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Mittwoch de«

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26. März

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Da» neueste

Die gestrigen Besprechungen der Finanzsach- oerffänbigen der Regierungsparteien Habm zu keiner Entscheidung geführt. Wan erwartet diese Lnlscheidung von den heute stalkfindenden Frak- ilonsbesprechungen. Die Lage wird ziemlich un- günstig beurteilt.

Der Reichstag verabschiedete gestern die Initiativgesehe der Regierungsparteien über die Agrarzölle.

Der Preußische Landtag erledigte gestern die Aussprache zur zweiten Lesung der Gewerbesteuer einschließlich der Einbeziehung der freien Berufe. Die Abstimmung erfolgt heute.

Reichsbankpräsidenl Dr. Luther ist am Diens­tag in Paris eingetroffen, um mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich, Woreau, über die Er- nennung der beiden deutschen Verwallungsratsmit- glieder der B. 3. Z. und über die Auflegung des 300 Millionen Dollar-Abschnittes der Reparations- anleihe zu verhandeln.

3m Finanzausschuß des Repräsentanten­hauses wurde gestern das denlsch-amerikauische Zahlungsabkommen angenommen.

Die französische Kammer wird am Donners­tag vormittag mit der Beratung des Gesetzentwurfes zur Raliflzierung des Doungplanes beginnen.

Der polnische Senatsmarschall Szymanski hat den Auftrag zur Kabinettsbildung zurückgegeben.

Gudrampß um das FSuauzUvogvamm s« de« seKvise« Kachisitzurig «och reine Entscheid m»g

SötVVRStS

L Ze Enticheßdung liegt bsi den Heutigeu Svaktiousbevatttusett

Derlin, 26. März. In der am Dienstag abend unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Beratung der Regierungsparteien wurden die einzelnen Punkte des Finanz- programms einer eingehenden Besprechung unterzogen. Die Parteiführer werden ihren Frak­tionen Bericht erstatten, worauf am heutigen Mittwoch nachmittag um 4 Uhr die Verhand-

Gewevbefteuev sSr dis -vereu Berufe

lungen fortgesetzt werden.

Die Verhandlungen der Parteiführer beim Reichskanzler, die um 21 Ahr begonnen haben, dauerten bis 1 Uhr. Sie haben noch nicht zu einer Entscheidung geführt, obwohl man in politischen Kreisen angenommen hat, daß der Druck, dm das Zentrum in Aussicht gestellt halle, die wochenlangen Verhandlungen heute abend nach der einen oder anderen Richtung zum Abschluß bringen würde. Tatsächlich hat man auch den Ein­druck, daß das Zentrum deutlich z u v e r - stehen gegeben hat, daß es gewillt sei, aus einet weiteren Verzögerung die Konsequenzen zu ziehen, d. h. nach der allgemein herrschenden Auf­fassung den Rücktritt der Zentrums- Minister vorzunehmen. Wie verlautet, ist auch der Reichskanzler der Aussassnng, daß man I nunmehr unter allen Umständen zum Abschluß kommen müsse. Wenn das in dieser Besprechung noch nicht möglich war, so hat das seinen Grund

werden, nachdem die Parteiführer bei ihren Frak­tionen sestgeslellt haben, wie weit noch ein gegen­seitiges Rochgeben tragbar sein würde. Jedenfalls rechnet man in unterrichteten Kreisen damit, daß die Entscheidung nun im Laufe des heutigen Abends bestimmt fallen wird.

Soweit der Ausgang der Besprechung beim Reichskanzler eine Beurteilung zuläßk. ist sie bei einem Teil der Beteiligten keineswegs günstig. Die Entscheidung liegt aber bei den heutigen Fraktionsberatungen. Nachdem sie einen Üeberblick gestalten werden, wird das Reichskabinett heute abend zuZammentreten, um eine Entschließung zur Lage zu fassen.

Obwohl allgemein damit gerechnet wird, daß man sich zum Schluß doch noch auf ein Kompromiß verständigen werde, sind im Augenblick die Schwie­rigkeiten noch reichlich groß, so daß eine Vorhersagei ^ ^-^----*

Das Gaavgebiet als koanzSs. veviuchSfeld

Seitdem derPan-Europäer" Briand das Programm der Vereinigten Staaten Euro­pas verkündet hat, sind die französischen Saar- interessenten bemüht, ihre Absichten auf das Saargebiet in das Briandsche Thema hineiir- zupressen und ihren eigenen sowie den nationalen Egoismus Frankreichs europäisch zu rechtfertigen. So geschah es dieser Tage auf einem Bankett der französischen Metallwaren­fabrikanten und Eisenhändler unter dem Bor­sitz des Unterstaatssekretärs Poncot. Der Generalsekretär der französischen Handels­kammer in Saarbrücken, Drouard, führte in dem Hauptvertrag dem Sinn nach aus: Das Saargebiet bilde zurzeit das erste Element einer europäischen Zollunion. Eine sofortige restlose Wiedereinverleibung der Saar in das deutsche Zollgebiet sei für Frankreich untrag­bar, denn dann wäre der französische Handel mit dem Saargebiet völlig vernichtet. Ebenso sei mik der Schaffung einer zollfreien Zone den französischen Belangen nicht gedient, den« damit verschwände der Schutz, den die fran­zösischen Erzeugnisse durch die jetzige deutsch- saarländische Zollgrenze genießen. Wenn Frankreich schon Zugeständnisse anderer Art machen müsse, sei es nicht angängig, obendrein noch den französischen Handel mit dem Saar­gebiet zu beeinträchtigen. Es sei vielmehr gerecht, die wirtschaftlichen Rechte Frankreichs nicht nur zu erhalten, sondern als Gegen­leistung noch zu erweitern. Daher komme nur die eine

Berlin, 25. März. ---- ---------, . .

tag beschäftigt« sich am Dienstag mit der zweiten Beratung der Regelung der Gewerbe- steue r bis 1931. Die Regierungsvorlage wollte als wesentliche Neuerung gegenüber dem geltenden Zustand nur die Möglichkeit eines Berluft-Bortra- ges, ähnlich der Einkmumensteucr, geben. Mit der Begründung, daß einmal alle Wege gegangen wer­den müßten, die eine Erleichterung der Gemeinde- finanzen ermöglichten, daß aber andererseits höhere kommunale Zuschläge zu den Rsalsteuern für bie mitdelftändlsrische Wirtschaft untragbar seien, hat ich eine Mehrheit von Fraktionsvertretern im Aus- ' âsuß gefunden, die. wieder auch die freien Berufe, weit sie nicht der reinen Kunst oder der reinen Wissenschaft dienen, in die Gewerbesteuerpslicht â- beziehen wollen. Es soll eine Stenersreigrenze von 6000 Mk. Jahreseinkommen vorgesehen werden. Der deutschnat. Antrag, einen Verwaltungskosten- beitrag als breiteste Basis der Beteiligung an den konnnunalen Lasten zu beschließen, ist wieder vor­gelegt. Zugleich ist mit der Beratung ein Antrag der Regierungsparteien verbunden, der die Rsal- Heuerzuschläge der Gemeinden durch die Dorschrfft begrenzen will, daß im allgemeinen feine höheren Zuschläge als 1929 erhoben werden dürfen. Im -nötigen Jahre hatte sich eine große Mehrheit im Landtag für bie Besteuerung der freien Berufe gefunden. Damals scheiterte dieser Plan am Ein­spruch des Staatsrats.

Die heutige Debatte eröffnete Abg. Becker (Komm.), der die Einbeziehung der freien Berufe öblèhnve Abg. Hecken (Dntl.) verwies darauf, daß in seiner Fraktion die Meinungen in dieser Frage geteilt seien. Er meinte, daß die Idee des Derwaltungskostonbettrages besser wäre. Außerdem wünschte er volle B e - Feuerung der Konsumvereine sowie Cin- Whrung einer FUial- und Warenhaussteuer. Abg. Sol g< 5 (Ztr.) betonte, daß im vorigen Jahr eine Zweidrittelmchchoit des Landtags für die Cinbe- Jieljung der freien Berufe war, und appellierte an den Staatsrat, in dieser finanziellen Notzeit die Uplante Milderung der Realsteuerlcist nicht durch Einspruch zu verhindern. Dr. Neumann (D. Apt.) verlangte Verbot der Anzeigensteuer. Auch Wine Freunde seien hinsichtlich der Besteuerung der freien Berufe geteilter Bieinung. Abg. Szillat (Soz.) bekämpfte den die Arbeiter belastenden Ver- waltungsbeitvng und war für Besteuerung der freien Berufe. Abg. Riedel (Dem.) erklärte die WmiljcitlMje Stimmung in seiner Fraksion in dieser Sache und verlangte, daß vom Reich aus Avisionsmöglichkeiten eröffnen würden. 2lbg. Donners (Wirtschaftsp.) wollte durch Einbe- Mung der freien Berufe die Kampffront gegen die Awerbefteuern verbreitern. Abg. Mohrbot - ter (Deutsche Franktion) begrüßte die Idee des Berwaltnngskostenb'Sitrages und einer Berufssteuer. " Abg. Haake (Natfoz.) lehnte die Gewerbesteuer ab. _ Abg Dr Wester (Ztr.) bekannte sich als Segner der Einbeziehung der freien Berufe. Die Abstimmung über die Frage wird am Mittwoch er­folgen. ,

Der SMteftenrat des preußischen Landtages be« Maß, am 5. April bie letzte Sitzung vor den Oster« fetten abzubalten und noch Ostern vom 6. Mai ab lu tagen. Bi? zur öfter raufe tollen noch endgültig die Realfteuerges-tze sowie We Ffveikommisn ovelle erledigt werden. Die dritte Etatsberatung wird erst "ach den Osterferien durchzuführen sein.

ra en noch einmal zu hören. Es scheint, daß auf en verschiedenen Gebieten des Finanzprogramms auch in der Arbeitslosenversicherungsfrage, eine An­näherung zu verzeichnen ist, die aber noch nicht alle Punkte umfaßt. Unter diesen Umständen werden die Verhandlungen morgen beim Kanzler fortgesetzt

fnsmert ist übrigens n . daß der volks­parteiliche Fraktionsführer, Reichsminister a. D. Dr. Scholz, gestern nachmittag, vom Reichs­präsidenten empfangen worden ist. Welchen Zweck und Inhalt dies Aussprache hatte, weiß man allerdings nicht.

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Die Europa" bricht den Szeaurekord Die Reisedauer des SchnettdampsevS "Bremen" um 36 Minuten unterboten

Rewyork. 25. März. Um 8.50 Uhr Rewyorker Zeit (14.50 Uhr MEZ.) konnte der Führer derEuropa". Lomodore Johnsen, durch den Rundfunk der ganzen Welt mitteilen, daß dieEuropa", obwohl ihre Reise nicht vom Wetter begünstigt war, die Fahrt Cherbourg Rewyork in 4 Tagen 17 Stunden und 6 Minuten zurückgelegt hatte und daß dieser Erfolg der vorzüglichen Technik des Schiffes und der ausgezeichneken Arbeit seiner Mannschaft zu- zuschrei'

Rewyork, 25. März. Die Ueberfahrk der Europa" ging in 4 Tagen 17 Stunden 6 Minuten vor sich, war also 36 Minuten schneller als die erste Fahrt derBremen, deren beste Zeit dieEuropa" um 18 Minuten schlug. Dieser Erfolg ist umso be­merkenswerter, als das Schiff mit bedeutend rauherer See zu kämpfen hatte, als dieBremen auf ihrer Jungfernfahrt. Die benterfensroert ruhige Fahrt derEuropa" trotz der bewegten See wird besonders gerühmt, auch äusserten sich die Passa­gieren lobend darüber, daß das Vibrieren durch ver- besserte Anordnung der Schiffsschrauben beseitigt sei. Die schnellste Fahrt legte das Schiff am Mon­tag zurück, an dem es in 24 Stunden eine Stunden- geschrvindigkeil von 28,6 Knoten erreichte. Die Durchschnitlsgefchwindiqkeit des DampfersEuropa" ,»ährend der ganzen Aeberfahrt betrug 27,91 Kno­ten gegen 27,72 des DampfersBremen" auf feiner ersten Reise. Das Interesse in Rewyerk für das Schiff, dessen Fahrt in der Breffe mit allen Einzel- heilen und mit Riesen-lleberschrislen beschrieben wird, ist ungeheuer.

Me AnkuM itt RewvovT

Bremen, 25. März. Dem Norddeutschen Lloyd wird aus Newyork gemeldet: Der Schnelldampfer Europa" legte an der Quaran-tänestotion um 7.13 Uhr an und verließ sie wieder um 9.15 Uhr. 9.51 Uhr befand sich das Schiff am Pier. Zahlreiche Boote mit Delegationen. waren noch der Quoran- täneistatipn geeilt, um hier bas emtreffende Schiff zu begrüßen und es auf der Fahrt von der Station nach dem Pier zu begleiten. 'Alle Fahrzeuge hatten über die Toppen geflaggt. An der Quarantäne« station begaben sich auch die ersten Besucher an Bord derEuropa", unter ihnen der deutfclze Gene- ml-konful in Newyork von Lewinski, ferner die Ver­treter der Presse. Am Pier von Hoboken harrte trotz des Regenwetters eine nach vielem Taufenden

zählende Menschenmenge auf das Eintreffen des Schiffes. Nach dem Festmachen des Dampfers Europa" fand durch Rundfunk die Übertragung der Schilderung der zurückgelegton Reise statt. Die Ueberlragung (die auch über den Frankfurter Sen­der erfolgte) fand unter einem auf der Kormnando- brücke ausgestellten tragbaren Spezialübermittler statt. Nach den Ausführungen des Commodore Johnson ergriff der deutsche Botschafter Dr. von Prittwitz und ® a f f r on das Wort, um die Mitteilung von der Ankunft derEurpa" amtlich zu bestätigen. Er gab seiner Freude darüber Aus­druck, die 'Gelegenheit dazu benutzen zu können, von New York aus einen Gruß an die Heimat richten zu können. Er schloß feine kurzen Worte mit der Be­merkung. das Schiff habe das gute alte deutsche Sprichwort wahrgemacht:Doppelt genâh t hält besser!"

Die Rekordfahrt her "Europa", der es gelungen ist, auf der Fahrt von England nach Amerika ihrem Schwofternfchiff, derBremen", das Blaue Band des Ozeans zu entreißen, muß höchste Anerkennung auslösen. Cs ist nicht der Sinn der neuen Groß­bauten des Norddeutschen Lloyds, Schiffe zu schaf­fen,' die in erster Linie dazu geeignet sind, .den Siegeslorbeer im Kampfe, wer das schnellste Schiff ist zu erringen Aber die Tatsache, bog beide 50 000 Tonnen-Damper mühelos etwa die ^gleiche Zeit herausfahren, beweist, daß der neue Schiffstyp und als solchen muß man dieEuropa" und die Bremen" bezeichnen überaus gut gelungen ist. Dabei ist inieressant festzustellen, daß früher gerade die Riefenlxiuten in Beziehung auf Gefälligkeit nicht die Erwartungen erfüllten, die man in sie letzte. Das galt namentlich für bie noch größeren Schiffe als dieBremen" undEuropa",Vater­land" undImperator", die zwar allen nur erdenk­lichen Luxus baten, die ober nicht in der Lage

(Fortsetzung auf Seite 2)

Suftanb .

Die Erörterung könne daher nur bei der Frage beginnen, was nach 1935 geschehen solle. Für diese Zeit müsse Frankreich im Wege des Ausgleichs gewisse Zugeständnisse erhalten. Man müsse auch im Interesse des Saargebietes zu einer vernünftigen wirt­schaftlichen Zusammenarbeit kom­men, der alle Beteiligten freiwillig zustimmtea und die von allen loyal eingehalten werde.

An diesem Punkt sei zunächst das Zitat aus Drouards Bortrag abgebrochen. Was hat der Generalsekretär der französischen Handels­kammer in Saarbrücken gesagt? Zunächst ein­mal: vor 1935 keine Wiedereingliederung des Saargebiets in das deutsche Zollsystem, auch keine zollfreie Saarzone, sondern bis 1935 Ver­bleiben der Saar im französischen Zollgebiet. Für die Rückkehr der Saar nach 1935 in die deutsche Zollhoheit wirtschaftliche Ent­schädigung Frankreichs.

.Entschädigung wofür? Hat der französische Staat nach der Volksabstimmung, die selbst­verständlich zu Gunsten der Heimkehr zum deutschen Mutterland ausfallen wird, noch irgendeinen Anspruch im Saargebiet? Außer auf einen Rückkaufpreis für die do"N an btt deutschen Eigentümer zurückgehenden Kohlen­gruben? Dieser Preis wird durch drei Sach­verständige festgesetzt, entzieht sich also über­stiegenen Forderungen der französischen Seite. Mit der finanziellen Regelung des Rückfalles der Gruben an ihre rechtmäßigen deutschen Eigentümer ist nach dem Versailler Diktat das rechtliche Interesse Frankreichs im Jahrs 1935 erschöpft. Drouard aber fordert für die Zeit nach 1935 für Frankreich im Wege des Ausgleichs gewisse Zugeständnisse", und er spricht int gleichen Atemzuge von einer vernünftigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland an der Saar.

Ein solches Verlangen ist nur von Wei Ge­sichtspunkten aus begreiflich, von denen unsere westlichen Nachbarn die Saar betrachten. Ge­wisse Kreise sind der Ansicht, daß mit der in Versailles erfolgten politischen Abtrennung des Saargebietes vom Reich eigentlich ein Ewig» keitszustand hätte geschaffen werden sollen. Das ist der Standpunkt, den noch kürzlich der pseudonyme Jean Revire, in Wirklichkeit der französische Bergbeamte Robert Herly, in sei­ner SchriftSollen wir die Saar verlieren?" ins Blickfeld der französischen Propaganda ge­rückt hat. Er schrieb: Es ist durchaus klar, daß das politische, zollpolitifche, geldliche und wirtschaftliche System des Saargebiets un­verändert bleiben muß. Die Trennung von Saargebiet und Lothringen wäre eine

Oie bentlse stammet? tuns «ft* 13 Seite,