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Seife 8

Dienstag, den 10. Juni 1930

Mt. 133

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(Rne uralte Abgabe — und ihre Erfolge

Das Reichsfi na nzmmiste r i um hat auf seiner ver­zweifelten Suche nach neuen Steuerquellen Geschichts­kenntnis bewiesen: die Junggesellensteuer, die das Reichskabinett soeben beschlagen hat, stellt jeden­falls eine der beliebtesten unb am häufigsten ange« roanbten Abgaben dar, die bie Geschichte der Staats- finanzen verzeichnet. Nur waren es meist bevölke­rungspolitische Gründe, die den Gesetzgeber laßten, den Hagestolzen zu schwere Ästen

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laßten, den Hagestolzen zu schwere Ästen oufzu- erlegen, daß sie es für ratsam hielten, lieber eine Familie zu gründen. In neuester Zeit hat man die­ses Mittel besonders in Italien und in der Türkei

angewandt. Die Nationalversammlung in Angora beschloß im November 1928 ein Gesetz, nach dem alle türklischen Junggesellen besteuert werden und außerdem den Witwen von Beamten auch im Fall ihrer Wiederverheiratung der Weiterbezug ihrer Pension gesichert bleibt. Die Denkschrift des tür­kischen Statfftischen Amtes über Maßnahmen zur Behebung der Geburtenrückganges hatte den ent­scheidenden Anstoß dazu gegeben. Mussolini hat schon vor vier Jahren diese Steuer ausgeschrieben, die einmal dem ewig geldbedürftigen Staatssäckel eine neue Einnahmequelle erschloß und zugleich die Eheunlust wirksam bekämpfen sollte. Auch auf die­sem Gebiet hat sich der Duce als treuer Hi"

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römischer Tradition erwiesen. Denn die älteste Junggesellensteuer, von der die Geschichte erzählt, ist im alten Rom verordnet worden, als Kaiser Augustus di« Lex Papia Poppäa erließ. Wie die alten römischen Geschichtsschreiber jedoch in ihren Annalen vermerken, scheint diese Besteuerung der Ledigen nicht die bevölkerungspolitische Wirkung gehabt zu haben, die sich die Lenker des Staates versprochen hatten. Auch damals schon waren die Junggesellen kühl rechnende Egoisten, die bald da­hinterkamen, daß es immerhin vorteilhafter jai, die Steuer zu bezahlen, als eine Frau mit mehr oder weniger hohen Ansprüchen zu ehelichen. Neben dieser Junggesellensteuer des Kaisers Augustus gab es im alten Rom auch eine Steuer für reiche alte Jungfern. Die Römer sind ja tm Erfinden neuer Abgaben sehr geschickt gewesen. Witwen, Sklaven, Freigelassene, Haustiere, sogar die Toten wurden be­steuert. Der Kaffer Commodus betrieb mit dem Verkauf von Linzenzen aus Grabstätten einen über­aus schwunghaften Handel, er führte Steuern auf Heiraten, Fenster, Säulen ein und zog als erster die Freudenhäuser zu besonderen Abgaben heran; noch weiter ging der Kaiser Despasian, der sogar die natürlichsten menschlichen Verrichtungen mit einer Steuer belegte und, als man ihm darüber Vorhal­tungen machte, das berühmte Wort „Non ölet" sprach.

Kein Wunder, daß die FinanMinffter späterer Jahrhunderte immer wieder auf den Einfall des Augustus, die Junggesellensteuer, zurückgriffen, wenn in den Staatskassen Ebbe herrrschte Meist bat man ja nach männermordenden Kriegen dem Junggesellenmm erbitterte Fehde angesagt. Nicht allein mit Steuern sondern auch mit Maßnahmen anderer Art versuchte man damals, hartgesottene Junggesellen zu zwingen, ihr Lebensschisfiein in den „„„ Ehehafen einlaufen zu lassen, so mürbe im Elsaß bei von Ai nach Beendigung bes dreißigjährigen Krieges jeder Junggeselle über dreißig Jahre, der der dreimaligen Auffmderung der Behörde, endlich zu heiraten, nicht

nachgekommen war, verurteilt, am Pranger M stehen und von allem Volk mit faulen Eiern be- worien zu werden. Nicht genug damit, verfiel sein ganzes Hab und Gut der Konfiskatton, und er er» hielt es erst dann wieder zurück, wenn er ein Werb heimgeführt hatte. Noch ärger erging es den Jung­gesellen in Nürnberg Wer älter als sechsund­zwanzig Jahre war und unverheiratet blieb oder länger als 2 Jahre Witwer trauerte, mußte drei Viertel seiner Einkünfte abgeben, wenn er es ver­meiden wollte, in den Schuldturm geworfen zu merben, wo er bei Waffer und Brot mit sich zu Rate gehen konnte, ob es doch nicht besser fei, ins Ehe­joch zu kriechen Derartige pnimittv-drastische Ver­fügungen sind jedoch keineswegs aufs Mittelalter beschränkt geblieben. Noch im 18. Jahrhundert wur­den in Hannover die Hagestolze, die bis zum 42. Lebensjahr nicht geheiratet hatten, auf öffenttichem Markt glatt rasiert, und es war ihnen bei strengster Strafe verboten, Perücken zu tragen, was für da­malige Begriffe die schwerste gesellschaftliche De- klaflierung bedeutete; in den Wirtschaften erhielten sie nichts zu essen und zu trinken.

In England hat es im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls Junggesellsnsteuern gegeben; freilich waren die Sätze dort äußerst.niedrig und wurden mit Freuden bezahlt. Ledige Aristokraten wurden jedoch höher veranlagt. In Argentinen kennt man feit, etwa zwonzèg Jahren eine progressiv an« steigende Junggescllcnsteuer. die sich erst vom 75. Jahr ab auf die Hälfte vermindert. Und vor dem Krieg haben einige deutsche Bundesstaaten, wie das

Fürstentum Reuß, von Unverehelichten über dreißig Jahre Steuerzuschläge erhoben. Während des Krieges lag der Gedanke erst recht nahe; so hat die Stat>t Leipzig im Jahre 1916 die Besteuerung der männlichen Junggesellen beschlossen, und erst der unglückliche Ausgang des Krieges unb die Verein­heitlichung der Steuergesetzgebung machte den aus­giebigen Erörterungen ähnlicher Projekte ein Ende.

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Dr. med H. Feldskein, Berlin

Es ist mit den Menschen eine eigene Sache. Wenn ihre Stiefel kaputt, wenn ihre Anzüge auf- frischungsbedürstig sind, schicken sie Schuhe und Kleider zum Fachmann. Wissen sie doch ganz ge­nau, daß nur der Fachmann ihre Kleider und Schuhe wieder gebrauchsfähig machen kann.

Hat aber der Mensch einen kleinen Auf- bügelungsprozeß nötig, so ist er plötzlich ein eigener Fachmann und fein eigener Arzt. Er sieht nicht ein, daß gerade die Auffrischung des menschlichen Or­ganismus nur nach wirklich fachkundigem, ärzt­lichem Rat in Angriff genommen werden sollte, um das Höchstmaß an wirklicher nachhaltiger Er­holung zu erreichen. „Aber ich bin jo nicht richtig -krank, ich bin ja nur erholungsbedürftig. „nur ein wenig nervös", sagt der Patient.

Der Arzt muß auf Grund seiner Erfahrungen anderer Meinung sein. "Zunächst kann er nicht zu­geben, daß man das Wort nervös so gering ein­schätzt. Als ob das Nervensystem nicht genau so wichtig wäre, wie Herz, Lunge, Leber usw. Weiter stellte der Arzt bei einer Untersuchung des „nur" ein bißchen nervösen Patienten sehr bald fest, dich diese kleine nervöse Störung, daß die Ueberarbeitung zu allerlei unangenehmen Erscheinugen führt. Der eine hat Kopfschmerzen, der andere befindet sich in einem Zustand der bauernben seelischen Reizbarkeit, der dritte sieht alle Dinge, die ihm begegnen, schwarz an, er ist depressiv, der vierte klagt über Schlaflosigkeit, der nächste über dauernde Müdig­keit, Appetitlosigkeit, Herzklopfen, für die ein or­ganischer Grund nicht gefunden werden kann, und ehe man sichs versiehst hat man eine ganze Speise karte von Dingen, die zwischen gesund und krank liegen.

Verordnet ein solcher überangestrengter, „nur" nervöser Mensch sich selbst eine Erholung, so wird in sehr vielen Fällen Ort und Art der Erholung falsch gewählt sein. Es hat keinen Zweck an irgend einen beliebigen Ort zu gehen, nur well er uns einmal von irgendwelchen Menschen empfohlen worden ist, weil es dort ein besonders gutes Hotel, einen guten Golfplatz gibt, weil Onkel Karl und Tante Emma gleichfalls hinwollen, oder weil es Mode ist hinzu- gshen. Auch Erholung muß sinngemäß gestaltet werden. Sie muß sich in Höhenlage des Ortes, im Klima nach den Erfordernissen richten, die Körper unb Seele eines bestimmten Menschen aufzeigen. Dazu bedarf es der Untersuchung und Verordnung durch den Arzt. Er wird zunächst die gesamte physisch-psychische Situation des Patienten festzu­stellen suchen und bei seinen Ratschlägen auch den Beruf, die ganze Umwelt in Betracht zu ziehen haben, in denen der erholungsbedürftige Patient lebst Ein Großstadtmensch, welcher in einem Wir-

ein Kleinstädter, der vielleicht infolge des Mangels an äußerer und innerer Anregung depressiv gi worden ist. Während der eine fern von Kurkapell

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worden ist. Während der «in« fern von Kurkapelle, Jazz, Lästsrallee und Kleiderluxus, Erholung findest wird der andere gerade umgekehrt gerne etwas vom Weltstadtleben eines eleganten Kurortes mit­nehmen, er wird Anregung und Erfrischung für die Einsamkeit der kleinen Stadt oder des Landes gut gebrauchen können.

Der in seinem Beruf körperlich sehr angestrengte Mensch wird sich vielleicht auf Rat des Arztes ent­schließen, die See, anstelle des Gebirges zur Er­holung zu wählen, weil die See mit ihrem Gleich­maß unb der Möglichkeit zur körperlichen Ruhe ihn mehr entspannen wird, als das Gebirge, das zu körperlichen Anstrengungen durch Bergwanderungen lockt. Umgekehrt wird jemand mit sitzender Lebens- weffe die Ausarbeitung durch Bergwanderungen als wohltätig empfinden Wieder ein anderer Typ der Erholungsbedürftigen wird einmal eine Umstellung des Stoffwechsels durch diätetische Veränderungen der Lebensweise notwendig haben, um den Körper von überflüssigen Schlacken zu reinigen. Gerade in den letzten Jahren sind in den Kurorten und Bädern die Möglichkeiten für diätetische Behandlung wesentlich verbessert und ausgebaut worden. Die moderne Ernährungsforschung hat aus dem Ge­biet der Stoffwechselerkrankungen neue Wege ye- wiesen, wie die verschiedenen Diätformen als .Heil­kost anzuwenden sind. Eiweiß- und Säureüber­schuß, Grundübel vieler Stoffwechselerkrankungen, hervorgerusen durch einseitige Ernährung und übergroßen Fleischkonsum wird beseitigt durch den Genuß von Vitamin-, Mineralstoff- und basen­

reichem Obst und Gemüse, das möglichst in rohem Zustand verabreicht wird. Diese Umstellung unserer gesamten Ernährung kann hier schon so vorbeugend wirken, daß nicht die Ehsünden des ganzen Jahres durch eine Diätkur beseitigt werden müssen, die aus einen nur „Erholungsbedürftigen" einen „Pa­tienten" machten.

Ferner müssen bei der Wahl des Ferienaufent­haltes die klimatischen Verhältnisse berücksichtigt wcân. Sehr große Höhenlagen mit starker Sonnenbestrahlung sind unter Umständen gefähr­lich für Menschen, bet denen ein tuberkulöser Pro­zeß zur Ruhe gekommen ist; man hat die Erfahrung gemacht, daß ein solcher Prozeß durch bas eben genannte Klima unter Umständen noch einmal akti­viert wird und aufflackert. Besonders wohltätig erweisen sich winterliche Seekuren, es ist viel zu wenig bekannt, daß das Seeklima, auch das der Nordsee, im Winter milder ist, als im Sommer. Sehr abgearbeitete Menschen, die zunehmen sollen und eilte Mastkur scheuen, sind häufig besonders zweckmäßig auf einer Schiffsreise untergebracht. Der dauernde Aufenthalt auf dem Meere macht fast allen Menschen Appetit, die gewisse Einförmigkeit des Lebens, der Zwang, sich viel liegend aufzu­halten, die Unmöglichkeit des häufigen Ortswechsels wirken auf Allgemeinbefinden und Zunahme sehr günstig.

Man ersieht aus all diesen Darlegungen, daß es auch beim „nur" nervösen, „nur" erholungs­bedürftigen Menschen eine Fülle von Unterschieden und Nuancen gibt, die beobachtet sein wollen — und die man durch den Arzt beobachten lassen sollte. Daß der moderne Arzt aus bie Neigungen des Rat­suchenden nach Möglichkeit Rücksicht nimmt, ist selbstverständlich. Denn die positive psychische Ein­stellung, zur Erholung ist schon ein Stück der Er­holung selbst. Aber auch innerhalb dessen, was der ratsuchende Patient gern mag, gibt es soviel Mög­lichkeiten, daß man durchaus das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann, sofern man nur den Spruch beherzigt, daß sich eines nicht für alle schickt.

Die §§«-§« - Dke ZrErmK

Bolivien hat den Schlüssel zum materiellen Fort­schritt der Menschheit. — Deutschlands Freund in Südamerika.

Südamerika feiert in diesem Jahr das Andenken eines seiner Größten: Simon Bolivars, des vor 100 Jahren verstorbenen Befreiers, dessen Lebens­werk die Erkämpfung der Unabhängigkeit der Ko­lonien vom spanischen Mittelstände war. Besorchersn Grund, sein Andenken zu ehren, hat das nach ihm benannte Bolivien. Wenn man in Deutschland von Südamerika spricht, denken die meisten nur an die drei lateinischen Großmächte, die A. B. C.-Staaten, Argentinien, Brasilien undEhile. Nicht ohne Grund, denn gerade dort spielt ja das Deutschtum mit seinen engen Beziehungen zur alten Heimat eine über­ragende Rolle. In den anderen südamerikanischen Staaten, wie Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru, Kolunchien, Ecuador und Venezuela gibt es zwar auch deutschstämmige Bewohner, aber ihre Zahl ist geringer. Das will aber noch nicht heißen, daß diese geringere Zahl gleichbedeutend wäre mit einem

lchaftlichen und pölltiichen Leben. Da gerade dort die indianische Urbevölkerung die Mehrheit des Volkes ausmacht, ist bie dünne weiße Oberschicht, zu der auch die Deutschen gehören, von ausschlag­gebender Bedeutung, wenn auch die Mestizen heute nicht mehr als Mischlinge, als Bürger zweiter Klasse, betrachtet werden.

Unter diesen kleineren Ländern des westlichen Südamerika verdient Bolivien in vieler Beziehung besondere Beachtung. In den letzten Jahren hat ja dieses Land die Weltpolitik häufig beschäftigt. Einmal stand ein Krieg zwischen Bolivien und Paraguay wegen des strittigen Grenzgebietes im Gran Chaco unmittelbar vor dem Ausbruch; erst vor wenigen Wochen ist dieser Streit in Genf bei­gelegt worden. Man erinnert sich ferner daran, daß Bolivien bei dem Grenzstreit zwischen Peru und Chile um bas salpeterreiche Tacna-Arica-Gebiet, dessen Besitz wegen seiner Lage im Stillen Ozean von dem von der See völlig abgeschnittenen Bo­livien erstrebt wird, wiederholt genannt morben ist. Der amerikanische Schiedsrichter, General Pershing, hatte ibefes Gebiet auch Bolivien zugesprochen; Konsequenzen aus diesem Spruch sind jedoch bisher noch nicht gezogen worden. Bolivien sieht mit Recht ein Unglück darin, daß es keinen Zugang zur pazi- fffchen Küste hat, denn das Land, dessen Gebiets­umsang den Deutschlands um das Dreifache über« trifft. Härte für seinen ständig wachsenden Außen­handel einen Hafen an der Küste des Stillen Ozeans bitter nötig. Wie reich dies große, aber nur 8 Millio­nen Einwohner zählende Land ist, beweist am besten der Ausspruch des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, der vor Jahren verschiedene südamerikanische Staaten besucht und sich große Verdienste um die deutsch­

südamerikanischen Staaten erworben hat: „Die will ichaftliche Zukunft der Welt liegt im AndengMW Von dem ungeheuren Reichtum seiner Minen hängt der materielle Fortschritt der Menschheit

Bolivien, von Natur vielleicht das reichste Land Südamerikas, hat den Schlüssel zu diesem Fortschritt in der Hand und steht in enger Beziehung mit bet allgemeinen Entwicklung". Bolivien hat ungeheure Mineralschätze in den das Land durchziehenden Bergketten der Kordilleren. Als Zinnerzeuger steht Bolivien heute schon im Vordergrund. Am konnte ein armer Teufel, der aus Italien emge. wanderte Patina, der vor 25 Jahren mit dem ginn, abbau in Bolivien begann und heute als größter Minenbesitzer wie ein ungekrönter König lebt, zum Nab ob werden. Sein Reichtum hatte ihm den wichtigen Gesandtenposten in Paris eingebracht für dessen Verwaltung er von dem an Washington verschuldeten bolivianischen Staat nicht einen Peso verlangte. Er mußte aber schließlich das ihm s« liebgewordene Paris verlassen, da ruchbar gemou den war, daß er zur Niederhaltung seiner mit Lohn und Kost unzufriedenen indianischen Arbeiterheere insgeheim eine private Armee angeworben hatte.

Wenn eine systematische Verhüttung der boli­vianischen Bodenschätze, zu denen außer dem Zinn noch Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zink, Nickel, Blei, Antimon, Wolfram, Arsen, Zinnober, Salpeter,' Borax, Alaun, Schwefel, Asbest, Stein. und Braunkohle gehören, noch nicht stattfinden kann, so liegt das vor allem an den noch nicht in Abbau genommenen Kohlenlagern, die in den fernen östlichen Gebieten des Landes liegen und noch keine Bahnverbindung mit dem Westen des Lander haben. Von den Andenbergen fließen viele reißen­den Bäche und Flüsse, aus denen zur Behebung des Kohlenmangels nach sachverständiger Schätzung etwa 23 Millionen PS zu Jndustriezwecken unb

zur Errichtung nen werden Kapital, das ja beherrscht, wich

elektrischer Bahnen genm könnten. Das amerikanische alle südamerikanischen Stanien

bestimmt . eines Tages an bis

Schaffung eines bolivianischen Cisenibahnnek! gehen. Dieser Tag ist nicht mehr fem, den, btt Amerikaner, die sich jetzt im Interesse ihrer Aui«<

Mobilindustrie bemühen, sich von den teuren G» mipreisen Englands unabhängig zu machen, batet im inneren Bolivien weite Strecken Urwalds zur Kautschukgewinnung ange tauft. Auch die IM wirtschaftlich nutzbaren Gebiete Boliviens morten darauf, daß man auf ihnen nach modernen Weihe 'ben Kaffee, Kakao, Reis, Zucker und VaumWil! anbaue. Der Indio bestellt fein Land noch geint so wie einst seine Vorfahren im Jnkareich.

Jm verkehrsarmen Bolivien spielt das Flugzwz eine überragende Rolle wie vielleicht nirgend mehr auf der Erde. Strecken, für die man mit dem Maultier Monate braucht, werden von bei

deutschen Flugzeugen des Loyd Aereo Boliviam in wenigen Stunden zurückgslegt. Bolivien he!

fein Luftverkehrsnetz der deutschen Kolonie in Hauptstadt La Plaz zu verdanken. Diese schsnlt nämlich anläßlich der Jahrhundertfeier der holioii attischen Uncchhüng'igkeitserklärung der Regierung ein viersitziges Flugzeug. Damit war die G»ch loge geschaffen, auf der sich der ganz unter beut^ Leitung stehende Flugverkehr entwickeln könn . Deutsche Piloten fliegen nicht nur über die KcMH dilleren, Erdern lind auch heute M« fliegerisch«. M

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reiss zwanzig Schüler in einer nach deutschem fter errichteten Vevkehrsfliegerschule. Auch auf deren Gebieten macht sich starker deutscher Einsts geltend. Seit 1911 steht an der Spitze des bolivias urschen Generalftabes der deutsche General Han- Kundt. In Disziplin, Ausbildung und Uniformi^ ruttg — Pickelhaube und Haarbusch! — hat bolivianische Heer ausgesprochen deutsches SepräM Auch die Kenntnis der deutschen Sprache breill sich sehr aus. Seit 1924 besteht in der Haupff^WI La Paz, die am Fuße des erstmalig von deuW« I Alpinisten erstiegenen 7000 Meter hohen Jlümm 1 liegt, eine deutsche Realschule, die erst 50 Schuler, ■ heute bereits deren 300 unterrichtet. Auch inte' I deren bolivianischen Städten gibt es deuffche I len. Ihr« Erfolge kann man schon heute^ anjw I von Jahr zu Jahr steigenden Zahl bolivianisch? | Studenten in Deutschland erkennen. Die Bolwn I amsche Gesellschaft in Berlin, an ihrer Spitze I Carlos Anze-Soria, widmet sich hingebungsvoll aer ■ Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden LaN' I dren. Der Legationssekretär Federico I Reyes wirbt in ber bolivianischen Presse I Deutschland durch glänzend geschriebene Arn«i i über Deutschlands Geschichte und Gegenwart/

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Dynamikexplosion unter dem Wasser.

Detroit, 9. Juni. Bei den Sauarbeiten einen Wasserwerk-Tunnel unter dem Detrait-Fms erfolgte eine Dynamit-Explosion. Nach den herigen Meldungen wurden sechs Arbeiter geton und etwa 6 von Sand- und Steinmassen ver­schüttet.

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