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1930

«Samstag

den 6. August

Kv. 185

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat 0.1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummerao, $reitagl5, SamStag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg., im Reklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 R-Pfg.

ErfüllungSort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung ober Machlieferung oder auf Rückzahlung des 'Bezugspreises. / Fürplahvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.>Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956,3951,3958

Das KeweKe

Reichskanzler Dr. Brüning hielt in Köln eine Wahlrede, in der er sich mit den Problemen des Tages beschäftigte.

Geheimrat Röchling bringt in einem Brief an Dr. Scholz zum Ausdruck, daß er mit feinem Verhalten nicht einverstanden fei und hoffe, daß sich wenigstens nach den Wahlen die beiden Parteien zusammenfänden.

Der König Fessal vom Irak ist gestern nach­mittag in Berlin eingetroffen.

Gestern vormittag ist in der Bayreuther Stadkkirche die Trauerseier für Siegfried Wagner abgehalten worden.

Das deutsch-finnische Privatabkommen wegen der finnischen Butter- und Käselieferungen ist end­gültig gescheitert.

Das auf dem Fluge von Stockholm nach Stralsund in der Ostsee untergegangene Flugzeug D 1826 ist durch Taucher untersucht worden. Post und Gepäck konnten geborgen werden. Die beiden Flieger sind nicht gefunden worden.

Die Deutsche Reichspost veröffentlicht soeben Ihren Bericht über das erste Viertel (April bis Juni) des Rechnungsjahres 1930. Der Postverkehr ist im Vergleich zum Vorjahr im allgemeinen etwas zurückgegangen; der Briefverkehr und der gesamte Geldverkehr weisen Steigerungen aus. 3m Tele­grammverkehr haben die Brief- und Blitztele­gramme wenig, die Schmuckblatttelegramme er­heblich (um 20 Prozent) zugenommen.

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Berlin, S. Aug. Die Zeit vom 16. bis 31.

Gi« Wahlrede des Aeichsramlevs VeSnins

Köln, 8. Aug. Auf einer großen Kundgebung der Rheinischen Zenkrumspartei zur Er­öffnung des Wahlkampfes in Köln sprach Reichskanzler Dr. Brüning über den Sinn des Wahlkampfes, über die Zukunftsaufgaben und

chskanzler Dr. Brüning die durchführenden Reformen.

des Beschäftigungsgrades Die Zahl der Haupt- Anlerstühungsempfänger, die im letzten Berichts- Abschnitt nur unerheblich zugenommen hatte, ist jetzt mm rund 28 000 auf über 1 497 000, in der Arbeils- llofenverficherung, um rund 23 000 auf 403 000 in der skrisenunterstützung gestiegen. Damit hat die Be- slastung der beiden Üntersiühungseinrichtungen mit 'zusammen über 1900 000 Unterstützten einen Stand erreicht, der um mehr als eine Million über dem des Vorjahres liegt, während diese Ueberlagerung Mitte Juli noch 938 000 betrug. Dieser Entwicklung

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Zunahme der Zahl der verfügbaren den, die bei den Arbeitsämtern ein- . Sie stieg vom 15. bis zum 31. Juli

um rund 42 000 und erreichte- nach Abzug der­jenigen, die noch in gekündigter oder ungekündigker Stellung oder in Rotstandsarbeil beschäftigt waren einen Stand von rund 2 757 000 Arbeits­losen.

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Eine Unterredung mit einem Vertreter der Kreuz-Zeitung"

Berlin, 8. Aug. Von einem Vertreter der Kreuz-Zeitung" wurde Graf Westarp die Frage vorgelegt, ob feine Stellung zur monarchischen Frage nach den neuesten Ereignissen dieselbe ge­blieben sei wie bisher, ißr antwortete u. a.:Nie­

Er wies eingangs auf die Rheinlandräumung hin und gedachte dabei in ehrenden Worten Strese­manns. Inmitten aller Schwierigkeiten, in denen Deutschland, in denen die Welt stehe, sei es von Be­deutung, daß in dem Augenblick der Räumung Briand an die Einrichtung einer Ordnung für Eu­ropa, die unter allen Umständen zur Rettung aller europäischen Nationen gefunden werden müsse, ge­dacht habe. Deutschland habe in seiner Antwort deutlich ausgesprochen, daß, wenn man zu einer dauernden Stabilisierung der europäischen wirt­schaftlichen Verhältnisse kommen wolle.

eine politische Stabilisierung unbedingt und zumindest gleichzeitig notwendig

sei. Für die gegenwärtige wirtschaftliche Krise seien nicht nur wirtschaftliche Umstände die Ursache, sondern an dieser Entwicklung trage auch die heu­tige politische Gestaltung nicht nur Europas, son­dern der Welt in gleichem Maße die Schuld. Wenn überall der Wille zur Kooperation in der Mensch­heit um sich greife, dann seien mir der Ansicht, daß man an alle Wurzeln und alle Grundübel der augenblicklichen Zustande herangehen müsse und auch das aussprechen solle, was auszusprechea im­mer das Recht einer freien Nation sein soll. Man müsse mit einer längeren Dauer der Wsltmirt-

Frage der Gemeindesanierung sei in bezug auf die Konsolidierung der schwebenden Schuld im In­teresse der Entwicklung des Zinsfußes eine der vor­dringlichsten Aufgaben. Darüber hinaus müßten Sicherheiten nach der verwaltungsmäßigen und auch nach der politischen Seite hin geschaffen wer­den, daß ein Neuaufleben einer ungedeckten Aus­gabenwirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden in Zukunft unmöglich sei. Sie Aufgabe müsse sein, durch ein sorgfältig abgewägtes Vauproaramm auch im Interesse der Vermeidung von Krisen­schwankungen bei der Bauarbeiterschaft ein Bau­programm gleichmäßig auf bestimmte Jahre billig zu finanzieren und durchzuführen mit dem Ziel, die Behebung der Wohnungsnot unter nicht unsinni­ger Steigerung der Bau- und damit der Mietkosten bis zu einem bestimmten Termin durchzuführen. Denn ewig könne man die Wohnungszwangswirt­schaft ohne schwere Schäden nicht durchführen. Alles das seien Dinge, die einheitlich angèfaßt wer­den müßten, im Zuge gleichzeitig mit einem weit­sichtigen, aber zu verwirklichenden Sparprogramm für Reich, Länder und Gemeinden.

Dieses Sparprogramm fei durchführbar, wenn nicht Reformarbeiten geschaffen würden

^Snis Sekkat vom Zvak in Deutschland

Eine hochpolitische Reise des arabischen Herrschers

Berlin, 8. Aug. König Fessal vom Irak ist heute nachmittag inkognito in Berlin eingetrof­fen. Von einem offiziellen Empfang, wie es bei dem afghanischen und dem ägyptischen König der Fall war, wurde angesichts des Inkognitos abgesehen. Auf dem Bahnhof waren Vertreter der Regierung und der Stadt Berlin anwesend. König Fessal wird unter dem Namen Prinz Usama aus Bagdad im Hotel Adlon wohnen und etwa zwei bis drei Tage in Berlin bleiben. Wirtschaftliche und politische Besprechungen wer- den mit dem Besuch des Königs nicht verbunden sein. Die Verhandlungen über eine internatio­nale Petroleumgesellschaft, an der auch eine deutsche Gruppe beteiligt ist, sind bereits in Bag­dad und London zum Abschluß gebracht worden. Von Berlin aus wird König Fessal nach Paris und dann zu einem längeren Aufenthalt nach der Schweiz reisen.

Seine Majestät Fessal I. Ibn Hussein, Kö­nig des Irak, ist ganz unerwartet mehrere Wochen.früher, als vorausgesehen war, nach Berlin gekommen. Er ist der dritte exotische Herrscher, der binnen kurzer Zeit eine Europa­reise machte und dabei auch Deutschland mit seinem Besuch beehrt. Erst seit kurzem ist Kö­nig Fessal souveräner Herr über fein Land. Es ist noch nicht lange her, da England, das unter seinem Mandat stehende arabische Kö­nigreich Irak frei erklärt und beim Völkerbund als unabhängigen Staat angemeldet hat. Die­ser Verzicht Englands auf seine Mandatar-

rechnen. Die Weltwirtschaft müsse sich darauf 'ein­stellen, daß die

Preisentwicklung langsam auf den Vorkriegsstand zurückkehre. Diese Krise bringt nicht nur schwere wirtschaftliche und schwere soziale Umwälzungen, sondern auch die stärksten politischen Gefahren mit sich. Für Deutschland sei es besonders schwierig, daß es alle Reformen auf dem Gebiete der Finan­zen, der Wirtschaft, der Verwaltung usw. ausge­schoben habe und jetzt im Augenblick des größten Tiefstandes de r Weltwirtschaft nachholen müsse. Man könne ein Volk nur retten, wenn man den Mut habe, auch in schwersten Stunden die Verant­wortung auf sich zu nehmen. Die Notverordnun­gen seien nur eine Vorstufe für die Arbeiten, die der Reichstag im Herbst verabschieden müsse. Er sei überzeugt, daß ein wirklicher arbeitsfähiger Reichstag am 14. September gewählt werde. Für Länder und Gemeinden sei eine klare Aufgaben­scheidung und auch die möglichst unabhängige Ver- fügung über eigene Einnahmen notwendig. Die

Zurück- parlamentarischen Erledigung Ziehung Englands aus dem Irak. Zwar ist

Mißstände in der parla. ..-.-,...*.,_ des Haushalts und der Ausgabenanträge beseitigt werden: Man müsse die Doppelarbeit und den Leerlauf dèr Verwaltung bei Reich und Ländern

beseitigen.

Es werde in gewissen Blättern der Sozialdemo­kratie und anderer Richtungen viel von Ver­fassungsbruch, Diktatur und ähnlichen Dingen ge­redet. Die Agitation sei deswegen so gefährlich, weil man sich doch darüber klar sein müsse, daß das Treiben absolut unverantwortlicher, nihilistischer, radikaler Kreise durch die Ohnmacht und das Ver­sagen des Parlaments'in den vergangenen Mona­ten so stark geworden sei. Die Zentrumspartei habe zweifellos ein Interesse an einer Konsolidierung aller der Gruppen, die einen Ausgleich der Inter­essen herbeiführen wollen.

(Es sei unmöglich, daß allzuviele kleine Grup­pen im Reichstag die Politik maßgebend be­stimmen könnten,

(Fortsetzung auf Seite 2)

der britische Oberkommissar aus dem Lande Fessals verschwunden, aber an seine Stelle ist der britische Botschafter getreten, der darüber zu wachen hat, welchen Gebrauch nun der Araberkönig aus seiner offiziell anerkannten Souveränität macht. Die Ketten, die England seinerzeit um den Irak gelegt hat, sind viel-

mand wird von mir annehmen dürfen, daß ich in dieser Grundfrage meiner politischen Arbeit meinen Standpunkt geändert hätte oder zu ändern gewillt sei. Monarchische Gesinnung und Ueberzeugung le­gen mir die Pflicht auf, für sie einzutreten und zu wirken. Mag praktisch zurzeit noch so wenig zu er­reichen sein und die Erfüllung in noch so ferner Zukunft liegen."Glauben Sie", so fragte der Journalist weiter,daß Sie diesen Standpunkt in unb mit der Konservativen Volkspartei wirksam vertreten können?"In dem Gründungsaufruf bezeichnet", so heißt es in der Antwort,die Par­tei dieEhrfurcht vor der geschichtlichen Ueberliefe­rung" als Frucht des konservativen Staatsgedan­kens. Sie bekennt sich darüber hinaus zu der Auf­gabe, das System regelloser Massenherrschaft durch enu der geschichtlichen Entwicklung und natürlichen Gliederung unseres Volkes entsprechende Staats- Grm zu überwinden". Das Bild des zukünftigen -reiches konservativer Prägung kann nicht in ff r Dogma festgelegt, es muß nach Entwicklung und Erfahrung fortdauernd weiter ausgestaltet werden. Sie Arbeit an diesem Bilde wird genau ebenso wie jedes ehrfurchtvolle Eindringen in die geschichtliche Vergangenheit der deutschen Volks­persönlichkeit zu dem Ergebnis führen, daß es dem deutschen Wesen und im besonderen deutschen Be- burfnifsen entspricht, den Bau mit der monarchi­schen Spitze zu krönen. Der Kaisergedanke lebt sart und wird, je schwerer die

und mehr die jetzigen Gewalten sich als ßulanglirf) erweisen, umso lebendiger werden.

für den Neubau des Reiches unentbehrlich.

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f Berlin, 8. Aug. General Walter Reinhardt, »tzre Preußische Kriegsminister und Erste Chef Heeresleitung des neuen Heeres, ist am Freitag Nachmittag nach schwerem Leiden gestorben.

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Berlin, 8. Aug. In einer Unterredung mit einem Vertreter derBoff. Zeitung" führte der vom Reichsarbeitsminister zur Aeberwachung des Wohnungsbauprogramm« des Reiches nach Berlin berufene Ministerialrat Imhoff aus: Das Programm soll die Wohnungsnot und die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn die Bauten so billig hergestellt werden, daß die Mieten auch für Ar beiter und Angestellte erschwinglich werden, und wenn das Programm ein zusätzliches ist, durch das neue Arbeitskräfte Beschäftigung finden. Es wird dafür gesorgt werden, daß nicht etwa Gemeinden und Bauherren durch Zuweisung von Mitteln aus dem 100 Millionenfonds gewissermaßenErsparnisse" machen.

Die Wohnungen von 32 bis 45 Quadratmeter, die höchstens 40 Mk. Miete kosten sollen, sind in erster Linie für kinderlose Ehepaare, die von 60 Quadratmeter, die bis zu 50 Mk. Miete kosten sollen, sind für Ehepaare mit Kindern bestimmt. Alle gesundheitlichen Momente sollen beachtet wer­den, unter

Verzicht auf Komfort,

wie Warm wasser, Bad und Zentralheizung, doch soll möglichst überall eine Dusche eingerichtet werden. Von dem anderen Wettbewerb, zu dem die Reichs- fvrschungsgesellschast für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen 20 namhafte Architekten auf­forderte, und dessen Ergebnis in etwa 14 Tagen bekanntgegeben wird, erwartet man eine gewisse Vereinheitlichung der Grundlinien für die Durch­führung der Bauten.

Von den verfügbaren 100 Millionen RM wur­den zunächst 85 Millionen an die Länder verteilt, davon an Preußen 53 Millionen. Die vorläufig verbliebenen 15 Millionen sollen dort eingesetzt werden, wo besonders gute Projekte vorliegen oder besondere Notlage herrscht?

Die Mittel, die für das Wohnungsbauprogramm Verfügung stehen, gehen über 100 Millionen Mark hinaus.

Zur

Zunächst geben die Landesversicherungsanstalten weitere 150 Millionen in Form von ersten Hypo­theken und Zusatzhypotheken zu 4^ bis 5% zent. Weitere Gelder wird die Bau- und Boden-

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bank zu niedrigem Zinssatz beschaffen, durch das zunächst mindestens 300 Millionen

zur Verfügung stehen. Den Gemeinden wird emp­fohlen werden, die Aufschließunasarbeiten für Wasser, Kanalisation, Straßenbau usw. möglichst niedrig zu berechnen. Die Straßen sollen in den reinen Wohnvierteln schmaler gehalten und das Straßenpflaster möglichst einfach hergestellt werden. Die sehr erheblichen Widerstände seitens zahlreicher privater und öffentlicher Bauherren müssen über­wunden werden. Durch das gute Beispiel erhofft man eine allgemeine Verbilligung der Herstellung auch der Wohnungen, die mit Hauszinssteuermitteln und aus Stadtanleihen errichtet werden.

leicht etwas dünner und leichter, aber nicht schwächer und loser geworden. Anstelle eines eisernen Käfigs hat das Volk vom Irak einen gläsernen bekommen. Dieses Glas eine englische Spezialität verfügt über eine wundersame Fähigkeit, jedesmal wenn es in Gefahr gerät, zerbrochen zu werden, sich in Eisen umzuwandeln.

König Fessal ist noch weniger unabhängig als sein ägyptischer Kollege Fuad, der vor ihm in Deutschland geweilt hat. Während aber König Fuad nach Europa kam, um seine Treue zu England erneut zu bekunden, reist Fessal nach Europa, um sich von der Obhut Englands zu befveien. Jedenfalls hat es den Anschein, als wolle er einen solchen Versuch unterneh­men. Wird ihm sein Manöver glücken? Da­ran ist sehr zu zweifeln.

Der Araberherrscher, wie jeder moderne Mensch, der etwas auf sich hält, kennt den Preis aller ideeler Bestrebungen in der Po­litik. Aus diesem Grunde operiert er mit dem höchsten Gut, das es heute in der politischen Welt gibt: mit Oel.

Fessals Reich verfügt seit etwa 4 Jahren über das Wilajet Mossul, das zu den reichsten Erdölgebieten der Welt gehört. In den ersten Nachkriegsjahren hat die Türkei ihre An­sprüche auf Mossul angemeldet. Die Eng­länder waren damit aufs höchste unzufrieden. Denn die Türken, die das Friedensdiktat von Sevres zerrissen und den Frieden von Lau­sanne erzwungen haben, erwiesen sich als wenig gefügig. Es wäre englischerseits leicht­sinnig gewesen, reiche Erdölquellen aus der Hand zu geben. Sie zogen es vor, das kleinere Uebel zu wählen und auf dem Wege über die ihnen wie nicht anders erwartet wurde, gefügige Botschafterkonferenz, Mossul, dem Irak anzugliedern. Auf diese Weise behiel­ten die Engländer die Kontrolle über das Mossul-Oel. Heute jedoch, wo der Irakfrei­geworden" ist, sucht sein König Fessal das Erdöl von Mossul gegen England auszuspie­len. Es gibt nämlich noch ein Land, das an Mossul schon heute interessiert ist und morgen noch mehr daran interessiert sein wird: Frank­reich. Die Angliederung Mossuls an den Irak war seinerzeit eine verkappte Niederlage Frankreichs, das seinen Anteil an den Aktien Mossuls hat. Dieser Anteil ist jedoch zu ge-

Die heutige Kummer umfaßt LL) Setten