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Nr. 210

Montag, den 8. September 1930

Seite 6

-"I Fristlos entlassen war der kommunistische ^Stadtverordnete und Reichstagskandidat der KPD.

' Selker, der als Abteilungsleiter des Arbeitsamtes ikè» Ainau tätig war, weil er Arbeitern, die zu einem V WmunWischen Tag gefahren waren, nachträglich ^s ,j Urlaub verhalfen hatte. Wegen dieser fristlosen

^ütlassung schriöb'Becker einen Brief an das Landes.

flrbeit5<amt Frankfurt, in dem er das Arbeitsamt . Angriff und gegen die Entlassung protestierte. Die»

er Brief deckte sich mit einem Artikel in derAr­

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- v beiterzeitung", der heftige Angriffe gegen das Amt 'um echtes Vuch hatte B. in einer Erwerbslosenver- 'tatntag über die Vorgänge im Arbeitsamt re- feriert und dabei das Amt heruntergewürdigt. Das gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß B. an der Abfassung des Artikels in derArbeiterzeitung" beteiligt gewesen fein müsse, die Abfassung des Ar- L Aels und das Auftreten in der Erwerbslosen- . Versammlung rechtfertigten aber eine fristlose Ent- MnJ. Die Klage Beckers auf Wiedereinstellung kWkde deshalb zurückgewiesen.

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Lßl deutsches Obst. Der gesundheitliche Wert des Obstes, das uns die jetzige Jahreszeit in reicher gjtenge zur Verfügung stellt, ist allgemein bekannt.

-3m Süden und Westen des Reiches erfreuen sich -Nit Recht auch die sogenannten Traubenkuren all­gemeiner Beliebtheit. Der Heilwert einer Trau- denkur beruht einmal auf der Anregung der Darm- 'jâiigkeit, dann aber ist man durch planmäßigen :Tlaubengenuß nach ärztlicher Vorschrift auch im- [tanbe, verschiedene Krankheiten wie Fettsucht, Acht und andere Stoffwechselkrankheiten günstig ^u beeinflussen. Leider ist eine solche Traubenkur ^chältnismäßig teuer und war bisher nur in den Herbstmonaten durchführbar. In neuerer Zeit ist ks der vorgeschrittenen Technik gelungen, frisch- gepreßten Traubensast, sogenannten Traubenmost, Staustellen, der in Geschmack und Heilwert der frischen Traube nicht nachsteht und um wohlfeilen Preis eine Traubenkur jedermann und das ganze 5a^r hindurch ermöglicht. Das sollte uns allen eine mivolle Hilfe sein, besonders für die obstarme geit Nach Mitteilungen des Statistischen Reichs- omfeé hat das deutsche Volk im Jahre 1929 für die Einfuhr ausländischen Obstes, speziell für auslän­dische Weintrauben, Nüsse, Bananen, Rosinen, Zitronen, Apfelsinen und so weiter nicht weniger iss rund 200 Millionen Reichsmark und für die

Prof. Piccard (links) mit feinem Begleiter Kipf«r vor der Aluminium-Kugelgondel des Ballons. Am 9. September soll der von der ganzen Welt mit Spannung erwartete Ballon­aufstieg des Brüsseler Physikers Prof. Piccard stattfinden. Piccard ist bereits in Augsburg ein­getroffen, um die letzten Vorbereitungen zu seinem 16000 Meter-Höhenflug zu treffen.

ledigte sich Landrat Delius eines Auftrages bei Herrn Regierungspräsidenten und sprach den Bür­germeistern Peter Höhn aus Schlierbach und Paul- Meerholz für ihre 32- bzw. 27jährige vorbildliche Amtsführung als Standesbamte ihrer Gemeinden vollste Anerkennung aus. Ueber die Angelegenheit Biersteuer" (bekanntlich hat der Kreis Gelnhausen zur Deckung eines Umlagenbetrages in Höhe von 15 000 RM bereits am 1. Juli eine solche Steuer in Höhe von 7 Prozent eingeführt, aus deren Er­trägnissen dem Kreise 5, den Gemeinden 2 Prozent zufließen) wurde sodann eingehend verhandelt. Nunmehr schreibt die Notverordnung vor, daß ein bestimmter Prozentsatz künftig nicht mehr in Frage kommt, dagegen aber vom Hektoliter Lagerbier 5, vom Hektoliter Export- bzw. Starkbier 7.50 RM Steuern erhoben werden sollen. Nach einem klä­renden Referate von Oberinspektor Ferger kam die Angelegenheit zur folgenden Lösung: Für den Monat Juli erhebt der Kreis Gelnhausen noch die vorgenannten 7 Prozent seiner eigenen Biersteuer, für den Monat August erhalten sämtliche Gemein­den 5 Prozent des vorgenannten Aufkommens, für September erheben nur noch die Gemeinden Bier­steuer, und zwar für Lagerbier 5, für Exportbier 7.50 RM; hiervon werden an den Kreis im ersteren Falle 2, im letzteren 2.45 RM abzuliefern sein. In der Tagung wurden noch durch den Leiter des Wohlfahrtsamtes einige einschneidenden Fragen behandelt.

Einfuhr von Südfrüchten überhaupt 436 Millionen

ftitf Mismarf ausgegeben. Gewiß kann und soll das, sog« ' .......

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isländische Obsb"» nicht ganz entbehrt werden, aber

Für eine später« Versammlung stellte Herr Lchrer Rüffer aus FranHurt-iFechenheim einen Vortrag in Aussicht.

Mittelbuchen, 8. Sept. Ihr 25 jähr. Dienst- jubiläum begeht morgen, 9. September, Fräu­lein Elisabeth Hopf, Planstraße 8 als Handarbeits­lehrerin.

Jniinbeftens ein Teil des dafür verausgabten Gel- stet te könnte im Lande bleiben, wenn die deutsche

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Hausfrau und der deutsche Verbraucher überhaupt ve Msches Orbst, deutsche Trauben und im Winter er r beutjcfjen Süßmost bevorzugen wollten.

* Probewaschen. Die letzten 4 Vorfühvungen 27Ä15 Or iginal-Patent-WalschEompressors finden von all« Dienstag bis Freitag, jeweils nachmittags 4 Uhr, mSängecheim" undSchützenhwf", bei freiem Antritt statt. (Siche Jnjserat.)

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LandSveks Kamm.

SS Dörnigheim, 8. Sept. Leh rerlonferenz.

in verflossenen Samstag, nachmittags 4 Uhr, fand âW-DöruMomi, ^ G-qsthausZum SHUM"" Konferenz der Lehrer des Bezirksvereins Ber- A en statt. Erschienen waren 18 Mitglieder. Nach ; rÖffnung der Versammlung durch Herrn Lehrer >r. Fischer aus Enkheim wurden die zu der vom sch I.11. Okto^ber in WitzeNhaufen stathfindenden 23er« end lüerversammlung des Hessischen Volksschullehrer- Steins gestellten Anträge der Krsisbehreroereine i'tantemberg und Marburg-Stadt beraten und dem Mhlten Vertreter, Herrn Lehrer Schomberg aus Aßauheim, diesbezügliche Instruktionen erteilt. Wann folgten zwei interessante Vorträige. Herr U Fischer sprach über chie schulpolitisch« Lage" M Herr Rektor Schädel aus Großauheim über »Paris und feine Umgebung". Nach Beanbwor-

tvettevbevkckt

Das gestern über England liegende Tiefdruck­gebiet hat sich jetzt rascher in Bewegung gesetzt unb dehnt seinen Einfluß auf das gesamte Festland aus. Zwar kommt es nach den heutigen gewittrigen Re- aenfällen zunächst noch zu einer vorübergehenden Aufheiterung, doch zeigt der allgemein in Mittel­europa beobachtete Luftdruckfall, dem stärkerer Druckanstieg im Norden Europas gegenübersteht, daß eine allgemeine Verschlechterung der Wetter­lage im Gcmg« ist. Es sind daher noch weitere Stö­rungen mit Niederschlägen und allmählich zu- nehmeinde Westwinde zu erwarten. Die Tempera­turen werden langsam zurückgehen. Vorhersage bis Montag abemb: Meist bewölkt, bei aussrischen- den Westwinden etwas kühler, nach vorübergehen­dem Aufklar«n zunehmende Neigung zu Regen. Witterungsaussichten für Dienstag: Unbeständig und auch zeitweise regnerisches Wetter wahr­scheinlich.

sich unter diesen Umständen das Ueberlandwerk nicht darauf einzulassen, daß ein Abnehmer nur Lichtstrom abnimmt und sich die von ihm benötigte Kraft selbst erzeugt. Ein derartiges Verfahren, wenn es in größe­rem Maße angewendet würde, müßte die Aufrecht­erhaltung der öffentlichen Energieversorgung zu ange­messenen Preisen in Frage stellen. Das Ueberland­werk ist daher mit Rücksicht auf das Gemeinwohl der Provinz verpflichtet, sich auf den Rechtsstandpunkt zu stellen, selbst wenn dadurch Sonderinteressen Einzel­ner leiden. Mit Zustimmung des Provinzialausschusses gebe ich hiermit bekannt, daß das Ueberlandwerk diejenigen Betriebe, in denen die Kraft selbst erzeugt wird, nicht mehr mit Lichtstrom versorgen wird.

Gießen den 2. September 1930.

Der Provinzialdirektor der Provinz Oberheffen: Graef.

Aus SvauSsuet a. M

Vahl-Machenschaften.

: Freitag abend wurde von unbekannten Tä­tern versucht, die an Iber Hauptwache auf einer In­sel für Äahlßwecke errichtete Plakatsäule in Brand zu setzen. Der Brand wurde rechtzeitig wahrgenom- men und durch einen Paliz eibeamten gelöscht. Gegen 11 Uhr versuchte ein unbekannter Radfahrer einen selbstgesertiigten Kanonenschlag .durch ein offenstehendes Fenster in die Wirtschaft von Schä­fer in der Elkenbachstraße zu werfen. In der Wirt­schaft befanden sich etwa 15 Reichsbannerleute. Der Kanonenschlag blieb an einem vor dem Fenster sichenden Blumenstock hängen, fiel in den Vorgar­ten und brannte ab, ohne zu explodieren. Auf dem Schillerplatz finden sich täglich Hunderte von Personen zusammen, die in erregter Weff« über die Reichstagswahl diskutieren. Gestern abend artete hiesse Diskussion in eine derartige Erregung aus,

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k » tag verschiedener Anfragen wurde Großauheim v ^ nächster KoNferenzort bestimmt. Vorträge haben Vernommen Herr Lehrer Schomberg aus Groß­heim und Herr Lehrer Jung aus Dörnigheim.

AteiS Büdingen.

Bekanntmachung.

Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen das Ueberlandwerk der Provinz Oberhessen die öffentliche Elektrizitätsversorgung bis in die ent­legensten Dörfer und Gehöfte durchzuführen hat, machen es jedem, der überhaupt an den Vorteilen der Versorgung teilhaben will, zur Pflicht, ihre Durch­führung nach Möglichkeit zu fördern. Wie höchst­richterliche Entscheidungen festgestellt haben, braucht

t Bübingen, 7. Sept. In dem Kreisort Bell­muth wurde ein älterer Landwirt, der dort zu Be­such weilte, von einem Pferde, das er vor den Wagen spannen wollte, so heftig gegen den Leib geschlagen, daß er noch in der Nacht schwer ver­setzt nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Dort war eine sofortige Operation erfor- derlich; trotzdem liegt aber der bedauernswerte Mann noch in ernstem Zustand darnieder.

AeeiS Gelubauie«.

)( Gelnhausen, 7. Sept. Die Kreisgruppe Geln­hausen des Kurhessischen Landgemeindetages Bllrgerineistervereinigüng des Kreises Gelnhausen hielt hier am gestrigen Samstag unter der Lei­tung ihres Vorsitzenden, Bürgermeister Heinrich Paul-Meerholz und in Anwesenheit von Landrat Delius, Oberinspektor Ferger und Verwaltungs­inspektor Deutsch (sämtlich Gelnhausen) eine stark- besuchte Tagung ab, in deren Mittelpunkt eine klä­rende Aussprache über die Handhabung der staat­lichen und gemeindlichen Biersteuer im Kreisge­biete stand. Zu Beginn der Verhandlungen ent»

Mit der Flut des Radikalismus steigt die Not.

Zur Volkswohlfahrt führt der ordnungs- mäßige Staats- hürgerslnn der

Deutschen Staatspartei!

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A schönen Rhönetails; er ist ihm vor allem der Mger seines Volkes, ferner Sprache und seiner Wichte, die Verkörperung seines RassenMzes. ®ie lein anderer kannte der Dichter, in dem der Mentale sich selbst wiedererkennt und bewun- die Mühen, Freuden und Schmerzen seines «®es, die er in seinem Hauptwerk, dem berühm- N läMichen EposMireio", poetisch verklärte. Ä im Herzen des Volkes wurzelt dieses klassische das bezeugt die Tatsache, daß man in Urals lichtübevfluteter Heimat die Mädchen mit Erliche nach der Heldin dieses EposMireio" ^nt eine Koftforpi von Maria, die der Dichter leicht erfunden, vielleicht aus der Sprache der ^zangenhett entlehnt hat.

$an würde indessen die Bedeutung Mistrals iytig unterschätzen, wenn man ihn nur als Wischen Vertreter der provenzalischen Heimats- M werten wollte. Er hat vielmehr mit seinem M, das den Franzosen erst durch die von, ihm Ä besorgte Uebevsetzung aus dem provenzalischen MEt zugänglich gemacht wurde, der fran- Wlchèn Literatur ein poetisches Neuland erobert, mit dem berauschenden Duft seiner Blüten- 5Ut die ganze Welt bezauberte. Nicht zuletzt gilt für unser eigenes Schrifttum, in dem Mistrals Mengen in trefflichen Vebdculschungen Heimats- M gesunden haben. Kein Geringerer als Her- Grimm hat sich mit flammender Begeisterung denneuen Genius aus dem Sonnenlande' ^gefetzt. Dabei trat ihm das Bild derSonne Mers" vor die Seele, genau wie Mistrals fud- "Wschem Landsmann Lamartine, der dem jun- provenzalischen Dichter, der ihm Dumas vor-

auf der Höhe feines Ruhms mit den Wor- ?Mßte:Seit den Homeriden des Archipels iJein solcher Strahl primitiver Poesie in die gedrungen. Es ist Homer!" Aber Mistral nicht der Mann, dem so überschwengliches Lob â posten zu Kopfe steigen konnte. Auf dem von i,,n( Vätern ererbtenSchulzenhof" in Maillane er inmitten seiner Landsleute das Leben des RINlWben Bauern; dort pflanzte er feine Kiin preßte er fein Oel, stolz auf seine Unab- Algkeit, die ihm das Geld wie den Erfolg ver- v^n ließ, nur darauf bedacht, das Artbewußt- Jeiner provenzalischen Heimat zu stärken unid / Sprache her Provence, die in den französischen Men unerbittlich bekämpft wurde, durch den Ntuß der Dichtung neu zu bÄeben. Zu diesem

Zweck vereinigte sich der Vierundgwanzigjährige am 21. Mai 1854 im Schloßpark von Font-Segugno bei Avignon mit feinem alten Lehrer Roumanilbe und ein paar jungen Dichtergen,offen zur Grün­dung eines Bundes, der nach seinen Satzungen be» stimmt war, der Provenceihre Sprache, chren Charakter, ihre Nationalchrs und ihren hohen Geist" zu «chatten. In Erinnerung an die Trouba­dours des 14. Jahrhunderts, dieSieben Fèlibres des Gesetzes", wie ein altes Volkslied sie nennt, taufte er den Bund auf den NamenFölibrige", ein Wort, über dessen sprachlichen Ursprung sich die Gelehrten auch heute noch nicht einig sind. Aber er tat ungleich mehr, indem er der jungen Dichterschule auch eine neue füdfranzösfiche Literatursprache schuf. Den Kern dieser schönen Sprache bildete die Mundart des unteren Rhone­tals, die durch Ableitungen und Lchuwörter aus dem Französischen und durch einen kunstvollen Satzbau zu einem schriftsprachlichen Novum umge- staldet wurde.

In diesem Idiom und einer neuartigen Strophenform, die der Dichter ebenfalls geschaffen, ist sein klassisches MeisterwerkMireio" geschrie­ben, mit dem Mistral nach siebenjähriger Arbeit 1859 an die Oefentlichkeit trat. Der Erfolg war ein ungeheurer und das Epos wurde bald in alle Kutturfprachen übersetzt. Seine berühmteste Dichtung, an die der Ruhm seines Namens stets geknüpft bleiben wird, lebt mit ihrer .eigenartigen Verschmelzung naiver Unschuld und glühender Sinnlichkeit in der Weltliteratur fort, ohne daß darum die späteren Dichtungen, die wie das Haupt- werk ausnahmslos der Verherrlichung der proven- zalischen Heimat dienen, eine 2lbnahme der dich­terischen Kraft erkennen lassen. Usberall ist es die geliebte Provence, die im Schaffen des Dichters das scheinbar Gegensätzliche zur Einheit zusammen­schließt. Wie als Kunstler, hat Mistral auch als Forscher der provenzalischen Bewegung unschätz­bare Dienste geleistet. Da ist vor allem sein monu­mentales Wörterbuch, derTrëisor du Fèlibrige", zu nennen, eine bahnbrechende wissenschaftliche Ar­beit, für die die Universität Bonn den Verfasser zum Ehrenldoktor ernannte. In feinen letzten Lebens­jahren hat Mistral auch noch in anderer Weise, nicht stur literarisch und philologisch, für die Erhal­tung des provenzalischen Volkstums gewirkt. Das seit 1900 bestehende Landesmuseum in Arles, das dem Zweck bient, die alten Sitten und Gebräuche,

di« Geräts und M«rkwüMg>k«itsn ber Provence vor der Vergessenheit zu schützen, ist sein aller- eigenstes Werk. Zu dessen Ausbau hat er auch den Nobelpreis verwendet, der ihm als einem der ersten zuerkannt wurde. Geehrt und geliebt, wie nur je ein Dichterfürst, ist FrÄdsri Mistral am 25. März 1914 in Maillane, das ein halbes Jahrhundert lang der WaMfahrtsort gewesen, zu dem Hunderttausende aus allen Teilen der Welt pilgerten, im Alter von 85 Jahren geftonberj.

o Städtische Konzerte 1930/31. Wir weisen auf die heutige Einladung zum Abonnement der städtischen Konzerte im Inseratenteil hin. Die dies­jährigen 5 Orchesterkonzerte werden wie im Vor­jahre von dem Landessymphonie-Orchester für Pfalz und Saargebiet unter Leitung des General­musikdirektors Ernst B o e h e und unter Mitwir­kung namhafter Solisten veranstaltet. Den letzt­jährigen Abonnenten werden die Plätze bis zum 15. September er. zur Verfügung gehalten. Alles weitere ist aus den Prospekten ersichtlich, die kosten­los ab Dienstag, den 9. September ds. Js.» von den Verkaufsstellen abgegeben werden. Soweit Abonnements für dieses Jahr schon be­stellt sind, oder bis zur Abgabe der Prospekte (Dienstag) bestellt werden, gehen die Prospekte durch die Verkaufsstellen den Bestellern im Laufe der Woche zu. Alle Musikinteressenten werden gebeten, sich recht zahlreich an dem Abonnement zu beteiligen, um die für Hanau besonders wert­vollen kulturellen Veranstaltungen zu erhalten.. Die Abonnementspreise sind gegenüber dem Vorjahre erheblich herabgesetzt worden und erst bei Ausgabe der Karten zu zahlen. Die Karten werden vom 1.10. Oktober in den Verkaufsstellen, die auch auf Wunsch über Einzelheiten Auskunft erteilen, ausgegeben.

o Wie Liszl Zigarren verspeiste. Seit einmer Zeit gibt es Gummizigaretten, die dem löblichen Zweck'dienen wollen, dem übermäßigen Tabakgenuß einen Riegel vorzuschieben. Der Gummiraucher, der sich selbst betrügt, indem er sich die Situation des Rauchens vortauscht, ist in Wahrheit keine so neue Erfindung, wie man behauptet. Liszt bediente sich zu dem Zweck der Selbsttäuschung eines ganz besonderen Verfahrens, das indessen der Nach­ahmung nicht empfohlen werden soll. In spateren Lebensjahren konnte der gefeierte Klaviervirtuose nicht spielen, wenn er nicht eine Zigarre tm Ncund

hatte, die aber niemals in Brand gesetzt wurde. So saß er, 4)ie Havanna fest zwischen die Zähne geklemmt, vor dem Klavier und kaute an der Zigarre, während er spielte. Erst wenn die Zigarre vollständig aufgezehrt war, erhob sich der Kom­ponist erschöpft vom Klaviersessel.

o Gibt es ein authentisches Porträt der Scanne d'Arc? Das Museum in Orleans besitzt die meisten Bilder der Jungfrau von Orléans; indessen kann keines dieser Porträts Anspruch darauf machen, der kriegerischen Jungfrau wirklich ähnlich zu sein. Die ältesten dieser Bilder stammen aus dein Ende des 15. Jahrhunderts, das heißt aus der Zeit der Rehabilitierung der Märtyrerin, die im Jahre 1450 erfolgte. Diese späten Bilder waren auch die Vorlage für den Kupferstich, den Leonard Gaulthier im Jahre 1610 ausführte, und der die weiteste Verbreitung fand.

Theater- Spielpläne.

o Frankfurter Opernhaus. Montag, 8. Sep­tember, 19ü Uhr:Amèiia" oderEin Maskenball". Dienstag, 9. September, 19% Uhr:Der Bettelstudent". Mittwoch, 10. September, 20 Uhr:Salome". Donnerstag, 11. September, 19% Uhr:Zar und Zimmermann". Freitag, 12. September, 18% Uhr:Lohengrin". Samstag, 13. September, 19% Uhr:Der Bettelstäbent". Sonn­tag, 14. September, 18 Uhr:Tristan und Isolde".

o Frankfurter Schauspielhaus. Montag, 8. Sep­tember, 20 Uhr:Wiederaufnahme beantragt". Dienstag, 9. September, 20 Uhr: .Salvevmosers seltsame Seslenwanderung". Mittwoch, 10. Sep­tember, 20 Uhr:Saloermosers seltsame Geelen« Wanderung". Donnerstag, 11. September, 20 Uhr: Salvermosers seltsame Seelenwanderung". Frei- tag, 12. September, 20 Uhr:Anna Christie". Samstag, 13. September, 20 Uhr:Charleys Tante". Sonntag, 14. September, 20 Uhr:Char­leys Dante".

o Neues Theater Frankfurt. Montag, 8. Sep­tember unb Dienstag, 9. September, 8 Uhr:Das Konto X". Mittwoch, 10. Sept., 8 Uhr:Hulla bi Bulla". Donnerstag, 11. September und Freitag, 12. September, 8 Uhr:Das Konto X". 13. bis 21. September: 9 Gastspiele, Otto Wallburg von Iben Reftchardt-Bühnen, Berlin. Samstag, 13. September, 8 Uhr:Eltern und Kinder". Sonntag, 14. September, 3% Uhr:Das Konto X"; 8 Uhrt Gastspiel Otto WallburgEttern und Kinder".