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1930
Das KeueKs
— Zum Stellvertreter des Generaldirektors der V. I. Z. wurde der Reichsbankdirektor Dr. Huelse gewählt.
— Dr. Eckener ist gestern in London einge- troffen. Er wird mit dem „Graf Zeppelin", der am Samstag zur Englandfahrt startet und im Luft- jchiffhafen Carbingfon eine Landung vorzunehmen gedenkt, nach Friedrichshasen zurückfahren. ’
— In München hatte Reichsernährungsminister Schiele eine Aussprache mit dem bayerischen Land- wirlschastsminister Fehr und den Milchproduzenten über die Rot der bayerischen Milchwirtschaft.
— In einer Versammlung in Detmold sprach Reichsminister Treviranus über das Kabinett Brüning und trat für eine langjährige Förderung des Ostens und Westens ein.
— Die Behauptung verschiedener Blätter über einen Abschluß mit Rumänien, in dem sich Deutschland bereit erklärt hatte, 100 000 Tonnen rumänischen Mais und 300 000 Tonnen rumänische Gerste auszunehmen, ist, wie wir von zuständiger Stelle hören, vollkommen falsch. Ein derartiger Abschluß ist nicht erfolgt. Die Verhandlungen um das Wirtschaftsabkommen werden fortgesetzt.
— In Trier wurden gestern von den Franzosen Sprengungen von Munition vorgenommen, wodurch mehrere Häuser erheblich beschädigt wurden.
Die sächsische Kesievuns kovdevt Demonftvationsvev- dot für das Reich
. Berlin, 24. April. Die sâchische Regierung ist
Dv. Gânev in London
Ln AmeviSa eine Sindienseiellichaft sesvündet ^ekensv sehr optimistisch
London, 23. April. Dr. Eckener ist heute nachmittag mit dem Hapagdampfer „Reliance" von Rewyork in Southampton eingetroffen. Er wurde vom stellvertretenden Bürgermeister von Souf- hampton begrüßt sowie vom Master of Sempill, der Dr. Eckener im Ramen der Royal Aeronaulical Society und der ihr angeschlossenen Flugunter- nehmungen willkommen hieß. In Beantwortung der Begrüßungsansprache des stellvertretenden Bürgermeisters von Southampton erNärte Dr. Eckener: Ich habe diesen Besuch schon seit einiger Zeit geplant, da das britische Luft- tninifferium mich eingeladen hat, ihre Luftschiffe R. 100 und R. 101 zu besichtigen. Ich habe viel über sie gehört und bin sicher, daß es ausgezeich- nefe Fahrzeuge sind, die unter dem Befehl von Major Scott gutes leisten werden.
London, 24. April. Dr. Eckener traf gestern abend von Southampton kommend in London ein.
Dr. Eckener bleibt bis Freitag in London,
er begibt sich hieraus nach Carbingfon, um bei den endgültigen Vorkehrungen für den Empfang des Zeppelins anwesend zu sein, mit dem er
dann nach Deus
tschland zurückfahren will. In einer cklärte Eckener über seine V e r -
Unterredung er ____ .
Handlungen in Amerika u. a.: Ditz ameri-
konische Zeppelin-Corporation baut zwei Zeppe- lime für die amerikanische Flotte. Wir haben in Amerika eine Gesellschaft gegründet, deren Ausgabe das Studium aller Fragen ist, die mit der Lustfahrt über den Atlantischen Ozean zusmnmenhängen. Ich bin bezüglich der Zukunft sehr optimistisch. Wie
diesen Problemen Interesse nehmen, und während meines Aufenthaltes hier werde ich mit ihnen alle Fragen der Entwicklung der Lustschifskonftrukkion und des Luftransportes besprechen.
Der Start des „Graf Zeppelin" zur England- fahrt wird am Samstag früh erfolgen.
Die Sü-amevtkafahvt vev- Moven
Newyork, 23. April. Der Start des „Graf Zeppelin" zu seiner Süd- und Nordamerikafahrt ist nach einer Erklärung des hiesigen Vertreters des Luftschiffbaues Zeppelin auf den 18. Mai verschoben worden, da sich Schwierigkeiten bei der Einrichtung von Tankstationen in Sevilla und Pernambuco ergeben haben und außerdem noch mehr Zeit benötigt wird, um mit den verschiedenen Staaten, die das Luftschiff berühren wird, Ab- machungen über die mitzunehmende Post zu treffen. Es ist nunmehr vorgesehen, daß der „Graf Zeppelin" am Morgen des 19. Mai in Sevilla eintrifft und am Abend zu seiner Ozeanfahrt startet. Am 21. Mai soll er in Perambuco ankommen. Sollte das Luftschiff den Atlantischen Ozean überfliegen, ohne Zeitverluste zu erleiden, so wird ein Besuch Rio de Ianeiros beabsichtigt, wo der „Graf Zeppelin" am 22. Mai eintreffen würde, um am 23. Mai nach Pernambuco zurückzukehren. In Pernambuco ist ein Aufenthalt von zwei Tagen zur Auffüllung der Benzin- und Gasvorräte geplant, bevor die
NkeSuknnttdevV.S.S.
Für den März rechnete man auf die Gründung der Internationalen Zahlungsbank, für den Anfang April auf den Beginn ihrer Arbeiten, für Anfang Mai auf die Ausgabe der ersten großen Reparationsanleihe. Nun hat erst Ende April der Verwaltungsrat des Internationalen Bankinstituts die konstituierende Sitzung abhalten können. Die Arbeitsaufnahme wird kaum vor Mitte Mai beginnen, die Anleihe kaum vor Mitte Juni aufgelegt werden können. Das schleppende Tempo der Reparationsberatungen, das sich auf den beiden Haager Konferenzen bemerkbar machte, wirkte auch auf die Ratifizierung der Haager Verträge zurück und hindert als weitere Wirkung die Ingangsetzung des neuen Reparationsapparates. Noch immer stellt das Büro des Reparationsagenten Parker Gilbert den Reparationsapparat dar, obgleich bereits seit Monaten die Höhe der deutschen Zahlungen nach dem Poungplan, dem neuen Plan, bemessen wird, und obgleich seit Monaten eine Umstellung auf diesen neuen Plan in allen beteiligten Ländern stattgefunden^ hat. Deutschland, Frankreich und Belgien haben den neuen Plan ratifiziert — auch sie mit erheblichen Verzögerungen. Die Ratifikation Englands und Italiens muß noch stattfinden, ehe der neue Apparat offiziell seine Arbeit aufnehmen kann. Damit aber wenigstens in dem Augenblick, in dem die Ratifikation in London und Rom stattfindet, sofort der Apparat in Gang gesetzt werden kann, hat man in den wiederholten Besprechungen der internationalen Bankfachleute die Organisation dir Internationalen Zahlungsbank vollkommen ausgebaut. Sie kann binnen weniger Tage in
minfferium mit dem Ersuchen herangekreten, bei den Länderregierungen ein Verbot der Demonstrationen zum 1. Mai soweit sie unter freiem Himmel kabgehalten werden sollen, anzuregen.
| Im Reichsministerium des Innern besteht, dem -gleichen Blatt zufolge, angesichts der Haltung der preußischen Regierung, die an ein derartiges Verbot nicht denkt, keine Neigung, dem Ansinnen der sächischen Regieruung zu entsprechen. Seine endgültige Stellungnahme wird das Reichsministerium des Innern nach der Rückkehr des Reichsinnenministers Dr. Wirth nach Berlin bekanntgeben.
En
offener Brief SussnbLvgs
' Berlin, 24. April. Der Vorsitzende der DNVP., Dr. Hugenberg, erläßt „an die Parteifreunde im Lande" einen offenen Brief, in dem es heißt, so lange er an der Spitze der Partei stehe, könne ein jeder überzeugt sein, daß die Partei diejenigen Grundsätze nicht verlassen werde, deren Aufrechterhaltung und Durchführung Zweck und Ziel der Uebernahme des Vorsitzes durch ihn gewesen sei. Dr. Hugenberg sagt dann weiter: Im Rahmen der deutschnationalen Weltanschauung finden alle berechtigten Interessen, insbesonders auch diejenigen der schwer bedrohten Landwirtschaft ihren Platz. Das Ergebnis der letzten Wochen an landwirtschaftlichen Maßregeln hat dies bestätigt. Ohne die Hilfe und den Druck der Deutschnationalen Gesamtpartei waren sie nicht Gesetz geworden. Wenn aber der Apparat der jetzigen Regierung, deren Parteien bis vor wenigen Wochen einträchtig mit der Sozialdemokratie Zusammengearbeitet haben und es vielleicht in wenigen Wochen wieder tun werden, mit Vorspiegelung falscher Zusammenhänge versucht, aus dem ganz abseits liegenden Gebiete der Stsuer- f'mgen heraus Gegensätze zwischen landwirtschaftlichen Interessen und' deutschnationaler Wclt- onschauung vorzutäüschen, so möge ein jeder im Lande dies würdigen als das, was es ist: als ein Vcrwirrungsmanöver skrupelloser Gegner. Inwieweit in den (Steuerfragen Unstimmigkeiten zutage netreten sind, die für die Einheit und Stärke der Partei Gefahren mit sich bringen, ist es in erster Linie meine Sache, daraus die Folgerungen zu Ziehen. Meine Sache ist es insbesondere, auch zu verhindern, daß durch diese Unstimmigkeiten die gedanken- und gesinnungsmäßigcn Grundlagen der Partei erschüttert werden.
funden sollen.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen setzte sich der Minister mit den Vorwürfen auseinander, die ihm persönlich wegen seines Austritts aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion gemadjt worden sind und rechtfertigte vor seinen hiesigen Wählern diesen Wechsel, der aber kein Wechsel in seiner konservativen Gesinnung sei.
Treviranus sprach dann über die nächsten Aufgaben der Regierung, insbesmidere über die Ostgebiete. Auch der Westen werde ohne planmäßige langjährige Förderung der Wirtschaft nicht bestehen können. Was in Jahren niedergerungen ssi, tonne in Monaten nicht wieder aufgebaut werden. Die Reichsregierung werde mindestens einen Fünf- Jahreplan ins 2iuge fassen um voreiligen Hoffnungen und planloser Vergeudung von Reichs- und Staatsmitteln vorzubsugen. Ohne die Mitarbeit .des gesamten Volkes werde das Gesundungswerk nicht gelingen können,
Zum Brand des Zuchthauses in Columbus
Columbus, 23. April. Branddirektor Rice cr= Klärte vor der Behörde, die sich mit der Untersuchung bes Zuchthaüsbrandes befaßt, daß nach feinem Dn- mkhalten keiner von den 318 Sträflingen umgekommen wäre, wenn die Zellen sofort nach d« Entdeckung des Fpuèrs geöffnet und die Gefangenen befreit worden waren. Die Untersuchungs- Wrbe sucht festzustellen, ob es sich bei den Ex- n Thonen, die man nach Ausbruch des Feuers vcr- 'wmmen hat, tatsächlich um Explosionen handelt °der um Revolverschüfse.
aber es müssen viele Fragen geklärk werden. Auch s Seine Riickfachrt nach^ Mièbrlchshäfen wirdHr7 in England gibt es viele Persönlichkeiten, die an | aussichtlich am 31. Mai antreten.
LeevLeanns über das Kabinett Brünins
Giarker Einschlag von Fvontsoldaien - Ein Süns- Lahvssvlan noiwendis
Der Minister betonte, daß nur durch festes Zu
Detmold, 24. April. In einer vom hiesigen Ar- l .
beitsausschuß der Volkskonfevvativen Vereinigung sammenftehen aller Bolkskrelje ein Ausweg aus veranstalteten stark besuchten Versammlung sprach Ätittwoch abend Reichsminister T r e v i r a n u s über die politische Lage. Er führte u. a. aus, die Parteien hätten allmählich «m deutschen Volk an Ansehen verloren. Eine Osterhoffnung sei eingezogen und zwar nicht in die schlechtesten Kreise unseres Vaterlandes, die Hoffnung nämlich, daß eine Regierung da ist, die den Willen hat, die Verantwortung, die ihr gebührt, zu tragen, d. 1). auch tatsächlich zu regieren. Wer das mit habe ansehen müssen, wie in den vergangenen Monaten immer wieder gefeilscht wurde zwischen den Parteiführern, der habe Verständnis für die Auffassung des Reichspräsidenten, daß nur noch mit einer fraktionungebundenen Regierung den immer weiter um sich greifenden Notständen der öffentlichen Kassen ein Ende gemach: werden könnte. Wir haben, so sagte etwa der Minister, in diesem neuen Kabinett einen starken Einschlag von Frontsoldaten, nicht weil wir glaubten, es besser zu verstehen als die anderen, sondern weil wir uns das eine geschworen hatten, daß wir die Frontkameradschaft auf die Volksgemeinschaft übertragen wollen. Wir wollen den anderen gelten lassen, ganz einerlei woher er kommt, und wir wollen nicht politische 2Iuse:nan= Versetzungen mit perjönftcher Polemik verbinden. Wir glauben, daß dieser Geist einer echten Frontkameradschaft in unserem deutschen Volk sich durchsetzen muß, wenn wir überhaupt noch einmal ge=
ben ungeheuren Nöten der Zeit möglich sei, und erklärte, es sei das besondere Ziel seiner politischen Freunde, die Gedanken des Freiherrn von totein
in das deutsche Volk hineinzupflcmzen. Er schloß seine Rede unter starkem Beifall mit den Worten: „Wir glauben an den Sieg unserer Arbeit, einzig und allein aus dem Glauben, weil wir mit Gottfried Keller sagen: Wir trauen uns und anderen etwas Tüchtiges ju!"
Weitere Zollevhöhungen
Heraufsetzung des Wertes der Linfuhrfcheine
Berlin, 23. AprÄ. Wie verschiedene Blätter mel- den, sollen nach der bereits verfügten Erhöhung der Zölle für Weizen und Braugerste auf 15 RM ab 25. April in Ausnutzung der Regierungsermächtigung weitere Zollerhöhungen vorgesehen sein. Minister Schiele soll beabsichtigen, den Zoll für Erbsen von 4 auf 15 RM herauszufetzen, außerdem soll der Wert der E i n f u h rf ch ei n e für Roggen und Hafer von 6 auf 9 RM, für Brau- und F u t t è rge r s t e von 6.50 aus 9 RM erhöht werden. Für M üllere i erze ugnisse soll die Vergütung für Einfuhrscheine auf die Höhe des jeweiligen Getreidezolles gesetzt werden. Das gleiche ist für Schweine und Schweinefleisch vorgesehen. Neue Einfuhrzölle sollen für Rindvieh und fleisch, für Schafe und Schaffl«sich, ferner für Kartoffelstärke eingeführt werden.
werden. Das
Wie wir dazu erfahren, sollen die Meldungen ungefähr die Absichten S ch i e l c s wiedergeben. Der Minister ivird erst am 30. April nom Urlaub zurückerwartet, so daß die in Vorbereitung 'begriffene Zollvorlage erst in den ersten »la i tagen dem Reichskabinett zur Beschlußfassung vorgelegt werden wird.
Das Conti-Büro teilt nach Erkundigung beym ständiger Stelle mit, daß die Beratung dieser Fragen eben erst begonnen habe, vollendete Tatsachen la«n noch nicht vor. Wenn bereits behauptet würde, daß durch die Erhöhung der Einfuhrscheine eine neue schwere Belastung der Reichs, lasse erfolge, so sei daran zu erinnern, daß ja in den 'Beratungen des Reichstagsplenums und im Landwirtschaftsausschuß zur Sprache gekommen sei, daß die Einfuhrschein« nur als Ergän
. . (Fortsetzung auf Seite 2)
Augenblick der Ratifikation durch London und Rom die deutschen Reparationszahlungen über das Baseler Bankinstitut statt über das Büro des Reparationsagenten zu leiten.
Die Art und Weise, wie diese Organisation zustande gekommen ist, hat freilich für Deutschland wieder einige Enttäuschungen gebracht.
Man hat auch bei diesen Beratungen wieder erlebt, daß die Gläubigermächte nach jedem Fortschritt, der in den politischen Derhandlun- gen erzielt wird, sofort wieder ein neues Hindernis aufbauen. Die Reparationsfrage sollte aus einem politischen in ein rein wirtschaftliches Problem umgewandelt werden. Wer bei jedem Verhandlungsabschnitt versuchen die Gläubigermächte immer wieder, politische Sicherungen einzuschalten. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Wahl des französischen Generaldirektors der Bank für Internationale Zahlungen zu betrachten. Die deutschen Vertreter hatten sich bis zuletzt dagegen gewehrt, daß ein Vertreter der größten Gläubigermacht die Hauptvollmachten in der Internationalen Zahlungsbank erhält, weil sie der Meinung find, daß dadurch nur allzu leicht politische Gesichtspunkte in den Aufgabenkreis des Bankinstituts hineingetragen werden können. Bei den Or- aanisationsverhandlungen, die vor Monaten in Baden-Baden stattfanden, war es das Bestreben der Gläubigermächte, die Internationale Zahlungsbank als ein reines Reparationsinsti tut zu gestalten, das lediglich die Entgegennahme und die Verteilung der deutschen Zahlungen besorgen sollte. Nach dem Plan der Sachverständigen aber sind der Bank noch andere Aufgaben zugewiesen. Sie soll „für die Erschließung neuer Handelsgebiete sorgen, 'o- wohl was das Angebot als auch, was die Nachfrage betrifft, und zur Löfung des besonderen deutschen Problems beitragen". D. h., die Bank soll zusätzliche Exportmöglichkeiten scistlffen und dadurch der deutschen Wirtschaft die Aufbringung der Zahlungen erleichtern. Dieser Aufgabe wäre nach deutscher Auffassung die Bank tun besten gewachsen gc wesen, wenn einNeutraler den Generaldirektor- Posten eingenommen hätte, da von ihm am ehesten eine paritätische Berücksichtigung der verschiedenen Interessen zu erwarten wäre. Ein französischer Generaldirektor an der Spitz« der BIZ. bringt dagegen die Gefahren mit daß die weltwirtschaftlichen Aufgaben des Bankinstituts zurückgedrängt werden und daß ie lediglich auf die reparationstechnischen Maß nahmen beschränkt wird.
Bei der Wahl des Franzosen Quesnay zum Generaldirektor der BÄZ. Hat allerdings neben
frage betrifft, und sonderen deutschen
Die Heniiae Kummer umkatzt 16 Sette«