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Anzeiger Mr

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M. 130

MittmsO

de« 23. Juli

WâNÄU Sindt und K«rd

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrift u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S Fernspr. 3956,3957,3958

1630

Furchtbarer Abschluß der -Koblenzer VesvetungSseier

G«e NontoubrüÄe mit hundert Vertonen eingestSrzt - Bisher 24 Leichen geborgen Die SeierlichDeite« in Trier und Aachen absetagt

Die festliche Veranstaltung in Koblenz, mit der die Befreiungsfeiern im Rheingebiet ihren Höhepunkt erreicht hatten, hat einen tragischen Abschluß gefunden und damit wohl auch die Triumpsfahrt Hindenburgs, die heute nach Trier und Aachen gehen sollte. Zahl-

reiche frohgestimmte Menschen, die

age

noch dem hohen Gast, dem Reichspräsidenten, ihre Huldigung därgebracht hatten und am Abend dem Feuerwerk auf dem Rhein und der Beleuchtung der Burg Ehrenbreitstein und des Deutschen Ecks zugeschaut hatten, sind, als sie über eine schmale Pontonbrücke den Heimweg angetreten hatten, tödlich ver­unglückt. Bis zur Stunde, da diese Zeilen in Druck gehen, sind 34 Leichen geborgen wor­den. Die Zahl der Todesopfer dürfte sich noch erhöhen. Entsetzlich die Katastrophe, tragisch der Abschluß der glänzend verlaufenen Feier. Gestern noch grüne Girlanden, wogende und flatternde Farbenpracht über den Straßen der

Die eAißetzßßGA Aatafivovbe

Koblenz, 23. Juli. Nach Abschluß der glänzend verlaufenen Be­leuchtung der Feste Ehrenbreitstein und des Deutschen Ecks strömten die Massen, die am Neuendorfer Ufer zu Tausenden versammelt waren, über die schmale Pontonbrücke des Sicherheitshafens in Koblenz-Lützel. Als sich etwa hundert Menschen auf der Brücke befanden, brach diese zusammen und sämtliche Personen fielen ins Wasser Die ins Wasser Gefallenen wurden zum Teil von den niederstürzendeu Balken erschlagen, zum Teil von den um: kippenden schweren Pontons unter Wasser gedrückt. Nur einige in der Nähe des Ufers befindliche Personen konnten sich retten, andere wurden heraus­gefischt. Der größte Teil ertrank. Bis 3 Uhr morgens waren 34 Leichen geborgen; zehn Personen sind leicht verletzt worden.

heute morgen Fahnen auf Halbmast zum Zei­schen der Trauer'. . Wie das 'gesamte deut­sche Volk innigen Anteil nahm an der unbe­schreiblichen Freude der Rheinländer, an der einzig dastehenden Huldigungsfahrt des grei­fen Reichspräsidenten von Hindenburg, so groß ist auch die Anteilnahme des Volkes an der Trauer, die so jäh hereingebrochen ist. Ganz Deutschland trauert mit der schwerge­prüften Koblenzer Bevölkerung um die Ver­unglückten, ganz Deutschland ist von Schmerz erfüllt, von dem zahlreiche Familien betroffen worden sind.

Die Nekveiungskeiev

in Koblenz

Koblenz, 22 Juli. Die kurze Ruhepause im Programm der Rheinreise des Reichspräsidenten, die Herr von Hindenburg auf dem Gut des Reichs­kommissars Langwerth von Simmern in Eltville vergönnt war, wurde am Dienstag vormittag ab­gelöst durch die unvergeßliche Juhel- fahrt Hindenburgs auf dem freien deutschen Rhein von, Eltville 3um

es in vollem Gange waren, abbrechen.

Zu der furchtbaren Brückenemsturzkalasirophe am Reuendorfer Eck wird weiter gemeldet:

Das Bergungswerk ist zu Zeit noch im Gange, und man rechnet damit, daß noch mehr Leichen gefunden werden. Die Pontonbrücke befindet sich am Floßhafen an der Mosel. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 6 Meter tief. Die Schwere des Anglücks ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß

sich in dem nächtlichen

Dunkel die Leute in ihrer

Todesangst gegenseitig anklammerken und in die Tiefe rissen.

Jm Augenblick des Einsturzes der Brücke ent­stand eine wilde Panik. Die Feuerwehr war inner­halb zehn Minuten zur Stelle, ebenso zahlreiche Schupobeamle, die für die Absperrung sowie mit Pechfackeln für die notwendige Beleuchtung sorgten. Aus zahlreichen Kähnen wurde mit Haken und Stangen der Floßhafen abgesucht. Die Verletzten wurden mit den bald erschienenen Krankenautos in die Krankenhäuser geschasst. Die Leichen wurden zur Identifizierung in die Turnhalle an der Tele- gvaphenkaserne gebracht. Die Beerdigungskosten für die auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Menschen übernimmt die Stabt. Da die Vermutung

Deutschen Eck in Koblenz. Unbeschreèb- besteht, daß noch mehr Personen ertrunken sind, licher Jubel, dargebracht von echter rheinischer werden die Bergungsarbeiten im Dunkel der Rächt Herzlichkeit, erfüllte das für die Befreiung dankende ohne Unterbrechung fortgesetzt. Feuerwehr und Sa-

Herzlichkeit, erfüllte das für die Befreiung dankende ohne Unterbrechung fortgesetzt. Feuerwehr und Sa- Rheingau und Mittelrheingelnet. Schon bald nach nitäler entfalten eine unermüdliche Tätigkeit. Auf Mainz erklingen die ersten Böllcrschüsst und das bet Drücke befand sich zurzeit des Einsturzes auch Geläut der Kirchenglocken, während an den Ufern i eine Schwester mit einer Gruppe Schülerinnen, die die Bevölkerung ihre Huldigung dem vorbeifahren- ; sämtlich ins Master stürzten. Sechs junge Schüler- den Reichspräsidenton darbrachte Die Liebe eines innen ertranken.

Janzen Volkes konnte wohl nicht besser zum Aus- > An der Unglücksstelle erschienen bald nach Be­druck kommen, als durch eine mit Riesenlettern an- . karmtwerden ber Katastrophe der preußische Wohl- gebrachte Inschrift des Ortes Freiweinheim, die den . fahrksminister Dr. Hirlsieser, Oberbürgermeister Wunsch ausdrückte: ' " " .........

Gott schütze uns eren Reichspräsidenten von H

, fayrivmminer Qtritiefer, uvervurgermeiiiti > Dr. Rusiell und Polizipräsident Dr. Diesten, eliebten, Jn Koblenz war das Unglück erst verhällnis- -------- e." b ur g - mäßig spät bekannt geworden, da die Unglücksstelle

Don den langgestreckten Ufern winken festlich ge- j ^xmlich außerhalb der Stadt liegt und das unge- kleidete Schulkinder und Vereine mit kleinen Wim- heure Gedränge auf den Straßen jedes Vorwärts- Peln, jedes einen besonderen Gruß und Ehrer- kommen zeitweise völlig unmöglich machte. Rur metung dem geliebten Hindenburg bezeugend, langsam konnte die ungeheure Menschenmenge von Selbst die Mönche des Klosters Bornhofen verlas en ^in und Mosel in die Stadt zurückströmen. Am ihre einsamen Zellen, um dem Reichspräsidenten Koblenzer Bahnhof z. B. spielten sich Szenen ab, chren Gruß darzubringen. Was Koblenz bem , blc es notwendig machten, die Halle zeitweise zu Reichspräsidenten an freudiger Dankbarkeit ent- . Fließen. Auch aus der Umgebung hatten sich riesige gegenbrachte, war unbeschreiblich. Eine nach Zehn- ^x^chenma'sen in Koblenz eingefunben. Das Ufer tausenden zählende Menichenmenge entbot Hinden- &e8 feines war geradezu schwarz von Menschen, bürg der Willkommensgruß. Erhebend war die sk ffanäen bis auf den hohen Sockel des Denk- ReMußungsfeier am Deutschen Eck, wo 3000 Schul- ma(e 3ebe Brücke war dicht beseht, nur durch die- stnder H'ndenburg einen Sangesgruß danbrachtem ungeheuren Andrang ist das erschütternde Un- tzunaen und Mädchen drängten sich zu ihm, so daß '. ^.-ch gewesen er sich kaum einen Weg durch die Kinder bahnen konnte.

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Koblenz, 23. Juli. Ein Augenzeuge der 6a-

' . o kastrophe schildert den Hergang wie folgt: Ich hatte

° Die Stadt Koblenz stand ganz im Zeichen der ^^ über die Unglücksbrücke zum Reuendorfer Maßen Befremnzsfeier der preußischen estaatsre- begeben, um von dort aus das Feuerwerk gierung und des Besuches des Reichspräsidenten. '

besser beobachten zu können. Die letzten Leucht­kugeln waren am nächtlichen Himmel verglüht, als viele Beobachter des Feuerwerkes heimwärts über die schmale Brücke drängten. Ich befand mich in einer Gruppe freudig gestimmter Men­schen auf der Brücke kurz vor dem Lützeler Ufer, da brach mit lautem Krach und Getöse die Brücke unter den dichten Menschenmassen, die Kopf an Kopf auf ihr standen, zusammen. Männer, Frauen und Kinder wurden in die Tiefe gerissen. Ich selbst stürzte mit in den an dieser Stelle besonders tiefen Fluß, paute Hilferufe schollen über das Wasser. Jn der höchsten Rot klammerten sich die ins Wasser Gefallenen aneinan­der. Da ich nahe am Afer war und einen Halt hatte, gelang es mir verschiedenen in der Rähe be­findlichen Leuten beizustehen. Die Dunkelheit und die Todesangst behinderten naturgemäß die gegen­seitige Hilfeleistung und eine wilde Panik hatte alle ergriffen.

NN stz 31 Tsie sMovtze«

Koblenz, 23. Juli. Wie wir erfahren, stellt sich nunmehr heraus, daß die Zahl der Toten, die durch den Zusammenbruch der Pontonbrücke ums Leben gekommen und bis jetzt geborgen sind, 34 beträgt. Alle anderen Angaben werden als unrichtig bezeichnet. Man befürchtet allerdings, daß die Zahl der Opfer sich noch erhöht.

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Koblenz, 23. Juli. Der Reichspräsident hat die Feierlichkeiten in Trier und Aachen abgesagt.

Trier, 23. Juli. Bei der Stadtverwaltung ist ekie Mitteilung des Reichspräsidenten eingegan- gen, daß er infolge des furchtbaren Unglücks in Koblenz nicht in der Lage sei, bei den Feiern in Trier und Aachen zu erscheinen. Er werde lediglich heule noch einer Trauerkundgebung in Koblenz bei- wohnen und alsdann sofort nach Berlin zurück­kehren. Der Reichspräsident hoffe jedoch, die Fahrt nach Trier und Aachen binnen kurzem nachholen zu können.

TvarreVSrmdsebtMÄ in Ao sem

Koblenz, 23. Juli. Wie die Polizei heute vormittag lo Uhr mitteilt, sind von den geborge­nen Leichen bis jetzt 5 bis 6 von den Angehörigen erkannt worden. Ueber der Stadt liegt liefe Trauer. Heute vormittag 11 Uhr findet im Sitzungssaal des Rathauses eine Trauerkun-gebung statt, an der der Reichspräsident teilnehmen wird.

(Weitere Meldungen auf Seite 2)

Nach der Begrüßung durch Oberbürger- ggjg««^« .........

Meister Dr. Russell begab sich Hindenburg

mit den Reichs- und Staatsministern im offenen Rede, in der er der preußischen Regierung und der Waaen zur Stadthalle in der die Kundgebung der Reichsregierung für die Hilfe dankte, die sie wah-

Im Anschluß an Oberpräsident Dr. Fuchs sprach Oberbürgermeister Dr. Russell, der den Reichs-

einen besonders herzlichen Willkommengruß aus­sprach. Zur Erinnerung an den Tag der Befreiung habe die Stadtoerordnetenversammlung beschlossen, eine Straße nach dem Reichspräsidenten von Hindenburg und eine andere nach dem verstorbenen Außenminister Dr. Stresemann zu benennen.

Nach Dr. R u s!s e l l gab der preußische Minister­präsident Dr Braun seiner Freude darüber Ausdruck, daß Reichspräsident von Hindenburg die Mühe dieser Reise in das preußische Gebiet auf sich genommen habe. Durch seine Teilnahme an der heutigen Kundgebung werde die gejschichtLiche Räumung der deutschen Westmark vor der ganzen Welt kundgetan. Für die Abwehr aller Anschläge auf die Verbundenheit des Rheinlandes mit dem Reich sei die Existenz des preußischen Staatsver­bandes von entscheidender Bedeutung gewesen. Für die Zukunft ergebe sich die Lehre, daß der preußische Staatsverband nicht eher gelockert werden dürfe, bis wir als einheitlicher Reichsverband etwas völlig Gleichwertiges an feine Stelle zu setzen vermöchten. Der Minister gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Saarländer bald sich der Rückkehr in ihr Vater­land erfreuen möchten.

Reichsverkehrsminister von Guèrard^ der den Dank, die Grüße und Wünsche der deutschen Reichsregierung überbrachte, betonte, daß mit der Räumung des Rheinlandes ein neuer Abschnitt deutschen' außenpolitischen Wirkens beginne. Wenn auch die sichtbare Kontrolle durch fremde Soldaten geschwunden und der demütigende Druck der Ordonnanzen von uns genommen sei, so drückten auf dieses Land doch noch lastende Bestimnnmgen des Versailler Vertrages.

Re GsvvSKdeni vor-K?nvstt'rseg erinnerte in seiner Ansprache daran, daß er als ehemaliger Koblenzer Bürget Hindenburg wohnte als Generalstabschsf des VIII. Armeekorps vor dem Kriege in Koblenz mit besonders teil­nehmendem Herzen das schwere Schicksal emp­funden habe, das die Nachkriegszeit über diese schöne Stadt am "»Rhein gebracht habe. Er ge­dachte der vielen Opfer der langen Leidenszeit. Unvergessen würden jene Wochen und Monate sein, da verräterische Elemente versuchten, rheinisches Gebiet vom Vaterland loszulösen, und sich im ein­mütigen freien Zusammenschluß alle Schichten der Bevölkerung zusammenfanden, um diesen verbreche­rischen Anschlag auf deutsches Land abzuwehren und die Einheit des Reiches zu retten. Der Rhein sei jetzt mehr als je zum Wahr- zeichen der deutschen Einheit und unseres Millens zur Selbstbehaup­tung geworden.

Auf die Rede des Reichspräsidenten erwiderte die Versammlung mit begeisterten Huldigungen. Die Feier wurde abgeschlossen mit dem Halleluja aus dem Messias. Hierauf betrat der Reichspräsident den Platz vor der Stadthalle, auf dem sich wäh­rend des Festaktes eine unübersehbare Menschen­menge angesammelt hatte. Bei seinem Erscheinen brachte die Menge dem Reichspräsidenten ehr­erbietige Grüße dar.

rtngebeuve Menichenmassen i veltt dem Rerchsvvüftdentkn zu

In den Nachmittagsstunden unternahm der Reichspräsident eine Fahrt nach dem Ehrenbreit­stein. In den Straßen hatten sich wieder unge­heure Menschenmengen eingefunden, die dem Staatsoberhaupt bei seinem Erscheinen begeistert zujubelten. Die meisten Geschäfte hatten geschlossen. Auf dem Ehrenbreidstein hatte ein Schülerchor Aus­stellung genommen. Auch die Turnerschast betei­ligte sich mit Darbietungen. Dann schritt der Reichspräsident die Front der Veteranen ab, bald hier einen Händedruck tauschend, bald dort ein freundliches Wort wechselnd. Die Rückfahrt ging wieder durch andere Straßen, die ebenfalls von jubelnden Menschenmafsen eingesäuint waren. Die Fahrt fand ihr Ende an der Stadthalle, wo die Stadt Koblentz dem Reichspräsidenten und den übrigen Gästen ein Essen gab.

Nach kurzen Begrüßungsworten des Ober­bürgermeisters Dr. Russell nahm der preußische Innenminister Dr. Waentâg zu einer Ansprache das Wort. Es fei gewiß kein Zufall gewesen, so erklärte er, daß gerade Koblenz zum Sitz der Inter­alliierten Rheinlandkommission ausersehen wurde.

preußischen Staatsregierung stattfand. akt in der Stadthalle hielt der Ober der Rheinprovinz, Dr. h. c.

®eim Fest- rend der Besatzungszeit der Westmark zukömmen Präsidenten als Ehrenbürger der Stadt unter Ueber- p r ä s i d e n t liehen und entbot dann dem Reichspräsidenten die reichung des Ehrenschildes der Stadt begrüßte und Fuchs, eine ehrerbietigsten Grüße der Provinz. d 2" """" ^^-" - *-$*«* m« f»n

den zur Feier erschienenen österreichischen Gästen

Die heusrae Mummet *r«faH< 10 Seiten