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Freiag, den 19. September 193(
Nr. 220
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ouiftrayt mit dem Eigentümer Fritz Roth-Hanau, zu verhandeln. Der Turnechchaft wird das Gelände an der Frankfurter Straße, zur Herrichtung eines Turnplatzes pachtfei überlassen und das Vorkaufsrecht eingeräumt. Der Antrag der Soz. Partei, wonach die Gemeinde die Kosten für die Lösung der Kranlkenschein« für die Erwerbslosen pp. übernehmen soll, wird aibgelshnt und ein Antrag angenommen, wonach allen Hilfsbedürfsigsn, soweit sie nicht die Sätze der gehobenen Fürsorge übersteigen, dieser Betrag von der Gemeinde vergütet wird. Von der Einladung der Turnerschaft zu ihrem Werboa-bend sowie des Kleingartenbauveretns zu ihrem Stiftungsseft wird Kenntnis genommen. Der Ankauf eines Ziegenbocks wird genehmigt. Hierauf nichtWentliche Sitzung.
GchreBensvuße eines Vord-unSers
Eine geheimnisvolle Tragödie auf einem Schmugglerschiff — Kokainschmuggler als Mörder — Der drahtlose Hilf erus des Funkers
setzt. Massenware ging glatt ab, während Qn^, tätsmöbel wohl starkes Interesse fanden, q^ wenig Käufer fanden. Wie die Messsleitung M, teilt, ist ein großer Teil der Stände für das nächst« Jahr bereits vermietet.
ActiS Nüdknse«.
t Büdingen, 18. Sept. Der Hessische Chordirigentenverband hält feine diesjährige Hauptversammlung am Samstag, 4. und Sonntag 5. Oktober in Darmstadt ab. Neben wichtigen Der- bandsangelegenheiten, u. a. Beitritt zu einer Unfall- und Sterbekasse, wird die berufliche Weiterbildung stark im Vordergrund der Verhandlungen stehen. Tüchtige, in der Chorpraxis stehende, erfahrene Fachleute wie Hubert Samper, Darmstadt, Alfred Stauffer, Mainz und Heinrich Weigand, Frankfurt a. M. werden wichtig« aktuelle Themen behandeln. Chorproben werden die Chorpraxis berücksichtigen. In einem Chorkonzert Darmstädter Vereine werden sorgfältig ausgewählte Werke der neuzeitlichen Männerchorliteratur dargeboten.
Attis Geinbause«.
)( Meerholz, 17. Sept. Heute nachmittag hielt der Bezirkslehrerverein Gelnhausen in dem sog. Schießhaus eine Versammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach Herr Konrektor Schmey, der Vorsitzende, denjenigen Lehrern, die sich in besonderer Weise um die Vorbereitung und Lie Durchführung des Bezirksjugendfestes verdient gemacht haben, den herzlichsten Dank aus. Sodann gedachte er mit ehrenden Worten des vor kurzem verstorbenen ältesten Lehrers von Hessen-Nassau, des israelitischen Lehrers Birk- Meerholz. Die Versammlung ehrte ihn durch Erheben von den Plätzen. — Herr Lehrer Maul hielt hierauf einen Vortrag über die „Polarforschungen", der sehr viel Beifall fand. Ueber die letzte Hauptausschußsitzung berichtet« Herr Schmey. Zum Schluß wurden noch die Vertreter des Bezirksvereins Gelnhausen für die Vertreterversammlung in Witzenhausen gewählt und einige interne Fragen erörter.
)( Roth bei Gelnhausen, 18. Sept. Die seit Dienstag vormittag vermißte Frau eines hiesigen Lehrers wurde am Mittwoch vormittag als Leiche aus der Kinzig geländet. Die Frau litt schon seit längerer Zest infolge Krankheit an schweren Gemütsdepressionen und dürfte in einem Anfall geistiger Umnachtung den Tod gesucht und gefunden haben.
Ein« geheimnisvolle und schaurige Tragödie, die sich vor einiger Zeit auf einem Schiff von Kokain- schmugglern ereignete, wird erst jetzt durch Berichte in französischen Blättern bekannt. Die Funfftation von Marseille fing vor einigen Wochen einen draht- losen^Funkspruch auf, durch den der Bordfunker dieses Schmugglerschiffes auf dem Mittelländischen Meere um Hilfe rief, da er mit Ermordung bedroht wurde. Offenbar hatte der Kapitän des Schmuggler- schiffes Furcht, daß der Bordfunker seinen verbrecherischen Handel verraten wollte oder verraten hat und nahm aus diesem Grunde seine Zuflucht zum Verbrechen.
Als das Lchmugalerfchiff in Marseille ankam, und von den Behörden besichtigt wurde, stellte man fest, daß die Funkerkabine durch gewaltsame Eingriffe beschädigt war.
Die Tür, die scheinbar der Funker von innen verschlossen hatte, war eingeschlagen und ausgebrochen worden, als ob sich jemand mit Gewalt Zutritt zu dem Bordfunker hätte verschaffen wollen. Der Bordfunker selbst war nicht mehr auf dem Schiff, so daß er selbst darüber keine Auskunft geben konnte, welch geheimnisvolle Tragödie sich hier abgespielt und ihn veranlaßt hatte, den Schreckensruf durch den Aether zu senden. Als man den Kapitän energisch zur Rede stellte, und darauf hin wies, daß anscheinend hier ein Verbrechen verübt worden sei, erklärte dieser lächelnd, daß davon keine Rede sein könne, und
alle feine Mannschaften bezeugten ihm, daß nichts vorgefallen sei.
Auch auf die Frage, wo der Bordfunker geblieben sei, hatte er eine plausible Erklärung, durch die zugleich der Schreckensruf des Funkers begründet wurde. Er erzählte, daß Ler Funker, der schon bei der Neuerung Zeichen von Geisteskrankheit gezeigt habe, an Bord plötzlich verrückt geworden fei und an Verfolgungswahn gelitten habe. Er fei '
Tages vom Mittagessen aufgesprungen mit
Rus:
emes dem
Hilfe, Mörder'
und habe sich in panikartigem Schrecken in Kabine geflüchtet, die er von innen verschloß verbarrikadierte. Dann habe er unausgesetzt
seine und
ge
funkt, obwohl er keinerlei Aufträge gehabt habe. Da er in seiner Kabine außerdem getobt habe, so habe sich der Kapitän veranlaßt gesehen, den Mann unschcÄlich zu machen und die verschlossene Tür zu öffnen, um den Bordfunker zu fesseln und vor wei" terem Schân 311 bewahren. Dieser schreckliche
Kampf mit dem Wahnsinnigen habe sich in der Nähe von Aegypten abgespielt.
Er habe den verrückten Bordfunker in einer Irrenanstalt ki Kairo untergebracht, also nicht ermordet, wie der Funker drahtlos der Welt mitgeieilt hatte.
Tatsächlich hatte der Kapitän bei sich irgendeine Bescheinigung, aus der hervorging, daß ein ägyptischer Arzt den Bordfunker, namens John Trilli übernommen und einer Irrenanstalt überwiesen habe. Derartige Bescheinigungen wollen aber nicht viel bedeuten, da die Schmuggler gewohnt sind, mit falschen Papieren zu arbeiten und auf die raffinierteste Weise es verstehen, Dokumente zu fälschen. Nun hatte der Bordfunker vor seinem Verschwinden auch drahtlos erzählt, daß sein Schiff ein Schmugg- levschisf sei und Kokain an Bord habe, eine Tatsache, von der er bei seinem Dienstantritt nicht Lie geringste Kenntnis hatte. Die Behörden durchsuchten daraufhin das Schiff, um festzustellen, was an dieser drahtlosen Meldung richtig sei, fanden aber
weder Kokain noch andere Schmugglerwaren, die anscheinend rechtzeitig beseitigt worden waren, da die Schmuggler wohl den Inhalt der Funksprüche des verschwundenen Funkers kannten ob et zum mindesten ahnten. Aus diesem Grunde mußte das Schiff, dem nichts nachzuweisen war, freigelassen werden, und es setzte seine Fahrt mit unbekanntem Ziel fort. Wohin es gelangt ist, ob es feinen Namen geändert hat oder nicht, läßt sich nicht mehr feststellen. Spätere Nachforschungen ergaben, daß eine Irrenanstalt des Namens, wie sie aus Lem Dokument verzeichnet war, in Kairo nicht vorhanden war. Auch der Arzt konnte nicht mehr gefunden werden, dessen Namen sich die Behörden notiert hatten. Unter diesen Umständen hätte das Schiff natürlich nicht fortgelassen werden dürfen, bevor nicht wenigstens durch eine drahtlose Anfrage in Kairo die Wahrheit der Mitteilung des Kapitäns festgestellt worden wäre. Die geheimnisvolle Tragödie, die sich an Bord des Schmugglerschisses ganz sicher ereignet hatte, und allem Anscheine nach tatsächlich mit der Ermordung des Funkers wegen Verrats des Schmuggelns geendet hat, wird wohl niemals mehr aufgeklärt werden können, zumal auch anscheinend der Name des Funkers in dem Dokument ebenso falsch angegeben war, wie seine Herkunft. In Birmingham, woher der Funker angeblich stammte, ist er nicht bekannt. Die geheimnisvollen Schreckensszenen auf dem Schmuggler- schfff sind auch in unserer Zeit trotz drahtloser Telegraphie und Radio noch nicht verschwunden.
A«S MM ««d Ant,
MosdvesruG an der EheLvau
— Erbach L 0., 18. Sept. Heute nachmittag kurz nach 3 Uhr verübte der 48 Jahre alte Dia. mantschleiser Georg Egner einen Mordversuch aa feiner Ehefrau. Er verletzte sie durch mehrere 2fe- volverschüsse in Leib, Brust und Kopf sanier und steckte schließlich das Bett, auf dem die Frau > sammengebrochen war, in Brand. Die durch bie Schüsse aufmerksam gewordenen Nachbarn schlüge,, ein Fenster ein, da der Täler sämtliche Türe« ab. gcschlossbn hatte. Es gelang ihnen, die schwer ver. letzte Frau aus dem Hause zu schaffen u. ins Kreis- krankenhaus zu bringen, wo sie sofort operiert werden mußte. Die Gendarmerie verhaftete ben Täter, der sich im Taubenschlag versteckt Halle. 2er Brand konnte bald gelöscht werden. Das Mosiv zu der Schreckenstat scheint in unglücklichen Familien. Verhältnissen Zu suchen zu sein. Das Ehepaar Hal sechs Kinder im Alter von 9 bis 25 Jahren. Jie Staatsanwaltschaft ist sofort zur Klärung des Sad). Verhalts eingetroffen.
Tödlicher Verkehrsunfall
— Kaffel, 19. Sept. Donnerstag nachmittag hat sich in Ler Kaffer Friedrichstraße eiln schwerer Verkehrsunfall zugetragen, der leider ein Menschm- leben forderte. Gegen 3% Uhr fuhr ein mit drei Personen besetztes Auto in der Richtung nach Wilhelmshöhe. In Höhe des Haufes 43 geriet bei der erheblichen Geschwindigkeit der Kraftwagen aus der durch Len Regen durchnäßten Asphaltstraßendecke, ins Schleudern. Das Fahrzeug schlug mit großer Wucht gegen einen am Straßenrand stohen- Len Baum, wobei sämtliche drei Insassen, ein Herr und zwei Damen herausgeschleuLert wurden. Während der Führer, Ingenieur Paul P. außer einem Nervenchok nur geringfügige äußerliche Verletzungen davontrug und seine neben ihm sitzende Braut ebenfalls nur unbedeutend verletzt wurde, erlitt die im Hinteren Teil des Wagens mliffahrende Mutter der Braut, Frau Anna B. aus der Vnrg- feldstraße einen schweren Schädelbruch, an dessen Folgen sie bald nach dem Unfall gestorben ist
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: Die Kriminalpolizei hat in Erfahrung
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Das DunkelüberälumSits geMftet
heimliche Vorentdeckung
Hamburg, 15. September.
Amerikas — Mit dänischen Korsaren über Grönland— Labrador— Florida
Das Dunkel l ist Kolumbus, der für seltne Entdeckung zeitweilig um Herkunft die von ihm geforderte Würde des Vizekönigs und
der Legenden, die sich . .
und Taten des Kolumbus gesponnen haben, soll in f Admirals von Indien bekleidete, identtfch mit einem
.überraschender Weise, durch neuenideckte Dalum ' "“^' “* ' ”“’“ '"-'-"-- ----- «^-s-
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Direktor der Nationalbibliothek in Lima (Peru),
bracht, daß Anfang dieses Monats ein Herr in Wohnung der ermordeten Schreyer erschienen um ein möbliertes Zimmer zu mieten. Frau Schreyer hatte einen Aushang „Möbliertes Zimmer zu vermieten" an einem ihrer Fenster angebracht. Sie sagte dem Herrn das Zimmer zu. Einige Tage später erschien er wieder in Begleitung seines Freundes, mit dem er bisher angeblich zusammengewohnt hatte. Er bat Frau Schreyer, das Zimmer mit zwei Betten auszustatten, damit er mit seinem Freund wieder zusammenwohnen könne. Frau Schreyer erklärte sich aber damit nicht einverstanden, worauf er das Zimmer für sich allein mietete. Frau Schreyer verlangte nun von dem neuen Mieter eine Anzahlung für das zum 1. Oktober gemietete Zimmer. Dieser versprach, in der nächsten Woche, am Dienstag den 16. d. M. (das ist der Tag der Tat) wiederzukommen und eine Anzahlung zu leisten. Bei der Unterredung gab er an, in einem Geschäft im Osthafengebiet tätig zu sein. Für den weiteren Gang der Untersuchung ist es von Wichtigkeit zu erfahren, wer der Ermieter des Zimmers und sein Freund sind. Die kriminal- polizeilichen Feststellungen haben ferner ergeben, daß vor einiger Zeit in dem Lebensmittelgeschäft von Johann Teubler, Maulbeerstraße 6, ein etwa 25 Jahre aller Mann erschien und sich nach den Vermögensverhältnissen der Witwe Schreyer erkundigte. Einige Tage später sprach in demselben Geschäft ein anderer Herr im Alter von etwa 40 Jahren vor, der die gleichen Erkundigungen einziehen wollte. Beide gaben an, Beamte einer Auskunftei zu sein und beide wollten wissen, ob Frau Schreyer für 250 Mark kreditfähig sei. Auch in diesem Falle ist es von Bedeutung, die in Frage kommenden Herren zur Sache zu hören. Es wird nochmals auf die ausgesetzte Belohnung von 1000 Reichsmark hingewiesen, die für Privatpersonen bestimmt ist, die Angaben machen können, welche zur Ueberführung des oder der Täter führen.
Flieger Raab geflüchtet
— Kassel, 18. Sept. Der bekannte Flieger Raab, langjähriger Mitinhaber der Raab-Katzenstein- Werke, ist, wie die .,B. Z." berichtet, unter Mitnahme wichtiger Konstruktionszeichnungen und zahlreichen Aktenmaterials nach Amerika geflüchtet. Die Flucht ist anscheinend die Folge eines Skandals, der in sportlichen und industriellen Kreisen schon seit geraumer Zeit beträchtliches Aufsehen erregt. Die Raab-Katzensteiin-Werke gingen vor längerer Zeit in Konkurs, etablierten sich später auf neue unter dem Namen Rheinische Luftfahrt-Industrie G. b H. in Krefeld und versuchten hauptsächlich bulÄ Veranstaltung von Kunstflugfahrten laufende nahmen zu erzielen. Die neue Firma arbeitete zu nächst ganz erfolgreich, flog aber eines Tages plätt schwunden waren Wie das genannte Blatt miste will, soll die alleinige Schuld Raabs an den fehlungen klar erwiesen sein. Raab hatte M Gläubiger glauben gemacht, er müsse in Geschäften nach Schweden reisen. Nach seiner Rückkehr sollte die letzte Gefellschaftsoersammlung stattfinden. W diese Versammlung zufammentrat, war statt Raab nur ein Telegramm von chm aus Amerika da, in dem er seine „glückliche Ankunft" meldet. Raab, der als Flieger am Krieg teilnahm, hat in Deuffchland mit den Kunstflug eingeführt.
Zum ■ Tode des Wetzlarer Oberbürgermeisters. — Eine Erklärung der demokratischen Lladtverord- nelenfrakkion
■— Wetzlar, 18. Sept. Die demokratische Stadtverordnetenfraktion der Stadt Wetzlar teilt mit: »In den Nachrichten über den Tod des Bürgermeisters Dr. Kühn ist anscheinend in der gesamten auswärtigen deutschen Presse folgendes berichtet worden: „In einem hinterlassenen Briigf evklärt er, seine geschwächten Nerven hätten der Hetze gegen ihn nicht mehr standhalten können." In' den bis jetzt veröffentlichten Briefen steht nichts derartiges und wir müssen es weit von uns weisen, eins Hetze gegen den Verstorbenen gemacht zu haben. Wir haben nur der vorgesetzten Behörde resp, dem Untersuchungsrichter das mitgeteilt, was unsere Pflicht erforderte, haben aber darüber und über die vielen Mitteilungen, die uns noch dauernd über die Zustände in unserer Stadtverwaltung gemacht werden, in der Oeffentlichkeit Stillschweigen bewahrt."
Tödlicher Sturz beim Zwetschenpflücken
— Gießen, 18. Sept. Beim Abmachen von Zwetschen stürzte am Samstag, wie berichtet, der Fuhrmann Jakob von hier vom Baum ab uns brach sich dabei die Wirbelsäule. Nach mehrtägiges schwerem Krankenlager ist der bedauernswerte Mann gestern abend seiner schweren Verletzung erlegen.
nffchen Korsaren und Rebellen gegen König H. von AMMsien und Venwandten jenes Korsaren Cafanova-Couillion, 6er im Dienste Siro«
auf dem Internationalen Amerikanistenkongreß in Hamburg in der Sektion für Geschichte (Leiter Prof. Dr. Sapper, Würzburg) darlegte, ist es ihm während einer acht Monate langen Arbeit in spanischen Archiven an Hand bisher unbekannten, reichen und angeblich echten Materials gelungen, zahlreiche bisher über Kolumbus geltende Theorien ad absurdum zu führen.
Er entdeckte neu die Denkschrift des Kolumbus an die Nachlaßverwaltung der Königin Isabella, die ihn ausgesandt, aus dem Vorjahr seines Todes 1505, eine weitere Denkschrift seines Sohnes und Nachsolgers als Admiral von Indien Disgo von 1511, eine Erklärung des Bernhard Kolumbus vor dem Senat von Genua von 1583, einen Schriftsatz von Balthasar Kolumbus, unterfertigt durch genuesische und italienische Zeugen 1594 in Madrid. Er legte die authentischen Texte zahlreicher chiffrierter Briefe der spanischen Gesandten in England von 1498 und der Verhandlungen des Königs mit Kolumbus von 1492 vor, die unverkennbare nachträgliche Aenderungen aufweffen. Auf Grund dieser Forschungen und Dokumente steht es — nach der Meinung Prof. Ulloas — nunmehr endgültig fest, daß Koiumbus auf Lem Wege Irland, Grönland, Labrador, Neufundland, Florida bereits vor der offiziellen Entdeckung Amerikas und bevor er überhaupt mit dem spanischen König in Verbindung trat, der neuen Welt den ersten von ihm verheimlichten Besuch abgestattet hatte. Und daß eben dieser Kolumbus, der später die Schiffe Spaniens nach Westindien führte, eine Zeitlang Genosse dänischer Korsaren war, mit denen er ohne Hilfe der spanischen Könige die Vorentdeckung des amerikanischen Kontinents durchführte.
Ferner ergaben die aufgefundenen Schriften und Dokumente, daß Kolumbus nicht etwa identisch ist, wie bisher allgemein angenommen, mit dem Sohn des genuesischen Wollwebers Dominica Colombo, daß der berühmte Brief des Gesandten Puebla, der sich auf die angebliche genuesische Herkunft des Kolumbus bezieht, niemals existiert hat. Vielmehr
wigs v. Frankreichs stand — übrigens eines älteren Verwandten des bekannten Abenteurers Giacomo Casanova, der, von katalanischer Herkunft, 1725 in Venedig geboren wurde. Sehr viele der bisherigen Angaben über Kolumbus stützen sich auf Dokumente, die — wie Ulloa ausführlich darlegte — von Len Geschichtsschreibern frei erfunden, als Fälschung hergestellt oder durch Textkorrekturen zweckmäßig frisiert waren. Auch das vielgenannte Testament Les Kolumbus, das Genua als Geburtsort nennt und 1497 vom König bestätigt sein soll, mußte als wertlose Fälschung außer Betracht bleiben. Außer dieser Vergangenheit Les Kolumbus erklären sich die zahlreichen Feindschaften, denen er schließlich zum Opfer fiel, und die unerschütterliche Sicherheilt, mit der er dem unbekannten Westen entgegensuhr. da er den amerikanischen Kontinent schon gekannt hat, als er an dem denkwürdigen 12. Oktober 1492 auf San Salvador landete.
Der Kongreß stand diesen Ausführungen .ziemlich skeptisch gegenüber. Man sieht vorläufig die Ausführungen von Professor Ulloa als Hypothese am. Dieser Ansicht sind auch der Sachverständige aus Spanien, Professor Ballesteros JberËa- Madrid, und Professor Großmann-Hamburg. Diese «Mehrten erklären, Laß Professor Ulloa noch nicht alle Dokumente vorgelegt habe. Nach ihrer Meinung hat Ulloa Bemerkungen aus den Dokumenten aneinandergereiiht und so einen Schluß gezogen. Er sei dabei jedoch mit etwas Phantasie ans Werk gegangen. Professor Ballesteros Jberetta betont, daß es sehr wohl möglich sei, daß Ulloa recht habe. Die Kernfrage seiner Ausführungen sei jedoch noch nicht bewiesen und so lange seien auch Lii« alten Darstellungen und Theorien über die Entdeckungsgeschichte Slmerikas noch keineswegs als Fälschungen zu bezeichnen. U. a. erklärte der genannte Gelehrte, daß der Jesuitenpater Streicher gegen bereits früher von Professor Ulloa vorgebrachte allgemeinere Gedankengänge Stellung genommen -habe.
ihn die Nachfolge von Stadtrat May
: Der Mogiftratswahlausschuß hat in feiner gestrigen Sitzung beschlossen, die Stelle des durch den Weggang von Stadtrat May nach Rußland
freiwerdenden Dezernenten des Hochbauamts auszuschreiben. Es wunde eine Kommission bestehend aus drei Stadtverordneten gewählt, die die eingehenden Bewerbungen prüfen und die geeigneten PèchöMchkân auswählen fall. Die Neubesetzung der vakanten Stelle soll mit größter Bsfchleunigung durchgeführt werden.
Abschluß der Südwestdeutschen Nöbelmesse
: Die Südwestdeuffche Möbelmesse hat gestern ihr Ende gefunden. Das geschäftliche Ergebnis der Messe war im ganzen entsprechend der Wirtschaftslage ^bÄsriedigend. Die Messe war lediglich für Einkäufer zugänglich, die sich in der Hauptsache aus Klein- kundschaft aus der näheren Umgebung zusammen-
Ein treuer Sohn feiner Heimat
— Alsfeld, 18. Sept. Der im Alter von 15 Jahren aus unserem Nachbardorf Romrod na« Amerika ausgewanderte Ferdinand Richtberg in dankbarer Erinnerung an feine deutsche Henna' seiner Vatergemeinde Romrod eine Geldstiftung Höhe von 222 seiner Bestimmung tätigkeitszwecken verwendet werden soll.
y^uiciltuc JIUIHLUU eUlC ,
21000 RM zugehen lassen, die «a« tnmung von der Gemeinde zu Wo«-
Alles, was zu einer fertigen Soße gehört, enthält
MAGGP Bratensoße
L—i-^! nur noch mit Wasser zu kochen
B^Jtensoße )f 7 Würfel für gut PL Liter vorzügliche Bratensoße 15 Pf*