an folgenden Kennzeichen: Der Ganter hat einen stärkeren Hals, ist auch meist größer. Seine Stimme hat eine höhere Tonlage. Das beste Erkennungszeichen aber ist das männliche Glied, das man mit dem Finger in der Kloake fühlen kann. Bei Eintagsgänsen wird die Kloake umgestülpt, und dann ist beim Ganter ein kleiner Zapfen sichtbar. Kl.
Frage Nr. 6. Wie alt können Hühnereier sein, wenn man sie mit Erfolg zur Brut verwenden will? Chr. tz. in M.
Anrrvokr: Vruteier sollen nicht alter als zwölf Tage sein, da dann die Lebenskraft ali- mählich nachläht. Ein tägliches Drehen der Eier 45° und die Längsachse ist zu empfehlen-,' wenn sie länger als fünf bis sechs Tage auf» bewahrt werden. R. S.
Frage Nr. 7. Bei meinen Buchttauben zeigt sich am Flügelgelenk eine dicke Geschwulst, die ich bei einer Taube einmal ausgeschnitten habe, ohne festzustellen, daß in biefer Geschwulst irgendeine Eiterbildung erfolgt ist. Bei einigen Tauben ist die Geschwulst oberhalb, bei anderen unterhalb des Flügels. Freßlust und Trinken sind normal. Jedoch können die Tauben, je größer die Geschwulst ist, um schlechter fliegen, bis sie schließlich gar nicht mehr fliegen und nur noch umherhinken. Der Stall wird sehr reinlich gehalten und ist auch gegen Zugluft geschützt. Trinkwasser und Futter ist gleichfalls einwandfrei. An welcher Krankheit leiden die Tauben und wie ist diesen zu helfen? M. K. in K.
Antwort: Ihre Tauben find an Gicht erkrankt. Es bilden sich Knoten an den Flügelgelenken, häufig auch an den Zehen. Zeigt sich eine eitrige Stelle, macht man mit einem in Spiritus gesäuberten Messer zwei kreuzförmige Schnitte. Der Eiter wird entfernt und in das so entstandene Loch in Iod getränkte Watte gestopft. Der Flügel wird mit etwas Watte gepolstert und verbunden. Ist beim ersten Male der Eiter nicht ganz entfernt worden, .öffnet man nach zwei Tagen nochmals und reinigt die Wunde. Sollten sich die Knoten immer wieder zeigen, ist es zu empfehlen, die damit behafteten Tiere nicht zur Zucht zu verwenden. ; R. S.
Frage Nr. 8. Ich will einen Morgen mittleren Lehmboden, der mehr trocken als feucht ist, zu Wiese ansäen. Sm Herbst habe id) Stallmist gegeben und will. nun noch 15 Zentner Kalk ausstreuen. Weiche Grassamen und wieviel (als Deckpflanze Hafer) muß ich aussäen? Wann ist die béfté Zeit zur Ansaat? M. S. in T.
Antwort: Die verabreichte Düngung dürfte die erste Entwickelung der Ansaat sichern. Als Grasmischung empfehlen wir folgende Zusammen- stellung, berechnet auf 1 ha (10 000 qm) Fläche in Kilogramm: Wiesenschwinael 4: Timothy 2,5; Knaulgras 9; Hoher Wièfenhafer 7,5; Wiesen»- Spe 8; Kammgras 2; Rotschwingel 4; Deutsches eibelgras 8; Goldhafer 3; Weißklee 1,5; Gelbklee 1; Wiesenrotklee 2. — Als Deck- frucht ist Hafer zu wählen. Er ist recht dünn zu säen, 40 kg je Hektar. Am besten wird di« Deckfrucht bei etwa 20 bis 25 cm Höhe grün abgemäht und verfuttert. Als beste Aussaatzeit gilt das Frühjahr. Soll die Leistung!
der Neuanlage erhalten bleiben, so sind" die jährlichen Nachdüngungen mit Phosphorsäure- düngern und Kalisalzen, sowie Kompost nicht zu vergessen. vr. E. -
Frage Nr. 9. Wie muß die Behandlung V und Düngung des Gurkenlandes geschehen, daMt» ein guter Ertrag gewährleistet ist L. K. in 2. f
Antwort: Zur Erzielung einer gutey^ Gurkenernte ist folaendes zu beachten: DerU
dieses nicht" der Fall istj"wie bei Lehm- Tonböden, muß derselbe mit Torfmull, HolLz- asche, Kompost und Kalk verbessert werbe, n. Sandboden ist mit jauchegetränktem Torfmull oder Kompost zu verbessern. Als Dünge^'r eignet sich Kuhdünger am besten, nur für gaNz schwere Böden kann im Notfälle halbve^- rotteter Pferdedünger genommen werdet Ziegen-, Schaf- und Geflügeldünger ist dem"' Kuydünaer gleichzustellen, nur sind die Gaben von diesem geringer als vom Kuhdünger zu bemessen, besonders beim Hühnerdünger. Letzterer ist am besten etwas abgelagert zu verwenden. Der Dünger wird tm Herbst oder im Frühjahr flach untergebracht. Das Graben selbst ist tief und sorgfältig auszuführen, diè Erdklumpen sind zu zerkleinern. Das Legen der Gurkenkerne wird etwa Mitte Mai vor
genommen. Sie Kerne werden in Reihen und Abständen von 10 bis 25 cm Entfernung einzeln oder zu zweien gelegt und etwa drei Zentimeter hoch mit Erde bedeckt. Die Reihenweite voneinander beträgt 1,40 bis 1,50 m. Besser ist es, wenn Anfang Mai die Gurken» kerne zu zweien in kleine Töpfchen gelegt werden, diese sind unter ein Frühbeetfenster zu stellen und werden dann um den 20. Mai herum ausgepflanzt. Hierbei ist darauf zu achten, daß die Topferdballen ganz bleiben. Solange die Ranken den Erdboden noch nicht ganz bedecken, ist ein öfteres flaches Hacken notwendig. Das Gießen hat bei trockener und trüber Witterung nur morgens zu geschehen, während es bei warmen Nächten auch am frühen Abend geschehen kann. In feuchten Lagen können die Beete auch hügelartig, ähnlich wie Spargelbeete, aber nur halb so hoch, angelegt werden. Rz.
Frage Nr. 10. Beiliegend sende ich Ihner einen Etachelbeerzweig, der mit Schorf überzogen ist. Um welche Krankheit handelt ,es sich bei dem Stachelbeerstrauch? A. K. in W.
Antwort: Ihre Beeren sind vom amerikanischen Stachelbeermeltau befallen. Zum Genuß sind nur schwach befallene Beeren und nur dann wenn die Schale nicht mitgegessen wird, geeignet. In zweifelhaften Fällen sind sie besser zu vernichten. Zur Bekämpfung dieser Krankheit schneiden Sie im Winter oder schon vom August ab alle diesjährigen Triebe fort und verbrennen diese. Sm Winter spritzen Sie die ganzen Sträucher eingehend mit drei- bis fünsprozentiger Solbarlösung. Im Frühjahr, sofort nach der Blüte, sind diese Spritzungen mit einhalb- bis einprozentigen Lösungen in Abständen von acht bis vierzehn Tagen noch zwei- bis dreimal zu wiederholen. Außerdem ist kräftige Volldüngung zu geben. Die borken» artigen Gebilde sind Schildläuse. Zu ihrer Vernichtung sind die Sträucher im Winter mit 25prozentigem Obstbaumnarbolincum zu spritzen. Da durch diese scharfe Lösung die Blütenknospen leiden, so ist im nächsten Jahre auf einen Ertrag Kaum zu rechnen, jedoch tragen die Sträucher in den folgenden Jahren um so kräftiger. Sn Zukunft ist gegen diesen SHädling außer der Düngung bet Trockenheit kräftig zu wässern. R».