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Wahnsinn, Brutalität und Opfermut bei -Kataftvovhen

was Menschen bei furchtbaren Katastrophen empfinden. Erdbeben und Bergwerksunglücke.

Vor einigen Tagen hat sich eines der furcht­baren Erdbeben in Birma in Indien ereignet. Es sollen sich in den betroffenen Ortschaften die ent­setzlichsten «schreckensszenen ereignet haben. Es ist selbstverständlich, daß bei derartigen gewaltigen Katastrophen, die oft Hunderttausende von Menschenopfern bedeuten, sich die Bevölkerung in größter Erregung befindet.

Aber durch wissenschaftliche Untersuchungen, die z. T. von dem Züricher Professor Heim, z. T. von französischen bedeutenden Psychologen und Aerzten wie z. B. Stierlein gemacht wurden, wurde an­dererseits festgestellt, daß der Mensch Fähigkeiten in sich hat, durch plötzliche Ausschaltung seiner ge­wöhnlichen Empfindungen, durch Lähmung des Geistes und durch seelische Erschöpfung, sich gegen die entsetzlichen Eindrücke derartiger Katastrophen abschließt. Es ist ein Akt von Selbsthilfe der Natur des Menschen, um ihn vor Wahnsinn zu erretten. So wurde z. B. bei dem gewaltigen Erdbeben in Messina, das ungefähr 100 000 Menschenopfer ge­fordert hat, festgestellt, daß auch diejenigen, die schwerverletzt und gerettet worden waren, zuerst überhaupt keinen Schmerz verspürten, sondern nur ein Gefühl der dumpfen Lähmung, das sie zu jeder Ueberlegung unfähig machte. Erst viele Stunden nachher traten Schmerzempfindungen auf.

Größtes Heldentum und krasseste Rohheit und schändlichster Egoismus wurden nebeneinander be­obachtet. Es gab Menschen, die sich der Errettung anderer opferten. Besonders viele Mütter wurden gefunden, die ihre Kinder mit ihren Leibern schützten und dabei mit ihnen zusammen umkamen. Ebenso zahlreich waren aber die Zeichen harter Selbstsucht. Bei dem furchtbaren Basarbrand in Paris haben die vornehmsten Herren äiit der größ­ten Brutalität die Frauen in die Flammen ge­stoßen, um ihr eigenes Leben zu reiten. In Messina wurde sestgestellt, daß ehrbare Männer den Frauen Kleidungsstücke entrissen, um sich selbst zu schützen. Es scheint, als ob bei gewaltigen Naturkatastrophen die Licht- und Schattenseiten der Menschen so klar zum Ausdruck kommen, wie sonst niemals im Leben.

Nach dem Erdbeben von Messina war es eine er­hebende Erfahrung, wie sich die behen Frauen Italiens in den Dienst der Verunglückten stellten. Sie pflegten sie in den Lazaretten, aber . . . nur die ersten Tage. Kaum war die allgemeine Er­regung und die gewaltige Mitleidwelle, die durch

die Welt ging, verebbt, als alle die barmherzigen Pflegerinnen wieder die Stätte des Unhüls ver­ließen, und in ihre Heimat zurückfuhren. Die Tat­sache, daß Tausende und Abertausende wenige Tage nach dem Erdbeben nach Messina zurückkehrlen, um dort nach ihrem Hab und Gut zu sehen, beweist, daß der materielle Sinn der Menschen durch so ge­waltige Katastrophen doch nur für kurze Zeit aus­geschaltet wird. Das lähmende Entsetzen hält nur einige Tage an. Dann tritt wieder der Selbster- haltbungstrieb in Wirkung, und der nüchterne All­tag beginnt, Aehnliches wird auch von römischen Schriftstellern, die die schrecklichen Tage des Vesuv­ausbruches und den Untergang von Pompeji und Herkulaneum beschrieben, erzählt. Die schrecklichen Katastrophen erscheinen schon kurze Zeit nachher wie ein böser Alpdruck oder wie ein schlimmer Traum, denn die menschliche Seele hat nicht die Fähigkeit, die Eindrücke der Verzweiflung, der Todesfurcht und des grausigen Schreckens in sich festzuhalten.

Fast grotesk muten aber Folgeerscheinungen schwerer Unglücksfälle an, denn die Menschen nei­gen dazu, sich nachher als Helden und Märtyrer zu fühlen und sich bestaunen zu lassen. Bei dem furcht­baren Bergwerksunglück zu Courrieres im Jahre 1901, bei dem 1100 Tote beklagt werden mußten, kamen bekanntlich drei Wochen nach dem Ergeb­nis, als niemand mehr hoffte, daß sich in dem Schacht lebende Menschen befinden könnten, 14 Bergleute ans Tageslicht, die durch einen glück­lichen Zufall gerettet wurden. Das war eine ge­waltige Sensation und die ganze Welt nahm an ihnen Interesse, staunte über ihre (Erlebnisse und gab sich Mühe, sie die furchtbaren Tage vergessen zu machen. Die Regierung verlieh ihnen den Or­den der Ehrenlegion. Die Zeitungen schrieben von den Helden und Märtyrern. Die Journalisten, die sie über ihre Erlebnisse ausfragten, gaben ihnen viel Geld. Mit einem Schlage war das grausige Erlebnis der drei Wochen von den Geretteten ver­gessen und nun hatten sie nur noch für die Eitel­keiten des Lebens Sinn. Sie ließen sich für die Oeffentlichkeit photographieren mit der Unter­schriftRitter der Ehrenlegion" oderHeld von Courrieres" und einer schrieb sogar feine Memoiren, in denen er feststellte, daß er in der Geschichte der Helden stets der Held von Courrieres bleiben wird.

SchKnae; augenblicklich hielt der Riese des UruxAz seine Auferstehung und entkam vielleicht eine Folge der Massage, die man ihm während der $(; frehmg aus dem Seil zuteil werden ließ.

Andererseits glaubt man zu wissen, ldaß Tie« im Falle höchster Gefahr sich nicht bei der Simu, l-ati-on bescheiden, sondern den Freitod wählen. Es ist dabei an den (legendarischen) Selbstmord des Skorpions zu denken. Auch an das Fliegen der Insekten ins Licht? Bei Darwin findet sich bar. über eine Anmerkung, in der er fragt: Warum stiegen die Infekten denn nicht in den Mond? muß man wohl antworten: Der Mond ist jfnei eine vertraute Lichtquelle. Vor Lampen und Ker­zen aber mag es die Wirkung der Neugier fein. A? Anziehungskraft des Lichtes wirkt ja nicht nur auf Infekten, sondern auch auf Zugvögel, die in Scharen die Leuchttürme anfliegen. Oder bei den Fischen, die um die Fackeln der Barken schwärmen. So auch dasKrebsleuchten"!

Was den Selbstmord des Skorpions anfangs, so ist 'der Glaube -daran ziemlich allgemein. Er ist aber irrig. Es heißt: Gerät -der Skorpion in einen Ring von Feuern, aus dem er keine Möglichkeit der Flucht sieht, ersticht er sich. Die Professoren Lan­caster und Morgan haben diesbezüglich Versuche angestellt, alle mit negativem Resultat. Der Skor­pion tötet sich nur in einem einzigen Falle; und in diesem wird er das Opfer eines Irrtums. Wem man die Sonnenstrahlen nämlich durch ein Brem, glas auf einen Punkt seines Rückens fallen läßt, dann glaubt er sich von einem Feinde belästigt, -verteidigt sich mit einem Stich und trifft sich bäte natürlich selbst. Andere Versuche mit Skorpion er wurden angestellt. Man umgab sie mit glühende« Kohlen. Sie rannten voll Angst und unter allen möglichen Verrenkungen zwischen der Glut herum -und blieben schließlich wie tot liegen. Als man sie aber außerhalb des Feusrkreises brachte, wurden sie schnell wieder lebendig und rissen aus.

Verlagsdirektion: Paul N a e k, Hauptschriftleitnng: Richard Hultsch.

Verantwortlich für Politik und allgemeinen Teil: Richaro Hultseh, für Lokales und Feuilleton: Werner Rühle-, mann, für Sport und Provinz: Hans Oe bk Schläger, für Anzeigen und Reklamen: Fr. Sieben« kühner, sämtlich in Hanau. Rotationsdruck der Waiseunausbuchdruckerei Hanau. Pera-

Sprechanschluß Nr. 8956, 8957, 8958.

von 121 Uhr mittags und von 56 Uhr nachmittags. Beitrage sind zu richten: An die Redaktion, nicht an einzelne Redaktionsmitglieder. Für anverlangt tu« gesandte Mannskripte kann eine Haftung nicht über­nommen werden. Rücksendungen erfolgen nur bei bei­gefügtem Rückporto.

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das Beben ist. Das Uhrwerk, das den Papierstrei­fen forwewegt, gestattet gleichzeitig, genau _bie Zeit der Registrierung zu erkennen. Diese Zeitbestim­mung erlaubt auch die Entfernung anzugeben, in der sich das Beben ereignet hat. Die Erschütterungs­wellen, die sich durch den Seismographen kund­geben, sind nämlich von verschiedener Art. Bei

in Sibirien, die zu den Tundren wanderten, ins Netz gerieten. Als der Fallensteller erschien, lagen sie mit steifen Beinen und Hälsen aus dem Rücken. Deshalb ließ der Mann die Vorsicht außer acht, hob das Netz die Gänse flogen schreiend da­von.

Man ist gemeinhin geneigt -derlei Erscheinung m als eine. Lift der Tiere ai*-*"" m:-''

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Wie man Erdbeben registvievt

ein Herd

Die italienischen Erdbebenwarten haben katastrophales Erdbeben registriert, dessen , etwa 3000 Kilometer östlich gesucht wird. Wie ist

es möglich, solche weit entfernten Erdbeben genau aufzuzeichnen? Die Aufzeichnung von Erdbeben ob­liegt den Stationen, die über die ganze Erde ver­streut sind. Zur Wahrnehmung von Erderschütte­rungen dienen außerordentlich fein gearbeitete, sub­til wirkende Apparate, die Seismographen, eine Er sindung der letzten Jahrzehnte. Freilich gab es schon früher verschiedenartige Apparate, die demselben Zweck dienten, namentlich im erdbebenreichen Italien. Der moderne Seismograph geht auf Wie­chert zurück, der 1900 nachwies, daß die bis dahin verwandten Seismographen auf einem irrigen Prin­zip beruhten. Sie bestanden nämlich aus einer an einem langen Faden aufgshängten schweren Kugel, an deren unteren Ende sich eine feine, lange Spitze befand. Diese berührte gerade die Oberfläche einer berußten Glasplatte. Bei einem Erdstoß mußte sich nun diese Platte bewegen, während die schwere Kugel auf Grund ihrer Trägheit, im Raum sie war hoch aufgehängt unbeweglich blieb. Dadurch erzeugte die Spitze auf der berußten Platte Kritzel­linien, deren Größe mit der Stärke der Erschütte­rungen zusammenhingen. Später wurden kompli- giertere Apparate verwandt, die aber auf demselben Prinzip beruhten, und aus deren Aufzeichnungen man die jeweilige Stärke der Erschütterungen er­kennen zu können glaubte. Wiechert wies nun dar­auf hin, daß die sogenannten Erdbebendiagramme keineswegs die Bodenbewegungen wiedergaben, sondern die Eigenschwingungen des aus seiner Ruhelage gebrachten Pendels darstellten. Er kon­struierte deshalb einen Seismographen, dessen Pendel mit einer Vorrichtung zur Dämpfung der Eigenbewegung versehen war. Erlitt das Pendel durch einen Erdstoß einen Ausschlag, jo kehrte es sofort wieder in seine Ruhelage zurück und konnte bei einem zweiten Stoß von neuem dessen Inten­sität anzeiaen. Die berußte Glasplatte ist bei dem modernen Seismographen jetzt allgemein durch ein

del, den man den ersten Vorläufer nennt. Diese Stohwelle geht vom Herd des Bebens auf geradem Weg durch das Erdinnere und kommt infolgedessen früher an als der Hauptstoß, der in langen Wellen längs der Erdoberfläche verläuft und infolge des weiten Weges erst später auf dem Seismographen in Erscheinung tritt. Je größer nun das Intervall zwischen dem Vorläufer und den Hauptwellen ist, um so weiter muß auch der Herd des Bebens vom Ort der Registrierung entfernt fein. Die Errichtung einer Erdbebenwarte ist mit beträchtlichen Kosten verknüpft, da bei der Anlage auf einen von allen äußeren Erschütterungen freien Platz zu achten ist. Es ist ein besonderes Gebäude notwendig, das mög­lichst feste und tiefgehende Fundamente haben mutz. Der Seismograph selbst wird innerhyalb des Ge­bäudes, und zwar unterhalb der Erdoberfläche auf einem besonderen, äußerst schweren und massiven Fundament montiert, das wiederum völlig unab­hängig von den Fundamenten des Gebäudes selbst ist. In weiterer Umgebung dürfen weder Straßen- noch Eisenbahnen, noch Lastfuhrwerke fahren; um jede magnetische Beeinflussung der feinen Apparate zu vermeiden, wird die Station nach Möglichkeit ohne Benutzung von Eisen gebaut, und in dem Raum, wo der Seismograph selbst aufgestellt ist, gibt es nicht einen einzigen Nagel.

Nätürförscher aber behaupten, es

eine lähmende Schreckwirkung, also um eine Ohn­macht. Auch der Tod kann die unmitttelbare Folge solch einer Furcht sein. Dazu kennt man ein Bei­spiel: Mäuse, die in einer Bibliothek überrascht wurden, in der sie die Bücher als Genußmittel an- fahen und in der sie lange sehr ungestört waren, starben am Schlagfluß beim plötzlichen Oeffnen der Tür. Darwin bestätigt diesen Vorfall.

berußtes Papier ersetzt, das durch ein Uhrwerk langsam unter der Nadel hinweggezogen wird, ähnlich wie dies bei allen selbstregistrierenden In­strumenten geschieht. Der Seismograph ist also fort­dauernd in Tätigkeit. Er zeigt für gewöhnlich eine gerade Linie mit ganz geringen Zickzackbewegungen an und wenn ein Erdstoß auf den Apparat wirkt, lo'vergrößert sich das Z-ckzack der Linie zu gewolti- J^ Ausschlägen, die umso großer sind, je stärkei

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Von Max Geißler

Man sogt: es gibt Tiere, die sich aus Furcht oder vor Schreck tot stellen; und man denkt dabei an vorsätzliche Täuschung, an eine Simulation zur listigen Begegnung einer Gefahr.

Daß die Tiere zu Verstellungen Zuflucht neh­men, ist unbestreitbar. Es sei an die brütende Lerche erinnert, die, im Jungkorn vom Nest auf­geschreckt, den Eindruck zu erwecken sucht, als sei sie flügellahm. Durch hilfloses Flattern zieht sie die Aufmerksamkeit des vermeintlichen oder wirk­lichen Feindes vom Nest ab und rettet die Brut.

Andererseits sträubt man sich gegen die An­nahme z. B. im Hinblick auf ein Insekt wie den Mehlkäfer, daß ein Zusammenhang zwischen dem Begriffe des Todes und der vorsätzlichen Simulation des Totseins bestehe. Und doch sind

Hunderte solcher Zustände bei den Insekten be- kamnt. Spinnen lassen sich stechen und sengen, ohne .dasSichtotstell-en" aufzugeben. Man weiß, daß der Stör dies« List anwendet, sobald er ins Netz geraten ist. Das Opossum wurde sprichwörtlich wegen seiner Erfindung, den Jäger zum Besten zu kolben, indem esheuchelt", längst gestorben zu sein. Auch Füchse besitzen dies« mimische Fähigkeit. So erzählt Blyth, daß Reinecke von einem Bau­ern beim Hühnerdiebstahl im Stall überrascht wurde. Der Fuchs stellte sich mausetot und simu­lierte sogar die Starre. Bei der Rute erfaßt, ließ er sich hinaustrag«n und auf ein Gebund Stroh wersen: aber im gegebenen Augenblick fand er die Läufe und entwischte. Etliche unter den Stehz- vögeln treiben dieseHeuchelei" soweit, daß sie sich von Tell oder Nimrod apportieren lassen und dann doch ein Hui zur Flucht finden sei es auch erst, ewcun- wenn der Jäger -seinem Hunde die Beute aus dem stärker I Fang nimmt. Wrangel erzähkt, daß Wildgänse

Eine Zeitlang nahm man an, -daß auch der Thaptor, ein kleinster Rüsselkäfer, der feine Gänge im Holz gräbt, bei Ueberraschungen vor Schreck vom Schlage gerührt" würde. Aber als man die­sen Heuchler mit dem Vergrößerungsglas« betrach­tete, ließ sich seststellen, daß er sich immer nach vier Minuten in eine bequemere Stellung brachte und schließlich der Simulation jo müde ward, daß er sein Heil in der Flucht suchte, auch wenn die Gefahr noch gar nicht vorüber war.

Soll man nun eine instinktmäßige Betätigung in dieserSimulation" sehen? Dagegen sprechen Untersuchungen, die gezeigt haben, daß die Hal­tung des simulierenden Tieres der des toten nicht entspricht. Darüber hat vor allem Fabre Beobach­tungen angestellt, und zwar an einem Riesen­singerkäfer, einem wilden Gesellen, der seine Beute mit den Freßzangen zerreist. Vor der jähen Ge­fahr wird er unbemeglid). Dieser todähnliche Zu­stand kann zwanzig Minuten, selbst eine Stunde dauern; -dann hebt sich der Käfer wieder auf die Beine und versucht, sich aus dem Staube zu machen. Er wiederholt die Komödie aber, falls er die Gefahr von neuem erkennt. Und dennoch erklärt Fabre handelt es sich bei ihm nicht um eine List, sondern um einen Zustand vorübergehen­der Lähmung oder um eine Ohnmacht, die be­hoben wird, wenn eine harmlos« Fliege seine Beine berührt, eine Erstarrung also, die durch einen Reiz beseitigt werden kann.

Ein Zustand zwischen Schlaf und Tod läßt sich bei den Vögeln unschwer durch eine Art Hyp­nose Hervorrusen, wonach diese, wie die Insekten, dann allgemach ihre Bewegungen wieder ausneh­men. Danach würde es zutreffen, daß ein Tier den Tod nicht simuliert, sondern daß es sich um eine physiologische Folge der Furcht handelt. Und in der Tat: Wie ließe sich vorausfehem, daß sich ein Insekt einen Begriff mache vom Sterben, um es nachzuahmen?

In dieser Hinsicht gibt es wertvolle Versuche. Ein Naturforscher legte Hühner rasch auf den Rücken und hielt sie eine Zeitlang so, indem er ihnen Hals und Kopf an die Erde drückte. Nahm er die Hände weg, bewegte sich -das Tier etwa vier Minuten lang nicht. Damit hängt wohl auch die bekannte Erscheinung bei Truthennen zusammen'. Man drückte eine bäuchlings gegen die Erde und leg« ihr einen Strohhalm quer über den Rücken und siehe, sie bleibt in der erzwungenen Stel­lung! Oft erhält man ein gleich überraschendes Resultat bei Sperlingen oder Wachteln, die wie gelähmt auf der flachen Hand sitzen bleiben. Es scheint das eine Folge des Druckes auf gewisse Körperteile zu sein; während mit der Berührung anderer, antagonistischer, die Unbeweglichkeit sofort verschwindet. Dafür spricht auch die Geschichte von dem wilden Elefanten, der in eine Schlinge geraten war und scheinbar leblos umsank. Weil die Jäger einen Kadaver zu finden meinten, lösten sie die

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