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1930

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des ÄezugSpreises. / Für Platz Vorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. ^Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3951,3958

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugSpreiS: Für den halben Monat RM.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 1Z, Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Äreite zR«Pfg im Reklameteil von 68 mm Sreite 25 R-Pfg. > Offertengebühr 50 R-Pfg.

Das neueste

Das Reichskabinelt tritt morgen zur Beratung der neuen Gesetzesvorlagen zusammen, die gleich- zeitig mit den Steuermahnahmen, die bisher durch Notverordnung verkündet wurden und mit neuen sinanziellen Mahnahmen dem neuen Reichstag vor- gelegt werden sollen.

Reichskanzler Brüning hat amerikanischen Pressevertretern gegenüber beruhigende Erklärun­gen über eine angebliche Putschgefahr in Deutschland abgegeben. Reichswehr und Polizei seien völlig in der Hand der Regierung.

Reichspräsident v. Hindenburg hat den Ge­neralmajor Freiherrn von Hammerstein-Lquord an Stelle des am 30. November aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Generaloberst Heye zum Chef der Heeresleitung ernannt.

Auf der Bahnstrecke ArnheimVelp wurde ein Kraftwagen, in dem sich die Frau eines Fabrik­direktors in Apeldorf mit ihren beiden Kindern be­fand, beim Aeberqueren eines Bahnüberganges von einem D-Zug erfahl. Der Wagen wurde zertrüm­mert, die Insassen wurden getötet.

Das Büro der Völkerbundsversammlung hat beschlossen, dah die Vollversammlung des Völker­bundes im Jahre 1931 am 7. September stattfinden wird.

Im November nächsten Jahres soll die all­gemeine Abrüstungskonferenz abgehalten werden.

Die italienisch-französischen Flottenverhand­lungen sind vollkommen resultallos verlaufen u-nd deshalb abgebrochen worden.

Ein Sprengstoffdiebstahl in Iserlohn, wo 70 Pfund Dynamik und 1300 Sprengkapseln gestohlen wurden, erregte großes -Aufsehen,

ÄbSvuO

des Lloöteriverhandlungen

Mivd dieiev AbbvuK den WeermächLevesivas Zwischen ÄmevWa^ Gnsraud nnd Lân Veeinslnssen?

Genf, 21. Sepl. Die italienisch-französischen Flottenverhandlungen, die hier geführt werden, scheinen auf einem toten Punkt angelangt zu sein, wenigstens erklären beide be­teiligten Parteien, die Verhandlungen seien vollkommen ergebnislos verlaufen und des­halb abgebrochen worden. Wie man in italienischen Kreisen hört, ist tatsächlich auch zwischen der Flottengleichheitsforderung Italiens und der französischen Forderung auf ein Wehr von 100 000 Tonnen für die Wittelmeerflotte weder ein mathematischer noch ein formeller Ausgleich zustande gekommen.

DSV neue «W dev Seeves- letttms

Berlin, 20. Sept. Ein Erlaß des Reichspräsiden­ten bestimmt den Generalmajor Freèherrn von Hammer stein-Equord zum Nach­folger des auf seinen Entschluß zum 30. November 1930 aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Generaloberst Heye.

General von Hammerstein wird mit dem 1. Oktober unter gleichzeitiger Enthebung von der Stellung als Chef des Truppenamtes zur beson­deren Verfügung des Chefs der Heeresleitung ge-

London, 21. Sept. Der diplomatische Mitarbeiter derSunday Times" befürchtet als Folge des Zu­sammenbruchs der Verhandlungen drei unmittel­bare Rückwirkungen:

1. werde ein ausgedehntes Bauprogrannn Frankreichs und Italiens den zwischen Amerika, England und Japan abgeschlossenen Dreimächtever­trag beeinflussen, denn dieser Vertrag enthalte eine Klausel, wonach die drei Staaten zu Verhandlungen über eine Revision des Abkommens berechtigt seien« falls andere Seemächte ihre Flotten verstärkten;

2. könne eine Rückwirkung auf die französisch- italienischen A u s g l e i ch s o e r h a n d lun g e n , die vor einiger Zeit in Rom eingeleitet worden waren, nicht ausbleiben; das beziehe sich insbeson­dere auf die italienischen Ansprüche in Nordasrika;

3. sei eine Spannung zwischen Frank­reich und Italien bedauerlich in einem Augenblick, wo als Ergebnis des nationalisozialisti-

Tendenz der deutschen Anhenpolitik Gsgenskmtd leb­hafter Spekulation und einer gewissen Besorgnis fei.

Im Leitartikel derSunday Times" heißt xs,

ther beste Weg für Europas Rettung vor der Ge­fahr einer Reaktion in Deutschland sei, die Gründe

Über die Zugeständniss« in Deutschland durch kräftige Abrüstung zu beseitigen.

«Guvsva will «ècht abvüfte«"

tat-

London, 21. Sept Blättermeldungen Newyork zufolge erklärte der Vorsitzende Flottenausschusses des Repräsentantenhauses, Britten, der gestern aus Europa zurückgekehrt ist:Europa will nicht abrüsten, es will kämpfen. Kriegsvorbereitungen kosteten Europa täglich 6 Millionen Dollar. Der Korridor ist ein Pfahl im Fleische jedes Deutschen. Rußland wartet auf eine Gelegenheit, um seine Seehäfen in Estland, Lettland und Litauen wieder-

aus des

zunehmen und Bessarabien zurückzuobern. Drei Millionen Deutsche in der Tschechoslowakei sind

Jugoslawien und Italien stehen sich seit drei Jahren mit gezogenem Degen gegenüber. Die Völker- bundsabrüstungskommission tagt feit fünf Jahren, ohne das geringste erreicht zu haben.

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General v. Hammerstein-Lquord

, Der neue Chef der Heeresleitung General von Hammerstein ist am 20. September 1878 geboren Wo wurde 1898 Leutnant im 3. Garderegiment zu Nach Besuch der Kriegsakademie wurde er im

We 1913 Hauptmann im Generalstab. Dort fand £ auch während des Krieges Verwendung. Seine ^Nennung zum Major erfolgte 1917. In der ^chswehr kommandierte er zunächst ein Bataillon Wo wurde später Oberst und Chef des Stabes des Wehrkreises III in Berlin. Am 1. Februar 1929 ?Wbe er zum Generalmajor befördert und Chef N Stabes des Gruppenkommandos I in Berlin, fiel auch die Aufgabe zu, die Reichswehr in frischen Prozessen, so im Buchrucker-Prozeß M in Femeprozessen zu vertreten. Am 1. Oktober erfolgte seine Ernennung zum Chef des ^upvenamtes, das er seither geleitet hat. General Hammerstein ist der Schwiegersohn des be- Mien Generals der Infanterie Freiherrn von Mitwitz.

Das ckroatttionspvobßem

Die vevoEehettde âaArtettsMrms - VedSttguttserr und usGmaßs Nedkusssttgett

Berlin, 21, Sept Das Reichskabinekt wird nächsten Dienstag die von den einzelnen Ressorts jetzt ferliggestellten Vorschläge der Regierung beraten. Der Reichskanzler wird dann im Laufe der Woche die Besprechungen mit den einzelnen Parteiführern beginnen. Wie es heißt, beabsichtigt der Kanzler mit allenslaatsausbauenden" Parteien zu verhandeln.

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*. itt^kXM******-«»* Sh«*M I Kvamhit, denn dieses Experiment wurde nicht von

weC -mCOIWSWoS»» V langer Dauer sein. Die Hitlerpartei würde natürlich Konzessionen machen, um die Regierung überehmen zu können, aber da diese Partei sich aus Kapitalisten ;rlin, 21. Sept. ImVorwärts" werden die zusammensetze, würden die Konzessionen für die

Berlin, 21. Sept. ImVorwärts Bedingungen aufgezählt, unter denen die Sozial­demokratie bereit wäre, eins Regierung,

die nicht von Nationalsozialisten mit getragen wird", zu unterstützen. Zunächst einmal müßten die denkbar stärksten Garantien gegen einen faschistischen Putsch" getroffen werden, wozu in erster Linieeine ekitschiedene republikanische Staatsmacht" gehört. Weiter wird verlangt, daß die Notverordnungen durch Gesetze ordnungsmäßig ab­gelöst werden, die namentlich nach der sozialen Seite hin korrigiert werden müßten. Sodann soll den Angriffen des Unternehmertums auf die Lebens­haltung kräftig entgegengetreten", sowie Handel- und die Notpolitik sollen geändert werden. Mit besonderem Nachdruck hebt das sozialdemokratische Hauptorgan die Notwendigkeit hervor, daß die Republik sich jederihrer sozialen Verpflichtungen bewußt werde", fügt aber einschränkend hinzu, daß man die finanziellen Schwierigkeiten keinen Augen­blick verkenne und sehr wohl wisse, daß sie nicht mit demagogischen Schwindelanträgen kommunistischer Art zu überwinden seien.

VreMcheid ttbev dèe Ksslsvuttssbrrdtttts

Paris, 22. Sept. Abg. Dr. Breitscheid hat einem Vertreter desExslfior" in Sems gegenüber sich über die Lage in Deutschland geäußert. Die Wirt- schasislage, so erklärte er, war die Voraussetzung für den großen Erfolg der Nationalsozialisten. Der Triumph dieser Partei ist einzig und allein auf das wirtschaftliche Elend zurückzusühr«n. Die 3 Mil­lionen Arbeitslose haben nicht den Mut gehabt, für die soziaMe-mokratische Partei zu stimmen, in der Hoffnung, daß die Hitlerpartei alles regeln würde. Was die auswärtige Politik Deutschlands anbe­langt, so glaube ich nicht, daß sie sich ändern wird. Auf die Frage, was man nun machen werde, antwortete Brelischeid wie folgt: Die bürgerlichen Parteien haben bei den Wahlen eine Niederlage erlitten, sie könnten sich mit den Natio- natsozialisten zusammenschließen und mit Hitler die I Regierung übernehmen. Das wäre offensichtlich das beste Heilmittel gegen " die nationalsozialWsche

Partei selbst sehr gesährlich sein. Als zweite Lösung käme in Frage, daß die bürgerlichen Parteien mit

der Sozialdemokratie eine erweitert« Koalition oingehen, wir sind hierzu unter gewissen Bedingun­gen bereit, aber w i r glauben nicht, d a ß die bürgerlichen Parteien für un = Bedingungen z u haben sind.

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KakionatkozlolMsche Sovdenmge«

Berlin, 21. Sept. Der Führer des Gaues Berlin der Nationalsozialistischen Partei, Dr. Göbbels erörtert in seinem BlattDer Angriff" die Mög­lichkeit des Eintritts feiner Partei in eine Reichs­regierung. Uber die Bedingungen, von deren Er­füllung er und feine Freunde ihren Eintritt ab­hängig machen wollen, sagt Göbbels u. a. folgendes:

Unsere Pflicht ist es nun, aus der Mystik des politischen Tages zu formen. Die Volksmassen wollen, daß mit dem bisherigen Regierungskurs inner- und außenpolitisch, wirtschafts- und kultur­politisch radikal gebrochen wird. Es war eine Mani­festation gegen das System, wie sie drohender und fordernder gar nicht gedacht werden kann. Man täusche sich im Lager der Mitte nicht über unsre Absichten: die nationalistische Bewegung hat keines­wegs den Ehrgeiz, sich vor den bürgerlichen Par­teikarren spannen zu lassen. Wir denken nicht daran, uns vor Verantwortung zu drücken, wenn sie an uns herantritt. Wir werden aber nur Verantwor­tung übernehmen, wenn wir das vor Volk und Nation auch verantworten können. Was die soge­nannte Republik als unantastbar ansieht, das ist für uns nicht heilig und anbetenswert. Die national­sozialistische Bewegung will eine Umwälzung des Bestehenden, und sie ist nicht gekommen, um Fallendes zu halten, sondern es noch zu stoßen.

Die Bedingungen, unter denen mir uns bereitfinden lassen könnten, die Macht, die wir heute schon besitzen, auch praktisch einzusetzen, sind fest gelegt. Bei ihnen ist keinerlei Partei- interesse maßgebend, sondern lediglich das Wohl des deutschen Volks. Die Millionen, die uns ge- (Fortsetzung auf Seite 2)

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In den historischen Räumen von West­minster werden die letzten Borbereitungen zu der Konferenz getroffen, die unter dem Na­menKonferenz am runden Tisch" (Round Table Conference) ein überaus wichtiges welt­politisches Ereignis zu werden verspricht. In­der und Engländer werden da gemeinsam über die Zukunft Indiens beraten und nach Auswegen aus einer Lage suchen, die auf dis Dauer unerträglich ist, und zu einer Kata­strophe führen muß. Wird die Round Table Conference die Hoffnungen erfüllen, die man an sie englischerseits stellt? Es spricht nicht viel dafür.

Die Teilnehmerliste, die vor einiger Zeck veröffentlicht wurde, hat allgemeines Aufsehen erregt. Nicht minder als 14 Maharadschas ge­hören zu der indischen Delegation, und neben chnen 50 in der weiten Welt, aber zum Teil selbst in Indien meist völlig unbekannte Män­ner, von denen kein einziger zu der indischen Kongreßpartei, der Partei Gandhis, gehört. Die einflußreichste und populärste politische Gruppe Indiens wird also auf der Konferenz am runden Tisch nicht vertreten sein. Dies be­deutet von vornherein eine schwere Gefähr­dung jeglicher Aussicht auf die dauerhafte Be­friedung Indiens.

Es muß anerkannt werden, daß die Eng­länder ihr Möglichstes getan haben, um die indischen Nationalisten zu der Teilnahme an der Konferenz zu bewegen. Die langen Be- fprechungen, die in dem Gefängnis Gandhis abgehalten wurden, zeugen deutlich davon. Da jämtlfche angesehene Führer der Kong^ßpar- tei heute verhaftet sind, glauben die Englän­der, daß die erzwungene Ruhe die indischen Freiheitskämpfer vielleicht doch noch zur Aen­derung ihrer Haltung bewegen wird. Sie ha­ben sich gründlich geirrt.

Zweifelsohne war in der unmittelbaren Umgebung Gandhis die Neigung vorhanden, ein Kompromiß zu schließen und mit sich reden zu lassen. Gandhi selbst hat wiederholt seine Forderungen geändert, man merkte deutlich, daß er schwankte. Der Marsch zum Meer und die Boykott-Kampagne, die den Kampf gegen das Salzmonopol begleitete, hat den alternden Führern nicht nur körperlich, sondern auch seelisch bis zum äußersten Grad angestrengt. Die Propagandawirkung eines Feldzuges war grandios und sie hält bis zum heutigen Tags an. Auf unterirdischem Wege schleicht sich die Gandhi-Legende in die entferntesten Winkel des riesigen Landes hinein, immer neue Millionen Inder erfahren von dem großen Kampf, der sich im Norden des Landes ab* spielt. Die Formen dieses Kampfes entsprechen nicht ganz den Wünschen des Mahatma, die Lehre vom passiven Widerstand wird in der letzten Zeit immer weniger befolgt, immer öf­ter antworten die indischen Massen mit Ge­walttätigkeiten auf die Gewaltmaßnahmen der englischen Behörden. Zum Abblasen ist es zu spät. Der Kampf gegen die Engländer braucht in seinem heutigen Stadium nicht mehr von oben geleitet zu werden, er ent­brennt vonunten". Eine elementare Gewalt wohnt inne.

Unter diesen Umständen standen die Kon- grehführer vor der Wahl: entweder bleiben sie an der Spitze der Freiheitsbewegung, oder diese Bewegung schreitet über sie hinweg. Sie entschieden sich für beh radikalen Weg und brachen die Verhandlungen mit den Englän­dern ab. Die Konferenz am runden Tisch wird ohne sie stattfinden.

Es ist ein luftleerer Raum, in dem diese Konferenz vor sich gehen wird. Die 14 exoti­schen Fürsten und die Wortführer kleiner Interessentengruppen einerseits, hohe britische Beamte und Anwälte der Empire-Idee an­dererseits, das ist die Gesellschaft, die sich im Westminster versammeln wird, um die Ge­schicke eines 350-Millionen-Volkes zu entschei­den. Sie wird daran scheitern, oder nur einen ganz vorübergehenden Erfolg zeitigen. Diese Konferenz, die entweder Beschlüsse im Sinne Englands oder gar keine fassen wird, kann nur die Epoche eines neuen Kampfes viel­leicht mit anderen Mitteln einleiten. Eine Befriedigung Indiens wird sie nicht erreichen

Die bentfae Nummer umfaßt

10 Gelten