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I HanaueMzeiger

I MVVeneral Änzeiger ffig^y wmi<m Stadt und Land

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Land

geeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat SK.1-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag iS, Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite â N-Pfg.. im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

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Montas den

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Für Plahvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S /Fernspr. 3956, 3952,3958

6. OStobe«

1930

Das englische Luslschis^rrE^vernichlel

En Zähes Ende dev SndZensahet

Ln eine MesrnhS seraien- ans den Boden sedeüBt und exdlodwvt -

50 Tote, davuntev dev ensttsche LuftsahvtmZnZftev - Ein deutsches Ssvkehvsftugzeug ahgestttvzt

6 Tote

lÜKJt Hot-P»ßUwsi

Die 11. Völkerbundsvollversammlung ist am Samstag vor stark gelichteten Reihen zu Ende ge- gangen.' Der letzte Punkt, den man zu behandeln hatte, bestand in der Anpassung von Kellogg-Pakt und Välkerbundssatzung. Die bis jetzt ausgearbei­teten Aenderungsoorschläge zur Völkerbundssatzung, über die man sich trotz zwei Wochen langen Bera- tongen nicht einigen konnte, wecken an die Regie­rungen zurückverwiesen, die sich bis zum 1. Juni 1931 über die nach ihrer Ansicht nicht geeignete Form der Anpassung erneut aussprechen können.

Nach Mitteilung aus Bankkreisen sind die Ver­einbarungen für einen 125 Millionen- Dollar-Kredit der deutschen Regie- rung abgeschlossen. Es dürsten Noten mit einer Laufzeit von sechs Monaten ausgegeben werden, die bald an allen internationalen Märkten zur Auflegung kommen sollen. Die Noten werden drei Erneuerungsscheine enthalten, die eine zweijährige Verlängerung gestatten. Vermutlich dürfte die Ver- insung 4% Prozent betragen.

*Gras Zeppelin" hat trotz ungünstigen Wetters eine Landungsfahrt nach Leipzig und Görlitz unter­nommen.

*) Näheres siehe- im politffchen Teil.

Reichskanzler Dr. Brüning empfing gestern agsabgeordneten Munster Göring.

Der 1. Vorsitzende des Berliner Börsenvorstandes ankier Richard Pohl, in Fa. Hardy u. Co. t heute im 58. Lebensjahre gestorben.

Gegen die geplante Besoldungskürzung ranstaltete der Allgemeine Deutsche Beamtenbund Zirkus Busch eine öffentliche Kundgebung. Der eserent, der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. oelter, verlangte, daß die Lasten zur Ueberwin­dung der Krise gerecht auf alle Teile der Bevölke­rung verteilt würden, und lehnte die Herausnahme der Beamten als einseitige Maßnahme ab. Die Versammlung stimmte einer entsprechenden Re- solution zu. '

*

* Der Verteidiger der vom Reichsgericht ver­urteilten Reichswehroffiziere, der Rechtsan­walt Dr. Sack, hat an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, worin er um Begnadigung der Verurteilten bittet.

Unter reger Anteilnahme der gesamten Oeffent- »hkeit wurde gestern die erste Balkankonse- ven z «röffneck Auf ihr waren Mbauien durch zehn, Vulgarien durch elf, Griechenland durch 30, Ru­mänien durch 30, die Türkei durch zehn und Juqo- Mwien durch sieben Delegierte vertreten Der frühere griechische Ministerpräsident Povanastasiu überbrachte als Führer der griechischen Delegation die Glückwünsche der griechischen Regierung. So- «nn wurden der griechische Ministerpräsident Ve- uizelos iowie der' Präsident des Internationalen vriedensbüros in Genf zu Ehrenpräsidenten er- tennt.

£ Sn dem brasilianischen Staate Rio Grande do ?ul ist eine Revolution ausgebrochen. Die ^üierungstruppen haben sich den Aufständischen geschlossen In hiesigen Regierungskreisen er- «t man, daß es sich lediglich um einen lokalen Mond handelt. Immerhin sind Truppenverstar- ggèn nach dem bedrohten Gebiet entsandt wor- um einen Konflikt mit dem Nackbarland zu vermeiden, falls die Aufständischen die Grenze ner= Mn sollten. Die Regierung erklärt, Herr der » zu sein. boA sind hier Nachrichten eingetro = ch wonach die Grenzstadt Uruguayana den Anf- gdischen in die Hände gefallen sein soll. Fünf Wenter der Rebellen rückten in die Stadt ein.

Die ehemaligen polnischen Seim-Abaeordneten ^piniH (Sozialdemokrat), Zachidny und Dr. Ba- vn (Ukrainer) Adamo wic^ und Szapiel (Bauern- gni) sind verhaftet worden. 3m ganzen sitzen .vv 42 frühere Abgeordnete des Sejms, also rund J Prozent der Gesamtzahl, in der Festuna von 5WLitowsk oder in Gefängnissen. Kwapiniki war ererfte Gehilfe Pilsudski in der geheimen Militär- Mnisation noch während der russischen Revo- Er wurde seinerzeit von den Russen MM verurteilt und brachte lebn Jahre, von 1907 zum Ausbruch d"r russischen Revolutioii. im 'Whni,^ Orel zu. Die Verhaftung dieses palni- MN Märtyrers hat in allen Kreisen großes Auf- 'Mn^erregt.

Die ^aiafieophe

Parks, 5. Off. Das englische LuftschiffR 101, das gestern abend um 7.50 Uhr in Lardington zur Jndienfahrt startete, ist heute früh gegen 2.30 Uhr bei Beauvais, etwa 60 Klm. nordwestlich von Paris explodiert. Von den 58 Teilnehmern der Fahrt sind 50 ver­brannt, darunter der englische Luftfahrtminister Lord Thomson. Die acht Ueberlebenden wurden mit schweren Brandwunden nach Beauvais ins Krankenhaus gebracht.

3m Augenblick der Katastrophe flogR 101 nur 100 Meter über der Erde gegen eine schwere Regenbö. Von dieser wurde das Luftschiff gegen den Erdboden geschleudert und explodierte.

Das englische RiesenluflschiffR 101

Die OWfev

Unter den Fahrgästen befanden sich der Luft­fahrtminister Lord Thomson, der Direktor des Zivilflugwesens Sir Sefton Brancker, der Kommandant I o h n st o n , der Oberst C o 1 = more, Direktor für die Entwicklung des Luftfahr­wesens, der Oberleutnant Richmond und der Major Scott, Unterdirektoren der gleichen Be­hörde, der Geschwaderchef der australischen Flieger­truppen, B a l st r a, der Major Bishop, Chef der Inspektion des Luftfahrmaterials, der Adjutant von Lord Thomson, Mc Buck usw.

Der getötete Lord Thomson war 51 Jahre alt und Junggeselle. Unter den Toten befindet sich ebenfalls Major Scott, der das Luftschiff R. 100" bei seinem kürzlich nach Kanada unter­nommenen Flug führte und der auch das Luftschiff

WeeGeegang der âatafteaphe

Stttzââetr

Paris, 5. Okt. Ueber die furchtbare Luftschisf- katastrophe bei Beauvais werden hier folgende Ein­zelheiten bekannt: Gegen 2 Uhr morgens wurden die Bewohner von Beauvais durch.den Lärm.meh­rerer Motoren aus dem Schlafe geweckt. Als die Leute die Fenster öffneten, bemerkten sie das große englische LuftschiffR. 101", das sehr niedrig flog und von Nordwesten her aus der Richtung Abbe­ville kam. Trotz des Regens und dichten Nebels zeichnete sich das Luftschiff mit seinen roten und grünen Signallichtern deutlich vom Nachthimmel ab. Es schien schwer gegen die Regenböen anzu­kämpfen. Plötzlich ertönte eine furchtbare Explosion. Man sah riesige Flammen einporsteigen, und das Luftschiff stürzte ab. Die Bew'ohner von Beauvais und die Bevölkerung von Alonne, das etwa 4 Klm. südöstlich von Beauvais liegt,-liefen querfeldein der Unglücksstelle zu, konnten sich aber wegen der un­geheuren Hitze, die der Brand entwickelte, dem Luft­schiff nicht nähern. Aus dem Innern des Luftschif­fes hörte man das Stöhnen und Schreien der Ver­brennenden, ahne ihnen Hilfe leisten zu können, j Einige Passagiere konnten sich durch das Flammen­

R. 34" bei seinem ersten Flug über den

Atlan-

tischen Ozean befehligte.

Beauvais, 5. Okt. Um 9 Uhr waren 42 Leichen geborgen. Von diesen befanden sich 25 in der mitt­leren Kabine Die Toten sind in Särge gebettet. Alle bei den Leichen gefundenen Gegenstände wur­den bei den Särgen zusammengelegt, um die Iden­tifizierung zu erleichtern. Auf den Trümmern des hinteren Teils des Luftschiffes weht noch der Union Jack.

Bis heute nachmittag waren 47 Leichen gebor­gen, und man hofft, die drei anderen Leichen auch noch im Laufe dieses Nachmittags bergen zu kön­nen. Die 47 Leichen sind ein gesargt worden und nach der Bürgermeisterei von Alonne gebracht worden. Von den acht Verwundeten ist nur ein einziger ernstlich verletzt.

vom

meex einen Weg ins Freie bahnen, stürzten dann aber als brennende Fackeln wenige Meter Luftschiff entfernt nieder.

Dev VerrMt des BovdZngettZettvs

Beauvais, 5. Okt. Von der Kabastrophe des eng- lischèn-LustschüffsR. 101" gibt her geveMe Borb- ingeuieur Leach folge-ude Scharung: Im 2lugen- blick der Klatastrophe schlief, ahgeisshen von den Wachen und den Piloten, alles an Bovd.' Die Mo­toren- arbeiteten glänzend, uüd die Annahme von Bewohnem der Optimalsten um Beauvais, wonach die Motooeu schlecht Funktionierten stimmt nicht.

Das Luftschiff war mitten in einen Regensturm gerbten. Dreimal neigte es sich dem Erdboden zu, bis eine äußerst starke Regenbö es zu Bo­den drückte. In diesem Augenblick ereignete sich die Explosion.

R. 101" bildet nur noch sine unförmliche Masse, aus der an einer Stelle.noch immer Flammen auf- lodern. Die Motoren, die zur Hälfte in d i e Erde geramm t sind, ragen stumm aus dem Gewirr hervor.

Ein deutsches vesZsvvs- fluszeus abseMert

Dresden. 6. Off. Das Verkehrsflugzeug D 1930, das sich auf dem Fluge BerlinDres­den befand und fahrplanmäßig um 9.15 Uhr in Dresden landen wollte, ist heute vormittag über den Reichswehrfchietzftänden in der Dres­dener Heide abgestürzk. Ls war mit einem Piloten, einem Monteur und 6 Passagieren besetzt. Bisher wurden 6 Tote und 1 verletzter geborgen. Rach einer anderen Meldung sind S Tote zu beklagen.

Nach den Schilderungen des Bordingenieurs Leach ist

das heck desR. 101, als das Unglück einlrat, gebrochen, worauf das Luftschiff abskürzte.

Der Führer versuchte, als das Luftschiff sich neigte, -es mit aller Gewalt wieder hoch zu bekommen, doch das Steuer versagte.

Leach erklärt weiter: Die zwölf Mann des Wachdienstes waren auf ihrem Posten. Ich selbst befand mich im Pilotenabteil. Die Reise war ohne Zwist^nfall vor sich gegangen, als wir kurz vor Beauvais von einem Gewitter- und Regensturm überrascht wurden, der das Luftschiff hin- und her- MWGte. Ich Wie Woch zu der Tüchtigkeit des Luftschiffes volles Vertrauen. Es fehle feinen weg fort, und ich war durchaus beruhigl. Gegen 1.40 Uhr jedoch, als das Luftschiff über Beauvais stand, schien es mir, als ob der Hinterteil in ein starkes Schlingern geraten war. Die Fahrt verlangsamte sich. Um 1.43 Uhr gab die Funkstation des Flug­hafens Le Bourget unsere Position mit zwei Kilo­metern von Beauvais an. Ich wußte nicht mehr, in welcher Höhe ich mich befand und suchte einen Ausweg, um dem Unwetter zu entgehen. Es gelang auch, dem fürchterlichen winde Widerstand zu lei­sten. Jehl fehle Regen mit aller Kraft ein, und das Luftschiff wurde schwer. Ich lieh volle Kraft geben, um wieder hoch zu kommen. Plötzlich trat die Ka­tastrophe ein.

Das Vorderteil des Lufffchiffes trat, nachdem es sich bereits zweimal geneigt hatte, in heftige Berührung mit dem Erdboden, und zwar auf einem kleinen hMel. Die fürchterliche Explosion trat sofort ein.

Ich stürzte an die Wand und suchte einen Ausweg. Es gelang mir, ein Loch zu brechen, durch das ich kopfüber, ziemlich schwer verbrannt, aber im übrigen gesund, das Freie gewann.

Wettere Stttsemersgerr hsrWisn

Beauvais, 5. Okt. Der Funker Disley, der sich unter den Geretteten befindet, erklärte: Die meisten der Ueberlebenden schliefen; wir wurden geweckt, um unsere Posten einzunehmen, als das Schiff etwas schwankte. Bevor ich wußte, was geschah, war ich von Flammen eingeschlofsen. Das e'Hige, was wir tun konnten, war, herauszuspringen im Vertrauen darauf, daß wir uns in nicht zu großer Höhe befanden. Einer von uns hatte einen Fall­schirm, und wenn wir in größerer Höhe geflogen wären, wären wir alle verbrannt.

Ein anderer Ueberlebender mit Namen Cook, der schwere Brandwunden erlitten hat, erklärte:

Furchtbar! Der Kapitän des Luftschiffes, Irwin, erwies sich als Held. Als ich mir einen Weg durch die Flammen bahnte, sah ich ihn ruhig an seinem Posten stehen, Befehle geben., und er starb auch auf seinem Posten.

Der unter den Geretteten befindliche Funker des Luftschiffes berichtet über das Unglück: Rach lleber- fliegung von Beauvais befanden wir uns in 400 bis 500 Meter hohe, als wir in ein Luftloch gerie­ten. Das Luftschiff kam leicht wieder hoch, geriet aber in ein zweites Luftloch und wurde gegen den Boden geschleudert. Der Steuermann versuchte, das Höhensteuer ganz auszunuhen, um das Cuft- schisf wieder in die hohe zu reihen, aber im gleichen Augenblick berührte das Luftschiff mit dem Gondel- teil den Boden, und es ereignete sich eine Explosion. Ich wurde aus dem Luftschiff geschleudert und be­fand mich auf einmal in Hemdsärmeln in etwa 100 Meter vom Luftschiff entfernt.

Die weiteren Meldungen besagen: Als sich die

Sie heutige Aummev umfaßt 12 Gelten

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