Sette 4
Samstag, den 27. September 7990
Nr. 227
Vas WeAev dev «Schsteu Woche
Wiederaufheilerung und mäßige Erwärmung
Das stürmische und regnerische Hevbstwetter, das um die Wende der Mutigen Woche seinen Wirkungsbereich von Westeuropa auf das Nordseegebiet und den beutfdjen Westen ausgedehnt hatte, wurde rascher überwunden, als man hatte hoffen können. Durch kräftigen und anhaltenden, von Südnesteuropa nordostwärts sich fortpflanzenden Druckanstieg kam der Nordseesturmwirbel bei seiner Weiterwanderung nach der Ostsee rasch zur Verflachung. so daß die am vorigen Wochenende vielfach noch recht ergiebigen Regensälle Sonntag Weraü nachließen. Im mittleren Deutschland von der Ostsee bis zum Alpenvorland blieb es an diesem Tage überhaupt trocken. Dis Regenfälle setzten freilich schm am Montag in roßten Teilen Mitteleuropas von neuem ein; sie waren diesmal namens« Lch im Freistaat Sachsen ziemlich ergiebig; stellenweise wiederholten sie sich, wenn auch nur noch in ganz geringer Stärke, auch am Dienstag, als sich durch den allgemeinen Druckanstieg bereits die Hoch- drucklage cmszubilden begann, die uns um die Mitte der Woche dann einten sonnigen, trockenen und wieder etwas wärmeren Tag spendete. Stellenweise war es auch am Dienstag schon sonnig und freundlich; für den zu dieser Jahreszeit fälligen sog. Altweibersommer fehlte es aber vielfach an der erforder' lichen Wärme; denn nur stellenweise wurden 20 Grad Wärme etwas überschritten. Allerdings hatten SWdeuischland, die Schweiz, die Tschechoslowakei und die Donouländer schon vor zehn Tagen ihren Altweibersommer mit 26 Grad Wärme in Karlsruhe, 27 Grad in Aurich und sogar 30 Grad in Budapest am Freitag vor acht Tagen.
Die Ausbildung des kräftigen Hochdruckgebiets über den mittleren Gebieten des Kontinents, verursacht durch die Verschmelzung des südwestlichen Druckanstiegs mit einem vom Eismeer durch Kalt- luftabfluß südwärts getragenen Hoch, führte um die Mitte der Woche übrigens zunächst zu starkem nächtlichen Tomperaturrückgang durch Ausstrahlung. In der Nacht zum Mittwoch ging das Quecksilber in München auf 2, in Dresden bis auf 1 Grad Wärme hinab; auch in der folgenden Nacht sank auf dem platten Lande die Temperatur wieder bis nahe an den Gefrierpunkt. Die Tageserwärmung mußte sich noch diesem starken nächtlichen Wärmeverlust schon aus diesem Grunde in mäßigen Grenzen halten. Sie blieb überdies dadurch eine vorübergehende Erscheinung, daß von der Rückseite eines neuen, sehr ausgedehnten atlantischen Tiefs schon Donnerstag wieder maritime Kaltluft nach Mitteleuropa einbrach, die morgens im ganzen Westen Deutschlands von der Elbmündung bis zum Oberrhein abermals Regenfälle auslöfte. Auch weiter östlich kam es bei sinkenden Temperaturen allgmein zu dichter Bewölkung.
Trotzdem erscheint zurzeit die Großwetterlage günstiger als vor acht Tagen. Durch die Verlagerung des Hochdruckgebiets Nordosteuropa mit einem 770 Millimeter Höhe überschreitenden Kern im Innern Rußlands hat sich die herbstliche Zyklonenbahn nach Nordosten geöffnet, und das jüngste Tief wandert bereits längst der skandinavischen Küste in der Richtung auf Spitzbergen ab. Der intensive Kaltluft- einbruch auf seiner Rückseite wird wahrscheinlich alsbald zu neuem Druckanstieg über Mitteleuropa und damit zu einem abermaligen Vorstoß des Azorenmaximums nach den mittleren Gebieten des Kontinents Mrtzn, ' wMKch sich- wohl Mn"HM Wocheneâ wieder eine Hochdruckbrücke rwm Süd- westen des Erdteils bis nach Rußland bilden dürfte. Der augenblicklichen Wetterverschlechterung wird somit vermutlich bald wieder Äufheiterunng und mäßige Temperaturerhöhung durch Sonneneinstrahlung folgen, wobei' freilich die Nächte erneut sehr kühl werden dürften. Es bleibt noch abzu warten, ob sich der Hochdruck während des weiteren Verlaufs der Woche als stabil genug erweisen wird, um weitere atlantische Zyklonen von Mitteleuropa fern- zrchalten. Diese würden dann vermutlich nur im Nordwesten vorübergehend Trübung und leichte Regenfälle auslösen, während im Binnenland das Wetter trotten und teils heiter, teils neblich bleiben würde. Sollte die Entwicklung diesen Weg nehmen, so kann es in der zweiten Wochenhälfte auch nochmals zu stärkerer Erwärmung kommen.
MNièttmW
Von Ali Weyl-Mssen
Es gibt heute weniger Miittärmusik. Im Verhältnis zur Größe des Heeres ist die MilÄärmufik aber ungefähr gleich stark geblieben. 500 000 Monn des alten Heeres hatten 470 Musikkorps von je 36 Musikern, die Reichswöhr von 100 000 Mann hat 131 Kapellen von je 24 Musikern.
Nach wie vor fft die Vegefftevung für Mlttär- nmslk groß. Mil-itärkonzerte an Sonntägvormittagen in Berlin haben 40 000 und mehr Zuhörer. Schall- platten mit Mstitärmusik erdeten außerordentlich hohe Auflagen. Ahnen die Freunde der Militär- musik (und auch ihre Gegner), wie alt und weit verbreitet der Ruhm deutscher Militärmusiker ist? Besonlders sollen sie ,-die Pauken zierlich M schlagen" gewußt haben: „Solches geschiehet mit gewissen Bewegungen des Leibes und derer Hände, welche anderswo lächerlich scheinen würden" (Aeid- mers Untversallexikon von 1735). Mit akrobatischer Geschicklichkeit, pflegten die Pauker der Kavallerie ihre Schlägel in die Luft zu werfen und wieder aufzufangen — ein Rest mitbÄalterlicher Ueber« Lieferung.
Deutsche Flötisten verschreibt sich 1441 der Herzog von Este. Sie haben schon damals internationalen Ruf. Im späteren Mittelalter befestigte sich ihre Stellung als Jufantevie-Spielmusik — gemeinsam mit den Trommlern.'
Klangschönheit, Reinheit, Präzission und Leichtigkeit der Ansprache verdanken mehrere Gruppen von Blasinsttumenten dem Instrumentenbauer Adolphe Sax, der zu wahrem Ruhm erst jetzt durch das Saxaphon gekommen ist/ dessen Grundform er sich 1845 in Paris patentieren ließ.
Der Schellenbaum ist noch heute eine Art Wahrzeichen der Regimentsmusik, das ihr Dorartgetragen wird, ohne eigentlich Instrument zu sâ. So spielt der Schellenbaum dieselbe Rolle eines optisch- akustischen Schmucks, den er in Ostasien und der älteren Türken vor Jahrhunderten gchpielt hat als Repräsentationsstonge für die staatlichen Würden- ttäger, je nach deren Klasse verschieden groß und mit den Rang-abzöichen verziett.
Trompeter und Hörner kommen gleichzeitig schon im 14. Jahrhundert vor. Man unterschiM, sie dem Sia «gestrafter nach und gab der strahlenden Trompete den Vorrang: Die vornehme Zunft der
Mutete Leise beAase« Mb
Dahlvorstand.
In einem Eingesandt vom 20. 9. 30 gab ein Wähler seinem Erstaunen Ausdruck, daß bei der letzten Reichstagswahl im 10. Stimmbezirk ein 16—17jähriger junger Mann am Vorstandstische saß. Als Wahlvorstand dieses Bezirks möchte ich den Herrn Einsender bitten, ehe er mit solchen Sachen vor die Öffentlichkeit tritt, sich erst genau zu informieren. Der 16—17jährige junge Mann hatte mit dem Wahlvorstande nicht das geringste zu tun, er war Listenführer einer Partei, auch saß er nicht am Vorstandstisch, sondern am anschließenden Tisch, wo noch mehrere Listenführer saßen. Der Wahlvorstand bestand aus lauter steuerpflichtigen Ehrenmännern, _ welche alle wahlberechtigt waren. Daß es im Stimmbezirk 10 viele steuer-
•) Einsendungen, die unter dieser Rubrik oeröfsenl. richt werden sollen, müssen bis Freitag mittag in den Händen der Redaktion sein. Die Verantwortung fü: die Eingänge trägt der Einsender. Die Redaktion.
OB
ârudevhMonwettilttS vom äversittenieft
Nach den bei der Geschäftsstelle des 34. Mittel- rheinischen Kreisturnfestes eingegangenen Karten sind 40 Ballonlandungen bewertet worden, Die meisten der Ballons scheinen in unserer allernächsten Umgebung niedergegangen zu sein, denn es sind im Ganzen nur über 80 Meldungen ein- gegangen. Nach diesen eingegangenen Meldungen sind einige Ballons in Niederschlesien und Sachsen, die Mehrzahl in Thüringen niedergegangen. Für die einzelnen Preisträger dürfte es von Interesse sein, welche Finberadresse und welche Bemerkungen die eingesandten Karten tragen. Am Sonntag, den 28. September vormittags 11 Uhr, erfolgt die Ausgabe der Preise im Vereinshaus der Turngemeinde, Jahnstraße 3. Dieselben bestehen in gestifteten Kinderspielsachen. Da uns noch einige Geschenke zur Verfügung stehen, hat sich der Ausschuß entschlossen, auch einige Preise für die bei Fulda, Schlüchtern und in Oberhessen nieder- gegangeneh Ballons auszugeben. Es folgen die Namen der Preisträger (die eingeklammeretn Bezeichnungen sind die Orte, in denen der Ballon niederging): 1. Annemarie Weins, Birkenhainer- ttaße 37 (Lorenzdorf-Schlesien); 2. Willi Hanstein, SuftaD Adolfstr. 19 (Keula-Schlesien); 3. Irmgard Heiliger, Bruchköbelerlandstr. 31 (Lonnitz-Sachsen); 4. Erna Weitzel, Lützowstr. 1 (Kleinwelke b. Bautzen); 5. Minna Knospel, Hochstädterlandstr. 34 (Bautzen); 6. Äâ Hartwig Aepfelallee 44 (Grube Erika, Hoyerswerda); 7. Elsa Hesse, Friedhofsweg 12 (Grünberg b. Dresden); 8. Helmut Baumgärtel, Aepfelallee 42 (Königsbrück, Sachsen);
Marie Sachs, Sternstr. 35 (Mückeberg Kr. Liebenwerda, Sachsen); 10. Berthold Rheinhold, Kirch- strahe 26 (Possendorf, Weimar); 11. Anni Jung, Scharnhorststt. 23 (Moritzdorf, Dresden); 12. Liselotte Appel, Langstr. 68 (Riesa, Elbe); 13. Horst Peuker, Horkstr, 9 (Roßwein, Sachsen); 14. Heinz Schütz,
nne-
Hilde Sagorski, Hirschstr. 10 (Lunzenau, Lachsen); 17. Agathe Kersten, Schulstr. 11 (Borna, Leipzig); 18. Liselotte Forch, Sternstr. 16 (Roschütz, Thür.); 19. Gretel Hirschmann, Hochstädterlandstr. 1 (Gera, Thüringen); 20. Marie Hehler, Paradiesstr. 5 (Kraftsdorf, Thür.): 21. Johanna Ruck, Kattenstr. 2 (Schlenskau, Thür.); 22. Maria Geist, Leimenstr. 7 (Triptis, Thür.) ; 23. Helma Klöffel, Sandstr. 21 (Stadtroda, Thür.); 24. Käthe Hummel, Markt- straße 36 (Rudolstadt, Thür.); 25. Anneliese Wiegand, Schwedenstraße 14 (Hellingen bei Kahla, Thüringen); 26. Margott Götzke, Barbarossastr. 22 (Kahla, Thür.); 27. Heinz Petty, Falkenstraße 2 (Kahla, Thür.); 28. Ferdinand Heck, Rosenstraße 13 (Kahla, Thür.); 29. Dina Schäfer, Schulstraße 6 (Rothenbach, Thür.); 30. Heinz Becker, Grimmstraße 2 (Remda, Thür.); Gisela Wunderlich, Grimmstr. 18 (Heilsberg, Thür.); 32. Marie
Trompeter hisü streng daraus, niemals „zu verächtlichen Gelegenheiten mit Trompeten oder Posaunen zu dienen". Das blieb den Hörnern überlassen. Man sagt noch jetzt in der Oberlausitz: „Mit Trompeten kimmt a, und mit' Pfengpfeffen zieht a ob." Die Italiener drücken es ähnlich aus: „Arrivare colle trombe e partire coi corni.“ Beweis für die Prominenz der Trompeter: Ein Trompeter wurde noch von Friedrich dem Großen als Botschafter zum Feind gesandt, als er vor der Schlacht von Lobositz bie Ueber, gäbe der Stadt Prag verlangte. Das Lied vom Prinzen Eugen soll ein Trompeter am Abend nach der Schlacht ersonnen haben.
.Kottieren und tambuive die grutzten di« recken; den mut sie gen Lengen von der süezen reifenote —", so schreibt Heinrich von Dürl-ein um 1220; das ist die erste sicher überlieferte Beobachtung, daß Miü- tävmusik die Streiter a-ns-euert. Nachdem das einmal bemerkt und fsstg-sstellt war, wurden Trommeln und Pfeifen ins Söldnerheer singöführt.
Der Rhythmus spielt efirre größere Rolle als Melodie und Harmonie, er ist Hauptstktor der Marschmusik. Seine starte Wirkung entsteht großenteils dadurch, daß der Rhythmus von Herz und Puls sich ihm anpaßt, und allein aus dem U-mstaNd, daß Märsche ein etwas schnelleres Tempo haben als der durchichncktliche Puls, ergibt sich die Empfindung des Angere>gtjÄns, wie sie sonst durch freudige Gefühl« heroorgerusen wird. Diese Gefühle stellen, sich dann automatisch ein. Ein« besondere Rolle spielt der Trommelrhythmus, der zum Sturmangriff, ruft und in dcmerNder Wiederholung unerhört anregend wirkt: Mam Köpfe bei Abspannung diesen Rhychmus fünf Minuten lang — di« Müdigkeit ist überwunden.
Militärmusik braucht nicht zwsitklassige Musik zu sein, Und wenn ein Musiker vielleicht mit dem praktischen Soldatentum nicht sympathisiert, so braucht er deswegen noch kein absoluter Gegner der Wllitärmustk zu sein. Ein Beispiel: Um nicht zum Militä rdiecht einigere gen zu werden, flüchtete Fmnz Schubert in die ihm höchst verhaßte Schullehrerlausbahn, die ihn vom Militär befreite. Der rhyihmffche Trieb war nicht etwa weniger vorherrschend in ihm: Er komponierte ja prachtvolle Märsche, darunter den hinreißenden Militärmarsch in D-dur, — nur sind sie bezeichnenderweise im Original für zwei Klaviere gesetzt, a^o nicht gleich
pflichtige Ehrenmänner gibt, steht außer Zweifel, aber der Herr Einsender scheint nicht zu wissen, wie schwer es ist, solche Leute zu bekommen; unter allerhand Ausreden wird der Wahlvorsteher, welcher sich seine Beisitzer selbst suchen muß, ab gewiesen.
Der Wahlvorsteher des 10. Stimmbezirks.
Gemeindekasse Großauheim.
Der Zustand beim Zugang zur Gemeindekasse zur Zeit des Arbeitslosenandrangs ist gerade nicht geeignet, die Zahlungsfreudigkeit der Steuerzahler zu heben, weil man sich den Weg zur Kasse gewissermaßen erbetteln muß. Vielleicht wird durch diesen Zustand auch die starke Inanspruchnahme der Vollziehungsbeamten herbeigeführt.
Könnte nicht durch eine geeignete einfache Absperrung der Weg zur Gememdekasfe leichter zugänglich gemacht werden, oder ließe sich das Arbeitsamt "nicht in der Schule in der Taubengasse zweckmäßiger unterbringen? •F-
Müller, Kastanienalkee (Paulinenzella, (Thür.); 33. Philipp Rohr, Hochstädterlandstr. 51 (Masserberg, Thür.) ; 34. Heinz Mahler, Hospitalstr. 12 (Frauenwald, Thür.); 35. Hans Kegelmann, Alexanderstr. 35 (Suhl, Thür.); 36. Meeli Kirschbaum, Hafenstr. 1 (Suhl, Thür.); 37. Walter Henning, Körnerstr. 23 (Leutersdorf, Thür.); 38. Margott Baader, Ramsaystraße 13 (Kühndorf b. Suhl, Thür.); 39. Marie Schmitt, Hirschftr. 25 (Schmalkalden); Marianne Milbach, Hainstr. 16 (Walldorf, Werra). Trostpreise erhiellen: 1. Anni Berchem, Nordstr. 83 (Neuhof, Fulda); 2. Fritz Holzhausen, Frankfurterstraße 17 (Neuhof, Fulda); 3. Wilhelm Kaufhold, OstbahnhosstttzHe (Neuhof, Fulda); 4. Hilde Gumb- recht, Bangertstr. 4 (Oberorde, Fulda); 5. Paula Zimmermann, Frankfurterstr. 13 (Düdelsheim, Oberhessen); 6. Willi Franke, Gärtnerstr. 59 (Rommelhausen); 7. Elfriede Brandau, Freigerichtstraße 4 (Glauberg); 8. Elli Deges, Kirchstr. 10 (Oberau); 9. Hilde Thyriot, Hasenpfad 2 (Stockheim); 10. Johanna Geiger, Hainstr. 13 (Gedern); 11. Karl Wiesemann, Rhönstt. 5 (Ortenderg); 12. Karl Bozem, Hospitalstr. 19 (Hirzenhain); 13. Ursula Fischer, Hochstädterlandstr. 61 (Ortenderg); 14. Mariechen Stadt, Pedro Jungheim, Flieden); 15. Günther Dörr, Rhönstr. 9 (Lindheim); 16. Eduard Becker, Glockenstraße (Ortenberg); 17. Heinz Jüngling, Gustav Adolfstr. 21 (Kaltenwestheim); 18. Jakob Inge, Brückenau; 19. Karl Schang, Sandeldamm 10 (Schlüchtern); 20. Wolfgang Wörner, Nußallee 10 (Hettersroth); 21. Elfriede Winkler, Bleichstr. 5 (Büdingen); 22. Walter Bauer, Leipzigerstr. 54 (Bruchköbel); 23. Karl Heinrich Schäfer, Kl. Hainstr. 13 (Mittelbuchen); 24. Karl Zinkhahn, Feldstr. 15 (Mittelbuchen); 25. Elfriede Müller, Sandstr. 25 (Hilfers- dorf); 26. Hans Nüchter, Aepfelallee 36 (Oberissigheim); 27. Dina Lorenz, Rosenstr. 7 (Oberissigheim); 28. Heini Schnauz, Altstädter Markt 5 (Oberissigheim); 29. Irmgard Möller, Gelnhausen, Hirzbachweg 1, (Oberissigheim); 30. Christian Doll, Kirchstr. 9 (Mitteibuchen); ußWonn,
32. Anneliese Essig, Scharnhorststt. (DüdWWm); 33. Werner Hilbert, Langstr. 50 (Lindheim); 34. Heinz (?), Gärtnerstr. 83 (Düdelsheim); 35. Otto Waßmuth, Gärtnerstt. -62 (Oberau);
Die böse Zahl 1930
6s muß in diesem Jahr alles schief gehen.
Sind Sie abergläubisch, Herr? Natürlich nicht. Wer wird denn auch! Aber Sie klopfen von unten an den Tisch, nicht wahr, und sagen: Toi, toi, toi, um gegebenenfalls nichts Böses heraufzubeschwören. Sie haben auch eine leichte Angst, wenn Ihnen in der Silvesternacht eine schwarze Katze über den Weg läuft, oder wenn Sie ausgerechnet dreizehn Gäste haben. Trösten Sie sich: die Herren Flieger sind noch viel, viel abergläubischer. Das
als GebrauchsmarschmusiE beabsichtigt. Ebenfalls aus der Klavierttteratur stammt der berühmte Eho- piNsche Trauermarsch (aus der Sonate in B-moll), der bei unzätchgen Beerdigungen geblasen wird.
Die deutschen MAitär-Musikmeister sind aus ihrer Kapelle hervorigegangen, während z. B. Ossterrstch tüchtige Aivil-Dirtgvnten engagierte, wie etwa Franz Lehâr, den später weltberühmtM Operettenkompontsten, der als Seiger in seines Vaters Militärkapelle begann, ihm .zur Seite der junge Leo Fall, KompoMt der „Dollavprinzessin". „Verachtet mir die Militärinustker nicht!" Lehâr wunde als Wiener Milttärkapellmeister nicht nur berühmt, er lernte auch die schwere Kunst mit einfachsten Mitteln zauberhaften Glanz in sein Orchester zu bringen. Deutschland besaß und besitzt hervorragende Mifttärmusiker: Sara, Roßberg, Grawert, Albert Parlow, der später Dirigent' einer großen Hamburger Konzerttapelle wurde, Wieprecht, Direktor der Gardsmusikchör«, Erfinder der Baßtuba und des Bathyp-hons, und schließlich OSkar Hackenberger, den kürKich verstorbenen Armee- Musikinspizientsn. Uebrigens hat auch Kaiser Wilhelm A. recht gern einmal beim Militär Musikwerke oder feinen „Sang an Aegir" dirigiert.
Man muß nicht glauben, daß die Militärmusik allein beim Soldatm beliebt gewesen wäre. Der AiviW konnte sie vielleicht sogar mehr genießen, der Soldat empfand vielfach sehr wohl, daß sie ihm als Stimulans dienen sollte. Die vorgebläse- nen Märsche reißen zus>ommen, lösen nicht. Der, Choral von Leuchen, nach siegreicher Schlacht oom' ganzen Heere spontan angestimmt, ist erlösende Entspannung. Der eigene Gesang ist dem Soldaten bSsoèrs wichtig. Der Seemann sentimentMisiert auf seiner Ziehh armonika in einer Weise, die musikalisch echter und ihm seelisch wichtiger ist als das Spiel der offiziellen Bordkapelle.
o Sfäbf. Konzerte 1930/31. Für die 5 städt. Konzerte, die vom L-awdes-Symphonie-Orchester für Pfalz und Saargebi«t in der StadthaLe mit ersten Solisten unter bewährter Leitung von Prof. Ernst Boche ausgeführt, werden, können Wonnsments ausgenommen wsrdm. Die außerordentlich nied- üigm Eintrittspreise ermöglichen es jedem, sich an dem Abonnement M beteiligen. Ueber die Zahlung sbedinWNgen geben die Verkaufsstellen gern Auskunft.
ist schon so schlimm wie bei den Marinern. Seit- [am: die modernsten Leute, die das fortgeschrittenste Verkehrsttnstrument handhaben, fallen in die primitivsten Bräuche zurück. Talismane sind da an der Tagesordnung. Der deutsche Kampflieger von Richthofen nahm immer seine alte silberne Reitpeitsche mit ins Flugzeug; Fieseler, ein bekannter Kunstflugmeister, läßt sich noch heute von einer lebendigen Schildkröte begleiten (Kostenpunkt dieser Versicherung 3.50 RM), ein anderer wieder non einer schwarzen Katze, ein vierter endlich von - einem 5-Dollar-Goldstück. Dann gibt es so allerlei Vorsichtsmaßregeln: Steig nie von rechts ins Flugzeug (so der verstorbene Udet), laß dich nie vor dem Start photographieren, zünde mit einem Streichholz nie drei Zigaretten an, trage nie ein neues Fliegerdreß usw. usw. An diese seltsamen Regeln muß man gerade denken, weil auch Führer des ersten Flugschiffes der Welt — Do X genannt — sich geweigert hat, die Zählungsnum- mer D 1930 für sein Schiff anzunehmen. Warum: 1 + 9 + 3 + 0 = 13! Das Reichsverkehrsmini- sterium verstand und taufte um: D 1929. Kapitän Friedrich Christiansen kann nun leichteren Herzens seine Amerikafahrt unternehmen: D 1929 »ub nicht ins Meer stüzen. — Man könnte aber beinahe selbst abergläubisch werden. Denn daß in diesem Jahr mit seiner verdammten Quersumme aller oerquert geht, haben wir genugsam erfahren. Trotz allem: belächeln wir den Aberglauben der Piloten und halten wir uns an die —' Vorsehung. Das ist auch viel weniger altmodisch als Sahen. Schildkröten und Goldstücke.
* Der Alldeutsche verband hielt gestern abend in der Centtalhalle (Kl. Saal) einen Vortragsabend ab. Es sprach Herr Grube vom Alldeut, schen Verband Berlin über „Paneuropa und w i r". Er ging vom Ergebnis der Reichstags, wählen aus und begrüßte das Anwachsen der Nationalen Opposition, die mit ihren 148 Stimmen heute eine starke Phalanx gegen Kriegsschuldlüge und Uoungplan bilde. — Dann ging Redner zur Außenpolitik über und schilderte die Nachteile des Noungplanes gegenüber dem Dawesplan, die er in der Unmöglichkeit der Revision des Noungplanes und dem Fortfall des Transferschutzes erblickte. Die endgültige Vernichtung Deutschlands plane Frankreich jetzt durch die Provozierung von Pm» Europa. Briand, der mit Poincarè und Tardieu ein abgekartetes Spiel aufführe, wolle Deutschland vernichten. Wirtschaftlich verspreche man zwar einige Vorteile, aber Deutschland würde bald der Kriegsschauplatz werden im Kampfe gegen Rußland, da bei einem Angriff Rußland zum Gegenstoß ausholen würde und Polen überrennend in Deutschland eindringen würde. Paneuropa würde es dann auch Deutschland auf alle Zeit unmöglich machen, seine Grenzen zu revidieren und Ostpreußen wäre für ewige Zeit vom Reich getrennt Kultur und Sprache würde französiert werden. Verantwortlich für die Lage machte der Redner in erster Linie das internationale Großkapital. Mit. der Aufforderung, weiter lim Sinne des Alldeutschen^ Verbandes zu wirken, schloß die gut besuchte Ver i sammlung.
* von den Apotheken hat Sonntags-/ beya Nachtdienst non heute. abend 7 Uhr bis stächst«
Montag — Dienstag — Mittwoch
Gro|$e Exira-Auslagé
in unserer Gardinen -Abteilung ; von Restbestflnden und Resten in /
Gardinen u. Dekorationen
o Sladlkhealer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Wir verweisen nochmals auf die mor° gen Sonntag, abends 7.30 Uhr, stattfindende Wiederholung des Operetten-Welterfolges „$as Land des Lächelns", Operette in 3 Akten von Franz Lehar. Dieses Werk hat ein erfreuliches Buch und eine Musik, die verschwenderisch darüber ausgegossen ist. — Am kommenden Dienstag, abends 7.30 W; geht als 2. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zum ersten Male die Operettenneuheit „Meine Schwester und ich" von Benatzky in Szene.
o Erstes Hanauer Kammermusikkonzert. ^ Reihe der vorgesehenen 4 Konzerte soll Montag, den 13. Oktober, im oberen Saal der Stadthau, s mit einem Sonatenabend eröffnet werden. ijw Hans Bassermann und Dr. Frank Limbert rver- den, Mit einer Ausnahme, hier noch nicht aib- ges'ührte Kompositionen vortragen, die volle Beachtung verdienen. Zunächst ist es die überaus gesponnene „kleine" Sonate d-moll von Mak Reger, op. 103 Nr. 1, di« ein Merkmal des ganz in sich gekehrten Meisters darstellt, der jedem äußeren Effekt aus dem Wege geht. Wir erleben zürn affangreiche Linienführungen im Wechselspiel E' schen Violine und Klavier im 1. Satz, einem sch^ dahinfließenden Allegro moderato. Der artige 2. Satz ist ein an Elsenspuk erinnerndes Gebilde voller Eigenart. Ein wundervolles, ganz fach gebautes Thema mit Variationen schließt kleine Sonate ab. — Die sich anreihende G-dur- Sonate von J. S. Bach für Violine und bezlflft' ten Baß fft für die Musikwelt eine völlige Novita > Das wertvoll« Stück wurde 1928 in einer Prwsh sammlung in Bach's eigener Handschrift enffleff • Die 4 kurzen Sätze lassen steife Empfindungen M heiterer Spieffreuidkeit wechseln. — Ein« ander Neuveröffentlichung ist das Capricoio, op. 49, k>e böhmischen Meisters Anton Dvorak, ein Konzen stück für Violine mit Klavierbegleitung. Das feura Stück mit feinen, dem böhmischen Musi kant enru entnommenen Rhythmen ist ein echter Dvorak. Beethovens G-dur-6onate, op. 96, Sie letzte in " Reihe der Klavier-Violinsonaten, schließt das Pr ' gnamm. Das finnige, überaus abgeklärte Wer entsagt dem virtuosen Glanz; seine Wirkung ruht — ganz ähnlich wie bei der Regenschen Sotht — in bem intimen kammermusikalischen Charcm« <