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darum. Hätte er At Erbe von Hr, mâte fk, dann stünde es besser wn ihn, jetzt bleibt ihm nur ein schmerzliches Erinnern.

Darüber ging Zeit hin und er 8om die Stunde, die den Schrei eines Kindes in das Haus brachte. Doktor Korn war im Zimmer nebenan. Sein Herz schlug hoch.

»Alles Bortrefffith! eine Junge hatte ihm bk Schwester gemeldet.

Da fühlte er wie eine heiße Brandung in ihm aufquoll und Sand und Geröll fort schwemme, die wie ein ängstlich oufgespeicherter Ballast in ihm ge­legen . . . Ach, die alten, trüben Bedenken waren ja jetzt so nebensächlich!

Lieb und Leben standen wider den Tod und hatten obgestegt und ein neues Leben gewonnen. Und die Liebe wachte über dem neuen Leben.

Darum ging es in dieser Stunde. Und nichts anderes war auch in ihm lebendig. Und da wurde er sich der heißen Liebe zu seiner Frau in all ihrer Natürlichkeit und Kraft bewußt. Eine Freude blühte in ihm auf, ein stummer Jubel fang taufend Donke-lieder.

»Herr Doktor, jetzt dürfen Sie hinein fommen", bk Schwester öffnete ihm die Tür. Mit ein paar hastigen Schritten stand er am Betts seiner Frau. Die hielt das junge Leben an der Brust. Glückselig schaute sie ihn an und deutete auf das Kind.

»Unser Kind!" Welch eine Wonne jauchzt« in dem Wort. Da warf es den Mann in die Knie, mb nun zerriß die Brandung alle Wälle und strömte in heißen Tränen nieder.Grete! liebe Grete!"

Eine weiche Hand legst sich lose auf seinen Kopf, ein weher Mund lächelte glückselig. Und sein Herz wußte: Die warme, lebendige Liebe gehört« dem Leben, und bk wehe Liebe der Erinnerung den Toten. Beide müssen brüderlich in demselben Her­zen einander dulden und tragen.

_ Er stand auf und küßte feine Frau. Und sah wieder das Kind an.Merkwürdig", sagte er,tief­blaue Auoen hat es und weder du noch ich . . ."

Es sind die Augen Elisabeths", sagte sie selig und legte ihm die Worte wie ein Geschenk ans Herz.

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Die Sand des SchMals

Skizze von Friedrich Ege-Berlin.

Es war im Kaukasusgebirge vor mehreren Jahrzehnten. Die Bergvölker, die hier hausten, hat­ten dem russischen Zaren den heiligen Krieg er­klärt. Um sich einen Stützpunkt zu schaffen, bauten die Russen zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer die Feste Grosny. Strafexpedition auf Straf- expedition sollte die aufrührerischen Stämme zer­mürben. Aber diese ließen sich nicht einschüchtern. Wehe den Russen, die ihnen in die Hände fielen!

Innerhalb der sicheren Festung wurde das Le­ben, besonders für die Offiziere, zur Qual Es bot sich keinerlei Abwechslung und Zerstreuung. Sie waren von der Zivilisation der Mitwelt vollkom­men abgeschlossen. Kein Wunder, wenn sich junge Abenteurer unter ihnen vor die Mauern wagten, um sich die herrliche Bergwelt des Kaukasus anzu­schauen. Obwohl, solche privaten Ausflüge streng­stens verboten waren, wurden sie immer wieder unternommen und meist mit dem Tode bezahlt. Die kaukasischen Krieger umlauerten die Festung, verschleppten die abenteuerlustigen Offiziere in ihre Bergdörfer und massakrierten sie auffurchterliche Weise. Aber die Sehnsucht, aus der Enge heraus zu kommen, war immer stärker als der Gedanke an die Gefahr.

Ein junger Offizier, erst vor kurzem hierher ver­setzt, ließ sich durch keine Vorhaltungen abbringen. Er wollte hinaus in die Berge des Kaukasus. Allein, ohne jeden Schutz ritt er ins feindliche Land.

Doch kaum hatte er die Feste verlassen und war hinter einem der Berghügel den Blicken entschwun­den, als Schüsse um ihn knallten. Eine Schlinge fiel ihm über den Kopf. Er stürzte vom Pferde. Die Kaukasier fesselten ihr Opfer und schleppten es in die Berge.

Waren diese Gefangenen vermögende Offiziere, dann erging es ihnen noch am besten. Nach Zah­lung eines hohen Lösegeldes wurde sie freigelassen. Alle anedren aber marterten die Kaukasier langsam zu Tode. Im Beisein vieler Stammesgenossen wur­den ihnen die Augen ausgestochen, Ohren und Na­sen abgschnitten: zuletzt fiel der Kopf.

Der gefangene junge Offizier war arm und ein Christ, konnte also auf kein Gnade hoffen. Er wurde vor den Herrscher der Gegend, vor Naib Sado, ge­führt. Koran und Schwert regierten. Dieser kriege­rische Fürst, der Nachkotstme eines großen Frei­heitskämpfers, genoß hohes Ansehen in den Ber­gen. Neben feiner Frömmigkeit und Gelehrsamkeit war er als ein Mann von Weisheit besonders ge­schätzt. Während seines ganzen Lebens hatte er noch nie einen Russen verschont. Daher erfreute er sich der Gunst des Führers dieser Bergvölker, des großen Imam Schamil.

Wiederum stand nun ein Russe vor Naib Sado. Die Krieger, die ihn gefangen genommen hatten, verlangten ihren Lohn: entweder 20 Goldstücke oder den rechten Arm des Ungläubigen. Das war eine heilige Tradition. Als Stolz der ganzen Familie wurde der Arm an die Türschwelle genagelt.

Der Naib erhob sich von seinem Sitze, um den Kriegern ihren Lohn zuzusprechen. Er betrachtete den Russen. Sein Blick blieb im Gesicht des jungen Offiizers hängen. Schaute ihn lange an. Die Um­stehenden wunderten sich über das geheimnisvolle Zaudern ihres Führers. Da wandte er sein Gesicht gen Mekka, verrichtest ein Gebet und verkündete: »Die Rechtgäubigen, die im heiligen Kriege Gefan­gene machen, werden von Allah belohnt. Heute ver­kündige ich aber: diese rechte Hand soll nicht obge­hauen, diese Augen nicht ausgestochen werden. Sehr fromm und gottgefällig ist der Mann, der vor mir steht. Ich, Naib Sado, Enkel des Sultans Mansur, fühle es und erkläre meine Worte als mit dem Ko­ran übereinstimmend. Führt den Ungläubigen vor die Tore Grosnys zurück, löst seine Fesseln, und Allah wird Euch belohnen!"

Die Krieger schauten entsetzt auf. Der Naib hätte nun selbst für diese Entscheidung vor Gericht ge­stellt werden müssen. Aber die Autorität des weisen Führers siegte. Der Gefangene wurde bis vor die Festung geführt und dort frei gelassen. Seine Ka­meraden, die ihn längst verloren glaubten, bestürm­ten ihn mit Fragen, wie er so lange unbehelligt hätte ausbleiben können, ohne daß ihm etwas zu- gestoßen wäre. Auf den schlechten Wegen hätte er sich verirrt. Das war seine einzige Aussage.

Der Naib hatte eine einzige Bitte an ihn: über das Abenteuer zu schweigen. Das hatte der Offizier freu gehalten. Bis in fein hohes Alter hinein stand er aut diese» Râlleu im Briefwechsel.

So greift das Schicksal immer wieder zur rech­ten Zeit ein. Hätte dieser Offizier da» Los der an­deren Gefangenen geteilt, so wären wir heute um ein großes Lebenswert ärmer. Jener Offizier war Leo Tolstoi. Der Enkel des Naib veröffentlichte vor kurzem in Konstantinopel diese Geschichte, die durch das Versprechen beider der Mitwelt vorent­halten wurde. Auch die Briefe Tolstois an den tau» kasischen Bergfürsten werden immer noch treulich von den Nachkommen Sados aufbewahrt. Die Ver­öffentlichung wird sicher viel Interessantes bieten.

Diese Episode im Leben Tolstois bringt uns seine Kaukasischen Novellen" besonders nahe. Hier schil­dert er die Marter der gefangenen russischen Offi­ziere in den Bergen und die Gastfreundschaft der Bergvölker. Heute nun wissen wir, daß Tolstoi selbst beide Eigenschaften dieser mohammedanischen Stämme an der Schwelle des Todes erlebt hat.

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Skizze von Franz Gensecke.

Naßkalter Märztag! Der Sturm trieb dürres Reisig über die Dorfstraße. In den Tümpeln der ausgefahrenen Wagenspuren spiegelte sich die Jagd dicker, grauer Wolken. Die Pappeln schwankten; Dachlatten klapperten und klatschten. Die Tiere, welche sonst die Straße bevölkerten, waren in die Höfe geflüchtet. Ein kalter, eiskörniger Regen, der plötzlich losbrach, jagte die Menschen in die Häuser.

Meister Lüthke kümmerst sich nicht um das Wetter, ob auch der Wind in der Esse johlend Tänze aufführte, ob auch die Fensterrahmen vor dem Ansturm knackten und die Tür nach dem Hofe sich schüttelte und ächzte. Der weißhaarige Alle saß an diesem wie an allen Tagen in seinem rohgezim­merten Sessel auf der Schwelle zwischen den bei­den Zimmern, welche die Hofseite seines ein» stückigen Hauses einnahmen. In dem Raume zur Rechten standen bk blank gescheuerten Tische seiner Schneiderwerkstatt, auf denen mit untergeschla­genen Beinen die beiden Gesellen und der Lehr­ling hockten, emsig arbeitend und nur manchmal, wenn der Alte sich dem anderen Zimmer zuwen- dete, einen Blick durch bie Fenster werfend, an denen der Regen blasig herab rann.

In diesem anderen Zimmer zur Linken des Meisters leierte eben eine monotone helle Kinder­stimme den Vers ab:Befstl dem Herrn deine Wege - . ." Der Stock in der Hand des sechzig­jährigen Weihkopfes skandierte den Rhychmus dazu, und ein ungeduldiges Zittern lief über die knöchernen Finger, wenn das Kind stecken zu blei­ben drohte.

Meister Lüthke war in feinem mecklenburgischen Dorfe Schullehrer und Schneidermeister zugleich. Um das eine nicht über dem anderen zu vernach­lässigen, saß er vom Morgen bis in den Nach­mittag auf der Schwelle zwischen Werkstatt und Schulzimmer, trotz seiner 60 Jahre immer bereit, aufzuspringen und mit dem Weidenstock zwischen Gesellen und Kinder zu fahren, wenn etwas nicht nach seinem Wunsche ging.

Um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts waren solche Schulen, die von Handwerkern ober invaliden Gutsarbeitern geleitet wurden, auf dem Lande nicht selten. Deshalb fanden auch Gesellen und Schulkinder nichts außergewöhnliches darin, . baB der Meister in feiner herrischen undhWigen Art ihnen gleichermaßen und zur selben Zeit feine Lektionen erteilte. Wenn Gesangsstunde abgehalten wurde, sangen die Schneider mit, und die Nadeln zogen im Takte des Liedes ihre blitzende Bahn durch die Lust

An diesem eisigen Sturmtage war der Alte "riedlicher als sonst. Der lange phlegmatische Junge mm Gutsschäfer hatte beim Aufsagen der zehn Gebote aus Bequemlichkeit drei unterschlagen. Der Lehrling im Nebenzimmer stach schon zum zweiten Male den auf der Fensterbank schnurrenden Kater mit der Nadel. Der Alte hatte beides gemerkt und nur ingrimmig den Kopf geschüttelt. Das war ungewöhnlich.

Er saß lauernd zwischen den Zimmern auf der Schwelle, ließ seine trüben, rotgeränderten Augen sinter staubigen Brillengläsern bald über die Ge- ichter der Kinder, bald zu den Schneidern gleiten mb stellte mechanisch, unbeteiligt, pie eine seit Ewigkeiten laufens e Maschine seine Fragen an die Kinder. Manchmal wartete er die Antwort gar nicht ab, sondern stellte eine neue Frage. Der Stock, der oft prügelnd über die krummen Rücken str Kinder tanzte, zuckte nur in seiner Hand. Es chien, als züchtige er jemand, der nur in seiner Einbildung gegenwärtig war. Dabei preßte er die Lippen aufeinander und schlug, innerer Wut voll, kl-tschend auf die Sessellehne. Jetzt fuhr seine Hand heftig in die Rocktasche und riß ein zerknittertes, beschriebenes Blatt heraus; er strich es aus­einander und flog mit unruhigen Augen lesend darüber. Dann ballten die Finger das Papier wieder zornig zusammen und stießen es in die Tasche zurück.

Das wiederholte sich mehrere Male, und die Erregung des Alten wuchs, bis er schließlich auf­sprang, die Kinder mit herausquellenden Äugen anschrie.Schert Euch nach Hause!" und mit tap­senden Schritten in die Werkstatt lief. Der erste Geselle, Schwiegersohn des Meisters und wohl sein Nachfolger, seitdem der Sohn in Berlin war, der diesen aufregenden Brief geschrieben und den Vater in solche Unruhe gestürzt hatte, sprang vom Tisch herab und hielt den Wankenden.

Lies!" zischte der Weißkopf ihn an.Lies! Barrikaden haben sie gebaut, auf Soldaten ge­schossen, den König gezwungen, zu ihnen in den Schloßhof zu kommen, bewaffnet haben sie sich, dieses zuchtlose, meuternde Gesindel! Und darauf ist er nun stolz, mein Sohn, mein Kind, das ich in Ehrfurcht vor Gott und dem Fürsten erzogen habe. Lies, hier lies! Am Alexanderplatz, schreibt er, war eine Schlacht, die Kanonen haben gebrüllt. Tote hat es auf beiden Seiten gegeben, und ein General ist von den Aufrührern gefangen genommen worden. Das muß ein himmlisches Strafgericht nach sich ziehen, oder die ganze Wett bricht aus den Fugen."

Wir stehen am Anfang einer neuen Zeit", wagte der Geselle einzuwerfen,in Frankreich und am Rhein haben sie auch . . ."

Bist Du auch einer von denen", brauste der Atte auf und fuhr mit dem Stock auf den Schwiegersohn los. Dann überwältigte ihn die Er­regung, und er sank kindlich weinend auf den Holz­stoß neben dem Ofen nieder und wimmerte:Ich habe es schon gesagt, ehe der Junge fortging: Aus Preußijch-Berlin kommt nichts Gutes!"

Skizze aus der Urzeit von w. v. DofenNcin

Das weite Sibirien war eins der letzten Wohn­gebiete jener Riejenelefanten, denen die Nachwelt den Namen Mammut gab. Von diesen Resten ebner ungeheuren Herde, die ernst wett im Südwesten lebte, jenseits der gewaltigen Bergmauer des Ural, erzählt manchmal der alte Gevatter Mond, wenn er in hellen Nächten auf Silberleitern herab zur Erde steigt, um in den Fluten der Lena sein Eis­graues Antlitz zu baden.

»Schön rotbraun", berichtete er, »war der zottige Pelz ihrer riesigen Bullen. Am schönsten der des mächtigen Stoßzahn, dessen Höhe bie Spitzen der Krüppelkiefern um ein Wesentliches überragte. Er war nicht nur der älteste sondern auch der größte dieser Herren weit und breit.

Dichte Fichtenwälder bedeckten ausgedehnte Ebenen; bis tief ins Flachland herein aber reich­ten die erstarrten Wogen grünlicher Gletscher, nur hin und wieder für moosbedeckte, von zwerghaf- tem Nadelholz bewachsene Grünflächen dürftigen Raum gebend.

In dieser stolzen und hehren Einsamkeit lebte Stoßzahn mit den Seinen eine lange, sorglose Zeit. Sorglos, bis eines Tages von Sonnenunter­gang lärmen'de Wichte horanzogen sonderbare Wesen, die auf den Hinterfüßen liefen. Verfilztes dunkles Haar hing wirr über niedrig« Stirnen. Kleine, böse Augen funkelten tückisch in tiefen Höhlen. Um grobe, kräftige Glieder hatten sie Fell« erschlagener Tiere geschlungen, und Wölfe zogen in Rudeln mit.

Stoßzahns Herde beachtete die Wichte nicht. Er selbst jedoch ward mißtrauisch, erinnerte er sich doch dunkel, in ferner Kindheit mit solchem Pygmäen­volk« zusaimmenge raten zu sein.

Wachsam beobachtete er ihr Tun, durch sein Beispiel die Vorsicht der Schutzbefohlenen weckend.

Und siehe, eines Nachts, als die Herde wieder einmal über ein weites Metscherfeld zum grünen Streifen lockenden 3la.be imalbes hinüber wechselte, gab es vorn im Zug eine große Aufregung. Fast donnernd erklang das Angstgobrüll eines der Tiere, dem alsbald andere Stimmen folgten.

Vorsichtig ging Stoßzahn mit den Seinen zu­rück wid sammelte sie in einer Mulde. Ms der Tag graute, erstieg er verstohlen bie benachbarte An­höhe, deren Bäume ihn gegen Sicht deckten.

Dan dort bot sich ihm ein schrecklicher Anblick. In Löchern, welche die Zweibeine hinterlistig auf den gewohnten Pfaden der Elefanten gegraben und mit Zweigen gut verdeckt hatten, saßen hilflos vier seiner Gesellon. Sie waren «ingebrochen. Sie brüll­ten vor Schmerz und Wut. Um sie her tanzten be­sessenen Geistern der Wlldnis gleich jene zwei­beinigen Wesen, denen sie unlängst begegnet waren. Mit Eisftücken, Felsblöcken und Baumstämmen warfen und schlugen sie auf ihre Gefangenen ein, und wenn es auch hin und wieder einem oder dem anderen der Uinglücklichen gelang, einen der tückischen Zwerge mit dem Rüssel zu packen und in weitem Schwünge auf den Erdboden zu ichmet- tern, so steigerte bas nur die Wut der Unholde.

Furchtbar war das Brüllen und Geschrei der Kämpfenden, doch allmählich erstorben bk Stim­men der Gequälten.

Wllder und jauchzender heulten bafür bk Fell- behangonen, welche schließlich in bie Gruben spran­gen. âm mit scharfen Steinen bk Haut der lieber» warmen Fleisches abzureißen. Wieder hinausge- klettert balgton und bissen sie sich unter einander, während ihre vierbeinigen Weggenossen die Ge- kgenheit benutzten, ihrerseits nicht unbeträchtliche Telle zu stehlen.

Nachts lohte bann ein greller Schein, in den bie Mörder Holzstücke warfen. Ein sengender, ekler Geruch von Fleisch stieg in den Rüssel der unfern Stehenden, so daß sie entsetzt flohen.

Wieder ordnete Stotzzahn den Zug, und sie wanderton gen Sonnenaufgang. Lange Zett blie­ben sie nun unbehelligt. Nur ab und zu ritz Ursus, der riesige Höhlenbär ein Kalb, das sich zu wett von der Mutter entfernt hatte.

Mit de« anderen Gefährten ihrer Welt lebten sie in Frieden, ja, von manchen wurden sie als Schützer vor den Nachstellungen bes furchtbaren Bären aufgesucht. Bveltstrrnig« Wildstiere, mächtige geweihte Hirsche und hin und wieder braunzottig« Nashörner leisteten ihnen Gefellchaft. Bald aber stießen sie erneut mit Zweibeinen zusammen und wichen ihnen gen Mittemacht aus.

Sie wanderten Monde lang, bis Gegenden sich auftaten, die ihnen ebenso zusagten wie die ver­lassenen, nur daß beim Ueberschroiten eines hohen Gebirges viele in schnesverweht« Spalten stürzten. Dann aber werteten sich unübersehbare Flächen grünen Mooses, von niedrigem Nadelwald, ihrer Li-oblingsnahrung, aufs angenehmste durchsetzt.

Hierher drangen die Peiniger nicht; ungestört durchzogen bk Herden ihr weites Reich, und all» mählich begannen sie sich zu »erstreiten.

Stoßzahn aber, der im Laufe der Zeiten alt und absonderlich geworben war. Vortrieben bk Sei» non. Don Monat zu Monat wurde er gries­grämiger und übellauniger, so daß jedes Geschöpf der Wildnis ihm im großen Bogen aus dem Wege ging.

Müde lag er einst an facher Felfonlchn« nahe dom Meer und schlief, da kamen vier weiße Ge­stalten getrottet, die beinahe so aussahon wie Ursus, der Höhlenbär. Durch bie scheinbare Hilflosigkeit der Riesen ließen sie sich verleiten, ihn als will- kommener Nachtmahl anzusehen. Da, als ein leises Lüstchen ihre Witterung dem Schlafenben in den Rüssel schlug, fuhr er in gewaltigem Grimme hoch, packte den Nächsten, warf ihn in die Lust und tanzte mit wütendem Dehaoen auf der krachenden Masse hemm. Gröhlend entflohen bk übrigen Eis­bären.

Allmählich aber nutzten sich die mächtigen, ge- schwungonon Zähn« ab. Zu lange hatten sie im gefrorenen Erdreich nach Nahrung gegraben, die doch von Tag zu Tag spärlicher wurde. Auch die Augen begannen blöde zu werden. Täglich ein­samer und jeder Möglichkeit beraubt, feine sich immer mehr verschlechternde Laune an einem Schwächeren auszulassen, zog der längst entthronte König durch bie Dämmerung seines Alters. An einem Herbsttage erreichte er das Ufer > eines Flusses. Hoch gingen die Schollen, zwischen denen gurgelnd schwarte Wellen dahin schossen, bk Luft mit Brausen erfüllend. Seit vielen Tagen hatte der Elefant weder ein Bad nehmen noch trinken kön­nen.

Mit schweren, unsicheren Schritten zog der Er- Schöpfte zum Ufer hinunter. Hier schien eine Sand­bank sicheren Halt zu bieten. Doch kaum hatte er bie trügerische Fläche betreten, da sank er fach ein und lag bald hilflos im mahlenden Triebsand.

Er arbeitete verzweifelt, um sich zu befreien, doch New M* 0»< ihn der Mahlstrom «hub.

Roch â gewaltiges Schnauben er war oe» schwunden, und Eisblöck« schoben sich über bas è fam« Grab.

Sauswwtschattlkches

Kalbszunge. Die Zunge wird tu kochendes Salz- wasser gegeben und langsam darin weichgekocK. Daun übergießt man sie mit kaltem Wasser, ent­häutet sie sorgfältig und besrSit sie von den Knor­peln. J4 Liter Zungenbrühe wird mit Zitronensaft vermischt, 45 Eßlöffel davon mit der Zunge in ein dickes Pfännchen aufs Feuer gegeben. Wenn die Flüssigkeit eingekocht ist, wird nach und nach weitere zugefügt. Die letzten 34 Eßlöffel verrührt mit % Teelöffel Kartoffelmehl, gießt dies an die Sauce, läßt die Zunge noch 23 Minuten darin schmoren und serviert sie alsdann mit der Sauce überzogen. Die Zunge soll sehr waich sein.

Fischkotelette. Ein feinerer Fisch wird, nachdem er geschuppt und sorgfältig ausgenommen worden ist, in Salzwasser, dem man etwas Essig ober Zitronensaft beifügt, weichgekocht, dann sehr genau von Haut und Gräten befreit und das Fleisch ganz klein zerteilt. Don einem altbackenen Brötchen reibt man die Rinde auf einem Reibeisen ab, zerkleinert bas weiche weiße Brot und übergißt es mit 23 Eßlöffel heißem Wasser, deckt es einige Minuten zu, drückt dann das Wasser gut aus. Ein kleines Stückchen Butter wird flüssig gemacht, das Brot darin gerührt, bis es ganz trocken ist und als Kloß sich zusammenballt. Diesen verrührt man mit 2 Ei­gelb ganz fein, gibt noch etwas fein gehackte Peter­silie und einige Tropfen Zitronensaft bei und mischt das zerkleinerte Fischfleisch gut barunter, salzt die Masse wenn nötig noch ein wenig und formt zwei kleine Koteletten davon, wendet diese in der ab­geriebenen Brötchenfchlll« und brät sie in heißer Butter schön gelb. Man richtet sie auf einen er­wärmten Teller an und preßt etwas Zitronensaft darüber, legt auch eine Zitronenscheibe als Garnitur und zu beliebigem Gebrauch bei Verlangen nach aus­geprägterem Säuregeschmack daneben.

Kreuzworträtsel.

Von oben nach unten: 1 Völkerstmsit, 3 Prä­position, 4 Münze, 5 Anbruch des Abends, 6 Prä­position, 7 Tonstufe, 10 Hygienische Maßnahme, 12 Weiblicher Vorname, 14 Aschenkrng, 17 Kielwasser, 20 Partikel, 22 Baumfrucht.

Von links nach rechts: 2 Drama, 8 Steiner Kahn, 9 Hausvogel, 11 Erdwall, 13 Stabt in Hol­land, 14 Vorsilbe vor Adjektive, 15 Englische An­rede, 16 Persönliches Fürwort, 18 Schmerzensruf, 19 Göttin der Morgenröte, 21 Schallworkzeug.

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Silbenrätsel

e, as, her, boc, cha, di, du, e, e, el em, selb, ga, gor, Han, Haus, Haus, is, fi, tarn, le, le, tr int, men, ment, mi, na, net, nur, re, vi, ri, ri, rie, risch, rit, fa, fa, fei, sie, tal, ie, ters, thik, to, um, int, us, za, zoll.

Aus vorstehenden 50 Silben sind 18 Wör­ter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide Reihen von oben nach und gelesen, ein Zitat aus Schillers .Piccolomini" ergeben (jch 1 Buch­stabe).

Die Wörter bedeuten: 1 Edelstein, 2 Rheinisch« Großstadt, 3 Apfelsorte, 4 Biblische Person, 5 Sprache, 6 Russischer Dichter, 7 Deutscher philoso­phischer Schriftsteller, 8 Lehre vom Schönen, 9 Planet, 10 Staatenbund, 11 Hochtal in her Schweiz, 12 Deutscher Dichter, 13 OeffenUiches Gebäude, 14 Urstoff. 15 Laufwunder, 16 Heilstätte, 17 Religion, 18 Suppengrün.

Auflösungen aus voriger Hummer

Kreuzworträtsel

M^e^e^DW i^yn^M M«W ^Mroj afe UM r«. I

Silbenrätsel

1 Degen, 2 Irene, 3 Entenei, 4 Sommer, S Ceße, J Heringsdorf, 7 Ulme, 8 Leinsame«, 9 Eman!, 10 Devise, 11 Erotik, 12 Syndikat, 13 Lohengrin, 14 wrbbeben, 15 Borsalbe, 16 Ethik, 17 Nemesis.

Di« Schule des Leb«« kennt keine Feick».