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Montag, Sen 12. Mat 1936

Seite I

Kör-Termins.

f. Freitag, den 23. Mai, in den Gemeinden: Düdelsheim Hainchen, Himbach, Langenbergheim, Rommelhausen, Oderau, Altenstadt, Rodenbach, Höchst a. d. N.

2. Montag, den 26. Mai, in den Gemeinden: Moseld, Leidhecken, Bingenheim, Heuchelheim, Gette­nau, Echzell, Bisses, Grundschwalheim, Berstadt

3. Mittwoch, den 4. Juni, in den Gemeinden: Ranstadt, Wallernhausen, Fauerbach, Schwickarts­hausen, Eckartsborn, Hirzenhain, Merkenfritz, Lißberg

4. Samstag, den 14. Juni, in den Gemeinden: Orleshausen, Calbach, Eckartshausen, Altwiedermus, Mittel- und Haingründau, Vonhausen, Diebach a. H., Lorbach

5. Dienstag, den 17. Juni, in den Gemeinden: Daueinheim, Geitz-Nidda, Oder- und Unter-Widders- Heim, Borsdorf, Nidda, Unter-Schmitten, Kohden (auch für Bad Salzhausen), Michelnau

6. Samstag, den 21. Juni, in den Gemeinden: Wches, Wolf (auch für Dudenrod), Rohrbach, Aulen- dièbach, Bleichenbach, Bergheim, Usenborn, Ortenberg, Dippenbach, Selters

7. Freitag, den 27. Juni, in den Gemeinden: Lindheim, Heegheim, Glauberg, Stockheim, Nieder- und Ober-Mockstadt, Bellmuth, Babenhausen, Effolderbach

8. Montag, den 30. Juni, in den Gemeinden: Büdingen, Rinderbügen, Michelau, Kefenrod, Hitz- birchen, Burgbrachr, Bösgesäß, Illnhausen, Wenings, Gelnhaat, Bindsachsen.

Aus SranMivt a. M

3m $ freit erstochen

: 3n einer wirtschaft in der Altstadt kam es gestern früh zwischen mehreren jungen Leute zu Streitigkeiten, die in eine wilde Schlägerei aus­erlesen, in deren Verlauf ein verheirateter Elek­tromonteur namens Mensch mehrere Messerstiche erhielt. Seine Verletzungen waren so schwerer Na­tur, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Kran­kenhaus starb. Als mutmaßlicher Taler hat die Polizei zwei junge Leute festgenommen.

Eigenartiger Unfall während eines Unwetters. Zwei Schwerverletzte

: Heut« nachmittag gegen 16.45 Uhr wurde während eines plötzlich über Frankfurt niedergshen- den Unwetters eine Wellblechbude im äußeren Frankfurter Rangierbahnhof bei Rödelheim von einem Wirbelsturm erfaßt und in die Höhe ge­schleudert. Zwei Beamte des Rangierbahnhofs, die vor dem Unwetter in die Bude geflüchtet waren, wurden mit der Bude in die Höhe geschleudert und schwer verletzt. Sie mußten nach dem Krankenhaus verbracht werden. Ihr Zustand ist, soweit wir bis her erfahren konnten, ernst.

Direktor Sauerbrey des Falscheids beschuldigt

: Gegen Direktor Siegsried Sauerbrey wurde nunmehr Anklage wegen fahrlässigen Falscheids er­hoben. Diesen Eid soll er in einem Wechselprozeß der Favag geleistet haben.

General, Erzbischof und Psychopath

: Einen ganz eigenartigen Fimmel besitzt der 34jährige Backer Adolf Strackbeim. Er möchte nämlich mehr sein als er ist, und hat das schon mehrfach mit gutem Erfolg ansprobiert. Er hat sich bereits in der Rolle eines Generals, aber auch m der eines Erzbischofs gefallen, und vorwiegend als geistlicher Würdenträger Stücke gespielt, an

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Ein KZHsprmZt der Mevammsvgauev NaMsttsGiers

»Christus bricht unser dem Kreuz zusammen,"

ein ergreifendes Bild aus den Oberammergauer Passionsspielen, die im Beisein des Münchener Nuntius Bassalo di Torregrosso und des bayerischen Ministerpräsidenten Held jetzt ihren feierlichen Anfang nahmen.

wann. In Hessen und Hessen-Nassau ist Strack- bein keiner Anstalt, keinem Psychiater fremd ge­blieben. Nicht weniger als zwölf Aerzte haben ihn schon begutachtet. Was Strackbein wieder vor Ge­richt brachte, waren eine Reihe übler Streiche. Als er bei einem hiesigen katholischen Pfarramt vor- sprach, benutzte er eine Gelegenheit und stempelte sich mitgebrachtes Papier mit dem Pfarramtsstem­pel ab. Dann telephonierte er nach einigen Tagen einen Geistlichen in Cronberg an und tat so, als sei dessen Neffe am Apparat, vergaß aber per Du zu sprechen. Als der Geistlich« infolgedessen an den Neffen nicht glaubte, hängte der Bäcker den Hörer wieder ein. Unter schwindelhaften Angaben frat er dann bei Geistlichen und Schwestern sich Bargeld oder Kleidung zu verschaffen gewußt. Den Höhepunkt der Verhandlung bildete die Wieder­gabe eines Telephongesprächs, das er seinerzeit mit dem Freihern von Heyl in Worms führte. Er

schilderte wie er anrief, wie ihm ein Fräulein antwortete, und daß er darum bat, dem Herrn Geheimrat persönlich zu sprechen.Hier Freiherr von Bibra, guten Tag Exellenz, habe die Ehre..." Auf Grund des Gesprächs ist er dann in Wichs, mit Lackschuhen und Glacees angetan, bei dem Geheimrat vorgefahren und empfing 500 Mb, um die er für einen verarmten Offizier gebeten hatte, die er aber seiner eigenen Tasche einverleibte. Das Gespräch wurde zum Beweis rekonstruiert, daß der Angeklagte es meisterhaft versteht, Stimmen zu imitieren, ebenso wie er die Fähigkeit haben soll, Unterschriften nachzuahmen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetzten Betrugs und Betrugsoerfuchs zu sechs Monaten Gefängnis. Strafschärfend wurde erachtet, daß er sich in die private Wohltätigkeit hineindrängt und die wirk­lich Bedürftigen dadurch schädigt.

Verhängnisvolles Kriegsandenken.

Groß-Gerau, 11. Mai. Der Gärtner Schwab hantierte heute morgen in feiner Werkstatt alt einem Zünder, den er sich aus dem Kriege nutge- bracht hatte. Der Zünder explodierte und^ riß Schwab in Stück«, so daß der Tod auf der stelle eintrat. Seine ebenfalls in der Werkstatt anwesende Frau und sein Lljahriger Sohn wurden schwer ver­letzt.

Schwerer Sturz auf der Opelbahn.

Rüsselsheim, 11. Mai. Bei dem heute aus­getragenen Opelbahnrennen ereignete sich leider ein böser Sturz. Die beiden Frankfurter Motcrroü- sahrer Schreiber und Stemberger stürzten beim Rennen 1 so unglücklich, daß Sternberger mit Kopf­verletzungen, einer Gehirnerschütterung und meh­reren Brüchen ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Schreiber kam mit leichteren Verletzungen davon.

Die Mainzer Theakerfrage.

Mainz, 11. Mai. Die städtisch« Theater- deputation besprach in ihrer letzten Sitzung, zu ßer auch der Betriebsrat des Theaters zugezogen war, die Gestaltung öes Spieljohres 1930/31. Nach länge­rer Beratung wurde beschlossen, den Intendanten zu ermächtigen, zunächst auf der Basis einer acht­monatigen Spielzeit über die obzuschließenden Ver­träge mit den Künstlern und dem Theaterpersonal zu verhandeln. Die Vereinbarungen sollen unter dem Vorbehalt getroffen werden, daß der zu er­hoffende Reichs- und Staats,zuschuß auch von den zuständigen Körperschaften bewilligt wird.

3. Süddeutsche Gastwirkemesse

Mainz, 10. Mai. Die 3. Süddeutsche Gast­wirtemesse weist seit ihrer Eröffnung aichaltend star­ken Besuch auf. Nicht nur das Gastwirtsgewerbe und alle einschlägigen Branchen, sondern auch weite Kreise der Bevölkerung bringen der Aus­stellung lebhaftes Interesse entgegen. Gestern stattete der hessische Innenminister Leuschner mit Gemahlin der Schau, die bis zum 12. Mai geöffnet ist, einen Besuch ab.

Der Wiesbadener Autobusbetrieb rentabel

Wiesbaden, 10. Mai. Nachdem die verkehrs­technischen Vorteile des vor einem Jahr eingeführten Autobusbetriebes schon lange außer allem Zweifel standen, weist nunmehr auch der erste Jahresbericht ein günstiges finanzielles Ergebnis aus. Es konnte im ersten Betriebsjahre sogar ein Ueberschuß von 100 000 RM erzielt werden. Befördert wurden in diesem Zeitabschnitt 20 521468 Personen, geleistet wurden 3 738 737 Wagenkilometer und die Brutto­einnahme betrug 3 471486.64 RM.

Frei nach Wilhelm Busch.

Frohnhausen (Dillkreis), 11. Mai. Ein fon- derbares Erlebnis hatten zwei Angler aus Frohu- Hausen, Lie sich im Anschluß an eine Angelpartie im Dorsgasthos einen gemütlichen Schoppen geneh­migten. Sie hatten ihre Angeln vor Lem Hause ab­gestellt, ohne die Reste der Würmer von dem Angelhaken zu entfernen. Ein Huhn, das im Hof der Wirtschaft herumlief, schnappte nach einem der