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Nr. 198

MSNtâA

de« 25. A«guk

1930

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. / Sei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aufNückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3957,3958

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat NM.ck.-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag IS, Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Pfg., im NeNameieil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 N-Pfg.

»Gaumt ME unv Land

D^D UeneKe

Der deutsche Flieger von Gronau hat seinen

Vzean-Etappenflug Deutschland-Island-Grönland-

Sanada glücklich beendet und ist gestern nacht 22 Uhr MCZ.) in Halifax gelandet.

3n Peru ist eine Militärrevolle ausgebrochen.

Der Präsident Leguia soll in die venezuelanische Gesandschast geflohen sein.

Die polnische Regierung ist zurückgetreten. Pil- sudski wurde mit der Regierungsbildung beauf- lragt.

In Berlin kam es am Sonntag verschiedent­lich zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Insgesamt wurden 40 National­sozialisten und 99 Kommunisten sistiert.

Auf dem Rhein bei Bingen stieß ein mit 300 Ausflüglern besetzter Personendampser mit einem Güterdampfer zusammen. Vier Personen wurden verletzt.

DrwchWhNtmg VSN WefibMe

Die Aufgaben für 1930

Berlin, 24. Aug. Für die Durchführung der Westhilfe, insbesondere für die Verwendung der im Reichshaushalt und im preußischen haushalt vorgesehenen Summen haben die beteiligten Ober­präsidenten u. Regierungspräsidenten dm Ressorts Vorschläge unterbreitet. Diese Vorschläge sind, wie dieGermania" meldet, in den zuständigen Reichs- und Staatsministerien geprüft und werden dieser Tage Genehmigung finden. Bei den zur Verfügung stehenden Summen handelt es sich um 20 Mill. RM aus dem Haushaltsplan des Reiches. Davon erhält Preußen für feine Grenzgebiete einen int Grenzgebiete im Offen und Westen in Höhe Kn 15 Millionen RM bereit, aus denen den west­lichen Grenzgebieten 5 Millionen RM zugespro­chen sind. Um die Art der Durchführung der West» Hilfe einheitlich zu regeln, soll dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz und dem Oberpräsidenten in Kassel eine Oberleitung bei der Durchführung ge­geben werden. Bei allen Arbeiten, Vergebungen usw. sind Firmen, Arbeiter und Rohstoffe tunlichst aus den besetzt gewesenen Gebieten selbst bevorzugt zu berücksichtigen. Ein bedeutender Anteil der Mittel soll auf die Verbesserung der Verkehrsoer- Hältnisse durch den Bau wichtiger, größere Gegen­den aufschließender Verbindungsstraßen fallen. Das gilt insbesondere für die Mittelmoselstraße und für die rechtsrheinische Rheinuferstraße im Wiesbadener Bezirk. Eine Beihilfe wird für den Bau der Mosel­brücke in Koblenz gegeben werden. Erhebliche Mittel werden für die Anlage einer Reihe von Muppenwasserleitungen, für die Förderung der Landwirtschaft, Umstellung der höhengebiete der Eifel und des Hunsrücks auf Grünlandwirtschaft, die Rationalisierung des Obstbaues, die Tierzucht, das Molkereiwesen, für den Weinbau und das land­wirtschaftliche Schulungswesen zur Verfügung stehen. Im Rahmen dieser Aktion liegt auch eine Umschuldung der seinerzeit den Bädergemeinden gegebenen kurzfristigen Kredite und die Förderung des Fremdenverkehrs am Rhein durch Verkehrs­propaganda. Bei der Durchführung dieser Westhilfss hat das Reichsministerium für die besetzten Gebiete bei der diesjährigen Verteilung insbesondere die Zweite und dritte Besatzungszone berücksichtigt.

KerchsnMWsv Tveâarms ützes Hw^- rmd aMeu-

tzoMMe Asasen

Bremen, 24. Aug. In einer sehr gut besuchten ^a^lerDcrfammiung sprach hier gestern abend ^ichsminister Treviranus als Spitzenkandidat der ^ochervativen Volkspartei für den Wahlkreis Weser-

Unter Hinweis auf feine Rede über den pol- Uchcn Korridor führte er aus: Diese Rede habe varum einen solchen Widerhall in der Welt ge- uuüen, weil die Welt darüber erstaunt gewesen daß ein Vertreter eines wehrlosen Volkes trotz Wenden Macht zu sagen wage, was er emp-

Zu den Verhandlungen über den Noungplan , j Jie der Reichsminister, diese hätten ein Jahr ttuh eingesetzt. Er selbst habe sich mit aller dagegen gestemmt, heute schon würden o deutschen Unterhändler den gegnerischen mit « 3 anderem Rückhalt gegenüberstehen. Der Red- lederte dann eine Reform der Gemeinde- t dZen durch Umbau der Gemeindeselbstverwal- der IrU-n& Al>bau der bisherigen Politisierung auch ein/w ^°" Gemeinschaft als Grundbedingung für eine N - ""düng der Reichsfinanzen. Nur durch konnt ^ o^Pung der öffentlichen Zwangswirtschaft üelan '""ff 3U gesunden inneren Verhältnissen Minins"' Ginen breiten Raum in der Rede des der d t ""dm infolge von Zwischenrufen aus P^^.^iuuimlung, die dem Redner Treubruch und früh 1 uorwarfen, die Auseinandersetzung mit den ' deutschnationalen Parteigenossen ein. Er

Dev wahSarsßvNß der Deuikchen Vottsvavtei

Berlin, 24. Aug. Der vom Zentralvorstand der Deutschen VoKspavtei beschlossene Wahlaufruf hat folgenden Wortlaut:

Deutsche Frauen, deutsche Blenner!

Der Reichspräsident hat den Reichstag aufgelöst, der sich unfähig erwies. die zur Rettung von Wirt­schaft, Volk und Staat erforderlichen Gesetze zu ver- äbfchisden. Eine Mehrheit, bestehend aus Sozial­demokratie, Deutschnationalen, Kommunisten und Nationalsozialisten, hat die Vorlage zu Fall ge­bracht. Der Sinn der Wahl ist, für die bürgerliche Regierung eine Mehrheit zu schaffe n, m i t ü e r s i e ihre Aufgaben lösen k a n n.

Die Deutsche Volkspartei hat den Versuch unter­nommen, die zersplitterten bürgerlichen Parteien zu sammeln, um in geschlossener Front dieses Ziel zu erreichen. Noch ist der Versuch nicht gelungen. Unser Wille zum Zusammenschluß bleibt bestehen und muß zum Erfolge führen.

Die Deutsche Dolkspartei hat seit Jahren in vorderster Linie ihre Kraft für den äußeren und inneren Wiederaufbau Deutschlands eingesetzt.

Unser Stresemann hat die rheinischen Lande befreit. Damit ist erst die Grundlage gelegt worden zur Aufwärtsentwicklung im Innern. Wir haben seit Jahren die Reformen verlangt, die jetzt in Angriff genommen worden sind. Wir haben zu­erst betont, daß die Gesundung nicht durch neue Steuern und Lasten, sondern nur durch Belebung der Wirtschaft uNd äußerste Sparsamkeit herbei- gesührt werde. Wir haben uns jederzeit eingesetzt ver^assungsmäß'stzen Rechte, die Stärkung des Mit­telstandes ü. die Errettung der Landwirtschaft. Wir haben uns eingesetzt für die Stärkung der Selbst­verwaltung und der Selbstverantwortlichkeit im so­zialen Versicherungswesen. Wir haben gekämpft und werden weiter kämpfen für große u n d

Dr. éM über die GammtungsdeKreduusen

Berlin, 24. Aug. Der Zentralvorstand der Deut­schen Volkspartei trat heute im Reichstag zusam­men, um den Wahlaufruf der Deutschen Volkspartei zu beschließen. Der Parteiführer, Reichsminister a. D. Dr. Scholz gab einen eingehenden Ueber« blick über die von ihm geführten Sammlungsbe- strebungen, für die vor allem die Frage bedeutsam fei, worum es eigentlich bei diesem Wahlkampf gehe. Die Grundlage der Weimarer Verfassung sei die Privatwirtschaft. Deshalb sei es die Deutsche Volks­partei, die auf dem Boden der Weimarer Verfas­sung arbeite, nicht aber die Sozialdemokratie. Die Sammlung des Bürgertums dürfe nicht einseitig nach links oder rechts gehen. Die Deutsche Bolke- partei müsse ihren Kern bilden.

Bisher schon sei eine Zukunstshoffnung für die bürgerliche Sammlung in Form des gemeinsamen Aufrufs vorhanden.' Im kommenden Reichstag müsse sich dieser Gedanke der Sammlung durch­setzen. sonst stünde man am Grabe des deutschen Bürgertums, der deutschen Intelligenz und der deutschen Privatwirtschaft. Eine Einigung mit der Staatspartei auf der von ihr gewünschten Basis würde jede Verhandlung mit den Parteien rechts von uns aufsgefchlossen haben und hätte in unsere eigenen Reihen stärkste Zerrissenheit gebracht. Weil es Aufgabe der Deutschen Dolkspartei sei, die Ver- teidigungsarbeit des Bürgertums auf breitester Grundlage zu leisten, werde sie den Wahlkampf nicht gegen die anderen verantwortungsbewußten staatsbürgerlichen Parteien führen dürfen. Die Spitze dieses Wahlkampfes solle sich gegen die ra­dikalen und ftaatszerstörenden Elemente auf der äußersten Linken und Rechten, aber auch gegen die sozialistischen Ideen wenden. Notwendigerweise fei gegenüber der mächtigen Sozialdemokratie eine starke Front des Bürgertums. Stresemann habe Deutschland die Freiheit seines gesamten Territoriums wiedergegeben und damit die Mög­lichkeit zur Zusammenfassung der gesamten Staats­kräfte geschaffen. Der Redner betonte dann weiter, daß mit dem Poungplan Deutschlands außen­politische Aufgaben erst begännen und schilderte

erklärte, wenn man ihm Disziplinlosigkeit vorwerfe, so erinnere er daran, daß von 78 früheren deutsch­nationalen Reichstagsabgeovdneten nur 35 bei der alten Firma geblieben seien. Ferner führte er aus, die Weimarer Verfassung, deren Inhalt aus vier ausländischen Verfassungen zusammengetragen fei,

u in f a s s e n d e Reformen auf allen Ge­bieten der Finanzen, der Wirtschaft und der Staatsordnung, die erforderlich sind zur Rettung von Volk und Staat aus Verelen­dung und Arbeitslosigkeit, in die uns die Verant­wortungsscheu der Sozialdemokratie hineingebracht hat.

Unsere nächsten Aufgaben sind: Fortsetzung der nationalen Befreiungspolitik Stresemanns, Revi­sion der Friedens- und Tributoer­träge, Kampf gegen die Kriegsschuld- lüge, Wiödergewinnunig der völligen Gleichberech­tigung Deutschlands unter den Völkern der Erde, Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Reich, Vereinigung der 'Ostgrenze, Schutz der deutschen Minderheiten, Wiedererlangung kolonialer Betäti­gung, Ausbau der Ofthilfe zur Rettung des deut­schen Ostens, Erhaltung und Stärkung des Wehr- gedankens im deutschen Volks, Reichsreform, Ver- fassungsrsform, Parlaimentsreifarm, Schaffung e i ne r übersichtlichen u n ü billigen Verwaltung, Wählreform mit dem Ziel einer stärkeren Verantwortung der Wähler und Gewähl­ten, Finanzreform mit dem Ziel des Abbaues der Steuern und der Wiederherstellung wirklicher. Ver­antwortlichkeit der Körperschaften für die Deckung der von ihnen bewilligten Ausgaben. Sicherung dsr sozialen Errungenschaften unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeü der Wirtschaft, Umbau auf be- rufsständischer Grundlage, Schutz des deutschen Familienlebens, Verteidigung unserer christlichen Kultur gegen die vordringsnde Macht des Bolsche­wismus.' , W»Mk-iMM«MM!^â .auch. ..Sj-e MAe unserer JWSNb sind/ wollen mir uns mit ihr gemeinsam «nsetzsn: stärker und einflußreicher als bisher soll die Jugend an der politifchsn Gestaltung der deut­schen Zukunft mitarbeiten gegen alle staatrzer- störenden Kräfte!

Mit Hindenburg für die Rettung des Vatsrlan- des, für Deutschlands Freiheit und Kultur!

die Mission der D. V. auch als Kulturpartei. Mit Hindenburg für den Staat, das sei der Grundsatz der D. V. auch im Wahlkampf.

In der Debatte nahm u. a. auch Reichsaußen- minstier Dr. Curtius das Wort. Der Partei­vorstand, der hierauf zusammentrat, beschloß den Wahlaufruf der D. V. P., der im wesentlichen die Gedankengänge des Referates des Parteiführers Dr. Scholz wiedergibt und dabei zum Ausdruck bringt, daß der Sinn der Wahl sei, für die bürger­liche Regierung eine Mehrheit zu schaffen, mit der sie ihre Aufgabe lösen könne. Der Wille der D. V. P. zum Zusammenschluß bleibe bestehen und müsse zum Erfolg führen. Nächste Aufgabe sei Fortsetzung der nationalen Befreiungspolitik Stresemanns. Revision der Friedens- und Tributverträge, Kamps gegen die Kriegsschuldlüge, Wiedergewinnung der völligen Gleichberechtigung Deutschlands, Wieder­vereinigung des Saargebietes mit dem Reich, Be­reinigung der Ostgrenze, Schutz der deutichen Min­derheiten^ Wiedererlangung kolonialer Betätigung, Ausbau der Osthilfe, Erhaltung und Stärkung des Wehrgedankens, Reichs-, Verfaffungs-, Parlaments-, Wahl- und Finanzreform, Schutz des deutschen Familienlebens und Verteidigung unserer christ­lichen Kultur gegen die vordringenden Mächte des Bolschewismus.

Ms

KsiKSliKe des voKSvaetei

Berlin, 24. Aug. Die Deutsche Volksparkei schloß, wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" be­richtet. am Samstag abend ihre Arbeiten zur Aufstellung der Reichswahlliste ab. Für die Reichs- liste wurden folgende Persönlichkeiten aufgestellt: 1. Reichsminister a. D. Dr. Scholz, 2. Frau Ober- studiendirektorin Dr. Else Matz, 3. Generaloberst von Seeckk, 4. Geheimrat Prof. Dr. D. kahl, 5. Be­amtenführer Morath, 6. Dr. h. c. von Strauß, Di­rektor der Didibank, 7. Frank Glatzel.

sei nicht organisch und müsse umgebaut werden. Zuin Schluß verteidigte der Redner das Wahl­bündnis,' das die Konservative Volkspartei in Nie­dersachsen mit den Welfen einging. Außerdem sprach er sich für eine künftige Kolonialpolitik aus .

ÄlndBäes-Ksvdvok- TvagSdie

Wie Andrèe vor 33 Jahren die Arktis ibe­zwingen wollte.

Die Eiswüste der Arktis gibt ein Geheim­nis nach dem anderen preis. Jahrhunderte­lang dauert der Kampf der Menschen, die ungeheuren Gebiete der Eiswüste zu erfor­schen. Lange schien es, als sei es unmöglich, in den nördlichsten Regionen weiter vorzu­dringen. Aber unerhörte menschliche Zähig­keit, Bereitsein zur Selbstaufopferung, der Einsatz von Gesundheit, der Einsatz des Le­bens haben dazu geführt, daß der Nordpol erreicht wurde, bevor die Technik die Mittel dazu schuf. Einer, der der technischen Ent­wicklung vorgreifen wollte, der glaubte, mit den damals vorhandenen Mitteln auf dem Luftwege den Nordpol zu überfliegen, war der schwedische Ingenieur Salomon August Andrëe, der bereits am 29. Juli 1895 dem internationalen Geographenkongreß seinen Plan vortrug. Man hielt das Projekt für all­zu phantastisch, als daß es verwirklicht werden könnte. Und doch war Andres schon ein Jahr später startbereit. Es gelang ihm, die Mittel zur Finanzierung seines Unternehmens auf­zubringen. Sein Plan basierte darauf, daß er festgestellt hatte, daß während eines Teiles des Jahres regelmäßige südliche Winde, die er für stark genug hielt, um seinen Freiballon über den Pol hinwegzutragen, herrschten.

Mit höchster Spannung verfolgte man im Jahre 1896 in der ganzen Welt die Borberei- tungen des 42iähr. schwedischen Ingenieurs Andree ist am 18. Oktober 1855 geboren. Allerdings stellte man feinem Unternehmen keine sehr günstige Prognose, denn einen be­sonders großen Unsicherheitsfaktor sah man nicht zu Unrecht in der Unmöglichkeit, den Freiballon zu steuern, so daß auch schon bei verhältnismäßig geringfügiger Windände­rung das Schicksal Andrees und seiner Ge­fährten besiegelt sein mußte. Andres ließ sich jedoch durch die zweifelnden Stimmen nicht in seinem Unternehmen stören. Er hatte zwei Begleiter gefunden, die sich bereit erklärten, mit ihm die Fahrt zusammen zu machen. Es waren Fränkel u. Strindberg, die ihm auch eifrigst bei den Borbereitungen halfen und mit Andree zusammen- schließlich nach Spitz­bergen abreisten.

Ganz sophantastisch, wie es vielen Zeitge­nossen Andrëes, besonders aber uns heute vorkommt, war der Flug mit dem Freiballon nicht. Denn Andrëe, der ein sehr begabter In­genieur war, hatte eine Reihe von technischen Neuerungen an seinem Ballon vorgenommen, die, wie er glaubte, ihm eine Ablenkung von der Windrichtung durch Steuerung bis zu 27 Grad ermöglichten. Außerdem sollten drei Schleppseile von je 400 Meter Länge mitge­nommen werden; denn die ganze Fahrt war als eine Art Schleppfahrt gedacht. Andrëe wollte den Ballon während der ganzen Fahrt in einer Höhe von 150 bis 200 Meter halten. Die Dauer des Fluges war auf sechs Tage be­rechnet. Das war nun allerdings ein ganz er­heblicher Sprung im Verhältnis zu den Fahrtleistungen," die bisher mit Freiballons erreicht worden waren; dauerte doch der da­mals längste Flug etwa 18 Stunden. Um überhaupt einen so gewaltigen Langstrecken­flug auszuführen, legte Andrëe das Haupt­gewicht bei dgn Vorbereitungen auf die Ver­meidung von jeglichen Gasverlusten. Die Ballonhülle wurde aus chinesischen Seiden­stoffen in siebenfacher Lage hergestellt und schien tatsächlich allen Witterungsunbilden standhalten zu können.

Ob das Unternehmen Andrëes überhaupt technisch durchführbar war, das ist eine Frage, die nach 33 Jahren zu untersuchen müßig ist. Tatsächlich wurde der unglückliche Ausgang der Fahrt in erster Linie durch Pre­stigefragen und nicht aus technischem Anlaß verursacht. Denn über ein Jahr hatte bereits die Welt auf den Aufstieg Andrëes gewartet. Die Stimmen der Spötter, die sich über An- drëes Nordpolflug lustig machten, hausten sich. Die lange Wartezeit hatte auch den For­scher und seine Gefährten nervös gemacht. Und als endlich im Juli 1897 die ersten

die ve,ms? Kummer umraM 8 Setten