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M Nr. 150 _____
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k Eine Uebung der Technischen Rokhilfe
' r Zum Aufgaben gebiet der Technischen Noihll-se I gebärt u. a. auch Hilfeleistung in Fällen „höherer I Gewalt", wie Wald- Und Moorbrände, Ueber» schwewmungen und sonstige Naturkatastrophen. Hier sollen bie freiwilligen Helfer Unterstützung lechen, wenn die berufenen Organe nicht hinreichen. Da die Technische Nothilfe aber nur bann wirklich brauchbare Hilfe leisten kann, wenn ihre Wann- " schäften entsprechend gef foult sind, finden periodisch Uebungen statt, theoretischer und praktischer Natur, um die Nothelfer mit den Fertigkeiten bekannt zu machen, die im Ernstfall Erfordernis werden.
Eine solche praktische Schulung — und zwar im Interesse erfolgreicher Waldbrandbekämpfung — sand am verflossenen Sonntag im Forst zwischen Langstädt und Schafheim statt bei regster Anteilnahme des Publikums. Oberförster Zimmer vom I Forstamt in Babenhausen hatte der Uebung bie An- nahmen zugrunde gelegt, daß durch Funkenflug aus einer Lokomotive der Odenwaldbahn das Waldstück zwischen Haaridtweg und Rennstraße, südlich von ^Babenhausen, in hellen Flammen stünde. Und nun galt es, schnelle und wirksame Abwehrmaßnahmen zu ergreifen! Die Nothelfer waren aus Frankfurt i am Main und Offenbach vermittels Lastkraftwagen und Personenautos herbeigeeilt, wesentlich unter« von den ebenfalls pünktlich zur Stelle erschienenen Sanitätskolonnen vom „Roten Kreuz". Oberförster Zimmer hielt an Ort und Stelle einen sachkundigen i Dortrag über die zu ergreifenden Maßnahmen und " dann ging es hurtig an bie Arbeit, deren Inten- s fität bie Nothelfer zwang, sich möglichst schnell aller ^Überflüssigen Kleidung zu entledigen, da überdies ' auch bie Sonne recht ordentlich zusetzte. Die mannigfaltigsten Arbeiten mußten vollbracht werden: Ausschlagen der Glut mittels Zweigen, „Wundmachen" des Bödens auf den Zwischenschneisen, Aufwerfen von Gräben usw. Auch bie Gasmaske kam zu ihrem Recht! In. der Handhabung der Masken waren die Helfer durch ihren Bereitschaftstruppführer Althaus bereits bestens ausgebildet, sodaß auch dieses die Arbeit erschwerende Moment seine Störung des Hilfswerkes verursachte. Alles klappte „wie am Schnürchen", lag doch die Leitung der „Befehlsstellen" bei Ober-Ing. Bender in fachkundigen Händen. So hart auch bie Arbeit war, so fröhliche Gesichter sah man doch bei Uebungsende am späten Nachmittag, als bie durstigen Nothelferkehlen mit erfrischendem Mokka befeuchtet wurden. Nicht unerwähnt soll übrigens bleiben, daß auch die „Mi- nrmax"-Apparat« der Technischen Nothilfe, von Major a. D .Schneider vorgeführt, in Aktion traten und Proben glänzender Bewährung gaben.
Anschließend war „Kritik" und gemütliches Beisammensein. Der Leiter der Technischen Not- Hilfe, Reg.-Bmstr. Hilsdorf, dankte allen Beteiligten unlb begrüßte vor allem auch die erschienenen behördlichen Vertreter. Für Ende des Jahres kündigte er eine Uebung besonders großen Stiles an, die der Bekämpfung von Hochwassergefahr dienen soll. Uebungen solcher Art, meinte Redner, sind nicht nur ein eminent gemeinnütziges Werk, sie führen auch zugleich Menschen verschiedenster Berufe Unlb sozialer Schichtung zusammen und dienen damit auch dem so notwendigen gegenseitigen Ver- ständnis. Die Uebung hinterließ bei allen 'Beteilig« besten Eindruck.
M-mküg, bet; 30, Juni 1636
Seife 9
Dev Lltttevsarrs -ev »Casablanca
Die getesteten Matrosen erzählen
Die jetzt nach Hamburg zurückgekehrte Mannschaft des Dampfers „Casablanca" der Oldenbur- glsch-Portugiesischen Dampfschrffahrts-Gesellschaft, der nach einem Zusammenstoß mit dem englischen Dampfer „Henry Stanley" untergegangen ist, erzählt über die Katastrophe folgende Einzelheiten:
„Am Sonntag morgen um 4 Uhr hatten wir die letzte Peilung. Langsam verdichtete sich die Luft. Plötzlich tauchte an Backbord der Umriß eines Dampfers auf, und schneller als es erzählt werden kann, wurde unser Schiff durch einen furchtbaren Ruck erschüttert. Der Zusammenprall erfolgte mit solcher Wucht, daß die Freiwache aus den Kojen geschleudert wurde. Der englische Dampfer „Henry Stanley" hatte uns gerammt und die „Casablanca" mittschiffs der Backbordssite vom Deck bis unter die Wasserlinie aufgerissen.
Es war ein so großes Loch, daß ein Möbelwagen gut halle durchfahren können.
Bis in die Mitte des Salons war alles aufgeriflen und bildete einen großen Trümmerhaufen. Der Engländer mußte rückwärts fahren, um aus dem Leck herauszukommen. Wir gaben trotz des sofortigen Hilfeangeb ates des Engländers 8O8-Rufe, die von allen Seiten beantwortet wurden. Die Freiwache eilte auf das Bootsdeck, um die Rettungsboote auszufieren und alles klar zum Verlassen des Schiffes zu machen. Da sich die beiden Passagiere sehr ruhig verhielten — der eine, ein Engländer hatte die Kaltblütigkeit, vom Kapitän seinen Reisepaß zu verlangen — war für uns Seeleute kein Grund zur Beunruhigung vorhanden. Ohne jede Nervosität wurden die klaren und ruhigen Kommandos, die von der Schiffsleitung gegeben wurden, ausgeführt. Gleich nach dem Zusammenstoß arbeiteten die Pumpen mit voller Kraft.
Plötzlich drang Wasser in die Herzräume und in die Maschinen.
Um einer Explosion vorzubsugen, mußte unter dem Backb ordkcssel >das Feuer herausgerissen werden.
— Sechs Flaggen auf Halbmast
Bis zum Knie im Wasser stehend arbeiteten auf dem langsam sinkenden Schiff die Leute im Heizraum und in den Maschinen. Erst als die Pumpen unter Wasser standen und nicht mehr funktionierten, ging die Mannschaft an Deck,
Auf die drahtlosen Hilferufe waren in kurzer Zeit mehrere Schiffe herbeigeeilt, die uns ihre Hilfe anboten. Der Hanjadampfer „Frauenfels" fuhr an unser Heck, um eine Schlepptrosse festzumachen. Kapitän Klasens wollte unter allen Umständen versuchen, das Schiff nach Plymouth abschleppen zu lassen. In fieberhafter Hast wurde gearbeitet, um die schwere Stahltrosse klar zu machen. Bevor eine Verbindung mit der „Frauenfels" hergestellt werden konnte, bekam das schwer havarierte Schiff, das ungeheure Wasscrmengen ausgenommen hatte, starke Schlagseite, so daß es un= möglich wurde, die Schleppvevbindung herzustMen. Langsam legte sich das Schiff nach Backbord über. Als keine Rettungsmöglichkeit mehr für das Schift
vorhanden war, gab der Kapitän "Befehl, die Boote zu Wasser zu bringen und das sinkende Schiff
verlassen.
3n wenigen Minuten waren die Rettungsboote klar.
zu
Der Kapitän und der erste Offizier blieben noch Bord, und erst als die „Casablanca" etwa 40 Grad
an
Schlagseite hatte und bereits vor dem Kentern mar, stieg der erste Offizier auf Befehl des Kapitäns in das Rettungsboot. Als sich das Schiff so schwer auf die Seite legte, daß der Untergang jeden Augenblick zu erwarten war, verließ Klasens als letzter das Schiff. Wie auf Kommando wurden die Flaggen von sechs Dampfern, die in der Nähe waren, auf Halbmast gesetzt, und sechs Sirenen brüllten und gaben der untergehenden „Casablanca" Len letzten Salut. Der Engländer nahm an Bord uns gut auf und hat uns in Rotterdam an Land gefetzt. In der nächsten Woche gehen wir wieder in See."
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Arne Borg, der schwedische Waltrekobdsschwimmer, hat sich schlossen, seine Amateurlaulfbahn aufzugeben Profchswueller zu werden. Er plant bereits Weltwurnee mit Johnny Weißmüller.
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Geschäftslokale angereiht, die im Hotel uitterge- b rächt [Sin werden, sowie die Erträgnisse aus Lizenzen, die Kaufleuten und Händlern gewährt werden. Die Einnahmen aus diesen beiden Quellen veranschlagt man mit einer Million Dollar. Der jährliche Gewinn, den die Diners abwerfen sollen, wird mit 3 Millionen Dollar berechnet. Durch den Verkauf von Zigarren und Zigaretten hofft man 190 000 Dollar zu verdienen. Ein lächerlich kleiner Posten dagegen list der Gewinn aus dem Verkauf von Getränken. Man darf nicht vergessen, daß Amerika noch immer „trocken" ist. Alkoholhaltige Getränke dürfen nicht verabreicht werden, und wenn ab und zu vielleicht doch heimlich ein Schnäpschen ausgeschenkt wird, so spielt das materiell keine Rolle. Und alkoholfreie Getränke
nimmt man nur mäßig zu sich. Infolgedessen ist Getränkeposten mit bloß 120 000 Dollar eiinge-
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Das M M dsv WM 25 000 Zimmer, eigenes Theater — Mit dem Lalonzug direkt ins Hotel — 12 Millionen Dollar Jahreseinnahmen.
Vor kurzem weilte der amerikanlische Hotelkönig Lucius M. Boomer in England, um Einkäufe und Bestellungen für das neue Riesenhotel zu machen, das an der Stelle errichtet wird, an der das Wal- dürf-Astoria-Hotel in Newyork stand. Amerika, das auf allen Gebieten einen Rekord zu erzielen bemüht ist, will natürlich auch das größte und komfortabelste Hotel der Welt besitzen. Das soll mit dem erwähnten Neubau erreicht werden der, wie Lucius M. Boomer stolz sagte, eine „Kathedrale der Gastlichkeit" sein wird. Das größte Hotel der Welt wird ein Wolkenkratzer von zweihundert Meter Höhe fein, siebenundvierzig Stockwerke Zählen, von denen bereits mehr als zwanzig fertig sind.
Ueber die Ausgestaltung des Mammüthatels erzählte Boomer interessante Dinge. Das Riesenhaus wird 25 000 Zimmer aufweisen. Die Zahl der Sfolafjimtner wird 2500 betragen. Selbstnerständ- Uch gehört zu jedem Schlafzimmer ein Badezimmer. Dazu kommen die Wahnräume der Hotelgäste, die vielfach zu abgeschlossenen Apparatements vereint sein werden. Die Wohnräume werden, so versicherte Boomer, staunenswerte Größe und viele von ihnen den Umfang einer kleinen Wohnung haben, in der ein bescheidener Europäer sein gan« ^es Leben zu verbringen pflegt. Es braucht nicht hsrvorgehobèn zu werden, daß jedes Zimmer einen Telephon- und Radioapparat hat. Die Telephonzentrale, in der Tag und Nacht 25 Beamte tätig sein werden, dürfte größere Dimensionen haben als manches Telephonamt in einer Provinz- ftaot. Ferner wird das neue Hotel ein eigenes Spital besitzen, wo den Hotelgästen im Falle d«r Erkrankung von der Hoteloerwaltung angsstellte Uerzte mit Pflegepersonal zur Verfügung stehen. Innerhalb des Hotels wird man ins Theater gehen tonnen, denn das Unternehmen lädt die Gäste in em eigenes Theater. Fremde, die mit Salonwagen stach Newyork kommen, werden direkt ins Hotel lhhren können; in dem Neubau wird sich eine eigene Eisenbahnstation für solche Leute befinden.
des Riesenhotels werden 31 bequeme Aufzüge die Besucher rasch hinauf und herunter befördern. Für die Ausstattung des Hotels kaufte Boomer auch hundert Klaviere und tausende Bil« ver an.
Die jährlichen Einnahmen durch die Zimmervermietungen werden auf 6% Millionen Dollar 6$ d)äht sSUJor WitiSr>tP tnetwin Kip MiotZinse her
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Zu den politischen Ereignissen in Finnland.
Deutscher Einfluß seit Jahrhunderten. — Der erste weibliche Minister. — Zielbewußte Frauen. — Finnen in Deutschland.
Politische Ereignisse haben die allgemeine Auf- merksamkeit auf èin Land gelenkt, das von Jahr zu Jahr größere Bödeutung im Reiseverkehr ge= nießt; Finnland, das noch wenig bekannte Seen- unb Wcilidlattd im Nordisten der Ostsee. Von Deutschland »her erreicht man es in zwei Tagen, auf einer angenehmen Seefahrt über Lübeck und Stettin. Auch im Lande selbst ist das Schiff ein unentbehrliches Bsförderungsmittel; Finnland bestellt nämlich aus unzähligen Inseln, Klippen und Riffen, die viele taufend Seen größeren und geringeren Umfangs bilden. Nicht nur für den fchönheitsdur- iftigen Reifenden ist dieser Wasserreichtum von Bedeutung, sondern vor allem die Holzindustrie sieht in den Seen bie Vorratskammern für die Wassermassen, bie in etwa 1500 Stromschnellen den Fabriken die Triäraft' liefern. Das 400 000 Quadratkilometer große Land — 45 000 Quadratkilometer entfallen davon auf die Wasseroberfläche — zählt nur 3% Millionen Einwohner. Seit 2000 Jahren sitzen dort oben finnische Stämme, die zu der weit verstreuten, 17 Millionen Menschen zählenden ugro-finnischen Völkerfamilie gehören. Blutsverwandte der Finnen sind die auf der anderen Seite des Finnischen 'Meerbusens wohnenden Esten und die Ungarn. In der Zeit nach dem Krieg, bie den Nationalitäten größeres Interesse zu'wendet als irgendeine andere zuvor, sind enge Beziehungen zwischen Finnen, Esten und Ungarn geknüpft worden, und alljährlich finden Zusammenkünfte von Führern der drei Völker statt; vor allem triffst sich die Jugend auf Wander'- urfb San- gesfahrten.
Erst im letzten Jahrhundert sind sich die Finnen ihrer nationalen Eigenart bewußt gewovdey. Bis dahin bebetnfd)te das schwedische Element, das sich heute noch aus 400 000 fchwedigfprechendeii Finnen zusammensetzt, die Geschicke des Landes. Bis zum Jahre 1809 gebürte das Land zu Schweden. Dann kam es an Rußland, und die neuen Herren versuchten mit allen Mitteln, bie vom einfachen Volk gesprochene finnische Sprache zu unterdrücken, weil sic befürchteten, daß eine zum Bewußtsein ihrer ge- fchichtlichcn Vergangenheit erwachte Nation eines Tages Anspruch erheben werde, Herr im eigenen Haus« zu sein. Dieses Ziel hatte tatsächlich bestanden, und wie es im Jahre 1918 mit deutscher Waf- senihilfe erreicht wurde, ist noch in aller Erinnerung.
Schon vor 1918 war der deutsche Einfluß in Finnland unverkennbar. Im Mitttelaster waren die finnischen Studenten gern nach Deutschland gezogen. In Wittenberg saß der Finne Mikael Agri- col albern großen Reformator zu Füßen. Agricola war es, der durch feine Bibelübersetzungen und religiösen Erbauungsbücher den Grund zur finnischen Schrifttsprache legte. Seit jener Zeit gehört Finnland zu den proteftantifeben Ländern. Aber erst vor sechzig Jahren gelang es seinen Bewohnern, aus eigenen Mitteln nationale Volksschulen zu errichten. Die Verk-ehrsoerhältniss« in dem feenrei« chen Land, durch die die Schulorte nur schwer er- e reichbar waren, brachten es mit sich, daß eine allgemeine Schulpflicht erst im Jahre 1921 erfassen wurde; die Landgemeinden erhielten eine Frist von sechzehn Jahren zur Durchführung. Trotzdem gab es 1920 nur 0,6 Prozent Analphabeten. Auf den höheren Schulen, bie bis zum Jahre 1858 noch alle (WWW chen bis zur Abischliißprüfung gemeinsam unterrichtet. Wie stark in Finnland der Andrang der weiblichen Jugend zum Studium auf einer der drei Landesuniveysitäten ist, beweist bie Statistik, nach der beinahe die Hälfte der finnischen Stüdierenden weiblichLn Geschlechts ist. Die finnische Frau hat stets enevgisch ihre Rechte zu wahren gewußt. Im Zusammenhang mit de r^ finnischen Armee, in der jene Offiziere "führende Stellen einnehmen, die sich während des Krieges im Lockstedter Lager in einem eigenen Finnenkorps, bem 27. preußischen Jägerbataillon, ausbiliden ließen, steht das vor allem für Sanitäts- und Verpstegungsdienste gegründete finnische Frauen-Schutzkorps, dem 30 000 Frauen angehören. Finnland war auch der erste Staat, in dem eine Frau Minister wurde: Mina Sillanpää, die Führerin der Organisation der weiblichen Hausangestellten, die im Jahre 1924 das Sozialministerium übernahm. Finnische Studentinnen trifft man häufig auch auf beutjeben Hochschulen; zahlreicher sind noch ihre männlichen Kommilitonen, die vor allem bie technischen Wissenschaften studieren. Von allen Ausländern suchen gerade die Finnen am eifrigsten Anschluß an deutsche Kreise.
Im letzten Winter hat man nun, wie Dr. H. Steinert in der „Umschau" berichtet, zwei neue Versuche mit dem Transport von lebendem Dorsch nach Oslo gemacht. Man hat in Haugesund und Stavanger, in der Nähe der Fanggründe, Fischtanks gebaut, die auf dem Deck der großen, regelmäßig an der Küste nach Oslo verkehrenden Dampfer aufgestellt werden. Durch eine besondere Pump- anlage wird diesen Fischtanks ununterbrochen frisches Seewasser zugeführt. Diese Art der Beförderung hot sich sehr bewährt, aber die Kosten sind zu hoch. Inzwischen aber sind Versuche einer neuen Erfindung gemacht worden, wobei man mehrere Eisenbahnwagen mit lebenden Dorschen von Drontheim bis Oslo, d. h. über eine Enr-er nung von über 600 Kilometer, befördert hat. Die Erfindung, die von Arne Flekstad stammt, beruht Lill her Anwendung von Tanks in den Eisenbabn wag«^, die mit einem Pumpsystem versehen sind, durch das dem Salzwasser ständig frische Luft zugeführt wird, denn der Dorsch braucht viel Lust, er hält sich in der Nähe der Küsten mit leichter Brandung auf, di« das Seewasser gut mit Luft durchmischt. Bisher wurden in jedem Wagen 1500 Kilogramm Dorsche transportiert. Allerdings ist auch diese Beförderungsart vorläufig für der Massenverbrauch noch zu teuer. Man müßte irr. gleichen Waggon 4000 bis 5000 Kilogramm befördern können; dann erst würde der auf diesc Weise transportierte Fisch wettbewerbsfähig sein Dieses Ziel wird wohl in absehbarer Zeis erreich# werden können. Jedenfalls arbeitet man zurzeit an der Herstellung solcher Wagen. Wenn dieses Se förderungssystem noch weiter ausgebaut und »er billigt wird, dürften sie sich auch auf di« Ernäb-
LM^ffdiMlljE^oe recht günstig
auswirken. Jedenfalls verdient die neue Erfindung, wie ihre Verbesserung, auch von wirtschaftlichem Standpunkt aus die größte Beachtung.
Fische als Eisenbahnreisende
Die Schwierigkeiten, die den Transport lebender Fische behindern und recht kostspielig machen, haben die recht unerwünschte Wirkung, daß der Fisch- verbraucher nicht in gewünschtem Maß mit frischer Ware versorgt werden kann. Bisher kam für hessische fast nur der Transport in der „Bllnn", d. h. in einem Boot mit durchlöcherten heitenwünden, in Betracht, -während Süßwasserfische auch häufig in Wasserbehältern mit der Eisenbahn transportiert Verden. Dieser Transport verursacht jedoch recht hohe Kosten. Den Transport in der Bünn kann man nur anwenden, wenn er nach Marktplätze geht, die in der Nähe der Fanggewäfser liegen. In Norwegen, wo die Verbraucher Hinsichtlich der Qualität sehr anspruchsvoll sind, hat man die Möglichkeiten der Beförderung lebender Fische besonders eingehend untersucht. Man hatte umso mehr Grund dazu, als die Hauptfanggebiete sehr weit von der Hauptstadt mit ihrem großen Bedarf ent- ernt sind. Es ist daher sehr schwer, lebende Dorsche wir den Fangplätzen im Norden und Westen nach Oslo zu bringen, zumal an der ungeschützte» Küste die Fische bei der Beförderung in der Bünn häufig unter schwerem Seegang zu leiden haben. Von den norwegischen Fängen werden daher nur geringe Mengen auf diese Weise lebend nach der Haupt- tadt gebracht. Dort bekommt man vielmehr in der Regel lebenden dänischen Dorsch, weil der Weg für diese Fische kürzer und weniger unruhig ist.
Ein zum Tode Verurteilter als medizinisches Versuchsobjekt
Vor eine schwierige Entscheidung ist nach einer Meldung aus Albuquerque im nordamerikanischen Staate Neu-Mexiko ein wegen Mordes zum Tode verurteilter Chinese gestellt worden. Die Behörden haben ihm nämlich die Wahl gelassen zwischen der Hinrichtung und der Einimpfung des Bazillus einer Augenkrcinkheit, die gegenwärtig unter den Indianern große Verheerungen anrifofet. Die amerikanischen Aerzte halten es für unbedingt notwendig, die Entwicklung dieser Krankheit an einem Menschen zu studieren, um ein Heilmittel zu finden. Höchstwahrscheinlich wird das menschliche Versuchsobjekt für den Rest seines Lebens blind bleiben. Der dafür in Aussicht genommene Chinese hat sich Bedenkzeit ausgebeten.
Ein Bauernduell mit Jagdflinten
Zwei verschwägerte Bauern im französischen Departement Uonne waren wegen finanzieller Auseinandersetzungen in Mißhelligkeiten geraten, die sie mit der Waffe entscheiden wollten, da es beiden widerstrebte, ihre Händel vor Gericht zu bringen. Der eine begab sich deshalb, kurz entschlossen, mit seiner Jagdflinte auf das Gehöft des Schwagers, der beim Slnblict der Flinte sofort im Bilde war. Auch er nahm das Gewehr von der Wand, da er der Ansicht war, daß der Worte genug gewechselt seien. Beide begaben sich dann auf eine abgelegene Wiese, wo sie ihren Ehrenhandel ausfochten, ohne Zeugen, Sekundanten oder einen Arzt zuzuziehen. So hatten sie - keine Störung zu befürchten und konnten in aller Ruhe mit der Schießerei beginnen. Sie schossen so lange, bis der eine schwerverwundet und kampfunfähig geworden war. Während er nach dem Krankenhaus gebracht wurde, begab sich der andere seeleuvcrgnügt, daß der Fall zu seinen Gunsten entschieden war, in die Stube zurück und erwartete die Polizei. Er wird sich jetzt vor Gericht zu verantworten haben.
Die Uhr im Sfrafjenpfläster
Die Amerikaner haben gefunden, daß im allge- meinen die öffentlichen Uhren zu hoch angebracht sind und dadurch, daß man in die Höhe sehen muß, verschiedentlich Verkehrsunfälle veranlaßt worden sind. Infolgedessen sind in Newyork jetzt versuchsweise Uhren in den Bürgersteig eingebaut worden, die mit einem dicken Schutzglas überdeckt und zum Schutz vor den Füßen der Passanten mit Stahlreifen umrahmt sind.
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