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Samskag. den 26. Juli 1930
Seite 11
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Aus M« WM.
Ueberschwemmung in Locarno.
Locarno, 25. Juli. Die Stadt Locarno steht heute Min Teil unter Wasser. Heftige Gewitter, die in ch vergangenen Nacht über mittlere Teile des Kanons Tessin niedergingen, brachten die Flüsse rasch Min Seigen. Große Strecken Landes sind über- chwemmt. Am schlimmsten hat die Stadt Locarno «litten. Ein kleiner Bach brachte Tausende von Aubikmeternr Steine und Geröll mit sich. An der Straßenbrücke vor der Drahtseilbahnstation staute sich das Wasser, so daß in kurzer Zeit der reißende Jach die Brücke überschwemmte, und große Wässerigen ergossen' sich mit ihrem Geschiebe in die Straße gegen die Piazza-Grande und den See.
Die Feuerwehr von Locarno und Muralto Mßte zur Hilfeleistung herbeigerufen werden. Das Wesser und der Schutt füllten die Erdgeschosse und Keller meterhoch an, und der Verkehr in den Straße von Locarno war stellenweise vollständig unterjochen. Die Zugänge zum Bahnhof waren durch das Wasser versperrt, so daß ein Notsteg für Fußgänger errichtet werden mußte. Der Schaden, den di- 'ileberschwemmung in Locarno allein verursacht hat, übersteigt hunderttausend Franken.
Angeklagte küßt stürmisch ihren Verteidiger.
Berlin, 25. Juli. Der Gerichtssaal und das Der- Handlungszimmer des neuen Kriminalgebäudes war heute der Schauplatz einer wüsten Szene. Die Arbeiterin Marie K. sollte sich vor dem Amtsgericht Wedding im Rahmen einer Privatklage verantworten, weil sie ihre Nachbarin nach einem Streit geschlagen hatte. Die Angeklagte lief zunächst furcht- dar ausgerecht im Gerichtssaal auf und ab.
„Ich bin unschuldig, die Verhandlung soll ohne Zeugen stastsinden", schrie sie. Als der Vorsitzende drohte, sie in eine Ordnungsstrafe zu nehmen, schreit ihn die Angeklagte an: „Darauf hab ich mich eingerichtet, dann brauche ich kein Essen zu kochen." Als sich der Richter wegen dieses frechen Benehmens zur Beratung zurückzieht, geht die Angeklagte auf die Klägerin zu, schlägt mit der Faust auf den Tisch und schreit: „100 Mark biete ich Dir."
Dann küßte sie stürmisch ihren Verteidiger und versuchte, sich eine Zigarette anzuzünden. Nachdem ihr der Vorsitzende wegen ungebührlichen Benehmens vor dem Gerichte eine Haft von 2 Tagen auferlegt, tobt sie wie eine Wahnsinnige und kann nur mit größter Anstrengung von 2 Wachtmeistern überwältigt werden. Der Richter läßt sie abführen und vertagt die Verhandlung.
wild, das sich -nicht um Schüsse kümmert
Zum EvdHebe« in LiiaUe«
Blick auf den Golf von Salerno, das schwer unter dem furchtbaren Erdbeben litt. Sein berühmter Dom stürzte ein.
Jahreszeit mit, denn im Juli sind Enten sehr empfindlich gegen Schüsse, nicht aber im Herbst und Winter. Rehe fürchten Schüsse nur dort, wo sie einmal am eigenen Leib mit dem Schrot Bekanntschaft machten: wenn sie dann wieder aufgeheilt sind, stecken die Tiere mit ihrer Furcht die anderen an. Die Meinung, Rehwild könne vergrämt werden, scheint also kaum begründet zu sein. Man hat Fälle beobachtet, wo Rehe von dem in 200 Meter entfernten, fast ungedeckt stehenden Jäger durch Knallen gestört wurden, aber nach dem zweiten Schuß weiter ästen. Ein anderes Mal wurden auf Fasane viele Schüsse abgegeben, ohne daß sich die in 200 Meter Entfernung weidenden Rehe beunruhigen ließen. Man macht immer wieder die Erfahrung, daß sich Rehe um Schüsse, die aus nächster Nähe abgegeben werden, nicht kümmern. Es ist sogar ein Fall berichtet worden, wo neben dem weiblichen Reh der Bock niedergeschossen wurde, ohne daß sich seine Gefährtin vom Fleck rührte.
vorhandenen Bestände gegen gültige Wertzeichen umgetauscht werden könnten. Der Belgrader Verein verkaufte die noch auf den Postämtern lagernden Restbestände an Einzelpersonen und Vereine: 125 Serien erhielt der Weltpostverein in Bern. Im ganzen sind 1295 Serien in den Verkehr gelangt; komplette Serien gehören heute zu den größten Seltenheiten. Manche dieser Journalistenmarken sind aber noch aus dem Grund sehr begehrt, weil der Adler auf dem Kopf steht. Von diesen Marken gelangten nur 20 Blatt in den " kehr; sie stellten einen großen philatelistischen dar.
Der-
Wert
NLVSètte. ^SVßMMNLMNDS«.
Turngemeinde 1837, Sport- und Spielabteilung. Wir machen nochmals auf den am kommenden Dienstag stattfindenden Fackelzug aufmerksam. Wir erwarten, daß sich sämtliche Spieler restlos beteiligen. 1114
Turn- und Sportvereinigung 1860 (Turnerinnenabteilung). Das Barrenturnen der Turnerinnen findet heute (Samstag) abend 8 Uhr auf dem Geräteturnplatz des Festplatzes statt. Alle müssen zur Stelle sein. Blauer Turnanzug. Borturnerinnen
denkt daran.
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Verein für Homöopathie, Biochemie und Naturheilkunde, Hanau, gegr. 1877. Der übliche allgemeine Vortrag für Dienstag, 29. Juli 1930, fällt aus. Dagegen findet am 12. August 1930, ein großer Vortrag statt, dessen Thema noch bekannt gegeben wird. ‘ 1112
Turngemeinde 1837 (Knaben- und Mädchen- Abteilung). Montag, 28. Juli, Antreten %3 Uhr in der Turnhalle. Gemeinsamer Abmarsch zum Fest-
platz Wilhelmsbad. In Turnkleidung.
1113
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VekamttmaGmrse«.
Betrifft Straßensperrung.
Wegen Ausführung von Teerarbeiten wird die Osfenbach-Vilbeler Straße, von Bergen bis zur Landesgrenze, von Etat. 6,2+50 bis 7,5+19 für sämtlichen Fuhr- und Kraftfahrzeugverkehr vom 28. Juli bis 9. August 1930 gesperrt.
Der Verkehr nach Vilbel wird über Niederdorfelden und Gronau oder umgekehrt umgeleitet.
Hanau, 26. Juli 1930. 45
Der Lamdrat. I. B.: Fitte.
Bekanntmachung
Verding
Die Ausführung der Arbeiten und Lieferung der
Materialien zur Pflasterung des Landweges Nr. 4 .
In Iägerkreisen ist die Meinung verbreitet, das Mild werde durch das Knallen von Schüssen vergrämt, d. h. aus dem Revier vertrieben. Es wird sogar als Vorteil mancher Schußwaffen lobend heroorhoben, daß sie fast unhörbar schießen, also das Wild nicht erschrecken. Im allgemeinen wird jedoch die Wirkung des Knalles als Schreckmittel weit überschätzt. Wie in der Zeitschrift „Deutsches Weidwerk" mitgeteilt wird, ist zwar Rotwild gegen Störungen, das Herumknallen und Pirschen in I seinem Revier sehr empfindlich: auch beim Dam- I wüd und Hochwild in einsamen Gebirgsgegenden t* wird dieselbe Beoba gemacht. Anders oer-
Bnn er je, die
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Die ersten Iournaliftenmarken
Das Verdienst, als erster Staat der Welt Journalistenmarken in be"n Verkehr gebracht zu haben, darf Jugoslawien beanspruchen. In Philatelistenkreisen ist es zwar bekannt, dgh sogenannte Zeitungsmarken aus Serbien im Handel zu haben sind, doch nur wenige wissen um die Entstehung dieser Postwertzeichen aus der Vorkriegszeit. Am ersten Pfingsttag des Jahres 1911 veranstaltete der Belgrader Journalisten-Verein ein Pressefest unter dem Namen „Troitschki Sobor", d. h. Pfingstver-
sammlung. Zu Gunsten alter und kranker Journalisten verkaufte der Verein auf diesem Fest Reklamemarken mit dem Aufdruck „Trio Sobor" zum Aufkleben auf Zeitungs- und Zeitschriftensendungen. Einen Frankierwert hatten diese Wohltätig- keitsmarken zunächst nicht. Auf Anregung des fer
PhilatEenvergins en...........s:'
verein mit, daß die Iournaliftenmarken außer Kurs gesetzt würden, und die noch im Prioatbesitz
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... „ _________ dieJour-
enmarkèn ür Ausdruck des serbischen Adlers in schwarzer Farbe für den Postverkehr als gültig anzuerkennen. Nach Jahresfrist teilte das Postministerium, wie vereinbart, dem Journalisten-
s gegen den Knall W i$ ihm gilt. Auch Entèn'wtsien
nm zugedacht sind, wohl von denen zu untsr- iden, die anderem Wild gelten. Sie werden ch nicht vergrämt, wenn man sie nicht zu oft üt Hier spielen allerdings Unterschiede der
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Schnell wachsendes Holz
Amerikanische Gelehrte haben berechnet, der Holzverbrauch in der Welt den jährlichen . wachs bedeutend übersteigt. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Anforderungen der Papier- fabriken. Es gilt also Mittel zu finden, um das für diese erforderliche Holz schneller wachsen zu lassen. „Doch die Natur, die läßt sich nichts befehlen", wie es in einem alten Liedchen heißt. Deshalb erschien es von vornherein aussichtslos, die jetzt hauptsächlich den Zellstoff liefernden Nadelhölzer zu schnellerem Wachstum bewegen zu wollen. So blieb nichts anderes übrig, als auf die
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Suche nach einer Holzart zu gehen, die sich schon von selbst schneller entwickelt. Man stellte zu diesem Zwecke Kreuzungsversuche mit Pappeln an. Die Vereinigung der Erbanlagen von 125 verschiedenen Arten in einer einzigen führte zu dem gewünschten Erfolg. Die jungen Bäumchen der gezüchteten Sorte sollen in fünf Monaten um zwei Meter wachsen. Selbstverständlich eignet sich ein solches Holz nicht zu Nutzholz, aber für die Papierher- stellung dürfte es genügen. Die Züchter der neuen Pappelart haben berechnet, daß sich durch deren Anoau die Holzerzeugung auf der gleichen Bodm- flächs und in derselben Zeit fast vervierfachen läßt.
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Der Patient erwacht in seinem Krankenzimmer aus der Narkose. „Wo bin ich", flüstert er, bin ich etwa schon in einerr besseren Welt?" — „Nein, Lieber", antwortet die teure Gattin, die am Bett sitzt, „Du bist bei mir!"
in
Langendiebach sollen vergeben werden, Es sind vorgesehen:
Los I rund 1050 qm Kleinpflaster
Los II rund 815 qm Kleinplaster Los III Lieferung der Materialien.
Die Angebotunterlagen können vom Landesbauamt gegen Zahlung von Schreibgebühren in Höhe von 1 RM bezogen werden. Die Bedingungen liegen zur Einsichtnahme bei dem Landesbauamt auf, woselbst auch die Oeffnung der Angebote am Donnerstag, den 31. Juli 1930 stattfindet.
Hanau, den 23. Juli 1930.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. V.: Fitte, Regierungsassessor.
etsMiw VeSKNtttmaâunge«.
Bekanntmachung
Die Wochenmärkte am Mittwoch, 30. Juli und Samstag, 2. August ds. Js., werden ausnahmsweise auf der Französischen Allee abgehalten. 140 Hanau, 23. Juli 1930.
Der Magistrat, gez.: Dr. Müller.
VerU^sdlrektion: Paul Nach.
Hauptschrjftleitung: Richard Hultsch. Verantwortlich für Politik und allgemeinen Teil: Richard Hultsch, für Lokales und Feuilleton: Werner Rühlemann, für Sport und Provinz: Hans Oehl« söhliger, für Anzeigen und Reklamen: Fr. Sieben« Hühner, sämtlich in Hanau. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruokerei Hanau. Fern- eprechanschluß Nr. 3956, 8957. 8958.
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