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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat NM.1.-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag iS, SamStag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 N-Psg., im Neklameteil von 68 mm Breite 25 R-Pfg. / Offertengebühr 50 N-Pfg.
Ke. 183
Samstag
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1930
Preuß. rKeedttansevot für die ^W
Si« Aw!KOe«kred!t do« ICC MM!o«e« Mark «m Artikel 48 z« vermeiden
D«s Ket-Me
— Der Reichspräsident hat auf Vorschlag der Reichsregierung am Freitag den Gesetzentwurf gegen Waffenmißbrauch auf Grund von Artikel 48 als Verordnung in Kraft gefetzt.
— Das Reichskabinett hat gestern in einer langen Sitzung die Steuer-Rotverordnungen be- tafen, die heute veröffentlicht werden sollen.
— Die preußische Staatsregierung will dem Reichskabinelt ermöglichen, eines seiner wichtigsten Vorhaben, nämlich die Osthilfe, vorläufig durchzu- sühren. Fhne den Artikel 48 bemühen zu müssen. Preußen hat ein Kreditangebot gemacht.
— 3m Reichstagsgebäude haben gestern verschiedene Parteisitzungen stattgesunden.
— Dav Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute früh 4.45 Uhr zu einer Schweizerfahrt gestartet. An Vord befinden sich 11 Passagiere. Um 9 Uhr hat das Luftschiff Bern passiert.
— 3m Lause des gestrigen Tages ist es gelungen, aus dem Unglücksschacht in Hausdorf den letzten Toten zu bergen.
— In Aeanvlen hat die Wafdparlei gestern den passiven Widerstand durch Steuerverweigerung beschlossen.
— Der frühere litauische Diktator woldemaras ist aus Kowno ausgewiesen und nach dem Kreise Urottingen ve worden.
Das Angebot AreuSens
Berlin, 25. Juli. Um zu vermeiden, daß der Landwirlschafk durch die Verzögerung der Durchführung des Osthrlfegesetzes Nachteile entstehen, hat sich jetzt Preußen mit einem die Reichsregierung gewandt und ihr vorgeschlagen, das volle Kredil- nme von 100 Trillionen zu übernehmen, die im Sinne des Osthilfe-Ge-
ien Angebot an
ifo für eine Summe von
setzenlwurfes für Umschuldungszwecke vergeb ben werden sollen.
Hierzu schreibt der „Demokratische Zeitungs- bienft": Wie wir zuverlässig erfahren, hat die Preußische Staatsregierung die Initiative ergriffen, um die großen Nachteile für die Landwirtschaft auszugleichen, die sich aus der gegenwärtigen Ausschaltung des Parlaments und aus dem geschäfts- führsnden Charakter der augenblicklichen Reichsregierung ergeben. Die Preußische Staatsregierung, die mit großer Sorge gesehen hat, daß durch die Reichstagsauflösung mit der Verabschiedung des Osthilfegefetzes das große Hilfswerk für die Landwirtschaft verzögert worden ist, ist an. die Reichsregierung mit dem offiziellen Angebot herangetreten, ihrerseits die Lücke auszufüllen, die jetzt durch die eben festgestellte Verzögerung eingetreten ist.
Die Preußische Staatsregierung schlägt zur Ausschaltung aller störenden Unsicherheitsfaktoren und réi notwendigen Zieles
Sinne des Osthilfegesetzentwurfes bis zum Betrage von 100 Millionen Reichsmark unter ihrem vollen Kreditrisiko über die Preußische Zentralgenossenschaftskasse bis zum 31. Dezember 1931 zur Verfügung stellt. Die Reichsregierung soll lediglich die Verpflichtung eingehen, ihrerseits die Hälfte des Kreditrisikos zu übernehmen, wenn sie wieder in der Lage ist, dies unter den dazu nötigen gesetzlichen Voraussetzungen tun zu können. Der von der Preußischen Regierung zur Verfügung gestellte Zwischenkredit soll spätestens bis zum genannten Termin des 31. Dezember 1931 durch einen langfristigen Kredit abgelöst werden. Der preußische Behördenapparat soll provisorisch für die Durchführung der Aktion eingesetzt und die einzelnen besonders bestellten Persönlichkeiten sollen gemeinsam mit der Reichsregierung ausgewählt werden.
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Ob Jli^siteegierung sich ohne weiteres zur Annahme des preußischen Angebots entschließen wird, steht noch nicht fest.
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Berlin, 25. Juli. Auf Grund der Aenderungsver- orbnung zur Reichsstimmordnung hat der Reichsminister des Innern für die Reichswahworfchläge der Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag entsandt haben, oder zu denen sich Abgeordnete des letzten Reichslags bekannt haben, die Rummern- folge festgesetzt. Es führen die Nummer:
1. Sozialdemokr attische Partei Deudschlands
2. Deutsch nattouale VoKspartei
3. Zentrum
4. Kommunistische Partei
5. Deutsche Volkspartei
6. Deutsche Demokratische Partei
7. Reichspartei des Deutschen Mittelistandes (Wirtschaftspartei)
8. Bayrische Volkspartei
9. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung)
10. Christlich-Nationale Bauern- und Landvolk-
olksrechlspartei (Reichspartei
und Aufwertung)
12. Deutsche Bauernpartei
13. Landoolkpart«
14. 7 - ' ■ - - -
für Volksrecht
Deutsch-Hannovevsche Partei
Sächsisches Landvolk
16. Volkstons? rvatwe Vereinigung
17. Christlich-Sozialer Volksdienst.
Re ich swechloorfchläge von Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag nicht entsandt haben, Md zu denen sich auch Abgeordnete des letzten Reichstags nicht betont haben, erhalten die an die Nummernfolge des Reichsministers des Innern weiter anschließenden Nummern in der Reihen- folge, wie die Reichswahlvorschläge beim Reichs- ivahlleiter einigeren.
15.
Die SeMetzrma dev BrvMev 6ieite«$ttWä#e
Berlin, 25. Juli. Aufgrund des § 59 des Kom- Muncilabgabengefetzes hat der Oberpräsident bereits beute folgende Steuerzuschläge für Berlin festgesetzt: Grundvermögenssteuer 275 Prozent, Gewerbesteuer 510 Prozent, Lohnsummensteuer 1250 Prozent. Diese Steuerzuschläge sind mit Ausnahme bei der Gewerbesteuer, die der Magistrat zuletzt mit 53a Prozent erhöhen wollte, höher als die von den Stadtverordneten ab gelehnten Vorschläge des Magistrats. Die Erhöhung der Grundvermögenssteuer Zieht automatisch eine durchschnittliche Mietverteuerung um drei Prozent nach sich, da bekanntlich die Grundvermögenssteuer vom Hausbesitzer auf die Mieter abgewälzt wird. Die Erhöhung der Lohnsummensteuer trifft die Arbeitnehmer nicht, da diese Steuer vom Arbeitgeber zu tragen ist.
Oie deuiMeu -OzeasMesev ist EtzMiMd
London, 25. Juli Die gestern in Berlin zu einem Etappenflug nach Amerika gestarteten deutschen Flieger Hirth und Weller sind mit ihrem Kleinflugzeug von Calais kommend heute vormittag aus dem Flugplatz Croydon eingetrossen.
Me glätte »rs ReichskadinettS
Berlin, 26. Juli. Das Reichskabinett tr at am Freilag nachmittag zu einer Sitzung zusammen, in der die zur Durchführung und Sicherung des Etats notwendigen Verordnungen beraten wurden. Die Beratungen, die bis gegen Mitternacht andauerten, werden, wie die „Germania" meldet, heute vormittag fortgesetzt und zum Abschluß gebracht. Die Verordnungen, mit deren Verkündung durch den Reichspräsidenten noch für heute zu rechnen ist, werden voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages bekanntgegeben.
Ueber Einzelheiten der Kabinettsberatung will das „B. T." wissen, daß insbesondere das Etats- g e f e tz , in dem namentlich nach dem Wunsch des Reichsarbeitsministers Bürgschaften für industrielle Hilfsaktionen nach Art der von Mansfeld in ziemlich bedeutendem Betrage enthalten fein sollen, u m st r i t t e n sei. Ob die Novellen zur A r b e i t s- losenversicherung und zur Krankenversicherung in die Verordnungen ausgenommen werden, ist dem Blatt zufolge noch nicht entschieden. Weiter soll die Rede davon gewesen sein, den Vollstreckungsschutz für die ge- samte östliche Landwirtschaft auf dem Notverordnungswege zu reg ezI n. Hiergegen seien aber von preußischer Seite noch gestern ernste Bedenken erhoben worden. Der Zuschlag zur
Einkomme n steuer und die Reichshilfe dürften ziemlich sicher wieder erscheinen, was bei der Ledigensteuer noch zweifelhaft sei. Der Etat soll für das ganze Etatsjahr durch Verordnung geregelt werden. Für die Gemeinden soll außer der Bürgerabgabe und anstelle der ursprünglich geplanten Schankverzehr st euer wahrscheinlich die Gemeindebier st euer in Frage kommen. Nach einem Bericht der „Voss. Sig." werden die Steuersätze in den Notverordnungen eine Milderung erfahren, die durch größere Abstriche im Etat ermöglicht wird. Dabei soll es sich, wie das Blatt hervorhebt, um eine Aus- gabensnkung um weit mehr als 150 Millionen RM handeln. Von dieser Summe sollen auf das Reichswehrministerium etwa 15 Millionen entfallen.
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Koblenz, 25 Juli. Die vom Reichsveckehrsminisker angerodnete Untersuchung der Vrückenkatastrophe bei Koblenz fand gestern statt. Durch den Ministerialkommissac wurden die beteiligten Beamten eingehend verhört und Die Erhebungen an Ort und Stelle vor- genommen.
Die Brücke, die die Einfahrt zu einem Bau- Hafen überbrückt, war im Jahre 1887 erbaut und für eine Tragfähigkeit von 280 Kilogramm-Quadratmeter Nutzlast berechnet worden. Diese Mtz- last wurde der Zweckbestimmung der Brücke ent* sprechend, für ausreichend erachtet, denn die Brücke war nicht für den allgemeinen Verkehr bestimmt. Aus Anlaß der Beleuchtung der Festung Ehrenbreitstein hatten sich am Abend des 22. Juli auf dem Ufergelände am sogenannten Neuendorfer Eck ungewöhnlich große Menschen- masscn versammelt, die nach Beendigung des Feuerwerks in dichtem Gedränge auf dem nach Koblenz- Lützel führenden Schartwieserweg zurückfluteten. Eine Anzahl Zuschauer wählte, um schnellere vorwärtszukommen, den Leinpfad, der im Zuge der Brücke liegt und der, weil er kein öffentlicher Weg, ist auch keine Beleuchtung hatte.
Die Brücke hätte diese Verkehrsbelastung aus- gehallen, wenn nicht der über die Brücke ab-
marschierende Menschenstrom durch einen sich von der Seite keilförmig einschiebenden Trupp junger Leute verwirrt und zusammengeballl worden wäre.
sogenannten Menschen-
Dies wirkte um so verhängnisvoller, als außerdem irgendein Ereignis auf der Mosel oder überliegenden Ufer die-Aufmerksamkeit
Brücke befindlichen Passanten erregte, die infolgedessen unvermittelt stehen blieben, während von den Nachkommenden nachgedrängt wurde. Infolge der Ueberlastung wurden die Schwimmer der Brücke vollständig unter Wasser g e -
am gegen* der aus der
drückt, und die Brücke kenterte.
Nach Mitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz waren von der Schutzpolizei alle Vorkehrungen getroffen, um eine glatte Abwicklung des Verkehrs vom Neuendorfer Eck nach Koblenz-Lützel zu gewährleisten. Einzelne Personen zogen es vor, den abkürzenden Weg über die Hafenbrücke einju*
(Fortsetzung auf Sette 2)
Die Woche
Kaum vierzehn Tage find die Trauerfahnen auf den Gebäuden der staatlichen und kommunalen Dienstgebäude, die das Mitgefühl für die Opfer der Hausdorfer Grubenkatastrophe zum Ausdruck brachten, eingezogen, und schon wider sind die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Diesmal gilt die Trauer-Anteilnahme den 37 Menschen, die am Dienstag in Koblenz aus ihrer Freude über die endliche Befreiung von jahrelanger Knechtschaft, aus ihrer Freude über die Anwesenheit des Reichspräsidenten v. Hindenburg in ihrer befreiten Heimat herausgerissen, einer tragischen Katastrophe zum Opfer gefallen sind. Wie sich das gesamte deutsche Volk mit den rheinischen Brüdern über die so lang und heiß ersehnten Befreiungstage gefreut hat, so empfindet das gesamte Volk mit ihnen die Trauer und den Schmerz um die Toten und nimmt im Geiste an der heutigen Beisetzung der Opfer teil. Wie unser Volk die Treue der Rheinländer nicht vergessen wird, so werden auch die 37 Menschenleben, die in den Fluten versanken, unvergessen bleiben.
Unvergessen bleiben wird aber auch die Rheinlandfahrt des Reichspräsidenten selbst, wenn M auch nist jener furchtbaren Tragödie verbunden bleibt und deshalb vorzeitig abgebrochen werden mußte. Noch lange wird das entsetzliche Unglück auf der Koblenzer Brücke in der Bevölkerung und im ganzen Volke nachhalten, aber ebenso unauslöschlich werden die Eindrücke sein, die die Tage der Befreiungsfeiern, die Hindenburgfahrt durch die befreiten Gebiete, hinterlassen haben. Diese Fahrt war ein Triumphzug, wie er erhebender nicht gedacht werden konnte. Ueber- all wurde Hindenburg mit unbeschreiblicher Begeisterung empfangen und zwar nicht nur als Repräsentant der Reichsgewalt, sondern auch als Führer, der Deutschland in schwerster Zeit treu geblieben ist als alle untreu wurden, der dem deutschen Volke oft mit Wort und Tat immer den rechten Weg gewiesen hat. Und auch diesmal hat er wiederholt Worte, goldene Worte gefunden, die jedermann beherzigen sollte.
„Möge in der Zukunft allen Deutschen dieser Geist der Einigkeit gegeben sein! Möge sich zur Freiheit am Rhein im ganzen deutschen Vaterlande endlich auch die Einigkeit gesellen! Dann, aber auch nur dann werden wir die Kraft haben, die uns trotz allem, was noch auf dem deutschen Volke lastet, vorwärts und aufwärts bringt."
So sprach Hindenburg im goldenen Mainz. Und wer seine Worte gehört hat, ob direkt oder am Radio, wird die Empfindung gehabt haben, daß es sich hier nicht um einstudierte Phrasen handelte, sondern um Worte, die aus tiefstem Herzen kamen. Möchte doch sein einziger und höchster Wunsch in Erfüllung gehen. Möchte doch dem deutschen Volke nach der Befreiung von der fremden Besatzung nunmehr die innere Einigkeit beschert werden.
Diese Mahnung Hindenburgs kommt wiederum zur rechten Zeit. Das nach Ruhe, Ordnung und Arbeit sich sehnende deutsche Volk steht vor einem Reichstagswahlkampf. Und da Wahlkämpfe immer geeignet find, Wirniffe, Zerklüftungen hervorzurufen, so ist Hindenburgs Mahnung zur rechten Stunde gekommen. Es sieht auch so aus, als ob diese Mahnung auf fruchtbaren Boden fallen sollte, denn durch die bürgerlichen Parteien geht, wenn vorläufig auch nur leise, ein Zug nach Sammlung. Auf der Rechten hat sich ein Teil der von der Deutschnationalen Partei abgesplitterten Gruppe zu der konservativen Volkspartei zusammengefunden. Diese Partei umfaßt die bisherige Treviranus-Grgppe und die Westarp-Gruppe. Die ebenfalls von Hugenberg geschiedene agrarische Gruppe un* ter der Führung von Schiele hat sich allerdings dieser Partei nicht angeschloffen, doch es ist anzunehmen, daß beide Gruppen den
Oie heutige Kummes umfaßt
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