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Die sächsischen Landkagswahle» sind ruhig verlausen. Aast alle Parteien erlitten Verluste einige sogar ganz erhebliche, und die Nationalsozialisten und Kommunisten haben Zuwachs zu verzeichnen, erstere einen ganz gewaltigen.

Nach der Ablehnung Höpker-Ajchoffs wird nunmehr versucht, den Vizekanzler Dietrich für das Reichssinanzministerium zu gewinnen. Doch auch Dietrich hat Bedenken, den Posten des Finanz. Ministers anzunehmen.

In Horchheim kam es zu einer blutigen Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Anders­denkenden.

Der Reichstag beschäftigte sich am Samstag mit dem vom Leichsausschuh vorgelegten Amnestie- antrag, wobei der Reichsjulkizminiiter btt Zu- rfhamtmg der Regierung zu diesem Anträge zum Ausdruck brachte. Die Stbrtimma tigert wurden noch JaräfgefteSt

»Gras Zeppelin" wurde auf seiner Deutsch­lands ährt überall begeistert begrâst Za Hamburg taugte das Luftschiff infolge starten Austriebs un­freiwillig starten, wobei Kapitän Lehmann und Schilling zurückblieben.

Die Deutsche Fußballmeisterschaft gewann Hertha B. S. & Holstein-Kiel mit 5:4.

In Bombay gab es bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten über 500 Ver­letzte. Diese Zusammenstöße haben die gesamte m- dische Bevölkerung aufs äußerste erregt. Man be- obficfstigt eine Demonstration mit schwarzen Fahnen.

Die Landiasswahlen in Sachsen

KttMsev Verlauf - Starkes Slnwachse« der national- ioziaUMche« Stimmen ans Kosten der Nürgevirchen

Dresden, 22. 3unt Der heutige Wahlsonutag ist in Dresden und Leipzig, abgesehen von einigen harmlosen Anrempeleien, ruhig verlaufen. Die Dahlen brachten ein erhebliches, stellenweise über das Dreifache hinausgehende Anichwellen der Nationalsozialist. Stimmen, das sich in erster Linie auf Kosten der Deutschen Boitspartei und der Deutschnalioualeu vollzogen hat.

gen, daß man sich eine Zusammenarbeit smi- schen Sozialdemokraten und bürgerlichen Par­teien, vor allem der Deutschen Volksparbei garnicht vorstellen kann. Ob man vorläufig seine Zuflucht zu einem Geschäftsministerium nehmen wird? Der Ausgang der Wahlen in Sachsen kann nicht gerade als ermunternd für eine Neubildung des Reichsparlaments gelten. Anderseits wird es jetzt, nach den schweren Verlusten der bürgerlichen Parieren in Sach­sen, sehr schwer sein, im Reich einen Finanz- minister zu finden, bzw. die Bereiterklärung einer Partei, zur Stellung eines Finanz- ministers . , ,

Die täglcheu

Bresben, 22. Juul.

LV. 2757 '2718), DR. 519 (1058), RS. 2915 (1393), T. 1361 <2509).

Oemorrstratwueu

iotSend«: (Di- gettanmertea Zahlen bezichen sich auf die vorjährigen Landtagswahlenj. Seiamk-

Zahl ^«r gültigen Sozialdemokraten Deutsche volkp. Kommunisten Wirtschastspartei Deukschn. Volker. Sachs. Landvolk Nationalste Demokraten Volksrechtpartei Alksozialisten Volksnat. Reichsv. Lomwunifl. Oppoll

SKwu 2 611017 ( 2 702 183).

871 327 (922 932) 227 319 (363 382) 355 552 (345 530) 276 702 (304 884) 124 300 (218 309) 120 497 (140 611) 376 724 (133 958)

83 671 44142 19 197 39153

(105 289)

(70 131)

(39 568)

32

8

13

10

5

5

14

3

2 0

2

Sitz- (33)

Sitze (13)

Sitze (12)

Sitze (11)

Sitze Sitze Sitze Sitze Sitze Sitze

(8)

(5)

(5)

(4)

(3)

(2)

Sitze (-)

14 822 (22129) 0 Sitze (-)

4386 (46^-. DVP. 1604 '2286;, LDT. 3576 '27T, SB. 17 95 'lâl3;, DL 1041 11855), LS. 1633 (388,. 2. 616 (MOL

Meia-Siadi: 13 8« -W« SftmE. SPD. 6041 (5118), DBB. 1219 (1550;, KPD. 1519 (1356), WP. 1950 -D^: .. DR. 719 (1550), Raruinapos. 1121 (396), D. 446 («X).

Zwickau: Nach dem amtlichen Ergebnis -hiel­ten in Zwickau-Smètt die Sozialdemokraien 12 241 (13 937) Stimmen, Deutsche Volks­partei 3245 (6784), Kommunisten 3591

(4625), Wirtschaft5 Part« 3167 (2514), Deustch- nationale 2497 (4439), Sächsisches Landvolk 237 (222), Naftonalioz-alsiten 9187 (3862), Demokraten 2577 (3306), Dolksrechrspartèi 528 (975), alte Sozialdemokraten 368 (782), kommunistisch« Oppo­sition 261 (421), Christlich-Sozialen 795 (0), Volks- nationale Reichsvereinigung 172 (0).

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Hakenkpur; :n »ab re^ane rainfS« Sieter &

man de-ârch^re, bog es zu werter«: Zooarn- stSßen kommen mürbe, würde ein stärkerer Brit» zechosten im Freibad stationiert. Später warben zwei weitere RaLonalloMLsten wegen Tragens verbotener Abzeichen ^néngsc eit elfe. Zu Zu- iammeuftößen zw'chen Anhängern der beiden ex­tremen Parteien kam es in Charlotenburg. Etwa 500 Rntionallostalifien zogen zum Lützow-Platz. Unterwegs Mo"sn sich immer neue Trupps an, sei daß schließlich die Zahl der Demonstranten auf 1000 anwuchs. An mehreren Stellen mürben die Demonstranten von Kommunisten an gehalten. Fünf Personen wurden verletzt, neun mürben fest- genommen. Am Lutzow-Platz zerstreuten sich die

REsftttMtZMvMev

Berlin, 21. Juni. Die VerhanÄungen des Reichskaazlers Dr. Brüning mit dem preußischen Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff wegen Uebernahme des Reichsfinanzministeriums sind g e- f^eitert Dr. Höpker-Aschoff ff heute morgen in Berlin eingetroffen. Nach einer Sabinettssitzung, in der sich Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer von seinen Ministerkollegen verabschiedete, fand in der Reichskanzlei eine längere Unterredung zwischen dem Reichskanzler und Dr. höpker-Aschofi statt In dieser Unterredung wurde die gesamte finanzpoll- tische Lage durchgciprochen. Ein formelles Angebot des Reici-skauzlers erfolgte jedoch nicht. Die Aus­sprache führte iödesten zu keiner Derstäudiguug.

Was das obige lakonische amtliche Kommunique nur verschämt ausdrückt, nämlich, daß die Be­mühungen, Höpker-Aschoff zur Uebernahme des Reichsfinanzministeriums zu bewegen, gescheitert ind, wird weiter durch die Tatsache erhärtet, das >is ursprünglich für Samstag nachmittag in Ans­icht genommene Kabineüssitzung wieder abgesagt worden ist

igskirche der Fonleichnams- ch keine Dispositionen für

Die Frage der Neubesetzung des Reichsfinanz­ministeriums ist auch imLaufe desSonn- tags nicht gefördert worden. Der Reichs­kanzler, der in der Hedwigskirche der Fonleichnams, feier beiwohnte, hat not', ' . " die Reise nach Neudeck getroffen. Nachdem sich der Versuch als aussichtslos hingestellt hat, Höpker- Vfchoff zur Uebernahme des Finanzministeriums

zu veranlassen, dauern die Bemühungen des Kanz­lers fort, mit dem Vizekanzler Dietrich zu einer Verständigung zu gelangen. Dietrich steht vor einer sthr schweren Entscheidung: Nach den Erfolgen, die er namentlich als Ernährungsminister zu ver­zeichnen hatte, ist es für ihn nicht gerade verlockend, sich einer Aufgabe zu unterziehen, wie sie unpopu­lärer kaum gedacht werden kann. Kein Wunder, daß die Bewerber sich nicht in Scharen zu diesem Vosten drängen. Aus den Kreisen, die schärfste Kritik an der Finanzgebahrung des Reiches üben, nämlich der Hochfinanz und der Schwerindustrie, hat bislang kein Bewerber seine Dienste angeboten. Herr Dr. Brüning ist in seiner Wahl auf einige wenige Persönlichkeiten be- schränkt. Neben Höpker-Aschofs und Dietrich werden ernstlich eigentlich nur noch die Herren Dr. Luther und Dr. Schacht genannt

Stob Dietrich bat Bedeuten!

Bertin, 22. 3uni. Der Reichskanzler hat im taufe des gestrigen Abends mit dem Reichswirt- schastsminister Dr. Dietrich über die Nachfolge Mol­denhauers im Finanzministerium gefprodjen. Bei Dietrich scheinen ähnliche Bedenken vorzusiegen, wie der seinem Parteifreund Höpker-Aschoff. Da auch die Demokratische Partei es nicht gerade gern sähe, wenn nach höpker-Aschoss Dietrich das Amt über- «ahme, hat der Reichskanzler offenbar auch mit der neuen Kandidatur Dietrich keine Aussicht auf Er- l°!g. Angesichts dieser Schwierigkeiten rechnet man * Regierungskrisen damit, daß der Reichskanzler trügestens am Dienstag in der Lage sein wird, dem Rcidisprâfibcntcn persönlich Torfrag über die Noch-

I.VahIkvers tvvesden-Nautzeu)

Dresden, 23. Juni. Das Gesamtergebnis der Landtagswahlen im Wahlkreis Dresden-Bautzen ist folgendes: Gesamtzahl der gültigen Stimmen 940 476 (1001 317); SPD. 330 319 (368 864), DBP. 85 389 (129 071), Kommunisten 100 811 (93 657), Wirtschaftspakts: 107 258 (109 641), Deutid? nationale -50 862 (91 554), Sächsisches Landvolk 55 038 (65 493) Stationär oyplHten 196 068 (36 589) Demokraten 37 667 (54 503), Bolksrechtspartei 6897 (11330,) Altiozialmen 10 055 (20 531), Volksnationale Reichs- v-reinigung 30 413 (X Komm. Oppsfirion 3768 (4620), Chrfttich-Soziale $567 (X

2. Wahikveis lLeivzig)

734 933; SPD. 257 703 (258 611),

igen Stimmen

DLP. 87 982

(115 530), KPD. 112 725 (110 743), Wirtschafts­pakte i 67 145 (69 935), Deutschnationale 28 040 (45 796), Landvolk 36 531 (28 525), National­sozialisten 78 556 (25 901), Demokraten 26 779 (32 699), Volksrechtspartei 21 093 (28 510), Alte Sozialisten 3246 (7748), Komm. Opposition 4777 (7611). Volksnationale 3538, Christlich-Soziale 7118. Zahl der Wahlberechtigten bei der letzten Land­tagswahl am 12. 5. 1929: 918 478. Somit Wahl­beteiligung etwas über 80 v. H.

3. VaÄIkvers lShemnw)

Chemnitz, 22. Juni. SPD. 281 305 (295 454), DVP. 53 948 (118 774), KPD. 142 016 (141118), Wirtschastspartei 102 299 (125 286), Deutschnationale 45 434 (81137), Sächsisches Landvolk 28 928 (36 604), Nationalsozialisten 192 100 (71 466), De­mokraten 19 225 (28 092), Volksrechtspartei 16152 (30 291), Altsozialisten 5896 (11260), Komm. Opposition 6582 (9902), Christlich-Soziale 36 323, Volksnationale 5400.

EinrelevsebtMe

Chemnitz, 22. Juni. Das Gesamtergebnis der heutigen Landtagswahl stellt sich in Chemn'tz-Stadt wie folgt: SPD. 56 656 (57 084), DVP. 11029 (27 065), KPD. 29 576 (28 204), Wirtschastspartei 18 007 (20 467), Deutschnationale 11714 (20 896), Landvolk 542 (548), Nationastoz. 35 474 (5 129). Demokraten 3 752 (5 962), Volksrechtspartei 3 158 (5 790), alte Sozialisten 4 010 (5120), komm. Oppo­sition 875 (1651), Christlich-Soziale 3 623, Volks­nationale 799 Stimmen.

Dresden, 22. Juni. Nach dem vorläufigen Er­gebnis von Dresden-Stadt erhielten: SPD. 116 469 (134 782), DVP. 37 607 (58 587), KPD. 40 734 (38 741), Wirtschastspartei 32 992 (29 674), Deutsch­nationale 21 016 (39 753), Landvolk 795 (797), Nationalsozialisten 44 842 (13 345), Demokraten 17 002 (24 536), Volksrechtspartei 2 059 (3 358), alte Sozialdemokraten 4 856 (9 759), Volksnationale 10 995, komm Opposition 728 (1059), Christlich- Sozialer Volksdienst 5102. Es fehlen noch einige Bezirke.

BWn-Stabt: SPD. 12 859 (13 941), DVP. 2578 (3801), KPD. 1742 (1295), WP. 3545 (3524), DR. 1089 (1824), NS. 2717 (1107), D. 600 (965).

Siftan-Stabt: Gültige Stimmen 17 223, SPD. 4992 (5420), WP. 1769 (3136), KPD. 1055 (1068),.

Anwachsens der nattonalsofialMschen Stim­men. Von 133 958 auf 376 724 Stimmen! Die Rechnung dieses Stimmenzuwachses haben in erster Linie die Deutschnationalen und die Deutsche Solfspartei zu begleichen. Entere sind trotz der regen Agitation ihres Partei­führers in einem Jahre von 218 309 au 124 300 zurückgegangen, michn ein Verlust von 94 000 Stimmen. Die Stimmen der Deufichen Volkspartei sind von 363 382 auf 227 319 ge­sunken, also ein Verlust von rund 136 000 Stimmen. Hierbei dürfte allerdings auch bas erstmalige Auftreten der Volk-nationalen Reichsvsreinigllng, fünfer der der Jungdeutichs Orden steht eine Rolle fpeelen. Die Demokraten und die Wirtschastspartei haben wohl auch Verluste aufzuweisen, jedoch sind ihre Ein­bußen nicht so erheblich, daß man von einer Ueberraschung sprechen könnte. Ein gut, Teil der Verluste der eben genannten vier Par­teien geht aber auch auf Kosten derjenigen 25 Prozent der Wählerschaft, die nicht den Weg zur Wahlurne gefunden haben. Die Kommunisten haben nicht die Erfolge errun­gen, die im Hinblick auf ihre rege Wahl­agitation von ihren politischen Gegnern be­fürchtet wurden. Die Abwanderung von der Sozialdemokratischen Partei zur KPD. ist in bescheidenen Grenzen geblieben. Die Sozial­demokraten haben rund 51000 Stimmen ver­loren. Große Erwartungen hatte man auf die zum ersten Male auftretende Volksnationale Reichsvereinigung gesetzt. Diese neue Partei hat es jedoch nur auf 39153 Stimmen ge­bracht, die allerdings im wesentlichen der Deut­schen Volkspartei und der Demokraten ver­loren gegangen sein dürften. Interessant ist auch, daß die Altsozialisten, die im vorletzten Landtag noch 4 und im letzten Landtag 2 Sitze hatten, jetzt ganz aus dem politischen Leben Sachsens verschwinden.

Das Gesamtbild des neuen Sächsischen Landtags ist nicht dazu angetan, die Frage der Regierungsbildung, die im alten Landtag schon ein Problem darstellte, im rosigerem Licht erscheinen zu lassen. Wie eine arbeits­fähige Regierungsmehrheit zustande kommen soll, kann heute noch niemand sagen- Den Sozialdemokraten mit 32, den Kommunisten mit 13 Mandaten zusammen 45 stehen 51 Bürgerliche gegenüber, doch es ist nicht gut denkbar, daß alle mit den Nationalsozialisten zusammenarbeiten wollen, die natürlich bei der Bildung einer bürgerlichen Koalition entschei­denden Einfluß sie wollen nach dem thü­ringischen Vorbild das Jnnenministerum ver­langen ausüben würde. Andererseits ist auch eine Koalition mit der Sozialdemokraten nicht gut denkbar, weil die sächsischen Sozial­demokraten so sehr dem Kadikatisnms Huld,-

Pottasche Zusammen^öSe

Koblenz, 23. Juni. 3m Anschluß an eine Sonnwendfeier der Nationalsozialisten auf der Schmittenhöhe kam es in der Nacht zum Sonntag in horchheim zu ernsten Zwischenfällen. Line etwa 200 Blaun starke von der Schmittenhöhe kommende Abteilung Nationalsozialisten stieß am Eingang der Römerfftage mit politisch andersgesinnten Einwoh­nern vos horchheim und Umgebung zviamawn. Als ans verschiedenen Gruppen mißbilligende Aeuße­rungen über die Nakionaliozialisten sieten, kam es zu einem Handgemenge, bas bald in eine blutige Schlägerei ausartete. Die Römerftraße verwandel t« nch in ein regelrechtes SchtochtielS. Das Hebert aff - tommanbo konnte zunächst nicht viel änlichste». Der Koblenzer Skurmführer der Nationaliozmliste« Liefer blieb mit lebensgefährlichen Verletzungen ans dem Platze. Auch eine Reihe horchheimer Bürger und unbeteiligte Zuschauer trugen mehr ober weni­ger schwere Verletzungen davon. Der verstärkten Polizei gelang es schließlich, den Zusammenstößen Liahall zu gebieten.

öetttvttfroatWiw für Äationalioziariften ist

Wiesbaden

Wiesbaden, 21. Juni. Die in letzter Zeit statt, gefundenen und den Wiesbadener Kur- und Frem­denverkehr stark schädigenden Demonstrationen der Nationalsozialistischen Deutschen Abeiterpartei haben den Polizeipräsidenten heute zu nachstehender Ver­ordnung veranlaßt:

Aus Grund des 8 10, II., 17 ALR. in Lerbin. düng mit § 123,2 RV. verbiete ich der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und chren Nebenorganisationen wegen Unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit bis auf weitere» die Veranstaltung jeglicher Kundgebungen, Demonstra­tionen und Umzüge unter freiem Himmel im Poli­zeibezirk Wiesbaden. Das Verhalten von Angehöri­gen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Partei bei den am Sonntag, 15. und Donnerstag, 19. d. M., im Kurviertel stattgefundenen Kund­gebungen hat das Publikum in außergewöhnlich starke Erregung versetzt. Auch siegen Anzeichen dafür vor, daß sich bei der Fortsetzung der stattge- fundenen Kundgebungen der Nattonalsoziasistischen Deutschen Arbeiterpartei auch Angehörige anderer Parteien zu Gegendemonstrationen einfinden wer- den. Infolgedessen ist damit zu rechnen, daß wie Testern in anderen Städten es auch hier zu ähnlichen Ausschreitungen kommt. Allen Angehörigen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und deren Nebenorganisationen, welche an den verbote­nen Umzügen, Kundgebungen und Demonstrationen unter freiem Himmel teUnehmen, drohe ich auf Grund des § 132 LVG. vom 30. 7. 1883 hiermit für jeden Fall der Zuwiderhandlung eine Geld­strafe von 50 RM an, an deren Stelle im Richt-

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