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W. 132
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und Land
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1930
Vegkündung des Detkungsprogramms
Giesevwatd uud MdWeuhauev evtauievu die KadZueitsdeschMsse - ^vttE tu a^eu Lagern Schwerste Bedenken geseu das Kotopfer
Stegerwald und Moldenhauer haben gestern vor der Presse die Vorschläge der Regierung, die das neu entstandene Loch in den Finanzen des Reiches von 850 Millionen stopfen sollen, erläutert.
Siegevwalds EvASvuugeu
Reichsarbsitsminister Dr. Stegerwald führte folgendes aus: Die gegenwärtigen Beiträge Arbeitslosenversicherung und die t«l, die im Reichshaushalt bereitstehen, reichen zur Unterstützung von 1,4 Millionen arbeitslosen Hauptunterstützungsempfängern und Krisenfürsorgeberechtigten. Um den Etat der Arbeitslosen- versicherung und des Reichshaushaltes ins Gleichgewicht zu bringen, müssen Mittel gefunden werden für etwa 1,6 Millionen Hauptunterstützungs-
etwa
empfanget und 400 000 Krisensürsorgeberechtigten. Daneben erweist sich noch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm von Reichsregierung, Reichspost und Reichsbahn für mehrere Hunderttausend Arbeiter als erforderlich. Alles in allem ist dafür
ein Betrag von 2 Milliarden RM notwendig.
Für die Jnordnungbringung sicherung, des Reichshaushalte
der Arbeitslosenver-
„, .... :es und für die Ar
beitsbeschaffung fehlen insgesamt an 850 Millionen RM, die durch die laufenden Einnahmen, einmalige Einnahmen und durch Reform ' beitslosenversicherung zu beschaffe
Nittel sind durch die gestrigen Besch
r Ari
'iefe Mittel
Jen sind, chlüffe der
Kr3 19311
kJ. Erhöhung der Beiträge Mr Arbeitslofen- versicherung 220 Millionen.
»2. Erfparnisreformen an der Arbeitslofenver-
sicherung 115 Millionen.
3. Notopfer der FestbefoDeten in der öffentlichen und der Privatwirtschaft, der Ledigen und der Auffichtsräte 350 Millionen.
4. Verkauf von Vorzugsaktien der Reichsbahn 100 Millionen.
5. Umgruppierung der : die Zigarettensteuer 50
der Zahlungstermine für er 50 Millionen.
Der Reft soll gewonnen werden durch Einsparungen im ReichshauShalt. Eine Neubelastung der Produktion tritt durch dieses Aufbringungs- Programm so gut wie nicht ein.
Dr. Stegerwald verbreitete sich dann über die Arbeitslosenversicherung. Für das Jahr 1930 müs- wir uns, sagte er, auf eine sehr vi«I g r ö - dere Arbeitslofigkeit einrichten, um "icht im Herbst und Winter vor unlösbaren Aus- gabèn zu stehen. Reformmöglichkeiten großen ^meg in der Arbeitslosenversicherung sind heute im Hinblick auf die gewaltige Massenarbeitslosig- die äußerst gespannten Finanzverhältnisse im -"eich und in den Gemeinden und im Hinblick darauf, daß erst im Oktober 1929 die gröbsten Miß- stande in der Arbeitslose nv ersiche rung beseitigt worden sind. nicht möglich und durchführbar.
Sie müssen auf normalere Zeiten jurücfgestellt
werden.
einer Stunde, in der im Juni noch hundert- «rufende Baufacharbeiter keine Beschäftigung
können, ist auch der Begriff „S a i f °rb eiter" nicht definierbar und .... wendbar. Das Kernstück der jetzigen Reform
daß neben her Beitragserhöhung um 1 Prozent besser bezahlten Arbeiter und Angestellten, wenn nicht 52 Wochenbeiträge gelistet sind, g e - "Here als die normalen im Gesetz vorgesehe- nen Unter stlltzungen erhalten sollen und die Ledigen generell — anstatt wie jetzt m? öum 21. Lebensjahr — eine vierzehntägige Wartezeit eingeführt werden soll. Die letztere Be- E'ung hat schon die Borlage meines Herrn w°^wovgängers enthalten, die aber damals im eine Mehrheit nicht gefunden hat. Di« ^^Lohnng der Beiträge zur Arbeitslosen« auf 4% Prozent, die in Aussicht ge- Crfparnisrefarm und die in Vorschlag ?ii“r™’t<,n Steuern, insbesondere das N o t o p f e r Festbesoldeten, müssen als eine Einheit "When werden. Sozial und am gerech- „ " wäre die Einführung eines a l l -
v.„^lnen Notopfers gewesen in Form â "Uschlagen zur Cmkonimensteuer. Damit wäre bei der deutschen Kapitalverknappung die LLtalftucht begünstigt, die Herein- einten Hemden Kapitals erschwert und praktisch ^Vermehrung der Arbeitslosigkeit in die Hand
Aachbem Dr. Stegerwald Mitteilungen über das vai?^ gemacht hatte, fuhr er fort: Nun wird der M Kampf einsetzen. Im letzten Jahre
lann^A.^ Prozent Beitragserhöhung fünf Monate die ^m^^ö^ worden. Bür wenigen Monaten ist ttbähn,^0 Koalition an K Prozent der Beitrags« jur Arbeitslosenversicherung zerbrochen.
fin« o n - an-
MoSvenhauev Über das Motopßev Me letzte und Mwrevissts SSnanzopsvatw«^ - Koi ovkev oh«s Nekvrftung
Berlin, 6. Juni. Die Mitteilungen Dr. Steger- walds über die Deckungs- und Ersparnisvorschläge des Kabinetts, die übrigens bereits morgen dem Reichsrat zugeleitet werden, wurden heute abend durch Reichsfinanzminlster Dr. Moldenhauer ergänzt. Dabei erfuhr man zum erstenmal,
daß das Nokopfer nicht auf das laufende Haushaltsjahr beschränkt sein soll, wie man aus den vorhergehenden Mitteilungen Stegerwalds an- aßte, sondern daß lediglich der zehn- Ledigenzuschlag ab 1. April
nehmen muf
prozenlige „ . , ,
1931 nicht mehr erhoben wird.
Hinsichtlich des Notopfers soll die Reichsregierung ermächtigt werden, mit Wirkung vom 1. April 1931 an den Satz zu ermäßigen oder die Sonder-
steuer ganz aufzuheben. Daraus kann man schließen, daß die Reichsregierung sich die Steuerquelle des über das Haushaltsjahr
Hilfe", abgerechnet die Dauerangestellten der öffentlichen Verwaltung, 90 Millionen RM. Der Anteil der Beamtenschaft daran beträgt 78 Millionen, der der Angestellten der Privatwirtschaft 12 Millionen. Während die Reichshüfe der Festbesoldeten und der Zuschlag für die festbesoldeten Ledigen ab 1. Juli erhoben wird, sind in die Tantiemen st euer auch einmalige Einnahmen, Tantiemen, Gratifikationen einbezogen, die zwischen dem 1. April und dem 1. Juni zur Auszahlung gelangt sind. Sie werden, entsprechend den drei Quartalen des Vierteljahres, zu drei Vierteln herangezogen.
Ueber die zeitliche Begrenzung
wird in den Entwürfen festgelsgt, daß die Steuer für die festbesoldeten Ledigen bis zum 31. März nächsten Jahres befristet ist, während die Reichs- regierung in dem Gesetz über die 4prozentige Reichshilf« ermächtigt wird, sie am 1. April 1931 zu mildern oder aufzuheben. Die VorverleaunW Ler
Notopfers für alle Fi
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er sich vor ein paar maten ganz energisch da gegen zur Wehr gesetzt hatte. Er ging von dem Ge danken aus, daß überall gespart werden müsse, und daß gleichzeitig eine große Aktion zur Preis- und Lohnsenkung eingeleitet sei. Das Notopfer sei ge- wassermaßen „als letzte und schwierigste Finanzoperation" auf gespart worden. In dem Augenblick, wo Preise und Löhne ins Wanken kommen, müßten auch diejenigen, die sich in gesicherter Stellung befinden, Opfer bringen.
Aus den Ausführungen Moldenhauers ist M entnehmen, daß die „Reichshilfe" folgende Kategorien umfaßt:
1. die Beamten
2. die Dauerangestellen der öffentlichen Verwaltung
3. die Festangestellten der Privatwirtschaft, die nicht der Beitragspflicht für die Arbeitslosenversicherung unterliegen, deren Bruttoeinkommen also über der 8400 RM Grenze liegt.
Für die Erhebung von Beamteneinkom-
men gilt dieselbe Freigrenze wie bei der übrige Einkommensteuer. Bei der Vorbereitung des ®i setzes hat man sich auch die Frage vorgelegt, wie der Begriff der gesicherten Stellung zu fassen sei, und es ist beschlossen worden, den An
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gestellten der Privatwirtschaft, die im Laufe des Jahres ihre Stellung verlieren, die Beiträge zurückzuerstatten. Cs ist aber auch Vorsorge getroffen worden, daß nicht jemand zum Schein mit einer Abfindung von einem Monatsgehalt entlassen und am nächsten Monatsersten wieder eingestellt werde kann, um den Zuschlag zu umgehen.
Die Erhebung erfolgt mit der Lohnsteuer
Nach den Berechnungen des Reichsstnanzministe- riums erbringt jedes der 4 Prozent der „Reichs-
Jetzt handelt es sich nicht wie im März um K Prozent sondern um 1 Prozent Beitragserhöhung, jetzt müssen nicht insgesamt 70, sondern 700 Millionen für die Arbeitslosen beschafft werden.
Mit dem § 48 der Reichsversassung ist die Arbeitslosenversicherung nicht zu sanieren, auch nicht mit der Herbeiführung einer anderen politischen krästegruppierunq durch Auflösung des Reichstags.
Darum hat bei der Größe der Frage und im Hinblick auf das was sich im letzten Jahre um die Arbeitslosenversicherung abgespielt hat, jeder große Streit über Einzelheiten der Reform seinen politischen Sinn verloren. Das ist die nüchterne politische Realität.
Zu dem zusätzlichen Wohnungsbauprogramm erklärte Minister Stegerwald, daß auch weiterhin überwiegend Wohnungen für breite Ar- beiterschichten und für Kinderreiche zu erschwinglichen Mietspreisen geschaffen werden sollen. Vor der Inangriffnahme des zusätzlichen Bauprogramms sollen der Reichswirtschasts-, Reichsfinanz- und Reichsarbeitsminister mit den Baustoffinteressenten, den Arbeitgeberverbänden und den Ge- wertschätzen des Baugewerbes Verhandlungen darüber führen»
ReichsfinanMinister Molden er weiter betonte, ist das Kabinett der Auffassung, daß f o - fertige Maßnahmen nötig sind, eine Verschiebung der Dor aasn auf den Herbst also nicht in Frage kommt. Er wies darauf hin, daß der Etat unter allen Umständen in Ordnung fein müsse schon mit Rücksicht auf eine Reihe großer Pläne, für die wir auch ausländische Kredite brauchen. Dazu gehört z. B. die Ankurbelung des Baumarktes durch zusätzliche Reichshilfe und das O ft p r o - g r a m m. Wegen dieser Notwendigkeit, die Maßnahmen zu beschleunigen, habe das Reichsfinanzministerium sofort Anfang Mai, als das Defizit sich herausstellte, Fühlung mit dem Arbeitsministerium genommen.
Der Belastung durch
die elnprozeniige Erhöhung des Beitrages für die Arbeitslosenversicherung,
die durchaus begrenzt ist, hält der Reichssinan,;- minister die beabsichtigte dauernde Entlastung durch die Reform der Krankenkasfenversicherung entgegen. Die Berechnungen der Reichsregierung für die Ausbalancierung beruhen auf der Zugrundelegung einer durchschnittlichen Arbeitslosen* Ziffer von 1,6 Millionen. Einen gewissen Mindereingang an direkten Steuern durch Verminderung der Kaufkraft erwartet man eigentlich nur von der Umsatzsteuer. Das Reichsfinanzministerium rechnet damit, daß durch die Ankurbelung der Wirtschaft, die Maßnahmen auf dem Bau« markt usw. ein Ausgleich geschaffen wird. Schließlich betonte Reichsminister Moldenlxiuer noch, daß die fierabfehung des Etats im ganzen 60 Millionen ausmachen wird. 35 Millionen davon ergeben sich daraus, daß das noch zu deckende Defizit des Bor« ihres um 35 Millionen geringer war als angenommen. 25 Millionen werden am laufenden Etat ge« strichen.
DZs Woche
Für das deutsche Volk, das von Sorgen und Not umdrängt ist, ist wieder einmal Pfingsten, das „liebliche" Fest, gekommen. „Schmückt das Fest mit Maien, lasset uns Blumen streuen, zündet Opfer an . . ." Kirchenglocken läuten, und Martin Luthers frommes Pfingstlied: „Komm heiliger Geist" wird wieder einmal in Kirche und Haus ge* sungen. Die Menschen wandern hinaus in Gottes freie Natur, um die Sorgen des Alltags auf Stunden zu vergessen, um etwas von jenem Hauch, Lebensglanz und Lebensodem in sich aufzunehmen, den das „liebliche" Fest verbreitet.
Wirtschaftlich und politisch gesehen, heben sich die festlichen Pfingsttage von einem recht dunklen Untergründe ab. Unsere Not ist von Jahr zu Jahr gewachsen, hat sich gewaltig aufgetürmt, ist grenzenlos geworden. In Stadt und Land herrscht eine verzweifelte Stimmung, die in manchem an jene Zustände erinnert, die während der Jnflattonszeit herrschten. Ein Keil wird durch den anderen gr- trieben. Immer schwerer werden die Sorgen, immer größer die Not. Wir müssen schon, um etwas ähnliches zu finden, in . die Jahre nach. dem Äujammenbrechen des 30jährige.: Krie- i, in denen sich die völlige wirt- fchaftUche, politische und moralische Verwüstung praknsch in den deutschen Landen auszuwirken begann, die im Gefolge des großen Krieges über das Reich gekommen war. Damals wie jetzt nach dem Weltkrieg zeigte sich das Ungeheuerliche, das der verwüstende Krieg für den ganzen Bau von Volk und Staat bedeutete, erst allmählich, erst im Fortschreiten von Jahr zu Jahr; bis der Tiefstand erreicht war, von dem aus in langsamen, guäkigen Emporringen eine neue Gesundung erklommen wurde. Damals zeigte sich die grenzenlose Verödung und die unsagbare mirs* schaftliche Verarmung Deutschlands erst 30 bis 40 Jahre nach dem Friedensschluß von Münster und Osnabrück. Nach dem Weltkrieg haben wir die Verarmung schon heute, sie ist von Jahr zu Jahr größer geworden und man möchte annehmen, daß wir bereits heute den Tiefstand erreicht haben. Neben einer furcht- .baren Arbeitslosigkeit, einem katastrophalen Darniederliegen der Wirtschaft hat das Reich, das sich in den letzten Jahren nur durch die gewagtesten Steuerexperimente und durch eine immer neue Schâaufnahme über Wasser halten konnte, schwere Finanzsorgen. Dazu ein Versagen des ganzen parlamentarischen Lebens unserer Art, das nur noch 50 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahlurne zu locken vermag, aber ob der enggezogenen Parteischranken nicht imstailde ist, wesentliche Kreise
für den Staat zu begeistern. Weiter ständige Störungen des Friedens und der inneren Ordnung durch uniformierte Organist dauernd Zusammenstöße, die Todesopsi
iaf tonen, fern for*
wie der Baufofteninbe^ der feit langer Zeit um 20 bis 30 Punkte über dem allgemeinen Teuerungsindex liegt, diesem angenähert werden kann.
Es ist auf die Dauer nicht vertretbar, daß ein Gewerbe mit öffentlichen Mitteln bevorzugt bedacht, (im letzten Jahre sind 85 Prozent aller Neubauwohnungen mit Zuschüssen aus der Hauszinssteuer erstellt worden) und damit ungewollt dazu beige- t ragen wird, einen erhöhten Sonderindex zu stabilisieren.
Wne Solge des baserttwen Anifovmvevbois
Berlin, 6. Juni. Die Landesleitung des bayerischen Stahlhelms gibt nach Blättermeldungen aus München bekannt, daß die für den 14. und 15. Juni in Regensburg angesetzte Kundgebung des bayerischen Stahlhelms für die bäuerische Ostmark und für den Kamps gegen den Bolschewismus verschoben worden ist, da durch das Uniformverbot der bayerischen Regierung der Aufmarsch des Stahlhelms unmöglich gemacht wurde.
dern und zu einem zielbewußten inneren Kleinkrieg ausarten. Kurz ein Tiefpunkt, der zu unter* bieken fast unmöglich scheint und den zu überwinden alle Anstrengungen gemacht werden müssen.
Während der Reichstag trotz aller Nöte frühzeitig in die Pfingstferien gegangen ist, hat das Reichskabinett in dieser Woche seine Beratungen über die Deckung der Fehlbeträge im Reichshaushalt fortgesetzt und abgeschlossen. Es hat damit dem deutschen Volke ein Pfingstgeschenk gemacht, das aus eine kurze Formel gebracht, lautet: Neue Lasten, Lasten, Lasten! Die Beratungen des Reichskabinetts bezogen sich in erster Linie auf die Reform der Arbeitslosenversicherung, eine der Hauptquellen unserer ewigen Finanzverlegenheiten. Man hatte angenommen, daß es diesmal zu einer wirklichen Reform dieser Anstalt kommen würde. Die Beschlüsse des Kabinetts haben in dieser Beziehung eine schwere Enttäuschung gebracht. Man hat zur Deckung des Fehlbetrages von
Die veutiss Nummev umfaßt 34 Setten