Mutter Natur gefällt stch im Grotesken. Mutter Natur kennt keine Grenzen der Fantasie. Mer unsere Vorstellungskraft ist so öurch herkömmliches begrenzt,-aß uns vieles komisch oder schrecklich erscheint, was -er Mutter Natur — selbstverstänölich ist. Vie Natur hat nichts in einer „Laune" geschaffen. Sie ist kein Karikaturist. Es hat schon alles seinen Zweck, -re Nase -es Nasenaffen unS -er Schnabel -es Schnabeltiers.
den Nasen-Affen
Lachen Sie sich ruhig erst einmal aus. Sind Sie fertig? Dann können wir
ja
weiterreden. Wissen Sie, ich nehme Ihnen das gar nicht übel — das Lachen. Ich bin daran gewöhnt. Wenn Cie mir in die Augen sehen,
eine gewisse Wettenweisheit
Sie darin
Hufeisen
auf die
werden
bemerken, denn ich habe es mit allen lächer- WWMMWWWn^ Daß ich klug und werje bin. ErlNnerü Sie sich nur an Ihre Pennälerzeit. Der Direktor war mir wie aus dem Gesicht geschnitten. Sie haben ihn hinter seinem stücken verlacht. Er war dennoch klüger als vie alle zusammen.
Bei mir zu Hause, im Urwald, lacht keiner iber mich. Erstens einmal deshalb, weil Tiere an allgemeinen nicht zu lachen pflegen. Und zweitens aus dem Grunde, weil sie alle wissen, wozu ich meine Nase brauche. Ich stöbere damit rach den Insekten, die meine Nahrung bilden. So! Jetzt wissen Sie's! Und jetzt kann ich Ihnen auch sagen, daß ich Ihre Nasen gar nicht schön finde. Sagen Sie im Vertrauen: Womit stöbern Sie eigentlich nach Insekten — — —?
das Lemuren-Aeffchen
Ich bin genau so ängstlich, wie ich Ihnen vorkomme. Treten Sie mir nicht zu nahe. Mein Eott, ich bin ja sooo nervös! Die Welt ist so schauderhaft schlecht. Kann ich denn wissen, ob Sie mich nicht auffressen wollen? Nicht--? Wissen Sie, das sagt jeder. Und dann geht es happ happ und ich kann gerade nur noch gute Verdauung wünschen. Ich danke für Obst . . ,
Ja, wenn jetzt Nacht wäre — das wäre etwas anderes. In der Nacht könnten Sie mich "iijt sehen, ich aber könnte Sie sehr wohl sehen, ienn ich bin ein Nachttier und meine Augen sind danach eingerichtet. Sie bemerken sehr richtig--: wie die einer Eule. Aber eine Eule kann fliegen und ich kann nicht fliegen, da heißt es husch! husch! flink und vorsichtig sein, damit man nicht gefressen wird und in
diesen schlechten Zeiten zu seinem bißchen Nahrung kommt. Was ich zu speisen pflege? Mein Gott, man richtet sich's ein, unsereins kann nicht große Ansprüche stellen. Ein paar Früchte, ein paar Raupen, wie es kommt. Aber lassen Sie mich jetzt bitte allein, ich habe ja so—olche Migräne ---!
die Hufeisen- Fledermaus
Himmeldonnerwetter! Wer ist da schon wieder! Sehen Sie nicht, daß ich schlafen will? Natürlich! die Menschen! lungern des Nachts auf ihren Betten herum, wenn jedes anständige Geschöpf auf die Jagd geht. Und dann wissen sie nicht, wie sie am Tage die Zeit totschlagen sollen! Mein Hufeisen interessiert Sie? Möchten Sie wohl auch haben — wie? Ja — — wer hat, hat!
Mein Hufeisen hat mir, wissen Sie, die Natur vor die Schnauze genagelt, als Glücksbringer. Wenn ich meine Beute gefangen habe, dann beißen ihr meine scharfen Zähne das Rückenmark durch und ich lege mein Wunde, wie einen Saugnapf,
und sauge und sauge — — hm mm — — das schmeckt . MWMWWW^
Hallo! hallo! Bleiben Sie doch hier? Warum rennen Sie denn schon? Ich dachte, Sie wollen mein Hufeisen kennen lernen---?
Na schön. Laß sie loofen. Es ist mir schon ganz recht, wenn die Leute glauben, ich sei der Vampyr. So habe ich wenigstens meine Ruhe.
den Tintenfisch
Gestatten: Sepia mein Name. Tintenfisch —
das ist ordinär. Keine Gedichte,
Ich schreibe nie und nimmer, keine Briefe, auch keine Rech
-ZA.
nungen. Obwohl ich.achte auf einmal schreiben könnte, nämlich einen mit jedem Arm. Jawoll.
Ich bin der Berliner unter den Fischen. Ich habe die größte Schnauze. Sie ist so groß, das alles andere nur so drum rum gebaut ist. Das, was Sie da sehen, das ist nämlich gar nicht mein Kopf. Das ist bei mir alles eins. Kopf und Körper. Körper oder Kopf. Das ist alles Schnauze, nichts wie Schnauze. Und wenn mir
einer nahe kommt, Dunst vor, dass er wie der Berliner! Dann schwimme ich
dann mache ich ihm einen das Sehen verlernt. Ganz Und wenn ich schwimme, nicht wie alle anderen nach
vorne, sondern nach hinten. Immer anders rum. Wie der Berliner. Mir kann ooch keener.
wiege 5000 Kilogramm. Bißchen viel natürlich. Aber ich komme nicht runter mit dem Gewicht. Das Essen schmeckt mir zu gut. Die Heringe sind dieses Jahr aber auch besonders gut geraten. Finden Sie nicht auch?
Ich sehe aus, wie Ihr Onkel Karl. Woher ich das weiß? Ich nehme an, daß Geschöpfe gleichen Charakters auch gleich aussehen. Das ist meine Relativitätstheorie. Sie haben doch sicher einen Onkel Karl, der ganz dick und ganz gemütlich ist, nicht sehr fleißig, nicht sehr temperamentvoll, aber auch nicht nervös und kein Spielverderber. Er hat einen borstigen Schnurrbart, eine Kartoffelnase und in Fett gebettete Aeugelein. Er sieht aus — wie ich.
Im übrigen bin ich natürlich gar kein Elefant, ebensowenig, wie ein Salonlöwe ein Löwe ist. Ich bin eine Robbe, jawohl, eine Robbe. Vielleicht kennen Sie das Walroß — das ist meine Cousine, und den Seehund, das ist auch kein Hund, sondern mein Neffe. Ich befasse mich in meinen Mußestunden mit Philosophie, das heißt, ich befasse mich eigentlich immer mit Philosophie. Ich habe eine wichtige Entdeckung gemacht: Es geht nichts über die Gemütlichkeit..
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den Niesenstorch
Sehr geehrter Herr! Ich bin nicht in der Lage, Ihnen weitere Auskünfte zu erteilen. Ich . habe alle Rechte, einschließlich der Uebersetzung, meinem Entdecker, Herrn Bengt Berg, abgetreten, der über mich ein Buch geschrieben und einen Film gedreht hat. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen, nein, es ist ausgeschlossen. Höchstens noch, daß ich Abu Marküb heiße. Höchstens noch, daß ich in Afrika wohne.
die Kragen-Echse
Huhuhuhu —
Huhuhuhu
Huhuhu —
— Ich bin der Basilisk! - Ich bin der Basilisk!
— Ja — zum Teufel! — warum
rennen Sie denn nicht fort? Warum fürchten Sie sich denn njcht? Was ist das für eine Gemeinheit? Fürchten Sie sich doch! Weil ich nur 50 Zentimeter lang bin und weil mich die Gelehrten nur Kragen-Echse nennen —? Das sagt gar nichts. Sie haben mich einfach zu fürchten! Mein Großvater ist der Ichthyosaurus persönlich und ich bin der Basilisk. Huhuhuhu —--!
Ob ich die afrikanischen Niggerbabys bringe? Herr, Sie erdreisten sich. Sie haben keine Er- ziehung! Wie können Sie so etwas fragen, mich so etwas fragen! Ich verweigere die Aussage! Ich kenne Ihre Gesetze. Ich kann die Aussage verweigern, wenn ich fürchten muß, mich strafbar zu machen. Man wird mich am Ende für die „schwarze Gefahr" verantwortlich machen. Das wäre ja schön. Gehen Sie! Gehen Sie, mein Herr. Mein Name ist zwar nicht Hase. Aber ich weiß trotzdem von nichts . , ,
das Schnabeltier
Ich sehe nur aus wie eine Ente. Aber ich bin keine. Ich sehe nur aus wie eine Bisamratte. Aber ich bin keine. Notieren Sie: Ich bin ein Spezialfall für mich. Ich bin eine
den See-Elefanten
Sehr erfreut! Sehr erfreut! Sie find der Mensch, wenn ich richtig höre? Sehr erfreut! Ich bin zu jeder Auskunft bereit. Selbstverständlich. Treten Sie näher. Achten Sie auf Ihre Hühneraugen, wenn ich bitten darf. Ich
Kaste für mich. I chbin weder Vogel, noch Säugetier. Ich lege Eier, lasse sie von der Sonne ausbrüten und säuge die Jungen. Das soll mir mal einer nachmachen!
2ch bin eine Berühmtheit. Ohne mich wäre Darwin ein Stümper und Haeckel ein Dummkopf. Ich bin das berühmte Zwischenglied zwischen Vogel und Säugetier. Notieren Sie:
wer mich nicht kennt, kriegt in Biologie eine Vier —--