Anzeiger M^
MsMmr GLadi und 4M
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«V. 161
Samstag
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de« 16* August
1630
Das «««Ms
— Das Reichskabinett beschloß, mit Finnland, ohne den Handelsvertrag zu kündigen, eine Verständigung über die Käseeinfuhr herbeizuführen.
— Goebbels stand wegen Beleidigung der sozial- demokrattschen Regierungsmitglieder wieder vor Gericht. Der Strafantrag lautet aus sechs Monate Gesängnis.
— Die Deutsche Staaksparlei und Deutsche Volkspartei in Württemberg und Baden haben Listenverbindung der beiden einheitlichen Kreiswahlvorschläge beschlossen.
— Die bei dem Bergwerksunglück in Bvitisch- Lolumbien eingeschlossenen 44 Bergleute sind nunmehr aufgegeben worden.
— Prinz Takamatsu, der Bruder des Kaisers von Japan, traf gestern nachmittag mit seiner Gattin, Prinzessin Kiku, auf dem Bahnhof Friedrichstraße zu einem inoffiziellen mehrtägigen Besuche der Reichshauptskadk ein.
— Der Vizekönig von Indien hat über Peschawar das Kriegsrecht verhängt. Gandhi hat an den l^Vfiekönig brieflich seine Friedensbedingungen über- Men «If.
i Sie
W Giaatsvaeiei
M und NoMsvavser
Mas Wahlabkommen in Baden und Württemberg
M Karlsruhe, 15. Aug. Von der Deutschen
Mtaaksporiei und der Deutschen Volkspartei wird Mnilgeteiit: Die zwischen der Deutschen Volksparkci Mund der Deutschen Staalspartei in Baden und k Württemberg schwebenden Verhandlungen über ein [ Wahlabkommen haben Heuke zum Ziele geführt. '; Veide Parteien stellen einheitliche Wahllisten auf.
Ä der Spitze der würllembergischen CinheilsWe Wehen Dr. Theodor Heuß und der bisherige volks- F|i«tleilidie Reichstagsabgeordnele Keinath. Die bet- f^en Kreiswnhlvorfchläge werden miteinander ver- kFzHdcn. Beide Parteien haben sich zu diesem Schritt »eMchlossen, um dem Staatsbürgertum in nunmehr H hjchlossener Front die ihm gebührende Wachtposi- hg bLZU geben, die im Interesse der Gesundung Mgrun'Slaat und Wirtschaft notwendig ist.
kSpWe Gerüchte tun Schiele
, Berlin, 15. Aug. Ein Berliner Mittagsblatt I will missen, daß der Kammerherr von Oldenburg- Msannischau gestern.Reichsminister Schiele den Bor- Wchlag gemacht habe, feine Landvolkpartei aufzu- «eben und wieder zu Hugenberg zurückzukehren. WAngeblich soll diese Aktion auf den Reichspräsiden- Uten zurückgehen. Das Blatt fügt hinzu, daß sie »starke Aussichten habe, weil die finanzielle Lage der r Landvolkpartei ungünstig sei.
Hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, daß gestern tatsächlich eine Besprechung zwischen Oldenburg-Iannischau und Schiele stattgefunden hat, daß aber alle Folgerungen, die das Blatt daran knüpft, falsch sind. Die beiden Herren sind seit langem befreundet, und sie haben sich deshalb über die besonderen Verhältnisse in Ostpreußen ausgesprochen, weil Oldenburg-Iannischau auf der dortigen Liste der Deutschnationalen Volkspartei und des Landwirtschaftsverbandes kandidiert. Dabei wurde festgestellt, daß Herr von Oldenburg durchaus auf der politischen Linie Schieles steht. Es ist nach unseren Informationen aber vollkommen falsch, wenn man daraus auf eine Rückkehr Schieles zur Deutschnationalen Volkspartei schließen wollte. Sie steht nicht zur Erörterung und kommt nach den ganzen Vorgängen der letzten Zeit auch gar nicht m Frage. Herr von Oldenburg ist übrigens auch bei Hugenberg gewesen. Hierauf ist das Gerücht über den Wiedereintritt Schieles in die Deutschnationale Volkspartei offenbar zurückzuführen. Aber auch diese Besprechung dürfte nur den ost- pr^ußischen Fragen gegolten haben. Es liegt aber aus der Hand, daß der Kandidat der Deutschnationalen Volkspartei in Ostpreußen sich mit dem Parteiführer ausspricht.
Räshamres uttd GiaMsvasrssß
Hörsing für Zusammenarbeit.
Berlin, 15. Aug. Der Bundesführer des Reichsbanners, Oberpräsident a. D. Otto Hörsing, erklärt zu der Antwort Ver Staatspartei auf seine Ansragen u. a.: Nicht nur aus den Kreisen der Reichs- oannerkameraden, sondern der ganzen republikani- Front müsse man Koch-Weser für seine klare und deutliche Stellungnahme für Republik, Schwarz- not-Gvld, sozialen Aufbau und gegen den Anti- femitismus bank sagen. Die ’ Fâde der Wuttit — und damit unsere Feinde — rechts vom Zentrum und linse der S. P. D. Das wollen und dürfen wir nicht vergessen. Deshalb werden wir Reichsbaunermänner als solche unsere Front gegen die Feinde der •nepublit richten und uns nicht einmengen bei erwaigen Auseinandersetzungen im republikanischen
AM Finnland Wied verbände«
Das ReichskabineiL vevsnchL ohne Kündigung des ^andersvevivags «ch zu veeftSndigen
Berlin, 15. Aug. Die Beratungen des Reichskabinetts über das Schicksal des deutsch- sinnifchen Handelsvertrages sind heute wieder ausgenommen worden, und zwckr auf der Basis des Berichts, den der handelspolitische Ausschuß der Reichsregierung am Bormittag erstattet hatte. Da man aber im Kabinett bis zur Mittagsstunde sich nicht einigen konnte, so wurde auf den Abend eine neue Sitzung anberaumt.
Bei der Tragweite der Entscheidung, die das Kabinett zu fällen hat, ist es nicht zu verwundern, daß die Beeinflussungsversuche von beiden Parteien der Landwirtschaft wie der Industrie mit erhöhtem Nachdruck fortgesetzt werden.
Die „Deutsche Tageszeitung" bemüht sich, Herrn Schiele den Rücken zu stärken, in dieser Frage gäbe es für die Landwirtschaft keine Verzichtmöglichkeit und „kein faules Kompromiß". Das Blatt droht sogar mit innerpolitischen Konsequenzen, falls der von der Landwirtschaft geforderten Kündigung des Vertrages von der Regierung nicht entsprochen werden sollte. Versage sie hier, so werde der deutsche Landwirt die Folgerungen ziehen müssen, sich auch ihr zu versagen. Um die Protestaktion der Industrie abzuschwächen, veröffentlicht die „Deutsche Tageszeitung" gleichzeitig einen Brief Fritz Thyssens, in dem Steifer von der Kundgebung des Reichsvor- bandes der deutschen Industrie gegen die Kündigung des deutsch-finnischen Vertrages a b r ü ck t und feststellt, daß es sich lediglich um eine Maßnahme der Geschäftsführung, nicht aber um eine Stellungnahme des Vorstandes oder des Präsidiums handele.
Die Abendsitzung des Kabinetts, die von verhältnismäßig nur kurzer Dauer war, hatte das Er-
BSWS OandNs miè FâdenSHedMg-mssn an den ÄizeVdnks
Loudon, 15. Aug. Der Vizekönig vonIndien hat für den Bezirk Peschawar am Freitag das Kriegsrecht verhängt. Der Vizekönig weist darauf hin, daß der Oberbefehlshaber der Rordarmee unter dem Kriegsrecht besondere Befugnisse erhält, die jedoch so schnell wie möglich an den zivilen Oberkommisfar übertragen werden sollen. Die Verhängung des Kriegsrechls sei auf Vorstellungen der örtlichen Zivil- und Militärbehörden erfolgt. Die Schaffung besonderer Grenzkorps ist in Aussicht genommen.
Der gestrige Donnerstag ist im Dazivk Peschawar ruhig verlaufen. Die Telephon- und Tele- gvaphenoenbinldungien, die von den Afridis zerstört worden waren, sinld inzwischen wieder ausgsbessert worden. Von den britischen Lustftreitkrästen wurden die Hohlwege, in denen sich, wie man glaiubt, verborgene Afridis befinden, erneut mit Bomben beworlfem.
Die Friedens» echandlungen im Gefängnis Seraph zwischen Gandhi, den beiden NeHous anderen KongreßWhrern sind nach Berichten Bombay am 'Freitag nachmittag abgeschlossen wor- den. Gandhi hat in Gemeinschaft mit den beiden Nehrus an den Hindnsühver Sapru einen Brifsf gerichtet, in dem seine Stellung zu der Frage eines Ausgleiches mit den britliischsn Behörden und der Einstellung der Boykottdewegung und des passiven Widerstandes davgelegt und gleichzeitig seine Frie- donÄbedinMNgsn umschrieben werden. Sapru und Iayakar werden diesen Brief Gandhis dem Vize- könig unterbreiten. Sie hoffen anschließend mit Lord Irvin eine persönliche Aussprache zu haben.
Die beiden Nehrus werden nach Abschluß der Verhandlungen mit Gandhi wieder in das Gefängnis nach Alahabad zurückgsbracht werden, um dort den Rest ihrer Strafe wegen Uebertretung der Palizeibsstimmungen zu verbüßen.
von und aus
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Simla, 15. Aug. Amtlich wird gemeldet, daß Truppenabteilungen aus verschiedenen indischen
Lager. Wer von den drei republikanischen Parteien unsere Hilfe im Versammlungsschutz braucht, dem werden wir sie gewähren.
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Weimar, 15. Aug. Das Staatsministerium hat sich heute mit der Frage der Reichszuschüsse zu den Polizeikostssn befaßt. Nachdem der Staatsgerichtshof den Antrag Thüringens auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen das Reich zur Weiterzahlung der gesperrten Polizeizuschüsse abgelehnt hatte, hat das Reich bekanntlich die Rückzahlung der bereits gewährten Zuschüsse verlangt. In der heutigen Thüringer Kabinettssitzung wurde be-
gebnis, daß sich die Mehrheit der Minister dafür entschied, den Vertrag nach Möglichkeil aufrecht zu erhalten und in neuen Verhandlungen mit Finnland eine Verständigung zu suchen. Zu diesem Zwecke hat sich ein Vertreter der Reichsregierung nach Helsingfors begeben. Man hofft, daß Finnland sich schließlich bereit finden wird, einer Beseitigung der langjährigen Bindung zuzustimmen, zumal die finnische Käseausfuhr — um den Käse handelt es sich in erster Linie — nur unbedeutend sei.
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Kopenhagen. 15. Aug. Wie das dänische Außenministerium bekannt gibt, ist der dänischen Gesandtschaft in Berlin am Donnerstag von der deutschen Regierung mitgeteilt worden, daß diese zu Verhandlungen zwischen deutschen und dänischen Sachverständigen über die Frage der Einschränkung der Vieheinfuhr bereit sei.
Garnisonen in die Garnisonen an der Nordwest- grenze entsandt werden. Eine amtliche Mitteilung bezeichnet die Lage an der Nordwestgrenze als sehr ernst und gefahrvoll. Sie bestätigt, daß es den angreifenden Afridis eine zeitlang gelungen war, jeden Verkehr mit Peschawar abzuschneiden. Eine Abteilung sei in ein militärisches Vorratslager eingedrungen und habe dort beträchtlichen Schaden angerichtet, bevor sie vertrieben wurde. Die Mitteilung besagt weiter: Eine militärische Aktion ist im Gange. Eine Anzahl Afridis hat den Bezirk verlassen und kehrt nach Tirah zurück, aber es treffen dauernd Verstärkungen ein, und die Lage muß kritisch bleiben, bis der letzte Gegner aus dem Bezirk vertrieben ist.
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London, 15. Aug. „Daily Mail" meldet aus Lahore: Ein indischer Offizier der Poona-Kavallerie, der zu Beginn des Vormarsches der Afridis in Gefangenschaft geraten war, wurde gestern freigelassen. Der Befehlshaber der Afridis gab ihm eine Botschaft mit, in der die Freilassung Gandhis gefordert und erklärt wird, den Afridis sei es nicht um persönliche Vorteile zu tun; sie kämpften für mehr, für den indischen Nationalkongreß und die mohammedanische Bewegung.
schlossen, dieser Aufforderung vorläufig nicht Folge z u l e i st e n, ehe der Staatsgerichtshof die Frage entschieden hat, ob die Sperrung der Zuschüsse durch das Reichsinnenministerium gegen die Grundsätze der Gewährung von Polizeizuschüssen des Reiches an die Länder verstoße.
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Essen, 15. Aug. Der Zeche nverdand wird, wie jetzt bekannt ist, die im^Ruhvbergjbau bestehende Lohnordnung zum 30. September kündigen, um mit den Gewerkschaften in eine Erörterung über eine Pr oduM onskastensenk ung einzutreten, die im Hinblick auf die Entwicklung »des Umsatzes und der Preise unumgänglich ist.
«olnttche UttvevschSmthett
Nun hat sogar der polnische Außenminister Zaleski sich bewogen gesunden, wegen der bekannten Rede des Ministers Treviranus einen diplomatischen Schritt zu unternehmen. Er hat dem deutschen Geschäftsträger in Warschau die Auffassung der polnischen Regierung mitteilen zu müssen geglaubt, wonach die Rede geeignet sei, trübend auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen einzuwirken, da sie kriegerische Drohungen enthalte und eine solche Rede eines Reichsministers großes Aufsehen Hervorrufen müsse. Der deutsche Geschäftsträger hat dem polnischen Außenminister sofort gebührend geantwortet. Er hat ihm erklärt, daß er sich in eine Erörterung der Rede des Ministers Treviranus überhaupt nicht einlassen könne. Wohl aber müsse er betonen, daß in der ganzen Rede keine kriegerische Drohung enthalten sei, sondern daß der Minister nur von einer Regelung der Grenzverhältnisse zwischen Deutschland und Polen auf gütlichem Wege gesprochen habe. Diese Antwort des deutschen Geschäftsträgers ist vom Reichsaußenminister voll gebilligt worden, und dieser Mitteilung wird hinzugefügt, daß sie ganz den Anschauungen der maßgebenden Berliner Kreise entspreche. Noch keine einzige deutsche Regierung seit der Grenzziehung auf Grund des Versailler Vertrages hat je die Rechtsmäßigkeit dieser Verstümmelung unseres deutschen Ostens anerkannt und jede Regierung seit der Revolution hat Verwahrung dagegen eingelegt. Kein verantwortlicher Minister und keine verantwortliche Persönlichkeit hat.mit „kriegerischen Maßnahmen gedroht, weil Das angesichts der Wehrlosigkeit Deutschlands ein törichtes und kindliches Beginnen wäre. Aber die Polen sind in ihrem schlechten Gewissen jederzeit bereit, hinter einer Aeußerung des Unmuts über den unmög-, lichen Korridor auf deutscher Seite eine kriegerische Drohung zu erblicken. Dieser Suggestion ist auch Herr Zaleski zum Opfer gefallen.
Der polnische Außenminister würde gut tun, den Mund nicht zu voll zu nehmen. Wir erinnern uns noch sehr lebhaft einer Sitzung des Völkerbundsrats, in der ihm Stresemann eine Abfuhr zuteil werden ließ- wie sie Herr Zaleski lange nicht besehen hatte. Eine Wiederholung dieser Lektion würde ihm anscheinend sehr dienlich sein. Auf die an den deutschen Geschäftsträger gerichteten mündlichen Vorstellungen wird ja wohl noch eine entsprechende Antwortnote unseres Außenministers folgen, die den Herrn in Warschau in seine Schranken zurüweist, wobei es gleichgültig ist, ob die Note mündlich oder schriftlik gegeben wird.
Ein recht kräftiger kalter Wasserstrahl nach Warschau wäre schon deswegen, nötig, weil gleichzeitig mit der „Eröffnung" des Herrn Zaleski an den deutschen Geschäftsträger fast die gesamte polnische Presse im gleichen Sinne und in gleich ungezogener Tonart zu der Rede des Herrn Treviranus Stellung nimmt. Es rht unzweideutig daraus hervor, daß diese Wutausfälle gegen Deutschland und gegen Herrn Treviranus als Mitglied der Reichsregierung auf Kommando erfolgt sind. Kenn- zeichnenderweise übernimmt bei diesem pa- piernen Feldzug sogar die Regierungspresse die Führung. Es berührt doch höchst eigenartig, wenn man in der in Frage stehenden Redeeine Kriegsdrohung erblickt und sich darüber ereifert u. gleichzeitig Drohungen gegen Deutschland unter Berufung auf das eigene Herr ausstößt. Hierbei wird auch von der Regierungspresse 'der Bau des Panzerkreuzers „A" und die Forderung des Panzerkreuzers „B" herangezogen, mit der Begründung, die deutsche Regierung betreibe in Genf die Abrüstung und rüste selber zum Kriege, treibe also ein dpppeltes Spiel.
Eine größere Anmaßung haben wir lange nicht erlebt. Vielleicht ist auch den Herren Polen nicht ganz unbekannt, daß sogar das Diktat von Versailles dem Deutschen Reich eine kleine Heeresmacht und eine kleine Kriegsmarine zugesteht. Deutschland hat, dem Diktat von Versailles entsprechend, vollständig abgerüstet. Die anderen Mächte haben das sogar
Dis heutige Kummev «Maßt 2ti Getts«