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Mittwoch, den 14. Mai 1930
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An ©o^ttäter stellte ihm einen Betrag zur 23er» Mg, um sich einen künstlichen Arm an schaffen m können. Die Aerzte bewunderten die eisernen ^n>m des heldenhaften Mannes, denn sie erklärten daß noch der Art der Verwunderung wohl die meisten Menschen in eine stundenlange Ohn- Echt gefallen wären, aber nicht mehr die Klarheit bAen hätten, Anweisungen zu ihrer Rettung zu geben. â
Ein häßliches Gegenstück zu diesem tapferen Monn bildete der Chauffeur Cappocoli in New- norf, der durch seine Feigheit beinahe das Leben zahlreicher Arbeiter vernichtet hätte. Er fuhr auf feinem Lastwagen, auf dem er mehrere Tonnen Eisen geladen hatte, als er Kettenschaden erlitt. Trotzdem er noch nicht die Herrschaft über seinen Wagen verloren hatte, sprang er ob und überließ dm Wagen seinem Schicksal. Dabei sah er daß dieses schwere Gefährt auf eine Grube zusaust«, die zehn Fuß tief und 20 Fuß lang war und in der zahlreiche Arbeiter tätig waren, um hier Ausschachtungen für den Bau eines Wolkenkratzers vorzu- nehmen.
* Die Passanten, di« sahen, wie der schwere, mit Eisen beladen« Lastwagen auf die Grube zusauste, riefen den Arbeitern zu, sich schnell zu retten, aber es war keinem möglich, denn dazu war die Grube viel zu tief. Mit furchtbarem Getöse stürzte wenige Sekunden später das Lastauto in die Bau- gmbè. Die Menschen, die tobet standen, waren entsetzt, denn sie waren überzeugt, daß von den Arbeitern niemand mehr am Leben sei. Wie ein Wunder waren sie alle gerettet worden, denn der Lastwagen hatte sich in 'halber Höhe festgefahren. Der Chauffeur versuchte zu fliehen, wurde aber ergriffen und der Polizei übergeben und entging nur mit knapper Mühe und Not der Lynchjustiz, die die empörte Menge an ihm ausüben wollte. Er mußte von mehreren Policeman gegen die Wut der Menschen geschützt werden.
Me die Menschen fievven
Die Oberin eines Krankenhauses erzählt aus ihren Erfahrungen. — Kinder sterben leichter als Lr. wochfene. — Der Wunsch nach Lebensverlängerung.
- die „letzten Worte". — was denkt der Arzt am Sterbelager?
Nach landläufiger Vorstellung spielt sich der Todeskampf folgendermaßen ab: Der Mensch ringt verzweifelt nach Atem, bleibt 'bis zum letzten Augenblick bei Bewußtsein, verfällt über der Anftren- Mg, seinem Mund ein letztes Wort abzuvingen, in krampfhafte Zuckungen, um schließlich, beim Einsetzen des Röchelns, zu verscheiden. In Wirklichkeit erliegt der Sterbende gewöhnlich eine oder zwei Stunden, bevor ine Katastrophe eintritt, der Schlafsucht. Der Atem wird allmählich tiefer und Knigsamer und geht schließlich infolge der Bewegung von Schleim und Müssigkeit in der Luftröhre, die nicht mehr ausgehustet werden können, in das Trachsalrasseln, das bekannte Todesröcheln, über. Tann setzt der Herzschlag aus, und der Patient entschlummert friedlich. „'Kein Mensch", schreibt im „American Meroruy" die Oberin eines Krankenhauses auf Grund ihrer in langjähriger Praxis erworbenen Erfahrung, „will sterben". Ausnahmen Aden die Fälle schwerer Herzkrankheiten, wo feer Patient wirklich qualvoll nach Atem ringt und bei vollem Bewußt sein stirbt. Davon aber abgesehen fiut es keinem Erwachsenen, der sich nicht an tos f^en klammert. Das gilt für alle Sterbende, so» Me ihr Bewußtsein noch ungetrübt ist, auch für p an unheilbaren Krankheiten Leidenden und die, welche den Freitod gesucht, aber nicht gefunden haben. Läßt man burchblicken, daß der Tod unvermeidlich sei, so erklären die meisten, sich mit den Gedanken des Todes obgefunden, aber doch Md) den heißen Wunsch zu haben, daß ihnen noch ein paar Lebensjahre vergönnt sein möchten. Hin- jer diesem Wunsch der Lebensverlängerung verbirgt sich aber nicht etwa der einer Prolongation &5 Lebensgenusses. Die Männer brauchen die Zeit, um ihre geschäftlichen Angelegenheiten zum Abschluß bringen zu können, und die Frauen, fo- ßrn sie verheiratet sind, denken dabei an ihre Kinder, denen sie sich so lange wie möglich erhalten möchten. Kinder, hauptsächlich solche jüngeren Alter, sterben im allgemeinen leichter; wenn sie R sehr elend fühlen, sehnen sie sogar den Tod herbei. Am allerwenigsten aber kommt einer nor» Wen, vor der Entbindung stehenden Frau der Gedanke, daß st« im Wochenbett sterben könnte. Die meisten Mütter aus ihrem Bekanntenkreis sind ja euch glücklich durchgekommen; warum sollte gerade etwas zustoßen? Auch Frauen, die mit tont Selbstmord spielen, rechnen im Ernst nicht mit «nem letalen Ausgang des Selbstmordversuchs. R habe gerade in dieser Beziehung reiche Erfah- S*Wn unter Frauen sammeln können, die sich aus Ascher und wegen der üblen Erfahrungen mit Sannern zu vergiften versuchten. Gewöhnlich handelt es sich tobet um Frauen im Alter zwischen 29 und 25 Jahren, und ich glaub«, daß sich die mei- M Liefer Selbstmörderinnen der Tragweite ihres ■ums nicht bewußt geworden sind. Sie nehmen R paar Verona ldabletton im augenblicklichen aber sie denken dabei kaum ernsthaft an ton Der Selbstmordversuch wurde vielmehr in ft Hoffnung unternommen, krank genug zu wer- ,R um dem Mann, der ihnen wehe getan, einen h Minen Schreck sinzusagen.
, ^cht der Todeskandidat lange krank darnieder, L ’Rmt es zuweilen zu jenen Aeußerungen, die 3® Letzte Worte" verzeichnet zu werden pflegen.
nehmen dabei gern die Gelegenheit wahr, to ^lân, ungeachtet der Zahl und des Alters mnber, das Versprechen abzunehiNen, sich nicht «er zu verheiraten. Sie begründen dies Der- häufig damit, daß sie ihre Kinder vor einer ^Mutter bewahrt sehen möchten. Ehegatten dagegen nur selten an ihre etwaigen Nach- LR- Obre letzten Worte beziehen sich >n«kst auf L.’iRnjielle Dinge. Die Sterbenden zeigen be» M Rwt»eife bei allen diesen Dispositionen keine ländere Eil«. Si« scheinen sich garnicht bewußt zu d>„ m ' ^ sie feine Zeit zu verlieren haben. Für ^D Arzt bedeutet tor Tod eines Patienten immer sei» 'Nwere Erschütterung. Er hat getan, was in Er rWen stand, um den Kpamken zu retten, oei^r ^bei den Kürzeren gezogen und fühlt sich MRton, und deshalb sucht er auch alles zu ner» fön^. was ihn an feine Niederlage erinnern toh ; . Wenn Aerzte und Krankenschuxstern dem klön â'âigültig grgenllberzustehen scheinen, so er» oJ 'R diese angebliche Teilnahmslosigkeit aus feem u„z E' E Sterbenton über ihr wahres Fühlen Imt • ^" hinwegtäuschen zu müssen. Aber sie hz ,in Wahrheit durch die «ingedreten« Katastrophe veâ '" Mitleidenischaft gezogen, als die Fem- "ryenden ahnen."
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3m Mampf sesen dre GeurchveEettprase
Araber bei der Treibjagd auf die Schädlinge rechts: Ein Heuschreckenschwarm läßt sich nieder). Ganz Nordafrika befindet sich im Kampf gegen die Heuschreckenplage. Allmorgendlich zieht die Bevölkerung aus, um die von der Nachtkühle erstarrten Schädlinge zusammenzutreiben und zu vernichten.
Der wett beeShmtette Annattete
Leopow setzt feiten Mops dusch
VIII.
Als der Morgen des 16. Februar 1695 über Dessau graute, fand er die Stadt noch in tiefer Ruhe. lieberljaupt war es seit Leopolds Abreise in die Fremde in der kleinen Residenz sehr still geworden. Auch feie Fürstin ließ sich in tor Stadt nicht mehr sehen.
Aber in Anna Lieses treuem Herzen wollte die Stimme der Liebe nicht zur Ruhe kommen. Gewiß, sie hatte einsichtig entsagt. Aber in einer Ecke ihrer ergebenen Seele war immer noch ein bißchen Hoffnung vorhanden.
Heute lag sie noch im Halbschlummer, der mit einem Male durch ein frisches Trompeten- geschm etter in ein schnelles Erwachen umgewan- tolt wurde. Der stähl ich« Kriegerlärm brach aber schnell ab und nun hörte die Anna Liese unten an der Tür ein paar laute Schläge. Sie sprang schnell out und, sah aus itol^ Was iie-cha. unten
Leopold und rührte den Dürklapsier. AVer mit einer Art, feie sich von selbst Einlaß nahm. Denn es dauerte nicht lange, daß die Tür ton wuchtigen Hieben nach gab und auffprang. Anneliese wollte ihr Zimmerchen verschließen, aber da stand er auch schon auf der Schwelle. Hinter ihm fein treuer Bedienter und der alte Föhse und die Mägde des Hauses.
Das erschrockene Mädchen war schnell unter ihre Bettdecke gekrochen und guckte nur mit dem Köpfchen verdutzt darunter hervor. Als Föhse den Fürsten auf die Ungehörigkeit tos Eindringens in sein Haus aufmerksam machen wollte .brüllte er los: „SW alter Maulwurf! Ich werde ihm die Apotheke zusammenschlagsn, daß Er sein Lebtag feine Rezepte mehr braut! Ganz Dessau kehre ich um und um! Keinen Stein lasse ich aus dem anderen! Mein Kurier hat es mir hinterbracht, daß man mir meine Anna Liese abwendig Minacht hat, daß man ihr Märchen von anderweitiger Verlobung und Nicht- ebenbürtigkeit und weiß tor Teufel, was alles, erzählt hat! In einer Stunde bist du oben auf dem Schloß, Anna Lies«! In zwei Stunden ist die Trauung! Dem Salbera werde ich eine Bezahlung geben, daß er seinen Kopf droben an der Wand wiedersuchtl Auf Wiedersehen, du mein Mädel!"
Unb fo schall und so laut, wie er gekommen die Treppen hinunter, wieder aufs ff aufs Schloß.
mar, polterte er t
Pferd und hinauf . „
Das gab da oben einen tollen Kampf zwischen der Mutter und dem Sohn. Die Regentin hatte sich schon in Sicherheit gewiegt und in dem Glauben gelebt, Leopold und Anna Liese hätten einander vergessen! Und nun dieser Irrtum! Jm Gegen
teil: Leopolds Liebe war wie neu geboren! Unb es blieb ihr schließlich nichts übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen!
Als Anna Liese in einer Stunde pünktlich zum Appell bei ihrem Liebsten antrat, war Leopold ganz entsetzt, das so oft gequälte Mädchen ganz blaß zu sehen. Und aufs Neu« schimpfte er los:
„Wie du aussiehst! Wo sind die roten Backen geblieben? Ich glaube, Frau Mutter, di« haben Sie auf -dem Gewissen! Und Er, Salberg! 3d) sage Euch, es tut nicht gut! Aber du bist doch nach di« liebe, treue, gute Anna Liese, di« meine Frau werden soll und auf die ich gebaut habe, wie auf mich selber?"
.Jetzt sah ihm dos Mädel so lieb in die Augen, daß er jubelnd ausrief:
„Und im Uebrigen hast du tapfer ausgehalten? Immer resolut, frisch, fest?" Und als hierauf Anno Liese versichert«, sie habe alles getan, was in ihrer Kraft gestunden, um sich ihm zu erhalten, da fiel der Ueberglütflidje seiner Braut um den Hals, küßte sie gründlich ab und trat dann mit ihr zur Mutter, um ihren Segen zu erbitten.
Was sollte die Fürstin machen? Sie mußte feg» n«n! Leopold wäre imstande gewesen und hätte ohne ihren Segen geheiratet.
Eine wirklich« Cantoemufter.
Nachdem dann bald darauf die Trauung -durch einen Hofprediger vollzogen war, wa-ndt« sich das neugeborene Ehepaar an ton kaiserlichen Namensvetter, Leopold I., um Anna Liescs Erhebung m ton Reichsfürstenstand und ihren Kindern gleichberechtigtes N-achfolgerecht zu ermöglichen.
Die Berhandlumgen hivvü-b-er zogen sich Jahre hin, denn Intrigue und Empörung gegen dieses An.
sinnen unter den adelsstolzen Fürsten versuchten triefe Erhöhung zu vereiteln. Aber Leopold war in allen seinen Unternehmunge-n hartnäckig bis zum Aeußersten und im Jahre 1701 erfolgte endlich Sie lang erkämpft« Erhebung seiner Frau in ton ReichsfürstenstanÄ.
Jetzt machte sich die Entrüstung an ton kleinen Höfen ganz offensichtlich breit, so daß der Kaiser selbst emschveiten mußte, um dauernde Reibereien im Keime zu ersticken. Und dabei ist die Anna Lies« — das zeigt die Zeit ihrer langen Regierung — eins wirkliche Landesmutter ihren Bürgern gewesen. Wie wohltätig und begreifend die Anna Lies« ihren Landeskindern gegenüber stand, zeigt di« folgen.de reizende Geschichte:
Als der Anna Liese am 25. Dezember 1700 der erste Junge geboren wurde, fühlle sie sich sehr angegriffen und ihr fürstlicher Semabi, ließ im Lande rmrn LMLr AkQNchWL hub^n. DÈ iVOrbe 5UUÄLn
fifflame, sanfte, gesunde, reinliche, junge Bauersfrau sollte es sein und alle Doktoren und Pfarrer des ganzen Landes sollten gemeinsam forschen, die Recht« zu finden. Da wurde denn im Herzogtum überall gesucht. Viele meldeten sich, aber alle mur» ton jurücfgemiefen, weil keine ton Wünschen ent»
sprach.
Endlich wurde eine junge Frau
entdeckt, die in
einem Dorfe tos Amtes Wörlitz wohnte, sich aber erst nach vielem Zureden «nffchloß, nach Dessau zu gehen und sich bei der Frau Fürstin zu melden.
Als die Anna Liess das junge Weib sah, die so verschämt dastand, gewann sie die Bäuerin auf der Stelle so gern, daß sie sich «nffchloß, ihr den Erstgeborenen anzuoertvaucn. So wurde denn der Weiteste der zukünftige Erbe des Fürstentums mit vollem Vertrauen an das Herz der jungen Frau gelegt und das Kind gedieh und wuchs, daß es eine Luft und Freude war.
Aber die Bedingungen, die die Bäuerin hatte «ingehsn müssen, waren nicht io leicht zu erfüllen. Ihr eigenes Kind mußte sie einer Fremden über« lassen, mußte sich von ihrem Monroe und ihrem ältesten Kinde, an denen beiden ihr Herz hing, trennen. Da floß inancherlei heimliche Träne. Aber da sie arm war, mußte sie sich darein finden. Ihr kleines Haus war schon so baufällig und alt und sie konnten noch immer nicht daran denken, ein neues zu bauen. Nun hofften sie durch ton hohen Lohn, ton sie als Schenkamme erhielt, die Hütte wieder neu aufbauen zu können. Das allein entschied bei der Bauersfrau, das allein machte ihr die Trennung weniger hart.
Anna Liess unterhielt sich oft mit ihr über ihre Verhältnisse und erfuhr auch so nach und nach alles, was sie wissen wollte. Die Befragte ahnde natürlich nicht, daß die Fürstin nur versuchte, der Armen ihre Wünsch« abiulaufdjen. Schließlich kam Anna Liese dahinter, daß eine Schuld von 100 Gulden und das baufällige Haus die beiden Dinge waren, die das Herz des jungen Weibes wie ein Alp drückten.
Inzwischen lief auch die Zeit tor Ammentätig- leit ab. Ein« andere wäre nun vielleicht traurig geworden, daß sie das Wohlleben im Schlosse, die Tag« träger Ruhe verlassen mußte, aber die Frau mar glücklich, wieder in tos beschränkte, ärmliche Leben ihres Hauses zurückzukehren. Halb lachend, halb weinend trennte sie sich von ihrem Särgling und der geliebten Fürstin, die sie so gnädig behandelt hatte, und fuhr ihrer Heimat zu. Ein besonderer Wagen, vollgepropst mit tüchtiger Leinewand, Kleidungsstücken, Tüchern, ja mit tor ganzen Einrichtung ihres Zimmer,das sie im Schloss« bewohnt batte, fuhr dem Hofwagen, in dem sie selbst saß, hinterdrein.
Endlich erblickt« sie ton Kirchturm ihres Dorfes, "nb bald hielten sie vor einem schönen, neuen Hause.
„Auch hier wohne ich ja nicht!" rief sie dem Kut- scher zu. Aber schon sah sie ihren Mann und die Kinder aus dem Hause ihr entgegenoilen, und vernahm zu ihrem Erstaunen, daß'die Fürstin die alte Hütte halre ab reißen und dieses neue Haus auf bauen lassen. Als sie später die Koffer öffnete, 'fanton sie in einem ein Papier: die Quittung über die Schuld von 100 Gulden. Es war beinahe wie in einem Märchen. Und ist doch reine Wahrheit -gewesen. —
Ei« modernes Mberuttgenhovt gehoben
In der Nähe von Jrkusk im Dorfe Mondo wohnte ein alter Burjate namens Dongur Eabschi. Dieser Mann, der in einer kleinen Hütte lebte, war nicht nur bis zum Kriege, sondern auch nach Einführung tos Bolschewismus einer der reichsten Leute des ganzen Gouvernements. Er wurde auf ungefähr 20 Milionen Goldrubsl geschätzt. Niemand aber wußte, wo er sein ungeheueres Vermögen bewahrte. Er hatte feine Ländereien und seine Herden im Kriege zu einem hohen Preise verkauft, lebte aber weiter wie ein Bettler. Er gönnte sich nur ein einziges Mal eine Reise nach Petersburg, nachdem er seinen Besitz zu Getz gemacht hatte und man nahm an, daß er sein Vermögen in irgendeiner Bank anlegen wollte. Wenn man ihn fragte, wo sich seine «taatspapiere befänden, tonn lachte er nur verschmitzt und geheimnisvoll und erklärte, daß sein Reichtum sich an sehr sicherer Stelle befinde. Tatsächlich hatte er in Petersburg für viel« Millionen Rubel Brillanten und Smaragde, sowie große Perlen eingekauft und sie in einem feuersicheren kleinen Safe in seine Heimat nach Mondo mitgenommen. Als der Bolschewismus «ingeführt wurde, kamen die Sowjetkommissare in seine kleine Hütte, da sie gehört hatten, daß Dongur Habschi über ein ungewöhnliches Vermögen an Geld und Juwelen verstigt« — die Nachricht von seinen Einläufen hatte sich nämlich inzwischen im Dorfe verbreitet — und ersuchten ihn, die Juwelen herauszugeben, da es verboten sei, daß ein Privatmann Gold und Brillanten in seinem Besitz habe. Er antwortete ihnen nur: „Sucht sie!" Auch die Androhung von" schärfsten Strafen konnten ihn nicht bewegen, _tos Versteck preiszugeben. Endlich erklärte er den Soldaten und Komissaren, daß er seine Juwelen erst nach seinem Tode dem Staat übergeben werde. Dongur Gabschi war nämlich selbst in seiner Jugend ein Trunkenbold und sein Vater war auch ein Freund des Akohols gewesen. Ja, er wir sogar an einer Alkoholver- gistung gestorben. Der Erbe des riesigen Vermögens des alten Burjaten beschloß daraufhin, selbst auf den Alkoholgenuß zu verzichten und auch seinen Nachkommen nicht die Möglichkeit zu geben, sich einem Leben der Schlemmerei zu widmen. Er versenkte darum, als er feinen Tod nahen fühlte, vor zwei Jahren die Truhe mit dem großen Reichtum in dem reißenden Fluß Jrkut. Dann erzählte er den Kommissaren, daß sein Schatz sich auf dem Grunde tos reihenden Jrkut-Fluffes befinde. Nunmehr wurden seit Monaten Anstrengungen gemacht, ton modernen Nibelungenhort zu heben. Amtliche und nichtamtliche Schatzgräber waren lange Zeit damit beschäftigt, den Sand tos Jrkut-Flusses nach ton Schätzen des Burjaten zu durchgraben. Vor mehreren Wochen gelang es endlich einem Soldaten, auf den eifternen 'Kasten zu stoßen, in dem sich der Schatz des ehemaligen Millionärs befand. Er brachte ton Kasten mit vieler Mühe ans Land. Hier wurde er von Regierungsbeamten geöffnet und man stellte fest, daß sich 31 Brillanten in Gs- samtgröße von mehr als 400 Karat darin befanden. Noch kostbarer aber waren ungefähr 100 Ringe, die die schönsten Saragben aufwiesen, teilweise bis zu 10 Karat Größe. Die Perlen, die in einem besonderen Fach untergebracht waren, konnten mit ton schönsten Perlen der indschen Maharadschas
modernen 7 Millionen
<3oR>rubel oder 15 Millionen Mark geschätzt.
rrundkunS-Wsoqvamme Mittwoch ton 14. Mai
6: Von Stuttgart: Morgengymnastik 1. 6.45: Nach Stuttgart: Morgengymnastik 2. 8—9: Don Bad Homburg: Konzert der Kurkarelle Bad Homburg. 9.30—10: Noch Berlin: Schulfunk. 11.4 5 bis 12: Nur für Kassel: Werbekonzert, 12.30: Schallplattenkonzert: Alte Schlager und Tonfilm-Schlager. 13.30—13.45: Nur für Frankfurt: Werbekon-ert (Schallplatten). 15—15.50: Don Stuttgart: Stunde der Jugend. 16—17.45: Noch Stuttgart: Unterhaltungskonzert tos Rundfunkorchest«rs. 18.05: Don Kassel: „Von Theben bis Tell el-Amarna" (Echna- ton und Nofretete). Eine kulturgeschichtliche Be- trachtung. 18.35: Von Stuttgart: „Aus der Gs. schichte des Kakaos". 19.05: Von Stuttgart Anlage und Umwelt beim Verbrecher. 19.30: Nach Stuttgart: Alte Diolenmusik aus vier Jahrhunderten. 20.30: Nach Stuttgart: „Konkurssache Wurmbach", ein Hörspiel von Auditor. 22: Don Stuttgart: Populäres Orchssterkonzert des Philharmonffchen Orchesters Stuttgart. 23.15: Nachrichten.
Schlesier-Verein. Heute abend 8^ Uhr in der Mainlust Kesselstadt Tanzprobe zum Stiftungsfest.
1. Hanauer Rauchklub 25 (Mitglied tos Südd. Raucherbundes). Heute abend >49 findet in der „Goldenen Gerste" ein Preis-Werbe-Rauchen statt. Gäste willkommen, können mitrauchen. Unsere Mitglieder werden gebeten, restlos zu erscheinen.
Städtische BeVanutmachuuse«.
Oeffenklichc Mahnung fälliger Steuern und Abgaben.
Diejenigen Steuerschuldner, welche mit Ent. richtung der
Hauszinssteuern Grundvermögenssteuern Kanalbenutzungsgebühren Müllabfuhrgebühren
für Jlpril 1930 (fällig gewesen am 15. April 1930) Nachlragsumlage
— städt. Zuschlag zur ftaatl. Steuer vom Grundvermögen —
ür 1929 2. Rate (fällig gewesen am 5. April 1930) m Rückstände sind, werden hierdurch öffentlich gc- mahnt, die Rückstände bis spätestens 17. Mai 1930 an die unterzeichnete Kasse zu entrichten.
Dan den folgenden Tagen ab werden die fällig gewordenen Rückstände nebst Zinsen und Gebühren im Wege der Zwangsvollstreckung eingezogen.
Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt.
Zahlungen im Giroverkehr oder auf Postscheck» Jonto Nr. 5104 Frankfurt a. M., müssen pätestens am obgenannten Tage der Kasse porto- ret zugehen.
Hanau, den 13. Mai 1930.
Stadtkasfe, gez. Albert, Rendant.