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10. AvM
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r — Der Reichsrat hak beschlossen, daß die Landwirtschaft fortan von der Zinsenzahlung für die Rentenbankgrundschuld befreit werden soll.
— Die demokratische Reichstagsfraktion wird die vom Reichsrat bewilligte erste Rate für den Panzerkreuzer B ablehnen.
— In einer Rede über das Agrarprogramm erklärte Geheimrat Dr. Duisberg, nur eine verstärkte Anstrengung der Landwirtschaft nach der Seite der technischen und oganisatorischen Verbesserungen und verständige Zurückhaltung bei der Inanspruchnahme Les Zolttnfkrumentes könne die durchaus berechtigten Bedenken mildern, die von vielen Seiten der industriellen Wirtschaft dem neuen Agrarprogramm enkgegengebracht werden.
— Polen hat nunmehr auch beim Völkerbund âe Note überreichen lassen, in der erklärt wird, daß die Erhöhung der deutschen Agrarzöllè die polnische Unterschrift unter die Handelskonvention hinfällig mache.
— 3m Bromberger Deukschlumsbund-Prozeß wurden am Donnerstag sämtliche Angeklagte verurteilt. Insgesamt wurden 54 Monate Gefängnis und Festung über die Angeklagten verhängt.
— Kapitän Lehmann erklärte nach erfolgter Landung des „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen, daß die Fahrt glänzend verlaufen sei und in jeder Beziehung die gestellten Erwartungen übertroffen habe.
Äukrmf für das GsVstemattrr-GhVSttma;
Dèr Ausschuß für die Errichtung des Efjrenmais Pr den verstorbenen Reichsautzenminister Dr.
AmrOibaves NvandunslüE in Rumänien Eine M^Ge während des Gottesdienstes niedev- gedvannt - ICC Menschen verdrannt
Bukarest, 19. April. Die ganz aus Holz gebaute Kirche der Gemeinde Eostesci ist gestern abend während des Karfreikagsgolkesdienstes in Flammen aufgegangen. Dem furchtbaren Brandunglück fielen 100 Menschen zum Opfer. Der Brand wurde durch eine brennende Kerze verursacht, die sämtliche Gläubigen während des Gottesdienstes in den Händen hielten. Das hundertjährige hölzerne Gebäude war in wenigen Augenblicken in Flammen gehüllt. Die nach innen sich öffnenden Türen fielen zu und konnten infolge des Ansturms der Flüchtenden
Oplnifchev
Schritt beim VSlkevSund Gegen die dsuttchen Asvavz-Ue
Genf, 18. April. Der ständige Vertreter Polens beim Völkerbund hat dem Generalsekretär desselben eine Note übergeben, in welcher gegen die vom deutschen Reichstag am 14. ds. Mts. in dritter Lesung angenommenen Erhöhung der Zolltarife protestiert wird.
Wie erinnerlich, überreichte der Vertreter der I Zeichnung des am 24. März in Genf angenommen
nicht mehr geöffnet werden. Es spielten sich entsetzliche Panitszenen ab. Die Priester im Ornat versuchten vergebens die tobende Menschenmenge zu beruhigen, bis sie schließlich vom Rauch ersttckt und von den Flammen erfaßt zu Boden sanken. Nur drei Personen wurden gerettet. Da die Kirche außer- halb des Dorfes selbst liegt, war von bet Katastrophe nichts bemerkt worden. Als die Feuerwehr aus der benachbarten Stadt Pitesci eintraf, war die Kirche nur mehr ein Trümmerhaufen unter dem 100 Menschen begraben lagen.
«»»tische Sstevsedanken
In diesen Tagen wird wieder viel von der Hoffnung auf politische Auferstehung Deutschlands geschrieben und gesprochen. Wenn auch das Osterevangelium nichts von den Bedingungen der Auferstehung von Staaten und Völkern enthält, nichts verheißt und verbürgt, so ist doch all das, was man gerade in den Tagen um Ostern schaut und innerlich erlebt, geeignet, jene Hoffnung besonders herauszu- stellen, ohne dabei mit dem Evangelium in Konflikt zu kommen.
Wenn wir alles, was die Osterzeit uns Menschen bringt an äußerem Schauen und innerem Erleben auf einen Hauptnenner bringen wollen, dann kann dieser nur heißen: Leben! In die Osterzeit klingt der Siegesruf des Evangeliums: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Jesus lebt! Und dieser Ruf findet Widerhall in den Tiefen der Seelen der Menschen, tröstet, stärkt und pflanzt neue Hoffnungen auf, gibt dem Leben neuen Antrieb, neuen Sinn. Leben ist es auch, was wir erschauen an Busch und Baum, in den Gärten und auf den Fluren, Leben all das Grünen und Blühen ohne Ende. Und dieses Erschauen gibt uns Menschen wiederum Hoffnung und Schaffenslust, dem wir erkennen, daß alles Vergehen nur ein Durchgang ist zu neuem Werden, das umso kraftvoller ist. Wir erkennen die Kraft, die als Schöpfungskraft am Anfang alles aus Nichts ins Dasein rief, die als Weltwallerweisheit; heute und immer neues Leben schafft. Auch in uns! Und Leben ist es auch, was wir am polnischem Gebiet,
, Wenn das Rheinland, feiner Fesseln ledig wird, wenn die Glocken jubelnd den rheinischen, den deut- Men Frühling grüßen, wenn neue Hoffnung die herzen schwellt, wollen wir in tiefster Dankbarkeit uns derer erinnern, die das lastende Dunkel bannen halfen.
MiEinem Mann vor allen gilt dann unser Ge- Mlken, ihm, dem das Schicksal verwehrt hat, den Mg der. Freiheit, zu schauen, den stolzen Ehrentag, Mn er in unserem Kreis am freien deutschen Rhein Katte erleben sollen.
f Gustav Stresemann ist nicht mehr. Mitter: aus seinem, dem Wohl des Vaterlandes geweihten Wirken riß ihn der unerbittliche Tod, ehe das Werk seine Krönung fand, das er mit eiserner Energie vorbereitet und mit dem Einsatz aller Kräfte der Reife entgegengeführt hat. Er fiel wie ein Held für Deutschlands heiligste Rechte. Darum wollen mit ihn ehren, wie es einem Helden gebührt.
Nicht allzulange na chdem Tage, an dem in Mainz die Trikolore niedergeht, an dem über die Stadt, auf der die Besetzung am schwersten lag, die Klänge des Niederländischen Dankgebets dahinbrau- son, wollen wir Gustav Stresematut ein Ehrenmal weihen.
In Mainz soll es stehen, im der vielmals heißumstrittenen Stadt, die immer noch der Schwerpunkt fremder militärischer Besetzung ist, am Ufer des deutschen Rheins, ein Zeichen der Dankbarkeit aller Volksgenossen, einfach und schlicht, des Man- ves, würdig, dem es gewidmet ist.
Allen Deutschen, welcher Partei sic auch ange- Hären, muß es eine Ehrenpflicht sein. dem Gelingen beizutragen. An alle ergeht unser Ruf: Helft Gustav Stresemann ein Ehrenmal zu setzen! Spendet nach Kräften! Kleine und kleinste Gaben sind auch willkommen.
Dem toten Staatsmann zum Ruhm — uns selber zur Chr!
Dem Ehrenausschuß, dessen Präsidium der Parteiführer der DVP. Dr. Scholz und Minister des Aeußern Dr. Curtius innehaben, gehören namhafte Vertreter der Deutschen Volkspartei, der Demokraten, des Zentrums, der Wirtschaftspartei und der Sozialdemokratie sowie führende Persönlichkeiten der Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung an. Spenden werden entgegengenommen: von allen tn= und ausländischen Filialen der Commerz- und Privatbank, der Darmstädter und Nationalbank, der Deutschen und Discontu-Bank, der Dresdner Bank "wie beim Postscheckamt Frankfurt a. M., Konto Nr. 61540.
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. Dishorn, 17. April. Reichspräsident von Hin = Auburg traf heute in Begleitung seines Soh- u«s und seiner Schwiegertochter auf dem Bahnhof ^senbuttel-Gisharn ein und fuhr im Automobil Groß-Schülper weiter, wo, der Reichspras:- vent. die Ostertagc verbringen wird.
Badenweiler, 18. April. Reichskanzler Dr. un iug, Reichsminister Dietrich mib -Reichsminister für die besetzten Gebiete Trevi- sind heute nachmittag hier zu einem Kur- Useulhalt eingetroffen.
Konvention dèr Zollwaffenstillstandskonserrenz dem Generalsekreär des Völkerbundes eine Note, daß Polen die genannte Konvention nur werde ratifizieren können, wenn kein anderer Staat zwischen dem 1. April und dem 1. November 1930 Zölle einführt, die die Interessen der polnischen Ausfuhr verletzen könnte. Im Hinblick darauf, daß der Deutsche Reichstag in seiner Sitzung vom 14. April in dritter Lesung ein Gesetz annahm, welches starke Zollerhöhungen vorsieht, hat der ständige. Delegierte Polens, Sokal, nun eine neue Note an den Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet, in der es heißt:
„Nach arbeitsreichen Verhandlungen in Genf hatten die auf der Konferenz zur Herbeiführung einer gemeinsamen Wirtschaftsaküön vertretenen Staaten eine Handelsübereinkunst unterzeichnet, in der sie sich verpflichteten, ihre Handlungsfreiheit auf dem Gebiete der Zollgesetzgebung zu beschränken. Dagegen hat nun der Deutsche Reichstag in seiner Sitzung vom 14. April in dritter Lesung eine Regierungsvorlage angenommen, nach welcher sehr starke Erhöhungen der Zolltarife vorgesehen sind, die den polnischen Export treffen. Angesichts dieser Tatsache und unter Bezugnahme auf die Unter-
Das Älgrarveogamm und feine Ginttüsfe auf dieSnvuKvie
In der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Solingen machte Geheimrat Duisberg (Solingen-Leverkusens bedeutsame Mitteilungen über das Agrarprägramm, in denen es u. a. heißt: Stus den schweren Stürmen der Parlamentstagungen ist endlich ein Ergebnis hervorgegangen, das zwar durchaus nickst alle Interessen zu bei'ledigen vermag, aber wenigstens eine Grundlage für die Weiterarbeit ist. Ich möchte von vornherein betonen, daß ich der festen Ueberzeugung bin und war, daß eine möglichst enge Zusammenarbeit gerade zwischen Industrie und Landwirtschaft unbedingt erforderlich .ist, sinh doch beide mit dem Handwerk zusammen die drei starken Pfeiler des Innenmarktes. Wir haben des öfteren un Interesse der Landwirtschaft Mahnahmcn zuge- stfmmt, die für die Industrie Opfer, bedeuteten,,.aus der Erkenntnis heraus, daß das Rückgrat jeber Volkswirtschaft in erster Linie gestärkt und gekräftigt werden muß, da wir doch 75 bis 80 Prozent unserer Erzeugnisse auf dem Binnenmarkt unterbringen.
Trotzdem sind mir auf diese Aussuhr. insbesondere auf die Ansfuhr industrieller Ferttgwaren angewiesen, um unseren Rohstoffb^arf, zu decken mib unseren internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden.
Die JNdustriepveige also, die an sich schon bei dein Absatz auf den Auslandsmärkten auf härtesten Widerstand stoßen, würdeu, wenn das Ausland
beisübereinfommen seine Unterschrift setzte, eine v ö llig neue Lage geschaffen worden sei." Hierzu erfährt das WTB. von zuständiger Seite: Bekanntlich ist die Genfer Ueber einfunft bisher weder für Deutschland noch für Polen verpflichtend. Die Frist für die Hinterlegung der Ratifikattons- urkunden läuft am 1. November 1930 ab, und erst in einer für die Zeit zwischen 1. und 15. November geplanten Konferenz soll über die Inkraftsetzung des Abkommens entschieden werden. Aber selbst wenn die Genfer Beschlüsse schon Gültigkeit hätten, würde die polnische Regierung keinen Anlaß zum Protest haben, da der Abkommensentwurf vom 24. März 1930 feine Festlegung auf die bestehenden Zolltarife bedeutet, sondern die Staaten nur zur Mitteilung von Zollerhöhungen anhält, worauf neue Verhandlungen erfolgen sollen. Ueberdies bestätigt die Konventton ausdrücklich die Handlungsfreiheit der Staaten bei „unvorgesehenen dringenden Umständen". Von deutscher Seite ist schon bei den Genfer Verhandlungen der Standpunkt vertreten worden, daß Maßnahmen zur Linderung des Notstandes der deutschen Landwirtschaft unter dieses Merkmal fallen.
gegen wirtschafüich« Zollerhöhungen Repressalien ergreifen sollte, aufs schwerste betroffen. Man wird daher von: allgemeinen vvlkswirtfchafüichcn Gesichtspunkt aus die lebenswichtigen Intereffen beider Gruppen der Landwirtschaft und der Industrie gegeneinander abwägen müssen, wenn man das große Risiko neuer Handelsvertragsverhandlungen und erhöhter AgrarzSlle eingchen will.
Zu bedenken bei allen Maßnahmen, die jetzt im •neuen Agrarprogramm der Regierung entlzalten sind, ist, daß auch der beste Zollschutz mir ein Mittel sein kann, um
der Landwirtschaft eine Schousrist zu geben zur Umstellung aus die veränderten wirtschaft- lichen Notwendigkeiten.
Uni auf die Dauer lebensfähig zu sein, âß mich die Lundwirtschast Wi rttchaftlichkeij aus eigener Kraft erringen. Die Landwirtschaft muß schon den größten Teil ihrer Reformen durch technische und organisatorische Verbesserungen durchführen, statt alle Hoffnungen aus eine Zollpolitik zu fetzen.
Ich habe die zuversichttiche Hoffnung und das feste Vertrauen, >daß die gute, Zusammenarbeit und die regelmäßigen Aussprachen, die in den letzten Jahren zwischen Industrie und Landwirtschaft stattfänden, sich jetzt auch praktnch auswicken werden in einer Lösung, die eine dauernde Besserung der landwirtschafttichen Lage sicherstellt und dabei, die indiistnellen Ausiftlhrinterèffeu nicht allzufchr be f einträchtigt. ~ . ..... I
NredergaNg ein Wiederauferstehen folgt, daß des Schöpfers Wille nicht der Tod, sondern das Leben ist. Wir schauen auch auf politischem Gebiete Leben, was uns neue Schaffenskraft und neuen Mut gibt im Kampf nm das herrliche Ziel: politische Auferstehung Deutschlands.
Auf außenpolitischem Gebiet sind die Dinge soweit vorgeschritten, daß in reichlich zwei Monaten der letzte feindliche Soldat den deutschen Rhein verlassen haben, daß nach allen Sorgen und Qualen in wenigen Wochen der Frühling der Freiheit über Deutschland heraufziehen wird. In zähem Kampfe ist es uns gelungen, diese Freiheit in allernächste Nähe zu rücken, ein Erfolg, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Und auf innerpolitischem Gebiet? Wohl ist hier unserem Volke der Frühling noch versagt, aber sieht es nicht so aus, als sei auch er ein großes Stück näher gerückt, als dränge sich nach den schweren Stürmen der letzten Jahre, nach schweren Enttäuschungen und Rückschlägen rin neues knospendes Werden zum Lichte, ein knospendes Werden, das jene Züge hat, die zu Hoffnungen berechtigen?
In den letzten Monaten und Wochen haben wir in Deutschland einen politischen Kampf erlebt, wie lange nicht zuvor. Der Kampf ging nicht nur allein um die Sanierung der Reichsfinanzen im allgemeinen, und um eine grundlegende Reform der Arbeitslosenversicherung im besonderen, nein, er ging um mehr, nämlich darum, ob der Regierung der Weg zu einer schöpferischen Politik freigegeben werden soll oder nicht. Wir waren in der Tat festgesahren. Wir hatten in den hin ter uns liegenden Jahren nicht immer so ge wirtschaftet, wie es einem Volke ansteht, das sich aus schwerster Not langsam und mit Aufbietung aller Kräfte wieder emporarbeiten will. Nur eines sei herausgegriffen: Wir batten unsere Wirtschaft nicht nur mit den Re- paratiönskosten belastet, säubern wir hatten ihr auch durch eine zu schnell ansteigende Kurve der sozialen Entwickelung Fesseln an gelegt, die sie zu sehr banden, so daß^eine Kapitalbildung unmöglich wurde. Die Folge war Arbeitslosigkeit und diese legte wieder neue Lasten auf, die nicht restlos getragen werden konnten, so daß es schließlich zu einer finanziellen Katastrophe von ungeahnten: Ausmaß kam, aus der herauszukmnmen eben nur möglich war, daß man reformierte. In diesem Kampfe um die Reformen brach ba-- Règierungsschiff der Großen Koalition aus
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