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20. Mai
Srschrint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Senat NM. 1.-, für den ganzen Monat NM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite SN-Pfs-, m Neklametetl von 65 mm Breite 25 N-Pfg. ✓ Offertengebühr 50 N-Pfg.
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sSamm Stadt und Land
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ✓ Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aufNückzahlung deS Bezugspreises. / Fürplatzvorschrifi u. Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr. S / Femspr. 3956,3957,3958
1930
Das neueste
— In der gestrigen Sladkverordnekensihung, die von nachmittags 5 Uhr bis nachts %12 Uhr Ahr dauerte, wurde der städtisch« Etat für 1930 an. genommen.
— Das Reichskabinett beriet gestern die Maß- «chmen Zur Belebung des Wirtschaftslebens.
— Die Reichsbank hat mit Wirkung von heute den Wechseldiskonksatz von 5 auf 4^ Prozent und den Lombardzinssuß von 6 aus 5% Prozent Herab- S-fttzt.
~ Der Reichstag beriet gestern den Haushalt des Reichsverkehrsministeriums in zweiter Lesung. Damit verbunden war eine Anzahl Anträge ver- kehrspolilischer Natur. In der ausgedehnten Debatte nahm auch der Reichsverkehrsminister Dr. een Guèrard das Work.
— »Graf Zeppelin" ist gestern abend 5.40 Uhr in Sevilla glast gelandet. Heute morgen hat er seinen Flug nach Südamerika fortgesetzt.
— Tardieu bestätigte dem deutschen Botschafter e. Hoesch die Ausgabe der Räumungsbesehle. Die Truppen werden am 30. Juni die dritte Zone ver- lassm haben.
— Aus ganz Norditalien werden schwere Stürme, Hagelschläge und Wolkenbrüche ge- meldek.
Dee Räumunssbekebl amtlich bestätigt
Dritte KSttMttttssbesktttt - Die Räumung w!vd am 3d Luni vollzogen sein
Paris, 19. Alai. Ministerpräsident Tardieu empfing um 12 Uhr den deutschen Bok- schafler v. Hoesch, Außenminister Briand den französischen Delegierten bei der Rheinlandkommission, Girard, und General Guillaumat, - den Oberbefehlshaber des De satzungsheeres.
Der französische Ministerpräsident bestätigte dem deutschen Botschafter, daß, nachdem der Poung-Plan am Samstag in Kraft getreten ist, die französische Regierung gemäß ihren Erklärungen vor dem Parlament den Befehl erteilt hat, die dritte Rheinlandzone zu räumen. Die Bertrster Frankreichs und Deutschlands haben außerdem ihr Einverständnis über die verschiedenen die Räumung betreffenden Linzelftagen, die gemäß dem von der Rheinlandkommission und den französischen Militärbehörden ausgestellten Programm durchgeführt werden, gegeben.
In Ausführung dieses Programms werden alle französischen Truppen die drite Besatzungszone am 30. Juni verlassen haben, und das Ende der Besetzung wird von diesem Tage offiziell notifiziert werden.
RänmunsSbesrun am 20. Wat
Wiesbaden, 19. Mai. Das Oberkommando der fr a n z ö f i s ch e n R h e i n a r m e e in Mainz hat heute dem Präsidenten der Reichsver- mö-gensverwalt-ung für die besetzten Gebiete mitgeteilt, daß das französische Kriegsmimste- rium den Befehl erhalten habe, mit den Räumungsmaßnahmen am 20. Mai zu beginnen. Einzelheiten bezüglich Ler Durchführung der Räumung werden nach Feststellung der Termine noch bekannt gegeben werden. Der Präsident der Reichs- vermögensstouer ist zu den in Paris anberaumten Verhandlungen über die praktische Ausführung der Räumungsmaßnahmen besonders hinsichtlich 'des beschlagnahmten Eigentums berufen worden.
Sie Sevdovveluns ter GtmndvevmSsensftettev vom Haupkausschuß angenommen
Berlin, 19. Mai. Den Haupkausschuß des Land- l&iar.tqaes bescbörtiüt« sich beut« ab.«uü mit Ler..Vorlage
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empfahl als Berichterstalter die Vorlage zur Annahme. Mentz (Wp.) erklärte, die Wirtschaftspartei lehne es ab, sich an den Beratungen dieses Ur- antrags zu beteiligen, dessen Auswirkungen wiederum zu Lasten des bodenständigen Mittelstands gehen müßten. Dr. Reumann, Frohnau (Dn. Vp.), lehnte die Steuer ebenfalls ab und verlangte, daß bei den gewerblichen Räumen auch die vermieteten mit der Erleichterung bedacht würden. Auf eine An- stage erklärte der Finanzminister noch, daß die Geltungsdauer der Neureglung mit dem Grundver- mägenssteuergesetz selbst auch ablaufe.
In der Einzelaussprache verlangten die Deutsch- nationalen und die Deutsche Dolkspartei zum Paragraphen 2 des Gesetzentwurfs Heraufsetzung der Freigrenze. Der Finanzminister erklärte hierzu, daß' es sich bei dem vorgeschlagenen Gesetzentwurf um eine Belastung aller Steuerzahler handle, also der breiten Massen. Deshalb dürfe man mit Befreiungen nicht zu weit gehen, weil sie sonst weite Kreise als unbillig empfinden würden.
Nach längerer Aussprache im besonderen über me beantragte Aufhebung der Kontingentierung der Gmndvernrogenssteuer für die Landwirtschaft, erklärten die Redner der Regierungsparteien, daß im nächsten Jahr ein Betrag, der dem Aufkommen aus «r kontingentierten Grundvermögenssteuer entsprechen solle, für landwirtschaftliche Zwecke zur Ver- ftigung gestellt werden müßte.
Unter Ablehnung aller Aenderungsanträge «urde der Gesetzentwurf angenommen, außerdem ein deutschnokionolvr Entschließungsantrag, der das Staatsministerium ersucht, die Gemeinden )u veranlassen, daß in Fällen, wo eine Niederschlagung der staatlichen Grundvermögenssteuer erfolgt, nuch die Gemeinden gehalten sind, ihre Zuschläge Mederzuschlagen. Die zweite Beratung im Plenum ä>ird am Dienstag fein.
Die Äl«beitstokis«eit fou dedoden tveedeu
VekMiüNe des rieichskablnetts
Bertin, 19. Mai. Nachdem die Kabinelksberakungen über das Ostprogramm in den letzten Tagen zum Abschluß gebracht worden sind, befaßte sich das Reichskabinett in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und unter Beteiligung des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther mit der wirtschaftspolitischen Lage in ihrer Gesamtheit und den vor der Sommerpause zurErledigung zu bringenden Vorlagen.
Das Reichskabinett war sich darin einig, daß alle Mittel daran gesetzt lverden müssen, zur Behebung der Arbeitslosigkeit die Wirtschaft nach Kräften zu beleben. Zu diesem Zwecke werden Verhandlungen mit der Reichsbahn und Reichspo st Verwaltung eingeleitet mit dem Ziele, möglichst umfangreiche Lieferungsaufträge baldigst zur Ausführung zu bringen. Auch der Wohnungsbau, insbesondere soweit es sich um Kleinwohnungen handelt, wird durch besondere Maßnahmen gefördert werden. Bereits im Gang befindliche Verhandlungen über die kommunale Umschuldung sollen beschleunigt zu Ende geführt werden. Zur Förderung der Bauwirtschaft und Linderung der Arbeitslosigkeit wird auch die Frage der Inangriffnahme und des Ausbaues großer Straßenbauten geprüft werden.
Der Reichsfinanzminisker ist ermächtigt, im Rahmen der Haushaltsmittel alle Lieferungsaufträge unverzüglich in Gang zu fetzen. Die Umgestaltung der Golddiskonkbank auf ihre neuen Aufgaben wurde gleichfalls in der heutigen Sitzung eingehend erörtert. Schließlich berichtest der Reichsfinanzminisker über die geplante Gestaltung
des Am der Keil
und Spargesetzes sowie Ernährung und Landwirt-
fchaft über das in Vorbereitung befindliche Stan- dardgefeh für landwirtschaftlich« Produkte.
Die Durchfühmng dieses Gesamtprogramms wird ahn« Inanspruchnahme neuer Haushaltsmittel erfolgen.
Die erste Etappe des Jeppelinftugs (Sestern abend in EevMa gelandet - Heute morsen zuv zweiten Etappe seftavtet
politischer rukammenstoS bei weiSenfeiS
445 Sistierungen
_ Weißenfels, 19. Mai. Zwischen zwei Gruppen Höllischen Nationalsozialisten, die zu einem Messen nach Zeitz wollten und Hallesche: München, die ihnen den Weg verlegen wollten, kam m s^r gestern zu einem Zusammenstoß. Ein mit -llotionalsozialisten besetzter Kraftwagen, der mit Zleinwürfen angegriffen worden war, geriet Laben " den Straßengraben. Der Führer des Autos Mvde von den Kommunisten durch einen Hieb über
Kops so schwer verletzt, daß er in bedenklichem wiftanb in bas Krankenhaus gebracht werden putzte. Weitere sechs Verletzte konnten nach kur-
Behandlung wieder entlassen werden. Das ^liaeipräfibium hatte zweimal ein Uebcrfallkom- von je 30 Mann entsandt. Alle Teilnehmer Kurden untersucht, Waffen wurden aber nicht ge» mnden. 265 Kommunisten und 180 Nationalsozia- ' wurden sistiert und nach Vernehmung fl^ppenweise wieder entlassen und nach Halle abge- Mb«», Das Treffen in Zeitz selbst verlief, ruhig.
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stern zu einem Zusammenstoß. Ein mit zialisten besetzter Kraftwagen, der mit
Madrid, 19. Mai. Wie aus Sevilla gemeldet wird, ist „Graf Zeppelin" heute abend 5.40 Uhr (westeuropäische Zeit) glatt gelandet und am Luftschiffmast verankert worden. Auf dem Flugplatz Tablada hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die mit lauten Jubelrufen das Luftschiff begrüßte, das vor der Landung längere Zeit über der Stadt kreuzte. Auf dem Fluplatz befanden sich seit Montag früh der Chef des spanischen Militärflugwesens, General Balmes, und der spanische Jnsank Alfonso, der Fliegeroffizier ist und die Weiterreise des „Graf Zeppelin" mitmachen will.
Sofort nachdem das erste LanLungsseil des Grafen Zeppelin den Boden berührte, trat die LanLungsmannschaft in Tätigkeit und brachte das Luftschiff an den Ankermast- heran, wo es festgemacht wurde. Das Manöver wurde rasch und sicher ausgeführt und mar innerhalb weniger Minuten beendet. Unter den Begrüßungsrufen von mehr als 4000 Zuschauern verliehen dann die Fahrgäste die Gondel und wurden von den Regierungsvertretern empfangen, während die Luftschiffleitung einen dringenden Ruf nach Wasser, Eis und Orangen aussandte, da die Zeppelinfahrer sehr unter der drückenden Hitze litten.
Kurz nachdem Graf Zeppelin vor Anker war, trafen zwei -deutsche Flugzeuge mit P o st für das Luftschiff ein. Eines dieser Flugzeuge verlor bei der Landung ein Rad seines Fahr
gestells und über s ch l u g sich. Es gab einen Augenblick große Aufregung, bis sich herausstellke, daß die Besatzung unverletzt war.
Ek« Bankett
Sevilla, 20. Mati. Zu Ehren der Offiziere und der Mannschaft des Graf Zeppelin wurde gestern ein Bankett gegeben, bei dem der Jnfant Alfons von Orleans und die Infantin Beatrice den Vorsitz führten. Im Hofe des Hotels, in dem das Bankett stattfand, war ein Zeppelin in Miniatur mit Blumen geschmückt aufgestellt. An der Tafel hatte Dr. Eckener neben der Infantin Platz genommen. Die Speisekarte war von lüftfahrttechnischen Ausdrücken obgefaßt. Sämtliche Behörden waren zu-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Die Aufnahme des statt». Memorandums
Eine Stellungnahme der deutschen R e g i e r u n g zu dem Memorandum Briands über die Bildung einer europäischen Union, ist vorläufig nicht zu erwarten. Ehe -das Kabinett zu einem abschließenden Urteil kommt, ist selbstverständlich eine eingehende Beratung notwendig und diese Beratung kann erst beginnen, wenn nach der Rückkehr des Reichsaußenministers die nötigen Vorarbeiten i-m Auswärtigen Amte geleistet worden sind. Von der deutschen Oeffentlichkeit kann man sagen, daß sie den Vorschlä-gen Briands sehr skeptisch -gegenübersteht.
In E n -g l a n d ist der Plan Briands außerordentlich kühl aufgenommen worden. Man nimmt dort eine begreifliche persönliche Rücksicht auf den französischen Staatsmann, dessen politischer Ehrgeiz bekanntermaßen darin gipfelt, der Welt und vor allen Dingen Frankreich als letzte Gabe seiner politischen Kunst noch das Geschenk einer europäischen Union zu machen. Aber man fragt sich in London doch sehr eindringlich, welcher Unterschied denn eigentlich zwischen der europäischen Union Briands und der anderen Unionsmög- lichkeit bestehe, die für jeden europäischen Staat und auch für jeden Staat der übrigen Welt durch den Beitritt zum Völkerbund ge- -geben ist. Briand will eine europäische „Konferenz" schaffen, die sich auf denselben Linien bewegen foll, wie die Versammlung des Völkerbundes. Der Ausschuß der europäischen Union entspricht vollkommen dem Völkerbundsrat und das Sekretariat der Union dem genau so das Hauptquartier der europäischen Union werden, wie es bereits das des Völkerbundes ist. Ja, der Ausschuß der Union soll zu derselben Zeit in Genf zu-sammentreten wie der Völkerbundsrat. So ist nach Ansicht der englischen Blätter die europäische Union im Grunde genommen nichts anderes als eine auf Europa beschränkte Nachnahme des Völkerbundes. Die Londoner Presse gibt deutlich zu erkennen, daß England nicht mit von dieser Partie sein wird. Damit hat Briand sicher von Anfang an gerechnet. Es kommt ihm auch gar nicht auf England an. sondern einzig und allein darauf, die europäischen Staaten, darunter namentlich auch Deutschland, zu einer Organisation zusammenzufassen, in der Frankreich den Ton an gibt.
Es versteht sich von selbst, daß die französische Preffe die Absichten Briands unterstützt und vor allen Dingen betont, die europäische Union stehe nicht im Gegensatz zum Völkerbung, werde vielmehr eng mit ihm Zusammenarbeiten und man zeige für dieses Ziel in den Organen des Völkerbundes volles Verständnis. Wieweit dies zutrifft, wird sich erst noch zeigen müssen. Sicher ist jedenfalls, daß man in Italien den Plänen Briands kein Verständnis ent-gegenbringt. Mussolini hat wahrscheinlich nicht umsonst gerade in diesen Tagen eine s-o scharfe Rede -gehalten, in der er mit großem Nachdruck »on der Kriegsstärke Italiens und von seiner Absicht spricht, die italienische Flotte nach einem groß angelegten Programm auszubauen. Cs ist wahrscheinlich nicht damit zu rechnen, 'daß Briand von irgendeiner Seite eine schroff ablehnende Antwort erhält. Aber von vorbehaltloser Zustimmung der hauptsächlich in Betracht kommenden -großen Staaten wird wahrscheinlich ebensowenig die Rede sein.
SiavVe Reserve in Eens
Genf, 19. Mai. In Völkerbundskreisen beobachtet man über das Europa-Memorandum Briands eine starke Reserve. Man will zunächst abwarten, was für ein Wind aus den Hauptstädten weht. Den Befürchtungen, daß die europäische Union zu einer vielfach verwirrenden Dappeffpurigkeit der Völker- bundstätigkeft führen könnte, gibt das „Journal de Genève" mit dem Satze Ausdruck: Wenn man Zwei Völkerbund« haben wird, dürfte der Frieden anstatt doppelt, zweimal weniger gesichert sein." Ziemlich gespannt ist man darauf, was aus Len außereuropäischen Völkerbundsstaaten und namentlich aus Südamerika für Stimmen zu hören sein werden. Andererseits könnte der Vorwurf, den man oft aus Len Vereinigten Staaten zu hören bekommt, daß der Völkerbund im Grunde nur eine europäische Institution sei, nicht mehr erhoben werden, wenn
Die heutlae Kummer umfaßt
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