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Saturn Gtadt und Laud
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2. Avril
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halben Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohn« Trägerlohn / Einzelnummern, Freitag 1L, Samstag 12 R-Psg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-Pfg.. im Reklameteil von 63 mm Breite 25 R-Pfg. , Offertengebühr 50 R-Pfg.
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1630
Das Kabinett Brüning vor dem Reichstag
Lösung dev lebensnoiwendZgen Aufgaben Zu küvzefiev Svist - Loyale Slutzeuyollikk - Steuevfeukuus durch Gvaveu - Vor allem ctilfe fite die LaudwiviMaK und den Osten - Das Schicksal des r^aviueiis haust von der Sutschewuus der DeutschuaLloualeu ab
Dev Stavi des Madlueiös
Berlin, 1. April. Der Reichstag wies heute die üblichen Anzeichen großer Tage auf: Abgeordnete Journalisten, Diplomaten waren in großer Zahl anwesend, um dem Start des Kabinett Brüning bei- zwvohnen. Seit der Regierung Luther hat sich der Brauch eingebürgert, daß nicht wie früher der Kanzler die Minister aufzählle, sondern der Präsident. So auch diesmal. Von den Leuten am Ministertisch, die bis auf Herrn Bredt in feierliches Schwarz ge- Hülll waren, galt das Hauptinteresse dem Führer der Konservativen, Treviranus, und vor allem dem Kanzler selbst, dem jüngsten, der diesen hohen Posten bislang bekleidet, nicht zu vergessen des Herrn Schiele, des vielleicht wichtigsten Exponenten in diesem Kreise.
Die Regierungserklärung nahm kaum zwanzig Minuten in Anspruch. Sie wurde von Dr. Brüning Wort für Wort verlesen, kühl und gemessen und ohne daß man dem Vortragenden eine Spur innerer Erregung anmerkte. Was er dem Haus in gedrängtester Kürze unterbreitete, waren nur die Grundzüge und Umrisse eines Programms. Nichts von Einzelheiten, nichts von Zahlen, das mag für manchen eine Enftän^chung gewesen sein, entsprach aber Mrchaus der Situation.
MNach der Verlesung der Regierungserklärung
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: 1 treten Stöcker (Komm.) und Genossen der An- Mg eingegangen sei: „Die Reichsregierung besitzt Nicht das Vertrauen des Reichstages." Der Präfi- bent .ug sodann vor, die nächste Sitzung am Mittwoch vormittag 10 Uhr abzuhalten.
Abg. Schultz-Bromberg (Dntl.) wünschte, daß die nächste Sitzung erst am Donnerstag stattfindet und beantragt dies.
Präsident Loebe: Ich habe 10 Uhr morgens vorgesftckagen, da ich annahm, daß die Zeit für die Fraktionen ausreichen würde. Ich würde auch mit einer späteren Zeit morgens einverstanden sein, will aber das Haus entscheiden lassen.
Abg. Scholz (D. V. P.): Ich bin der Ueberzeugung, daß wir morgen um 10 Uhr die Sitzung beginnen könnten, erlaube mir aber den Vermitt- lungsDoririitag, wenn die Herren damit einverstanden sind, baü wir die S.zung um 12 Uhr beginnen
Abg. Schultz-Bromberg (Dntl.): Wir sind überhaupt nicht für morgen um 10 Uhr oder 12 Uhr, stimmen Sie ab, wie Sie wollen.
Der Antrag des Abg. Schultz-Bromberg (Dntl.) wurde gegen die Stimmen der Deutschnationalen abgelehnt/Das Haus beschloß mit großer Mehrheit die Sitzung morgen um 12 Uhr zu beginnen, '-^u gegen 4% Uhr.
Brünings Resievunsspvogramm
Berlin, 1. April. Sie Regierungserklärung, die, gerichtet fein. Alle infolge der langjährigen Ver- Reichskanzler Brüning abgab, hat folgenden Wort- Handlungen über den Zoung-Plan noch nicht er- laut: Ich habe die Ehre, Ihnen die neue Reichs- ledigten finanziellen und wirtschaftlichen Maßnah- regierung vorzustellen, in der Zufommenfetzung, I men müssen sofort durchgeführt werden. Sanierung
wie Sie Ihnen soeben der Herr Präsident des ( der Finanz- und Kassenlage, Unterstützung der Reichstages bekanntgegeben hat. Dabei ergreife ich ‘ ‘ ~ • • .........
die Gelegenheit, um dem scheidenden Herrn Reichskanzler für ferne hingehende, von ernster Sachlich-
feit getragene Arbeit im Dienste des Vaterlandes die aufrichtige Hochachtung der neuen Regierung auszusprechen. (Lachen bei den Kommunisten. — Präsident Löbe 'bittet den Abgeordneten Torgler um Ruhe.) Das neue Reichskabinett ist entsprechend dem mir vom Reichspräsidenten erteilten Auftrag an keine Koalition gebunden. Doch tonten selbstverständlich die politischen Kräfte dieses hohen Hauses bei seiner Gestaltung nicht unbeachtet bleiben.
Das Kabinett ist gebildet mit dem Zweck, die
Länder und Gemeinden in ihrer schwierigen finanziellen Lage ist das Dringendste. Ohne eine schnelle Ordnung der Kassen- und Finanzlage fehlt die Gewähr der dringend notwendigen Entlastung der Wirtschaft und der Milderung der Arbeitslosigkeit.
(Sehr richtig im Zentrum.)
Durch Uebernahme des von dem jetzigen Reichsfinanzminister ausgestellten Entwurfs eines Reichshaushalksgesehes für das Rechnungsjahr 1930 können die Arbeiten des Reichsrats in den festgefetzten Fristen durchgeführt werden.
Die Reichsregierung übernimmt das zu diesem Haushaltsplan gehörende D eLu Ngspr ogruprzp, MâLestuilgsoarlpgeu
Es wird der letzte Versuch sein, die Lösung mit 0es dèr bisherigen Regierungsparteien mit der fi- diesem Reichstag durchzuführen, (hört! hört! bei nanziellen Gießern rt0 der Arbeitslosenversicherung,
den Kommunisten.) Einen Aufschub der lebensnotwendigen Arbeiten kann niemand verantworten.
Die Stunde fordert schnelles Handeln.
4lV4«eQtt.m.4l s/iu;tiuitu 4JC*. -M-t udirziv] t-uvci f ityciuiiy, der gesetzlichen Festlegung der Steuersenkung und der Ausgabenersparnis ein einheitliches Ganzes.
Neue Steuerlasten zur Sanierung der Kassenlage
sind nur tragbar, wenn sie im Rahmen eines auf
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nahmen rm einzelnen. Die neue Regieruna tmrb ««Zn^A«
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Deutschlands Lebsnsintsresfon in organischer Weiterentwicklung der bisherigen Außenpolitik aktiv
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Berlin, 1. April. Die sozialdemokratische Reichstogssraktion nahm am Dienstag nach der Plenarsitzung zu der Regierungserklärung Stellung. Die Fraktion beschloß, am Mittwoch einen Nlßtrauensanlrag gegen das Kabinett ohne nähere Begründung einzubringen. 15 Abgeordnete stimmten dagegen.
3n der Rcichskagsfitzung am ^itfma^ n^“ die Regierungsparteien keine gemeinsame Erklärung "bgeben, sondern jede Regierungspartei t01™ sich eine allerdings kurze Erklärung abgeben lassen, so daß mit einer übermäßig langen Dauer her Reichstagssihung nicht gerechnet wird.
Nach den bisherigen Dispositionen wird für das Zentrum der Abg. Esser, für die DVP. Abg. Scholz, für blie Wirlfchaftsparlei Drewitz, für die Demokraten Meyer-Berlin, für die Ehnstlich-nationale Arbeitsgemeinschaft Hülser sprechen, daneben nie die Batierngruppe Hepp oder Döbrich, für Sozialdemokraten Breitscheid, für die Kommunisten Pieck.
Wie nunmehr sestskehl, wird die Abstimmung erst am Donnerstag stattfinden,
ckèeine Anftöfmi»» des SSUlkiiEen Land ass
Dresden, 1. April. In der heutigen Landings- fitzung wurde der toimunifti{d)e Antrag auf Land- tagsauflüsung in zweiter Lesung gegen die Kom- wumsten und Nationalsozialisten abgelehnt. Es herrschte große ■ Erregung im Hause und auf den Tribünen Präsident Weckel erteilte mehrere Ord- »bngsrufe und drohte mit Räumung der Tribüne.
vertreten. Rationales Selbstbewußtsein, Vertrauen in die innere Kraft des Staates, sind die Grundlagen, ebenso wie die Erkenntnis, daß der Wiederaufstieg Deutschlands nur in friedlichem Zusammenwirken mit allen Völkern erreichbar ist. Loyale Durchführung der ■internationalen Vereinbarungen (Härt! Hört!), Klärung und weiterer Ausbau unseres Verhältnisses zu allen Staaten, zu denen wir in freundschaftlichen, vertraglichen und wirtschaftlichen Beziehungen stehen, Förderung internatiana- ler Zusammenarbeit, insbesondere "auf wirtschaftlichem Gebiet, zur Erleichterung der schwierigen Sage der eigenen, mit der Weltwirtschaft eng verknüpften Wirtschaft, das sind die Grundlagen dieser Außenpolitik.
Endziel ist und bleibt ein wirtschaftlich gesundes, ein politisch freies und gleichberechtigtes Deutschland, das feinen Wiederaufbau im Schutz des Friedens vollenden kann und das ein un- entbehrlicher Faktor in der Staatengemeinschaft fein muß (Beifall bei den Regierungsparteien.)
Besonders herzlich in dieser Stunde gedenkt die Reichsregierung der Rheinlande, deren endliche Befreiung von der Besetzung unmittelbar.bevorsteht. (Beifall.) Nicht zu vergessen bleibt die Treue der Bevölkerung . der besetzten Gebiete im schwersten Stunden, nicht zu Ende geht > die Fürsorge für ihre Notlage (Beifall).
Alsbaldige Rückgliederung hier Saargebieks zur Vollendung des begonnenen Befreiungswerkes ist das Ziel der von der Reichsregierung tatkräftig zu fördernden Verhandlungen.
Innenpolitisch gibt unsere Lage angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Notstände und der mit ihnen verbundenen radikalen Strömungen Anlaß zu befoderer Wachsamkeit. Diesen Strömungen läßt sich nicht nur mit dem Einsatz staatlicher Mittel begegnen, sie müssen in erster Linie
durch wirtschaftliche Aufbauarbeit
behoben werden. Die Relchsregierung fühlt sich start genug, mit den Mitteln, welche das Grundgesetz unserer staatlichen Ordnung, die Weimarer Verfassung, der deutschen Republik zur Verfügung stellt, allen gefahrvollen Bedrohungen entgegenzuwirken. (Beifall.) Ntit tiefem Ernst nimmt die Reichsregierung die Mahnung zur nationalen Einigung auf, die der Herr Reichspräsident in seiner Kundgebung von, 13. März an bas deutsche Volk gerichtet hat. (Beifall.) Erbitterte Kämpfe um außenpolitische Fragen hohen das deutsche..Volk zerrissen. Nach der Entscheidung'dieser Kämpfe wollen wir das Werk der Versöhnung in Angriff nehmen, (Zwischenrufe der Kommueuiften: Hugenberg!) •
Was unser Volk zum gemeinsamen Denken und Handeln, zur Zusammengehörigkeit zwingt, wird im Mittelpunkt unseres Wirkens stehen. Der Blick muß auf die gemeinsame Not und die gemeinsam zu beschließende Abhilfe und nicht auf das Trennend«!
Lebens werden in kürzester Frist seitens der Reichsregierung den zuständigen Körperschaften unterbreitet werden. Diese Sparmaßnahmen sollen nicht von einem antisozialen Geist getragen sein. (Lachen bei den Kommunisten. Ruf: Aprilscherz!) Abg. Ewers wird zur Ordnung gerufen, ebenso Abg. Neubauer.
Sie haben lediglich den Zweck, ihrerseits zur Senkung der Steuern, zur Hebung der Produk- Lvitât der Wirtschaft, zur Stärkung der Kreditwürdigkeit Deutschlands beizukragen.
Sie sollen Raum schaffen für die Senkung der auf dem Handwerk und dem gesamten städtischen und ländlichen Mittelstand besonders schwer lastenden Realsteuern. Die Regierung ist von ernster Sorge erfüllt über die Notlage des gewerblichen Mittelstandes; sie wird alle Kräfte einsetzen, dem Artikel 164 der Reichsverfassung entsprechend den gewerblichen Mittelstand in Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zu fördern, vor Ueberlastung und Aussaugung zu schützen.
Die Notwendigkeit einer planmäßigen, auf Wirtschaftlichkeit und Ersparnisse gerichteten Vereinfachung auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung schafft die Garantie und die Voraussetzung für die Weiterverfolgung der Sozialpolitik, die als eine staatliche Notwendigkeit von der neuen Reichsregierung unbedingt anerkannt wird. Finanzielle, soziale und wirtschaftliche Aufgaben müssen von einheitlichen Gesichtspunkten aus ungefaßt werden.
Gerade von diesem Standpunkt aus ist das Rettungswerk unserer in schwerstem Ringen um die Existenz kämpfenden Landwirtschaft vordringlich.
Die Agrarkrise hat in besonders bedrohten Landesteilen den Charakter einer allgemeinen Volks- und Staatskrise angenommen. Die Landwirtschaft hat, wie jeder andere Stand, der unverschuldet ins Elend und in Lebensgefahr geraten ist, das Recht auf die Hilfe des Staates. Stützung und Wiederbelebung der ländlichen Wirtschaft ist das wirksamste Mittel zur Staffelung der Landflucht und zur Schaffung neuer Absatz- und Arbeitsmöglichkeiten für Gewerbe und Arbeiterschaft, (Sehr richtig.) Von hier aus muß der Druck auf den Arbeitsmarkt und die ständige Bedrohung der Lebenshaltung des deutschen Volkes beseitigt werden. (Sehr wahr! im Zentrum.) '
Deshalb ist die Regierung entschlossen, in Fortführung und Erweiterung der von dem bisherigen Reichscrnähvungsminister" bis in die letzten Lage getroffenen Maßnahmen ein umfassendes und durch- )reifendes Hilssprogramm für die Landwirtschaft chleunigst zu ^wirklichen.
Sie scheut dabei angesichts der ernsten Lage nicht vor außergewöhnlichen Mitteln zurück.
(Zurufe bei den Kommunisten: Hungerregierung!) Die Reichsregierung ist davon überzeugt, daß nur auf diesem Wege der drohende Zusammenbruch der
(Fortsetztm« auf Sette 2)
*Oee letzte Versuch-
Die neue Regierung Brüning hat sich gestern dem Reichstag vorgestellt und sich ihm als das Reichsministerium der prakâfchen Reformarbeit im Innern präsentiert. Die Erklärung, die der neue Kanzler verlesen hat, trägt ganz und gar dèn Stempel der politischen Lage. Sie ist kurz und bündig und beschränkt ‘ sich auf die notwendigsten Maßnahmen, die von : der Regierung ins Äuge gefaßt worden sind. ■ Die Regierungsbildung hat sich diesmal nicht in den üblichen Formen vollzogen. Sie war. von vornherein nach dem Auftrags des Reichspräsidenten auf ein ganz bestimmtes Ziel eingestellt: Durchsetzung der wichtigen Finanz- und Steuermaßnahmen, an denen das Kabinett Müller gescheitert ist Es handelt sich also um die Erreichung eines bestimmten Zwecks und — was mindestens ebenso wichtig ist — um die Erreichung dieses Ziels mit allen verfassungsmäßigen Mitteln. Deshalb konnte die Erklärung sich auf die "Programm* punkte beschränken, um deren Erledigung es jetzt geht. Sie mutzte aber auch von vorn- _ herein Klarheit darüber jchajjen, daß es diesmal mit den Absichten der Regierung voller Ernst ist. Die Erklärung läßt es an dieser Deutlichkeit nicht fehlen. Sie spricht offen aus, daß der letzte Versuch unternommen werde, die Lösung der notwendigen Maßnahmen in diesem Reichstag durchzuführen. Mit anderen Worten: Gelingt es nicht in diesem Reichstag, so ersogt der Appell an die Wählerschaft. Die neue Regieruüg bringt die Vollmacht zur Auflösung des Reichstages in der Tasche mit. Darüber herrscht nach der Regierungserklärung nicht mehr der geringste Zweifel.
Der Reichstag steht also vor einer außerordentlich folgenschweren Entscheidung. Wird er sich, selbst verneinen oder wird er der Regierung die Möglichkeit geben, auf geordnetem parlamentarischem Wege die notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Und wie ist der Kurs der Regierung beschaffen? Die Außenpolitik bildet kein Streitobjekt mehr Soweit die Regierungserklärung sich mit der auswärtigen Politik befaßt, ist sie im Kabinett ohne jede Erörterung und ohne jedes Wort des Widerspruches aus der Hand des Reichs- außenministsrs entgegengenommen worden. Für die äußere Politik gilt die Parole der organischen Weiterentwicklung, der loyalen Durchführung der Verträge und Vereinbarungen.
In der Innenpolitik eine Kampfansage gegen die radikalen Strömungen. Die Regierung will die allgemeine Notlage durch wirtschaftliche Aufbauarbeit lindern und auf diese Weise auch die sozialen Spannungen mildern. Sie fühlt sich aber auch stark genug mit den Machtmitteln, die ihr die Weimarische Verfassung zur Verfügung stellt, allen Störungsversuchen entgegenzutreten. Hier liegt in sehr geschickter Fassung das Bekenntnis zum gegenwärtigen Staate und zugleich die Versicherung, daß die Regierung auch vor der Anwendung des Artikels 48 der Verfassung gegebenenfalls nicht zurückschrecken wird. Finanzpolitisch übernimmt das neue Kabinett den Entwurf eines Haushaltgesttzes in der Gestalt, die er bereits unter dem Kabinett Müller erhalten
hatte, und das Deckungsprogramm stützt sich auf den viel erörterten Kompromißvorschlag Brüning, der kurz vor dem Sturz des Kabinetts Müller die Grundlage der Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien gebildet hatte. In Verbindung damit wird die soziale Grundtendenz unterstrichen, die die Politik des neuen Kabinetts entscheidend bestimmen soll. Wenn die Erklärung weiter betont, daß bei der Lösung der finanziellen, sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben einheitliche Gesichtspunkte den Ausschlag geben sollen, so kann erst die Praxis den Beweis dafür liefern, ob es der
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