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Dienstag, den 1. April 1930

Nr. 77

mit dem Liede der KonfirmandenGib' Gott dem Lehrer Glück und Kraft zu seinem segensreichen Stand" von August Mühling. Nachdem nun die Gemeinde das Lied Nr. 278Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, hielt Herr Pfarrer Kurz auf Grund des Textes 1. Korinther 13,17 die Predigt, und zwar sprach er über den unersetzlichen Wert der Liebe und über Art und Wesen der Liebe. Nach der Predigt sang Fräulein Geb das Vaterunser von K. Krebs. Herr Landes­pfarrer Fuchs gedachte darauf mit ehrenden Wor­ten des Organisten, Herrn.Rektor Geb, der am 1. April vierzig Jahre an hiesiger Kirche als Orga­nist tätig ist und überreichte demselben eine Ehren­urkunde? Nach Gebet, Segen und Ausgangslied schloß dieser schöne Gottesdienst.

Großkrotzenburg, 30. März. Goldene Hoch - 3 c 11. Am Samstag feierten die Eheleute Nikolaus Klafsert und Frau Wilhelmina geb. Schaack das seltene Fest der goldenen Hochzeit. In körper­licher Rüstigkeit und geistiger Frische begab sich das Jubelpaar, umgeben von Kindern und Kindes- kindern, am Samstag morgen zur Kirche, woselbst der Ortspfarrer vor Beginn des feierlichen Dank- gottesdienstrs eine warm empfundene Ansprache an das Jubelpaar hielt. Im Anschluß an die kirchliche Feier übermittelte der Herr Ortspfarrer die Glück- und Segenswünsche des Hochwürdigen Herrn Bischofs und überreichte dem Jubelpaar ein kunst­volles Familienbild mit der eigenhändigen Unter­schrift des Hochwürdigen Herrn. Viele Glückwünsche und Geschenke zeigen, welcher Liebe und Ver­ehrung sich das Jubelpar in der Gemeinde erfreut. Auch ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichs­präsidenten, eine vom Kreisausschuß überwiesene Geldspende als Ehrengabe, sowie die Gratulation der hiesigen Gemeindeverwaltung erhöhten die Fe­stesfreude. Der GesangvereinLiederkranz" dahier, dessen Mitbegründer und langjähriges Mitglied der Jubilar ist, brachte dem Jubelpaar am Abend ein schönes Ständchen dar.

Rliklelbucheu, 31. März. Das Fest der sil­bernen Hochzeit begehen morgen 2. April die Eheleute Wilhelm Giesel II., Wagnermeister, und Ehefrau Maria geb. Schäfer.

wachenbuchen, 29. März. Vortrag. Gestern abend hielt Herr Dr. Mühlbach-Hamburg, im Müllerschen Saale einen Vortrag über Mensch­werdung, dem aus allen Kreisen unserer Ein­wohner lebhaftes Interesse entgegengebracht wurde. 5m ersten Teile seines Vortrages behandefte der Redner an Hand guter Lichtbilder in recht volks­tümliches Weife, we-che Stellung die Wissenschaft zu der Frage der Abdämmung des Menschen ein- nimmt. Im zweiten Teile seiner Ausführungen er­läuterte der Vortragende das biogenetische Grund­gesetz, nach dem jeder Einzeimensch im Laufe seines Werdens und Lebens diejenigen Stufen in rascher Folge durcheilt, die das ganze Menschengeschlecht während seiner vieltausendjährigen Entwicklung durchgemacht hat. Die Aufmerksamkeit der Zu­hörer bewies, wie dankbar man für die Dar­bietungen war.

Bruchköbel, 31. März. Vaterländischer Frauenverein. Am Sonntag veranstaltete der

Vaterländische Frauenvevein, Ortsgruppe Bruch­köbel in der Turnhalle der Durngesellschaft einen Familienabend, dessen Reingewinn für die In­standsetzung des "Gemeindesaales Verwendung fin­den soll. ' Nach einem von Frau Altvater ge­sprochenen Begrüßungsgedicht sang der Kirchenchor unter Leitung von Herrn Rektor SciMMann den ChoralHerr Gott dich loben wir". Mit viel Liebe und Geschick führten dann Aegehärige des Mädchenbundes das rührende SpielWiedergefun- ben" auf. Nach einigen gemeinsamen Gesängen und Choroorträgen des Kirchenchores bildete das Volks­stückDie QuellhofbÄuerin", das tief ins dörfliche Leben schürft, den würdigen Abschluß der gut­besuchten Veranstaltung. Die Darstellerinnen des Stückes, die sämtlich ihr Bestes gaben, entstammten dem Frauenverein, der alles in allem auf einen vollauf gelungenen Abend zurückblicken darf.

Bruchköbel, 31. März. Gemeindever- tretersitzung. Am 29. März tagte die Ge­meindevertretung. Punkt 1 betraf Genehmigung der Gemeinderechnung für das Jahr 1928/29. Die Rechnung ist durch den Gemeindevo »stand geprüft worden, sie schließt ab mit einer Einnahme von RM 240 000 und mit einer Ausgabe von RM 236 000, sodaß ein Ueberschuß von RM 4000 verbleibt. Es wurde von festen der Gemeindever­tretung Genehmigung und dem Gemeinderechner Entlastung erteilt. Punkt 2. Schreiben vom Land­ratsamt betr. Feuerschutz der Mühle Baumann. Da bei dem Legen der Wasserleitung der Strang nicht bis zur Mühle gelegt murine, "entstellen jetzt Schwierigkeiten betr. Tragung der ^Kosten, die bei evtl. Legung entstehen. Da der Feuerschutz, da­durch, daß genügend Wasser in dem Krebsbach so­wie in dem Ableitungsgraben vorhanden ist, als ausreichend erkannt wird, werden alle Beitrags­kosten von der Vertretung abgelehnt. Punkt 3. Kraftanschluß des Schuhmachermeisters Hrch. Hammer. Hammer benötigt für eine angelegte Maschine mit Elektromotor-Antrieb einen Kraft­anschluß. Da die Zuleitung eine größere Strecke beträgt und dieselbe durch 2 neue Drähte ergänzt werden muß, wird Hammer zu den entstehenden Stoffen zwei Drittel von der Gemeinde gewährt. Punkt 4 betraf Theateraufführunaen des Frank­furter Künstlertheaters. -Da die Zeit für unsere Verhältnisse schon zu weit vorgeschritten ist und fein zufriedenstellender Besuch zu erwarten ist, 'oll der Leitung mitgeteilt werden, daß für die Wintersaison die Sache wieder aufgegriffen wer­den soll. Punkt 5 betraf die schon an dieser Stelle erwähnten «olbadkuren der Kinder. Es sind vom Schularzt hierfür zirka 40 Kinder namhaft gemacht. Nach Prüfung durch den Ortswohlfahrtsausschuß sind 16 Kinder ausgesucht, die als zufchußbedüritig erkannt wurden. Nachdem noch einige kleine Sachen zur Kenntnis gebracht waren, wurde die Sitzung geschloffen, um noch über Steuerstundungs­anträge tn geheimer Sitzung zu beraten. Da bis zum 15. Juni die GomeinÜLkaffe abgeschlossen sein soll, wird beschlossen, den Antragstellern mitzu­teilen, die Rückstände bis dahin zu begleichen.

In rascher Folge ziehen voift Ozean her Tief­druckstörungen gegen den Kontinent, ohne bisher jedoch unsere Witterung stärker zu beeinflussen. Zu­nächst kommen wir wieder auf die Rückseite einer solchen Störung, so daß am Dienstag bei wechseln­der Bewölkung Neigung zu leichten Schauern ent­steht. Sehr schnell dürfte dann an öer Vorderseite einer neuen Störung wieder Bewölkungszunahme und etwas verstärkt Niederschlagsneigung auftreten. Ausgesprochen regnerische Witterung ist jedoch vor­läufig noch nicht wahrschweinlich. Vorhersage bis Dienstag abend: Wechselnd bewölkt, leichte Schauer- neigung, etnras kühler, südwestliche Winde, später neue Bewölkungszunahme. Witterungsaussichten für Msttwoch: tüè eist bewölkt, verstärkte Nieder­schlagsneigung sehr mild, südliche Winde, später Be­wölkung wieder abnehmend.

Ateei# Nüdinsru.

t Büdingen, L April. Im Hotelzum Stern", dahier, fand zu Ende der letzten Woche unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Gaßner, Büdingen, eine Verhandlung statt, die die Uebernahme der seither durch einen privaten Unternehmer betriebe­nen Kraftwagenverkehrslinie Büdingen, Rinder­bügen, Wolferborn (Str. Gelnhausen), Kefenrod, Bindsachsen, Wenings durch die Retchspvst zum Gegenstand hatte. Nach eingehender Beratung konnte ein Verteilungsschlüssel für die Anteile der einzelnen, interessierten Gemeinden und deren Be­teiligung an den Kosten der in Wenings zu er­richtenden Krastwagenhalle, sowie an dem von der Postbehörde verlangten Garantiefonds (Zuschuß) gefunden werden; der Uebergang der Linie in den Besitz dec Reichspost soll bereits in den nächsten Tagen erfolgen und der Verkehr nach einem festen Plane geregelt werden. Nebenbei bemerkt stellt die fragliche Linie eine wertvolle Zubringermöglichkeit für den Landverkehr mit den Mainstädten her und bietet u. a. die wertvolle Möglichkeit, in knapp zwei Stunden von dem entlegenen Vogelsbergorte Wenings nach Frankfurt a. M. zu gelangen.

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)( Gelnhausen, 31. März. Im Stressors Bernbach wurde eine in den vierziger Jahren stehende Witwe, Mutter von drei Kindern, im Keller ihrer Wohnung erhängt aufgefunden. Man nimmt an, daß die Frau die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen hat.

)( Gelnhausen. 1. April. Die Eierverwertungs­genoffenschaft für die Streife Hanau a. M., Geln­hausen und Schlüchtern hat nunmehr im Geln- häuser Gebiet, im Anschluß an den Hanauer Ge- schäftsbeveich, ihre Tätigkeit praktisch ausgenommen. Eine in den letzten Tagen in Wächtersbach errich­tete Sammelstelle dient der Belieferung des Hei­mischen Marktes und sonderlich der Versorgung der

Plätze Bad Orb, Wächtersbach und Gelnhausen mit Frischeiern.

)( Somborn, 31. März. In der am vergangenen Samstag statigefundenen Gemeindevertretersitzung wurde nach Festsetzung der Zuschläge zur Grunlu vermögens- und Gewerbesteuer für das Jahr 1930 der für dieses Jahr ausgestellte Gemeindeetat ein­stimmig genehmigt. Die Gemeindeumlage, welche im vergangenen Jahre 100 Prozent betrug, wird für das Jahr 1930 auf 150 Prozent erhöht. Die von den Beteiligten an die Gemeinde für das Gänse­hüten zu entrichtende jährliche Abgabe wird für eine alle Gans auf 2 RM und für ein junges Tier auf 1 RM festgesetzt. Ein Gesuch bezüglich Beitritt der Gemeinde zum Bunde Deutscher Krieg.gräber- Fürsorge wird vorläufig zurückgestellt, da die Ge­meinde zunächst ein Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen errichten will. Für diesen ©ebenstem hat der Ausschuß im Laufe der Jahre den Betrog von 1359 RM gesammelt, welchen er nun an bk Gemeinde abführt, da diese die Errichtung des Denkmals auf dem freien Platz an der früheren Grimmsmühle jetzt selbst vornehmen lassen will.

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: Im 64. Lebensjahre verschied in Frank, >surt-Fechcnheim der allgemein beliebte und hochgeachtete Rektor Philipp Schilling. Eine lange Reihe von Jahren hindurch hat er HLD segensreich an der hiesigen Schule gewirkt. Mit ihm schied auch einer der Gründer der Heimat- uni) Naturschutzbewegung des Untermaingebietes aus dem Leben. Schilling ist es in erster Linie mit zu verdanken, daß die heimische Vogelwelt in weit­gehendem Maße unter Naturschutz gestellt wurde. Auch die Pflege des Enkheimer Rieds als Natur­schutzgebiet ist Rektor Schillings Werk und bleiben­des Verdienst.

Das verschwundene Auto Mit einer Ladung im Werle von 42 000 Mark nicht augekommen

: Der Kraftwagenbesitzer Gerhard Hofsmann ist am 17. März mit einem Schnell-Lastwagen von Hamburg nach Fulda und Frankfurt a. M. auf Tour geschickt worden, hier aber nicht eingetroffen. Anscheinend hat er die aus neun Fässern Paraffin und neun Kisten Schuhteder bestehende Ladung im Werte von 42 000 Mark unterschlagen. Der Kraft­wagen, Marke Opel, hat das Kennzeichen I Y 47 364.

Ein Raubüberfall bei Schwanheim

: In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde auf der Straße SchwanheimKelsterbach ein Raubüberfall verübt. Als gegen 12 Uhr nachts der 22jährige Schuhmacher R. Schlaud aus Schwan­heim, von Kelsterbach fommenb, sich mit dem Rade auf der Heimfahrt befand, stürzte er infolge eines plötzlich auf der Straße auftaucheirden Hindernisses zu Boden. Ehe Schlau- sich richtig erheben konnte, stand ein Mann, dessen Gesicht mit einer Masst bedeckt war, vor ihm. Der Unbekannte, der in jeder

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