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Moalag, den. 2L. Mai 1-930
Nr. irr
ReMsbabn und poMeaMvageu- vevkebv
Liafâhrrmg dorchgehender Sbfrrfigattq im Per- sEn- und Gepâchoerkehr jmrjrfjen Bahnhöfen der Deukscheu Reichsbahn and ârastpoWveckeu der
Deutschen Reichspost.
Die Vermehrung der AM der Krastpoststrecken der Reichspost, die an Linien der Deutschen Reichs- dMr «rjchlieheir, legte den Gedanken nahe, den Bè- natyern beider Lerbehrsmtterne hm ungen durch Etaführung einer durchgehenden Abfertigung von üerfomm-' und Reisegepäck Erleichterungen und Vorteile M bieten. Die hierüber zwischen der Reichsbahn und der Reichspostverwaltung gepflogenen Beratungen find zum Abschluß gekommen mit dem Ergebnis, daß voraussichtlich mit Wirkung schon nom 1. Suni 1830 versuchsweise eine solche unmÄ-echare Abfertigung von Personen und Reisegepäck zwischen Bahnhöfe« der Deutschen Reichsbahn und Postanstalten der Krostpoststrecke» der Deutschen Reichspost eingeführr wird.
Die in diesem durchgehenden Lerkehr einzube- ziehende» Lraftpoststrecken find im gegenseitigen Benehmen ausgewähli worden. Die Zahl dieser Linien wurde, da es sich zunächst um einen Versuch handsch vorläufig -niedrig bemessen. Erstmalig werden erwa 50 Kraftpostlinien in den durchgehenden Verkehr einbezogen. Sm Bereiche der Reichs- vârdirektion Frankfurt (Dtain) kommen die Krast- pofttinien Crvnberg-Königstein und Bad Schwal- bach-Nchjau in Betracht. Eine durchgehende Abfertigung ist nichr vorgesehen im Durchgang über Prioâtbahnen. Don den Postanstalten an Kraft- pofütmen, noch und von denen durchgehend abge- fertigt werden samt, kommen vorläufig nur solche mit starkem Verkehr in Frag«. Sie find in einem besonderen Kraftpostverzeichnis aufgeführt. Die Poftanstatten Linnen Personen und Gepäck noch allen Bahnhöfen abfertigen, nach denen es der an die Kraftpostlinie anschließende Uebergongsbahn- Hrff kann. Die Kraftwogen sichrer geben weder durchgehende Fahrkarten aus, .noch fertigen sie Gepäck durchgehend ab.
Von den Bahnhöfen der Deutschen Reichsbahn sind vorläufig ebenfalls nur größere ausgewählt worden, Keiner« dann, wenn sie in der Nähe der ein bezogenen Kraftpoststrecken liegen und stärkeren Verkehr mit diesen haben. Sm Bereiche der Reichs- bahndrrektion Frankfurt (Main) sind folgende Bahnhöfe ausgewählt worden: Bad Ems, Bad Homburg, Bad Nauheim, Bebra, Betzdorf, Dich, Dillenburg, Frankfurt (Main) Hauptbahnhof, Frankfurt (Motu) Ost, Friedberg, Fulda, Gießen, Hanau Haubtbahnhof, Hersfeld, Herborn, Frankfurt <Mâ>HSchlt, Limburg, Offenbach (Main), Siegburg und Wetzlar. Di« Abfertigung darf nur nach den Postanstalten erfolgen, die im Krastpoftver- zeichnis aufgeführt sind.
Expreßgut, Eil- und Frachtgut werden nicht dvrchgehenS ab gefertigt.
Für die Personenbeförderung werden getrennte Fahrausweis- für Eisenbahn und Kraftpost ausgegeben. Dagegen erfolgt die Abfertigung von Gepäck auf durchgehenden Gepäckschein.
Die Bahnhöfe verkaufen Eisenbahn-Fahrkarten muh dem UÄergangsbahnhof zur Kraftpoststrecke und zugleich Krafipostfahrkarten für die Kraftpost- streck«, für letztere jedoch nur solche zu den reget«
Reisende, die für die Krach- pOltttTS'ds ^LH^^—E M £TTHi5%tM^TTT ' ^kW^ H^Üè' sprechen (3. B. Zeitkarten, 10 Fahrkarten, Rückfahrkarten s müssen diese wie bisher bei der Reichs- püst lösen.
Die Postanstalten cm Krastpoststrecken geben Kmktpostfahrkarten -ür die Kraftpoststrecke aus und gleichzeitig gewöhnliche Effenbihnfahrkarten 2. und 3. Klasse (auch Eil- und Schnellzugzuschlagkarten) des Reichsbahn-Binnenverkehrs vom anschließenden llÄ>ergangsbahnhof ab. Reichsbahnfahrtarten zu er« mäßigrem Preise — ausgenommen die für Kinder und ein einzelnen Fällen Sonntagsrückfahrkarten — werden von den Postanstalten nicht aus gegeben, auch feine Militärfahrkart««. Kinder werden auf der Kraftpost im allgemeinen nach den gleichen Grundsätzen befördert wie auf der Eisenbahn.
Die von den Bahnhöfen ausgegebenen Krast- poftfahrkarten gelten 4 Tage. Die Geltungsdauer beginnt mit dem aufgestempelten oder oufgefchrie-
berrM Tage. S$ Reffe muß spätestens wÄ der Kraftpost beendet fern, die fahrplanmäßig am 24 Vhr des letzten Geltungstages am Bestimmungsort ortiMnntt. Fahrtunterbrechung ist auf der Kmstpost nächt gestattet. Eine Beförderung vrm Fahrrädern auf Fahrradkaren findet nach und von der Kraft-, post nicht statt. Eine Versicherung von Gepäck Helder Europäischen^ Güter- und Reffegepäckversicherung kommt für die Kräftpost nicht in Frage.' Die durchgehende Abfertigung von Gepäck erfolgt im allgemeinen nur, wenn Fahrausweise für die Eisenbahn und für die Kraftpost vorliegen.
Wenn durchgehend abgefertigtes Reisegepäck verloren gegangen oder beschädigt oder in der Beförderung verzögert worden ist, so -haftet die Reichsbahn nach den Bestimmungen der Eisenbahn-Verkehrsordnung, die Reichspost bei Verlust oder Beschädigung auf der Kräftpost nach den Bestimmungen des Postgesetzes.
NeaMsnswsvLe Kesektt für de« Vevkehv auf dev Soft
Es empfiehlt sich:
1. für die Erledigung der Postgeschâste möglichst eine Zett außerhalb der Hauptverkehrsstunden zu wählen;
2. auf alle freizumachenden Sendungen die Marken vor der Einlieferung aufzukleben. Bei Briefsendungen, Postanweisungen und Zahlkarten ist der Absender hierzu verpflichtet..Vorheriges Aufkleben der Marken verkürzt die Wartezett am Schalter;
3. zu Wert- und Einschreisendungen einen Einliefe- rungsschein — mit Tinte — vorher auszuschreiben;
4. das Geld abgezählt bereitzuhalten und größere Mengen Papiergeld stets geordnet zu über« geben. Bei gleichzeitiger Ein- oder Auszahlung von drei und mehr Postanweisungs- und Zahlkartenbeträgen sowie beim Einkauf von drei oder mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen beschleunigt es die Abfertigung, wenn eine aufgerechnete Zusammenstellung der zu zahlenden Beträge vorgelegt wird;
5. bei eignem stärkeren Verkehr die besonderen Einrichtungen zu benutzen (Posteinlieferunpsbücher 'und -Verzeichnisse, Selbstvorbereitung von Paketen und Einschreibbriefes.
KtrmeldevMM bs! WobnunsswsMöl
Ein Jufttzbeamter A. hatte in feinem Wohnort Z. feine Wohnung gewechselt; er war aber in der Gemeinde wohnen geblieben. Der Polizeibehörde hatte der Beamte seinen Wohnungswechsel auch schriftlich angezeigt, er hatte aber unterlassen, seinen Wohnungswechsel mit Hilfe von 3 Formularen der Polizeibehörde mitzuteilen, wie es eine Polizeiverordnung vorschrieb. Der Beamte wurde nach Mitteilung der Deutschen Beamtenbund- Korrefpondenz in Strafe genommen und beantragte gerichtliche Entscheidung. Das Amtsgericht stellte das Verfahren ein, weil es sich um eine Uebertretung handle, die in 3 Monaten verjähre, wenn nicht die Verjährung durch eine richterliche
Entscheidung focht die Staatsanwaltschaft durch Revision beim Kammergericht in Berlin an mit der Begründung, es komme vorliegend ein Dauerdelikt in Bettacht, das erst verjähre, nachdem die Meldung vorschriftsmäßig erfolgt sei. Der erste Strafsenat des Kammergerichts wies aber in einer Entscheidung vom 21. Februar 1930 — I S 40. 30 — die Revision als unbegründet zurück und führte u. a. aus vorliegend komme allerdings ein Dauerdelikt in Betracht. Die Verjährung beginne erst von dem Tage zu laufen, an dem der Polizeibehörde Meldung erstattet worden fei oder an dem die Polizeibehörde Kenntnis von dem Wohnungswechsel er« halten habe. In vorliegendem Falle habe aber der Beamte der Polizeibehörde Mitteilung von seinem Wohnungswechsel schriftlich gemacht, wenn er die Meldung auch nicht vorschriftsmäßig mit Hilfe von
3 Formularen erstattet habe. Sa also die Meldung bei der Polizeibehörde auch rmvorschrfftsmâßjg erfolgt, so laufe die Verjährung von dem Tage, an dem ine Polizeibehörde Mitteilung von dem Umzug des Beamten erlangt habe; es feft mithin Verjährung eingetreteu.
* Pfingskpaketoerkehr. Die Post bittet, zur Vermeidung von Anhäufungen und Verzögerungen die Pfingstpakete und -Päckchen möglichst -frühzeitig auf« guliefern, sie -gut zu verpacken, die Aufschrift haltbar -anzubrin-gen und den Bestimmungsort, soweit notwendig unter näherer Bezeichnung seiner Lage, besonders groß und kräftig niederzuschrâen. Auf dem Paket und Päckchen muß die vollständige Anschrift des Absenders angegeben und in das' Paket ein Doppel der Aufschrift gelegt werden. In den iPäckchen sind etwaige Hohlräum« mit Holzwolle usw. auszufüllen, damit die Sendungen bei der Beförderung in Säcken und beim Stapeln nicht eingedrückt werden. Sie müssen deutlich als ^Brief- päckchen" od. „Päckchen" bezeichnet sein. — Katapultflug Dampfer Bremen—Newyork. Die am 31. Mai in' Bremerhaven beginnende Amertkafährt des Dampfers Bremen wird wieder mit einem Katapultflug verbunden werden. Er soll am 6. Juni möglichst wett vor der amerikanischen Küste beginnen und die Beförderung, und Zustellung der Post um etwa 20 Stunden beschleunigen. Das Flugzeug befördert gewöhnliche Brieffen düngen jeder Art nach den Bereinigten Staaten wn Amerika und mach Ländern über die Vereinigten Staaten hinaus. Sie Sendungen müssen außer dem Klebezettel ^Mit Luftpost" den Vermerk „Mit Katapultflug Dampfer Bremen—Newyork" tragen. Der Lustpostzuschlag (außer den gewöhnlichen Auslands- gebühren) beträgt 50 Rpf für je 20 g. Die Sendungen erhalten einen Sonderstempel „Deutscher Katapultflug Dampfer Bremen—Newyork 6.6. 1930". Bei der Rückfahrt .des Dampfers findet gleichfalls ein Katapultflug statt, der möglichst weit westlich Southampton angetreten und bis Amsterdam durchgeführt werden soll, wodurch die Postbeförderung etwa 1% bis 2 Tage beschleunigt wird. Es empfiehlt sich, in Amerika wohnende Postversender und ©Missweisende hierauf aufmerksam zu machen.
LVeiteBdevZrSt
Der Luftdruck über dem nördlichen Europa ist allgemein gefallen. Unser Gebiet befindet sich jetzt an der Südseite des sich langsam nordwärts verlagernden Tiefdruckgebiets. Bei kräftigen westlichen bis südwestlichen kühlen Winden werden wieder Niederschläge auftreten. — Vorhersage bis Montag abend: Meist bewölkt, Niederschläge und kräftige westliche Winde. — Witterungsaussichten für Dienstag: Wolkig, zeitweise aufhsiternd, vereinzelte Niederschlage, kühl, meist westliche Winde.
La«d8vers SsNÄN.
Windecken, 25. Mai. Familienausflug. Am Himmelfahrtstage unternimmt die hiesige Sport- und Spielabteilung „Eintracht" einen Familienausflug per Autobus nach Gedern in Oberhessen. Die Fahrt führt über Stockheim
2. Mannschaft ein Privatspiel gegen Alemannia Gedern austrägt. Nach den Spielen findet noch gemütliches Beisammensein in Gedern statt.
Bruchköbel, 24. Mai. Gemeindevertreter- sitzung. Am Samstag, 24. Mai tagte die hiesige Gemeindevertretung. Punkt 1. Nachdem in der letzten Sitzung der Antrag der Turngesellschaft (Erhöhung der Miete für Benutzung der Turnhalle zum Schulturnen, von RM 75.— auf RM 200.— jährlich) zurückgestellt wurde, kam die Sache zur nochmaligen Aussprache. Die Turngemeinde war bereit'ihren Saal für RM 150.— zur Verfügung 3tt stellen. Durch das hin und her der Aussprache erklärten die Vertteter der beiden Turnvereine im Interesse der Jugendausbildung, die finanzielle hinter die Wirtschaftsfrage zu stellen und ihre Turnhallen abweckffelnd 1 Jahr um das andere, bis auf
.............. II11, ■ .11 „„.-—.——....---- weiteres zum Betrage von RM 100 jährlich Mr Verfügung zu stellen. Punkt 2. Wahl einer S%v Mission zur Prüfung der Gewerbeertragssteuerer- klârung: GewähÜ werden Sean Baumann, Iakob Beckmann, Philipp Viehmann. Punkt 3. Lichtan- schluß des Maurers PH. Müller an feinen Neubau. Durch das Bauen auf Grundstücke, die nicht im Be- bauungsplan Gegen, muß hier jeder Fall einzeln geprüft werden; hier wurde, da der Anschluß, der keine besonderen Umstände und Kosten verursacht, übernommen, auch wurde dies noch nachttäglich für Christian und Marg. Paul Wwe. bewilligt. Punkt 4. Die Genehmigung der Verpflichtungserklärung über die Gewährung der Hauszinsfteuebhypothek für die Gemeinde wurde gegeben. Punkt 5. Anttag der sozialdemokratischen Gemeindevertreter beß. Aufklärung über die Erhöhung des Wassergeldes durch den Kreis. Eine lebhafte Aussprache setzte ein und es war zu erkennen, daß das Herauffetzen des Wassergeldes bei allen Teilen der Einwohnerschaft Erbitterung hervorgerufen hat. Punkt 6. Aufhebung einer Polizeiverordnung betr. Einfriedigung der Gärten, Anpflanzen von ObstbSumen an der Grenze von Nachbargrundstücken usw. Wie aus dem Bericht des Bürgermeisters zu ersehen war, sollen die meisten örtlichen Polizeiverordmungen, da die Bestimmungen doch in dem Gesetz verankert sind, aufgehoben werden. Dem wurde zugestimmt.
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t Düdelsheim, 26. Mai. Hier fand, in Verbindung mit dem Stiftungsfest der Freiw. Feuerwehr Düdelsheim am Samstag und Sonntag der diesjährige Kreisfeuerwehrtag des Kreises Büdingen statt und hatte einen guten und glatten Verlauf zu verzeichnen. Nachdem am Samstag Abend bereits außer verschiedenen schönoerlaufenen Feierlichkeiten eine D el e gi e r ten versa mml u n g des Kreis- feuerwehrvevbandes ftattgefunden hatte, fanden die eigentlichen Verhandlungen am Sonntagmorgen, nach vorausgegangenem, gemeinschaftlichem Kirchgang der Wehren, unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Gaßner-Büüingen und zahlreicher Beteiligung der Feuerwehren des Büdinger Kreises im Saale der Restauration Simon Wwe. statt. In der Begrüßungsansprache , hob Kreisdirektor Dr. Gaßner den stattlichen Besuch der Tagung hervor. Eine Reihe verdienter Feuerwehrleute wurden für 25= bezw. 40jährige Zugehörigkeit zur Wehr geehrt. Die Allgemeinübersicht über den Stand dès Feuerlöschwesens im Kreise Büdingen läßt den letzteren als günstig erkennen. Feuerwehrinspektor Göckel berichtete sodann über Stand und Veränderungen im Büdinger Kreisfeuerwehrverband, dem in 24 Wehren — Höchst a. N. und Oberau stehen in der Gründung — 6161 Mannschaften an« gehören, darunter 1287 in freiwilligen, und 4874 in Pflichtfeuerwehren. Brände tarnen im Berichtsjahre 5 vor. Der Bericht schloß mit einem Hinweis auf die dringende Notwendigkeit des weiteren Ausbaues des Feuerschutzes auf dem Lande, und hatte eine rege Aussprache im Gefolge, die sich besonders um die Brandhiisfe bei Nachbargemeinden u. a. m. drehte. Als Ort der nächstjährigen Tagung wurde einstimmig die Sick Büdingen gewählt, deren Freiwillige Feuerttâ 1931 das Fest ihres SOjährigen Bestehens feM.
Düdelsheim in einer vorbildlich verlaufenen S<Wtt- und Angviffsübung ihr Können. Der NachmiM brachte einen stattlichen Festzug, einen erheberM Festakt sNuf dem Festplatze und ein anschließend
t Altwiedermus, 24. Mai. Das Gerätewetturnen des Bezirks Büdingen auf der Ronneburg mußte der ungünstigen Witterung wegen im neuerbauten sehr geräumigen Saale des Gastwirts Heyn in W- wiedennus ■ abgehalten werden. Sämtliche gemeldeten Turner waren trotz des Dauerregens zum Wettkampfe angetreten. An den vorzüglichen Leistungen konnte man sehen, daß in den einzelnen Bezirksvereinen während des Winters tüchtig gearbeitet wurde. Möge die Arbeit auch auf dem Gaufest in Kefenrod am 6. Juli und auf dem Kreisfest in Hanau von Erfolgen gekrönt werden.
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Uns nrrb geschrieben: Es kann nachgerade fei« nem Zwè -el mehr unterliegen, daß die Kurzschrift nur mit Hülfe der Maschine Derkehrs^chrift werden kann. Die bisherigen sog. Kurzschrifttnaschin«n gaben nur Teile der Worte wieder und zwar mit lateinischen Buchstaben. Derartige Maschinen sind ausschließlich im Ausland im Gebrauch. Von den Deutschen sind auch ähnliche Maschinen gebaut. Sie
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Sie Wort* ant weniger
Allgemeinheit hat sich aber ablehnend verhalten. Der Grund hierfür liegt offenbar darin, daß die Deutschen, die seit Gabelsberger in der Kurzschrift Führer sind, sich Maschine nkurzschrfft nur als echte SchreibmaichinenkUrzschrift vorstellen können. Die bereite bestehenden Kurzschriften sind lediglich für
die Fèderschrfft ausgestellt und deshalb für die Uebertragung auf die Maschine und den Kurzbuchdruck nicht geeignet.
Dr. Gustav Keining, Soest, hat nun ein Kurz- schristsystem aufgestellt, welches gleichzeitig für die Feberschrift, die Maschinenschrift und den Kurzbuchdruck eingerichtet ist. Er benutzt nur 135 Kurzschriftzeichen und zwar die allereinfachsten, die allen Systemen gemeinsam sind. Dagegen vermeidet er vollständig die sonst allgemein übliche Verbindung von zwei Kurzschriftzeichen zu einem zusammengesetzten Zeichen, weil solche Zeichen das Lesen und Schreiben erschweren und zum Druck nicht geeignet sind.
In der nachfolgenden Schriftprobe ist die Kei- ning'schè Schreibmaschinenkurzschrift veranschaulicht. Diese unterscheidet sich von der Federkurz- schrift nur dadurch, daß die Zeichen unverbunden sind und die Bogen und Schleifen der einstufigen Zeichen der Federschrift in Ecken verwandelt sind, um einen klaren Druck zu erzielen. Sie auch im Ausland patentierte und bereits fabrikmäßig her- gefteilte Maschine ist eine Normalschreib Maschine von 45 Taften mit zwei Umschaltungen, die die Schrift in der Schrifthöhe des gewöhnlichen Buchdrucks wiedergibt. Die Einrichtung der Maschine ist sehr einfach, und ebenso auch ihre Handhabung. Sie Tasten der Maschine haben die üblichen lotei- nischen Buchstaben und zwar im Wesentlichen in Uebereinstimmung mit der gewöhnlichen Schreibmaschine. An den Schreibhebeln sind die Kurzschriftzeichen angebracht. Sie Konsonanten, auch die zu- fammengesetzten. werden zugleich mit dem nachfolgenden Vokal durch ein Zeichen wiedergegeben, wie es in der Kurzschrift geschieht, und zwar werden die e Vokale mit der Grundlage, die a und 0 Vokale mit je einer Umschaltung geschrieben. Sa« gegen werden Kürzungen nur für die allerhäufig- sten Worte verwendet. Auf diese Weise hat man für die Maschinenkurzschrift die Hälfte bis Zweidrittel weniger Anschläge nötig, als für die gewöhnliche Schreibmaschinenschrift.
Durch Abschreiben der Lese- und Schreibübungen des Lehrbuches der Keining'schen Kurzschrift mit der Maschine erlernt man Maschinen- und Federkurzschrift zu gleicher Zest.
Sie Lösung des Problems der Schreibmaschinenkurzschrift muß bei dem Fortschritt auf allen übrigen Gebieten mit der Zeit zum Kurzbuchdruck
führen und wird deswegen für eine Kulturtat ersten Ranges gehalten.
Sie Älteste Mittue dev Welt
12 000 Hörer einer arabischen Universität.
Auf die Frage nach der ältesten Universität wird der Franzose, ohne einen Augenblick zu zögern, die Pariser Sorbonne und der Italiener unbedenklich die Universität Bologna nennen. In Wahrheit haben aber weder Paris noch Bologna berechtigten Anspruch auf den Vorzug, die älteste Hochschule zu fein. Wie die Frauenzeitschrift „L' Egyptienne" in Kairo ihre Leser belehrt, gebührt der Ruhm der ältesten Hochschule der Welt der arabischen Universität der Azhar-Moschee in Kairo. Wurde sie doch von Gawhar Habashi im letzten Drittel des zehnten Jahrhunderts, d. h. 200 Jahre vor der Universität in Bologna und 250 Jahre vor der Pariser Sorbonne errichtet. Sie altehrwürdige theologische Lehrstätte des Islam zählt zurzeit 12 000 eingeschriebene Studenten und Hörer. Die Hälfte dieser studen- tffchen Bevölkerung besteht aus Aegyptern, während sich die andere aus Fremden verschiedener Länder, Türken, Tunisiern, Marrokanern, Afgha- nen, Persern, Arabern des Hedschas, Sudanesen und Berbern zusammensetzt. Dazu kommt noch eine gewisse.Zahl Japaner, Hindus und Javaner; so« gar ein Chinese hat den Weg zu der arabischen Hochschule der Azhar-Moschee gefunden. Allerdings bildet diese Molches nur einen Bestandteil der sieben mohammedanischen Unterrichtsanstalten, die sich auf Kairo, Alexandrien, Tanta, Samiebte, Segasig und zwei andere Orte in der Nähe von Kairo verteilen. Der Name der Hochschule hat in der ganzen Welt des Islam guten Klang, und die Traditionen von Jahrhunderten werden dort in hohen Ehren gehalten.
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MaMMkoe SeMlettte
Von M. A. von Lütgendorff.
Kaltes Blut und Liebesrausch sind eine merkwürdige Mischung; aber viele Fische zeigen uns, daß sich beides gleichwohl recht gut vereinigen
läßt. Beobachtet man die Vorgänge im Wasser, so wirken die Fische jedenfalls nicht gerade kaltblütig. Wenn über die Blaufelchen, die köstlich schmeckenden Bewohnern der Alpenseen, der Liebestrieb kommt, werden sie plötzlich von einer gewaltiger Aufregung gepackt. Zuerst drängen sie sich unruhig im Wasser; wenn aber die Erregung ihren Höhepunkt erreicht hat, springen sie meterhoch aus dem Wasser heraus, schnellen dann wieder hinab- und erst wenn sich dieses tolle Spiel einige Male wiederholt hat, ebbt die Erregung ab. Der Zoologe Karl Voigt, der dieses Wasserschnellen der Blaufelchen einmal im Neuenburger-See beobachtete, war ganz bezaubert von dem Anblick den die Scharen der blitzschnell aus dem Wasser springenden Fische in einer Mondnacht boten, in deren Licht sie wie mit Silber übergossen aussahen. Andere Fische begleiten ihre Werbungen wieder mit besonderen Bewegungen, mit einem schmeichelnden Aneinanderreiben ' — das ein Forscher sogar mit Küssen verglichen hat — wobei sich die Mairenken dicht nebeneinander auf den Kopf stellen, was sehr possierlich aussieht.
Im Spritzsalmler (Eopeina Arnoldi), A^w Zierlich gebauten Fisch, der im tropischen Südamerika einheimisch ist, weckt die Laichzeit die Lust zu einem ganz sonderbaren Siebesfpiel. Es mit einem tollen Herumjagen der Fische eingelèltet, worauf die weiblichen Fische den Männchen zu dem von ihnen vorher schon ausgesuchten Laichplatz f®1’ gen. Dort beginnt ein ganz 'seltsames Treiben. Dn Naturforscher Dr. Geidjes, der es in einem großen Aquarium beobachtete, sah, wie .das Weibchen au® dem Wasser herausschoß und etwa eine H^udbrou über dem Wasserspiegel an der Glaswand kleben blieb, daselbst ein Klümpchen Eier ablegte und dann wieder ins Wasser zurUcksallen ließ. Hieraus begann das Liebesspiel von neuem und endete erst, als sämtliche Eier ihren Platz gefunden hatten. Die Bnitpflege ist dann die Arbeit des männlichen Fisches, der die Eier, damit sie nicht ousttockne", nunmehr jede halbe Stunde mit Wasser befpnH' und dies solange wiederholt, bis «ndlich die JuE fische die Eihüllen verlassen. Der männliche Sonnenbarsch (EUpomotes gibbofus), der in den Suß- wassern Nordamerikas oorkommt, wühlt, noch er die Mutter für feine Nachkommenschaft gefunden hat, vorsorglich eine Grube in den Sand, die er als Laichplatz bestimmt. Hat dann das Weibchen