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Mittwoch den 23. April 1930

Nr. 84

sich. Sämtliche Arbeiten wurden durch Hanauer Unternehmer und Handwerker «isgefiihrt, bis auf dis Ofe-nantagc, bie von der Spczialfirnia I. A. Topf u. Söhne, Eßfürt, erstellt wurde. Die Aus­führung der Gejmntanlage erfolgte unter der Ober- leckung des Stadtbaurats Dr. Ing. Weide, die gesamte Projcktbearbeitung und die Bauleitung lag in den Händen des Stadtbau-meisters Kögel, der durch den Bauführer Herpel in der "ört­lichen Bauleitung unterstützt wurde.

Die Gesamtba-ukostsn belaufen sich auf rund 100 000 RM. Von diesem Betrage entfallen rund 7000 RM mit da- Krematorium und der Rest auf sonstige Verbesserungen der Kapelle. Die Bcschaf- fuHy der Mittel erfolgte durch Darlehen des Volks- fetterb eftattun gsoerei ns in Berlin, des Feuerbestat­tung-vereins „Flamme", aus Fondsanfammlungen der Stadt und aus zinslosen Darlehen vom hiesigen Feuerbeftaitungsuerein.

Das deuikOs GOuWaus

Eine zahlenmäßige Uebersicht über das gesamte Schulwesen und Hochschulwesen in Deutschland

Deutschlnnd gilt nicht mit Unrecht als das Land der Schulen. Nirgends wird mehr gelehrt und ge­lernt als be; uns. 87 200 schulen gibt_es im Deut­schen Reiche mit über 10 Millionen Schülern und 365 000 Lehrkräften. Jeder sechste Deutsche lernt, jeder 18 Deutsche ist amtlich oder nebenamtlich als Leh :er beschäftigt. Dar ist ein ausgezeichnetes Re- jultat. Die Volksschulen stehen mit 52 790 Stück an erster Stelle. Es gibt 28 835 evangelische, 15 248

Die Bestrebungen, auf dem stöbt Friedhofe eine zeitgemäße Bebrennungsamlage reichen bis zum Fahre 1910 zurü

_ „ M errichten,

reichen bis zum Fahre 1910 zurück. Zu dieser Zeit

katholische, 122 israelitische und 8549 Volksschulen. Das Rheinland besitzt Volksschulen, nämlich 5000. An den sind 181000 Lehrkräfte beschäftigt, 137 000 Männer und ■ 44 000 Frauen.

gemeinsame die meisten Volksschulen und zwar

wurden bereits durch das Stabthauamt mehrere Entwürfe zu dem Bau eines Krematoriums auf- gestellt, Die damaligen Ausführungen scheiterten jedoch an den gesetzlichen Bestimmungen in Preu­ßen, wonach Städte unter 50 000 Einwohnern von der Errichtung eigener Einäscherungsanlagen aus­geschlossen waren. Man begnügte sich deshalb mit de: Errichtung eines Urnenhains bei der letzten Friekchofserweiterung. Dort sollte auch der Krema- torium sbau errichtet werden. Im Laufe der folgen­den Jahre wu de, bedingt durch die allgemeine wirtschaftliche Sage von der Weiterverfolgung die­ser. Absichten Abstand genommen. Erst am 12. Feb­ruar 1925 hat der Vorstand des Feuerbestattungs­vereins Großauheim, Hanau und Umgebung das Projekt erneut ausgegriffen und beim Magistrat der Stadt die (Errichtung eines Krematoriums auf dem stöbt Friedhöfe beantragt.

Was heute fertig vor uns steht, ist das Ergeb­nis langwieriger Verhandlungen auf finanziellem, wirtschaftlichem, verwaltungsmäßigem und tech- nischem Gebiete. Möge das Werk gerade durch seine Bereinigung der Erd- und Feuerbestattung unter einem Dache ein Symbol friedfertiger Toleranz gegenüber den Anhängern beider Bestattungs­formen sein und sich auswirken.

Davon sind 116 500 evangelisch. 59 000 katholisch, 327 israelitisch und 1455 Dissidenten.

Auf 10 000 Einwohner in Doutlschlomd kom­men 8.4 Schulen, 105 Schuler und 2.9 Lehrer.

Außerdem gibt er noch 572 Privatschulen mit BolksschulKel, in denen 37 000 Kinder von -1470 Lehrkräften unterrichtet werden. iH -

Dio Zahl der Fortbildungs- und Berufsschulen ist mit 29 653 sehr hoch, aber nicht zu groß, wenn man, bedenkt, dß sie von 1,6 Millionen Schülern und 855 448 Schülerinnen besucht werden und daß an ihnen 15660 Lehrer und 8584 Lehrerinnen haupt­amtlich sowie 68 895 Lehrer und 9785 Lehrerinnen im Nebenamt beschäftigt sind. Von den 1548 Mittel­schulen mit 120 153 Schülern, 138 920 Schülerinnen sowie 6858 Lehrern und 5316 Lehrerinnen kommen mir zu den Höheren Schulen, von denen die Ober- realschulen mit 682 an der Spitze stehen. Es folgen die Gymnasien mit 515, die Realgymnasien mit 401 und die Knabenschulen mit 943 Gebäuden. An den Höheren Knabenschulen sind 520 000 Schüler, an den Mädchenschulen 272 000 Schülerinnen re­gistriert. An ersteren sind 27 400 Lehrer, an letz­teren 3900 Lehrer und 11456 Lehrerinnen an­gestellt.

Deutschland besitzt

23 Universitäten,

an denen rund 96 000 Hörer immatrikuliert sind. Die gen amen Ziffè.n, wobei die eingeklammerten die weiblichen Hörer bedeuten, sind folgende: Ber­lin 11 930 (2020) Hörer, München 8450 (1415), Heidelberg 7665 (1428), Köln 6460 (891), Leipzig 5775 (607), Bonn 5330 (1004), Frankfurt 4536 (746), Breslau 3876 (590), Göttingen 3700 (470), Münster 3590 (690), Freibürg 3568 (680), Marburg 3358 (605), Tübingen 3420 (360), Hamburg 3080 (627), Jena 2909 (460), Königsberg 2796 (502), Kiel 2637 (385), Würzburg 2495 (184), 'Halle 2364 (194), Gießen 1868 (156), Erlangen 1709 (94), Greifswald 1686 (227) unb Rostock 1500 (195) Hörer. Die meisten Volk-wirtschaftler (2060) in Köln, die mei­sten Mediziner (1516) und Zahnheilkundigen (362) in München. In Berlin sind 1000 Auslände:, in München 500 und in Leipzig 475 immatrikuliert.

Neben den 23 Universitäten gibt es noch 10 Technische Hochschulon in Berlin, Aachen, Hannover, Breslau, Dresden, München, Stuttgart, Kgvlsruhe, Darmstadt und Braunschweig, an denen 23730 Studierende (darunter 60 Ausländer; eingeschrie­ben sind und von denen allein 6000 Maschinenbau- fach studieren. Don den 1400 Lehrern find 508 or­dentliche Professoren. An den Universitäten wirken 1937 ordentliche (eine Frau), 320 beamtete und 1087 nicht beamtete außerordentliche Professoren, ferner 294 Honorarprofessoren, 1197 Privatdozenten, 212 Lektoren und 280 Lehrbeauftragte sowie 2461 Assi­stenten.

Damit ist die Zahl der Hochschulen aber nicht erschöpft. Wir kennen noch 4 landwirtschaftliche, 2 tierärztliche, 3 forstliche, 5 Handelshochschulen, 2 Bergakademien, 7 pädagogische Akademien, 2 Hochschulen für Leibesübungen, 12 für Musik, 14 für bildende Künste und 12 philosophisch-theologische Hochschulen und Lehranstalten mit 15 400 Studie­renden und 1200 Lehrkräften,

Die svattsEcks âkvche und bte Keuevbestaiirms

Don g. Scheig, Pfarrer

Bis zum 14. September 1911 war in Preußen die Erdbestattung die einzig zulässige Form der Bestattung. An diesem Tage wurde das Gesetz betr. die „Feuerbestattung" veröffentlicht und damit auch die Feuerbestattung für zulässig erklärt, ohne durch dieses Gesetz eine Gleichstellung der Feuerbestattung mit der Erdbestattung festzustellen. Man sieht dar­aus ganz deutlich, wie de: Staat in seiner Gesetz, geling stark an die bei seinen Gliedern herrschenden Sitten' und Gebräuche gebunden ist. Er kann nicht einfach losgelöst von den herrschenden Sitten und Gewohicheüen Recht schaffen, sondern kann es in sehr vielen Fällen — so auch hier — erst dann,

wenn von ihm durch veränderte, Anj-

ten

stattung stellen sollten. Die katholische Kirche lehnte aus .grundsätzlichen Erwägungen eine kirchliche Be teiligung bei Feuerbestattungen ab und verweigerte auch die Unterbringung von Aschenurnen auf den von ihr verwalteten Friedhöfen. Auch die eomrge- lifche Kirche hatte lange Zeit ihr« großen Beden­ken. Jahre hat es gedauert, bis in den verschieden­sten Kreisen der evangelischen Bevölkerung die Be­denken geschwunden waren.

Als jedoch neben den Männern der Praxis und Kirchenregierung die theologischen Fakultäten er­klärten, daß auf Grund der evangelischen Glau­bens und Gottesauffassung Bedenken gegen die Feuerbestattung nicht bestünden, hat die evangeli­sche Kirche ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung bei Feuerbestattungen ausgesprochen So hat -die evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel in Ver­bindung mit den anderen Preußischen Landeskir­chen im Jahre 1914 in einem „Kirchengesetz bet:. Mitwirkung der Geistlichen bei Feuerbestattungen*

Bing, die von verschiedenen Seiten seit langem an den Staat herangebracht worden war. Der Staar

konnte sich bei diessr Forderung nach Feuerbestattung neben der Erdbestatbung nicht mehr entziehen. Zwar band er die Feuerbestattung noch an eine bei Lebzeiten abge­gebene besondere Erklärung, um dadurch kundM- fint, daß die herrschende Sitte der Erdbestattung grundsätzlich noch zu recht bestehe und die Feuerbe­stattung nur eine Ausnahme sei. Die seit Iahr- Hunde nen von den Kirchen geübte Form der Erd- beffattung hat hier den Ausschlag bei der Fassung des Gesetzes gegeben. So ist es auch heute noch. — Mik diesem Gesetz aber waren die Kirchen, die bis dahin die Erdbestattung als einzig mögliche Form der Bestâng anerkannt hatten, vor die Frage gi stellt, wie sie sich M dieser neuen Fonn der Si

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' einzelnen

rer die Verpflichtung der Beteiligung aufzuerlegen. Nur hat das Gesetz angeordnet, daß die kirchliche Feier vor dem Verbrennen der Leiche im Feuerofen zu enden habe. Dabei hatte die Kirche die feine Empfindung, daß man den Toten der Gnade des allmächtigen Gottes empfiehlt und nicht eine durch Feuer veränderte Substanz des Körpers. Heute ist es nun allgemein Brauch, daß kein evangelischer Geistlicher die Beteiligung bei Feuerbestattungen mehre versagt. Grundsätzliche Bedenken sind nicht vorhanden — die Feuerbestattunasfrage ist der evangelischen Kirche nur noch eine Frag« der kirch- liehen Sitte und Ordnung und sie glaubt sich bei die­ser Auffassung in keiner Weise zu der Lehre ihres Meisters im Gegensatz. Sie möchte aber nur wün­schen, daß die Feuerbestattung nicht von anderer Seite zu einer Weltanschauungsf-age gemacht und

lass rage ist der Frage der kirch-

zum AgitationsmkttÄ benutzt wird. Anzeichen dafür sind vorhanden.

Da am 27. April in unserer Stadt ein Krema­torium eingewecht wird, haben mir uns veranlaßt gefühlt, diese unsere kirchliche Stellung einmal dar­zutun und dabei zu zeigen, wie wir uns von unse­rer evangelischen Kirche aus gesehen, auf einem Gebiete werdender kirchlicher Sitte befinden. Und wo eine kirchliche Sitte im Werden ist, da kann sie nur recht merben, wenn die Glieder der evangeli­schen Kirche mithelfen an dem Aufbau dieser Sitte. Damit mir zu einer einheitlichen Gestaltung der kirchlichen Feier kommen, soll in Anlehnung an den in anderen Städten schon geübten Brauch nur eine Feie: gehalten werden, und zwar an dein Sarge vor der Verbrennung. Hier an -dein Sarge will die evangelische Kirche den ihr anvertrauten besonderen Bems ausüben, nämlich, das Wort Got­tes verkündigen als Gericht und Gnade, als Mah- nung und Trost. Stach der Verbrennung soll seine Feier mehr »ottfinbem. innern hie SJmwWinm mögen ' die Aschenurnen dann in der Stille bei- setzen, im engsten Kreise der Familienangehörigen. So wird es überall, wo Krematorien sind, gehalten Wenn wir so eine einheitliche Gestaltung der firdp liehen Feier haben, dann haben wir eine wertvolle kirchliche Sitte. Diese aus evangelischer Freiheit und zugleich aus evangelischer Verantwortung bar­gebotenen Gedanken aufzugreifen, danach sich im Verständnis für die besondere und große Aufgabe der evangelischen Kirche gerade beim Tode zu richten, ist Angelegenheit der Glieder" der evan­gelischen Kirche. Allen anderen Lesern sollte die Möglichkeit ein eis Einblicks in die Art und Be­gründung unserer Arbeit auf diesem Gebiete ge­geben werden.

* Daten für 24. April. 1819; Der Dichter Klaus Groth in Heide geb. (gest. 1899).

* An übertragbaren Krankheiten wurden in be; Woche vom 1’3.—19. April amtlich gemelbèt; Scharlach 2 Fälle aus Hanau und je 1 Fall aus Eichen und Langenselbold; Diphtherie 2 Fälle aus Hanau und 1 Fall aus Bruchköbel; Kinderkrank­heit 1 Fall aus Roßdorf und 1 Todesfall an Tuber­kulose aus Hanau.

* Gaspreiscrhähung. Ueber die Erhöhung bes Gaspreifes finden unsere Leser eine wichtige Be­kanntmachung in der heutigen Ausgabe. Der um 1 Pfg auf 23 Pfg. erhöhte Preis gelangt für den ab 24. b. Mts. festgestellten Verbrauch zur Bei. rechnung.

* Schulbeginn der gewerblichen Berufsschule Die Gewerbetreibenden, die zu Ostern neue Lehr­linge einstellen, werden daran erinnert, daß dich beimfsschulpflichtig sind und deren Unterricht am Donnerstag, 24. April, beginnt. Die neuen Lehr­linge haben sich persönlich im Berussschulgebäude am Johanniskirchplatz anzumelden.

* Der Vortrag Gräfin Salburg, der morgen abend statfinden sollte, ist wegen Erkrankung der Dichterin verschoben worden.

* Konservatorium für Musik — Sladtschloh. Mit dem heutigen Tage beginnt das . Sommer­semester. Siehe Inserat.

* Sportvereine und Sportplätze im Bezirk Kassel. Nach einer neueren Erhebung gibt èz im Bezirk Kassel im ganzen 1420 Sportvereine mit 106 000 Vereinsmilgliedern, so daß ungefähr 10%, der Bevölkerung einem Sportverein angeschlossm sind^ Dieser Prozentsatz liegt recht hoch und wird nur vom Regierungsbezirk Wiesbaden mit 12 Proz- und Hannover mit nahezu 11 Prozent übertroffen. Die meisten Vereine widmen sich dem Turnen ((833), 600 treiben Leichtathletik, 329 Fußball, 108 Schwimmen, 12 Tennis, 266 Wandern, 26 Winter­sport, 78 Schießsport und 709 noch sonstigen Sport, so daß es verhältnismäßig wenig Vereine gibt,: die nur eine Art des Sportes betreiben. Zur Ausübung des Sportes stehen 440. Turn-, Spiel« und Sportplätze, ohne Tennisplätze zur Verfügung, das sind durchschnittlich 4 auf 10 000 Einwohner. Mit dieser Durchschnittsziffer steht der Bezirk Kassel unter allen preußschen Regierungsbezirken an der Spitze, er übertrifft den Staatsdurchschnitt von 2 je 10 000 Einwohner um das Doppelte. Dazu gibk es noch 368 behelfmätzige Spiel- und Sportplätze, 99 Freiluftfchwiminbäder, 610 Turnhallen, 389 An­lagen für den Schießsport, 41 WintersportanlaW, 22 Tennisanlagen, 5 Flugplätze, 25 Bootshäuser, 2 Stadien, 20 Schutzhütten, 59 Jugendheime und K Jugendherbergen.

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Am zweiten Osterfeiertag gab der Gesang- nerein »Liederkranz" in Langendiebach tat Saale »Zur Krane" fein diechährigss Konzert. Unter der Leitung des erfolgreichen Chordirigenien .Hans Buhl (Hanau) sang der große Männerchor das eindrucksvolle Werk von Vincenz Lachner »Die Allmacht". Gut ausgeglichenes Stimmen- material, taubere Chorarbsit, klare Zeichnung und farbenreiche Dynamik, dazu eine dem Gehalte der Komposition entsprechende musikalische Führung lie­ßen diesen Chor zum Haupteriolg des Konzertes werden, und zwar so umfaßend, daß die übrigen Chordarb-istungen (zumeist musikalisch wenig an­spruchsvolle Werke) dagegen sehr zurücktraten. Der verpflichtete Solist, Iohannes Willy aus Frankfurt, einer der ersten Bavitonisten Deutschlands auf dem Gebiete des Kanzertgefavges, feierte mit seiner wundervollen Stimme und der ihm eigenen, über­legenen Gestaltungskunft einen unerhörten Triumph; er begeisterte die an sich recht spröde Zuhörerschaft so, daß ihm der jubelnde Beifall drei Zugaben abrang. Wenn ein Sänger „Kriegers Ahnung" von Schubert oder „An bie Leier", Wolfs »Tambour" und „Gesellenlied", das bekannte „Hennweh" und „Selbst-geständnis" oder Schu­manns »Hidalgo" so formvollendet in jeder Be­ziehung, so musikalisch überlegen und packend vor- tragen kann, wenn er Händels Arioso „Donk sei dir Herr" mit so großartigem Können in Wem, Tonbehandtung und Darstellung ins Klangbild um. fetzen kann, dann hat feine Kunst jene Erhaben­heit und Größe erreicht, die nur ganz wenig Aus- erwählten Vorbehalten bleibt, und die für den Zu­hörer unvergeßliches Erlebnis in künstlerischer Be­gehung bedeutet.

Der große Beifall feierte neben beul Künstler auch feine ganz ausgezeichnet begleitende Frau Else Willy-Mendorf, dre dem großen Sänger eben- bärtiges Können im Begleiten der schönen Gesänge

Deutsche «owskveude fite Goethes GebuetSstÄte

S Vor einiger Zeit konnte an dieser Stelle be­richtet werden, daß das Goethehaus in Frankfurt a. M. beabsichtigt, die durch die Inflation verursach­ten Schwierigkeiten, die das Bestehende bedrohen und dem weiteren Ausbau hindernd im Wege tehen, durch eine großangelegte Sammlung zu überwinden.

Die Deutsche Volksspende für Goethes Geburts- tätte wendet sich an alle Kreise des Volkes und an eben Einzelnen und ruft zur Mithilfe an der Er. raltung wertvollsten deutschen Kulturgutes auf.

Der Reichspräsident hat die Ehrenschirmherr- chast der Deutschen Volksspende übernommen und dadurch zum Ausdruck gebracht, daß er die Ziele des Unternehmens anerkennt. In allen Ländern des Reiches ist die Sammlung von Seiten der Regierun­gen genehmigt. In einzelnen preußischen Provinzen, so auch in Hessen-Nassau, sind z. Zt. Ehrenausschüffe in Bildung begriffen.

Angesichts der gegenwärtigen schweren wirt­schaftlichen Notlage, die auch die Gebefreudigkeit des sonst Freigiebigsten zu beeinträchtigen droht, muß immer wieder daran erinnert werden, daß es sich hier um die Erfüllung einer Aufgabe von ganz be- fonbeter Bedeutung handelt. Dadurch, daß die Gegenwart, trotz stärkster wirtschaftlicher Hemmnisse, das Gedächtnis des größten deutschen Dichters ehrt und ihm zu seinem hundertsten Todestag ein Denk, mal setzt, wie es lebendiger nicht gedacht werden kann, errichtet sie sich selbst ein Denkmal, das auch in den hoffentlich nicht allzu fernen Zeiten einer besseren Zukunft Zeugnis davon ablegen wird, daß sie über den materiellen Nöten des Tages unersetz­lichen Kulturbesitz nicht vernachlässigt und das ihrige dazu beigetragen hat, ihn den Nachfahren unser- lehrt zu übermitteln.

So haben auch unsere heutigen Dichter sich be­geistert für den Gedanken ausgesprochen. Rudolf G. Bindmg meinte, als er von der geplanten Dich, terehrung hörte: »Viele Stätten der (Erinnerung hat bie Welt. Aber die Stätten, denen die Menschen mit ewiger Dankbarkeit für eine nie versiegend« Beglückung nahen dürfen, sind selten. Es gibt nur jmji oder drei, Sie erhalte man um her Menschheit

willen." Und Gerhart Hauptmann bekannte, daß es ihn mit tiefster Genugtuung erfülle, an der Ver­wirklichung eines der „allerwichtigsten Kulturwerke, die es überhaupt gebe", mithelfen zu dürfen.

0 kammermufikabend Stadthalle. Wie bereits bekannt gegeben und aus dem heutigen Inserat er- sichtlich, findet Donnerstag, 8. Mai, im Kam­mermusiksaal der Stadthalle ein Kammermusik­abend statt. Ausführende sind: Liny Stübing (Klavier), Sanna Uhlemann, Franfurt a. M. (Vio­line), Luise Richartz, Frankfurt (Alt) und Exnst Peters, Frankfurt (Violoncell). Die drei letzt ge­nannten werden durch ihre hervorragenden künst­lerischen Qualitäten dem musikliebenden Publikum noch von dem im November stattgefundenen schönen Konzert des Philharmonischen Chors her in bester Erinnerung sein. Ueber Liny Stübings Poesie, volle, feinsinnige Kunst bedarf es keiner weiteren Auslassungen. Das Programm verzeichnet das edle, warm ansprechende Trio B-bur Nr. 2 von Mozart, das großzügig schwungvoll« L-dur Trio von Brahms und Lieder von Schubert und Brahms- Der Billettverkauf ist in vollem Gange. Er fin­det durch Lifte, das Musikhaus Ed. Schaaf und im Mozart-Konservatorium, Philippsruher Allee 2, statt

o Mozark konservakortum (Dir. Dr. Stübing). In den Lehrkörper des Mozart-Konservatoriums ist der Violinvirtuose Hans Bassermann, z. Zt. Leipzig, etngetreten. Er übernimmt ab 1. Mai d. I. eine Wolinklajje. Damit ist für dieses Lehr­fach, das bisher die Frankfurter Seigenpäbagogin Sanna Uhlemann allein vertrat, eine weitere erste Lehrkraft gewonnen worden. Bassermann, ein Sohn des langjährigen SBiotinpäbagogen Prof. Fritz Bassermann am Hochschen Konservatorium zu Frankfurt a. M., studierte bei seinem Vater und u. tu bei Professor Marteau. Er genießt als Künst, ler und Lehrer einen großen Ruf. Seine Lehrtätig­keit führte ihn bisher an das Sternch« imb das Scharwenka-Konservatorium. Berlin, an die staat­liche Hochschule für Musik und staatliche Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin, sowie, als Nachfolger Marleaus, an das Leipziger Konserva­torium. Als konzertierendem Künstler zollt ihm die deutsche und ausländische Presse höchste An- ertennung. So schreibt die Berliner „Allgemeine

Musikzeitung": „Sein Spiel hat hinreißend drmü ■ gängerischen Charakter, der geborene Wrtiwst. - Die Leipziger „Abendpost"' Toßt sich vernehmen . „Seine feingeschlisfene Technik,, fein blüherck« ' welcher Ton und der Adel seiner künstlerischen Aust fassung stellen ihn in die Reihe der ersten lebende« Geiger." '

o Konzertreise der wiener Philharmoniker. K Wiener Philharmoniker- traten gestern abend W* Konzertreise an, die sie über München, Stuttgart, Köln, nach London und Paris führen wird. ^!

DevSbrvuvsVv»f.G«tttt«Mevt

Geh. Medizinalrak Prof. Dr. Ernst flüff«, einer der hervorragendsten deutschen Chirurg«"« der frühere langjährig« chirurgische Seifer der Augusta-Hospitals in Berlin, starb im Alter D°* 90 Jahren. Küster, der Verfasser bedeutender fach wissenschaftlicher Schriften, wurde 1890 als Pro­fessor der Chirurgs« nach Marburg berufen M» * gleichzeitig die chirurgische Klinik leitet» .^.^