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25. April
1936
Das neueste
— Der Vorwärts veröffentlicht im Auszug ein Rundschreiben des kommunistischen Zentralkomitees an die Bezirksleitungen, in dem zur planmäßigen Störung sozialdemokratischer und freigewerkschaft. iicher Maifeiern Anweisungen gegeben werden.
— Die politische Polizei in Riga hat bei Haus- suchungeu Schriftstücke vorgesunden, aus denen hervorgehk, daß die Kommunistische Internationale einen „Fünfjahresplan zur Vorbereitung der Welt- revolulion" nach dem Vorbilde des russischen Dirk- schastsplanes abfgestellk hat, der bis 1932 durch- gejührk werden soll.
— Die Verhandlungen der Reichskagung des Lhristlichsozialen Volksdienstes gingen gestern zu Ende. Aus allen Vorträgen war zu entnehmen, daß die Reichsleitung sich ernstlich für die kommenden Reichstagswahlen rüstet.
— Auch Litauen hak in Berlin Vorstellungen wegen den erhöhten Agrarzölle erhoben.
— Die „Bremen" hatte mit einem englischen Tankdampfer einen Zusammenstoß, durch den letzterer erheblich beschädigt worden ist.
— Im Davispokalkamps England gegen Deutsch- land führt die deutsche Mannschaft 1:0.
— Bei Unruhen in Peschawar wurden zwei britische Soldaten und ungefähr 12 Eingeborene getötet.
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Berlin, 24. April. Rach Meldung aus London haben sich die indischen Unruhen nach dem Morden ausgedehnt. Als die Polizei in Peschawar eine Anzahl von Waldrebellen ins Gefängnis brin- j gen wollte, wurde sie von der wütenden Menge mit
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beiden Insassen ums Leben kamen. Nn europäischer Polizeiseraeant ans einem Motorrad zeigte, wurde er buchstäblich mit Beilen zerhackt. Als die Menge Anstalten machte, die Polizeistation und das Telegraphenamt zu stürmen, eröffneten Polizei und Militär das Feuer mit Maschinengewehren und Gewehren. Amtlich wird gemeldet, daß außer den britischen Soldaten ungefähr zwölf Eingeborene getötet wurden. Zwölf weitere Ruhestörer befinden sich verwundet im Krankenhaus. Am frühen Morgen wurde eine Anzahl politischer Agitatoren wegen verschiedenartiger Vergehen verhaftet. Daraufhin wurden in den Straßen Pro- lestversammlungen veranstaltet, die bald ein so ernstes Aussehen bekamen, daß Polizei und Truppen an Ort und Stelle gesandt wurden. Die Lage verschlimmerte sich derart, daß die Truppen das Feuer eröffnen mußten. Abends war die Ruhe wieder hergefkellt. Der stellvertretende Polizeidirek- t»r und èin Polizeiinspekkor»wurden verwundet, der letztere schwer. Allen Europäern ist das Betre- lm von Peschawar bis auf weiteres untersagt wor- den, da weitere Unruhen befürchtet werden.
& MaZ Msdev Lattdias
Berlin, 24. April. Der Preußische Landtag, der am 6. Mai seine Plenarberatungen wieder auf- nehmen wird, beginnt seine Ausschußberatungen bereits zu Beginn der kommenden Woche. Am Montag, den 28. April, wird der Landwirtschaftsausschuß beginnen, bei dem von besonderer Bedeutung die Frage der Beteiligung der Arbeitnehmervertreter ist. Am 5. Mai will sodann der Hauptausschuß zusammentreten, um den Haushalt des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten weiter zu beraten. Bekanntlich war infolge der Obstruktion der Kommunisten die Erledigung der Vorberatung dieses Haushaltes vor Ostern nicht möglich.
HochvevvassvevkaHVett gegen KatkottafiorZafifistt'
Leipzig, 24. April. Gegen den Führer der Na- twnalsozialistischen Partei in Lippe, Dr. Fuhr- wann (Hiddesen), ist ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet worden. Wie dazu mitgeteilt wird, ist nach einer Schlägerei, bei der einer der Beteiligten getötet worden sein soll, gegen -or. Fuhrmann und zwei weitere Personen, W int el - wann und Fricke, zunächst von der Staats- anwaldschaft Detmold ein Verfahren ein geleitet worden. Man nahm bei Dr. Fuhrmann eine Haussuchung vor. Dabei wurden Schriftstücke «ntdeckt, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft den Tatbestand einer Vorbereitung zum Hochverrat er- lullen. Di« Akten wurden der Reichsanwaltschaft in Leipzig zugeleitet. Von Leipzig aus sind Ber- nchmungen Fuhrmanns und des augenblicklich in Detmold in Haft befindlichen Winkelmann veranlaßt worden. Bei Winkelmann hat man weiter zwei Briefe zutage gefördert, die gleichfalls die Vernutung eines ’ hochverräterischen Unternehmens Putzen. Fricke soll sich augenblicklich in Danzig auf- Mten und ist für die deutschen Behörden zunächst Nlcht zu fassen.
Vor der Gnißchewuns bei den DeutfOnationalen
Sin SOveiben des Grafen wefiavv - Ansficht füv eine Sinksnns
Berlin, 25. April. Heuke mittag beginnt im Hause des Vereins der Ingenieure die mit großer Spannung erwartete Sitzung des deutschnationalen Parteivorstandes. Verschiedene der Partei nahe stehenden Blätter beschäftigen sich in den gestrigen Abendausgaben mit den vom Vorstand zu treffenden Entscheidungen.
So weist die agrarische „Deutsche Tageszeitung" darauf hin, daß von dem Ausgang der Sitzung „nicht nur die weitere Entwicklung, ja unter Umständen der weitere Bestand der Partei berührt werde". Das Blatt erhebt dann drei Forderungen, deren Erfüllung es vom Parteivorstand erwarte. Die erste lautet dahin, daß der Vorstand Schluß mache mit den Methoden der Selbstzerfleischung und der Gesinnungsgemeinschaft im großen wieder zu ihrem Recht verhelfe; die zweite, daß der Vorstand im weitesten Maße dem Verhalten der Fraktionsmehrheit unter objektiven und sachlichen Gesichtspunkten Gerechtigkeit widerfahren lasse, und schließlich die dritte, daß der Vorstand unter allen Umständen einigend, zusammensassend, nicht trennend wirke.
Gvaf wefiavv an Ausen- Vevs
Zur gleichen Zeit veröffentlicht Graf Westarp den Wortlaut des Schreibens, das er im Namen von 23 deutschnationalen Abgeordneten an den Parteivorsitzenden Hugenberg gerichtet hat. Der eigentliche Zweck war, wie wir bereits mitgeteilt haben, einseitige Darstellungen, die vom General-
H tilgen. Interessant ist in dem Schreiben noch die Darstellung der Vorgänge, di« sich kurz vor der Reichstagssitzung vom 3. April abgespielt haben. Abends zuvor hatte die Fraktionsmehrheit beschlossen, für die Mißtrauensvoten zu stimmen. Am nächsten Morgen 9 Uhr habe dann der Fraktionsvorsitzende die überraschende Mitteilung gemacht, daß er jetzt die einmütige Ablehnung des sozialdemokratischen Mißtrauensantrages Vorschläge und daß der Parteiführer bereit sei, die Haltung der Fraktion zu begründen. Kurz vor 11 Uhr habe dann Herr Hugenberg in der Fraktion die Erklärung verlesen, die er abgeben wolle. Eine Diskussion über diese Erklärung war zeitlich unmöglich, ist aber auch vom Frakionsvorsitzenden ausdrücklich abgelehnt worden, woraus Graf Westarp die Folgerung zieht, daß die Fraktion lediglich den politischen Entschluß als Ganzes gebilligt habe, sich aber nicht auf alle Einzelheiten der Formulierung festlegte, insbesondere nicht auf die spätere Ablehnung der Steuervorlagen.
Der ganze Brief venneidet jede unnötige Polemik, und es verstärkt sich auch aus den übrigen
Vorgängen der Eindruck, daß hinter den Stilisten eifrig verhandelt wird, um heute eine Einigungsformel zu finden, verbunden mit einer Vertrauens- der" Fraktion zugunsten einer „MittelbewMgung kundgebung für den Parteiführer, die ein Aus- für das heutige System „und mit der Sorge um einanderbrechen der Fraktion verhindert. f ‘ ' " .. “
Zu den Unterzeichnern dieses Schreibens ge- ftimmungen aufs schwerste gefährdet sei.
Wettrevolution bis 1532 ?
GM kommuniftifchev LünfSahvesvla« ruv Sovdevettuus -ev tVelivevowtiott - ^ommuMüsche StSmmsStvuvvs am 1. Mak?
Riga. 24. April. Die politische Polizei nahm in den letzten Tagen in Riga, Libau und anderen Städten Lettlands zahlreiche Verhaftungen von Kommunisten vor. Es gelang ihr, in einem Rigaer Kommunistenquartier vier Emissäre der Moskauer Internationale festzunehmen, die vor einigen Monaten mit falschen Pässen aus Rußland gekommen waren. Der Zeitung „Lalvis" zufolge hatten die Emissäre diktatorische Vollmachten, und. selbst die geheimen Spitzenorganisationen der hiesigen Kom- muniffen waren ihnen unterstellt. Aug den beschlagnahmten Schriftstücken geht, wie das Blatt weiter berichtet, hervor, daß die kommunistische Internationale einen „Fünfjahresplan zur Vorbereitung der Meltrevolulion" nach dem Vorbilde des russischen Wirtschaft-planes ausgestellt hat, der bis 1932 durchgeführt werden soll. Emissäre mit den gleichen Aufträgen sollen nach allen Ländern ent- sandl worden sein.
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Berlin, 24. April. Das Zentralkomitee der & P. K. hat, wie die SpätMSgab« des „Vorwärts"
hört auch der industrielle Abg. Dr. Rademacher. Dieser ergänzt in einem besonderen Aufsatz die in dem Schreiben geschilderten taktischen Vorgänge nach der grundsätzlichen Seite hin. Er ist der Ansicht, daß ein Weg gefunden werden müsse, der der Partei gestatte, ihrer grundsätzlichen Politik treu zu bleiben, ohne die Landwirtschaft zu verlieren und zur parlamentarischen Bedeutungslosigkeit herabzusinken. Der Gedanke der Wèlt- anschauungspartei ringe mit dem Gedanken der berufsständischen Gruppierung, aber zwischen beiden bestehe kein notwendiger Gegensatz. Jede berufsständische Partei brauche auf der andern Sside parlamentarisch die Mitwirkung der Weltanschau- imgspartsien. Neben den rein berufsständischen Parteien gebe es die sogenannten Querverbindungen, und ihre stärkste, nämlich die Grün« Front, habe letzthtn im Reichstag einen vollen Sieg errungen, zu dem alle Partei«n hätten. Opfer bringen müssen. Daraus ergebe sich für die politischen Parteien die Wahl zwischen zwei Wegen: „Entweder sie werten berufsständische Verbindungen dieser Art über die Grenzen der Parteien hinweg nach ihrer Bedeutung, oder sie fördern die weitere Bildung rein berufsständischer Parteien und gefährden damit die Basis ihrer Existenz,
^WJn der bevorstehenden Entscheidung des Par-
Diktatnvsewalt füv Ausen- bevs?
Berlin. 25. April. Der erweitevste Vorstand des Landesverbandes der Dsutschnationalen Volkspartei Potsdam II hat, laut Lokal-anzeiger, mit 94 gegen 9 Stimmen beschlossen, den Part-sroorstand um folgenden Beschluß zu ersuchen:
Im Falle notwendig werdender weltanschaulicher oder hochpolitischer Stellungnahmen der dutschnotianalen Fraktionen im Reichstag oder im Preußischen Landtag durch Abstimmung usw. gibt die Stimme des Parteiführers, falls Meinungsverschiedenheiten in der betreffenden Fraktion vorhanden sind, die endgültige Entscheidung auch gegen eine etwa festgestellte Mehrheit von Stimmen in der Fraktion. ' An dem Recht des einzelnen Frak- tionsmitgltedes, im Falle anders gearteter Ansicht, bei der Abstimmung dann zu fehlen, wird durch diesen Beschluß der obersten Parteiinstanz nicht gerüttelt.
Der Beschluß wird begründet mit der tiefen Mißstimmung über die Abstimmung der Mehrheit
die Erhaltung der Partei, die durch derartige Äb-
mitteilt, am 10. April ein Rundschreiben an die Bezirksleitung der Partei versandt. in dem zur planmäßigen Störung sozialdemokratischer und sre ige we r k s chaftl iche r Maifeiern ausführliche Anweisungen gegeben werden. Nachdem das Rundschreiben feststellt, daß auch in diesem Jahre gemeinsame Feiern nicht möglich sind, entwickelt es einen genauen Plan für die Bildung und die Aktion organisierter Störungskolonnen, die, um ihnen den Anschein der Harmlosigkeit zu geben, als Diskussionstruppen bezeichnet werden. Die Unterbezirke werden ausge- fordert, den Bezirken „standfeste Genossen" zu melden, die gemeinsam geschult und dann in Trupps verteilt werden sollen. Die „standfesten" Genossen sollen sich an den Feiern der Reformisten beteiligen, Gespräche mit Teilnehmern anknüpfen und so Diskussionen in die Wege leiten. Es wird ange- ordnet, daß immer eine entsprechende Zahl von „Standfesten" in die Nähe des Diskussionsleiters kommandiert wird. Diese „haben dafür zu sorgen, daß den Gruppenleitern kein Haar getrimmt wird". Eine besondere Aufforderung, sich an der Aktion zu beteiligen, wird an die Jugend gerichtet.
(Fortsetzung auf Sette 2) i
Stenevsovgen überall
Steuern sind überall eine unangenehme Angelegenheit. Das hat sich jetzt wieder im Reichstag, in der französischen Kammer und auch im englischen Unterhaus gezeigt. Das Steuersystem in Frankreich ist ganz anders aufgebaut, als dasjenige in Deutschland. Noch immer spielt dort die Einkommensteuer, das Rückgrat des deutschen Etats, eine verhältnismäßig geringe Rolle im Vergleich zu den anderen Lasten, die direkten Steuern überhaupt eine unverhältnismäßig kleine im Vergleich zu den indirekten. Die Einkomensteuer bringt kaum mehr als ein Sechstel, alle direkten Steuern kaum mehr als ein Viertel der Staatseinnahmen, während 40 Prozent auf die Umsatz- und Verkehrssteuern, über 31 Prozent auf die Zölle und Verbrauchssteuern entfallen.
Die gesamte Steuerlast Frankreichs beträgt nicht ganz 11 Milliarden RM gegen rund 16 Milliarden, die das deutsche Volk, einschließlich der Länder- und Kommunalsteuern aufzubringen hat. Immerhin bleiben die staatlichen Steuern in Frankreich auch hinter den direkten Reichssteuern noch um mehrere 100 Millionen RM zurück. Nun ist allerdings zu berücksichtigen, daß die Einwohnerzahl Deutschlands um fast 50 Prozent größer ist als diejenige Frankreichs, und es ist auch nicht zu verkennen, daß trotz des Nationalreichtums, der in Frankreich erheblich höher ist als in Deutschland, das Volkseinkommen dort hinter dem deutschen zurück bleibt. Denn auf keine Werse kann deutlicher veranschaulicht werden, wie überragend der Nationalwohlstand von der Wirtschaftsintensität eines Landes abhängt, als durch eine Vergleichung der deutschen mit den französischen Volks-Einkommensziffern. Das fram
g, ,atzk, In beiden Fällen wür die gesamte Steuerbelastung etwa 25 Prozent des Volkseinkommens ousmachen; aber die Belastung wirkt sich ganz verschieden aus, weil bei ziffernmäßiger ungefährer Uebereinstimmung des auf den Kopf der Bevölkerung errechneten Einkommens das französische bisher eine mindestens um ein Viertel höhere Kaufkraft besitzt. Das heißt also in der Praxis, daß der Franzose auch nach Bezahlung seiner gleich hohen Steuern noch fast dasjenige Einkommen der Kaufkraft noch zur Verfügung hat, das der Deuffche brutto vereinnahint und von dem er feine Steuern zu entrichten hat. Es kommt hinzu, daß der niedrigere Zinsfuß und der Kapitalüberfluß in Frankreich ein verhältnismäßig erhebliches größeres, Maß wirtschaftlicher Selbständigkeit, eine leichtere Verselbständigung der einzelnen Wirtschafts- treibenden gestattet, und daß bei den selbständigen Betrieben, besonders in der für Frankreich entscheidend wichtigen Kleinlandwirtschaft, die Feststellung des Einkommens nach wesentlich anderen Gesichtspunkten erfolgt, als für das Gros unserer Einkommensträger, die in der Hauptsache Lohnempfänger find. Obwohl also das Gesamtbild der deutschen und französischen Steuerleistung scheinbar , eine weitgehende Uebereinstimmung dartut, ist in Wirklichkeit der französische Steuerzahler ganz erheblich weniger belastet als der deuffche und überdies durch den überwiegend indirekten Charakter der erhobenen Steuern in weit höherem Maße selbst Herr über den von ihm übernommenen Steueranteil. Denn er kann die Verbrauchssteuern durch Einschränkung von Alkohol- und Tabakgenuß, durch Einschränkung des hochbelasteten Luxuskonsums zu seinem Teile wesentlich unter die Durchschnittslast herabmindern, ohne deswegen auf Lebensnotwendigkeiten verzichten zu muffen, wie das der direkt besteuerte Deutsche unter dem Druck seiner Steuerlast muß. Und überdies darf nicht vergessen werden, daß in Frankreich jetzt in erheblichem Maße Steuern abgebaut, bei uns aber neue verhängt werden.
Unter diesen neuen Steuern in Deutschland spielt die Erhöhung der Biersteuer eine wesentliche Rolle, eine Maßnahme, zu der sich auch der englische Schatzkanzler zur Deckung seines Defizits hat entschließen müssen. Mit der Biersteuererhöhung hat Herr Snowden der Liberalen Partei, deren Zustimmung er ja braucht, ein Zugeständnis gemacht. Er bat sich notgedrungen zu einer Mehrbelastung des Verbrauchs verstanden, wenn auch die Er-
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