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Mittwoch den

8. SModev

1630

Kscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Donat RM.T-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IS, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite S R-pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

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* Mahraun und die Jungdeutschen sind aus der I Deutschen Staatspartei ausgetreten. Koch-Weser hat den Vorsitz der Deutschen Demo­kratischen Partei niedergelegt. Trotz der Spaltung der Staatspartei wird erwogen, ob nicht zwischen den jungdeutschen und demokratischen Abgeordneten ' ein Kartellverhältnis aufrechterhalten wird.

*

In der gestrigen Sitzung des Reichs- kobinetts fand die Aussprache über die Genfer Völkerbundstagung sowie über die im Reichstag ein­zunehmende Stellung in außenpolitischen Fragen statt. Das Reichskabinett stimmte einmütig den Ausführungen des Reichsaußenministers zu.'

Der Boxer Jimmy Maloney besiegte gestern in einem Zehn-Runden-Kampf den italienischen Boxer Carmera nach Punkten; es ist dies Carmeras erste Niederlage in Amerika, nachdem er 22 mal durchs, o. gesiegt hat.

Wie aus Wien gemeldet wird, hat der öster­reichische Innenminister Fürst Starhemberg die seinerzeit verfügt« Ausweisung des reichsdeutschen Major a. D. Pabst rückgängig gemacht. Major Pabst wird in den nächsten Tagen nach Oesterreich zurückkehren und aller Wahrscheinlichkeit nach auch sein früheres Amt bei den Heimwehren einnehmen.

Bei einer Filmaufführung in Astrachan brach Feuer aus. 17 Personen, darunter mehrere Kinder, kamen um, 14 trugen schwere Brandwunden davon.

Das Gnde der Giaatspartei

Die SoiksnaSionare« tveten aus - AoK-Wekev Wl den vovM de« DemskeatiMZ« Navtei uledev

Berlin,?. Ott Die heutige Sitzung der Deutschen Staatspartei endete damit, daß Arthur Mahraun und seine Gruppe aus der Deutschen Staatsparkei ausgeschieden sind. Als Grund des Ausscheidens werden weltanschauliche Gegensätze angegeben. Reichsminister a. D. Koch-Weser hat den Vorsitz der Demokratischen Partei niedergelgt. Die Geschäfte wer­den von dem stellvertretenden Vorsitzenden Oskar Meyer weitergeführt.

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Der Hauplaklionsausschuß der Skaalsparkei

Berlin, 7. Okt. Ueber die Sitzung des Haupt­aktionsausschusses wurde folgende gemeinsame Erklärung ausgegeben: In der Sitzung des Haupt­aktionsausschusses der Deutschen Staatspartei am Dienstag wurde der Antrag, angesichts der hervor­getretenen Schwierigkeiten der Zusammenarbeit, die verschiedenen politischen Gruppen in ihrer ganisatorischen Selbständigkeit zunächst innerhalb der Deutschen Statspartei unberührt zu lassen, ab­gelehnt. Des weitern wurde der Antrag, die Füh­rung der Partei durch Ausschaltung bestimmter Personen zu ändern, abgelehnt. Hiernach erklärten Arthur Mahraun und die Mitglieder der Vol ksnationalen Vereinigung ihren Austritt aus der Deutschen

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Auf der Tagesordnung der nächsten Reichs­ratssitzung steht das Pensionskürzungs­gesetz. Die Sitzung, die zunächst für Donnerstag einberufen worden war, ist auf Samstag mittag verschoben worden.

Staatspartei mit der Begründung, daß welt- fchauliche Gegensätze ihnen das weitere Ver­bleiben in der Deutschen Staatspartei unmöglich machten.

Der Antrag der Aenderung der Führung der Partei, von dem in dem Kommunique gesprochen wird, war von dem jungdeutschen Ordenskanzler Bornemann gestellt worden. Er lautete:

an

Aktivierung der Massen des Bürgertums gegenüber dem nationalsozialistischen Chaos eintreten.

was wwd ems dev OsaMors?

Berlin, 7. Okt. Wir wir erfahren, tritt die Reichstagsfraktion der Deutschen Staatspartei am kommenden Montag vor dem Beginn der Reichs­tagssitzung zusammen, um das Verhältnis der Frak- tionsmitgiieber zueinander zu klären. Es ist aber möglich, daß die Entscheidung hierüber bereits in einer Besprechung sällt, die Dr. August Weber für Donnerstag oder Freitag herbeizuführen gedenkt. Bei den sechs volksnationalM Abgeordneten handelt es sich um Boreemann, Abel, Baltrusch, Hesse, Prütz und Adolph. Von ihnen wird übrigens ent­schieden dementiert, daß sie irgendwie mit den ChrisMch-Sozialen über einen Anschluß an diese Gruppe verhandelt Hallen. Von beiden Gruppen wird im übrigen betont, daß ihre fraktionelle Ar­beitsgemeinschaft nur den Zweck haben könne. Frak­tionsstärke M behalten, um in den Ausschüssen ver­treten zu sein, dagegen komme ein politisches Zu­sammenwirken, z. B. in der Form eines Faktions­zwanges bei Abstimungen und anderen Entschei­dungen nicht in Frage.

ien im Memelland Vorstellungen erhoben. In polititischen Kreisen wird darauf hingewiesen, Litauen seine Verpflichtungen nicht nur jegenüber Deutschland, sondern auch gegenüber lem Völkerbund eingegangen ist. auch der Völkerbund bei Lita

Man erwartet,

Litauen auf die Ein-

Haltung der ömgegangenen Verpflichtungen drin­gen wird.

* In Brasilien sind die Reservisten der 1. und 2. Klasse bis zu 30 Jahren durch Dekret ein­berufen worden. *

* In der sächsischen Landtagssitzung blieb am Dienstag die Wahl des Ministerpräsiden­ten ergenbislos, da keiner der Kandidaten die ab­solute Mehrheit von 49 Stimmen erreicht hat. Der Antrag auf Landtagsauflösung wurde abgelehnt.

* In Beauvais wurden die Todesopfer vonR. 101" in feierlicher Leichenparade an dem Bahnhof und von Boulogne für Mer nach Eng­land überführt. *

Wie aus Leipzig gemeldet wird, ist vorgesehen, daß Leutnant Scheringer und Oberleutnant a. D. Wendt zur Abbüßung der über sie ver­hängten Strafe nach Gollnow überführt werden, während Leutnant Ludin voraussichtlich in Rastatt untergebracht werden soll. Der Reichsan­walt Dr. Nagel hat sich bereits mit dem Präsiden­ten des Strafvollzugsamts deswegen in Verbin­dung gesetzt.

Der frühere sowjetrussische Botschafter in Berlin Krestinski ist in Moskau eingetroffen und hat fein neues Amt als Stellvertreter des Außenkommissars angetreten.

Me Reichswehroffiziere General von Blomberg und Oberst Kühlenthal, die in Washing­ton zum' Besuche der amerikanischen Armee einge- doffen sind, wurden von den hiesigen mAitarischen Stellen herzlich ausgenommen. Der Chef des Gene- kalstabs, General Summerall, gab ein lyrabltua, zu der gesamte hiesige Generalstab erschienen war. Montag und Dienstag abend gaben der Chel der Kriegsakademie, General Connor, und der deutsche Aschästgjräger Kiep Empfänge zu Ehren der dsut- MN Besucher. Am Mittwoch treten die deutschen Offiziere ihre Rundreise zur Besichtigung der mlli- tarischen Einrichtungen des Landes an.

14 Mitglieder der englischen Erönland- "vter n eh m u ng, die mit dem Schiff Quest nach Grönland gingen, überwintern an der Rup. von Ostgrönland am Quests fort), der den HEMtutz- tunkt der Forschungsreise bildet (65 Grad 38 Mi- Uuten nördlicher Breit«, 38 Grad 38 Minuten west­licher Länge). Di« Quest selbst ist wach Norwegen ^uvuckgekehrt. *

-Rach bisher unbestätigten Gerüchten aus Mexiko- <Mt foiK über der mexikanischen Bergarbeiterstad! "achuca ein schwerer Wolkenbruch niedergegan- N. Bei dem Naturereignis, sollen 6 0 Menschen umgekommen sein.

) Näheres stehe im politischen Teil.

er an der Staatspartei Niemals mitgearbeitet hätte, wenn er gewußt hätte, daß Christlichsoziale daran beteiligt seien. Herr Staatssekretär Meyer hat erst heute noch erklärt, daß auch er sich nur unter der Bedingung an der Deutschen Staatspartei beteiligte, daß sie eine Linkspartei, d. h. eine Par­tei der linken Richtung, sein wolle. Damit ist ein weltanschaulicher Gegensatz gegeben, Gründer haben die Deutsche Staatspw Partei der aktiven sozialen und natio gewollt. Eine Möglichkeit weiterer vertrauensvoller Zusammenarbeit sehen wir nur in dem Rücktritt

denn die

staatspartei als eine

ien und nationalen Mitte

der Exponenten dieser Ansicht von der Führung der Fraktion."

Von den Antragstellern wird betont, daß sie mit den Wortenchristlichsozial" in ihrem Antrag nicht die Reichstagsgruppe des Christlichsozialen Volksdienstes meinten, sondern die Kräfte, die um die Abgeordneten Baltrusch und Adolph aus den früheren deutschnationalen Kreisen zur Staats­partei gekommen sind. Baltrusch ist in der Leitung der christlichnationalen Gewerkschaften, Adolph in der Leitung des Deutschen Beamtenbundes.

Von den Antragstellern wii mit den Wortenchristlichsozial

Koch-Defer

Berlin, 7. Okt. Reichsminister a. D. Dr. Koch- Weser hat den Vorsitz der Deutschen Demokratischen Partei niedergebegt und veröffentlicht folgende Er­klärung:

Nachdem die Volksnationalen zu meiner tiefen Enttäuschung den Austritt aus der Staatsparte: vollzogen haben, lege ich mein Amt als Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei nieder. An dem Ziel einer Sammlung derjenigen, die auf dem Boden des heutigen Staats und der heutigen Wirt­schaftsordnung stehen, und die bereit sind, sie nach rechts ebenso wie nach links zu verteidigen, halte ich fest. Die Zeit für eine solche Entwicklung ist reif, ja überreif. Möchten die Menschen dazu reif wer­den, ehe es zu spät ist.

Mahraun

Berlin, 7. ML Zu der Auflösung des Haupt- ausschusses der Deutschen Staatspartei gab Arthur Mahraun eine Erklärung ab, in der es heißt:

Wir haben uns im Frieden von der Staatspartei getrennt. Wir glauben heute nicht mehr, daß uns die Staatspartei den Boden für die Aktivierung des Bürgertums gegenüber dem verderblichen National­sozialismus bieten könnte. Wir wollen weder eine Rechts- noch ein« Linksspartei sein, son­dern ein Sammlungsbecken für alle volksnationalen Kräfte bilden, die rechts von den Sozialdemokraten und links vom Nationalsozialismus stehen. Wir ziehen uns aus der Staatspartei zurück, weil sie un­serer Ansicht nach in ihrer Entwicklung die Fort­setzung der alten Demokratischen Partei geworden wäre. Wir werden im Parlament und als hündische Organisation weiterkämpfen gegen den Nationalsozialismus. In 10 000 Ver­sammlungen werden wir in nächster Zeit für eine

Herr Koch-Weser während des Wahlkampfes grün­dete, schien uns von vornherein einige Skepsis ge­boten. Daß sie sich schon so schnell als nur allzu berechtigt erwiesen hat, beleuchtet scharf die gegen­wärtige Zerrisfenheit unserer Mittelparteien. Mit umso größerem Nachdruck wird nunmehr eine wirk­liche Parteireform in Angriff genommen werden müssen, eine Parteireform, die zunächst die gemein­same geistige Basis weiter Kreise des deutschen Bürgertums feststellt, und die erst dann von dieser gemeinsamen geistigen Basis aus an die politischen Forderungen des Tages Herantrill. In diesem gro­ßen Rahmen wird sich dann auch zwanglos die ge­meinsame politische Zielsetzung breitester Schichten der Mitte ergeben.

Die Berliner Morgenblätter sehen fast alle in dem Austritt der jungdeutschen Gruppe aus der Staatspartei das Ende dieser neuen Parteigrup­pierung. DerBörsen-Courier" bezeichnet die Grundlagen der Staatspartei als zerstört. Die Sammlung müsse aber jetzt erst recht auf anderer Grundlage mit ganz anderer Beherztheit begonnen werden. Das fortschrittliche Bürgertum werde aus seinen Fehlern lernen. DasBerliner Tage- bl a t t" spricht von dem mangelnden Augenmaß und der politischen Ahnungslosigkeit der Jungdeut­schen und bezeichnet es als Erleichterung, daß die demokratischen Abgeordneten künftig keine Verant­wortung mehr für diese seltsamen politischen Ge­fährten zu tragen haben. DieVossische Zeitung" sagt, der Jungdeutsche Orden, dessen Einsatz Mahraun mit der Not des Vaterlandes be­gründet habe, habe die Probe dieses Einsatzes nicht bestanden. DieGermania" sieht in dem Zer­brechen dieser politischen Bewegung, die eine Sammlung des Bürgertums sein sollte, zwar innere zwingende Gründe, jedoch sei es nicht ohne eigene Schuld der Beteiligten geschehen. DieDeut- sche Allgemeine Zeitung" hält es für not­wendig, daß man versuchen solle, eine noch weiter­gehende Schwächung der Mitte zu verhindern. DieBörsen-Zeitung" nennt das Ausscheiden der Jungdeutschen einen Fehlschlag Mahraunscher Politik, der nicht der erste ist, aber der handgreif­lichst«. Die bündische Bewegung solle die deutsche Jugend erziehen, ihre Führer sollten die Finger von der Parteipolitik lassen. Auch dieDeutsche Tageszeitung" unterstreicht das Interesse der nationalen Erziehung der Jugend und begrüßt die Befreiung des Jungdo von der Umklammerung der Elemente, die für ihn auf die Dauer nach der welt­anschaulichen wie nach der nationalen Seite hin den 1 Ruin hätte bedeuten müssen.

Haubüberfall auf die Gattin des Bürgermeisters wunde sie non drei Männern, die den sie begl^ten- von Chicago den Polizeichauffeur niederschlugen, aller -wert-

Als Frau Thompson, die gegenstände beraubt, die sie bei sicht ^S-^runllr tifters von Ehioago. gestern befanden sich ein Rmg >m Werte von 10 000 Dol

Chicago, 7. Okt. I . . .

Satin des Bürgermeisters von Chicago, gestern ~i - - --p" -^âi^

von einer Autmnobilfahrt nach Hause zunückkehrts, tcrs und andere wertvoll« ochmucks

Die bvakUkanische Revolution

Nach Bolivien, Peru und Argentinien ist nunmehr die Reihe an den größten Staat Süd­amerikas, Brasilien, gekommen. Die Welle der Revolution hat jetzt auch diesen Staat erreicht. Die dumpfe Unruhe machte sich dort, wie in sämtlichen anderen Ländern Südamerikas, mit Ausnahme von Paraguay bemerkbar, und, es ist auch anzunehmen, daß Brasilien nicht das letzte Glied in der Kette der Revolutionen blei­ben wird, in deren Zeichen Latein-Amerika steht.

Die brasilianische Regierung hat mit ähn­lichen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie die meisten Regierungen von heute. Die Welt­wirtschaftskrise hat ihren Einzug auch in das Land des Kaffees gehalten, wenn auch mit er­heblicher Verspätung. Da Brasilien zu den Rohstoff produzierenden Ländern gehört, wirkt sich die katastrophale Lage auf dem Weltmärkte dort viel unmittelbarer und schneller aus, als in den Industrieländern. Besonders erschwe­rend ist ferner der Umstand, daß die brasilia­nische Währung in den letzten Jahren besonde­ren Erschütterungen ausgesetzt war, was wie­derum eine Folge der zerrütteten Staatsfinan­zen ist. Der derzeitige Präsident der Vereinig­ten Staaten von Brasilien, Dr. Washington Luiz Pereira de Souza, hat bei seinem Amts­antritt im Jahre 1926 eine schwebende Staats­schuld von 1% Milliarden Milreis vorgefun­den. Zu Beginn des Jahres 1928 betrug die feste innere Staatsschuld 2% Milliarden Mil­reis. Hinzu kam die schwebende innere Schuld, von großen äußeren Verpflichtungen ganz ab­gesehen (1 Milreis ist heute 4042 Pfg. wert). Beim Fortjchreüen der Wirtschaftskrise hat sich die finanzielle Lage Brasiliens noch weiter ver­schlechtert, was nicht zuletzt auf die Lage des Kaffeemarktes zurückzuführen ist. Unter den Ausfuhrwaren Brasiliens steht der Kaffee an weitaus höchster Stelle. Er beträgt beinahe % des Gesamthandels des Landes. Der Kaffee­preis wurde schon in früheren Jahren durch die Spezialmaßnahmen der Regierung künstlich hochgehalten. Der Kaffeepreissturz auf der Weltbörse ist für die brasilianischen Staats­finanzen besonders schmerzlich gewesen, ohne daß die Lage der Kaffeeepflanzer und der Plantagenarbeiter sich erheblich gebessert hätte. Wie es meistens in ähnlichen Fällen ist, wurde die Hauptschuld an der steigenden wirtschaft­lichen Not auf die Regierung abgewälzt. Daraus haben die persönlichen Feinde der Re­gierenden ihren Nutzen gezogen und eine Re­volte inszeniert, die allmählich einen ganz gro­ßen Umfang angenommen hat.

Die Amtszeit des brasilianischen Staatsprä­sidenten läuft am 15. November ab. Sein Nachfolger Julio Prestes gehört zu dem enge­ren Kreis von Washington Luiz. Die Gegner der beiden Staatsmänner haben die Zeit un­mittelbar vor dem Uebergang der Macht des Staatspräsidenten in die Hände von Julio Prestes gewählt, um den Amtsantritt des neuen Präsidenten gewaltsam zu verhindern. Der Aufstand nahm in den südlichen Staaten Brasiliens seinen Anfang, in erster Linie in Rio Grande do Sul, do Minas Geraes und Parahyba. Die Revolte pflanzte sich schnell fort und heute ist bereits die Mehrzahl von den 20 Staaten Brasiliens in den Händen der Revolutionäre. Die Verteidigungsmaßnahmen der Regierung werden dadurch erschwert, daß die Armee und die Flotte nicht durchweg re­gierungstreu ist Es dürfte daher wenig über­raschend sein, wenn die Aufstandsbewegung schon in den nächsten Tagen, ja vielleicht Stun­den von Erfolg gekrönt wäre. Nicht zu erwar­ten ist, daß der Sieg der Aufständischen eine endgültige Stabilisierung der Lage in Brasi­lien herbeiführen wird. Vielmehr darf mit fortwährenden Unruhen in diesem Staat wie in den übrigen südamerikanischen Ländern weiterhin gerechnet werden.

Die außenpolitischen Auswirkungen der brasilianischen Ereignisse sind durch die Feind­seligkeit bestimmt, die dort gegen die Vereinig­ten Staaten von Nordamerika in steigendem Maße zum Ausdruck kommt. Die amerikani­schen Angelsachsen waren in Südamerika, wo sie besonders hochmütig aufzutreten pflegten, nie beliebt. Glühend gehaßt werden sie seit dem ungeheuren Aufstieg, den die nordamerr-

Die heutige Nummer umfatzt 12 (Seiten