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Nr. 165

Donnerstag. den 17. Juli 1930

Seife 5

Schwerverbrecher Julius Kölzer, der an der Mosel und dann in Bingen im Verein mit anderen Ver­brechern Bandendiebstähle ausgeführt hatte, ab­gespielt. Kölzer versuchte auszubrechsn und gab bei dem Handgemenge drei Schüsse auf den Beamten ab, die diesen tödlich verletzten. Der Täter hatte die Waffe durch das Gefängnisfenster von einem Komplizen zugesteckt erholten. Im Verlauf seiner Festnahme wurde der sich im Kohlenkeller des Ge­fängnisses versteckt haltende Bursche durch zwei Schüsse kampfunfähig gemacht. In der Kranken­obteilung des Gerichtsgefängnisses zu Wittlich ist er nunmehr diesen Verletzungen erlegen.

296 000 Mark Geldstrafe für Schwarzbrenner

— Koblenz, 16. Juli. Nachdem bereits in der vergangenen Woche eine Reihe van Prozessen ge­gen Schwarzbrenner stattgefunden haben, . folgten am Montag weitere Verhandlungen, so daß man von einer ganzen Serie von Schwarzbrennerpro­zessen sprechen kann. Ein aus Pitersdorf an der Mosel stammender Brennereibesitzer hatte 2200 Li­ter Weingeist abgebrannt und den Branntwein un­ter Entziehung der Aufsichtsbehörde auf dem Wege der Schwarzbrennerei an einen aus Bonn stam­menden Branntweinhändler verkauft. Dieser wie­derum hatte die Steuerbücher unrichtig geführt und stand wegen Steuerhinterziehung bzw. Hehlerei unter Anklage. Das Gericht erkannte gegen den Branntweinbrennersib esitzer auf eine Gefängnis- strafe von drei Monaten, auf Einziehung der Branntweinbrennereigeräte, auf eine Geldstrafe von 14 776 Mark und einen Wertersatz von 5049 Mark. Der Kaufmann aus Bonn erhielt neben einer zweimonatigen Gefängnisstrafe eins Geldstrafe von 16 355 Mark und eine Wertersatzstrafe von 4560 Mark. Weiter hatten sich zwei aus Andernach und Ediger (Mosel) stammende Branntweinbrennerei- besitzer wegen Branntweinfteuerhinterziehung zu verantworten. Das Gericht erkannte gegen die bei­den geständigen Angeklagten auf eine Geldstrafe von 192 524 Mark, drei Monate Gefängnis und 46 437 Mark Wertersatz. Ein Kupferschmied aus Ediger hatte für mehrere Brennereibesitzer gearbei­tet und die Brennereianlagen so gestaltet, daß der gebrannte Schnaps nicht durch die Brennereiuhr lief und somit das Vranntweinmonapolgesetz hin­tergangen wurde. Das Gericht verurteilte den An­geklagten zu einer Geldstrafe von 1000 Mark und zu vier Monaten Gefängnis. Eins weitere Anklage kam gegen zwei aus Wehr bei Mayen und einen aus Poltersdorf stammenden Brennereibesitzer zur Verhandlung. Gleichzeitig wurde auch gegen einen aus Bonn stammenden Kaufmann als Abnehmer verhandelt. Das Gericht verurteilte die drei Bren­nereibesitzer zu 71 362 Mark Geldstrafe und zu Ge­fängnisstrafen von ein, zwei und sechs Monaten. Als Wertersatz wurde eine Geldstrafe von 17 052 Mark verhängt. Der Kaufmann aus Bonn erhielt zwei Monate Gefängnis. In allen Fällen waren die Angeklagten längere Zeit in Untersuchungshaft.

Soll man -Kinder zum Men zwingen? .

Von Dr. med. Loewenstein.

Es gibt glücklich veranlagte Kinder, bei denen der Selbsterhaltungstrieb groß genug ist, um sie auch ohn« Zwang ^ genügender NgjMnasaè« ' nahm« zu bewegen. Ein großer Prozentsatz der ' Kinder leidet aber an einer ausgesprochenen Eß­unlust. Wer denkt nicht "mit Schrecken an die täg- ' liegen Szenen, welche sich da mitunter oiblfpielcn! Der kleine Eß unlusti ge kaut minutenlang an einem Bissen, schiebt ihn von einer Seite des Mundes zur anderen, läßt die Speisen auf dem Deller kalt werden, bis sie nicht mehr zu genießen find und der Erwachsene aus lauter Verzweiflung den Kampf abbricht. Hat das Kind aber erst einmal gesehen, daß es mit derartigen Verfchleppungsmanövern sein Ziel erreicht, so hat man schon verloren.

Es heißt also beizeiten sich zu überlegen, wie man der Eßunlust des Kindes beikommt. Die Gründe hierzu sind verschiedene. Handelt es sich um kräftige Kinder, die nur zu faul oder zu ver­spielt zum Essen sind, so kann man ruhig ein Radi­kalmittel anwenden. Man erklärt ganz freundlich:

Äevzie-ArreVdoien

Arzt und Quacksalber

o Ein Marktschreier hatte in alter Zeit zu Jena vor dem Saalstore seine Bude aufgeschlagen und pries mit lauter Stimme feine Arzneien an. „Nun, ihr Leute, damit ihr seht, daß meine Medikamente gut sind", sagte er, „so will ich den berühmten Herrn Doktor, der dort kommt, fragen." Als Teich­meier der Bude näher kam, rief der Quacksalber: „Herr Professor: Mundus »ult decipi, ergo deci- piatur (Die Welt will betrogen werden!); nicht wahr?" — „O ja", antwortete Tsichmeier, „sehr gut, sehr richtig!" — „Nun habt ihrs gehört", ließ sich der Quacksalber,.als der Professor allster Hör­weite war, misder vernehmen, „der berühmte Mann hat meine Arzneien als sehr gut und sehr richtig bezeichnet!" Und die Folge bi eifer schlauen Handlung: In kurzer Zeit hatte der Marktschreier alle feine Arzneien verkauft.

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Ein Feind der Aerzte

Als der Herzog von Vioonna, ein großer Feind der Aerzre, erkrankte, schickte seine Gemahlin nach einem Arzte, der sich dann melden ließ. Der Her­zog aber befahl: „Sagen Sie ihm, daß ich ihn nicht empfangen kann; ich befinde mich nicht wohl und bitte chn, mir ein anderes Mal die Freude seines Besuches schenken zu wollen."

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Das beste Mittel

Professor X. fragte im Examen: „Herr Kandi­dat, was halten Sie für das beste Mittel, um einen zum Beispiel durch maßlosen Genuß geistiger Ge­tränke besinnungslos gewordenen Kollegen schnell wieder zu sich zu bringen?" — „Ihm ins Ohr schreien, daß der ©eiteriefträger kommt, lautete die Antwort.

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Das Geburtstagsgeschenk

Ein berühmter Arzt begrüßte einmal seinen Sohn an seinem Geburtstage mit folgenden Wor­ten: „Also, mein lieber Sohn, ich gratuliere dir recht schön zu deinem Geburtstage, wünsche dir alles Glück, Segen und Wohlergehen, und zur Be­lohnung für deinen bisher bewiesenen Fleiß und tugendhaften Lebenswandel und zum immerwäh­renden Andenken an deinem dich liebenden Vater

Das Grabmal fite Vater Sille

Der Schöpfer des Zille-Grabmals Prof. Kraus legt die letzte Hand an sein Werk.

Von dem bekannten Berliner Bildhauer Prof. Kraus ist jetzt das Grabmal Heinrich Zilles, des Zeichners des Berliner „Milljöhs", fertiggestellt worden. Das Werk wird demnächst auf Zilles Grab feierlich zur Aufstellung gelangen.

„Gut, Du brauchst nicht Mittag zu essen, wenn Du nicht willst, aber dann gibt es auch den ganzen Tag nichts." Diese Drohung führe man konsequent durch und fürchte nicht, das Kind damit zu schä­digen. Jeder moderne Kinderarzt führt schon beim .gefunden Säugling solch eine kleine Hungerkur durch, um richtige Eßlust zu erzielen. Daß ein Tag hungern Nichts schadet, sieht man ja auch beim verdorbenen Magen. Man lasse sich dann aber nicht durch das erste Hungergefühl erweichen, son­dern hatte den Fasttag des Kindes streng durch. Am Schluß gibt man dann natürlich keine schwere Mahlzeit, sondern Suppe mit Reis, ein weiches Ei, einen Brei mit Obstsaft, geschlagene Banane mit etwas Sahne angerührt, — und man wird überrascht fein, wie bald das Kind bereit ist, an den Mahlzeiten der Andern wirklich teilzunehmen.

Anders steht es mit den Kindern, deren nervöse Konstitution eine genügende Nahrungsaufnahme erschwert. Häufig helfen da Bestrahlungen mit Höhensonne, sofern man keinen Klimawechsel vor­nehmen kann. Man berät sich am besten mit dem Arzt, der auch eine Kost festsetzen wird, welche dem Kinde die notwendigen Rahrungs- und Er­gänzungsstoffe, Vitamine und Mineralsalze, auch bei verringerter Rahrungszufuhr beibringt. Hat man solche Anweisungen erhalten, so behandele

__________ _____________ _____ ______ - - - und das Vor­schlägen, ersparen, gewähren müsse. Was notwen­dig, wird gegessen, wenn auch in kleineren Portio­nen. Ferner gibt es allerlei Hilfsmittel. Die mei­sten Kinder, auch die schlechten Esser, lieben Kom­pott. So reiche man ihnen Reis, Gries, Maccaroni viel mit Kompott und frischen Fruchtsäften. Viele Kinder bringen Fleisch, Gemüse, Kartoffeln besser herunter, wenn sie zwischendurch immer einen Löffel Kompott mit Saft nehmen dürfen. Essen Kinder besser, wenn sie dazwischen trinken, so ge­statte man ganz kleine Mengen Flüssigkeit, aber nicht reines Wasser, sondern Wasser mit Frucht- saft, Milch, die man gleichfalls mit Apfelfi nenfaft vermischen kann, um die Flüssigkeit wenigstens etwas nährend zu gestalten. Haben Kinder eine ausgesprochene Fleischabneigung so quäle man sie nicht mit Fleischessen, es genügt ja, wenn man die

soll dir mein Kollege den bösen Zahn ausziehen, der dir bisher so viele Schmerzen bereitet hat." *

Die Antwort

Professor (in der Klinik zu feinen Hörern): „Sehen Sie, dieser Mann hat seit einer Rauferei eine Kugel im Fuß und muß infolgedessen hinken. Was würden Sie in biefem Falle tun?" — Stu­dent (aus dem Hintergründe): „Auch hinken!"

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Frage und Antwort

Professor: „Herr Kandidat, was gehört zum Begriff einer Krankheit?" — Student: „Ein Patient und ein Doktor."

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Aus einer Neusahransprache des Professors X.

„Meine Herren! Indem ich Ihnen zum Neuen Jahre meine herzlichsten Glückwünsche darbringe, wende ich mitd) zu den Eingeweiden und lege Ihnen den Magen eines Schnapssäufers vor."

Gespräch in einem Bade

A.: „Welchen Arzt haben Sie?" B.: „Was heißt Arzt? Mein Zimmernachbar hat einen Arzt, Wenn der zu ihm kommt, horch' ich an der Tür, und was er verordnet, das tu' ich. Was brauch ich da einen Arzt für teures Geld?"

Auch Mess Md ttettgisvks

Viele menschliche Eigenschaften finden sich bei Tieren wieder, so auch bei ganz jungen das Ver­langen, die Umgebung neugierig zu durchforschen und sie kennenzulernen. Aber auch bei erwachse­nen Tieren der Wildnis findet man oft eine ge­wisse Neugier dem Menschen gegenüber, wovon G. B. Gooch in einer amerikanischen Zeitschrift einige Fälle zu berichten weiß. Man kann Bienen beobachten, die nicht nur den Menschen dauernd umfliegen, sondern, wenn man sie gewähren läßt, über den Körper des Menschen kriechen und ihn genau erforschen. Auch Fledermäuse fliegen eng um den Menschen. Auf dem Land wird man oft von Vögeln begleitet, die in ihrem Jagdrevier von Hecke zu Hecke folgen. Einst ging Gooch unter den Kalkfelsen am Meer und wurde dabei 300 Meter weit von einem Rotkehlchen in diese für das Tier

Fleischsauce als Beiguß zu Kartoffeln und Gemüse reicht. Es genügt überhaupt vollkommen, wenn das Kind nur zweimal Fleisch in der Woche be­kommt. Ißt das Kind eine ausreichende Portion von Gemüse, Salat, Kompott, Mehlspeisen usw. so genügt das. Bei Obst braucht man ja im allge­meinen nicht zuzu reden, man gebe es reichlich. Die Ansicht,. daß Obst eine Näscherei und kein notwen­diges Nahrungsmittel ist, ist ja glücklicherweise längst überholt. Obst und Butterbrot zum Abend ist 'mindestens so gesund wie dicke Fleischbrote und wird auch vom ehunlustigen Kinde gerne genom­men.

Es gibt Kinder, die bei Süßspeisen^ eine aus­gesprochene Abneigung haben gegen Schlagsahne, Cremes, süße Torten. Dieser Abneigung soll man Rechnung tragen. Der kindliche Magen zeigt hier an, daß er auf diese fetten Speisen nicht gut reagie­ren würde. Solche Kinder mögen statt der sonn­täglichen Speise ruhig einen Deller mit gemisch­tem Obst vorgesetzt bekommen. Andere Kinder wie­der haben ein ausgesprochenes Verlangen noch schärferer Kast, Salaten, Gurken, Mostrich. Noch vor kurzem waren alle scharfen Speisen in der Kinderernährung verpönt. Und das ist gegenüber normalen Essern durchaus richtig. Haben wir es aber mit Kindern zu tun, die durch diese Beigaben Wissenschaft'auf dem Standpunkt, daß man, wie es in einem großen deutschen Krankenhause geschieht, den Kindern kleine Mengen von schärfer zuberei­teten Speisen ruhig geben solle, damit sie mit ihrer Hilfe besser essen lernen.

Oft haben Kinder ausgesprochene Abneigun­gen gegen bestimmte Gerichte, wie Fisch, Hering, mitunter Eier, vor allem alle inneren Teile von Tieren, Leber, Lunge, Hirn. Hat ein Kind, das im übrigen nicht wählerisch ist, eine solche rätflehafte Abneigung, so soll man es in keinem Falle zwin­gen. Die Aerzte wissen, daß manche Menschen auf bestimmte Speisen sogar mit Fieber reagieren, wie das ja bei der Nesselsucht nach Genuß von Erd­beeren z. B, allgemein bekannt ist. Dasselbe kann sich auch gegenüber heftig abgelehnten andern Speisen zeigen. Neue Forschungen haben ergeben, daß schon beim Anblick einer "sympathischen oder

ganz ungewohnte Umgebung verfolgt, wobei es sich in der Gehgeschwindigkeit ganz nach ihm richtete und endlich mit ihm zum Fischerdorf zurückkchrte. Dann wieder sah er am Rande eines Flusses, wie eine Waldwühlmaus, gedeckt durch das dichte Moos, bis auf 15 Zentimeter an ihn herankam, ihn dabei starr beobachtete und nach der gleichen Richtung schnupperte. Er verhiell sich unbeweglich, so daß das Tier ihn wohl für ungefährlich hielt und dann sorglos und ohne Deckung davonlief.

Man kann auch absichtlich die Neugier der Tiere Hervorrufen, wie dies eine Frau tat, die das Rufen des Buchfinken eifrig erwiderte und so erzielte, daß der Vogel ihr 550 Meter weit längs einer Hecke folgte. Als sie Halt machte, beobachtete er sie an­gestrengt von den Zweigen eines Baumes aus. In einem anderen Fall ahmte jemand den Ruf des Kuckucks im Walde nach, der darauf neugierig näher kam, sich im nächsten Baum niederließ und so lange feinen Ruf ertönen ließ, bis er gegenüber seinem Wettbewerber das letzte Wort behielt. Es gelang auch durch Winken mit einem Taschentuch eine Wasserratte zum Näherkommen zu veran­lassen, die dann aus der Nähe den ihr unerklär­lichen Vorgang anstarrte. Kaninchen pflegen sich beim Anblick von bedrohlichen Erscheinungen durch zwei kurze Schläge mit den Hinterläufen zu war­nen. Als Gooch, in der Abenddämmerung im Wald sitzend, mehrere Kaninchen auf sich zukommen sah, ahmte er mit der flachen Hand die Schläge auf dem Boden nach, so daß viele Tiere dann furchtlos bis auf drei Meter nahe kamen. Dann gaben sie drei Schläge auf den Boden und hüpften noch näher, obwohl ihnen doch die menschliche Ge­stalt bekannt sein mußte. Erst als er sich erhob, zerstreuten sich die großen Massen neugieriger Kaninchen.

Schaljapin will nicht für den Rundfunk singen.

o Wie die „Prensa" meldet, kam es anläßlich des Gastspiels des berühmten russischen Bassisten Schaljapin in Buenos Aires zu einem interessan­ten Rechtsstreit über das Eigentum seiner Stimme. Schaljapin verweigert nämlich dem Rundfunk von Buenos Aires die Uebertragung feiner Gesangs­rollen in den Opernaufführungen des „Colon- Theaters" und drohte mit sofortigem Abbruch des Gastspiels, falls seinem Verlangen nicht Rechnung

unsymptahischen Speise Veränderungen des Magensaftes vor sich gehen, die dahin führen, daß die sympathische Speise gut, die unsympathische schlecht im Magen verarbeitet wird.

Im allgemeinen wird sich ein Kind ja auf die heirNPhe Küche einstellen, 'besondere Neigungen wird ein jedes haben, das gehört ja schließlich zur Individualität. Je eher das Kind daran gewöhnt wird, feinen Magen weder zu verzärteln noch zu überlasten, umso eher wird es dem Essen gegen­über die richtige Stellung einnehmen. Das wich­tigste Erziehungsmittel aber ist auch hier wie stets das Vorbild der Eltern. Kinder orientieren ja ihr Wesen unbewußt sehr nach diesem Vorbilds. Ta­deln die Erwachsenen vor den Kindern das Essen, zeigen sie ihre Abneigung gegen Gerichte, die auf den Disch kommen, so werden' die Kinder das nur zu leicht nachahmen. Darum sollte vor den Kindern nie gemäkelt werden, Beanstandungen sollten nie in ihrer Gegenwart erfolgen. Weiter soll man auch auf die Form achten, in der das Essen gereicht wird. Ein hübsch gedeckter Tisch, einfaches, aber gut angerichtetes Essen, ein paar Blumen, im Win­ter ein wenig Grün, eine kleine fröhlich aufge­machte Obstschüssöl mit dem Bunt der Früchte auf dem Tisch- und ein fröhliches Gesicht bei den Er­wachsenen: das sind Erziehungsmittel, um den Kindern das Essen nicht zu einer Last, sondern zu einer angenehmen Notwendigkeit zu machen.

3m Warenhaus die Kehle durchschnitten

Berlin, 15. Juli. Eine blutige Tragödie spielte sich am Dienstag vormittag im Warenhaus Karstadt ab. Ein 30jähriger Mann ließ sich an einem Ver­kaufsstand Rasiermesser zeigen. Plötzlich ergriff der Mann eines der Messer und schnitt sich vor den Augen der erschreckten Verkäuferin die Kehle durch. Blutüberströmt rannte er sodann im Verkaufsraum umher und warf einen Tischs um, auf dem sich Flaschen befanden. Dann stürzte der Mann plötz­lich tot zu Boden. Die Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Der Verkäuferinnen, die Augenzeugen dieser tragischen Tat waren, bemäch­tigte sich große Erregung.

Wie wir zu diesem Vorfall vom Warenhaus Karstadt erfahren, handelt es sich bei dem Selbst­mörder um einen geistesumnachteten Arbeiter aus Charlottenburg, der sich schon am Eingang des Warmhauses die Kehle durchschnitten haben soll.

Aktentaschen mit Sirenengeheul.

Die Beratungsstelle der Kölner Kriminalpolizei ließ am Dienstag die Presse eine Aktentasche aus Rindleder besichtigen, die gegen Raub und Berau­bung zuverlässig geschützt ist. In der Tasche befindet sich eine Trockenbatterie, die eine laute Sirene für lange Zeit in Bewegung setzt, wenn die Tasche dem Träger entrissen wird. Fremde können diesen Alarm von anderthalbstündiger Dauer nicht auf­hebe. Man kann schon glauben, daß diese an sich nicht allzukostspielige Tasche ihren Zweck erfüllt, nämlich Geldbeförderungen mit Sicherheit bewerk­stelligen zu lassen.

Blutige Familientragödie.

Prag, 16. Juli. In der slowakischen Gemeinde Repine im Bezirk Wolowoje wurde von unbekann­ten Tätern der 63jährige Bergarbeiter Kostuk und sein 20jähriger Sohn Iwan durch drei «chüsse aus einem Militärgewehr während des Schlafens er­mordet. Als Täter verdächtig sind der zweite Sohn des Ermordeten, Wasil, dessen Frau und deren Neffe festgenommen worden.

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getragen würde. Schaljapin machte geltend, daß er zwar vor den Zuhörern des „Colon-Theaters" vertraglich zu fingen verpflichtet sei, nicht aber vor der Zuhörerschaft des argentinischen Rundfunks. Dem Verlangen Schaljapins wurde stattgegeben.

o Humor. „Denk Dir, Männe, in dem Shauns, wo meine Abendkleider hängen, liegen lauter tote Motten!" — „Kunststück! Hungers gestorben!"

Xuwt etbwetcmi *

Rudolf Schildkraut,

der weltberühmte Bühnen- und Filmdarsteller, ist in Hollywood im Alter von 68 Jahren einer Herz- chwächc erlegen. Schildkraut wurde in Konstantin­opel geboren; seine bunte Lebensreise führte ihn über Wien und Hamburg zu Reinhardt nach Ber­lin und endlich in die neue Welt, wo sein Wirken vor allem dem Film galt.