O<m«t Gtavi und Land
«Samstag de«
Sv. 126
31. Mar
1636
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Lezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplatzvorschrist u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Fernspr. 3956,3957,3958
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Das netteste
— Das Luftschiff „Gras Zeppelin" hat die
Zwischenlandung in Havanna abgesagt, heule in Lakehursk erwartet.
— Der Haushalkungsausschutz des beschäftigte sich gestern mit dem Etat
Ls wird
Reichstags der allge-
meinen Finanzverwaltung. Reichsfinanzminister Moldenhauer gab dabei eine längere Erklärung über die Finanzlage des Reiches ab.
— Auf der gestern abgehaltenen Tagung der Vundesausschüsse des Allgemeinen Deutschen Ge- iverkschoftsbundes und des Allgemeinen Freien Angestellkenbundes sprach Reichsarbeitsminister Slegerwald über das Arbeitslofenproblem.
— Reichsaußenminister Dr. Curtius hielt auf dem Festakt des Deutschen Ausland-Instituts eine Ansprache, in der er die Wichtigkeit der Lösung des Minderheitenproblems behandelte.
— Die Deulschnakionale Rechskagsfraktion fordert in einer Entschließung, die Reichsregierung solle den Entwurf eines Gesetzes über die Einführung eines Arbeitshilssjahres baldigst vorlegen.
— Der Massenmörder Kürten hat eine in Köln begangene Mordtat eingestanden.
— In Trier ist ein Kommando französischer Pioniere eingetrossen, um die Zeppelinhalle zu sprengen.
SchtuMtzuus des Landaus« MMiS«v»Ii,sissvi«tS
Anerhört hohe Strafen
Und MIN wird mit einem gewissen Recht gesagt, daß es verfehlt sei, so hohe Unterstützungen zu veraus-
schästigen zu können, sind an sechs Milliarden RM | deutsche Wirtschaft schaffen zu können.
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deutschen Angeklagten waren in der Mehrzahl nicht erschienen. Es wären angeklagt der Lehrer und Siabfraf Hans Beißwenger aus Ludwigshafen, weil er als verantwortlicher Führer der nationalsozialistischen Partei am 25. und 26. April d. I. je eine nationalsozialistische Versammlung geduldet habe, ohne sie anzumelden. Der Staatsanwalt beantragte gegen Beißwenger eine Gesamtgesängnis- slrafe vân zwei Monaten und 750 RM Geldstrafe. Das Gericht erkannte auf 35 Tage Gefängnis und »50 RM Geldstrafe bezw. 75 Tage Gefängnis. Der , Verurteilte hatte sich wegen seines Fernbleibens entschuldigt und um Vertagung gebeten, da er sich gegenwärtig auf einer Hochzeitsreise befinde. In der gleichen Sache waren mitangeklagt der Student Ernst Au e r aus Ludwigshafen. Er erhielt 75 RM Geldstrafe und 10 Tage Gefängnis. Erneut ange- klagt wegen unbefugten Tragens der Hitleruniform war der schwerkriegsbeschädigte städtische Angestellte Ernst D ü r r f e l d aus Kaiserslautern, der bekanntlich vor kurzem vom Mainzer Appellationsgericht zur Ableistung einer Geldstrafe widerrechtlich ver- hllslek und tagelang festgehalten worden war. In der erneuten Verhandlung war er nicht erschienen, da er bettlägerig ist. Das Gericht erkannte, dem Anträge des Staatsanwaltes gemäß, auf eine Ge- langmsstrafe von einem Monat und 1000 RM Geldstrafe bezw. 120 Tage Gefängnis. — weiter angeklagt waren die Nationalsozialisten Ioh. Lamp ^ad Philipp Hahn aus Pirmasens wegen der gleichen Ordonnanzübertrekung. Ersterer erhielt ewen Monta Gefängnis und 500 RM Geldstrafe 75 Tage Gefängnis, Hahn 20 Tage Gefâng- "« und 350 RM Geldstrafe bezw. 50 Tage Ge- langnis. Staatsanwalt Ode betonte am Schluffe Derhandlung, daß die französische Besatzung "'chl im letzten Augenblick ihre Mililärjustiz aus- geben könne, wenn auch die ruhmreichen Fahnen, ol^ noch über der Pfalz und em Rheinland wehten, uach dem Mutterland heimkehrten, so dürfe man doch nicht schwach zeigen, denn Schwäche würde am Ruhme Frankreichs zehren.
De« thüving. «iandpunkt in dev Vo«,etkvis«
, Weimar, 30. Mai. Wie über die Verhandlungen der Länderkonserenz über die Polizeifrage °°n Weimarer zuständiger Stelle mikgetcilt wird, das Land Thüringen im Falle der Verhängung »n?».Zuschußsperre, die zu viel gezahlten Reuhs- Zuschusse in Höhe von etwa 400 000 RM für seine Polizei verwenden, so daß sich eine Auswirkung der perre vorerst nicht einstellen würde. Im übrigen
es, daß eine Zurücknahme des Beschlusses des 'dunngischen Kabinetts hinsichtlich der Stcllen- ^ung bei der zukünftigen staattichen Polizei nicht ^luogen werden könne. Die Rationalsozialisten wunten aus Prestigegründen nicht gut einer bet- laugen Zurücknahme eines einmal gefaßten Ve- ^"lies zustimmen. Man werde aber wahrschom- â um eine Kabinettskrise zu vermeiden, einen uderen Weg einzuschlagen versuchen, über de» ? ualsministcr Baum eventuell schon am Montag u^in thüringischen Kabinett Vorschläge unterbreiten werde.
»Mittete Lase ist etttftl*
AelchsavbelismlMfiLv Giesevwald auf dev Tagung der Gewerkschaften
B e r l i n, 30. Mai. Auf der Heuke im Plenarsal des Reichswirkschaftsrats abgehaltenen Tagung der Bundesausschüsse des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafksbundes und des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes, die sich mit der Frage „A u f st i e g oder Niedergang?" beschäftigte, führte Reichsarbeitsminister Dr. h. c. Stegerwald in
einer Ansprache u. a. aus:
Wir befinden uns gegenwärtig in einer Weltwirtschaftskrise. Das geht schon daraus hervor, daß in den drei hauptsächlichsten Industrieländern, den Vereinigten Staaten, England und Deutschland rund zehn Millionen Arbeitslose vorhanden sind. 3n. Deutschland arbeitet der bedeutsamste Wirtschaftszweig, die Landwirtschaft, schon längere Zeit mit einer großen Unterbilanz, daneben wird mit zwei Millionen Arbeitslosen die deutsche Kaufkraft weiterhin jährlich um vier bis fünf Milliarden RM geschwächt. Auch in der Finanzpolitik des Reiches und der Gemeinden wurden in den letzten fünf Jahren schwere Fehler gemacht. Und so stehen wir im Jahre 1930 vor der nüchternen Realität, daß, um die Finanzen des Reichs, der Länder, Gemeinden, Reichsbahn, Arbeitslosenversicherung usw. in Ordnung zu bringen,
wir Volk und Wirtschaft mit rund zwei Milliarden RM in derselben Stunde neu belasten müssen, in der man glaubte, daß durch die Annahme des Poung-Planes Erleichterungen auf der ganzen Linie zu erwarten seien.
Die Finanzen des Reiches
ReLchsfittamminzstev Moldenhauev rechnet mit 136 Millionen vorläufigem Gieuevausfall und 6cc Millionen Mebvbedarf für die Ärbeètslolen
Berlin, 30. Mai. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer hat heule im haushallsaus- «des Reichstages Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand und die voraussichtliche iltung der Reichsfinanzen gemacht. Es geht daraus hervor, daß allem die Arbeitslosenversicherung einschließlich der Krisenfürsorge eine Mehrauswendung von 600 Mill.
Mark über die ursprüngliche Annahme hinaus im Finanzjahre 1930 erfordert. Eine weitere Verschlechterung der Finanzlage ergibt sich aus der Mindereinnahme an Steuern. Der Steuerausfall wird auf 136 Millionen beziffert, so daß für 736 Millionen Deckung ge-
sucht werden muß.
Jm Haushaltsausschuß des Reichstages wurde die Beratung des Etats der Allgemeinen Finanzverwaltung ü
legonnen.
Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer
teilte dabei mit, daß die Reichseinnahmen im April um 54 Millionen hinter den Schätzungen zurückgeblieben sind. Davon entfallen auf die Besitz- und Verkehrssteuern 23,2 Mill., auf Zölle und Verbrauchsabgaben 26,25 Mill. Das sind allerdings nur die Reichsanteile, nebenher gehen die auf die Länder entfallenden Anteile des Länderaufkommens. Der Minister unterzog die einzelnen Posten des Minderaufkommens bei den veftchiedenen Steuern und Zöllen einer genauen Prüfung und kam zu dem Schluß, daß man
den Iahresausfall an Besitz- und Verkehrssteuern für das Reich auf 36,6 und den Ausfall der ersten acht Monate an ben Zöllen und Verbrauchsabgaben gegenüber den Voranschlägen des Haushalts 1930 auf 100 Mill, schätzen müsse, zusammen also 136,6 Mill. zuzüglich eines weiteren Ausfalles an Beförderungssteuer. Die Zölle schätze der Redner nur für die ersten acht Monate, weil für spätere Minder- eingönge notfalls durch eine neue Gesetzgebung im Winter Ersatz gesucht werden könne.
Zur Arbeitslosensrage erklärte Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer: Im Vorjahre war nach einer außerordentlich starken Arbeitslosigkeit im Frühjahr im April und Mai ein Absinken der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um etwa 700 000 erfolgt. Verlief die Kurve im gegenwärtigen Jahr entsprechend, dann konnte' damit gerechnet werden, daß die vorgesehene Deckung ausreichte. Tatsächlich kam es anders, das Absinken trat nur in Höhe von etwa 150 000 Hauptunterstützungsempsänger ein." Eine solche Entwicklung hatte auch vorher die Opposition nicht für möglich gehalten. Auch diese glaubte mit einer K% Beitragserhöhung, von 70 Millionen jährlich, auskommen zu können, während die nach
notwendig. Diesen Betrag kann gegenmärtig eine Regierung, mag sie zusammengesetzt sein wie sie will, weder durch Auslands- noch durch Inlandsanleihen, noch durch laufende Steuern beschaffen.
Aus einer Wirtschaft können nicht beliebig Abgaben herausgepreßt werden, wenn noch etwas übrig bleiben soll für die Lohn- und Gehaltsquote. Ich habe als Arbeitsminister bestimmt keine Veranlassung, in Zweckpessimismus zu machen. Trotzdem muß ich sagen:
Unsere Lage ist augenblicklich ernst. Die Reichsregierung wird alles aufbieken, um die vorhandenen Schwierigkeiten insbesondere in der Finanzwirt- schaft und auf dem Kapitalmarkt, sowcht sie überhaupt sofort lösbar sind, zu überwinden. Durch verschiedene Maßnahmen, die bisher in Angriff genommen sind, hofft die Reichsregierung, wenn der Reichstag ihren Vorschlägen beikritt, in kurzer Frist 12G--150 000 Arbeitern, insbesondere Bauarbeitern, Arbei' und Brot verschaffen zu können. Für jene, die nicht sofort in den Produktionsprozeß eingeglie- derk werden können, muß gesorgt werden. Innerhalb vier Wochen hak der Reichstag darüber zu entscheiden, wie neben den vorhandenen Mitteln noch für weitere 5—600 000 Arbeitslose neue Mittel zu wirken
der gegenwärtig übersehbaren Lage des Arbeitsmarktes notwendig werdende Deckung ein Vielfaches dieser Summe beträgt. Noch am gleichen Tage, nachdem die Zahlen der Arbeitslosen vom 30. April vorlagen, hat sich das Finanzministerium mit dem Arbeitsministerium in Verbindung gesetzt, um mit ihm, die sich daraus ergebenden Mehrausgaben und die Mittel zu deren Verminderung und Deckung zu prüfen. Das Ergebnis dieser Beratungen ist, daß für das Jahr 1930 mit einer Mindestdurchschnittszahl der Arbeitslosen von 1,6 Millionen zu rechnen ist, die einen Mehraufwand in Höhe von 450 Millionen über den Etatsansatz hinaus erfordert. Außerdem «führt die gleiche Entwicklung zu einer Erhöhung der Zahl dèr Krisenunterstützten von bisher 200 000 auf etwa 400 000, d. h. zu einem weiteren Mehrbedarf von 150 Millionen.
Es ist also durch die Wirffchafksentwicklung auf der Ausgabenseite ein Mehrbedarf von insgesamt 600 Millionen erzeugt worden.
Zum Teil wird sich die Deckung dieser Mehraufwendungen durch Maßnahmen aus dem Gebiete der Arbeitslosenversicherung selbst ergeben. Eine Entwurf hierüber soll in der nächsten Woche fertiggestellt werden und alsbald dem Reichsrat zugehen. Im Zusammenhang hiermit sind auch eine Reihe von Maßnahmen in Vorbereitung, welche durch Arbeitsbeschaffung die wirtschaftliche Lage im allgemeinen heben sollen. Bezüglich des danach verbleibenden Ausfalls hat sich das Kabinett bisher ein allgemeines Bild über die Notwerrdigkeit einer Deckung und die hierfür gegebenen Möglichkeiten gemacht, ohne sich auf einen bestimmten Weg festzulegen. Die Vorschläge hierüber werden dem Reichsrat alsbald nach Pfingsten zugehen. Man könne jedoch schon jetzt sagen, daß mân dabei an bet Ausgaben- feik des Etats nicht Vorbeigehen werde. Zu diesem Fehlbetrag, der auf Mohrausgaben auf dem Gebiete der Sozialversicherung beruht, komme nun noch der bereits milgeteilte Minderertrag der Ein-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Die Woche
Unsere Zeit steht für Deutschland im Zeichen eines wirtschaftlichen und finanziellen Druckes, der die Zukunftsaussichten für Reich und Volk einfach trostlos erscheinen läßt. Die Not grinst aus allen Ecken, der Wirtschaftskörper liegt in gefährlichen Zuckungen. Die Arbeitslosenziffer ist größer als im vorigen Jahre, die Zahlungseinstellungen mehren sich von Woche zu Woche, ebenso ist die Konkursziffer ständig im Steigen begriffen. Kurz, die Lage ist einfach trostlos und dabei ergreift man nicht Maßnahmen, die zu einer Besserung führen könnten. Man spricht wohl davon, daß die Wirtschaft wieder „angekurbelt" werden müsse, man führt das Wort „Steuersenkung" im Munde, weiß, daß nur durch eine solche Senkung der wirtschaftliche Gesundungsprozeß wieder angebahnt werden kann, gleichzeitig aber werden neue, durch die wirtschaftliche Depression hervorgerufene Finanzschwierigkeiten des Reiches laut, die hauptsächlich wieder nur durch weitere Belastungen der Wirtschaft behoben werden sollen. Man ist sich klar darüber, daß eine wirtschaftliche Erhebung erfolgen muß, daß der Wirtschaft, jener tausendfältigen Gesamtheit dauernd miteinander verbundener und voneinander abhängigen Einrichtungen, eingestellt auf Erzeugung und Verteilung von Gütern, nur geholfen werden kann durch finanzielle und wirtschaftspolitische Reformen großen Stils, u. a. durch eine durchgreifende Finanzreform, die das Gesamtbild der deutschen Wirtschaft umfaßt und System in unser Steuerwesen bringt, und dennoch findet man den Mm, diese Erlfenmnis in die Tat etzen. Die Not brennt uns buchstäblich auf"die Nägel, jeder einzeln Volksgenosse verspürt sie, leidet unter ihr, nur unseren Volksvertretern im Reichstag scheint diese Not nichts anzugehen, denn sie sind bereits in die Pfingstferien gegangen, obwohl man _ angenommen hatte, daß sie vor der Pfingstpvuse zum mindesten noch die Reform der Arbeitslosenversicherung erledigen würden. Gewiß hat das Kabinett die neuen Deckungsvorschläge und damit auch die Reformvorschläge für die Reichsversicherungsanstalt noch nicht fertiggestellt, — es ist nicht leicht, der neuen finanziellen Schwierigkeiten Herr zu werden —, aber bei der erdrückenden Schwere der finanziell-wirtschaftlichen Lage wäre es Aufgabe, ja Pflicht des Reichstages gewesen, an die Regierung zu appelieren ihre Arbeiten zu beschleunigen, um einen Teil von ihnen noch vor der Pfingstpause zu verabschieden. Nach den gestrigen Ausführungen des Reichsarbeitsministers sind Maßnahmen geplant, durch die die Reichsregierung hofft, wenn der Reichstag ihren Vorschlägen beitritt, in kurzer Frist 120—150000 Arbeitern Arbeit und Brot verschaffen zu können. Konnten diese Maßnahmen nicht sofort ergriffen werden? Konnte der Reichstag nicht sofort seine Zustimmung geben? Aehnlich liegen die Dinge bezüglich anderer Maßnahmen. Man ist auseinandergegangen, wahrscheinlich dem Tage des Wiederzusammentritts des Reichstages, die Schwierigkeiten gemildert haben werden. Von einer solchen Milderung kann natürlich keine Rede fein,im Gegenteil, die Schwierigkeiten, die unsere Volksvertreter bei ihrem Wiederzusammentritt antreffen werden, dürften noch größer sein, als heute. Dadurch, daß man sich abwartend verhält, daß man eine Reformscheu zeigt, statt den Dingen auf den Grund, bis an die Wurzel unserer Not zu gehen, macht man alles nur schlimmer, weil wir so die Gelegenheit verpassen könnten, die das Schicksal selbst zur Besinnung uns gab.
Diese Besinnung auf Reformen ist zwar, wie schon angedeutet, vorhanden, doch der Besinnung sind bisher noch keine Talen gefolgt. Weshalb nicht? Weil jede Partei fürchtet, sich durch eine unpopuläre Maßnahme Schaden zuzufügen. Wir hatten uns der Hoffnung hingegeben, daß es angesichts der gegenwärtigen Not des deutschen Volkes möglich fein würde, die im Bürgertum vorhandenen Gegensätze, die gering zu nennen sind, zu überbrücken, eine Arbeitsgemeinschaft zu bilden und so gemeinsam jene Reform-Maßnahmen zur Wiederherstellung der Lebens-
Oie heutige Nummer umfaßt 28 Setten