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Sette 20

Samstag, bett 7. 3mti WM

Von Stätten der Tragit

Das <WM dev Gchaiisu

■*)

mirattuire bei Triest, im Frühling

Das Heute: die leuchtende und lebendige Adria- tabt Triest, über die schon der südliche Sommer ein goldenes Sonnennetz geworfen hat. Es ist »viel Blut um diese Stadt geflossen .und der Nero

ihres Lebens, des Lebens dieser einmal größten Hasenstadt eines zerschlagenen großen Reiches, «st hatt getroffen worden. Man hat gejauchzt in Triest, als Italien den großen Glückswurf „seines" Kriegsendes tat, des „Sieges" — den Triest doch bezahlen muh. Aber an einem dieser lauen und samtenen Abende merkt man in Triest nichts von den mederdrückenden Zahlen seiner Wirtschafts­bilanz. Vielleicht gibt es kaum am ganzen blauen Mittelländischen Meer einen so schönen Platz wie die „Piazza dell'Umtä", deren ganze Westseite von der See begrenzt wird, während auf der Ostseite das mächtige Rathaus steht Hier in den Abend­stunden atmet das Leben der Stadt, das immer noch einen merkwürdigen und ' scharmanten Schlenüerfchritt aus der Zeit Altösterreichs hat. Hunderte von Casèhaustischen, breit in den Platz hineingefchoben, eleganter Zuschnitt, dazu der Wind vom Meer, der die roten und blauen und gelben Riesenschirm« über den Tsschen aufbläht und sie bewegen macht, als seien es merkwürdige und le­bendige Blumen.

So ist das Heute: „Tag der Revue" in ganz Italien. Ein ungeheurer militärischer Pomp wird ousgeboten. Don der Morgenfrühe an dröhnt Mi- litärmusik durch ganz Triest, dann ziehen sie die breite Straße am Meer entlang, Infanterie, Ka­vallerie, in Kolonnen, die ausgezeichnet gerichtet sind. Mächtige Langrohrgeschütze, von Riesenautos gezogen. Radfahrabteilungen, Flugabwehrgeschütze, wieder restloses Band grauer, marschierender In- fanterie, dann Mienenwerfer auf ganz schnellen Autos, die zu achten nebeneinander fahren, als seien sie auf eine Schnur gereiht. Generale, Obristen und Adjutanten m't breiten himmelblauen Schär­pen um die Brust. Faschisten, Pfadfinder und Fah­nen, Fahnen, Fahnen. Eine ungeheure Demonstra- hon der militärischen Macht. Ein ungeheures Be­kenntnis der jubelnden Menschenmassen zu dem Gedanken deß kämpfenden Italiens.

Das Denkmal des österreichischen Admirals, der ™ der Geschichte als Kaiser Maximilian von Me­xiko verzeichnet steht, das Denkmal des Erzher- zogs und Bruders Kaisers Franz Josephs, haben die Italiener in einer schlechten „Siegesst-rmmung" zerstört; auch die kleine Büste der Kaiserin Elisa­beth, die oft bei dem so künstlerisch veranlagten Schwager war, ist aus den grünen Anlagen am Bahnhof entfernt worden.

Schloß Miramare

aber sieht man an diesen klaren Tagen noch immer iom Hafen von Triest aus leuchten. Freilich, bis

Mgere Zeit verschlossen, Biele Erinnerungsstücke, viele Bilder waren in Wien. Nach langen Ber- »andlungen in einem Auskaufchverfahren, dessen Einzelheiten kaum bekannt sind, wurden alle die leitbaren, unersetzlichen Dinge, die der Familie Habsburg gehört haben, wieder nach Triest zurück­gebracht. Die Triester hatten singesehen, daß es töricht ist, große Erinnerungen einfach leugnen zu wollen. Sie hatten eingesehen, welch Zauber von Menschen zu Menschen von diesen Stätten der Tra­gik ausgeht, sie merkten, daß dies einfache Schloß auf dem Vorgebirge, leuchtend über die Adria, noch immer Ziel für Wanderer ist, die gerne aus den Runen des Ortes Schicksal und Wesen einer ver­sunkenen Zeit ablesen wollen.

*

So war das Gestern: Man fährt mit kleinem Dampfer eine halbe Stunde über leichtbewegtes Meer — man fährt über 60 Jahre zurück in die Vergangenheit. Dunkelblaues Wasser, steil sich He­inde Küste, auf dem äußersten Vorsprung des ^orgebirges, von drei Seiten vom Meer umgeben, Schloß Miramare,

her Iugendkraum des Erzherzogs Ferdinand Maximilian.

schrieb der 20jährige Erzherzog von der Insel «Metra, daß er sich einen Basaltblock von der «inte der Insel habe besorgen lassen, der Grund-

Eines seit langem ausgesuchten Tuskulums werden sollte. „Den Platz dazu habe ich vor kur- M m Gedanken in der Heimat festgesetzt. Doch Hzean trennt mich von dem Vaterlande, und Nn'eigns^l' ^6 Aâl in Nr. 124, 126, 129 des

so wähle ich mir den Stein aus dem irdischen, gott- gesegneten Paradiese zum Grundstein meines klei­nen individuellen Paradieses.

Es ist in der Tat ein Paradies geworden, mit Gärten voll zauberisch schöner Baumgruppen, mit Statuen über weiten Rasenflächen, mit Blicken über seltene Hecken und blühende Sträucher, über Ro­sen und Glyzinien in das leuchtende Meer. Das Schloß selbst aber, das nun jedes Stück seiner Ver­gangenheit wièü«rerhalten hat, wodurch die persön­lichen Räume des Erzherzogs so wirken, als habe er sie eben verlassen, um auf der „Novara" nach Mexiko zu fahren, schläft inmitten des frühen Sommers.

Man wandert, angeweht von einer fremden und rührenden Luft, durch ein Schloß der Schatten.

Da ist die Gingangshalle, in der als Haupt­schmuck zwei Staatssänften stehen, von denen die eine von Marie Antoinette benutzt worden sein soll. An der Decke befindet sich eine groß« kreis­runde Glasscheibe, die den Boden eines Aquariums bildet, in dem sich zu Zeiten des Erzherzogs selt­same Meeresfische tummelten. Er war ein Freund des Meeres, und seine glücklichsten Tage hat er auf österreichischen Kriegsschissen, auf der „Novara" verlebt. Sein Schlafzimmer ist einer Schiffskabine genau nachgearbeitet, so wie er sie auf seiner großen Weltreise benutzt hat. Ueber dem schmalen Brett an der holzgetäfelten Wand hängt das Bild der Kaiserin Charlotte, Jugendbild einer schönen Frau mit klugen und ausdrucksvollen Augen. An der Längswand der Kabine viele kleine Familienbilder, ganz so hingchängt, wie ein seefahrender Mann sie an die Schiffswand heftet. Viele eigene kleine Zeichnungen und Aquarelle der Kaiserin Charlotte sind dabei, auf denen zuweilen ein zärtliches Wort steht. Ueber der niedrigen Tür, die zum Arbeits­zimmer führt, hängt ein Bild, das erst nach dem Tode des Kaisers entstanden ist: Die Rückkehr der „Novara" nach Miramare. Schwarze Trauer­wimpel ziehen sich von der äußersten Mastspitze nach allen vier Seiten des Schiffes. Sie werden von einer Kaiserkrone zusammsngehalten. Es ist ein Bild dieser nächtlichen Landung: der Admiral Tegetthoff, des alten Oesterreichs größter Seeheld, führt di« „Novara" und deckt selbst die Fahne über den Sarg, der dann von Miramare nach der Ka- pUMnerkirche in Wien feierlich übergeführt wird ...

Das Arbeitszimmer ist der Admiralitätsmesse des österreichischen Wmiralschiffes nachgebildet. Dann folgen Säle auf Säle, die wie

ein Stück erstarrter Geschichte

wirken. Da ist ein Bild der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich als Braut, das die hinreißende Schönheit der Wittelsbacherin zu lebendigem Ausdruck bringt. In ihrer Familie und bei den Habsburgern gehen deutlich zwei Ströme des Lebens nebeneinander:

zwei Ströme des Lebens nebeneinander: W darauf, eine Krone, die in Wirklichkeit von chigen, die Schönheitssuchenden, die Be- H^lz mar und nur bronziert: man würde, wenn , ..... , die Träumenden und doch allem Fortschritt man nur dies Bild sähe, sicherlich einen falschen

Kühlen und Aufrechten — die alle so handeln, als Ouerretaro war so, wie gelben sterben. Seine Hak- wäre ihnen die Unruhe des Blutes ihrer Familie tung war wahrhaft kaiserlich. Es ist leichter, in

die Unruhigen, die Schönheitssuchenden,

enen,

eine fremde und unverständliche Angelegenheit. Wir finden die Seelenverwandten immer wieder; auch im Schloß Maximilians gibt es zehn Bilder von Marie-Antoinette und vielleicht das schönste Bild von Ludwig II. von Bayern, an dessen tragischem Tod in Schloß Berg mir vorbeigeschritten sind.

An anderer Wand hängt wieder ein Gemälde, aus dessen Augen etwas von der letzten Melan­cholie des Wahnsinns spricht. Ein Mönchsbild, das der Erzherzog Franz Karl gemalt hat und das ihn selbst darstellt.

Außer dem Brautbild von Elisabeth gibt es ein paar Säle später das Gemälde der jungen Frau. Die Augen blicken schon nicht mehr so strahlend, und um den Mund zuckte frühe Trauer. Aber viel­leicht ist der Eindruck noch stärker als der des" Brautbildes.

Aist einem Gang, der nicht volles Licht hat, hängt ein Bildnis Frisdrichs des Großen, bas noch nicht bekannt zu sein scheint. Der König salutiert, indem er den schwarzen Dreispitz in der Höhe des Kopfes hält, so daß er den Hintergrund für das Gesicht bildet. Das Antlitz des Königs ist voller als bei den meisten der bekannten Friedrich-Bilder. Es zeiigt schwere Schatten unter den Augen und tiefe Falten in der Kinnpartie. Die Augen haben einen traurigen, schweren und ergreifenden Aus­druck. Das Bild muß zeitgenössifch sein.

In einem Zimmer hängen zusammen die Bilder aller Personen, die Maximilian zu dem kaiserlichen Abenteuer gedrängt haben. Die ihn alle verlassen haben, die alle schuldig geworden sind an seinem furchtbaren Schicksal. Herrscher und Papst. Vor ■

allem Napoleon III., Kaiserin Eugenie und Mar­schall Bazaine. Auf der Insel Marguerite, in der dreimal vergitterten Zelle, die

der „Gefangene mit der eisernen Maske" bewohnt hat, gewann Bazaine dann viel Zeit, über Treulosigkeit nachzudenken. Er war der Soldat eines treulosen Kaisers, gewiß, aber auch er trug menschliche Schuld. Wie hatte Napoleon an den schwankenden Maximilian geschrieben Anno vier­undsechzig'? „. . . . Ich bitte Sie, stets auf meine Freundschaft zu zählen und zu glauben, daß ich die edlen Gefühle, die Eure Hoheit bewegen, den Thron Mexikos anzunehmen, nach ihrem vollem Werte einschätzs . . . Sie können sicher sein, daß Ihnen meine Hilfe bei der Erfüllung der von Ihnen mit so viel Mut unternommenen Aufgabe nie fehlen wird."

Als dann Kaiser Franz Joseph verlangte, Ma­ximilian müsse für sich und seine Nachkommen auf die Thronfolge in Oesterreich schriftlich verzichten und auf alle Erbansprüche, sah es so aus, als ob die tödliche Lockung noch einmal an dem Erzherzog vorübergehen würde. Er beschloß zu verzichten. Da schrieb Kaiser Napoleon den unheilvollen und ganz ungeheuerlichen Brief, der in frivolster Weise an die Ehre des Admirals appellierte. „Was würden Sie denn von mir denken," schrieb Napoleon, wollte ich Ihnen, wenn Sie schon in Mexiko sind, auf einmal erklären, ich könnte die von mir unter­zeichneten Bedingungen nicht mehr erfüllen?" Ge­rade das, was Napoleon III. später getan hat, als er den Cinschrffungsbefehl für die' französischen Truppen unterzeichnete. Maximilian unterschrieb aber am 9. April schweren Herzens die Verzichts- urkunüe und empfing am folgenden Tage in dem kleinen Salon von Miramare die mexikanische Ge­sandtschaft, die ihm als Souverän huldigte.

Man kann die Szene auf einem großen Gemälde sehen. Da steht der Minister Guitierrez, etwas theatralisch aufgebaut, vor den mexikanischen Her­ren, und ihnen gegenüber der Kaiser. Man kann von diesem Bilde in die kleine Kapelle gehen, man kann dem Gang der Geschehnisse nahezu folgen, kann sich einbiilben, der blondhäuptige und blau­äugige Kaiser schritte mit seinen kleinen Schritten der Gesandschaft voran, am Arm die Kaiserin in dem langen fließenden, veilchenfarbenen Kleid mit dem steil erhobenen Haupte, das so sehnsüchtig war, eine Kaiserkrone zu tragen. Die Kapelle ist eine Nachbildung der Grabkapelle in Jerusalem. Hier wurde das Tedeum gefeiert. Von diesem Augenblick an fühlte sich Maximilian als Kaiser von Mexiko.

Er hat sich als Kaiser malen lassen noch vor der Abfahrt. Das Bild ist ungeheuer theatralisch. Ein Purpurmantel und eine goldene Kaiserkrone

. Seine Hak- . „ —, ,. — ist leichter, in der Schlacht zu fallen als dicht vor den Läufen des Piketts. Dies Bild, wie es der Prinz Salm-Salm, sein Adjutant, hinterlassen hat, diese Aufzeichnun­gen aus den letzten Tagen Maximilians, zeigen die Wahrheit seines Wesens klarer als das prunk­volle Gemälde in Miramars. Der Kaiser sollte mit den Generalen Miramon und Mejia zusammen erschossen werden. „Der Kaiser trat vor die Zellen der beiden Generale und rief mit fester Stimme:

„meine Herren, sind Sie bereit? Ich bin schon fertig.“

Er sagte dann ein wenig später: „Welch ein herr­licher Tag, einen solchen Tag habe ich mir immer Zum Sterben gewünscht". Der Kaiser ging dann, gefolgt von Miramon und Mejia, in das nach dem Eerro zu offene Viereck — hundert Schritte von der Stelle, an der er sich am 15. Mai ergeben hatte —, an der offenen Seite des von Truppen umge­benen Vierecks war eine Art von Mauer errichtet worden. In der Mitte, wo der Kaiser stehen sollte, der größer war als seine beiden Generale, war die Mauer etwas höher. Der Kaiser sagte zu General Miramon: „Ein Tapferer muß auch noch in seiner Todesstunde von seinem Monarchen geehrt merben; erlauben Sie mir, daß ich Ihnen den Ehrenplatz gebe". Miramon mußte den mittleren Platz ein= nehmen. Ein Offizier und sieben Mann traten nun bis auf wenige Schritte vor jeden der drei Verur­teilten. Der Kaiser ging auf die vor ihm haltenden Sowaten zu, gab jedem die Hand und eine Gold­münze und sagte: „Kinder, schießt gut, schießt ge­rade hierher!" wobei er mit der Hand auf die

Stelle des Herzens zeigte. Er trat dann wieder zu­rück auf seinen Platz, nahm den Hut ab und wischte sich mit einem Taschentuch die Stirn (Hut und Tuch wurden später seiner Mutter, der Erzherzogin Sophie, gebracht). Während der kommandierende Offizier den Degen zog und sich vorbereitete, ihn zu senken, sprach der Kaiser auf Spanisch die letz­ten Worte: „Ich kam nicht aus Ehrgeiz. Mexika­ner, möge mein Blut das letzte sein, das vergossen wird für das Wohl des Vaterlandes! Und wenn es noch nötig ist, daß Söhne ihr Blut vergießen, ja möge es zum Wohle des Vaterlandes und nie durch Verrat fließen.

„Es lebe Mexiko!"

Als der Kaiser, von sechs Schüssen getrosten, hin­sank, flüsterte er das Wort „^ombre" (Mensch). Der Offizier legte ihn mit dem Säbel auf den Rücken und zeigte mit seiner Säbelspitze auf des Kasters Herz. Ein Soldat trat hervor und schoß auf die bezeichnete Stelle aus so unmittelbarer Nähe, daß die Kleidung des Kasters anfing zu glimmen."

„Sie werden stets auf meine Hilfe zählen kön­nen", hatte Napoleon geschrieben . . .

Im Schloß Miramare war inzwischen der Thronsaal fertiggestellt worden, den Maximilian nie gesehen hat. Unendlich viel Leuchter, zwei riesen' hafte Wandgemälde, die in allegorischen Darstel­lungen zeigen, wie Habsburg in beiden Welten re­giert, in Europa und Amerika. Andere mexikanische Typen als die wirklichen Soldaten, die wirkliche Gewehrläufe auf den Kaiser richteten, andere Ge- stallen als die zerlumpten Insurgentenoffiziere sehen einen von diesen Gemälden an. Die eisenharten und verschlagenen Züge von Juarez trägt niemand auf diesen Kolosfalgemälden, auf denen schöne Kinder Gottes wandeln. Der Traum des Kaisers, Glück und Macht Habsburgs zu mehren, ist vielleicht zum erstenmal aufgetaucht in Maximilian, als er im Jahre einundsünfzig die Königsgräber der spani­schen Habsburger in Granada besuchte. Vor den Reichsinsignien Ferdinands des Katholischen stand er lange: „stolz, lüstern und doch wehmütig nach dem goldenen Reif und dem einst so mächtigen Schwerte". Ferdinand . . . dessen Unterschrift Lud­wig II. von Bayern in seinen dunklen Stunden an­genommen hatte: „Ich, der König".

Das Schloß war verwaist.

Kaiserin Elisabeth, die dort oft glückliche Stunden mit ihrer Schwägerin Charlotte, die nun wahn­sinnig war, verlebt hatte, — es gibt ein liebens­würdiges Bild im Schloß, das ihre erste Ankunft in Miramars darstellt, die beiden schönen Frauen in blauer, sommerlicher Luft auf der Terrasse —, mied die „Galerie der Schatten". Charlotte, die Kai­serin von Mexiko, sah Miramare nur noch einmal wieder, als schon der Wahnsinn seine Schwingen um sie schlug. Sie machte hier halt auf dem Wege zum Papst auf dieser Jagd durch Europa, als sie das Leben ihres Mannes retten wollte. Sie hat sein Schicksal nicht mehr erfahren oder richtiger nicht mehr begriffen. In Rom brach die Kranklnit aus und sie starb in diesem' einsamen Schloß Bou­chout, dessen dunkelgrüne, verwilderte Parkwege wir noch sehen werden. Die kleine Kapelle von Miramare bekam noch einmal eine doch auch von Melancholie umdunkelte Bedeutung. Kronprinzessin Stephanie, die Witwe Rudolfs, wurde hikr im März 1900 mit dem Grafen Lonyay getraut. Die Diener, die bei dieser Hochzeit aufwarteten, aber waren noch frühere Bediente des unglücklichen Kai­sers, die ihn nach Mexiko begleitet hatten . . .

Wieder noch langer Reihe von Jahren weilte der Erzherzog-Thronfolger von Oesterreich auf Schloß Miramars. Am 27. März besuchte ihn Kaiser Wilhelm. Die Jacht „Hohenzollern" lag auf der Reede, und die Schiffe der österreichischen Kriegs­marine feuerten Salut.

Von Miramars fuhr dann der Erzherzog nach Sarajewo.

Er fuhr von Miramare auch in den Tod.

Eine Maria hält über dem Söller weiße Mar­morhände in die Ferne, so, als grüße sie Meer und Himmel, so, als grüße sic fremde Trauer und großes Schicksal.

Das Schloß der Schatten. Seine Räume sind erfüllt von einer Geschichte von Trauer, Leid und Unfeligkeit. Die Parkbäume wiegen in diesem wunderhellen Wind der Adria ihre gewaltigen und sommerschönen Wipfel. Ein Schloß der Heiterkeit hatte sich Maximilian erträumt.....es ist ein Mausoleum des Unglücks des Erzhaufes geworden.

Die Bäume lächeln, das Schloß schweigt. (Fortsetzung folgt)

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