rorm Ttajmrn» m» eme um jo Muchrrre Handelsware. Die zarte Fleischbeschaffenhett und die außerordentlich intensive Fütterung bedingt beim Verkauf auch ensprechend hohe Preise. Am vorteilhaftesten ist es, ein Doppellenderkalb nur bis zu acht Wochen zu mästen, weil nach dieser Zeit sich die Milchmast weniger gut bezahlt macht. Eigentümlich ist, daß die Doppellendigkeit, deren Ursache nicht genau bekannt ist, besonders häufig im norddeutschen Flachlande auftritt, bei dem Dortigen milchreichen Niederungsvieh, das doch selbst gar nicht so stark zum Fleisch» und Fettansatz neigt. Bei den Höhenrindern kommt die Doppel, lendigkeü fast gar nicht vor. Sie ist in erster Linie einer Vererbung durch den Bullen zuzuschreiben, der meist stark entwickelte Kreuz» und Lenden» Partien zeigt, während die Mutter dieser Kälber oft recht magere Lenden aufweist. Es hat dann der Bulle sich durchschlagend vererbt. Ws.
Die Haupteinnahm« in einer rationell betriebenen Schafhaltung bildet der Verkauf gemästeter Lämmer. Denn die Nachfrage nach Lammfleisch kann Heuer infolge des gesunkenen Echafbestandes nicht mehr bedeckt werden. Dazu sind die Preise für Mastlämmer in den letzten Jahren gleichmäßig hoch gewesen, ohne erhebliche Schwankungen. Dazu kommt ferner, daß die Wollpreist immer noch doppelt so hoch stehen als vor dem Kriege. Diese Einnahmen aus Lämmermast und Wolle können in einem neuzeitlich geleiteten Schafhaltungsbetrieb so hoch sein, daß ein sehr befriedigender Ueberschuß verbleibt. Wenn die Schafhaltung sich in dem einen oder anderen landwirtschaftlichen Betriebe nicht mehr rentiert, so liegt das nicht an den heutigen Preisen für Fleisch und Wolle, sondern an den Fehlern, di« in der Rassenfrage, Fütterung und Haltung ge- macht worden sind, auch daran, daß die Schafhaltung entweder zu groß oder zu klein war D!« richtige Bemestung der Größe einer Schafherde, die sich dem ganzen übrigen landwirt- schaftlichen Betrieb anpassen muß, ist von erheblicher Bedeutung für den Gewinn. Und wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind, dann ist Ne Schafhaltung auch "recht einträglich, und das oft meist weit mehr als die Rindvieh- oder Schweinezucht. So erzielte ein bedeutender deutscher Schäfereibesitzer im Laufe von 30 Jahren einen Jahres durchschnittsreinertrag von rund 5000 RM^ während seine Sckweine- zucht nur einen ganz geringen ertrag aufweisen konnte. E—w.
Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer.
Neuere Erfahrungen in der Benutzung des Etein- oder Bokharaklees. Zwei Formen des Steinklees kommen für uns in Betracht, einmal der gelbblühende Steinklee (Meliotus offidnaiis) und dann der weit mehr angebaute weißblühende (Meliotus albus) der auch die Namen Riesensteinklee oder Bokharaklee fühtt. Nur mit diesem wollen wir uns beschäftigen. Den Namen Riesenklee fühtt er mit Recht, denn er wird bis zu 2,50 Meter hoch. Dabei ist er trotz seines starken Wachstums sehr anspruchslos an den Boden und die Bodenfeuchtigkeit. Auf trockeren, mageren, kiesigen Böden, auf denen die übrigen Kleeatten nicht ^mehr fottkommen, gedeiht der Bokyaraklèenoch prächtig und er liefert dabei gewaltige Futter- ’ masten. Jedoch die Stengel verholzen bald, i und dazu nimmt die Pflanze mit zunehmendem Alter ganz erheblich an einem eigentümlich neckenden Stoff, dem Kumarin, zu. Das Vieh will ihn deshalb in diesem vorgeschrittenem Zustande nicht mehr fressen und verweigert beharrlich dessen Aufnahme. Es bleibt in solchem Falle nichts anders übrig, als den Klee möglichst frühzeitig, wenn er etwa 15 bis 20 cm hoch ist, schon zu schneiden und den Ecknitt drei- bis viermal im Jahre zu wiederholen. Dann gewöhnt sich das Vieh auch an den milden Kumaringeschmack und nimmt den Klee willig auf. Dazu Kommt, daß die Milch nach diesem Futter als besonders fettreich ge- eiilbert wird. Auch sollen Koliken und lähungen nicht vorkommen. Noch votteil- hafter als die Grünfuttergewinnung ist die Benutzung des Riesensteinklees als Weide. In Amerika hat man damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Schafe und Rinder werden mit großem Nutzen auf der Bokharaweide geweidet. Man treibt das Vieh dort schon auf, wenn dieser Klee erst 10 bis 15 cm hoch ist, und die Tier« sorgen, wenn die Fläche stark genug beschlagen ist, dafür, daß er nicht zu hoch schießt und zu alt, holzig und unschmackhast wird. Wir haben formt in der Bokharaweide eine neue Derwendungs - Möglichkeit - dieser Kleeart, di« ohne Zweifel ihre berechtigten Vorzüge besitzt. Aus steinigen, mageren, gebirgigen Aeckem ließe sich auf diese Weise ein Eckrag erzielen, wie er mit keiner anderen Pflanz« möglich ist. Es liegen aus der landwirtschaftlichen Praxis Erfahrungen besonders aus Süddeutschland vor, nach denen man mit dem Anbau des Klees immerhin recht gute Erfahrungen gemacht hat, wenn er möglichst frühzeitig zur Verfütterung heran- gezogen wird. Dr. Ws.
Die Motorfräs« verdient mehr Beachtung als bisher, denn sie ist in den letzten Jahren Derartig vervollkommnet worden, daß sie immer mehr an Bedeutung für die Bodenbearbeitung, besonders auch auf Kleineren Flächen und im gärtnerischen Betriebe, gewinnt. Der Zweck jebet Bodenbearbeitung ist bekanntlich der, den Boden gleichmäßig zu lockern, gut zu durchmischen, ihn mit Lust anzufüllen, um dadurch ein reiches Bakterienleben und somit die Gare zu «rzielen. Der Pflug erfüllt diese Bedingungen nur mangelhaft, er schneidet Balken aus dem Boden, wendet sie mehr oder weniger stark, wobei das Zerkrümeln, besonders auf schwerem Boden, doch recht mangelhaft ausfällt. Das Land wird hier meist in große Klumpen hingelegt, wobei erhebliche Hohlräume sich bilden. Die bakterienreiche Oberschicht Des Bodens wird dabei oft in die Tiefe vergraben und dadurch die Sarebildung verzögert. Beim Fräsen hingegen kommt das Land in eine gleich-, mäßig« feinkrümelige Lagerung. Solch ein Boden ist durchschnittlich wärmer, besser durch, lüftet und im Winter rur Aulnabm» nmfwr
Mengen von yettfljrrgsen geeigneter. Dadurch werden für die Pflanzen günstige Wachstums» bedingungen geschaffen, bie dann einen entsprechenden Mehrertrag im Gefolge haben. Die Fräsarbeit ist ohne Zweifel der Pflugarbeit qualitativ über- legen. Die Mängel, die den Fräsen früher anhafteten, sind mit der Zeit größtenteils beseitigt. Wenn nun auch der Anschaffungspreis für eine Fräse etwas höher ist als der für einen gleichstarken Mortorpflug, so muß doch bei der Fräs« die Abschreibung niedriger gerechnet werden, so daß heute sich Frasarbeit nicht teurer als Moiorpflugarbeit stellt. Ueberdies wird doch beim Fräsen der Boden in einem Arbeitsgange saatfertig hergestellt, währenddem Pflug immer noch die Egge folgen muß. Wer im gärtnerischen Betriebe aus Pflugarbeit angewiesen ist, Der wird, im Besitz einer kleinen Gartenfräse, deren erhebliche Vorzüge bald zu schätzen wissen. Zu jeder ihm gelegenen Zeit kann er sie in Tätigkeit setzen, und dann wird er mit ihr eine Arbeit erzielen, wie sie ihm in gleicher Güte der Pflug nimmermehr schaffen kann. M. W.
Neues aus Haus, Rüche und Retter.
Ist Alumlnlumgefchirr schädlich? Die Frage klingt bei der außerordentlich häufigen Verwendung von Aluminiumgeschirr aller Art absonderlich. Hat man wirklich etwas von Gesundheitsschädigungen, vielleicht von Vergiftungserscheinungen bei regelmäßiger Benutzung solchen Geschirrs? — Kaum denkbar. Und dennoch haben neuerdings ameri« konische Arzte die Behauptung aufgestellt, daß Nahrungsmittelvergiftungen vielfach dem Aluminium zuzuschreiben seien. Der bekannte Würzburger Hygieniker Professor K. B. Lehmann weist diese Auffassung in der Münchener medizinischen Wochenschrift energisch zurück. Die kleinen Alu» miniummengen, die vom Geschirr in vernünftig hergestellte Nahrung übergehen, sind — sagt er — unschädlich, und letzten Endes ist das Aluminium gerade so harmlos wie das früher in ähnlichen Fällen angeschuldigte Kupfer, Zinn oder Zink. Noch haltloser find die gleichzeitig ausgesprochenen Behauptungen, daß die Zunahme der Krebssterblichkeit auf Aluminium zurückzuführen sei. Wäre das richtig, so müßte seit dem Jahre 1911, seitdem dieses Leichtmetall in Amerika weiteste Verwendung als Kochgeschirr gefunden, die amerikanische Krebssterblichkeit eine Änderung in ihrem Verlauf zeigen. Bis zum Jahre 1926 ist davon nicht das mindeste zu merken. Die Kurve steigt vielmehr seit 1900 fast gradlinig gleichmäßig an. Wieweit das an den besseren Untersuchungsmethoden liegt, ist schwer zu sagen. Jedenfalls spricht das Verhalten der Kurve in keiner Weise für die Behauptungen der amerikanischen Ärzte. Auch das Deutsche Reichsgesundheitsamt hat diese Behauptungen als irrig zurückgewiesen. Ro.
Echweinskotiletten mit Kräutern. Gericht für sechs Personen. Kochdauer eineinhalb Stunden. 1 kg Schweinskoteletten werden aus- einander geschnitten, geklopft und gesalzen. Ein Eßlöffel feingehackter Thymian, ein Eßlöffel Kerbel und ein Teelöffel Schnittlauch, alles fein gewiegt, werden vermischt und die Koteletten damit bestreut Dann wendet man sie in Mehl, geschlagenem Ei und Krumen um.
In einer braun werden, legt das Fleisch hinein, brät es von allen Seiten braun an, deckt dann einen Deckel darüber und dämpft es gar. Nachdem dieses geschehen ist, nimmt man die Koteletten heraus und stellt sie warm. Zur Soße dünstet man in dem in der Pfanne verbliebenen Fett einen Eßlöffel Mehl an, rührt so viel Wasser dazu, daß man eine seimige Soße erhält, fügt zwei Eßlöffel Tomatenpüree hinzu, läßt gut durchkochen, schmeckt nach Salz und Pfeffer ab, verfeinert mit einem halben Teelöffel Maggi's Würze und gießt die Soße durch ein Sieb über die Koteletten. Luise Holle.
Gefüllt« Sorte. 70 g Butter und sechs Eidotter werden zehn Minuten verrührt, dann mengt man 125 g Zucker, reichlich gewogen, bet, rührt abermals zehn Minuten und gibt hierauf 160 g ungeschälte, geriebene Mandeln hinzu, worauf man die Masse nochmals zehn Minuten rührt. Nun fügt man drei Tafeln erweichte Schokolade, einen Kaffeelöffel Ananasrum, einen Eßlöffel feinen Kognak und schließlich den steifen Schnee von sechs Eiweiß dazu und läßt die Torte in nicht zu heißer Röhre backen. Erkaltet, schneidet man vorsichtig oben eine runde Scheibe ein, höhlt die Torte aus und füllt sie mit einem viertel Liter mit zwei Tafeln geriebener Schokolade vermischter, ungesüßter Schlagsahne. Aus der ausgeböhlten Masse, die man ein wenig in der Röhre trocknen läßt, macht man feine Brösel und bestreut di« gefüllte Sorte damit. Frau A. in L.
Bienenzucht.
Zugluft im Bienenstand ist ein sehr böser Feind der Bienen. Bei der Anlage des Standes muß dies wohl beachtet werden. Zwischen den Gebäuden, zwischen Stall und Scheune, in bergigen Gegenden durch einen Einschnitt im Erdreich streicht meist die Luft ziemlich schnell dahin. Wird an solcher Stelle ein Bienenstand errichtet, so wundert sich der Besitzer, weshalb dir Bienen trotz aller Pflege nicht gedeihen. Bringt er Schutzwände an, so wird es bald besser werden. Schm.
§rage und Antwort.
x Ein Ratgeber für jedermann.
BeeingHwaen für Oie Beantwort»»» von Anfragen: »er gi66te Teil der Frage« muß schristlich beantwortet werde«, ba ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist Deshalb muß jede Anfrage bie ,««»«« Adresse de» Fragesteller» enthalten. «nongmr Fragen werden grundsSdlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frag, ein Ausweis, baß Fragesteller B-rieher unsere» Blatte» ist, sowie als Portoerja» »er Betrag von 50 81pf. beizufügen. Für jede weitete Frag, sind gleichfall» je 50 Rps. mitzusende». Ansragen, denen weniger Port« d-igesügt wurde, werden «»rückgelegt «nb erst beanüoortet, Wenn der Polte Portoersatz erstattet worden ist Sm Briefkasten werden nur rein landwirtschastltche Fragen behandelt; in RechtSsragen oder in Angelegenheiten, bie sich »ich« dem Rahmen unseres Blatte» «npassen, kann AuStunsi »ich» ertdill Werben. Die Lchrtstleitung.
Frag« Nr. 1. Ein fünfjähriger Salbe hat seit ein bis zwei Jahren einen trockenen Hautausschlag an allen Unterschenkeln, besonders an den Fesseln. Nach Lvsolwassm- mafrbunqen und Einreiben mit Vaseline mürbe
He yau? wieder rein. Nach drei Wachen machten sich dieselben Krankheitserschcinungen bemerkbar. Der Ausschlag hat sich jetzt durch bas Knabbern auch auf Den Unterkiefer aus« Ijedrhnt. Das Pferd ist beim Putzen unruhig, o daß es nicht mehr mit Bürste und Striegel, andern durch Abwaschen gereinigt wird. Meine ihrigen vier Pferde sind nicht mit dieser Krankheit behaftet. Was ist Die Ursache des Leidens, wie kann ich es beseitigen? H. S. in N.
Antwort: Die Uebertragung des Ausschlages auf den Unterkiefer spricht für Räude, während die Unversehrtheit der anderen vier Pferde dagegen zu sprechen scheint. Ohne mikroskopische Untersuchung wird es sich mit Sicherheit nicht feststellen lassen, ob tatsächlich Räude vorliegt. Da Pferderäude anzeigepfichtig ist, so zeigen Sie am besten Ihrem zuständigen Veterinärrat (Kreistierarzt) Ihren Verdacht an. Kosten entstehen Ihnen dadurch nicht. Vet.
Frage Nr. 2. Da die Kraftfuttermittel sehr hoch im Preise stehen und das Getreide sehr billig ist, habe ich die Absicht, Gerste, Hafer und Roggen zu quetschen und an Kühe in trockener Form zu verfüttern. Ich bitte um gefällige Auskunft, ob dieses angeraten werden kann. R. N. in R.
Antwort: Bei der gegenwärtig schlechten Preislage für Getreide ist bet Gedanke der Verfütterung der in der eigenen Wirtschaft erzeugten Körner überall aufgetaucht und vielfach behandelt worden. Irgendwelche Bedenken hiergegen lassen sich nicht erheben. Wir möchten Ihnen empfehlen, die drei genannten Getreidearten zu gleichen Teilen zu einem Mischfutter zu verwenden und in der beabsichtigten trockenen Form zur Verfütterung zu bringen. Haben Sie Interesse daran, möglichst viel Milch zu erzeugen, so ist vom Hafer zweckmäßig der Anteil zu verdoppeln. Der Hafer stellt ein vorzügliches Milchfuttermittel dar und wirkt besonders auf die Milchmenge. Dr. Bn.
Frage Nr. 8. Einige Schweine haben furchtbaren Juckreiz, obwohl sie keine Läuse haben und auch sonst sauber und rein sind, namentlich an den Beinen sieht es etwas rot und wund aus. Was kann man dagegen tun? F. in M
Antwort: Der Juckreiz bei den Schweinen läßt auf ein Befallensein der Tiere mit Parasiten schließen. Ueber die Art der Parasiten (Räudemtlben, Flöhe oder Läuse usw.) kann nur eine Untersuchung der Tiere Aufschluß geben. Die Behandlung geschieht in allen Fällen zweckmäßigerweise durch Abreiben mit DesinsektionslösungLN, z. B. einprozentiger Kreolin- oder Lysollösung, fünf- prozentigem Sulfoliquid usw. Lappen ein« tauchen und ausdrücken. Dann mit dem mäßig feuchten Lappen leicht abreiben. Nach sechs bis acht Sagen ist die Abreibung zu wiederholen. Die Ställe und Gerätschaften sind gründlich zu reinigen und mit einer drÄprozenttgm Kreolinlösung zu desinftzieren. Dr. Lz.
Frage Nr. 4. Eine Zuchtsau brachte beim letzten Ferkeln außer fünf lebenden Ferkeln auch noch vier tote zur Welt. Ich bitte um Angabe^ wie diesem Absterben der Ferkel im Mutterleib zweckmäßig zu begegnen ist. Ge
enklèie ui
füttert wurden Karlofselnu Roggenkleie und vier Wochen vor dem Werhefn Kartoffeln; Weizenschalen, Roggengrieß und Haferschrot. Ich glaube nicht, daß das Absterben der Ferkel im Mutterleib auf unsachgemäße Fütterung zurückzuführen ist tz. F. in A.
Antwort: Ein Absterben der Ferkel im Mutterleib wird bei Schweinen öfter beobachtet In der Regel erfolgt, es durch Einwirkung äußerer Ursachen (Schläge, Stöße usw.). Im Anschluß hieran bringen bann Fäulnisbakterien burch den geöffneten Muttermund in die Gebärmutter ein und bewirken ein Verwesen der abgestorbenen Früchte. Nach dem Abferkeln ist die Gebärmutter mit lauwarmem Wasser zu reinigen und daraus gründlich und iviederhoit mit leicht desinfizierenden Flüssigkeiten aus«! zuspülen. Stall und Stallgerätschaften sind wiederholt gründlich zu reinigen und zu bes- infizieren. Dr. Lz.
Frage Nr. 5. Eine neunjährige Schäfer- Hündin hat schon seit längerer Zeit an einer Brustwarze eine kleine Geschwulst, die in den letzten Tagen etwas größer geworden ist. Was für eine Ursache kann die Geschwulst haben, und was ist dagegen zu tun? F. D. in B.
Antwort: Da bet alten Hündinnen sehr häufig Gesäugekrebs vorkommt, so ist wohl anzunehmen, daß es fich auch bei Ihrer Hündin um Diese bösartige Geschwulst handelt, die nur durch eine radikale Operation zu beseitigen ist. Bet.
Frag« Nr. 6. Vier Morgen Ackerland von mittlerer Güte und zwei Morgen "Wiese sollen mit zwei Kühen beackert werden, um im Sommer unabhängig von Gespannarbeit zu sein. Ich habe mir zu diesem Zweck im Dezember zwei tragende Färsen gekauft, die inzwischen gekalbt haben. Bei der einen Färse hat der Tierarzt das Kalb stückweise heruntev- nehmen müssen, weil es zu schwer war. Ein bekannter Händler sagte mir, es wäre eine Art Doppellender gewesen und wies darauf hin, daß Kühe, die zur Ausbildung von Doppel- [enbern neigen, stets schwer halben. Das Stier ist gut gebaut und gibt nach dem Kolben bei Berabreichung von 1,5 kg Weizenschale und 500 g Erdnußkuchen zu gutem ©runbfutter acht bis neun Liter Milch. Beim Kalben war das Tier noch ziemlich klein; es ist aber in- zwischen tüchtig gewachsen. Ich möchte dasselbe nach einem Vierteljahr wieder zulassen. Ist dieses zu empfehlen? Der Händler gibt mit den Rat, das Tier zu mästen und zu verkaufen. Welches sind, gute und schlechte Milchzeichen? Wi« lerne ich die Tiere am besten zum Zuge an? Welche Gesichtspunkte sind zu beachten bezüglich Alter, Trächtigkeit, Arbeitsleistung und dergleichen? K. K. in L.
Antwort: Die vielen von Ihnen gestellten Fragen können natürlich nur in aller Kürze beantwortet werden. Dadurch, daß Ihre junge Kuh das erstemal schwer gekalbt hat, ist noch nicht bewiesen, daß sie für eine weitere Zuchtbenutzung als ungeeignet angesehen werden muß. Wir haben keine Bedenken dagegen, die Kuh wieder zuzulassen, möchten Ihnen jedoch empfehlen, wenn das zweitze Kalben ebenso schwer ist wie das erste, das
Der zu mästen und zu verkaufen. Als gute Milchzeichen werden angesehen: bünne, leicht abhebbare Haut, dünner, langer Schwanz, gut angesetztes, weit nach vorn reichendes Euter, stark entwickelte Milchadern am Bauche, breite und hohe Ausdehnung des Euteransatzes
Ä den Schenkeln (sogen. Milchspiegel).
ilernen der Kühe läßt sich in der Regel ohne Schwierigkeiten vollziehen. Im Alt«v von etiva zwei "Jahren werden den Sieren zunächst die Geschirre aufgelegt. Sodann wird ein Führen mit Geschirr vorgenommen und nach und nach werden die Tiere an den Zug vor dem Wagen oder vor irgendeinem Ackergerät gewöhnt. Als Geschirre kommen verschieden« Formen in Betracht, wie das Einzelstirnjoch, das Nackenjoch, das Hals- oder Widerristjoch, das Doppeljoch und das Kummet. Eine näher« Beschreibung dieser einzelnen Systeme ist in diesem Raum nicht möglich. Am meisten Empfehlung verdient das Kummet. Es ist auch bei Kühen am meisten in Anwendung. Dr. Bn.
Frage Nr. 7. Seit einigen Jahren wird ein Acksrstück von % Morgen Größe ständig mit Kartoffeln bestellt. Es handelt sich hierbei um einen schweren Boden, der im vorigen Jahr außerordentlich stark mit Unkraut überwuchert war. Nach der Ernte im Vorjahre ist der Acker gekalkt sowie mit Stalldünger von Schweinen und Hühnern gedüngt worden. Wieviel und welchen Kunstdünger muß nun der Kartoffelacker im Frühjahr vor dem Legen der Kartoffeln erhalten? F. K. in F.
Antwort: Die Kartoffelpflanze ist in der Düngung anspruchslos. Aber zweierlei ew fordert sie, wenn sie lohnende Erträge bringen soll: 1. Mehrmaliges Behacken, Damit die Oberfläche des Ackers locker bleibt und ständig Luft in den Boden eindringen kann, 2. sorgfältigste Beseitigung des UnkrautesI Kartoffel- pflanzen, die im Unkraut halb ersticken, bringen trotz starker Düngung keine ansehnlichen Ernten. Daher ist sorgfältige Bearbeitung bis zum Abschatten der Furchen durch bte Stauden durchaus notwendig. Folgende Pflanzweite hat sich erfahrungsgemäß bewährt: Entfernung der Reihen voneinander 45 bis 50 cm; Entfernung der Stauden in der Reihe 35 cm. Als Kunst* Dünger streuen Sie drei Sage vor dem Auspflanzen auf Ihre dreiviertel Morgen 50 kg Nitrophoska II. Nach dem Streuen wird der Dünger gut eingeharkt. Dr. E.
Frage Nr. 8. Ein Stück Land, das feit sechs Jahren nur mit Zwergobstbäumen bepflanzt ist, ist in letzter Zeit mit allerlei Unkräutern bestanden gewesen. Ich beabsichtig« nun, dieses Stück Land als Zier- und Gemüsegarten anzubauen. Die Fläche besteht größtenteils aus aufgebrachtem, leichtem, steinigem, gemischtem Boden, teilweise auch aus Lehm. Das Land wurde im Herbst umgegraben und vom Unkraut gereinigt. Um den Boden nun erst mal vollständig rein zu bekommen, sollen zum Frühjahr Kartoffeln, Bohnen und Erdbeeren gepflanzt werden. Naturdung steht nicht zur Verfügung und ist schwer erhältlich. Welchen Kunstdünger kann ich anivenden, wieviel und in welcher Weise? P. H. in B.
Antwort: Kartoffeln und Buschbohner» eignen ^ich sür^uerunkrautete Gärten ^sehr^ ^«^ ^ oder Pferdemöhren empfehlen. Diese decken s den Boden bald vollständig. Als Dünger geben Sie am besten je Quadratmeter 50 bis 60 g Nitrophoska. Dieser ist acht bis vierzehn Tage vor der Einsaat auf das gegrabene Land zu streuen und einzuharken oder zu grubbern. Ist dieser Dünger nicht zur Hand, so nehmen Sie jetzt auf der gleichen Fläche 40 g 4Opro» zentiges Kalisalz, 50 g Thomasmehl ober Superphosphat, und im Frühjahr vor der Bei Heilung 50 g schwefelsaures Ammoniak. Außerdem ist in allen Fällen bei kalkarmem Boden sofort 200 g Düngekalk zu geben und, wenn angängig, einige Ballm Torfmull. Rz.
Frage Nr. 9. In einem neu errichteten Garten, der früher teils Lehmgrube, teils Wiese war, werden besonders die Rüben, sobald diese aus der Erde sind, von Würmern be^ fallen. Die Auffüllung erfolgte aus dem zum Neubau ausgegrabenen Erdboden; früher wurde auch ab und zu anderer Schutt dort abgeladen. Der Rasen der Wiese wurde auf dem Gartenstück belassen und als Land verarbeitet. Auch der Abfall an Kalk wurde auf dem Gartenboden abgeladen. Was ist zu tun, um den Schädling erfolgreich zu bekämpfen? S. S. in 6k
Antwort: Es handelt sich wahrscheinlich um die Möhrenfliege. Als Vorbeugungsmitte» kommt hier guter Fruchtwechsel in Frage. Im Herbst bis Winter ist der Boden mit 500 è Aetzkalk je Quadratmeter zu bestreuen und durchzuarbeiten. 3m Frühjahr ist mehrer« Male mit Viprozeiitigem Lysol ober Obst^ baumkarbolineum zu spritzen, um die Fliege von der Eiablage fernzuhalten. Eine kräftige Düngung mit Kompost, der durch Kalk und Kunstdünger verbessert wurde, dazu dünne Saat und anfangs bei grösserer Trockenheit kräftiges Gießen bewirkt bei den Pflanzen einen flotten Wuchs und macht sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge aller Art. Rz.
Frage Nr. 10. Ein freistehender, vier Meter hoher Holzschuppen soll zwecks besserer Ansicht und gegen Witterungseinflüsse miy einer Kletterpflanze versehen werden. Halten Sie dies für richtig ober könnte es dem Holz schaden? Welche Arten kämen hierfür in Frage? Als Boden befindet fich an der Ober« fläche Sand (etwa 40 cm tief), darunter Lehm. 3. ö. in 3.
Antwort: Zum Bepflanzen des Schuppens eignet sich berrollbe 915ein (Ampelopsis quinque- folia) am besten. Befestigen Sie an der Wand ein Spalier aus stärkerem Draht ober Latten und binden die Ranken hier an, später rankt der Wein an den Drähten oder Latten von selbst. Um die Fläche bald zu begrünen, ist im Abstand von zwei Metern eine kräftige Psianze zu setzen. Die Pflanzlöcher sind 60x60 cm im Quadrat und ebenso tief zu machen und mit verrottetem Dünger ober Komposterde zu ' vermischen. Falls Sie den Schuppen mit Kar- bolineum streichen wollen, hat dieses schon jetzt zu geschehen, damit der für bie Pflanzen schädliche Geruch Ende April beim Anpflanzen verickwunden ist. Rt»