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Montag, den 11. August 1930
Nr. 186
^Defevteuv £W*
Kronprinz Friedrichs historischer Fluchtversuch vor 200 Jahren.
Höchst unerquickliche Verhältnisse herrschten vor 200 Jahren am preußischen Hofe, und mit teils neugierigen, teils schadenfrohen Blicken verfolgten dst fremden Diplomaten diè Entwicklung der Dinge. Bereits seit zwei Jahren bestand zwischen Vater und Sohn eine tiefe Kluft, und da der König bei seinem nur allzu leicht aufbrausenden Temperament niemals ein Blatt vor den Mund nahm, war es bald allgemein bekannt, daß er den Fritz ständig mit den schwersten Borwürfen überhäufte, ja gelegentlich sogar zum Stock griff. Natürlich versuchten Hof- und Diplomaten-Kamarilla die Sache für sich auszuwerten, und durch Klatschereien und Intrigen spitzte sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn schließlich so zu, daß im Jahre 1730 die Katastrophe eintrat.
Der Kronprinz konnte die Behandlung seitens des Vaters nicht mehr ertragen und war fest entschlossen, sich weiteren Mißhandlungen durch die Flucht zu entziehen. Schon seit geraumer Zeit hatte er mit diesem Gedanken gespielt und zog nun zwei Männer ins Vertrauen, auf die er sich unbedingt verlassen zu können glaubte, nämlich den Jnfanterie- Leuinant von Keith und den Leutnant von Katte vom Gendarmen-Regiment.
Es war bekannt geworden, daß im Sommer 1730 der König verschiedenen süd- und westdeutschen Höfen einen Besuch abstatten würde, und es war als sicher anzunehmen, daß er auch den Kronprinzen mitnehmen würde; denn bestimmt wollte er lieber täglich den Verhaßten um sich haben, als ihn daheim lassen und khm auf diese Weise Gelegenheit zum Entweichen zu geben. Diese Reise wollte Friedrich benutzen, sein Vorhaben zur Tat werden zu lassen; am Rhein wollte er entfliehen und sich nach Paris begeben.
Die Vermutung erwies sich als richtig, der Kronprinz mußte den Vater begleiten, erhielt aber einen besonderen militärischen Begleiter zugewiesen. In Wirklichkeit war dieser, Oberst v. Rochow, nur ein Polizist, und Friedrich machte die Reise als Gefangener mit, denn Rochow durfte seinen Schützling nie allein lassen, mußte selbst auf den Wagenfahrten stets neben ihm sitzen, kurz, „er haftete mit seinem Kopf für ihn", wie der König chm gleich beim Antritt seiner Stellung gesagt hatte.
Natürlich gab es unter der Reisegesellschaft auch diesen oder jenen, den das Schicksal des Kronprinzen jammerte, und der gern bereit war, ihm heimlich einen Gefallen zu tun. So gelang es Friedrich bei der Durchreise durch Leipzig einige Karten der Rheinlande zu erwerben und bei der weiteren Reise sich sogar mehrere Ellen Stoff zu verschaffen, aus denen er sich heimlich einen Civilrock anfertigen ließ.
Mittlerweile war man an den Hof von Ansbach gekommen. Schon hier wollte Friedrich versuchen, seinen Plan zur Ausführung zu bringen, und unter dem Vorwand, einen weiten, Spazierritt in die Umgegend machen zu wollen, bat er seinen Vater,
Ein GvaMân- dev arrfsssessieK wßvd
3m Garten des Museums in Sarajewo steht der Grabstein eines unbekannten bosnischen Großen aus dem Mittelalter. Er wurde in Zgosca bet Bisvco aufgefunden und dient heute dem Museum als Zierde. An diesen Grabstein knüpft sich ein onderbarer Aberglaube. Von weither kommen un-
ruchtbare Frauen und versuchen heimlich, ein Stück vom Grabstein abzuschlagen. Sie glauben, daß sie, wenn sie das Stück fain zerstoßen und, mit Wasser oder Milch gemischt, trinken, von ihrer Unfrucht- 'barfeit geheilt würden. Trotz der strengen Be- .wachung ist der Stein schon arg beschädigt. Man will ihn jetzt mit einem hohen Gitter umgeben, um ihn vor dem Appetit der Frauen zu schützen. Daß dieser sonderbare Aberglaube nicht nur in bäuer» ichen Kreisen lebendig ist, zeigt ein Vorfall, der sich jüngst abgespielt hat. Der Museumsdirektor chen würde. Inzwischen kam der Tag der Ab- bemerkte in der Dunkelheit eine junge, sehr elegant
ihm ein flottes Pferd zu leihen. Dieser aber verschob die Erfüllung der Bitte von Tag zu Tag; denn er ahnte schon nichts Gutes. Außerdem kannte er seinen Schwiegervater und wußte, wenn sich irgend etwas ereignete und er dazu seine Hand geboten hatte, daß dann die Hölle über ihm losbre-
NuMes Allerlei
Das Asusste OefLrrsnrs dev Mett
Chicago erfreut die Verbrecherwelt durch den den Bau eines neuen, mit allem Komfort ausgestatteten Gefängnisses, das soeben seiner Bestim- mung übergeben worden ist. Die Baukosten betrugen nicht weniger als 7,5 Millionen Dollars; das Gefängnis ist das größte der Union. Sein Grundriß ähnelt der Gestalt einer Telegraphenstange, es besitzt nämlich 4 parallele Ouergebäude, die durch unterirdische Gänge verbunden sind, um die Fluchtgefahr zu vermindern. Das dazugehörige Gerichts- gsbäude enthält 14 Verhandlungssäle. Da aber in Amerika die Geschworenen oft tagelang festgehal- ten werden, bis sie sich auf ihren Urteilsspruch ge- einigt haben, stehen jeder Jury drei Zimmer mit zwei Bädern und einem besonderen Speisezimmer zur Verfügung. Die Zahl der Räume wurde deshalb auf drei bemessen, weil man in Zukunft auch Frauen als Geschworene heranziehen will. Im Gefängnis befinden sich 1302 Zellen in 36 Gruppen, wie Besuch-, Hospital-, Isolier-, Schuldner- und gewöhnliche Gefangenenzellen. In jeder befindet sich eine Trinkfontäne; Lifts sorgen überall für Bequemlichkeit, doch ist die Grundfläche der Zellen nur 2,5:2,6 Meter. Der Verkehr mit Besuchern geschieht durch eine mit splitterfreiem Glas bedeckte Oeffnung, um Schmuggel unmöglich zu machen. Vom gepanzerten Aufenthaltsraum der Wache aus läßt sich ein langer Korridor übersehen. Will der Gefangene seine Zelle verlassen, um den Waschraimi aufzusuchen, drückt er auf einen Knopf; im Wächterzimmer fällt die Klappe eines Nummern- saftens, dann wird die Zellentür auf weite Entfernung entriegelt und in geöffneter Stellung festgehalten,' nach der Rückkehr des Gefangenen wieder in bet Ferne zuge riegelt. Für den Fall der Ge- ähr und während des täglichen gemeinsamen Essens im Tagesaufenthaltsraum können alle Türen gleichzeitig aufgeschlossen werden. Die Zellen ind feuersicher, die Gitterstäbe undurchsägbar.
wurde, begann sie zu weinen und gebärdete sich ganz verzweifelt.
Eine Mmdwa als iKoKäMmussZevitt
Die amerikanische Filmschauspielerin Imogene Robertson, die 1926 und 1927 auch in Berlin gefilmt hat und jetzt wieder in Hollywood lebt, mußte in ein Hollywooder Hospital eingeliefert werben. Sie befand sich in einem schweren Kokainrausch und wird deshalb auch von den amerikanischen Vvndesbehörden verfolgt. Da man dahinter kam, daß sie mit Rauschgiften einen schwunghaften Handel trieb, wird sie verhaftet werden, wenn sic das Krankenhaus verläßt. Damit dürfte die im Aufsteigen begriffene große Karriere der Filmschauspielerin wieder einmal beendet sein. Imogene Robertson hat schon mehrere Male wegen verschiedener Affären die Oeffentlichkeit beschäftigt. Zuletzt war sie im Januar 1927 aus München, wo sie zur Aufnahme des Films „Liebe einer Nonne" weilte, plötzlich verschwunden. Sie hatte erhebliche Schulden zurückgelassen und war nach Amerika geflohen. Miß Robertson, die aus Amerika stammt, hatte, ehe sie nach Deutschland kam, als Star in einigen Ziegfeld- Revuen gewirkt. Infolge . eines gesellschaftlichen Skandals war sie schon damals gezwungen, ihre Revuetätigkeit abzubrechen. Auch jetzt konnte sie sich in Amerika unter dem Namen Mary Rolan rasch wieder durchsetzen.
VüvsevmEsv als VandlisnkÄhvev
Der Atiilionärsmord in der Hotelhalle
Wie man bereits vor einiger Zeit angenommen hatte, ist der abgesetzte Bürgermeister von Detroit, Ben Charles Bowles, derjenige, der den jungen Millionärssohn Gerald L. Buckley in einer Hotelhalle hat ermorden lassen. Der junge Buckley hatte nämlich zahlreiche Vergehen des Bürgermeisters aufgedeckt, und dieser hatte seine innigen Beziehungen zur Unterwelt benutzt, um drei Italiener zur Mordtat anzustiften. Die Polizei hatte zweiunddreißig verdächtige Personen verhaftet, und schließlich gelang es ihr auch, die drei Mörder nach einer aufregenden Autojagd in der Nähe von Detroit zu erreichen. Nach einem heftigen Feuerkampf wurden die drei Italiener verhaftet. Damit scheint aber die Schreckensherrschaft des verbrecherischen Bürgermeisters beendet zu sein. Einige Stunden später gelang es, eine Bande von 22 Verbrechern festzu- vehmen, die ebenfalls im Solde des Bürgermeisters standen. Es nimmt nicht weiter wunder, daß dieser so viele Verbrecher zur persönlichen Verfügung hatte, denn er bezahlte seine Helfershelfer reichlich. Soll er doch die Stadt um mehrere Millionen Dollar geschädigt haben. Inzwischen hat sich der Bürgermeister in ein sicheres Versteck geflüchtet und von dort aus hat er soeben seinen Gegnern einen Kampf bis aufs Messer angesägt. So haben zahlreiche Freunde und Angehörige des Ermordeten Drohbriefe erhallen, und der beste Freund Buck-
Inm Vevfassunsstas r Dem GEövßev dev KerGsvevfafftt«-
Porträtbüste von Hugo Preuß, dem verstorbenen Schöpfer der Reichsverfasfung, die anläßlich der 11. Wiederkehr des Tages, an dem die Weimarer Nationalverfainmkung den Ver- faffungsentwurf von Prof. Hugo Prèuß annahm, von dem Berliner Bildhauer Max Ballenchin geschaffen wurde.
der 30 Jahre alte Bruno Kranold, der als Polizeigefangener nach dem Staatskrankenhaus gebracht wurde.
Ein Detektiv- Büro, das Einbrechern Adressen liefert.
Jm Zusammenhang mit der Verlhmftui
eines
internationalen Einbrechers in Warschau hat die Polizei die beiden Inhaber eines dortigen Detettiv- büros feftgenommen, die sich, wie sich herEssteWe, gewerbsmäßig damit beschäftigten, Einbrechern Adressen von einzelstehenden Villen und anderen Wohnungen, die sich für Einbrüche besonders , | neten, zusammen zu lassen. Die Dienste biefes è ternehmens sollen auch von ausländischen brechern häufig und gern in Anspruch genamm MW worden sein, so daß die im Handelsregister aiWKH Deteklimbüro eingetragene Firma glänzende Ge-WWI schäfte machte. st
»Ich bin bet allein -Wm^'" W
zum ersten Male fehlgeschlagen.
Doch der Fritz ließ sich nicht entmutigen. Als nun die Reise nach dem Rhein weiterging, wollte er seinen Plan in Sinzheim ausführen, da man dort frische Postpferde erhielt. Wieder war das Schicksal gegen ihn, denn anstelle von 'Si nzhe i m machte der König in einem Dorfe vorher Rast, und einfach wie er zu leben gewohnt war, zog er mit feiner ganzen ^Begleitung in Scheunen. Auch dem Kronprinzen wurde eine solche zugewiesen, die er mit Oberst v. Rochow und seinem Kammerdiener teilen sollte.
Das alles erschwerte fein Vorhaben natürlich sehr, aber Friedrich konnte und wollte nicht mehr warten, u. da in dem Dorf gerade Pferdamarkt war und infolgedessen sehr reges Leben herrschte, wollte er sich diesen Umstand zunutze machen. Er zog dazu den Pagen Keith, den Bruder des befreundeten Leutnants ins Vertrauen und gab ihm die Weisung, ihn in der Nacht zu wecken und zwei Pferde zu besorgen. Als die verabredete Stunde gekommen war, weckte der Page aber in seiner Aufregung anstelle des Kronprinzen den Kammerdiener. Dieser ahnte sogleich, daß hier etwas nicht geheuer war, rührte sich jedoch nicht, sondern stellte sich schlafend und ^beobachtete, was vorging. KÄth, seinen Irrtum ein- seheNd, schlich' sich nun zur Lagerstätte Friedrichs. Dieser sprang sofort auf, .zog sich den roten Zivilrock an und verließ die Scheune. Nur Sekunden vergingen, da stand der Lakai schon vor dem Oberst Rochow und berichtete, was er gesehen. Kaum fertig angekleidet, stürzte Rochow davon und weckte die Generäladjutanten des Königs.
Nun machten sich die vier Herren auf die Suche. Das ganze Dorf hatten sie schon vergeblich abge» sucht; nun gelangten sie auf den Platz, auf dem der Pfevdemarkt stottfand, und wo alle die Herbei- gekommenen Bauern und Händler ihre Wagen aufgestellt hatten. Richtig fanden sie hier jien Ausreißer, der sich hinter einem Wagen versreckt hatte. Ganz ruhig traten sie auf ihn .zu, und fragten ihn ehrerbietig, was er vorhabe. Der Kronprinz gab ilmen eine schroffe Antwort, die soviel besagte, als daß sie das garnicht interessieren könne. Rochow bemerkte darauf, daß b^r König sich soeben erhoben hätte und sehr bald weiterreisen würde, und auf den Zivilrock deutend, bat er den Kronprinzen doch schnellstens wieder feine Uniform anzulegen. Während Friedvich sich noch weigerte, tauchte Keith mit zwei Pferden auf. Nun wußten die Herren
genug, jetzt war ihnen zum Einschreiten die Hand- habe gegeben, und kurz entschlossen nahmen sie den Kronprinz in chre Mitte und führten ihn ohne zu fragen in seine Scheune zurück.
Natürlich hätte dieser Vorfall unmöglich dem König völlig verheimlicht werden können Aber er hätte nicht Lie entsetzlichen Folgen gehabt, wenn nicht ein zweites hinzugekommen wäre. Bon Ansbach aus hatte der Kronprinz durch eine Stafette einen ausführlichen Bericht» über seine Pläne und alle weiteren Dispositionen an seinen Freund Katte abgesandt. Dabei hatte er in der Erregung verabsäumt, die genaue Adresse aufzuschreiben, und so gelangte der verhängnisvolle Brief an einen anderen Katte, der ihn wegen seines gefährlichen Inhalts pflichtgemäß unmittelbar an den König sandte. Gerade jetzt am Morgen nach dem Fluchtversuch langte dieses Schreiben an und damit war Friedrichs Schicksal besiegelt. Der König ließ ihn wie einen gemeinen Deserteur vom Fleck weg
Grabstein zu Leibe rückte. Sie war, wie sich heraus- Bürgermeisters enthüllt Häst^y sich durch bestimmte
stellte, die Gattin eines höheren Beamten in Bel-
grad und nur zu dem Zweck Sarajewo gekommen, Jacht zu suchen. Diese hat er mit einigen Bewaff- um sich ein Stück von dem „wundertätigen" Stein ' ' "" "' ' r r “
zu verschaffen. Als sie vom Diener fortgewiesen
arretieren und zu Schiff nach der Festung Wesel bringen, wo er in den nächsten Tagen auch selbst sintreffen und das weitere befehlen würde. Beim ersten Zusammentreffen mit dem „Deserteur Fritz" in Wesel hätte ihn Friedrich Wilhelm I. in seinem Jähzorn beinahe erstochen, und nur das ruhige und sichere Eingreifen des Gouverneurs, General v. d. Mosel, verhinderte, daß hier ein Vater zum Mörder des Sohnes wurde.
Friedrich wurde nun nach der Festung Küstrin überführt. Don feinen Helfershelfern hatte man Katte in Berlin festgenommen und ebenfalls nach Küstrin gebracht, während es Keith gelungen war, sich durch die Flucht über die nahe Grenze der Verhaftung zu entziehen. Unerbittlich nahm nun das Schicksal seinen Lauf.
Wie hätte sich woU die Weltgeschichte entwickelt, wenn jener Fluchtversuch vor 200 Jahren geglückt und der „Deserteur Fritz" von der Thronfolge ausgeschlossen gewesen wäre?
Jeder Zankee einmal auf den Philippinen
Niemand will heute noch in ein Bad reisen, das nur zwei Stunden von seinem Wohnsitz entfernt ist. Der Amerikaner fährt am liebsten ein paar Wochen. Nun ist der Generalgouverneur der Philippinen auf den Gedanken gekommen, das entlegene Jnselland der Philippinen dem Fremdenverkehr zu erschließen, und seine Landsleute werden auch dahin reisen. Erst kürzlich wurde eine Reihe von Kalksteinhöhlen entdeckt, die als wahre „Kristallhallen" alles in den Schatten stellen sollen, was an landschaftlichen Sehenswürdigkeiten bisher bekannt gewesen ist. Die Hauptgalerie ist eine Diertelmeile lang, und von ihr gehen zwei Seitengalerien aus, die in einer Länge von rund 70 Metern zur Oberfläche führen. Daneben entdeckte man zahlreiche kleine Galerien, Grotten und Durchgänge, die recht bemerkenswerte Kalkfteingsbilde aufweisen. Die neu entdeckten Höhlen haben die Aufmerksamkeit der Geologen auf sich gelenkt und dürften bald das Ziel des Touristenverkehrs werden. Vor kurzem erforschte der Generalgouverneur in der Ligay- Bucht einen unterirdischen Kanal, der nach seiner Meinung den Vergleich mit der berühmten Blauen Grotte von Capri aushalten kann. Die Entdeckung gelang im Verlauf einer zehntägigen Dienstreist, die der Generalsekretär an Bord des Regierungsdampfers „Apo" machte. Er verließ das Schiff, um mit einem Boot durch die Riffsperre zu der Grotte zu gelangen. Dabei entdeckte er den unterirdischen Kanal, der in die Grotte führt. Zur Hebung des Touristenverkehrs soll dort ein großes Hotel erbaut werden.
Die Not der amerikanischen Farmer.
Im Staate Ohio haben sich die Farmer mit dem dringenden Ersuchen an die Bundesregierung gewandt, sie wegen ihrer Notlage als Lohnarbeiter
Vorkommnisse gezwungen, seine Zuflucht auf seiner
neten und Maschinengewehren besetzt, um gegen einen Angriff der Banditen geschützt zu sein.
beim Straßenbau einzustellen. Im mittleren Westen herrscht ein Wassermangel, der zur äußersten Sparsamkeit zwingt. In vielen Städten haben
viele müssen, bereits
Wäschereien die Betriebe schließen und selbst Jndustriewerke sind zur Stillegung genötigt. Dazu droht ein empfindlicher Milchmangel, da die
Knappheit der Wasservorräte viele Landwirte zwingt, ihr Vieh abzuschlachten. Ausgedehnte Waldbrände steigern die Not. Der Weizen ist zwar in der Hauptsache glücklich eingebracht, aber die Maisernte gilt als verloren, wenn nicht innerhalb von 10 Tagen der heiß ersehnte Regen fällt.
Eine Nacht im Leichenhaus
Die Strafe für rasende Automobilisten
Im Staate Indiana in den Vereinigten Staaten glaubt man ein radikales Mittel gefunden zu haben, um die unvernünftigen Automobilisten zur Raison zu bringen. Eine neue, ganz eigenartige Verordnung ist dort herausgÄgeben worden und wird demnächst in Kraft treten. Jeder Autofahrer, der auf dem Gebiet des Staates Indiana einen Todesfall verursachen wird, muß in Zukunft eine Nacht im Leichenhause zusammen mit dem toten Opfer seiner Autoraserei verbringen. Während dieser Nacht wird sein Licht im Leichenhause angezündet werden. Der Raum, in welchem der Autofahrer mit der Leiche die ganze Nacht Derweilen muß, wirb nur durch trübes Licht beleuchtet werden, welches durch ein kleines Guckloch in^der Decke des Raumes durchsickern wird. Die Schreckensstimmung wird gesteigert durch Anbringung eines Lautsprechers, welcher dem Täter im düsteren und traurigen Ton die unglücklichen Folgen seiner Tat im Namen seines Opfers vorhalten wird. Die Behörden in Indiana glauben, daß nach Einführung dieser eigenartigen Vußnacht, die Unfallsfrequenz auf den Straßen des Staates rasch abnehmen wird.
Nächtlicher Kampf mit einem Einbrecher.
Berlin, 9. Aug. Einen schweren Zusammenstoß mit einem Einbrecher gab es vergangene Nacht in Malchow. Im Hause Dorfstraße 25' wohnt der Gärtner und Händler Neubauer, der jeden Morgen mit den Erzeugnissen seiner Arbeit auf Berliner Märkte fährt. Diese Nacht war er, wie immer, mit seiner Frau gegen 3 Uhr losgefahren. Im Hause blieb nur feine Tochter mit ihrem 1 ^ Jahre alten Söhnchen. Die junge Frau legte sich, nachdem die Eltern fort waren, noch älr.nwl zu Bett. Kaun- eine halbe Stunde später hörte sie Geräusche an der Haustür. Sie schloß die zum Korridor führende Tür ab, um dem Einbrecher den Weg nach dem Garten zu versperren und rief den Polizeioberwachtmeister Bähr zu Hilfe. Dieser folgte ihr sofort. Sie trafen an der Korridortür einen Mann, der sich alsbald mit einem Totschläger auf Bähr stürzte. In der Bedrängnis gab der Beamte einen Schuß ab, der den Einbrecher am Kopf verletzte. Der Angeschossene flüchtete in die Wohnstube. Nach heftigem Kampf gelang es endlich, ihn unschädlich zu machen. Es ist
3m berüchtigten Sing-Sing-Gefängnis wurdet drei Russen wegen Teilnahme an einem Raubüber-l fall hingerichtet. Nachdem die beiden ersten Russey bereits auf dem elektrischen Stuhl geschnallt und gej tötet worden waren, kam der letzte an die ReihW Ec gab nun die feierliche Erklärung vor Gott unl den Menschen ab, daß er der allein Schuldige al dem Raubmord gewesen sei. Seine Genossen wareÄ 2 Banditen aus Chicago, aber nicht die Hingerickw teten. Die ganze Angelegenheit hätte mit den bai den Russen nichts zu tun gehabt. — Alle ihre U l ffchuLdÄbeteuerungen waren aber erfolglos. Aul! dem wirklich Schuldigen hat man seine Aussac^^ nicht geglaubt, er gab aber seiner Hoffnung W druck, daß man ihm 1 Minute vor seinem Tod-plE ben werde. Diese Erklärung hat in Newyorf groß^ Aufsehen erregt und man ist der Ueberzeugung, iw zwei Unschuldige hingerichtet worden sind.
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RundßttnV-Nvosvamme
Montag, 11. August
5.5§: (Stuttgart): Wettermeldung. Anschließend Morgengymnastik. 7.30—9: (Bad Witdungenp Konzert. 11.30: Werbekonzert. 11.50: Zsitangä WirtschaftsmeLdungen unib Nachrichtendienst, (von Berlin): Verfassungssci-sr der Reichsregierung im Reichstag. . 13: Schallplattenkonzert (Sinfonie' Konzert). 14—14.15: Werbskonzert. 14.40: 9W richetNdienst. 14.50: Zeitangabe und Wirtschaft Meldungen. 15.50: Wirtschwftsmekdungsn. 15.5su Gießener Wetterbericht. 16: (Bad WWdüngen)- Konzert des Städt. Orchesters Breme rhaven-Webr- münde. 17.45; Wirtschaftsmekdungen. 18.05: westdeutscher Rundfunk: „Genie und Zähigkest > Vortrog. 18.30: (von der Deutschen Welle, Berlmj- „Ludwig Heck, Direktor des Berstner Zoologische Gartens", Vortrag 19: Zeitangabe, Wettervoraussage und Wirtfchmftsme-ldnngen. 19.05: Englischs Sprachunterricht. 19.30: Südweftdeutscher Runb funk: Liederabend. 20: (von Berlin): Verfassung feier im Sportpalast, veranstaLtet von der Rei ast' regierung der Preußischen SbaatsreGiernno und Stadt Berlin. 22: Südweistdeutscher RunÄsNnr- Gottfried Benn liest aus eigenen Arbeiten.
Nachrichten, Sportbericht und Wettermeldungen 22.50: (Cafë Rumpölmeyer): UnterhMungskonze^
^WW®, OE-KMMâMGLM.
Ev. Kasino. Mittwoch, 13. August, abends 8.30 Uhr, Monatsversammlung im Rest. Krieg, Sandel' dämm.
Turngemeinde. Die Frauenriege spielt heute aut dem großen Platz um 5.30 Uhr.
Turm- u. Sportvereinigung 1860. SchüleralM Nächsten Dienstag, 12. ds. Mts., 6 Uhr, TurnstunA auf dem Turnplatz Nordbahnhof.
(Nähere Angaben folgen) M.S B. H.-P.-fiross-Hanä**
Ksnat zu Eerias m. 11.!
(Nähere Angaben folgen) M. 8. D. H.-P.-fiross-HaW«