1930
12. September
Smitas de«
W. 214
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gyvalt, Streit usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.^Geschäftsstelle: Sammerstr.9 / Fernspr. 3956,3957,3958
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DaS KsNsKe
Der französische Außenminister Briand und u,iv ^t englische Außenminister Henderson hielten in Genf gestern Reden, in denen Ausführungen I über die Arbeiten des Völkerbundes und den Eu-
I ropa-Plan und besonders über die Abrüstung ge- I macht wurden. Henderson machte einen energischen I Vorstoß für die Abrüstung.
— Der „Manchester Guardian" veröffentlicht I eine geheime polnische Anweisung zur Enteignung I der deutschen Gutsbesitzer im Korridor
I — Der Reichsminister der Finanzen Dr. Diel- I rich hielt in Berlin eine Rede, in der er erklärte, I daß die Steuerschraube überdreht sei.
— Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichs- I bahngesellschaft hat das Reichsbahnzentralamt be-
I austragk, dem Stahlwerksverband, mit September I beginnend, monatlich 50 000 Tonnen Oberbaustoffe zur Lieferung in Auftrag zu geben.
I — Professor Piccard hat angekündigt, daß er voraussichtlich Samstag früh 6 Uhr zu seiner Höhenfahrt starken wird.
— Auf dem vor Holtenau ankernden Zielschiff I „Zähringen" ist ein Brand ausgebrochen. Der Brand konnte bisher noch nicht gelöscht werden.
— Die beiden Lager der Franklin-Expedition, die vor etwa 80 Jahren im Arktischen Eismeer verschollen ist, sind auf der King William-Insel in Nord-Kanada durch den kanadischen Forscher Major Burwards aufgefunden worden.
NokMchs VSttiiaè
ââd e n , 11. Sept Der 21 Jahre alte Student Heinz Oetting aus Gladbeck, der an den am gleichen Abend siatkgefundenen Veranstaltungen der Nationalsozialisten teilgenommen hatte und ein Hakenkreuzabzeichen frug, wurde gestern abend von unbekannten jungen Burschen durch einen Messerstich in die rechte Brustseike so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner E^'l^?rung in das Krankenhaus verstarb.-« Die nuten noch nicht ermittelt werden.
Max &W W^mi Rache
Max Hölz beteiligt sich an einer Demonstration.
Falkenstein, 11. Sept. Hier fand gestern abend eine Protestoersammlung der Kommunisten aus Anlaß der Vorgänge in der Wilhelmshöhe statt- Anschließend an die Protestversammlung bewegte sich ein Demonstrationszug durch die Straßen der Stadt.
Vor der Wohnung des Max Hölz behandelnden Arztes machte der Zug Halt. Hölz wurde
ous ber Avzbwohnung in ein Auto gebracht, das mit ihm in dem Demonstrationszug führ. Vor dem Rathaus sprach Hölz mit verbundenem Kopfe zur Menge und forderte zur Rache auf. Gegen 20.45 Uhr war die Demonstration beendet. Heute früh 7 Uhr hat Hölz im Automobil Falkenstein mit unbekanntem Ziel verlassen.
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Friedrichshafen, 11. Sept. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist von seiner Fahrt nach Moskau heute vormittag 11.35 Uhr wieder nach Friedrichshafen SUrückgekehrt und glatt gelandet. Es hat die Strecke des Rückflugs mit 2500 Kilometern in ungefähr Stunden bewältigt. An Bord befanden sich 22 Mhrgäste.
Vov SS Sahven vevMsllew
Eine Spur der Franklin-Expedition gefunden
_ Conbon, 11. Sept. Der kanadische Forscher Major Burwash entdeckte, als er im Flugzeug von einem Flug nach dem magnetischen Pol zurück- kehrte, aus der 6ing-William-Jnsel im nördlichen «anaba zwei Lager der feit 85 Jahren verschollenen Expedition Sir John Franklins, die aus 129 chlizieren und Mannschaften bestand und im Jahre
an Bord der beiden Schisse „Erebus" und -Terror" England verlassen hatte, um die nordwest- uche Durchfahrt zu entdecken. Die Schiffe wurden juleht am 26. Juli 1845 von einem Walfischsänger der Malville-Bay gesehen und waren seither verschollen. Auf einem 1859 auf der King-William- ^Üel gefundenen Bericht ging hervor, daß die Schisse 1848 nahe der Nordwestküste von 6mg- Milliam-Land vom Eis eingeschlossen und nach dem Tode Sir John Franklins von den übrigen Mitgliedern der Expedition verlassen worden waren. 105 Ueberlebenden sind zweifellos bei dem Ersuch, das Festland zu erreichen, der Kälte, dem Hunger und den Strapazen erlegen. Auch Major «ucwash soll nunmehr einige Dokumente gefunden Huben, die weiteren Aufschluß über das Schicksal der Expedition geben.
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Berlin, 11. Sept. Auf dem Zielschiff „Zähringen" ist gestern abend nach einem Treffer im Achterschiff ein Brand ausgebrochen. Das Schiff liegt vor Holtenau zu Anker. Der Brand konnte bisher noch nicht gelöscht werden.
Kiel, 11. Sept. Den ganzen Tag über wälzte sich von der noch immer brennenden „Zähringen" über den Hafen ein beizender weißlicher Rauch, der das Schiff selbst völlig einhüllte. Die Rauchschwaden waren so dicht, daß Hafendampfer, die die rauchvernebelte Zone durchfuhren, für Minuten völlig darin verschwanden. Die Feuerwehr, die mit einem Löschboot und 4 Motorspritzen seit 20 Stunden arbeitet, konnte in unermüdlicher, durch den atembeklemmenden Rauch erschwerter Arbeit, zwar die Ausdehnung des Feuers verhindern, die völlige Löschung wird jedoch Stunden, vielleicht sogar Tage in Anspruch nehmen. Die Feuerwehrmannschaften müssen schon nach ganz kurzer Zeit jeweils abgelöst werden, da ihnen durch den von dem schwelenden Kork, mit dem die „Zähringen" bis zum Deck gefüllt ist, aufsteigenden Qualm ein längeres Verweilen am Brandherd unmöglich gemacht ist. Weitere Rauchvergiftungen sind nicht zu verzeichnen. Das Befinden der wegen leichter Rauchvergiftung zurückgezogenen Feuerwehrleute ist befriedigend.
Kiel, 12. Sept. Der Brand auf dem Fernlenk- fchiff „Zähringen" konnte trotz aller Bemühungen der Feuerwehren bisher nicht gelöscht werden. Der Brand hat sich vielmehr auf das Mittelschiff ausgedehnt, so daß die „Zähringen" von den MaschineN-
und schleudern stündlich ungeheure Wassermengen in den Schiffsleib hinein. Die Wassermassen, die man bis jetzt in die untersten Räume hineingeleitet hak.
Iuerft ÄdvüKuns, darm Van- euvopa
NMassds ^ßrtmsis auf die LtdBüsirtWgsfVaas dKEa rmd Aichisiagssrd - âttdevion i-Vdssi erwvMG MEHZEtMK Genf, 11. Sept. Die Völkerbundsversammlung hat heute vomittag ihre Sachberatungen mit der allgemeinen Aussprache ausgenommen.
Der Vertreter Kanadas, Sir Robert Borden, verglich die düstere Zeit der Entstehung des Völkerbundes mit der freundlichen Athmofphäre des guten Willens, der Zusammenarbeit und der Verständigung, wie sie heute erfreulicherweise vorhanden sei. Trotz des Kelko-ggpaktes dauern die Rüstungen an. Es fei zu bedauern, daß gleichzeitig mit dem Verzicht auf den Krieg nicht auch der Äerzicht auf Rüstungen ausgesprochen worden
Bvkand taeW
Nach Sir Borden betrat der französische Außenminister ,B r i a n d die Tribüne. Er wurde mit großem lebhaftem Beifall auf allen Bänken begrüßt. Briand leitete seine Rede mit der Erklärung ein, daß er im Namen Frankreis und im Namen der 27 europäischen Staaten zu sprechen beabsichtige, deren Beauftragter er sei. Seine Ausfüh- rungen waren im einleitenden Teil der Rede fast ausschließlich der Verurteilung des Krieges als des größten Verbrechens gewidmet.
Briand -beschäftigte sich sodann mit dem Kellogg- Pakt und wies darauf hin, daß dieser Vertrag die stärkste Verurteilung moralischer Natur gegen einen Kriegsausbruch bilde. Er zählte sodann die bisher erreichten juristischen Bedingungen zwischen den Völkern auf, namentlich die allgemeinen Schiedsverträge und regionalen Abmachungen zwischen Nachbarnationen. Merkwürdigerweise sprach er von dem Locarno-Vertrag nicht.
Auf die Abrüstungsfrage kommend, sagte er mit großen Umschweifen, daß die Abrüstung unter den gegenwärtigen Umständen nicht so leicht vollzogen werden könne.
Man müsse aber dem Völkerbund Zeit lassen und eine günstigere Lage abwarten. Die Ab- rüstungsidee leide auch durch moralische Einflüsse. Denn es sei selbstverständlich, daß, solange die moralische Abrüstung nicht erfolgt sei, die praktische auf große Hindernisse stoße. Sodann betonte er, daß gerade in Frankreich, dessen Gebiete größtenteils verwüstet worden seien, der Friedenswille am stärksten zum Ausdruck gelange. Aber man müsse sich auch gegen einen nicht hervorgerufenen Angriff sichern.' Im Zeichen der Sicherheitsidee würden die weiteren Verhandlungen über die Abrüstungsfrage stehen. Der Völkerbund solle das Abrüstungsproblem weiter mit Vor-
um den Brand der Korkmasten zu ersticken, sind so gewaltig, daß die „Zähringen" mit ihren eigenen Pumpen unausgesetzt das Wasser wieder hinausdrücken muß, um zu verhindern, daß sich die Gleichgewichtslage des ehemaligen Schlachtschiffes verschiebt. Seit Donnerstag mittag werden große Mengen Kohlensäure in das Schisfsinnere hineingeleitet, um die Flammen zu ersticken. Die Befchä- digungen an der „Zähringen" find, so weil sich bisher übersetzen läßt, recht erheblich, da durch den Brand selbst die Außenhaut gelitten hat. Das Fernlenkschiff wird für längere Zeit ins Dock gehen müssen, um wieder hergestellt zu werden. Der Schaden, der durch den Brand entstanden ist, dürfte sehr namhaft fein, da das Fernlenkschiff das größte Korklager der Welt darstellt. Als seinerzeit die „Zähringen" für ihren jetzigen Zweck umgebaut wurde, verstaute man so ungeheure Mengen Kork in den unteren Räumen, daß in dem Schisssleib zwei Jahresernten Spaniens Platz gefunden haben. Als die deutsche Marineleitung seinerzeit durch Agenten diese ungeheuren Massen Kork aufkaufen ließ, entstand eine große Beunruhigung am Korkmarkt, da zunächst niemand wußte, wozu diese riesenhaften Aufkäufe dienen sollten.
Der Brand konnte bisher trotz größter Anstrengung der Feuerwehren noch nicht gelöscht werden, weil es außerordentlich schwierig ist, an den eigentlichen Brandherd heranzukommen. Man hat sich deshalb enlschlossen, diebrennendenkork- ^MMMH^ «LÄ-re nnen zu . was wahrscheinlich bis Freitag mittag dauern wird. Die Gefahr eines Ueber greifens des Brandes besteht jedoch nicht mehr.
sich -behandeln. In diesem Zusammenhang machte Briand die Mitteilung, daß jetzt zwischen Italien und Frankreich Verhandlungen über die Seeabrüstungsfrage, die in London nicht gelöst werden konnte, stattfinden. Er bemerkte ironisch, daß man mit der italienischen „Jugend" nicht so leicht vorwärts komme. Aber er sprach die Hoffnung auf eine Verständigung mit Italien in der Seeabrüstungsfrage aus.
Ueber die Schwierigkeiten, die verschiedenen Nationen miteinander zu vereinen, daß heißt die Gegensätze auszugleichen und zu einer einheitlichen Formulierung des paneuropäischen Gedankens zu gelangen, sprach Briand fast mit keinem Wort. Er gab bloß zu, daß in den Antworten, die er erhalten habe, günstige, weniger günstige und schwierige Punkte festgestellt werden konnten. Doch rühmte er die im allgemeinen günstige Einstellung zur Idee selbst. Dann machte er einige wichtige Bemerkun- gen über den Gedanken Paneuropas und die sogenannte Union der europäischen Nationen.
Rein fachlich hat Briand zu den Memoranden -der vehschieidenen Staaten nichts gesagt. Er wies bloß darauf hin, daß in den meisten Antworten, die ihm zugegangen seien, die wirtschaftliche Seite eine große Rolle spiele. Auch er als Vertreter Frankreichs sei der Ansicht, es müsse auf wirtschaftlichem Gebiet sofort der Versuch unternommen werden, eine Plattform für Verhandlungen zu finden.
Während der ganzen Rede erhielt Briand nur einmal stärkeren Beifall. Möglicherweise wird er nach Hen-dersons Rede noch einmal das Wort ergreifen, um sodann in die Materie selbst einzu- -drin-gen und den Standpunkt Frankreichs, sowie die Einstellumg zum Revisionismus einzelner Staaten klar zu stellen. Tatsache ist, daß die Rede Briands eine gewisse Enttäuschung bei den D elegierte n hervorrief.
Aetidövsssrs DsvfsoK in des ÄvvKsötmssfvase
Genf, 11. Sept. Rief die Rede Briands infolge ihre« sachlichen Inhaltslosigkeit und etwas oberflächlichen Behandlung des Abrüstungsproblems eine unverkennbare Enttäuschung hervor, so erregte der kraftvolle, mit unerhörter Verve ausgeführte Vorstoß Hendersons zugunsten der Abrüstungsthese
wahre Sensation. Der englische Außenminister sprach in der Nachmittagssitzung der Vollversammlung vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Saal.
Hendevsen gedachte eingangs der seit der letzten Völkerbundsversammlung verstorbenen Staats-
männer Balfour, Stresemann und Nansen. Wer die letzten Ausführungen Dr. Stese- manns in der vorigen Septsmb-er-verls-ammlung angehört habe, so sagte Heirderson, habe sich davon überzeugen können, daß sich dieser große Führer für die Sache der europäischen Zusammenarbeit und der Völkerverständigung in ungewöhnlich hohem Maße eingesetzt habe. Stresemann sei ein großer deutscher Patriot gewesen und habe unter außerordentlich schwierigen Umständen die Belange seines vertreten. Dem
Landes im internationalen Leben Wirken Dr. Stresemanns sei es
heute Äle deutschen Gebiete Besetzung frei seien.
Henderson sagte dann u. a.: Nach der Auffassung rung seien Sicherheit und bunden.
zu danken, daß der militärischen
Abrüstungsfrage englischen Regie-
von
zur der
Abrüstung eng veo
Nichts könne die Völker stärker vor dem Umbruch eines neuen Krieges schützen, als ein allgemeines Abrüstungsabkommen.
Die Sicherheit sei undenkbar, so lange das gegenwärtige Wettrüsten andauere. Das ganze englische Völk sei sich darüber einig, die Maschinerie des Völkerbundes in der Sicherheitsfrage nur dann weiter auszubauen, wenn die Abrüstung aufhäre, eine leere Phrase zu sein, und endlich Wirklichkeit werde. Auf diesem Grundsatz werde die künftige englische Politik aufgebaut sein. Von allen Maßnahmen für die Sicherheit sei die Abrüstung bei weitem die wirksamste. Die Ziele des Völkerbundes würden niemals erreicht, wenn nicht die Mächte sich entschlössen, auf Grund eines internationalen Abkommens zur allgemeinen Abrüstung zu schreiten. Die Schöpfer des Völkerbundsvertrages hätten niemals an seine internationale Zusammenarbeit geglaubt, wenn die nationalen Rüstungen bestehen blieben. Deshalb sei in Artikel 8 des Völkerbundsvertrages die Verpflichtung zu einer allgemeinen Herabsetzung und Beschränkung der nationalen Rüstungen ausgenommen worden.
Schon 11 Jahre werde die Abrüstungsfrage ohne Fortschritte behandelt. Jetzt sei der Augenblick gekommen, endlich zu handeln. Die Abrüstungsbeslimmungen des Völkerbundsvertrages bildeten einen Teil der Friedensver- träge. Jede Regierung fei durch diese Verpflichtungen gebunden. In den Verhandlungen im Jahre 1919 sei diese Verpflichtung ausdrücklich wieder festgelegt und feierlich sodann von neuem in der Schlußakte des Locarnovertrages bestätigt worden.
Vor zwei Jahren habe die Völkerbundsversanu..- lung feierlich festgestellt, daß der gegenwärtige Stand der Sicherheit den Abschluß eines allgemeinen Abrüstungsabkommens erlaube?
Die Völker würden mehr und mehr ungeduldig und zweifelten an dem guten Willen.
In den letzten zwölf Monaten habe man Fortschritte gemacht auf der Londoner Flottenkonferenz. Der englische Ministerpräsident habe im Parlament und auch anderswo angekündigt, daß England bereit sei, noch weiter zu gehen. England hoffe, daß auf der endgültigen Abrüstungskonferenz mit den übrigen Seemächten Abkommen für sofortige und bedeutende Seeabrüstungen getroffen werden können. Aber die Seeabrüstung sei nichts wert, wenn sie allein bleibe. Auch die Abrüstung einzelner Mächte, kleiner Mächtegruppen oder die Verringerung bestimmter Waffengattungen würden das Versprechen nicht erfüllen, das die Mächte gemacht hätten.
Wenn nicht die Seeabrüstung allgemein durchgesührt und sie nicht durch die Herabsetzung und Begrenzung der Land- und Luststreikräste vervollständigt werde, dann seien die Friedensoerträge nicht ausgeführt und die Völkerbundsatzung unerfüllt. Der Friede in Europa und in der Welt fei dann nicht gesichert. Zehn Jahre seien verschlossen, seit man das Abrüstungsversprechen gegeben habe. Die Zeit für praktische Ergebnisse fei nun gekommen. Der Abrüstungsausschuß im November müsse dieses Werk vorwärtsbringen und es endlich vollenden. England hoffe, daß die Weltabrüsiungskonfe- renz durch den Völkerbundrat für das nächste Jahr einberufen uerde, und daß man in absehbarer Zeit einen entscheidenden Schritt zur Erfüllung der Versprechen unternehme, durch die alle Wächte gebunden seien. Dies sei die wichtigste politische Frage, welche die Welt heute beschäftige.
Die Rede Hendersons fand in der Versammlung einen außerordentlich starken langanhaltenden Beifall. Aus französischem Munde konnte man in den Wandelganggesprächen die Bemerkung hören: Die Rede sei bedeutend schärfer als die Rede des Reichskanzlers Hermann Müller vom Jahre 1928. In den deutschen Kreisen hat man die
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