Nr. 84
Mktwoch den L Syt« 1930
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WM Lob wurde auch be* susgesteMe« Stbeiteit Tâ Im Soimnerhalbjahr soll versucht weA«t des Kreises und der Stadt Hanau weitere in Hamm selbst zu veranstalten und den iunqen Mädchen von Hanau und der nächsten Um- oeblmg Ausbildungsmöglichkeit zu verschaffen. Es fft Pflicht jeder verantwortungsbewußten Mutter, ihr Kind für den späteren Beruf sich vorbereiten « lasten und einsichtige Behörden werden auch weitechin die gute Sache zu unterstützen.
Mderrodenbach. 8. April. Raiffeisenversammlung. Im Saale des Gasthauses „3um Schiitzen-hos" fand am Sonntag, 6. April, die Fruhjahrsgeneralversammlung des Darlehnskassen- vereins statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Borloge der Rechnung und Bilanz für 1929; 2. Gewinnverteilung; 3. Wahl von drei Aufsichtsratsmit- qliedern; 4. Verschiedenes. Der Vereinsrechner gab an Hand seiner Aufzeichnungen ein anschauliches Bild über die Tätigkeit des Vereins im Geschäftssahre, woraus hervorgeht, daß der Geschäftsverkehr ein recht reger war, betrug doch der Gesanck- umsatz in Geld und Waren 669 060.15 RM. Die Bilanz weist in Aktiva und Passiva eine Summe von 203 596.34 RM auf. Der Jahresgewinn betrug 628.28 RM. Die Ausführungen des Rechners wurden zur Kenntnis genommen und alsdann Vorstand und Rechner Entlastung erteilt. Der Gewinn wurde folgendermaßen verteilt: % desselben, das find 418.85 wurden dem Stiftungsfonds, vom verbleibenden Rest 20% — 41.89 RM dem Reservefonds und der Rest des Gewinns — 167.54 RM dem Sterbekassenfonds überwiesen. Von den drei ausscheidenden Mitgliedern des Aufsichtsrates mürben die Herren Bürgermeister Schäfer und Konrad Schäfer wiedergewählt. Herr Karl Zehner lehnte eine Wiederwahl ab, und wurde an dessen Stelle Herr Heinrich Strutt neu gewählt. Sodann wurden Fragen allgemeiner Natur besprochen enb anschließend hieran referierte Herr Verbandsrevisor Linnenberger-Hanau über Fragen der Eeldwirtschaft im allgemeinen und den Zins- fUB beim Verein im besonderen, und schließlich verbrät« sich Herr Unterverbandsdirektor Wende- Langeichiebach eingehend über die Möglichkeit des Zusannnenschlusses der Raiffeisengenossenschaften in einem Einheitsverboich. Nach Genehmigung des vorgeilesmen Protokolls wurde die interessante Persammlung gegen 11 Uhr geschlossen.
Kreis Vüdinse«.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Diebach a. Haag für das Rj. 1930 liegt vom Dienstag, den '8. April 1. 5s. eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Ansicht offen. Es wird eine Umlage erhoben, wozu die Ausmärker beizutragen haben.
Diebach a. Haag, den 7. April 1930.
Hess. Bürgermeisterei Diebach a. Haag: Rn hl.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Schuhmachermeisters Arnold Damm in Altenstadt wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 26. Februar 1930 angenommene Zwangsvergleich durch rechts- klaftigen Beschluß vom gleichen Tage bestätigt ist, £ Altenstadt, den 2. April 1930.
E1" Hessisches Amtsgericht
»'t Büdingen, 9. April. Kreisdirektor Dr. Gaß-
hat den Kreistag Büdingen für 16. April zu Riner ersten diesjährigen Sitzung einberufen. Ne- Wn der Diensteinweisung und Verpflichtung der Reuen Abgeordneten Fabrikdirektor Morhenn- ^Hirzemhain, Lindwirt Mörschel-Altenstadt, Landwirt Üind-Geiß-NiAda und >schuhmacherme«ster Jahn-Orte aberg stehen auf ,ber Beratungsfolge: Rechnung der Kroiskasse und des KreiskinderhÄimes Bingenheim für 1928 (Rechnungsjahr), Verwal- tungsbericht für 1928 Rj., der Kreishaushaltungs- noranschlag für 1930 vinschl. der Sowderetats für Kreiswohlfahrtsamt, Kreisjugendamt und das Kr«iskinderl)«ün; ferner die Umwandlung der vor- föitfigen Kreissteuern aus 1929 in endgültige Steuern und schließlich verschiedene Wahlen.
Artie Gelnbauke«.
X Gelnhausen, 9. April. Zur Hebung des lUemdenverkehrs für Gelnhausen während der be-
En neues deutsches Spiel: Schwinsball
Die Hannoversche Musterschule Heck ein neues Vallspiel emgeführt. Jias ganz hervorragende Ausbildungseigenschaften besitzt. Das Spiel ist eine Kobination von Fechten und Gymnastik und ermöglicht eine ausgezeichnete Durcharbeitung des Körpers. Das Gerät besteht aus einem festen Seil mit zwei Griffen, in dessen Mitte sich ein lustgefüllter Ball befindet. Die beiden Gegner suchen durch geschicktes Schleudern des Balls Körpe Treffer zu erzielen oder dem Angriff des
Gegners auszuweichen.
-vorstehenden Zeit der Baumblüte hat der Derkehrs- versin Gelnhausen die Veranstaltung eines „Geln- häuser Blütensonntages", verbunden mit einer Werbung für den Gelnhäüser Aepfelwein am Sonntag, °4. Mai d. Js. beschlossen Lund für den fraglichen Tag ein reichhaltiges Programm entworfen, das Führungen durch die Stadt und die Geln- Häuser Blütenflur, Freikonzerte, Borträge über die Sehenswürdigkeiten Gelnhausens und die Abhaltungen von Unterhaltungen mit Danz in geeigneten Lokalen vorsieht. Nach den jetzigen Boraussichten ist mit einer starken Beteiligung aus den Main- städten und der weiteren Umgegend zu rechnen.
ans Sraukkuvt a. â
Die Frankfurter August-Tumulte vor Gericht
: Am 1. August fand abends auf dem Römerberg eine Antikriegskundgebung statt, an der sich vornehmlich Kommunisten beteiligten. Beim Polizeipräsidenten war die Erlaubnis nachgesucht worden, die Veranstaltung mit einem Fackelzug erfolgte nur in bezug auf die Demonstration und den Fackelzug. Die Veranstaltung mußte um 10 Uhr abends zu Ende sein, dann durfte nicht mehr musiziert werden. Es kam aber dann doch dazu, daß man mit klingendem Spiel abrücken wollte. Die Polizei wollte nun den Zug auflösen, und dabei kam es zu schweren Ausschreitungen in der Neuen Kräme und am Liebsrauenberg. Bei dem Tumult wurde mit Steinen nach der Polizei geworfen, die Beamten beleidigt und mit brennenden Fackeln attackiert, so daß der Befehl erging, die Pistolen zu ziehen und von dem Gummiknüppel Gebrauch zu machen. Etwas später, als die Polizei die Altstadt säuberte, kam es erneut in der Tric- rischen Gasse zu unliebsamen Szenen. Hier wurden aus dem Hinterhalt Steine auf die Beamten geschleudert. Eine Anzahl Personen wurde festgenommen und gegen etwa 28 Leute eine Untersuchung eingeleitet, die schließlich zu einer Anklage gegen acht Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren und gegen eine 64jährige Witwe führte. In mehrstündiger Verhandlung prüfte das Große Schöffengericht die Vorgänge nach. Die Beschuldigten wurden von Frau Rechtsanwalt Cohnen verteidigt, die auf Freisprechung sämtlicher Angeklagten plädierte. Das Gericht sprach acht Angeklagte frei^ und er
kannte gegen einen Marmorsckfleifer wegen Widerstands und Tätlichkeiten gegen im Dieirst befindliche Polizeibeamte auf 50 RM Geldstrafe.
Mißglückter RaubüberiaU
— Homburg v. d. H., 8. April. Ein in Hamburg wohnhafter Straßenbahner, der den letzten Lokal- bohnzug der Linie 24 heute nacht nach Oberursel geführt hatte, befand sich gegen 1 Uhr nachts nach Erledigung seines Dienstes mit einem Fahrrad auf dem Wege doii Oberursel nach Homburg. Er führte seine Geldtasche mit der Tageseinnahme bei sich. An der sogenannten Landesgronze stürzte plötzlich ein Fremder, ^er sich hinter der dort befindlichen steinernen Säule verborgen hatte, auf ihn und versuchte ihm die Geldtasche zu entreißen. Der Straßenbahner schlug dem Angreifer mit einer EiseNstang«, die er als Waffe bei feinen nächtlichen Fahrten mit sich führte, derart über den Leib, daß er zusammenbrach. In Homburg erstattete er der Mür-zet. Anzetue. .ieâb . rübvâ chre^chchiorichun-
Tödlicher Sturz
— Bad Kreuznach, 8. April. In einem Haufe der Engelsgasse stürzte die 40 Jahre alte Frau Katharina Braun auf dem Speicher so unglücklich durch morsche Bretter, daß sie mehrere Stockwerke tief in den Keller einer Brauerei fiel. Sie zog sich hierbei so schwere Verletzungen zu, daß sie 'kurze Zeit darauf verstarb.
Vom Fahrstuhl erdrückt
— Pfeddersheim, 8. April. In den Keramischen Werken zu Offstein gab der Schlosser Becker von hier einem Lehrling den Auftrag, den Auszug in Gang zu setzen. Er selbst beobachtete den Gang und Konstruktion des Getriebes. Durch das niedergehende Gegengewicht von 25 bis 30 Zentnern wurde Becker erfaßt und ihm die Hirnschale eingedrückt.
Lin Toler und z,vei Verletzte bei einem Verkehrsunfall.
— Reuwied, 8. April. Ein tödtticher Unfall ereignete sich am Sonntag nachmittag an einer
Stratzenobzweigung der Chau sie« StroßenhE-- Rengsdorf auf dem Westerwald. Der âMH»gk Schneidermeister Jakob Meyer ^ous Bonefeld woSeo mit seinem Fahrrad in einen Seitenweg einbiege«, als ihm ein Motorradfahrer plötzlich in das Rad hinein fuhr. Zu gleicher Zett kam aus «ntgegen- gefetzier Richtung ein anderer Motorradfahrer, der auf die am Boden Liegenden stüzte. Meyer wurde gräßlich verstümmelt und war auf der Stelle tot. Der eine der Motorradfahrer erlitt bedenkliche Kopfverletzungen, während der andere einen Beinbruch davontrug.
Tödlicher Unfall im Schach«
Haiger, 7. April. Bei Maurerarbeiten in einem Schacht der Eisensteingrub« Bautenberg im Kreis- Siegen verunglückte der 43 Jahre alte Maurer Okto Leicht aus Gilsbach tödlich. Kurz vor Ende feiner Schicht fiel ihm ein Stein auf den Kopf und fchbrg ihm eine blutende Wunde. Der Verletzte konnte sich noch bei voller Besinnung aus dem Schacht begeben, verfiel jedoch eine Stunde später von Müdigkeit überwältigt in tiefen Schlaf, aus dem er nicht mehr erwachte. Man nimmt an, daß das Mut der an sich nicht lebensgefährlichen Wunde ins Gehirn eingebrungen ist und so den Tod herbelgesührt hat.
Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod.
Herborn, 7. April. Im benachbarten Sinn hat sich der 18jähr. arbeitslose Blecharbeiter Karl Krug im Wald erschossen. Der Selbstmörder hat sich burdi einen Schuß in den Mund getötet. Arbeitslosigkeit soll den jungen Mann in den Tod getrieben haben.
Eine Geldstiftung fünfmal abgelehnk
— Trier, 8. April. Ein vor Jahren verstorbener Rentner hafte der Stadt Trier testamentarisch 90 000 RM vermacht mit der Bestimmung, daß dafür ein Krematorium errichtet werden müsse. Er bestimmte ferner, daß im Falle der Ablehnung der Stiftung die Stadtverordnetenversammlung in fünf aufeinanderfolgenden Jahren über die Annahme feiner Stiftung abstmunen müßte. In diesem Jahre wurde zum sünstenmale abgeftimmt, und zwar wurde wie in den vorhergehenden Jahren die Ablehnung beschlossen. Jetzt tritt die weitere Klausel des Testaments in Kraft, nämlich, daß für das Gell> ein Volkspark angelegt wird. Zwar konnte sich die letzte Stadtverorünetenversammfting über die Wahl des Platzes noch nicht einigen, die Stiftung zu dein umgeänderten Zweck wurde aber mm Einstimmig angenommen.
Ein Kind verbrüht
— Mannheim, 8. April. Gestern nachmittag fiel das zwei Jahre alte Kind eines Kaus man ns in' eine im Gang der Waschküche eines Hauses in der Scharbanstraße in Feudenheim stehende mit heißem Wasser gefüllte Waschbütte, wodurch das Kind am ganzen Körper verbrüht wurde. Es wurde in lebensgefährlich verletztem Zustande ins Allgemeine Krankenhmis verbracht.
Aus Atter wett.
Die Kunst des Schreckens
aârs Pigall« in Paris, das den Anspruch erhebt, das modernste Bühnenhaus der Weltstadt zu fein, kann man zurzeit sonderbare Gestalten bewundern. Schibarze Götzen, furchtbare Fratzen und Fetische von den Inseln der Südsee. Es ist die Ausstellung der Stunft der Wilden — die größte Sensation des schaulustigen Paris.
Vor zwanzig Jahren haben radikale Künstler die originelle Ausdruckskraft und den seltenen künstlerischen Sinn der schwarzen Bildhauer entdeckt. Das war der Auftakt zu der Entdeckung des Neger geistes, der zurzeit die ganze Kulturwelt mit den Klängen seiner Musik und seiner Tänze unterjocht hat. Trotzdem bleibt die schwarze Kunst, obwohl zahlreiche Bücher über sie geschrieben sind, ein Rätsel. Wir wissen nichts von ihrem Ursprung, von ihrer Entwicklung und verstehen eigentlich nicht, weshalb in diesem Paradiese, wo die Menschen im Schoße der Natur leben, die Götter so abstoßend häßlich und schrecklich sind, weshalb schafft der schwarze Künstler nicht ein Bild der Schönheit, sondern eine tragische Säritatur?
Die Technik der schwarzen Kunst ist so hoch, daß sie die Darstellung der harmonischen Natur ohne weiteres ermöglichen könnte. Es scheint, daß der