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Das NemEe

Der Reichshaushalksplan 1931 soll gegenüber km vorjährigen um etwa 200 Millionen gekürzt werden.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" überflog gestern auf der Rückkehr von seiner Ostpreutzenfahrl erstmalig die Tschechoslowakei.

Dec deutsche Ozeanfiieger von Gruner will heute frühe von Halifax (Kanada) zum Weiterflug nach Rewyork starken.

Pilsudski hat die polnische Ministerpräsident- schaft und gleichzeitig das Kriegsministerium über­nommen.

Der Präsident von Peru, Leguia, ist zurück- getreken und nach Panama geflüchtet.

Aus den Polizeichef von Kalkutta wurde ein Lombenailentat verübt. Ein Attentäter wurde durch Bombensplitter tödlich verletzt. Der Lhef selbst wurde nicht verwundet.

In Ungarn wurde ein Major Horvath wegen ausgedehnten Verrates militärischer Geheimnisse an Rumänien verhaftet. Rach Ablegung eines Ge­ständnisses unternahm Horvath einen Selbstmord- versuch.

KerchskaNueiL uud Sinanz- LeksNm

Berlin, 26. Aug. Das Reichskabinett wird heute feine Beratungen über die Finanzpläne fortsetzen. Es wird angenommen, daß noch im Laufe bei Woche eine Entscheidung des Reichskabinetts vor- liegeh wird; jedenfalls ist beabsichtigt, daß bei A?:chsfinanzminister die grundlegenden Pläne zur keichsfinanzrèfârm noch nor den Wahlen besannt*

»euersystems. Gleichzeitig werde

Mnzministerium die Arbeiten zur Aufstellung des Richshaushaltsplanes für 1931 festgesetzt. Reichs- fNllnzminister Dietrich hat in einer Besprechung hit den Etatsreserenten der Reichsressorts bereits stin Sparprogramm für 1931 im Gerippe aufgestellt. Mes Programm sieht sehr erhebliche Ersparnisse [gegenüber dem Reichshaushalt von 1930 vor. Die 'Einnahmen sollen so eingesetzt werden, daß selbst bei einer Fortdauer der schlimmen wirtschaftlichen Konjunktur mit dem Eingang der veranschlagten Summe gerechnet werden darf. Es handelt sich zu- "âchst nur um die Festlegung der Grundsätze, nach "enen bei der Aufstellung des nächstjährigen Etats Erfahren werden soll. Die Ausarbeitung des Haus- ! Mtspianes soll danach im Reichsfinanzministerium «folgen.

Dev ReMM-aämuMav üdev dis Aufgaben dev

BeamiLN

Bab Pyrmont, 25. Aug. Der Herbstlehrgang der Quöchen Vereinigung für Staatswisfechchaftlichs öortbilbung wurde gestern abend hier im Konzert- Ws eröffnet Zur Teilnahme an dem unter der ^Wienieitung von Professor Harms stehenden Mrgagg über das Grundthema:Kapital und Kapitalismus" sind 450 höhere Beamte aller Der- Mtungen und aus allen deutschen Ländern, aus Merreich und Danzig zusammengekommen. Der Vorsitzende, Reichsfparkommissar Staatsminister

D r. Saemisch , zeichnete in seiner Er- Mungsansprache zunächst in großen Umrissen die Jele der Vereinigung im allgemeinen und den lnn des jetzigen Lehrgangs im Rahmen bi eifer »'ben. Dann richtete er einen Appell an die Lehmer, während der drei kommenden Wochen N Auifnahmebereitjchaft, Unvoreingenommenheit M ernstes Nachdenken danach zu streben, die ob- i ttioe Wahrheit zu erfassen, um freier zu werden Schlagworten und einseitigen Interessen. Ge- £ der Beamte als Diener der Gesamtheit und h einer Partei, müsse sich über die eigenen In- »Ji zu erheben vermögen, um im Dienste der v Weinbeit die gewaltigen Probleme, vor denen Zutschen der Gegenwart stehen, meistern zu Es sei die Pflicht der Beamten, vielseitiige adjektive Kenntnisse auf allen Gebieten staat- Lebens zu erwerben, um die Erkenntnis- fc - IJeif zu gewinnen für eine sachliche, nüchterne i im Staâte. Der Ernst der Gegenwart stellt ' Forderung auf, die politische Arbeit so zu fuh- ! tm sie sich als eine kühle und klare, nur von I ^.tiefsten Erkenntnisstreben nach den Ursachen j/^wèiljgen Mängel und nach den möglichen Mt- 0[n ihrer' Behebung in abwägender und aus- ^der Berücksichtigung aller Interessen getra- w arbeit darstellt. Nur wenn die Tätigkeit ins- Z^ere des Beamten des höheren Dienstes in bte« Seifte und im Bewußtsein der Derantwortlich- ^ vor der Geschichte geführt würde, könnten sie chrem Handeln vor den nachkommenden Ge- Ätfrn in Ehren bestehen. Der mit lebhaftem j '^i aufgenommenen Rede des Vorsitzenden folgte «.^Eröffnungsvortrag von Staatspräsident a. D. CTifot Dr. 'Willy Hellpach. Heidelberg,Der Stil Lebens im Zellalter des Kapitalismus".

Gegen Radikalismus und Vhaniaftevei

ReiEsauVeumittifiev Dr. Luvilus übev den Reuhau des Reiches und die Sammlung des LMlte

Konstanz, 25. Aug. Reichsminister Dr. Curtius der Spitzenkandidat der Deutschen Volkspartei Badens, sprach heute abend im überfüllten Konzil­saale. Nach kurzen Begrüßungsworten durch die Ortsoorsitzenden der Deutschen Volkspartei und der Staatspartei führte der Minister unter stürmischem Beifall u. a. aus:

ler Deutschen Volkspartei und der

Das Reich ist in Not, wirtschaftlich und politisch. Das Rettungswerk der Reichsregierung ist von Hugenberg und Hitler, den Sozialdemokraten und Kommunisten verhindert worden. Die Reichsregie- rung ist entschlossen, es trotzdem fortzusetzen. Sie appelliert an das Volk und ruft alle auf, die gegen Radikalismus und Phantasterei ohne neuen Umsturz und außenpolitische Abenteuer durch besonnene Führung den abermals nof- wendigen Reubau des Reiches, die Wiederge­winnung feiner vollen Freiheit unterstützen

wollen.

Es geht heute nicht'um einzelne politische Probleme von noch so großer politischer Bedeutung, wie bei früheren Wahlen. Es geht ganz allgemein um die Bildung des Staatswillens, cs geht um Regierung und Führung als solche.

Das Defizit mußte gedeckt, der Haushalt ausge­glichen werden. Reich. Wirtschaft und Volk bannen von der Ordnung der Reichsfinanzen ab. Die Reichs­regierung mußte daher noch einmal zu neuen Opfern an Steuern und Auflagen greifen. Sie ging

im Reich durch starke Kürzung des Etats, an Sanierung und Reform der großen öffentlichen Ver­waltungen, insbesondere der sozialen Gesetzgebung und an die Neuordnung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern. Sie bot gleichzeitig der Wirt-1

Gine neue ^viedensronkevenz?

BemeekeuFwevie snsMche AnveZuus mv KevMon dev ungevechieu Nertväse

London, 25. August. Mit wachsender Aufmerk­samkeit verfolgt die englische Presse die Entwicklung des deutschen Wahlkampfes. In dem Maße, in dem die außenpolitischen Programme der einzelnen Gruppen deutlicher hervortreten, wächst auch das Interesse an der deutschen Lage, und man beginnt sich jetzt hier allgemein klar zu machen, daß

die Forderung einerstarten Außenpolitik"

den meisten deutschen Parteien gemeinsam ist und auf die Dauer ihren Einfluß auf die praktische Poli­tik ausüben muß. Wenn auch die starke Sprache mancher Wahlredner auf das Konto der Wahl­kampferregung gesetzt wird, so nimmt man doch jetzt hier allgemein ân,

daß der Ruf nach Revision dec Friedensverträge unvermeidlich geworden ist.

Eine wirkliche Stellungnahme zu diesen Fragen liegt in England noch nicht vor, doch finden sich jetzt bemerkenswerte sorgfältige Versuche, die Grundlage der deutschen Forderungen zu verstehen. Ein Beispiel dafür ist ein Artikel des bekannten politischen Schriftstellers Huddleston in der links­stehenden ZeitschriftThe New Statesman". Huddleston weist darauf hm, daß die starke Sprache der außenpolitischen Wahlreden von den Englän­dern nicht einfach durch den Hinweis auf die innen­politische Erregung beiseite geschoben werden könne. Es handle sich vielmehr im Grunde darum, daß eine starke Strömung» die jahrelang unterirdisch geflossen sei, nunmehr ans Licht komme. Man könne wohl sicher sein, daß Deutschland die Regelungen von Versailles, die es für ungerecht hält, niemals freiwillig anerkennen werde.

Die einzige Frage sei, ob es eine Revision mit friedlichen oder mit militärischen Mitteln er­streben werde.

Es frage sich, was in dieser Situation zu tun sei. Im Verlauf der Friedenskonferenz sei großer Wert

Die Genfer Konferenz über

Nviauds Naneuvopa-Wau

Paris, 26. Aug. Bisher haben 15 Staaten auf Briands Vorschlag, die Europa-Konferenz am 8. und 9. September in Genf abzuhalten, zustimmend geantwortet und mitgeteilt, daß sie durch ihren Außenminister dort vertreten sein würden. Die Be­ratungen der Europa-Konferenz werden an den Nachmittagen des 8. und 9. September stattfinden, während die Vormittage den Sitzungen des Völker­bundsrates vorbehalten bleiben.

schäft weitreichende Hilfe. Für geordneten parla­mentarischen Kampf müßten auf Seiten der bür­gerlichen Parteien größere taktische Einheiten ein­gesetzt werden, als bisher. Nicht für alle, aber

für viele Schäden der Vergangenheit, zumindest für die Verdrossenheit weiter kreise ist die Zersplitterung des Bürgertums verantwortlich.

Der Gedanke der Sammlung wird hinfort nicht wieder zurückzudrängen sein.' Hat auch ein erster Anlauf zur Sammlung in Berlin zunächst nur Teilerfolge gezeitigt, das Ringen darum wird wei­tergehen. Wir find überzeugt, daß die Einheitsliste der Volkspartei und Staatspartei in Baden und in Württemberg ihre Anziehungskraft auf die weitesten Kreise des Bürgertums nicht verfehlen und all die um sich scharen wird, die in der Vergangenheit wegen der Zersplitterung unentschieden und ver­ärgert beiseite standen.

Die Not von Reich und Volk ist groß. Dennoch ist kein Anlaß zur Äierzweiflung. Der feste Wille zur Rettung ist am Werke. Für die Ueberwindung der wirtschaftlichen Krise steht ein in der ersten Wiederaufbauperiode gestählter und erweiterter Wirtschaftsavparat zur Verfügung. In den großen nationalen Fragen unterstützt die überwältigende Mehrheit des Volkes eine zielbewußte nationale Befreiungspolitik, die in organischer Fortentwick­lung der bisherigen Methoden zugleich der Ver­ständigungsidee dient, eine Politik, die überall die âMM<M . y^y^HängtwenöigteiteH zur Geltung bringt, aber auch den Mut zur Geduld besitzt. Alles das bietet ©ernähr für die Möglichkeit, auch die gegenwärtige Krise in Wirtschaft und Reich zu überwinden.

auf den Artikel 19 des Völkerbundspaktes gelegt worden, der, wie man glaubt, ein Gegengift für den Vertrag enthielt. Gewiß könne Deutschland auf Grund dieses Artikels an den Völkerbund appellieren, der von Zeit zu Zeit die Prüfung der Verträge empfehlen könnte, wenn diese zu'Stö­rungen der internationalen Sicherheit führten. Aber um diesen Artikel in Kraft zu setzen, so fährt Huddleston fort, sei vermutlich eine einstimmige Entscheidung des Völkerbundsrats notwendig. Aber selbst dann, wenn dies zu erreichen sei, würde sich sofort herausstellen, daß für eine solche Ueber- prüfung keine geeignete Körperschaft und keinerlei Vorbereitungen getroffen worden seien. Es gebe in der Praxis für den Friedensvertrag keine Be­rufungsinstanz. Nur eine Körperschaft, die die­selben Vollmachten besitze wie der ursprüngliche Friedenskongreß in Versailles könne das Werk die­ses Kongresses revidieren. Der Völkerbundsrat be­sitze in dieser Angelegenheit nicht genügende Autorität. Wenn also die Forderung nach einer Revision der Verträge immer stärker werde und schließlich die Stabilität Europas gefährden sollte, so sei

das gegebene Mittel die Einberufung einer zweiten Friedenskonferenz,

die mit den gleichen Vollmachten wie die Pariser Konferenz von 1919 ausgerüstet sei und die lieber* Prüfung der Verträge auf ihrem Programm haben müßte. Dieser Vorschlag Huddlestons hat naturge­mäß nur die Bedeutung eines Diskussionsbeitrags. Wir geben ihn wieder, weil es

der erste positive Revisionsvorschlag ist, der in der englischen Presse auftaucht.

Es ist nicht anzunehmen, daß sich irgendwelche maß­gebenden Kreise ohne weiteres mit'dem Plan einer zweiten Friedenskonferenz identifizieren werden, aber die Diskussion ist in Gang gesetzt worden und dürfte gewisse Auswirkungen haben.

Fortsetzung des Streiks in Rordfrankreich beschlossen

Paris. 25. Aug. Dem Jntransigeant zufolge haben die Tèxtil- und Metallarbeiter von Roubaix und Tourcoing in Generalstreikversammlungen die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen. Sie erklärten die Vorschläge der Arbeitgeber für nur scheinbare, aber keine tatsächlichen Konzessionen. Der Sekretär des Zentralstreikkomitees betonte einem Vertreter des Blattes gegenüber, daß der Streik bis zum äußersten durchgeführt werden würde. Die organi­sierten Arbeiter erhielten Streikprämien, die nicht organisierten würden von den sozialistischen Ge­meindeverwaltungen unterstützt.

miuMeüeittotteeeë

1930

35 Millionen europäische Minderheiten.

Der Kongreß der europäischen Nationali­täten, den man auch kurzMinderheitenkon­greß" zu nennen pflegt, ist allmählich im po­litischen Leben der Völkerbundstadt so etwas wie eine ständige Einrichtung geworden, die sich jeweils mit der Pünktlichkeit der Zug­vögel drei Tage vor der Ratstagung im Sep­tember einzustellen pflegt. Bewußt haben die Führer der europäischen Nationalitätenbewe­gung Genf zum Tagungsort gewählt, da der Völkerbund bisher die einzige Institution ist, von der man einen tatsächlichen Minder­heitenschutz erwarten zu können hoffte, die ein­zige Institution auch, welche mit der Wah­rung der Minderheitenrechte beauftragt ist. Bisher hat sich zwar der Völkerbund dieser Aufgabe, von der Gustav Stresemann einmal sagte, daß sie zu den höchsten und bedeut­samsten Aufgaben des Völkerbundes gehöre und daß nicht wenige Staaten zum großen Teil, um eben dieser Aufgabe willen, Mitglie­der des Genfer Bundes geworden seien, in einer höchst ungenügenden Weise entledigt und die aus siebenzehn Zeilen bestehende Auf­zählung der eingelaufenen und behandelten Minderheitenpetitionen, die das Genfer Vöt- kerbundssekretariat vor kurzem als einzige fortschrittliche Neuerung" in der Minder­heitenprozedur herausbrachte, spricht ja auch eine deutliche Sprache für den Geist, der die Ninderheitenpolitik der Genfer Amtsstellen

Gerade deshalb sind die jährlichen Kon­gresse der europäischen Minderheitenvertreter denn die nach Genf kommenden Delegier­ten von 14 verschiedenen Nationalitäten darf man wohl als berufene Vertreter der Minder­heiten bezeichnen am Sitz des Völkerbun­des von besonderer Bedeutung. In jedem Jahr haben sie ihr Wort zu Minderheiten­politik des Völkerbundes zu sagen und in Re­solutionen ihre notwendige Kritik an ihr aus­zuüben. Wird diese Kritik von den delegierten Vertretern der vom Völkerbund zu schützen­den Minoritäten immer wieder geäußert, nicht endlich ihre Wirkung haben müssen?! Auch seitdem die polnischen Minderheiten zuerst die in Deutschland, später auch in Li­tauen, Lettland, der Tschechoslowakei und Ru­mänien sich nicht mehr am Nationalitäten" kongreß beteiligen, hat dieser an politischer Wirkungs- und Ueberzeugungskraft nichts eingebüßt.

Der 6. Nationalitätenkongreß, der sich am 3. September in der Salle Centrale zu Genf, jenem bescheidenen und nüchtern-sachlichen Saal der Genfer Altstadt versammelte, wird sich außer, wie gewöhnlich, zur Minderheiten­politik des Völkerbundes zu zwei hochpo liti­schen Punkten zu äußern haben: zu den euro­päischen Einigungsbestrebungen, die es vom Standpunkt der nationalen Minderheiten aus zu werten gilt, sowie zur Frage der Organi­sation vonVolksgemeinschaften" der einzel­nen europäischen Völker.

Im Briandschen Paneuropa-Memorandum, das die alte Grundlage der gegenwärtigdi­plomatisch" gefärbten Europa-Diskussion bil­det, wird man das WortMinderheiten" ver­geblich suchen. 35 Millionen Europäer, als Teile fremden Volkstums unter anders­sprechenden Nationen verstreut und durch den Versailler Frieden des Anschlusses an ihre Stammkultur beraubt, werden von Briand bei seinem Versuch, ein neues Europa zusam­menzuleimen, schlechthin übergangen. Sie exi­stieren für ihn nicht. Und doch würde sich die Konstruktion einer europäischen Union, außer­halb des Völkerbundes und ohne Berücksichti­gung der Minderheiten, bitter rächen. Denn gerade das ungelöste Minoritätenproblem vergiftet den Frieden Europas, und ein neues Europa ohne die Bereinigung dieser brennen­den Frage wäre von vornherein eine Fehl­schöpfung. Wer wirklich sich um den europäi­schen Frieden müht, müßte deshalb zunächst mit der Bereinigung des Minderheiten­problems beginnen. So wird auch der Natio­nalitätenkongreß gegenüber den von Briand angeregten neueneuropäischen" Exekutiven

Nie veustse Kummev umfaßt 8 Setten